Die Nestlé-Chronik

29.10.2015

Nestle eröffnet Abfüllanlage in Äthiopien – dem Land droht die schlimmste Dürre seit 30 Jahren

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In diesem Jahr hat El Niño besonders starke Auswirkungen in Ländern wie Äthiopien, Malawi, Sambia, Mosambik, Botsuana, Simbabwe und Namibia, aber auch in Südafrika und Madagaskar. Die Netzfrauen haben bereits berichtet, dass Äthiopien um internationale Hilfe zur Versorgung von 8,2 Millionen Menschen gebeten haben, denn das Land leidet unter der größten Dürre seit 30 Jahren.

Nestlé Äthiopien wurde 2006 gegründet und besitzt ein Repräsentationsbüro in der Hauptstadt Addis Abeba.

Zugleich ist dort der Sitz seines «Horn of Africa»-Teams mit zwölf Mitarbeitern, das auch die Nachbarländer Dschibuti, Eritrea und Somalia umfasst. Nestlé importiert und vertreibt im Land diverse bekannte Lebensmittelmarken wie Nido, Nescafé oder Maggi.

Äthiopien, da war doch was? Der «Nahrungsmulti verklagt Hungerstaat» und empörte 2002 die Welt

2002 versuchte Nestlé eine horrende Geldsumme von einem Land einzuklagen, in dem geschätzte 11 Millionen Menschen Hunger leiden. In einem mit irrsinnigen Forderungen unterlegten Verfahren verlangte der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt 6 Mill. US-Dollar (5,6 Mill. Euro) Entschädigung von Äthiopien. Nestlé begründete seine Forderungen damit, dass das Land am Horn von Afrika 1975 eine Tochtergesellschaft des Konzerns verstaatlicht hat. 2003 gelang Äthiopien einen Teilsieg gegen Nestlé.

Die beiden Kontrahenten einigten sich auf eine Entschädigungssumme von 1,5 Mill. Dollar (1,39 Mill. Euro). Gleichzeitig verpflichtete sich Nestlé, den gesamten Betrag an Organisationen zu spenden, die helfen, die Hungersnot in dem ostafrikanischen Land zu bekämpfen. Darüber hinaus wollte der Nahrungsmittelmulti die äthiopischen Behörden dabei unterstützen, langfristige Projekte gegen den Hunger und für einen besseren Zugang zu Trinkwasser zu entwickeln. Klingt gut, doch Nestlé hielt sich nicht dran. 750’000 davon landeten dann beim UNHCR.

Nestlé hat sogar den Filmbeitrag: «Saving lives through clean water» im Herbst 2007 aufgeschaltet. Aber Nestlé war schon im Jahr zuvor aus dem vom Film gepriesenen «Corporate Partnership Program» ausgestiegen, hatte die Mitgliedschaft gekündigt. Das bestätigte der zuständige Programmleiter beim UNHCR. Also kein Engagement «for many years to the future»? Nein, Nestlé habe sich zurückgezogen, sagt Olivier Delarue vom UNHCR. «Die finanzielle Zuwendung an unser Projekt hat aus einer einmaligen Zahlung von 750’000 Dollar bestanden.» Dass Nestlé bis heute mit dem UNHCR-Signet für sich wirbt, findet Delarue unverschämt. (Dazu auch Bottled Life – Nestlé, das Geschäft mit Wasser und seine Zusammenarbeit mit Google)

Nestle baut Aktivitäten in Äthiopien aus

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé baut aktuell seine Aktivitäten in Äthiopien aus und es geht wiedermal um das Thema Wasser. Nestles neues Vorhaben, eine Abfüllanlage für Mineralwasser in Äthiopien. Die lokale Produktion soll den Zugang zum äthiopischen Markt mit seinen über 90 Millionen Einwohnern erleichtern. Die 8,2 Millionen Menschen, die von der Dürre betroffen sind, können sich das Flaschenwasser nicht leisten.

