US-Raketenschirm in Europa – eine Chronik

22.07.2015

Wegen US-Raketenabwehr in Rumänien: Russland stationiert Bomber auf der Krim

Das russische Verteidigungsministerium wird in naher Zukunft eine Staffel von Langstreckenbombern Tu-22M3 auf der Halbinsel Krim stationieren. Diese Kräfte würden ausreichen, um das russische Hoheitsgewässer im Schwarzen Meer und die Schwarzmeerküste zu schützen, verlautete am Mittwoch aus der Militärbehörde.

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Einer der Gründe für diesen Beschluss sei die geplante Aufstellung von US-Raketenabwehranlagen in Rumänien.

Die Tu-22-Bomberstaffel auf der Krim könnte sogar bis zu einem Regiment vergrößert werden.

Am 17. Juni hatte das russische Militär angekündigt, bis Ende dieses Jahres sechs modernisierte Bomber des Typs Tu-22M3 bei der Luftwaffe in Dienst zu stellen. Insgesamt verfügen die russischeт Luftstreitkräfte über 40 einsatzbereite Maschinen dieses Typs, weitere 100 stehen in Reserve.

Der strategische raketentragende Überschall-Bomber T-22M3 mit Schwenkflügeln ist eine modernisierte Version des Tu-22M-Modells. Diese Maschinen werden seit 1978 gebaut. Die Langstrecken-Flotte und die Luftflotte der Marine verfügen über diese Maschinen. Die funkelektronischen Anlagen wurden zum Teil erneuert. Unter anderem wurden die Maschinen dabei mit neuen Zielanweisern ausgestattet.

2013 hatte auf einem alten Flugplatz im rumänischen Devecelu der Bau eines Militärstützpunktes begonnen, der nach BBC-Informationen ein Segment des US-amerikanischen Raketenabwehrsystems in Europa werden soll. In diesem Jahr sollen die Bauarbeiten abgeschlossen werden. Startanlagen für SM-3-Raketen sowie Radaranlagen sollen dort errichtet werden. Für die technische Wartung werden 200 Soldaten sowie zivile Mitarbeiter zuständig sein.

http://de.sputniknews.com/militar/20150722/303406039.html

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24.06.2015

Reaktion auf Raketenabwehrsystem der USA: Russland will Ziele in Polen und Rumänien ins Visier nehmen

Nun werden auch Polen und Rumänien in den Russland-Konflikt hineingezogen. Die russische Armee will Militärstützpunkte in den beiden Ländern als mögliche Ziele ins Visier nehmen, wenn sich die Nato-Mitglieder am Raketenabwehrsystem der USA beteiligen. Teile einer Raketenabwehr, die auf Russlands strategische nukleare Kräfte zielten, seien ein Problem und würden automatisch zum Ziel, sagte der Vizechef des Sicherheitsrats, Jewgeni Lukjanow, am Mittwoch nach Angaben der Agentur Interfax.

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Polen und Rumänien sollten darüber nachdenken, ob sie sich am Schild beteiligen. „Falls es ihnen gefällt, wegen eines US-amerikanischen Waffensystems ein Ziel zu sein, ist das ihre Entscheidung“, meinte Lukjanow. Einen solchen Konflikt könne aber niemand gewinnen.

Von der Leyen besorgt

Die USA argumentieren, dass das Projekt keine Reaktion auf russische Aufrüstung sei, sondern vor möglichen Angriffen aus Nahost schützen soll. Russland sieht den geplanten Schild dennoch als Gefahr für seine Sicherheit. Erst vor kurzem hatte ein russischer Diplomat einer dänischen Zeitung gesagt, dass die Atommacht ihre Nuklearsprengköpfe auf jeden in Europa richten könne, der Teile der US-Raketenabwehr stationiert. Dies hatte im Westen Empörung ausgelöst.

Aber nicht die Länder Osteuropas bereitet Putins Militärstrategie sorgen. Auch die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen äußerte sich zum aktuellen Konflikt mit Russland: „Das ist ein ernstes Thema“, sagte sie am Mittwoch am Rande des Nato-Verteidigungsministertreffens in Brüssel.

Vergangene Woche hatte der Russland-Konflikt erneut an Schärfe gewonnen. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte die Anschaffung 40 zusätzlicher Interkontinentalraketen für das Nuklear-Arsenal angekündigt. Die USA wollen ihrerseits schweres Militärgerät in das östliche Nato-Gebiet verlagern. Zudem hat die Nato ihre Manöver in Polen und im Baltikum deutlich verstärkt und will die Nato die Zahl der Soldaten in ihrer schnellen Eingreiftruppe NRF von derzeit 20.000 auf bis zu 40 000 erhöhen.

„Wir werden uns nicht in einen Rüstungswettlauf hineinziehen lassen, aber wir müssen dafür sorgen, dass unsere Mitgliedstaaten sicher sind“, kommentierte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch. Mit Material der „dpa“

http://www.huffingtonpost.de/2015/06/24/russland-usa-raketenabwehr_n_7653328.html

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19.05.2015

Pentagon: US-Raketenabwehr nicht gegen Russland – „Moskau kann es überwinden“

US-Pläne zur Aufstellung einer Raketenabwehr in Europa sind nicht gegen Russland gerichtet. Wie Admiral James Winnefeld, Vizechef des Vereinigten Generalstabs der US-Streitkräfte, am Dienstag in Washington sagte, könnten russische Waffensysteme diesen Raketenschild überwinden.

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Natürlich ist ein solch starkes Land wie Russland in der Lage, dieses Raketensystem schnell zu überwinden. Das ist nicht die Frage. Die Frage, die uns Sorgen macht und weswegen wir unseren europäischen Verbündeten helfen, ist der Schutz vor der iranischen oder sonstigen Gefahr für die Region“, sagte der Militär im Zentrum für strategische und internationale Studien.

Die USA stationierten in Europa ein „Analogon der nationalen Raketenabwehr“, die sich nicht gegen Russland richte, weil sie dazu nicht geeignet sei. „Es gehört nicht zur Politik der USA, eine Raketenabwehr aufzubauen, um russische ballistische Raketen in Europa zu bekämpfen. Die Stationierung von Elementen dieses Systems in Polen und Rumänien soll ballistische Langstreckenraketen abfangen helfen, die aus anderen Ländern außerhalb Europas abgefeuert werden könnten.“

Dabei sagte Winnefeld, dass Russland den Iran überzeugen sollte, dessen Raketenprogramm einzustellen, um seine Besorgnis über die europäische Raketenabwehr zu zerstreuen. „Russland und China sollten Nordkorea und den Iran dazu bewegen, auf die Entwicklung ballistischer Raketen zu verzichten, das ist das Beste, was Moskau und Peking in diesem Bereich machen könnten. Aber bislang tut sich in diese Richtung nichts“, sagte der Admiral.

