Operation Trap Wire: USA installieren flächendeckende Videoüberwachung

14.08.2012

Wie TrapWire Bürger ausspioniert

Das riesige Spionagesystem TrapWire verknüpft Überwachungskameras mit Datenbanken und sucht Verdächtige. Zum gespenstischen Instrument der Überwachung wird TrapWire dabei durch den hohen Grad an Vernetzung.

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Jahrelang ist niemand über das Überwachungssystem TrapWire gestolpert (auch wir nicht), obwohl es eigentlich kein Geheimnis war. Erst eine Veröffentlichung von Wikileaks vor wenigen Tagen sorgte dafür, dass die Überwachungssoftware einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde.

TrapWire ist ein Algorithmus, der insbesondere Terroristen erkennen soll, bevor sie zuschlagen. Das zugrunde liegende Konzept heißt Predictive Policing. Dabei ist keines der Einzelteile von TrapWire revolutionär oder überraschend. Zu einem gespenstischen Instrument der Überwachung wird TrapWire jedoch durch den hohen Grad an Vernetzung.

Wie von Wikileaks veröffentlichte Dokumente nahelegen, ist das System inzwischen an vielen Orten vor allem in den USA und Großbritannien im Einsatz: in New Yorker U-Bahnen genauso wie in Casinos in Las Vegas, auf öffentlichen Plätzen in San Francisco, rund ums Weiße Haus und an der Londoner Börse.

Quelle der Wikileaks-Information sind interne E-Mails des amerikanischen Unternehmens Stratfor. Das verkauft Bedrohungsanalysen und Einschätzungen zu Konflikten weltweit. Im Namen von Anonymous haben Hacker Ende 2011 die Server der Firma angegriffen. Dabei kopierten sie Kreditkartendaten und eben Millionen interne E-Mails, die Wikileaks seit Februar schrittweise veröffentlicht.

Die nun bekannt gewordenen E-Mails stammen aus den Jahren 2009 bis 2011. Allzu viel steht nicht in ihnen, doch zeigen sie zumindest Ausschnitte aus dem Geschehen rund um das Überwachungsprogramm. Zum Beispiel einen Kooperationsvertrag, den Stratfor mit der für TrapWire verantwortlichen Firma geschlossen hat.

Wie gesagt, so geheim ist das Ganze gar nicht. TrapWire ist das Produkt eines Unternehmens namens Abraxas Applications, das heute TrapWire heißt. Und dieses Unternehmen will sein Produkt verkaufen. Daher gibt es eine ganze Menge öffentlicher Äußerungen und Broschüren zu dem Programm.

Beispielsweise wurde es im Fachmagazin Crime&Justice 2006 ausführlich vorgestellt. Auch die Patenschrift aus dem gleichen Jahr ist zugänglich. In einem Interview mit dem Firmenchef wird es bereits 2005 beschrieben. Aus dem Jahr 2007 findet sich eine Mitteilung des Herstellers selbst und auch in einer Pressemitteilung aus dem Jahr 2012 ist es erklärt.

TrapWire ist demnach ein Instrument zur Analyse von Videobildern und textbasierten Informationen. Letztere kommen unter anderem von Stratfor. Es soll Auffälligkeiten herausfiltern und vernetzt dazu viele Quellen wie Überwachungskameras und Hotlines.

Wenn es eine Bedrohung gibt, die Polizeien und Geheimdiensten Angst macht, dann sind es sogenannte Einzelgänger. Denn die meisten Informationen zur Aufklärung von Anschlägen stammen von Überläufern und aus der Überwachung von Kommunikation. Einzelgänger aber kommunizieren nicht, sie sind schwerer zu finden und können nicht infiltriert werden. Seit Jahren existieren daher Konzepte, die individuelles Verhalten beobachten und so vorherzusagen versuchen, ob jemand einen Anschlag plant.