Die Entwicklung in Äthiopien werde inzwischen auch von Schweizer Unternehmen genau verfolgt, um im richtigen Moment mit einem direkten Engagement einsteigen zu können. Nestlé Waters ist zurzeit im Gespräch mit dem äthiopischen Unternehmen Great Abyssinia, um möglicherweise künftig in einem Joint Venture vor Ort Mineralwasser produzieren zu können. Der Pharmakonzern Novartis will die Palette der in Äthiopien verkauften Medikamente ausbauen und schliesst zu einem späteren Zeitpunkt auch die Lancierung einer eigenen Produktion vor Ort nicht aus. Der Generikahersteller Sandoz hat als erstes Pharmaunternehmen überhaupt einen eigenen Vertreter auf permanenter Basis im Land und erhofft sich davon, seine Tätigkeiten ausweiten zu können. Roche baut derzeit das Netz von lokalen Agenten aus.“ Quelle Neue Züricher Zeitung vom 14.10.2014

Kerngeschäft von Great Abyssinia sind Herstellung und Vertrieb von Mineralwasser und Softdrinks für den Markt in Äthiopien und im Südsudan. Der Kaffee ist das zweite Standbein des Familienunternehmens. Die Firma verkauft täglich fünf Tonnen gerösteten Kaffee auf dem äthiopischen Markt.

Das Interesse der grossen Schweizer Unternehmen am afrikanischen Markt südlich der Sahara basiert auf der Tatsache, dass diese Länder kontinuierlich und überdurchschnittlich wachsen, wodurch die der wachsenden Mittelschicht zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel stetig zunehmen.

Doch nun hat Äthiopien einen Hilferuf gestartet und diese 8,2 Millionen hungernden und durstigen Menschen können sich nicht das Mineralwasser von Nestle leisten, im Gegenteil – sie benötigen dringend Hilfe.

Dazu auch eine Pressemitteilung von „Menschen für Menschen“ – mit denen die Netzfrauen in Kontakt stehen.

München/Addis Abeba, 28. Oktober 2015. Die Zahl der von Hunger bedrohten Menschen in Äthiopien wurde von der UNO drastisch nach oben korrigiert. Laut aktuellem Bericht sind in dem von massiver Dürre betroffenen Land noch in diesem Jahr 8,2 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Das sind doppelt so viele Betroffene wie noch im September angegeben. „Es ist davon auszugehen, dass sich die Situation in den kommenden Monaten noch weiter verschlimmert und noch mehr Menschen betroffen sein werden“, erklärt Peter Renner, Vorstand der Stiftung Menschen für Menschen (München). Renner ist u. a. für die Projektarbeit von Menschen für Menschen in Äthiopien zuständig. Die UNO spricht bereits von der schwersten Dürre seit über 30 Jahren.

Die Hilfsorganisation (www.menschenfuermenschen.de bzw. www.menschenfuermenschen.at), die ausschließlich in Äthiopien tätig ist, leistet aufgrund dieser Situation Nothilfe außerhalb ihrer langfristig geführten Projektregionen. „Wir unterstützen die äthiopische Bevölkerung in dieser Notsituation mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln“, so Peter Renner. „In einem ersten Schritt werden wir in den kommenden zwei Monaten rund 28.000 Menschen in der Region Agarfa mit Nahrungsmitteln wie Getreide, Öl und Hülsenfrüchte versorgen. Dafür nutzen wir unsere eigene Infrastruktur. Die äthiopischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dafür zuständig, dass die Hilfe direkt bei den Bedürftigen ankommt. Die Kosten für die Nothilfe belaufen sich aktuell auf rund 700.000 Euro.“

Welche weiteren Maßnahmen folgen, ist vor allem von der Entwicklung der Situation vor Ort abhängig und ob Menschen für Menschen ausreichend Spendenmittel erhält. Die Nothilfemaßnahmen werden zusätzlich zu den laufenden Projektarbeiten umgesetzt.

Der Ernteausfall ist für die äthiopischen Bauernfamilien dramatisch. Wer kann, verkauft seine Nutztiere, die als letzte Notreserve gelten, um seine Familie ernähren zu können. Deshalb ist die sofortige Versorgung mit Nahrungsmitteln dringend notwendig. „Wir können nicht zusehen, wie Menschen Hunger leiden und ihr letztes Hab und Gut verkaufen, um einen weiteren Tag über die Runden zu kommen“, so Peter Renner. „Unter- und Mangelernährung führen zu langfristigen gesundheitlichen Schäden, die die Betroffenen ein Leben lang beeinträchtigen. Wir müssen jetzt helfen und nicht erst, wenn wir Bilder von hungernden Kindern sehen. Hunger kommt nicht über Nacht, sondern kann verhindert werden.“

Über Menschen für Menschen:

Am 16. Mai 1981 legte der damalige Schauspieler Karlheinz Böhm mit seiner legendären Wette in der Sendung „Wetten, dass..?“ den Grundstein für seine Äthiopienhilfe. Am 13. November 1981 gründete er die Stiftung Menschen für Menschen. Seitdem leistet die Organisation Hilfe zur Selbstentwicklung in Äthiopien. Im Rahmen sogenannter integrierter ländlicher Entwicklungsprojekte verzahntMenschen für Menschen gemeinsam mit der Bevölkerung Maßnahmen aus den Bereichen Landwirtschaft, Wasser, Bildung, Gesundheit und Einkommen..