Die USA waren 2002 aus dem Raketenabwehrvertrag ausgestiegen, der es den Seiten genehmigte, jeweils nur einen Raketenabwehrkomplex zu haben. Daraufhin begann das Pentagon mit dem Aufbau einer dritten Staffel der globalen Raketenabwehr unter anderem mit Abfangraketen in Polen und Radaren in Tschechien. Dieses System ist in der Lage, russische ballistische Raketen abzufangen.

Moskau bezeichnete die Pläne als eine Bedrohung für seine Sicherheit und fordert, ein juristisch bindendes Dokument zu unterzeichnen, wonach die US-Raketenabwehr nicht gegen Russland gerichtet ist. Im März 2014 brachen die USA den Dialog mit Russland zur Raketenabwehr unter dem Vorwand der Ukraine-Krise ab.

http://de.sputniknews.com/militar/20150519/302398729.html

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05.05.2015

US-Raketenabwehr im rumänischen Deveselu steht zum Jahresende

Elemente einer US-Raketenabwehr im rumänischen Militärflugplatz Deveselu, etwa 60 Kilometer nördlich der Staatsgrenze zu Bulgarien, steht voraussichtlich bis Ende 2015. Das kündigte Rumäniens Verteidigungsminister Mircea Duşa am Dienstag nach einem Treffen mit dem Befehlshaber der vereinigten NATO-Kräfte in Neapel, Admiral Mark Ferguson, an.

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Rumänischen Medien zufolge wird der Militärflugplatz Deveselu dann dem Kommando der vereinigten Kräfte in Neapel unterstellt. Duşa und Ferguson hätten ferner Probleme der Sicherheit an der Ostflanke der NATO und der EU erörtert, schrieb „Romania Libera“ (Freies Rumänien). „Wir hoben hervor, dass die Solidarität der Allianz im Hinblick auf die Gewährleistung der Sicherheit in dieser Region not tut. Ich wies darauf hin, dass Rumänien eine Oase der Stabilität bleiben wird“, sagte Duşa.

Dem rumänischen Minister zufolge ist das Raketenabwehrsystem in Deveselu für die Verteidigung bestimmt. Der Militärflugplatz war von sowjetischen Fachleuten 1952 für die rumänischen Fliegerkräfte gebaut worden.

http://de.sputniknews.com/militar/20150505/302202921.html

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07.04.2015

Trotz Atomdeal mit Iran: USA bauen am umstrittenen Raketenschild weiter

Die Einigung im iranischen Atomstreit hat den USA ihr Argument für den Raketenschild in Europa genommen. Dennoch hält Washington an dem umstrittenen Projekt fest. Nach seiner Darstellung soll das Abwehrsystem vor iranischen Raketen schützen. Laut Moskauer Politikern und unabhängigen Experten soll der Schild Russlands Atomwaffenpotenzial eindämmen.

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Trotz der erfolgreichen Lösung des Atomstreits mit dem Iran ist der Schutz vor ballistischen Raketen weiter notwendig“, sagte ein Sprecher im US-Außenministerium am Dienstag zu RIA Novosti. Der Diplomat bestätige, dass die USA am Raketenschild einschließlich der Komponenten in Polen und Rumänien weiter bauen werden. Diese Pläne bleiben unberührt, der Schild diene dem Schutz vor der iranischen Raketenbedrohung.

In der vergangenen Woche haben sich der Iran und die Sechsergruppe (die fünf UN-Vetomächte und Deutschland) — nach jahrelangen Verhandlungen — auf die Eckpunkte für die Beendigung des Atomstreits geeinigt. Laut Experten fiel damit der von den USA stets genannte Grund für die Aufstellung des Raketenschilds weg.

Die USA waren bereits 2002 vom Vertrag zur Begrenzung der Raketenabwehrsysteme mit Russland einseitig zurückgetreten und haben die Aufstellung von Abfangraketen und Radaranlagen in Osteuropa angekündigt, die im Notfall russische Interkontinentalraketen abfangen können. Formell begründete Washington diese Pläne mit dem Schutz vor dem Iran, der wegen seiner Atom- und Raketenprogramme international unter Druck steht.

Das amerikanische Luftabwehrsystem in Europa soll die beiden bestehenden US-Raketenschirme auf Alaska und in Kalifornien verstärken. De facto bedeutet das den Aufbau eines globalen Raketenabwehrsystems, das das jetzige Kräftegleichgewicht in der Welt zerstört. Russland besitzt nur einen strategischen Raketenschirm, der die Hauptstadt Moskau schützt.

Diese US-Pläne stießen bei Russland auf Widerstand, weil die USA es ablehnen, rechtsverbindlich zu garantieren, dass der entstehende Raketenschirm nicht Russlands Atomraketen zum Ziel hat. Moskau drohte als Gegenschritt in der Ostsee-Exklave Kaliningrad Kurzstreckenraketen vom Typ Iskander aufzustellen und weitere Präventionsmaßnahmen zu ergreifen. Die jahrelangen ergebnislosen Verhandlungen mit Russland wurden im März 2014 von den USA unter Verweis auf die Ukraine-Krise abgebrochen.

http://de.sputniknews.com/politik/20150407/301813289.html

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30.01.2015

Russischer Militär: Ausbau von US-Raketenschild zwingt Moskau zu Gegenmaßnahmen

Das US-Raketenabwehrsystem bekommt einen globalen Charakter, wie der Generalstabschef der russischen Streitkräfte, Armeegeneral Valeri Gerassimow, am Freitag in einer Sitzung des Kollegiums des russischen Verteidigungsministeriums sagte.

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Laut Gerassimow darf Russland der Aufstellung des Raketenabwehrsystems durch die USA nicht teilnahmslos zusehen und ist gezwungen, Antwortmaßnahmen zu treffen.

Gerassimow nahm Bezug auf die Jahresbotschaft des russischen Präsidenten vom Dezember, in der Putin auf „die negativen Auswirkungen des von den USA geschaffenen Raketenabwehrsystems auf die internationale Sicherheit“ verwies. Zur Entwicklung des Raketenabwehrsystems durch die USA sagte der russische Generalstabschef, dass allein im vorigen Jahr in der spanischen Marinebasis Rota zwei Zerstörer der US-Raketenabwehr stationiert worden seien. „In diesem Jahr wird die Stationierung von weiteren zwei US-Schiffen dieser Art erwartet“, so Gerassimow.