Israel nutzt das, um den Flughafen „Ben Gurion“ zu bewachen. Mit einer Mischung aus Beobachtung und Befragung werden dort potenzielle Täter identifiziert. Gesucht wird nach kleinen Auffälligkeiten, nach bestimmten Verhaltensmustern: unpassender Kleidung, geballten Fäusten, starrem Blick, Nervosität. In Israel übernehmen das ausgebildete Sicherheitsleute.

In den USA geschieht es automatisiert via TrapWire. Die Idee ist die gleiche. Einzelgänger beispielsweise haben niemanden, der ihnen beim Ausspähen eines Zieles hilft. Beobachtet also jemand mehrfach bestimmte Gebäude, vielleicht auch noch auffällig heimlich, kann das bei einem Vergleich von Videobildern auffallen. Ist jemand in einer aufgeregten Menschenmenge ungewöhnlich ruhig, kann auch das einen unguten Grund haben.

Das Warum ist somit durchaus verständlich. Das Wie allerdings führt zu erheblichen Problemen, kommen Systeme wie TrapWire doch der Dystopie einer vollständig überwachten Gesellschaft sehr nahe. Zum einen sind da die Fehlalarme, die „false postives“. Gründe, sich ungewöhnlich zu verhalten, gibt es viele. Dank solcher Systeme wie TrapWire können sie dazu führen, dass Unschuldige sich viele unangenehme Fragen von Polizisten gefallen lassen müssen.

Möglich ist die Analyse außerdem nur, wenn unzählige winzige Informationsschnipsel gesammelt, verknüpft und ausgewertet werden. Das aber bedeutet, dass jeder Verdacht, jede Spekulation, jede Behauptung für das System relevant ist – diejenigen, die TrapWire einsetzen, wollen alles wissen.

An vielen Orten in den USA hängen inzwischen Schilder mit dem Satz: „If you see something, say something.“ Den Slogan nutzt das Heimatschutzministerium, um eine Kampagne zur „Public Awareness“ zu bewerben, zu mehr Wachsamkeit der Bevölkerung. Jeder soll so zum Denunzianten werden. Online und per Telefon können ungewöhnliche Beobachtungen und Verdächtigungen gemeldet werden. Diese Meldungen von Passanten gehen genauso in die Analyse von TrapWire ein wie Berichte von Polizisten über Auffälligkeiten.

Die zweite Quelle sind eben Videokameras. Mustererkennungsprogramme suchen in Videobildern beispielsweise nach parkenden Autos, die immer wieder vor bestimmten Gebäuden stehen. Sie scannen Menschenmengen und können einzelne Personen verfolgen. Oder auf Wunsch eine ganz bestimmte rote Jacke an verschiedenen Orten wiederfinden.

Alle Informationen werden in einer zentralen Datenbank gespeichert und alle Warnmeldungen über Verdächtiges, sogenannte Suspicious activity reports (SARs), werden an die örtliche Polizei und an das Heimatschutzministerium verschickt. Mithin privatisiert das System eine Überwachung der Öffentlichkeit ohne demokratische Kontrolle.

Auch militärische Einrichtungen nutzen TrapWire. Ein Artikel aus dem Jahr 2011 legt die Vermutung nahe, das mehrere militärische Stützpunkte Tests damit durchführten. In den E-Mails heißt es nicht ohne Stolz, dass TrapWire unter anderem auf dem Stützpunkt Fort Meade im Einsatz sei.

Das Heimatschutz- und das Verteidigungsministerium haben diverse solcher Verträge mit der Firma geschlossen, wie Daten der Seite USAspending belegen.

Noch dazu zeigen die nun veröffentlichten E-Mails, dass TrapWire immer weiter ausgedehnt wird. Die Zahl der Beobachtungsquellen wuchs in den vergangenen Jahren offenbar genauso wie die Verknüpfungen zwischen ihnen. In einer der E-Mails heißt es, verschiedene Kunden hätten zugestimmt, ihre Daten miteinander zu teilen, so seien alle Casinos in Las Vegas miteinander vernetzt, genau wie verschiedene private und öffentliche Institutionen in Los Angeles.

