USA in Afghanistan – eine Chronik

15.10.2015

Obama stoppt Truppenabzug

US-Präsident Barack Obama stoppt den Abzug der US-Truppen aus Afghanistan. Die derzeitige Stärke von etwa 9800 US-Soldaten in Afghanistan solle beibehalten werden. Was sind die Gründe?

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US-Präsident Barack Obama hat sich dem Druck der Militärs im eigenen Land gebeugt. Um den Vormarsch der Taliban zu stoppen, sollen nun doch mehr als 5000 US-Soldaten über das Ende seiner Amtszeit im Januar 2017 hinaus in Afghanistan bleiben. Damit verabschiedet sich Obama von einem zentralen Ziel seiner Präsidentschaft. Er wollte die von seinem Vorgänger George W. Bush begonnenen Kriege im Irak und in Afghanistan beenden. Nun geht der längste Krieg, in den die USA jemals verwickelt waren, weiter.

Obama wollte den Stopp des Truppenabzugs am Donnerstag persönlich in Washington ankündigen. Aus Regierungskreisen hieß es vorab, die Zahl der US-Soldaten in Afghanistan werde nicht so schnell abnehmen wie ursprünglich geplant. Derzeit sind noch knapp 10 000 US-Soldaten in Afghanistan stationiert. Diese sollten eigentlich bis zum Ende des kommenden Jahres abgezogen werden. Nur noch eine Resttruppe von maximal 1000 Soldaten sollte die US-Botschaft in Kabul schützen.

Doch der Vormarsch der Taliban und die gewachsene Erkenntnis in Washington, dass die afghanische Armee nicht in der Lage ist, selbst für Sicherheit im Land zu sorgen, haben diese Pläne durchkreuzt. Über den vollständigen Abzug der US-Armee aus dem zentralasiatischen Land wird Obamas Nachfolgerin oder Nachfolger im Weißen Haus befinden müssen. Der Plan des US-Präsidenten dürfte den Druck auf die Verbündeten erhöhen, den Abzug ihrer Truppen ebenfalls zu verzögern. Deutschland etwa ist derzeit noch mit etwa 860 Soldaten im Afghanistan-Einsatz.

Nach bisherigen Planungen wird das US-Kontingent weiter den gewaltigen Militärkomplex am Flughafen Bagram in der Nähe von Kabul bewachen und auch die Stützpunkte in Kandahar im Süden des Landes sowie in Dschalalabad im Osten behalten. Von dort aus sollen die US-Soldaten einerseits die afghanische Armee ausbilden, andererseits aber auch aktiv in den Kampf gegen Terroristen eingreifen. Afghanistans Präsident Aschraf Ghani dürfte die Kurswende aus Washington begrüßen. Seit langer Zeit fordert er mehr US-Hilfe im Kampf gegen die Taliban.

Die Entscheidung Obamas, die am Donnerstag ziemlich genau 14 Jahre nach dem Einmarsch der US-Armee in Afghanistan öffentlich wurde, geht auf einen Vorschlag des inzwischen pensionierten US-Generalstabschefs zurück. Martin Dempsey hatte seine Idee bereits im Sommer in Washingtoner Regierungskreisen unterbreitet. Dem Vernehmen nach sagte er, der vollständige Rückzug der US-Armee aus dem Irak habe zumindest teilweise den Vormarsch der Extremisten des sogenannten „Islamischen Staats“ begünstigt. Im Irak sind inzwischen wieder mehr als 3000 US-Soldaten als Berater der irakischen Streitkräfte tätig. Um eine ähnliche Entwicklung in Afghanistan zu vermeiden, sollte der vollständige Truppenabzug überdacht werden.

http://www.fr-online.de/politik/afghanistan-obama-stoppt-truppenabzug,1472596,32167872.html

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14.09.2013

20.000 US-Soldaten verbleiben in Afghanistan

20.000 Soldaten der USA und der Nato werden in Afghanistan verbleiben. Sie werden in neun Stützpunkten in verschiedenen Gebieten dieses Landes stationiert.

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Das gab ein führender pakistanischer Senator am heutigen Samstag bei seinem Besuch in Kabul bekannt. Senator Mushahid Hussain Syed, Chef des pakistanischen Senatsausschusses in Verteidigungsangelegenheiten gab bei der Rückkehr aus Afghanistan nach einem viertätigen Besuch in diesem Land bekannt, er habe beim Treffen mit afghanischen Verantwortlichen erfahren, dass das bilaterale Sicherheitsabkommen zwischen Washington und Kabul in zwei Monaten unterzeichnet wird. Im Einklang mit diesem Abkommen werden 20.000 US-Kräfte in Afghanistan verbleiben. Der Besuch der Mitglieder des pakistanischen Senatsausschusses in Pakistan in Kabul wurde nach Gesprächen über politische, sicherheitsbezogene und militärische Angelegenheiten beendet.

http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/226351-20000-us-soldaten-verbleiben-in-afghanistan

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