Ihm zufolge gibt es immer mehr US-Schiffe, die mit dem multifunktionalen Kampfsteuerungssystem „Aegis“, mit Raketenabwehrraketen „Standart-3“ und mit Marschflugkörpern großer Reichweite ausgerüstet sind. Im Jahr 2014 wurde die Zahl der Zerstörer und Kreuzer auf dem Schwarzen Meer um ein Mehrfaches gegenüber den letzten Jahren erhöht.

In Rumänien und Polen gehe der Bau bodengestützter Raketenabwehr-Komplexe „Aegis Ashore“ weiter, so der Armeegeneral. Für die Stationierung der Raketenabwehrraketen würden Startrampen genutzt, „die mit denen zum Starten seegestürzter Marschflugkörper identisch sind“, so Gerassimow.

Unserer Einschätzung nach verletzten diese Handlungen den Vertrag über die Vernichtung der Mittel- und Kurzstreckenraketen“, so der Generalstabschef.

Der US-Raketenschild bekommt einen globalen Charakter. Für diesen Zweck bauen die USA und ihre Verbündeten Teile dieses Systems in der Asiatisch-Pazifischen Region aus“, so Gerassimow. Infolgedessen werde das strategische Gleichgewicht der Kräfte und die Stabilität in der Welt gestört sowie der START-3- Vertrag, der eine untrennbare Wechselbeziehung zwischen strategischen Offensiv- und Defensivwaffen festlegt, von Grund auf untergraben, so der Militär.

Wir können bei diesen Handlungen der westlichen Länder nicht teilnahmslos bleiben und sind gezwungen, Antwortmaßnahmen zu treffen“, sagte der Armeegeneral. Diese Maßnahmen seien vor allem darauf ausgerichtet, die russische Armee und Flotte mit zukunftsorientierten Waffenkomplexen und —systemen auszurüsten, die es ermöglichen sollen, das Potential des Raketenabwehrsystems der USA zu neutralisieren, so der Generalstabschef.

http://de.sputniknews.com/politik/20150130/300881346.html

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12.12.2014

Kein US-Radar in Tschechien: Parlament beschließt Abbau geplanten Standortes

Der tschechische Truppenübungsplatz Brdy, auf dem seinerzeit eine US-Radaranlage stationiert werden sollte, soll liquidiert werden. Das hat das tschechische Parlament am Freitag mit einer Zweidrittelmehrheit beschlossen, wie die Prager Nachrichten-Webseite Ihned mitteilt.

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Gleichzeitig werde die Gesamtfläche der übrigen Truppenübungsgelände des Landes um ein Drittel verringert, heißt es.

Der Radar des US-Raketenabwehrsystems in Tschechien

Nach Meinung einiger Parlamentarier könnte der zu liquidierende Übungsplatz noch im Falle erhöhter internationaler Spannungen von der tschechischen Armee genutzt werden. Verteidigungsminister Martin Stropnicky erwiderte darauf, dass die in der Republik bestehenden Truppenübungsgelände für die 115 000 Mann starke Armee aus den Zeiten des Sozialismus ausgelegt waren.

Die heutige Armee Tschechiens besteht aus 21 000 Militärs.

http://de.ria.ru/security_and_military/20141212/270197875.html

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25.08.2014

Berlin will keine Raketenabwehr gegen Russland

Während Polen und die baltischen Staaten mehr Schutz suchen, auch mit Raketen, ist die Bundesregierung sicher: Der Nato-Abwehrschirm, der aufgebaut wird, dürfe sich nicht gegen Moskau richten.

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Der geplante Nato-Raketenschirm soll sich nach dem Willen Deutschlands nicht gegen Russland richten. Die Bundesregierung stehe zu den Beschlüssen des Nato-Gipfels 2012 in Chicago, wonach die Raketenabwehr der Militärallianz nicht die strategische Stabilität Europas infrage stelle und sich auch nicht gegen Russland richte, sagte Regierungssprecher Georg Streiter am Montag in Berlin.

Polen und die baltischen Nato-Partner hatten zuvor laut einem „Spiegel„-Bericht gefordert, den Abwehrschirm wegen der Ukraine-Krise auch auf Russland auszurichten. Unterstützung hätten sie von den USA erhalten. Die Mehrheit der Nato-Mitglieder habe sich jedoch wie Deutschland gegen derartige Bestrebungen ausgesprochen, um Russland nicht unnötig zu provozieren.

Das westliche Bündnis hatte der Führung in Moskau stets versichert, der Raketenschirm richte sich gegen eine Bedrohung durch Angriffe etwa aus dem Iran. Die Nato beschloss 2010 den Aufbau einer Raketenabwehr zum Schutz Europas bis zum Jahr 2020 und lud auch Russland zur Zusammenarbeit ein, das das Vorhaben misstrauisch verfolgt.

Abfangraketen auf Kreuzern und in Rumänien

Die Nato wollte zu der Angelegenheit direkt keine Stellung nehmen. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hatte mehrfach betont, das neue System richte sich in keiner Weise gegen Russland.

Die Abfangraketen sollen in Rumänien sowie auf US-Kreuzern stationiert werden. Das Frühwarnradar steht in der Türkei. Die Nato kommt Anfang September zu einem Gipfeltreffen in Wales zusammen, bei dem sie angesichts der Ukraine-Krise auch über den künftigen Umgang mit Russland beraten will.

Eine Nato-Sprecherin erklärte, die Staats- und Regierungschefs der 28 Nato-Staaten würden angesichts der neuen Sicherheitslage ein Maßnahmenbündel („Readiness Action Plan“) beschließen. Dazu könnten aktualisierte Verteidigungspläne, verstärkte Manöver und angemessene Militärentsendungen gehören. Dass dieses Maßnahmenbündel in der Allianz debattiert wird, ist seit Monaten bekannt.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article131581994/Berlin-will-keine-Raketenabwehr-gegen-Russland.html

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23.05.2014

Moskau warnt USA vor forciertem Aufbau des Raketenschildes in Europa

Russland wird reagieren müssen, wenn die USA die Fertigstellung ihres umstrittenen Raketenschildes in Europa beschleunigen sollten. Dies sagte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow am Freitag in Moskau.

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Russland werde nicht untätig bleiben, wenn der Aufbau des Raketenschildes beschleunigt werde, äußerte Rjabkow. Denn der Zweck des US-Raketenschildes in Europa bestehe darin, das atomare Abschreckungspotenzial Russlands zu beeinträchtigen. Weil bislang kein Kompromiss erzielt werden konnte, habe Russland keine andere Wahl, als Gegenmaßnahmen für seine Sicherheit zu ergreifen. Rjabkow rief jene US-Politiker, die sich für eine Intensivierung des Aufbaus des Raketenschildes stark machen, zu mehr Verantwortung auf.