Die zu beobachtenden Auffälligkeiten umfassen auch längst nicht mehr nur Terrorismus. So heißt es in einer der E-Mails, in der es um Sehenswürdigkeiten in San Francisco geht: „Sie benötigen so etwas wie TrapWire eher für Bedrohungen durch Aktivisten als durch Terroristen. Für beides ist es sinnvoll, aber Aktivisten gibt es hier viel mehr.“ Geschrieben hat die Mail, wenn sie denn authentisch ist, Stratfor-Mitarbeiterin Anya Alfano, gerichtet sei sie an Fred Burton gewesen, den Vizepräsidenten der Analysefirma.

Eben solche Aktivisten haben nun eine Googlemap aufgesetzt, auf der sie bekannte Orte von Kameras sammeln, die mit TrapWire verknüpft sind. Sie wollen damit die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass die amerikanische Regierung „jeden Bürger wie einen Terroristen behandelt“.

http://www.handelsblatt.com/technologie/it-tk/it-internet/ueberwachungssystem-wie-trapwire-buerger-ausspioniert/6998172.html

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11.08.2012

Operation TrapWire: USA installieren flächendeckende Video-Überwachung

US-Sicherheits-Unternehmen haben offenbar, von der Öffentlichkeit unbemerkt, in den vergangenen Jahren eine lückenlose Video-Überwachung der Bürger aufgebaut. In einer Zentrale werden die Daten mit Informationen aus Sozialen Netzwerken abgeglichen.

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Wie aus den von Anonymous gehackten Emails des Sicherheitsunternehmens Stratfor hervorgeht, haben die US-Geheimdienste offenbar in den vergangenen Jahren eine flächendeckende Video-Überwachung im Land installiert. Wie die Website Russia Today berichtet, soll damit eine dauerhafte Kontrolle in allen großen Städten durchgeführt werden.

Nun ist bei Berichten von Russia Today immer eine gewisse Vorsicht angebracht – schließlich wird die Seite vom russischen Staat betrieben (daher hier der Link mit einer Einordnung von Businessinsider). Dennoch ist der Bericht aufschlussreich. So heißt es: “Ehemalige hochrangige Geheimdienst-Mitarbeiter haben ein detailliertes Überwachungssystem gebaut, welches viel genauer als die moderne Gesichtserkennung ist. Es wurde von der amerikanischen Öffentlichkeit unbemerkt errichtet, wie aus den von Anonymous gehackten Emails hervorgeht. Im Sekundentakt werden Daten auf Überwachungs-Stationen in den größeren Städten aufgenommen. Die Daten werden dann verschlüsselt an ein festungsähnliches Zentrum übermittelt, welches sich an einem geheimen Ort befindet. Dort wird es gemeinsam mit anderen Daten aggregiert. Das Unternehmen ist Teil des TrapWire Programms. Es wurde vom Unternehmen Abraxas entwickelt, welches im Norden von Virgina seinen Sitz hat und in dem viele ehemalige Mitarbeiter aus der Elite der US-Geheimdienste beschäftigt sind.”

Demnach ist es den US-Behörden nun möglich, mehr oder weniger alle Personen zu erfassen, die sich in den überwachten Gebieten aufhalten. Im Datenzentrum werden die Daten mit Informationen etwa aus sozialen Netzwerken abgeglichen, wodurch es praktisch möglich ist, Bewegungsprofile all jener Personen zu erstellen, die sich zum Beispiel auf LinkedIn registiert haben.