Abgefülltes Wasser ist ein riesiges Geschäft, dort tummeln sich Giganten wie Nestlé, Coca Cola, Pepsi und Danone. Sie besitzen viele der besten Trinkwasserquellen der Welt.

Und die Profitgier von Nestlé kennt keine Grenzen und kauft sich auch in Äthiopien ein, trotz Dürre.

Einfach aufdrehen und schon sprudelt es frisch aus dem Wasserhahn. Für uns selbstverständlich, für 1,1 Milliarden Menschen auf der Welt ein Wunschtraum. Jährlich sterben 1,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren an Durchfall, weil sie verschmutztes Wasser getrunken haben oder weil Sanitäranlagen fehlen.

So sind laut dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) beispielsweise die Bewohner der Slums von Jakarta, Manila oder Nairobi nicht ans öffentliche Wassernetz angeschlossen und somit abhängig von Wasserhändlern. Dabei müssen sie fünf bis zehn Mal so viel für ihr Trinkwasser ausgeben als die wohlhabenden Bürger der Stadt.

Menschen und Unternehmen leiden unter „Wasserstress“

Die Konzerne bereiten sich vor – Wasserknappheit! Der „Krieg“ um Wasser hat längst begonnen und da zählen Menschen nur noch aus Profitgier!

In Algerien hat Nestlé die Wassernutzungsrechte erworben und lässt die Fabriken bewachen und einzäunen. In Pakistan das Gleiche. In diesen Ländern wird das Wasser angezapft und für viel Geld in Plastikflaschen wieder verkauft. Während die Bevölkerung keinen Zugang mehr zu diesem Wasser hat. In Pakistan steht Nestlé als Verursacher für sinkende Grundwasserspiegel und steigende Wasserkosten in der Kritik. Das Unternehmen fülle dort Trinkwasser in Flaschen ab und habe einen Marktanteil von 50 Prozent. (Siehe auch unseren Beitrag: Profitgier! Nestlé hat Wassernutzungsrechte erworben und lässt Fabriken bewachen und einzäunen!)

Great Abyssiniain Äthiopien ist seit über zehn Jahren im Geschäft und produziert täglich 400’000 Halbliterflaschen Wasser und die Bevölkerung verdurstet.

Es gibt eine wachsende Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Mineralwasser in Äthiopien, und wir sind zuversichtlich, dass die Dasini dem wachsenden Bedürfnis der Verbraucher entspricht,“, so Misikir. Die Combo-line „hat die Kapazität auf 36.000 Flaschen pro Stunde zu füllen“, sagt Misikir Mulugeta, Brand Manager bei Coca Cola für Äthiopien. Also auch Coca Cola ist da und zapft das Wasser aus drei Bohrlöchern ab. Lesen Sie dazu: Trinkwasser: Nestlé, Danone, Coca-Cola und Pepsi – Multinationale Konzerne beherrschen Weltmarkt

In Südafrika zum Beispiel, ist ein Slum neben der Wasserfabrik, dort gibt es kein Wasser.

Seit 2011 wird sie wirtschaftlich von Nestlé genutzt. 282.000 Liter Trinkwasser werden täglich in Flaschen abgefüllt und abtransportiert. Der unterirdische Schatz heißt abgepackt nun „Pure Life“. Nicht weit entfernt von der Fabrik gibt es eine Siedlung – eher einen Slum. Die Menschen dort leben inmitten von Müll, Ratten, Toiletten ohne Wasseranschluss und ohne fließendes Trinkwasser.

Nestlé, das Wasser abgräbt – Kinderarbeit, u.v.m., erhielt erst 2011 die Wasserlizenz für Doornkloof, eine der besten Trinkwasserquellen Südafrikas zur Abfüllung ihrer Marke „Pure Life“. Sie läuft zwanzig Jahre. Mindestens so lange darf Nestlé dort exklusiv das Wasservorkommen ausbeuten: 103 Millionen Liter im Jahr.

Wie kann es sein, dass Menschen nur 400 Meter entfernt von einer Quelle leben und selbst vom Wasser abgeschnitten sind?

Die südafrikanische Regierung wird von der „Water Resources Group“, einer Lobbygruppe der weltweit größten Getränkehersteller beraten, deren Vorstandsvorsitzender der Verwaltungsratschef von Nestlé ist.