Die USA hatten bereits unter Präsident George W. Bush angekündigt, eine Radaranlage in Tschechien und zehn Abfangraketen in Polen zu stationieren, um, nach eigener Darstellung, Europa vor iranischen Raketen zu verteidigen. Diese Pläne stießen bei Russland auf heftigen Widerstand, das sein Atomwaffenpotenzial gefährdet sah. US-Präsident Barack Obama legte 2008 die Raketenabwehr-Pläne vorübergehend auf Eis. Nach dem neuen Konzept sollte der Aufbau des Systems 2015 beginnen und fünf Jahre dauern. Das Luftabwehrsystem in Europa soll die beiden bestehenden US-Raketenschirme auf Alaska und in Kalifornien verstärken. De facto bedeutet das den Aufbau eines globalen Raketenabwehrsystems, das das jetzige Kräftegleichgewicht in der Welt zerstört. Russland besitzt nur einen strategischen Raketenschirm, der die Hauptstadt Moskau schützt.

Im November beschloss die Nato 2010 bei ihrem Gipfel in Lissabon, die Raketenabwehrsysteme der europäischen Nato-Mitglieder sowie der USA zu vereinen. Obwohl sich Russland und die Nato auf eine Kooperation einigten, verliefen die Verhandlungen im Sande, nicht zuletzt, weil die USA die Forderung Russlands abgelehnt haben, rechtsverbindlich zu garantieren, dass der entstehende Raketenschirm nicht Russlands Atomraketen zum Ziel hat. Nach monatelangen ergebnislosen Verhandlungen kündigte Russland 2011 eine Reihe von militärischen Maßnahmen an, um den entstehenden Raketenschild in Europa im Kriegsfall neutralisieren zu können. Das Paket reicht von der Aufstellung von Iskander-Raketen in der Ostssee-Region Kaliningrad über die Modernisierung der Atomraketen bis zu einem möglichen Ausstieg aus den Abrüstungsverträgen. Der russische Generalstab schloss sogar als äußerstes Mittel einen Präventivschlag gegen die Raketenabwehranlagen in Europa nicht aus.

http://de.ria.ru/security_and_military/20140523/268571778.html

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24.03.2014

US-Abgeordnete wollen Moskau mit Raketenschild „wachrütteln“

US-Abgeordnete fordern die Weiter-Entwicklung des Raketenabwehrschilds in Osteuropa. So solle Russland „so richtig wachgerüttelt“ werden. Zudem sei eine Waffenlieferung an die Ukraine nicht auszuschließen.

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Als Reaktion auf die Krim-Krise hat ein US-Abgeordneter eine Weiterentwicklung des umstrittenen Raketenabwehrschilds in Osteuropa ins Gespräch gebracht. „Das ist die Karte, die wir meiner Meinung nach ausspielen sollten, um sie in Moskau so richtig wachzurütteln“, sagte Tom Cole, der zur republikanischen Mehrheit im Repräsentantenhaus gehört. „Man nimmt wieder Verhandlungen mit den Polen und den Tschechen über das anti-ballistische Raketenabwehrsystem auf“, sagte er dem Sender ABC.

Auch andere amerikanische Abgeordnete sprachen sich am Sonntag für ein entschlossenes Vorgehen aus. Der Vorsitzende des Geheimdienst-Ausschusses im Repräsentantenhaus, der Republikaner Mike Rogers, forderte in einem NBC-Interview unter anderem die Lieferung von „defensiv ausgelegten Waffensystemen“ an die ukrainische Armee. Einzelheiten nannte er nicht. Der zweithöchste Demokrat im Senat, Dick Durbin, sagte CBS, man könne Waffenlieferungen an die Ukraine nicht ausschließen.

Der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater von Präsident Barack Obama, Tony Blinken, sagte CNN, die US-Regierung prüfe alle Bitten der Ukraine um Unterstützung. Dies gelte auch für Militärhilfe. Allerdings könne selbst diese vermutlich nicht viel an der Lage ändern. „Das sind die Fakten“, sagte Blinken dem Sender CNN. Die Unterstützung „würde vermutlich kaum die russischen Pläne ändern oder eine Invasion verhindern“.

Die USA wollen ihre Militärpräsenz am Ostrand der Nato verstärken. Vor kurzem wurden bereits Kampfjets nach Litauen verlegt (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/03/24/us-abgeordnete-wollen-moskau-mit-raketenschild-wachruetteln/

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18.03.2014

USA zu Stationierung der Raketenabwehr in Polen bereit – Biden

Die USA sind nach wie vor bereit, Elemente des Raketenabwehrsystems in Polen bis 2018 zu stationieren, erklärte US-Vizepräsident Joe Biden am Dienstag.

Während seines Besuchs nach Polen erläuterte er, dass die USA ihre Verpflichtung, bis 2018 die Raketenabwehr in Polen unterzubringen, nicht zurückweisen.

http://german.ruvr.ru/2014_03_18/USA-zu-Stationierung-der-Raketenabwehr-in-Polen-bereit-Biden-4238/

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18.03.2014

Nato-Radar in Ungarn stationiert

Die ungarischen Behörden haben die Stationierung eines Radars auf dem Territorium des Landes angekündigt, der die Sicherheit des ungarischen Luftraums festigen soll.

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Das System soll von den ungarischen Militärs und den Nato-Streitkräften ab 2015 gemeinsam benutzt werden. Es befindet sich im Süden Ungarns unweit der Grenze zu Kroatien und Serbien. Die Anlage kostete 342.000 Euro, dabei wurden 94 Prozent der Finanzmittel von der Nato bereitgestellt.

Außerdem übernahm die Allianz die Finanzierung der Arbeit des Radars für die nächsten 19 Jahre.
http://german.ruvr.ru/news/2014_03_18/Nato-Radar-in-Ungarn-stationiert-4385/

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11.02.2014

US-Schiff mit AEGIS-Feuerleitsystem an Bord in Spanien eingetroffen – erstmals in Europa

Der Zerstörer „Donald Cook“ der US-Marine mit dem Warn- und Feuerleitsystem AEGIS an Bord ist am Dienstag laut AFP im US- Seestützpunkt Rota an der spanischen Atlantikküste eingetroffen.

