Risiken falsch bewertet: Rating-Agenturen unter Manipulations-Verdacht

05.11.2012

S&P muss Strafe für irreführende Ratings zahlen

Australische Gemeinden hatten einem Rating von Standard & Poor’s vertraut und Millionen Dollar verloren. Die Ratingagentur muss Schadenersatz zahlen – das Urteil könnte Auswirkungen auf Europa haben.

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Wegen irreführenden Bewertungen von Finanzprodukten hat ein Bundesgericht in Australien die Ratingagentur Standard & Poor“s zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt.

Die Agentur hatte komplizierte Finanzprodukte mit der Höchstnote AAA und damit als sichere Anlage bewertet, berichtete die Zeitung „The Australian“. Standard & Poor’s kündigte an, Berufung gegen das Urteil einzulegen, meldete die Rundfunkanstalt ABC News.

Urteil Auswirkung auf Europa

Mehrere Städte und Gemeinden kauften die Derivate und verloren während der Finanzkrise rund 16 Millionen australische Dollar (12,8 Millionen Euro) mit der Investition. Neben Standard & Poor’s müssen auch die Investmentbank ABN Amro und der Finanzdienstleister LGFS für die Schadensersatzforderungen aufkommen.

Das Urteil könnte als Präzedenzfall auch Auswirkungen auf Europa haben, wo ähnliche Finanzprodukte im Wert von zwei Milliarden australischen Dollar verkauft wurden, zitierte ABC News aus einer Stellungnahme des Unternehmens IMF Australia, das die Sammelklage finanziert hatte.

Bereits seit einigen Monaten will das Europaparlament den Ratingagenturen enge Fesseln anlegen und so dafür sorgen, dass die Wächter über die Bonität von Staaten und Unternehmen weniger Einfluss auf die Finanzmärkte bekommen.

Strenger als im Vorschlag des zuständigen Kommissars Michel Barnier vom November 2011 ist in einem Entwurf vom Juni die Vorschrift formuliert, dass Ratingagenturen für ihre Meinung zivilrechtlich haften sollen – was einen Aufschrei in der Branche hervorgerufen hatte. Auch will der zuständige Berichterstatter des Parlaments, der italienische Sozialist Leonardo Domenici, Ratings nicht als Meinung gelten lassen.

http://www.welt.de/wirtschaft/article110624903/S-amp-P-muss-Strafe-fuer-irrefuehrende-Ratings-zahlen.html

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19.08.2012

Risiken falsch bewertet: Rating-Agenturen

unter Manipulations-Verdacht

S&P und Moody’s haben Schrottpapiere der Investmentbank Morgan Stanley zu positiv bewertet. Weil den Anlegern dadurch massiver Schaden entstanden ist, müssen sich die beiden Rating-Agenturen nun vor Gericht verantworten.

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Die Rating-Agenturen Moody’s und Standard & Poor’s müssen sich vor Gericht für Betrugsvorwürfen verantworten. Den beiden Agenturen wird vorgeworfen, Finanzprodukte der Investmentbank Morgan Stanley irreführend bewertet zu haben.

Die Anlagenpakete, die Morgan Stanley an Investoren weiterverkaufte, basierten auf faulen Krediten. Nun hat ein Gericht den Antrag der Ratingagenturen abgelehnt, das Verfahren einzustellen. Dies berichtet der Nachrichtendienst Bloomberg.

Bereits im Jahr 2008 hatten Anleger aus den Arabischen Emiraten und den USA gegen die falsche Risikobewertung der Morgan Stanley-Papiere geklagt. Sie vermuten, die Investmentbank hätte die Rating-Agenturen dazu gebracht, die Wertpapiere zu positiv zu bewerten.

Die Richterin begründete ihre Entscheidung, den Fall weiter zu verfolgen, mit der überzeugenden Beweislage. Unter anderem hätten die Kläger Nachrichten vorgelegt, in denen sich zwei Mitarbeiter von Standard & Poor’s über die Bewertung der betroffenen Schrottpapiere unterhielten:

Das Geschäft ist lächerlich. Wir sollten es nicht bewerten“, schrieb einer der beiden S&P Analysten. Darauf antwortete sein Kollege: „Wir bewerten alles“. „Es könnte von Kühen zusammengestellt worden sein und wir würden es bewerten“, schloss der erste Mitarbeiter den Mail-Verkehr.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/08/19/risiken-falsch-bewertet-rating-agenturen-unter-manipulations-verdacht/

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