«2030 Water Resources Group». In ihr haben sich 2008 die zur Weltbank gehörende International Finance Corporation, das Beratungsunternehmen McKinsey, die Konzerne Nestlé, Syngenta, Barilla, Coca-Cola, der Bierbrauer SABMiller, die Standard Chartered Bank und New Holland Agriculture organisiert, um gemeinsam nach Lösungen für die Entschärfung der Zeitbombe Wassermangel zu suchen.

Die Weltbank hat dann Ende Oktober 2011 das Unternehmen „2030 Water Resources Group Phase 2 Entity“ in Kooperation mit den Konzernen Nestlé, Coca Cola, Veolia und anderen gegründet. Zum Leiter der Gruppe wurde Nestlé-Chef Peter Brabeck-Letmathe ernannt. Globalisierungskritiker befürchten zurecht, es handele sich hierbei um eine „Kampagne der privaten Wasserindustrie, sich mithilfe der Weltbank Finanzmittel und Glaubwürdigkeit zu verschaffen.

Bis heute hat WRG 2030 mit folgenden Regierungen gearbeitet oder arbeitet derzeit mit ihnen:

Südafrika, Department of Water Affairs (DWA)

Indien, National Planning Commission

Indien, Landesregierung von Karnataka

Mexiko, Comisión Nacional del Agua (CONAGUA)

Peru, Autoridad Nacional del Agua (ANA)

Mongolei, Wasserbehörde

Jordan, Ministerium für Wasser und Bewässerung und das Ministerium für Planung und internationale Zusammenarbeit

Bilaterale Geber und multilaterale Entwicklungsbanken (MDB):

WRG 2030 ergänzt die Arbeit der Wassersektor Entwicklungsagenturen und anderen Institutionen.

Inter-American Development Bank (IADB)

International Finance Corporation (IFC)

Swiss Agency for Development and Cooperation (SDC)

Swedish International Development Cooperation Agency (SIDA)

United States Agency for International Development (USAID)

The World Bank

Private sector:These partners are:

Nestle

PepsiCo Inc

SABMiller plc

The Coca-Cola Company

CSOs that partner with 2030 WRG are:

World Wildlife Fund (WWF) !!

Weltbank, Nestlé und Coca-Cola: gemeinsam gegen die Wasserkrise

«2030 Water Resources Group» Die Zahl 2030 steht dabei für den zeitlichen Horizont ihrer ersten 2009 in Washington veröffentlichten Studie. Demnach steigt der weltweite Wasserverbrauch von heute 4500 Milliarden Kubikmetern bis zum Jahr 2030 auf 6900 Milliarden Kubikmeter. Dieser Wert liegt 40 Prozent über dem heute zuverlässig verfügbaren und auch aus ökologischer Sicht nachhaltig nutzbaren Wasserangebot.

Anders gesagt: Das Wasserproblem ist eng verbunden mit dem Anbau und der Produktion von Nahrungsmitteln. Deshalb engagieren sich Konzerne wie Nestlé oder Syngenta in der Sache. Sie sind sich darin einig, dass die Welt der Verknappung der Ressource Wasser in Zukunft anders begegnen muss – oder wie Nestlé: der Konzern erfindet das Wasser immer wieder neu, auch gern mal für reiche Frauen und für SportlerInnen.

Mehrere Weltkonzerne liefern sich ein Wettrennen um die besten Trinkwasserquellen der Welt – allen voran Coca Cola, Pepsi und Nestlé, der größte Lebensmittelhersteller der Erde. Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht, erklären die Vereinten Nationen. Die Getränkehersteller halten es dagegen für „blaues Gold“, ein Produkt, das seinen Preis haben müsse, das haben auch schon diverse Investoren erkannt, die mit unserem kostbaren Wasser spekulieren.

Wasser ist ein Menschenrecht – einklagbar ist es jedoch nicht, und solange die Konzerne wie Nestlé das „Sagen“ haben, wird es auch nicht einklagbar – das muss sich ändern!

Eine unzureichende Trinkwasser-, Abwasser- und Basissanitärversorgung zieht Krankheit, Armut, Umweltzerstörung und wirtschaftliche Stagnation nach sich. Verändert sich der Umgang mit Wasser nicht grundlegend, wird im Jahr 2015 mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung unter Wasserarmut leiden.