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Nach Angaben von NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen handelt es sich um das erste Schiff mit dem AEGIS-System in Europa, das in Abstimmung mit anderen boden-, luft- und weltraumgestützten Komponenten ballistische Raketen des Gegners orten und zerstören kann. Im Laufe der nächsten zwei Jahre sollen noch drei US-Schiffe mit dem AEGIS-System in Rota eintreffen. Die spanischen Behörden hatten den USA zuvor genehmigt, 1400 Matrosen und ihre Familienmitglieder in Rota einzuquartieren.
Die AEGIS-Schiffe bilden den seegestützten Teil der geplanten US-Raketenabwehr für Europa. Die Pläne sorgen für Zerwürfnisse in den Beziehungen zwischen den USA und Russland, das den US-Raketenabwehrschirm als eine Bedrohung für sein strategisches Potential sieht. Im vergangenen Oktober begannen die USA mit dem Bau eines Stützpunkts in Rumänien, in dem Abfangraketen vom Typ SM-3 IB stationiert werden.
Die Inbetriebnahme des Systems ist für 2015 geplant. 2010 hatten Russland und die NATO auf dem Lissaboner Gipfel die Vereinbarung getroffen, beim Aufbau der europäischen Raketenabwehr zu kooperieren. Aber wegen der Weigerung der Washingtons, Moskau juristisch bindende Garantien dafür zu gewähren, dass die Raketenabwehr nicht gegen die russischen Abschreckungskräfte gerichtet ist, waren die Verhandlungen festgefahren.

http://de.ria.ru/security_and_military/20140211/267810061.html

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01.02.2014

USA entfalten Raketenschild in Europa

Das Pentagon hat einen ersten Zerstörer nach Europa geschickt, der mit Aegis-Raketen ausgerüstet ist und Teil des US-Raketenschildes werden soll, berichtete der US-Verteidigungsminister Chuck Hagel bei der Münchner Sicherheitskonferenz am Samstag.

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Am Mittag schickten wir den Zerstörer „Donald Cook“ nach Rota (Spanien)“, so Hagel. Ihm zufolge schließen sich diesem Schiff noch drei US-Zerstörer an, um Europa abzuschirmen. Hagel unterstrich, dass dieser Schritt eine Antwort auf die iranische Langstreckenraketen-Drohung sei.

http://german.ruvr.ru/news/2014_02_01/USA-entfalten-Raketenabwehrsystem-in-Europa-5576/

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19.12.2013

Lawrow: Umsetzung von Vertrag mit Iran soll US-Raketenschildpläne für Europa ändern

Eine erfolgreiche Umsetzung der mit dem Iran erzielten Vereinbarungen soll die USA nach Ansicht von Russlands Außenminister Sergej Lawrow zur Revision ihrer Raketenabwehrpläne für Europa zwingen.
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Russland gehe davon aus, dass die Erfüllung der in Genf formulierten Vereinbarungen (zum iranischen Atomprogramm) den Aufbau des europäischen Segments der globalen US-Raketenabwehr überflüssig mache, sagte der russische Chefdiplomat am Donnerstag nach Verhandlungen mit seinem polnischen Amtskollegen Radoslaw Sikorski. Vorhanden seien alle Voraussetzungen, diese Vereinbarungen binnen einem Jahr zu realisieren.

„Das US-Raketenabwehrsystem schafft Risiken für die globale Sicherheit, darunter für die russischen Kräfte der nuklearen Abschreckung.“ Lawrow erinnerte daran, dass die USA die vierte Phase ihres Raketenschildprojekts nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben hatten. „Das ändert wenig an der Sache, weil diese Aufschiebung durch eine höhere Zahl der Abfangraketen an der Ostküste der USA, auf Alaska und in Nordostasien kompensiert wird“, sagte Lawrow.

http://de.ria.ru/security_and_military/20131219/267509739.html

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14.11.2013

Experte: Raketenschild in Europa ebnet Weg für Wettrüsten

Der US-Raketenschild in Europa kann bereits jetzt für Russland gefährlich sein. Diese Meinung äußerte Wladimir Jewsejew, Chef der russischen Denkfabrik Public Political Studies, im Exklusiv-Interview mit der STIMME RUSSLANDS. Ende Oktober hatte eine neue Phase des Raketenabwehr-Projekts begonnen: Abfangraketen sollen zunächst in Rumänien und später in Polen aufgestellt werden.

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In Rumänien sollen Aegis-Kampfsysteme stationiert werden. Zwar sind sie vorerst nicht dafür geeignet, Gefechtsköpfe strategischer Raketen abzufangen. Jewsejew sagt allerdings, Russlands strategisches Potenzial sei trotzdem gefährdet, und zwar durch Aegis-Schiffe in der Nordsee oder dem Europäischen Nordmeer:

Die Gefahr ist wie folgt: Falls sich Aegis-Kriegsschiffe im Norden einem Gebiet nähern, wo russische Atom-U-Boote der Borej-Klasse Patrouillen absolvieren, können die in westlicher Richtung abgefeuerten Raketen abgefangen werden – darunter auch bereits jetzt.“

Auch die Präsenz von Aegis-Schiffen in der Ostsee und dem Schwarzen Meer sei Besorgnis erregend, so Jewsejew weiter. Washingtons Argument, wonach sich der Raketenschirm in Europa gegen den Iran richte, hält der Experte für wenig überzeugend. Denn der Iran verfüge über keine Interkontinental-Raketen:

Die Reichweite der iranischen Raketen „Shahab 3“ und „Shahab 3M“ beträgt nur 1.100 Kilometer. Es gibt auch Raketen mit einer Reichweite von 1.600 Kilometer. Dabei will der Iran sie nicht an seiner westlichen Grenze stationieren, um keinen ausländischen Angriff zu provozieren. Deshalb stellen iranische Raketen mit dieser Reichweite keine Gefahr für Europa dar. Hypothetisch gefährlich wären nur Feststoffraketen des Typs Sajil 2. Sie wurden aber nicht in Dienst gestellt und seit Herbst 2011 nicht mehr getestet. Deshalb geht vom Iran keine Raketen-Gefahr aus. Das ist ein Mythos“.

Russische Raketen sind laut Jewsejew in der Lage, die gegnerische Raketenabwehr zu überwinden – und die US-Konstrukteure machen sich darauf gefasst: Der modernisierte Raketenschirm soll falsche Ziele ignorieren, Abfangraketen mit mehreren Gefechtsköpfen abfeuern und so weiter.

Jewsejew betont, Russland dürfe vor diesem Hintergrund über die Gefahr der US-Raketenabwehr nicht hinweg schauen. Diese Gefahr bestehe bereits und werde weiter zunehmen. Deswegen sei Russland gezwungen, neue Optionen für die Überwindung des Raketenschirms zu entwickeln. Dies laufe wiederum auf ein Wettrüsten hinaus, hieß es.
http://german.ruvr.ru/2013_11_14/Experte-Raketenschild-in-Europa-ebnet-Weg-fur-Wettrusten-1554/

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31.10.2013

Raketenabwehr-Streit: Putin löst Kooperationsgruppe mit Nato auf

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Arbeitsgruppe des Kreml für die Zusammenarbeit mit der Nato im Bereich der Raketenabwehr aufgelöst, heißt es auf dem Informationsportal der russischen Regierung. Die Entscheidung fiel nur drei Tage nach dem ersten Spatenstich für US-Raketenschirm in Rumänien.