Wikileaks, welches die Emails veröffentlicht hat, berichtet unterdessen von massiven Deistributed Denial of Service (DDOS) Attacken auf seine Server. Offenbar haben die amerikanischen Sicherheits-Unternehmen versucht, die Veröffentlichung der brisanten Erkenntnisse mit allen Mitteln zu verhindern.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/08/11/geheime-operation-trapwire-usa-installieren-flaechendeckende-video-ueberwachung/

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10.08.2012

WIKILEAKS: Surveillance Cameras Around The

Country Are Being Used In A Huge Spy Network

The U.S. cable networks won’t be covering this one tonight (not accurately, anyway), but Trapwire is making the rounds on social media today—it reportedly became a Trending hashtag on Twitter earlier in the day.

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Trapwire is the name of a program revealed in the latest Wikileaks bonanza—it is the mother of all leaks, by the way. Trapwire would make something like disclosure of UFO contact or imminent failure of a major U.S. bank fairly boring news by comparison.

And someone out there seems to be quite disappointed that word is getting out so swiftly; the Wikileaks web site is reportedly sustaining 10GB worth of DDoS attacks each second, which is massive.

Anyway, here’s what Trapwire is, according to Russian-state owned media network RT (apologies for citing „foreign media“… if we had a free press, I’d be citing something published here by an American media conglomerate): „Former senior intelligence officials have created a detailed surveillance system more accurate than modern facial recognition technology—and have installed it across the U.S. under the radar of most Americans, according to emails hacked by Anonymous.

Every few seconds, data picked up at surveillance points in major cities and landmarks across the United States are recorded digitally on the spot, then encrypted and instantaneously delivered to a fortified central database center at an undisclosed location to be aggregated with other intelligence. It’s part of a program called TrapWire and it’s the brainchild of the Abraxas, a Northern Virginia company staffed with elite from America’s intelligence community.

The employee roster at Arbaxas reads like a who’s who of agents once with the Pentagon, CIA and other government entities according to their public LinkedIn profiles, and the corporation’s ties are assumed to go deeper than even documented. The details on Abraxas and, to an even greater extent TrapWire, are scarce, however, and not without reason. For a program touted as a tool to thwart terrorism and monitor activity meant to be under wraps, its understandable that Abraxas would want the program’s public presence to be relatively limited. But thanks to last year’s hack of the Strategic Forecasting intelligence agency, or Stratfor, all of that is quickly changing.“

So: those spooky new „circular“ dark globe cameras installed in your neighborhood park, town, or city—they aren’t just passively monitoring. They’re plugged into Trapwire and they are potentially monitoring every single person via facial recognition.

In related news, the Obama administration is fighting in federal court this week for the ability to imprison American citizens under NDAA’s indefinite detention provisions—and anyone else—without charge or trial, on suspicion alone.

So we have a widespread network of surveillance cameras across America monitoring us and reporting suspicious activity back to a centralized analysis center, mixed in with the ability to imprison people via military force on the basis of suspicious activity alone. I don’t see how that could possibly go wrong. Nope, not at all. We all know the government, and algorithmic computer programs, never make mistakes.

Here’s what is also so disturbing about this whole NDAA business, according to Tangerine Bolen’s piece in the Guardian: „This past week’s hearing was even more terrifying. Government attorneys again, in this hearing, presented no evidence to support their position and brought forth no witnesses. Most incredibly, Obama’s attorneys refused to assure the court, when questioned, that the NDAA’s section 1021 – the provision that permits reporters and others who have not committed crimes to be detained without trial – has not been applied by the U.S. government anywhere in the world after Judge Forrest’s injunction. In other words, they were telling a U.S. federal judge that they could not, or would not, state whether Obama’s government had complied with the legal injunction that she had laid down before them. To this, Judge Forrest responded that if the provision had indeed been applied, the United States government would be in contempt of court.“

If none of this bothers you, please don’t follow me on Twitter, because nothing I report on will be of interest to you. Go back to watching the television news network of your choice, where you will hear about Romney’s latest campaign ads, and whether Obamacare will increase the cost of delivery pizza by 14 to 16 cents.

Read more: http://www.businessinsider.com/trapwire-everything-you-need-to-know-2012-8#ixzz2XnTJfLk2

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