So wie zur Zeit Äthiopien unter der größten Dürre seit 30 Jahren leidet – Wasser ist zu einem ‚Big Business‘ verkommen und daher eine Menschenrechtsverletzung.

https://netzfrauen.org/2015/10/29/nestle-eroeffnet-abfuellanlage-in-aethiopien-dem-land-droht-die-schlimmste-duerre-seit-30-jahren/

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01.09.2015

Katzen-Futter: Nestlé wegen Beihilfe zur Sklaverei angeklagt

Nestle wird vorgeworfen, Sklaverei auf thailändischen Fischfang-Schiffen unterstützt zu haben. Der Fang landete in amerikanischem Katzenfutter. Eine US-Kanzlei hat jetzt eine Sammelklage von Tierbesitzern gegen den Schweizer Konzern eingereicht.

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Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé wird in den USA wegen Unterstützung der Sklaverei angeklagt. Nestlé nutze für sein Katzenfutter Billig-Fisch, der wissentlich von Zwangsarbeitern auf thailändischen Kuttern gefangen werde. Eine US-Kanzlei hat daher eine Sammelklage von Tierhaltern eingereicht.

Die Käufer der Tiernahrung werfen Nestlé vor, das System der Versklavung auszunutzen und wissentlich von dem Menschenhandel in der Fischerei zu profitieren. Die Menschenrechtsverletzungen bei der Katzenfutter-Produktion würden dabei bewusst vor der Öffentlichkeit verborgen, so die Anklage der Kanzlei Hagens Berman. Die Klage in Kalifornien wirft Nestlé konkret vor, unter anderem das Gesetz gegen unfairen Wettbewerb verletzt zu haben.

Nestlé bezieht den Fisch für seine Marke Fancy Feast von der Firma Thai Union Frozen Products. Diese importiert insgesamt über zwölf Tausend Tonnen Tiernahrung auf Fischbasis für verschiedene Top-Marken in die USA.

Die Bedingungen, unter denen diese Kleinfische und Meeresfrüchte in Thailand gefangen werden, hat jüngst ein Bericht der NYT aufgedeckt: Migranten aus Myanmar oder Bangladesch werden demnach mit falschen Jobangeboten in das Land gelockt, entführt, eingesperrt, misshandelt und gewaltsam zur Arbeit auf den Fischkuttern gezwungen. Hunderte Berichte von Entflohenen bezeugen teils jahrelanger Zwangsarbeit auf See ohne jede Bezahlung, bei der die Gefangenen mehrfach von Schiff zu Schiff weiterverkauft wurden. Wer erkrankte wurde einfach über Bord geworfen, wer zu flüchten versuchte, wurde gefesselt und mit Prügel bestraft oder gar ermordet – einige berichten von Enthauptungen.

Der Bedarf an Billig-Fisch für die Tierfutter-Produktion steigt, jedoch ist mit dem minderwertigen Produkt kaum genug zu verdienen, um anständige Löhne zu bezahlen. Die Arbeitsbedingungen auf den Schiffen sind so desaströs, dass niemand freiwillig dort arbeiten will.

Das Phänomen der Leibeigenschaft verbreitet sich daher gerade in den Entwicklungsländern rasant: Menschen arbeiten in einem ausbeuterischen System, um eine angebliche Schuld abzuarbeiten, die sie meist für die illegale Anreise aus dem Ausland angehäuft haben sollen – ein gängiges Schuldversklavungsmodell vor allem im Baugewerbe, in der Landwirtschaft, der Produktion und der Sexindustrie. Es ist auf dem Meer noch weiter verbreitet und noch ausbeuterischer, da die Arbeiter dort so isoliert sind, so Menschenrechtsexperten. Gerade Schiffe, die jahrelang auf See sind, entziehen sich dabei der Kontrolle durch die Behörden.

Nestlé hätte die Ressourcen zur Bekämpfung dieser Zustände und – hätte sich dagegen entscheiden sollen, diese ungeheuerlichen Menschenrechtsverletzungen zu unterstützen“, so Steve Berman, geschäftsführender Gesellschafter der klagenden Kanzlei Hagens Berman. „Nestlé hat es versäumt, seine Verantwortung wahrzunehmen und sicherzustellen, dass es keine Sklavenarbeit in seiner Lieferkette gibt. Schlimmer noch, Nestlé hat diese Menschenrechtsverletzungen nicht nur unterstützt, sondern die Verbraucher gezwungen, unwissentlich das gleiche zu tun.“