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Die Arbeitsgruppe war 2011 gebildet worden. Ihr erster Chef war Dmitri Rogosin, der derzeit Vizepremier der russischen Regierung und unter anderem für die Rüstungsindustrie zuständig ist.

Der geplante US-Raketenschild in Europa überschattet seit Jahren die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland. Am Montag legte die Nato in Rumänien den Grundstein für eine Basis von US-Abfangraketen SM-3 IB. Das Pentagon bestätigte, dass die Basis 2015 einsatzfähig sein soll.

Die USA hatten bereits unter Präsident George W. Bush angekündigt, eine Radaranlage in Tschechien und zehn Abfangraketen in Polen zu stationieren, nach eigener Darstellung um Europa vor iranischen Raketen zu verteidigen. Diese Pläne stießen bei Russland auf heftigen Widerstand.

US-Präsident Barack Obama legte 2008 die ABM-Pläne vorübergehend auf Eis. Nach dem neuen Konzept sollte der Aufbau des Systems 2015 beginnen und fünf Jahre dauern. Das Luftabwehrsystem in Europa soll die beiden bestehenden US-Raketenschirme auf Alaska und in Kalifornien verstärken. De facto bedeutet das den Aufbau eines globalen Raketenabwehrsystems, das das jetzige Kräftegleichgewicht in der Welt zerstört. Russland besitzt nur einen strategischen Raketenschirm, der die Hauptstadt Moskau schützt.

Die Nato beschloss im November 2010 bei ihrem Gipfel in Lissabon, die Raketenabwehrsysteme der europäischen Nato-Mitglieder sowie der USA zu vereinen. Obwohl sich Russland und die Nato auf eine Kooperation einigten, verliefen die Verhandlungen im Sande, nicht zuletzt, weil die USA die Forderung Russlands abgelehnt haben, rechtsverbindlich zu garantieren, dass der entstehende Raketenschirm nicht Russlands Atomraketen zum Ziel hat.

http://de.ria.ru/politics/20131031/267193747.html

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23.10.2013

Raketenabwehr-Station in Rumänien: Aegis-System kommt noch im Oktober – Nato-Chef

Im Rahmen des Nato-Projekts zur Schaffung einer europäischen Raketenabwehr wird bis Ende Oktober in Rumänien die Stationierung des landgestützten Raketenabwehrsystems AEGIS beginnen, wie Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen Journalisten mitteilte.

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Im Jahr 2012 war auf dem Nato-Gipfel in Chicago der Bau der ersten Phase eines europäischen Raketenabwehrsystems bekanntgegeben worden, so Rasmussen in Brüssel, wo ein zweitägiges Treffen der Verteidigungsminister der 28 Nato-Länder stattfindet.

Russland und die Nato hatten sich 2010 auf dem Gipfel in Lissabon auf die Zusammenarbeit beim Projekt einer europäischen Raketenabwehr geeinigt. Die Verhandlungen gerieten jedoch in eine Sackgasse, da die USA Moskau keine juristischen Garantien geben wollen, dass das künftige System nicht gegen die russischen Abschreckungskräfte gerichtet ist.

Derzeit sind die US-Pläne zur Schaffung eines europäischen Raketenabwehrsystems eine der Ursachen der Spannungen in den amerikanisch-russischen Beziehungen.

http://de.ria.ru/security_and_military/20131023/267135048.html

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19.10.2013

Pentagon beginnt mit Aufbau von Raketenabwehrbasis in Rumänien

Laut einer Pentagon-Pressemitteilung wird der Bau eines der Systeme des US-Raketenabwehrschildes bis Ende Oktober in Rumänien beginnen.

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Und bereits in diesem Monat werde auf der rumänischen Militäranlage in Deveselu eine Zeremonie anlässlich der Stattionierung des US-Mehrzweckraketensystems Aegis stattfinden. Das System solle 2015 in Dienst gestellt werden.

Wie es weiter heißt, werden die USA ihren Stützpunkt im kirgisischen Manas schließen, der zur Unterstützung ihres Einsatzes in Afghanistan genutzt wurde. Nun werde diese Unterstützung von der rumänischen Stadt Constanța aus erfolgen.

http://german.ruvr.ru/2013_10_19/Pentagon-beginnt-mit-Aufbau-von-Raketenabwehrbasis-in-Rumanien-3403/

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21.05.2012

Litauen: Nato muss auf Militarisierung von Gebiet Kaliningrad antworten

Die Nato muss laut der litauischen Präsidentin Dalia Grybauskaite ein System der Eindämmung als Antwort auf die Festigung der russischen  strategischen Offensivwaffen im Gebiet Kaliningrad (russische Exklave an der Ostsee) sichern.

„Die Allianz soll wissen, dass die stationierten Raketen Vilnius, Riga, Tallinn, Warschau, Berlin und andere Metropolen der Nato-Mitgliedsländer erreichen können. Diese und andere Ereignisse bedingen die Notwendigkeit der Sicherung einer zuverlässigen Eindämmung durch die Allianz und eines flexibleren Zusammenwirkens der Nato-Kräfte bei gemeinsamen Übungen. Diese Ereignisse mahnen die Verbündeten, bei der Übergabe von Militärtechnologien oder Ausrüstungen an Drittländer vorsichtiger denn je zu sein“, sagte Grybauskaite in einer Sitzung des Nordatlantikrates, die am Rande des Nato-Gipfels in Chicago stattfand.

Die litauische Präsidentin verwies darauf, dass auf dem Nato-Gipfel in Lissabon eine Vereinbarung über den Übergang zu einer neuen Etappe der Zusammenarbeit zum Erzielen einer strategischen Partnerschaft mit Russland getroffen wurde, der gegenseitiges Vertrauen, Transparenz und Voraussagbarkeit zugrunde liegen. Die „ungerechtfertigte Stationierung von modernen Boden-Luft- und Boden-Boden-Raketen im Gebiet Kaliningrad“ ist ihrer Meinung nach mit den erwähnten Verpflichtungen unvereinbar.

