Jeder Dritte Amerikaner für bewaffnete Revolution

04.07.2013

„Auf die Beamten schießen oder in die Sklaverei“

Tausende Demonstranten wollen am 4. Juli auf die US-Hauptstadt Washington marschieren – und zwar schwer bewaffnet. Sollte die Situation eskalieren, könnten sie ein Blutbad anrichten.Von Uwe Schmitt

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Am 4. Juli, dem amerikanischen Nationalfeiertag, werden zehntausend schwer bewaffnete Demonstranten auf Washington marschieren, um gegen die „Tyrannei“ der Regierung aufzubegehren. So sieht es der Aufruf eines Radiomoderators namens Adam Kokesh (31) vor, dem bisher 2500 Anhänger mit Online geleisteten Gelübden Folge leisten wollen.

Washingtons Polizeipräsidentin Cathy Lanier nimmt den Aufruf ernst genug, um klar zu stellen: „Wenn jemand hierher kommt, um gegen Regierungspolitik zu protestieren, ist er willkommen, Wenn er kommt, um das Gesetz zu brechen, werden wir handeln.“

Kokesh beteuert, er wolle friedlichen Protest, aber er könne bei einer Eskalation für nichts garantieren: „Wenn die Regierung kommt, um dich zu entwaffnen, kannst Du auf die Beamten schießen oder dich in der Sklaverei beugen.“

Waffennarren sehen sich als Verteidiger der Verfassung

Ein Gesetzesbruch wäre schon das offene Tragen einer Waffe im Distrikt von Columbia, vom Schießen mit einer solchen Waffe zu schweigen. In wenigen Staaten sind die Waffengesetze strenger als in Washington, wo der Präsident und der Kongress in besonderer Weise geschützt werden sollen.

Das weiß auch der Irak-Kriegsveteran Adam Kokesh, der sich nicht entscheiden mag, ob er einen „Akt zivilen Ungehorsams“ anstiften will: mit allen möglicherweise blutigen Konsequenzen, falls seine Milizen sich weigern sollten, die Waffen niederzulegen.

Oder ob er nur den Medienaufruhr genießt und das Angebot einer leibhaftigen Polizeichefin, sich mit ihm zu treffen und die Konditionen für eine Demonstration zu besprechen. Doch sind es solche Appelle – „Lieber aufrecht sterben als auf Knien leben!“ –, die dem wutbürgerlichen Patriotismus der Waffennarren schmeicheln. Sie sehen sich als Verteidiger der Verfassung gegen einen anmaßenden, diktatorischen Staat.

Nachbarstaat Virginia pflegt extrem laxe Waffengesetze

Warum Kokesh gerade jetzt mit seinem „Open Carry March on Washington“ auf die Bühne drängt, ist unklar. Alle Versuche der Regierung wie der Demokraten im Senat, in der Folge des Schulmassakers von Sandy Hook im Dezember den Kauf und Verkauf von Schusswaffen etwas strenger zu regulieren, sind gescheitert.

Es fügt sich, dass Virginia, just jenseits des Potomac-Flusses, extrem laxe Waffengesetze pflegt. Dort, vor den Toren des Heldenfriedhofs Arlington, wäre es kein Problem, sich hochgerüstet zu versammeln, wie Kokesh es plant. Erst wenn die Demonstranten die Brücke direkt zum Lincoln Memorial überquerten, würde die Washington Polizei dort einschreiten und das Niederlegen der Waffen verlangen oder die Brücke blockieren.

Herrliche Hubschrauberbilder, aus Sicht der Waffenlobby. „Sollten wir auf physischen Widerstand stoßen“, schreibt Kokesh, „werden wir friedlich umkehren: nachdem wir bewiesen haben, dass freie Bürger in Washington nicht willkommen sind.“

http://www.welt.de/politik/ausland/article116015632/Auf-die-Beamten-schiessen-oder-in-die-Sklaverei.html

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10.05.2013

Baupläne für „Liberator“ waren im Internet verfügbar:

US-Regierung stoppt die Pistole aus dem 3D-Drucker

Mit seinem „Liberator“ erregte ein Student Aufsehen: Es ist die erste funktionstüchtige Pistole aus dem 3D-Drucker. Auf Druck der US-Regierung sind die Baupläne nun von der Webseite verschwunden – doch inzwischen findet man sie ohnehin überall im Netz.