Nestlé habe demnach durch das Verheimlichen dieser Tatsachen Millionen von Verbrauchern getäuscht, so Berman. „Es ist eine Tatsache, dass Tausende von Käufern der meistverkauften Tierfutterprodukte diese Marken nicht hätten haben wollen, wenn sie vor dem Kauf die Wahrheit gewusst hätten – das Hunderte von Personen für die Herstellung von Tierfutter versklavt, geschlagen oder sogar ermordet werden.“

Der NYT-Bericht ist in diesem Punkt weniger optimistisch: Zwar gebe es wachsenden Druck westlicher Verbraucher für mehr Verantwortung in Fischfang. Allerdings richte sich dies bisher hauptsächliche auf das Wohl der Fische und Meere und gegen illegale Fischerei, Überfischung oder Giftstoffe. So gut wie keine Aufmerksamkeit legen die Käufer demnach bisher auf die Arbeitsbedingungen der Menschen, die den Fisch fangen und verarbeiten, den sie an ihre Haustiere verfüttern. Die einzigen kaufrelevanten Faktoren für Tierbesitzer sei die Frage, wie schnell das Haustier das Futter frisst und die Frage, ob ganze Fleischstücke darin enthalten sind.

2002 übernahm Nestlé den amerikanischen Tierfutterkonzern Ralston Purina und wurde dadurch weltweit Marktführer im Bereich Tiernahrung für Hunde- und Katzenfutter. Allein die Amerikaner geben jährlich rund 43 Milliarden Euro für ihr Tier aus. Experten gehen davon aus, dass der globale Markt für Tiernahrung, -medizin und -zubehör durchschnittlich um acht bis zehn Prozent pro Jahr wachsen wird.

Der Nahrungsmittel-Konzern steht derzeit vor allem wegen seiner Wasser-Politik in der Kritik: Der Konzern zapft etwa Indianern in einem von Dürre geplagten US-Reservat das Grundwasser ab um dies abzufüllen und zu verkaufen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/09/01/katzen-futter-nestle-wegen-beihilfe-zur-sklaverei-angeklagt/

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22.03.2015

Nestlé erwirbt Wassernutzungsrechte und lässt Fabriken bewachen und einzäunen!

Das Recht auf Wasser ist ein Menschenrecht! Doch Nestlé-Verwaltungsratschef Peter Brabeck macht kein Geheimnis daraus, dass Wasser in seinen Augen kein öffentliches Gut sein sollte, sondern auch einen Marktwert wie jedes andere Lebensmittel benötige.

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In Algerien hat Nestlé die Wassernutzungsrechte erworben und lässt die Fabriken bewachen und einzäunen. In Pakistan das Gleiche. In diesen Ländern wird das Wasser angezapft und für viel Geld in Plastikflaschen wieder verkauft. Während die Bevölkerung keinen Zugang mehr zu diesem Wasser hat.

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé baut seine Aktivitäten zur Zeit in Äthiopien aus. Die Waadtländer setzen dabei auf eine Partnerschaft mit einem lokalen Anbieter. Nestlé eröffnet eine Abfüllanlage in Äthiopien. Die lokale Produktion soll den Zugang zum äthiopischen Markt mit seinen über 90 Millionen Einwohnern erleichtern. Dazu arbeitet das Waadtländer Unternehmen mit dem äthiopischen Produzenten Great Abyssinia zusammen, dem größten Mineralwasserproduzenten des Landes.

2002 verlangte Nestlé von Äthiopien eine Entschädigung von 5,8 Millionen Dollar, weil die frühere Militärregierung 1975 eines seiner Unternehmen verstaatlichte. Die äthiopische Regierung soll sich daraufhin bereit erklärt haben, 1,5 Millionen Dollar an Nestlé zu zahlen. Lesen Sie dazu: Wem Nestlé das Wasser abgräbt – erfindet Wasser für Reiche neu – eröffnet Abfüllanlage in Äthiopien

Das Geschäft mit dem Wasser

Experten gehen davon aus, dass der Mensch zum Trinken, Kochen und Waschen rund 20 Liter am Tag braucht. Sehr sparsam verwendet würden auch zehn Liter reichen. In Regionen mit Wassermangel müssen Bewohner mit gerade einmal fünf Liter auskommen. Da Trinkwasser schon jetzt ein knappes Gut ist, lockt es eine Reihe von Geschäftemachern an. Einer der größten, umtriebigsten und umstrittensten ist Nestlé.

Sogar in China hat man nun festgestellt, dass die ursprüngliche Auswahl von zehn auf drei Besitzer geschrumpft ist – Nestlé, Danone und Coca Cola.