Russland hatte zuvor den USA und der Nato vorgeschlagen, eine europäische Raketenabwehr gemeinsam, auf dem Sektorenprinzip aufzubauen (jede Seite würde für ihren Abschnitt verantworten). Der Vorschlag wurde jedoch zurückgewiesen. Danach forderte Moskau juristisch verbindliche Garantien für die Nichtausrichtung der beabsichtigten europäischen Raketenabwehr gegen Russland. Auch diese wurden nicht gegeben. Im Ergebnis entschieden die russischen Behörden, einen neuen Radar im Gebiet Kaliningrad in Betrieb zu nehmen, und drohten, in der Region Raketensysteme Iskander zu stationieren.

http://de.ria.ru/security_and_military/20120521/263632955.html

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18.05.2012

Raketenabwehr – Ramstein bekommt „roten Knopf“

Ramstein wird künftig Kommandozentrale für das neue Raketenabwehrsystem der Nato sein. Die Russen fühlen sich durch Sicherheitspläne eingekreist. Sie beharren auf gemeinsamer Architektur.

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Drei stahlgraue C-17-Transportmaschinen stehen auf dem Flugfeld von Ramstein. Das permanente Surren der Triebwerke klingt, als hinge ein riesiger Bienenschwarm über dem Hauptquartier der US-Luftstreitkräfte in Europa.

Tag und Nacht landen hier schwere Maschinen, viele aus dem fernen Afghanistan. An Bord sind Soldaten auf dem Rückweg in die Heimat, darunter oft auch Schwerverletzte, die für den Transport über dem Atlantik stabilisiert werden müssen. 24.000 Passagiere im Monat, 32.000 Starts und Landungen pro Jahr – Ramstein ist die größte europäische Luftdrehscheibe des US-Militärs.

Schon im Kalten Krieg war das so, als die Alliierten von hier aus den Luftraum vor dem Eisernen Vorhang überwachten. Mehr als zwei Jahrzehnte später richten sich Moskaus Augen nun wieder auf die grünen Hügel in der Pfalz.

Ihr Interesse erregt ein kleiner, fensterloser Raum ein paar Hundert Meter nördlich der Landebahn. Im zweiten Untergeschoss des Luftwaffenkommandos der Nato, das 1974 in Ramstein eingerichtet wurde, liegt das Situation Centre.

Zwölf Tischreihen, 80 Arbeitsplätze, auf vier riesigen Bildschirmen an der Stirnwand zucken rote und gelbe Punkte auf einer Landkarte Europas, die Fluglinien von Tausenden Maschinen nachzeichnend.

Ramstein, künftige Kommandozentrale

Wenn am Sonntag die 28 Staats- und Regierungschefs der Nato zu ihrem Gipfel in Chicago zusammenkommen, werden sie dem unscheinbaren „Situationszentrum“ in der Pfalz offiziell eine Rolle verleihen, die für die Zukunft der Allianz von entscheidender Bedeutung ist: Ramstein wird künftig Kommandozentrale für das neue Raketenabwehrsystem der Nato sein.

Der „rote Knopf“ geht damit von den US-Streitkräften an die Nato über. Fällt in Brüssel die politische Entscheidung für einen Abschuss, gibt General James Stavridis, der Nato-Oberkommandeur in Europa, grünes Licht. Dann erfolgt von Ramstein aus die Abwehrmaßnahme.

Chicago läutet nur eine allererste Phase ein, die Verteidigungsfähigkeit wird geografisch noch sehr begrenzt sein. Bis zum Jahr 2020 aber soll ein voll einsatzbereiter Schild stehen, der alle europäischen Nato-Staaten vor Angriffen mit ballistischen Raketen schützt.

„Mehr als 30 Länder sind im Besitz der notwendigen Technologien oder arbeiten daran“, warnt Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen.

Welche Länder das sind, gegen wen sich das System richtet, sagt er nicht. Das System orientiere sich an „den neuesten Bedrohungsszenarien“, heißt es im verklausulierten Militärsprech. Das Land, von dem nach Ansicht der Experten die größte Gefahr ausgeht, nennt keiner beim Namen: Iran.

Russland schürt Konflikt mit dem Westen

Die aktuelle Bedrohung jedoch kommt gar nicht aus Teheran. Russland benutzt das Nato-Projekt, um einen neuen Konflikt mit dem Westen zu schüren. Anfang Mai schreckte Generalstabschef Nikolai Makarow das Bündnis mit der Ankündigung auf, die Einrichtung des Abwehrsystems mit einem Erstschlag zu beantworten.

Die in der Exklave Kaliningrad stationierten Raketen seien „eine unserer Optionen, um die Infrastruktur des Raketenschilds in Europa zu zerstören“. Im Klartext: Setzt die Nato ihr Abfangnetz in Gang, werden militärische Einrichtungen auf dem ganzen europäischen Territorium zu Angriffszielen.

Das gilt für das bereits im Mittelmeer kreuzende US-Kriegsschiff, das mit einem Aegis-Abwehrsystem ausgerüstet ist, wie auch für die im Südosten der Türkei liegende Radarstation. Wenn ab 2016 deutsche Patriot-Raketen, niederländische Fregatten mit Frühwarnradargeräten und eine Abfangstellung in Rumänien in Betrieb sind, gelten auch sie als Ziel, ebenfalls die für 2018 geplanten Abfangraketen in Polen.

In Ramstein können die Verantwortlichen ihre Irritation nicht verbergen. „Die Nato-Abfangsysteme sind so positioniert, wie sie am besten einen Flugkörper abfangen können – und nicht in Richtung Russland“, sagt der deutsche General Friedrich Wilhelm Ploeger.

Nato versteht Einwände der Russen nicht

Bei der Nato ist man nicht sicher, wie viel echte Angst und wie viel innen- wie außenpolitisches Kalkül hinter den russischen Drohgebärden steckt. „Wir können einfach nicht erkennen, welche Gründe die Einwände und Bedenken der Russen wirklich rechtfertigen“, sagt ein hoher Nato-Diplomat.

Die Tatsache, dass der neue alte Präsident Wladimir Putin nicht nach Chicago reist, gilt indes als kein gutes Zeichen, die Phase der vorübergehenden Annäherung hat ein jähes Ende gefunden. Vorgänger Dmitri Medwedjew war beim vergangenen Gipfel in Lissabon im November 2010 immerhin noch dabei gewesen.

Schon damals zeichnete sich zwar ab, dass die von Rasmussen angebotene Kooperation ausgesprochen schwierig werden würde. Zumindest aber bestand unter Medwedjew die Bereitschaft, eine solche zu versuchen – zumal US-Präsident Barack Obama dem Alleingang seines Vorgängers George W. Bush in Sachen Raketenschild ein Ende gemacht hatte.

Gleich nach seinem Amtsantritt erklärte Obama den Schirm zum Nato-Projekt und öffnete Moskau so die Tür.

Russland aber will mehr, der Kreml wirbt seit Jahren vehement für eine „gemeinsame Sicherheitsarchitektur von Vancouver bis Wladiwostok“. In Brüssel und den Nato-Hauptstädten beißt er damit auf Granit.