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Auf Druck der Regierung in Washington hat ein US-Student die erst kürzlich veröffentlichten Baupläne für eine funktionsfähige Pistole aus einem 3D-Drucker wieder von seiner Homepage entfernt. Die Daten seien auf Bitten der Behörden dem öffentlichen Zugriff entzogen worden, teilte Defense Distributed, die Firma des 25-jährigen Jura-Studenten Cody Wilson aus Texas, am Donnerstag mit. „Bis auf Weiteres beansprucht die Regierung der Vereinigten Staaten die Kontrolle über die Informationen für sich“, hieß es auf der Website.Defense Distributed hatte bereits vor einigen Tagen von mehr als 100 000 Downloads berichtet, die meisten davon aus Spanien, USA, Brasilien, Deutschland und Großbritannien. Allerdings waren die Blaupausen an anderer Stelle im Netz am Freitag noch verfügbar, etwa auf den Seiten von Pirate Bay oder Mega. Auch dort erfreuen sich die Baupläne sehr großer Beliebtheit, wie das US-Magazin Forbes berichtete.

Pistole fast komplett aus Kunststoff

Mit den Plänen ist es möglich, eine scharfe Pistole mit einem handelsüblichen 3D-Drucker nahezu komplett aus Kunststoff herzustellen. Lediglich für den Schlagbolzen wird ein einfacher Nagel aus dem Baumarkt benötigt. Die Waffe ist daher auch kaum bei Sicherheitskontrollen durch Metalldetektoren aufzuspüren.

Bereits bei der Veröffentlichung der Pläne am vergangenen Montag waren Sicherheitsbedenken geäußert worden, da auch Kriminelle und Terroristen die Waffe mit relativ geringem Aufwand herstellen könnten. Wilson hatte die Pistole mit dem Namen „Liberator“, die er mit einem bei eBay erworbenen gebrauchten 3D-Printer „ausgedruckt“ hatte, in der vergangenen Woche zumindest einmal erfolgreich abgefeuert.

http://www.focus.de/digital/internet/bauplaene-fuer-liberator-waren-im-internet-verfuegbar-us-regierung-stoppt-die-pistole-aus-dem-3d-drucker_aid_985557.html

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03.05.2013

Jeder Dritte für bewaffnete Revolution

USA sind ein gespaltenes Land: Jeder Dritte für bewaffnete RevolutionExtreme politische Ansichten sind keine Besonderheit der USA, doch diese Zahl lässt aufhorchen: In einer Umfrage sagt fast jeder dritte US-Amerikaner, dass in den kommenden Jahren eine bewaffnete Revolution nötig werden könnte. Das überrascht sogar Fox News.

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Knapp ein Drittel der US-Bürger glaubt, dass schon bald eine „bewaffnete Revolution“ notwendig sein könnte, um persönliche Freiheiten gegen den Staat zu verteidigen. Entsprechend äußerten sich 29 Prozent der Befragten in einer Erhebung der Fairleigh Dickinson University. Hintergrund der Umfrage ist der gescheiterte Vorstoß von US-Präsident Barack Obama für restriktivere Waffengesetze. Obamas Initiative sah unter anderem vor, dass Waffenkäufer überprüft werden sollten. Das Vorhaben scheiterte im Senat. Auch demokratische Senatoren stimmten gegen schärfere Vorschriften. In den USA wird immer wieder über schärfere Waffengesetze gestritten, bislang ohne jeden Erfolg. Die aktuelle Debatte war nach dem Schulmassaker von Newtown vor vier Monaten neu aufgeflammt. Damals wurden 20 Kinder und 6 Erwachsene von einem Amokläufer erschossen. Obama hat deutlich gemacht, dass er die Niederlage im Kongress nicht akzeptieren will. „Dies ist nur die erste Runde. Früher oder später werden wir es zurechtrücken“, sagte er im April.

Nur 47 Prozent gegen Revolution

Die Umfrage zeigt, wie sehr die US-Gesellschaft gespalten ist: 50 Prozent der Befragten meinen durchaus, der Kongress sollte Gesetze beschließen, um die Öffentlichkeit vor der von Schusswaffen ausgehenden Gefahr zu schützen. 39 Prozent sagen das Gegenteil. Die Auffassung läuft in weiten Teilen entlang der Parteigrenzen: Unter jenen Wählern, die sich als Republikaner haben eintragen lassen, wenden sich 65 Prozent gegen restriktivere Waffengesetze. Auf die Frage, ob eine bewaffnete Revolution bald notwendig sein könne, um Freiheiten zu verteidigen, antworteten nur 47 Prozent mit Nein. Unter den 29 Prozent, die mit Ja antworteten, sind 44 Prozent als Republikaner registriert. Selbst der konservative Sender Fox News, der die Freiheiten der US-Bürger gern gegen den demokratischen Präsidenten verteidigt, zeigte sich überrascht. „Wir wussten, dass das Misstrauen gegen die Regierung groß ist“, heißt es in der Meldung des Senders zur Umfrage. Aber jetzt habe der Argwohn ein neues Hoch erreicht. Die Ablehnung der Zentralregierung in Washington gehört in den USA zum konservativen Selbstverständnis. Auch die „Tea Party“-Bewegung bezieht ihren Schwung vor allem aus diesem Impuls.

http://www.n-tv.de/politik/Jeder-Dritte-fuer-bewaffnete-Revolution-article10581856.html

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