USA: Wallstreet-Boni fast doppelt so hoch wie alle Niedriglöhne zusammen

14.03.2014

Nehmen Sie jeden einzelnen Dollar, den sämtliche Vollzeitbeschäftigte mit Mindestlohn in den USA zusammengerechnet verdienen und verdoppeln Sie diesen Betrag. Dann kommen Sie in etwa auf die Summe, die an der Wallstreet allein an Bonuszahlungen ausgeschüttet wird.

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Der Mindestlohn in den USA beläuft sich auf 7,25 pro Stunde, insgesamt 1’085’000 Menschen arbeiten zu diesen Konditionen und verdienen dadurch insgesamt 15,1 Milliarden Dollar pro Jahr.

An der Wallstreet hingegen durften sich die Mitarbeiter im vergangenen Jahr über Boni in Höhe von insgesamt 26,7 Milliarden Dollar freuen – fast doppelt so viel. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Steigerung von 15 Prozent und damit 164’530 Dollar für jeden Einzelnen der 165’200 Mitarbeiter aus der Branche in New York, wie das Institute for Policy Studies errechnet hat. Dazu kommen natürlich noch die ebenfalls überdurchschnittlichen Grundgehälter der Manager, Banker und Industriellen.

Das Institut schreibt weiter, dass die amerikanische Wirtschaft wesentlich stärker gewachsen wäre, wenn man die Bonuszahlungen nicht Bankern und Millionären gegeben, sondern das Geld unter Geringverdienern verteilt hätte. Zudem warnt der Bericht generell vor horrenden Bonuszahlungen, da diese einen Anreiz für “Hochrisikoverhalten” schaffen und somit die gesamte Wirtschaft gefährden. Niedriglohnjobber hingegen seien für niemanden eine Gefahr und hätten außerdem ohnehin bessere Bedingungen verdient.

Dennoch: Die Einkommensschere öffnet sich seit Jahrzehnten immer weiter: 1970 verdiente ein Geschäftsführer in den USA 39-mal so viel wie der durchschnittliche Mitarbeiter. Schon 1999 war es das 1’045-Fache und heute sind es bereits 1’100 mal so viele Dollars, durchschnittlich 48,6 Millionen pro Jahr.

Quellen:

http://www.gegenfrage.com/usa-wallstreet-boni-doppelt-hoch-wie-alle-niedrigloehne-zusammen/

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