Washington plant globale Architektur

„Das ist eine Position, die wir seit Jahren ablehnen“, sagt ein hoher Nato-Vertreter. So arbeitet sich Moskau nun am Raketenschild ab, in Wirklichkeit steht dahinter mehr. „Es geht um die globale Architektur, die Washington plant. Nicht nur den Schild, sondern auch die Kooperation der Amerikaner mit Japan oder Südkorea.“

Nach Lissabon hatte Moskau offene Widerworte noch weitgehend gemieden. Erst zwei Jahre lag der Krieg in Georgien zurück, beide Seiten wollten die still liegende Arbeit des Nato-Russland-Rats wieder aufnehmen, den Dialog in Gang bringen.

Mittlerweile sind die Gesprächskanäle wieder verstopft, es herrsche eine „28 plus eins“-Mentalität, beschweren sich Moskaus Vertreter. Eine eigens anberaumte Konferenz in Moskau Anfang Mai machte schließlich klar, dass jetzt Konfrontation statt Kooperation angesagt ist.

Die Militärführung führte den Teilnehmern Animationen vor, die den Schild als ultimative Unterminierung der russischen Verteidigungsfähigkeit brandmarkten. Das Erstaunen unter den anwesenden Nato-Leuten war groß.

„Russland hat so viele atomare Sprengköpfe – ein einzelner Interzeptor wie im geplanten System kommt dagegen gar nicht an. Allein finanziell ist eine Neutralisierung von Russlands nuklearer Abschreckung gar nicht möglich“, heißt es in Brüssel.

Russland fühlt sich eingekreist

Russlands Vertreter am Nato-Sitz sehen das anders. „Wir fühlen uns eingekreist. Die erste Phase des Raketensystems mag noch keine Bedrohung für Russland sein. Aber dann kommen die Phasen drei und vier, und die möglichen Pläne für nach 2020 machen unsere Sicherheitslage noch unklarer“, sagt Nikolay Korchunov, der Russlands Nato-Mission derzeit leitet.

Moskau dringt deshalb unbeirrt auf eine juristisch verbindliche Erklärung der Nato, dass sich der Raketenschirm nicht gegen Russland richtet, mit allen Details zu spezifischen militärischen und technischen Parametern.

„Bei uns wird garantiert nicht an irgendwelchen Papieren gearbeitet, die Russland völkerrechtliche Garantien geben würden“, stellen hohe Nato-Vertreter unmissverständlich klar. Putin wisse, dass er sich jetzt erst einmal mit dem Beschluss von Chicago abfinden muss. Mehr als eine politische Erklärung werden die 28 dem Kreml-Chef nicht bieten.

Deutsche Beobachter wie Ex-Staatssekretär Wolfgang Ischinger halten das für einen Fehler, das Vorgehen der Nato schüre nur Misstrauen, der Gipfel riskiere Rückschritt. So sieht es auch Diplomat Korchunov: „Wenn mein Nachbar einen Panzer in seinen Garten stellt und auf meine Frage, was er damit wolle, antwortet: ,Der ist gegen die Kaninchen‘, dann wäre jeder irritiert.

http://www.welt.de/politik/ausland/article106338975/Raketenabwehr-Ramstein-bekommt-roten-Knopf.html

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11.05.2012

Russlands Verteidigungsminister: Europäischer Raketenschild wird notfalls vernichtet

Russland kann laut dem amtierenden Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow operativ-taktische Raketen vom Typ Iskander zur Vernichtung von Teilen des amerikanischen Raketenabwehrsystems einsetzen.

Bei der jüngsten internationalen Raketenschild-Konferenz in Moskau „haben wir erneut darauf verwiesen, dass das europäische Raketenabwehrsystem bei uns bestimmte Besorgnisse hervorruft“, sagte Serdjukow am Freitag auf die Journalistenfrage, wie Russland auf die geplante Aufstellung des europäischen Raketenschilds reagieren werde. „Dementsprechend werden wir das Raketenabwehrsystem vernichten.“

Danach gefragt, ob neue Mittel zur Überwindung des amerikanischen Raketenabwehrsystems erforderlich sein würden, sagte der amtierende Minister, die bereits bestehenden Waffen seien in der Lage, diese Aufgabe zu meisten. „Die Iskander-Raketen etwa können dafür eingesetzt werden, um die Mittel zu neutralisieren, die unsere Raketen behindern könnten“, hieß es.

Auf die jüngste internationale Raketenschild-Konferenz in Moskau zurückkommend sagte Serdjukow, die russische Seite erwarte nun von den Amerikanern konkrete Vorschläge. „Wir werden abwarten, was sie uns vorschlagen… „Wenn sie uns juristisch verbindliche Garantien (der Nichtanwendung des Systems gegen die russischen Raketen) vorlegen, werden wir bereit sein, das mit anderen Augen zu sehen. Bisher haben sie uns alles nur verbal versprochen.“

Auf der Konferenz wurde geäußert, dass sie bereit seien, irgendwelche Vorschläge vorzubereiten“, fügte Serdjukow hinzu.

Moskau verlangt juristisch verbindliche Garantien dafür, dass der europäische Raketenschild nicht gegen Russland gerichtet ist. Da diese Forderung ohne Antwort geblieben ist, drohten die russischen Behörden mit einer Stationierung von Iskander-Raketen im Gebiet Kaliningrad (russische Exklave an der Ostsee) und mit anderen Maßnahmen.

http://de.ria.ru/security_and_military/20120511/263567356.html

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17.04.2012

Raketenschirm: Russland droht USA mit Gegenmaßnahmen

Bei den Verhandlungen zur Raketenabwehr sind bisher keine Vereinbarungen getroffen worden. Wenn sich das nicht ändert, ist laut Vizeaußenminister Sergej Rjabkow eine militärtechnische Reaktion Russlands möglich.

„Die Situation mit der Raketenabwehr gestaltet sich nicht zum Besten. Bisher wurden weder mit den USA noch mit der Nato Vereinbarungen getroffen“, so Rjabkow zu Journalisten.

„Wenn wir solche Vereinbarungen nicht finden, kann dann leider offenbar der Moment für die Ergreifung von konkreten militärtechnischen Gegenmaßnahmen zu dem künftigen US-Nato-System kommen, wie das der russische Präsident Dmitri Medwedew am 22. Dezember vorigen Jahres bekannt gegeben hat“, betonte der Vizeaußenminister.

http://de.ria.ru/security_and_military/20120417/263376229.html

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Wie US-Raketenschirm in Rumänien, Polen und nun auch durch US-Schiff mit AEGIS-Feuerleitsystem in Spanien, aufgebaut wird.

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