Sechs Milliarden Euro verdienen die Schweizer mit ihren weltweit 73 Wassermarken. Die bekannteste heißt „Pure Life” und wird vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern verkauft. 34,6 Liter Flaschenwasser werden weltweit pro Kopf und Jahr getrunken. Tendenz stark steigend. Der Verbrauch variiert allerdings von Region zu Region: Mexikaner trinken jährlich 201 Liter, Deutsche 135 Liter und Chinesen 21 Liter. Der Clou für die Wasserhändler: Der Rohstoff ist spottbillig, die Weiterverarbeitung einfach, der Verkaufswert hoch. In Nigeria ist ein Liter Wasser teurer als ein Liter Benzin.

Führungspersönlichkeiten aus aller Welt versammelten sich in Stockholm vom 1. bis 6. September 2013 zur 23. Weltwasserwoche, die zu einer verstärkten Zusammenarbeit für Wasser aufrief. Einer der Hauptsponsoren ist natürlich Nestlé neben PepsiCo und dem WWF.

Seit einigen Jahren kaufen Firmen wie Nestlé und Coca-Cola auch in Brasilien Gebiete auf, die reich an Wasserquellen sind. Dieses wichtige Problem wurde hauptsächlich durch eine Bürgerbewegung publik gemacht, die gegründet worden ist, um die Wasserquellen eines sehr bekannten Ortes in Brasilien zu verteidigen – dem Wasserpark von São Lourenço.

Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt ist der Privatisierung der weltweit wichtigsten Ressource Wasser Tür und Tor geöffnet worden und längst bemächtigen sich Wirtschaftsunternehmen der immer knapper werdenden Ressource Wasser. Das Geschäft mit dem Wasser ist in vollem Gange. Wasser ist das wichtigste Gut auf unserer Erde. Wasser ist durch nichts in der Welt zu ersetzen. Ohne Wasser ist keinerlei Leben möglich.

Wasser ist eine absolut unabdingbare Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen. Wir sind zwingend auf Wasser angewiesen und in letzter Konsequenz müssen wir jeden Preis bezahlen. Mit anderen Worten: Wir sind erpressbar. Das sollte sich jeder ganz eindringlich vor Augen führen.

Was für die Einen zum Schicksal und Verhängnis wird, ist für die Anderen eine Goldgrube, die immer höhere Gewinne durch Verknappung verspricht.“

Geschäfte mit Wasser: Die gewissenlose Gier globaler Profiteure

Wasser wurde von wenigen und mächtigen globalen Interessengruppen zum Handelsgut erklärt. Unternehmen machen exorbitante Gewinne mit Wasser, das sie sich fast kostenlos aneignen und dann mit hohen Margen verkaufen. Bevor die meisten Menschen überhaupt nur ansatzweise bemerken, was passiert, gelangt die Ressource Wasser in den Besitz weniger Großkonzerne.

Gewissenlose Gier globaler Profiteure, zu deren Geschäftsgebaren u. a. auch gehört, sich Wasserquellen, Bohrrechte und Wassereinzugsrechte zu sichern. Eine Handvoll Konzerne versuchen „das blaue Gold“ unter sich aufzuteilen. Zukünftige Konflikte werden nicht mehr um Öl geführt werden, sondern um Wasser.

Je schlechter der Zustand der jeweiligen kommunalen Trinkwasserversorgung, je verschmutzter das Wasser, desto höher der Umsatz der Konzerne

Während die Weltbevölkerung zügig ansteigt, wird sauberes Wasser immer mehr zu einer Mangelware und gierige Lebensmittelkonzerne profitieren schamlos von der steigenden Knappheit an sauberem Wasser, insbesondere in den Entwicklungsländern. Ein Bombengeschäft für Lebensmittel-Multis auf Kosten der Armen und Ärmsten. Vor allem in Ländern des Südens fehlt der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Doch so transparent die Handelsware, so undurchsichtig scheinen die Geschäftsgebaren.

Weltweit floriert das Geschäft mit Trinkwasser aus der Flasche. Die Umsätze mit abgefülltem Wasser erzielen exorbitante Milliardenbeträge.

In Algerien hat Nestlé die Wassernutzungsrechte erworben und lässt die Fabriken bewachen und einzäunen. In Pakistan das Gleiche. In diesen Ländern wird das Wasser angezapft und für viel Geld in Plastikflaschen wieder verkauft. Während die Bevölkerung keinen Zugang mehr zu diesem Wasser hat. Eine Schande!! Lesen Sie dazu auch: Mineralwasser- Nestlé, Danone, Coca-Cola und Pepsi beherrschen Weltmarkt

Flow – Wasser ist Leben

Wasser bedeutet Leben. Doch nach neuesten Studien leiden mehr als 30 % der Menschheit unter den Folgen der Wasserknappheit. Jeden Tag sterben 4.000 Kinder weltweit an Krankheiten, die durch Wasserverschmutzung hervorgerufen werden. Durch die Privatisierung der natürlichen Wasserquellen durch internationale Großkonzerne wird diese Situation noch weiter verschärft. Darf Wasser zum Privileg der Reichen werden? Wer den Zugang zum Wasser kontrolliert, hat den Zugang zur Macht, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Genau diese These unterstreicht die preisgekrönte Regisseurin Irena Salina in ihrem eindringlichen Film. Fünf Jahre lang haben sie ihre Reisen rund um den Globus geführt, um die Entwicklung und die Auswirkungen der „Wasserarmut” zu dokumentieren. Das Ergebnis ist ein alarmierender Weckruf, der den Blick auf den Umgang mit der wichtigsten Ressource des Menschen verändern wird.

http://netzfrauen.org/2015/03/22/nestle-erwirbt-wassernutzungsrechte-und-laesst-fabriken-bewachen-und-einzaeunen/

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19.08.2014

Nestle fuellt Millionen Liter des kanadischen Wassers ab und zahlt nichts dafuer

Der Preis für einen Liter Mineralwasser ist in British Columbia oft höher als der von einem Liter Benzin. Und trotzdem beträgt der Preis, den das weltweit größte Unternehmen für Mineralwasser dafür zahlt, dass es 265 Millionen Liter Frischwasser pro Jahr aus einer Quelle im Fraser Valley entnimmt, nicht einen Cent.

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Aufgrund des Fehlens einer Grundwasserregulierung in B.C. ist Nestlé Waters Canada – ein Geschäftsbereich der in der Schweiz ansässigen Multi-Milliarden-Dollar schweren Nestlé-Gruppe, dem weltweit größten Lebensmittelkonzern – nicht dazu verpflichtet, die Millionen Liter Wasser, die sie in Hope entnehmen und dann ein West Kanada verkaufen, zu messen, zu melden, oder auch nur einen Cent dafür zu bezahlen.

Nach Angaben des Landesministerium für Umwelt, ist „B.C . die einzige Gerichtsbarkeit in Kanada, in der die Grundwassernutzung nicht reglementiert ist.”

Die Provinz lizensiert kein Grundwasser, verlangt keine Gebühren für die Grundwasserentnahme und verfolgt auch nicht, wie viel Wasser aus den Quellen von den Unternehmen abgefüllt wird”, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums in einer E-Mail an The Province.

Dies ist nicht neu. Kritiker fordern seit Jahren eine Änderung und sagen, der Mangel an der Grundwasserregulierung ist lediglich ein veraltetes Beispiel aus dem Jahrhunderte alten Wassergesetz.

Das Umweltministerium sagt, sie planen in der Sitzung zur Wahlperiode 2014 eine Grundwasserregulierung mit dem vorgeschlagenen Wassernachhaltigkeitsgesetz – welches das im Jahre 1909 verabschiedete bestehende Wassergesetz aktualisiert und ersetzt – einzuführen. Doch Experten nehmen zur Kenntnis, dass die aufeinanderfolgenden Regierungen seit Jahrzehnten über die Modernisierung des Wassers geredet haben, aber diese Angelegenheit immer wieder aus der Agenda fällt.

In Bezug auf das Grundwasser herrscht hier wirklich der Wilde Westen.

Viele hoffen, dass es dieses Mal anders sein wird.

In Bezug auf das Grundwasser ist hier wirklich der Wilde Westen. Und es geht nun schon seit über 20 Jahren so, dass das Ministerium für Umwelt und die Landesregierung uns sagt, dass sie Änderungen vornehmen werden, aber bis jetzt sind sie noch nicht durch”, sagte Linda Nowlan, Direktorin für Naturschutz beim World Wildlife Fund Canada. „Sie nehmen es uns und verkaufen es an uns zurück.“

Im Stadtteil von Hope zapft Nestlé dieselbe Grundwasserquelle an, auf die etwa 6.000 Anwohner angewiesen sind – und einige von ihnen sind betroffen.

Wir haben Wasser, das so sauber und so rein ist, es ist erstaunlich. Und dann nehmen sie es uns und verkaufen es in Kunststoffflaschen an uns zurück”, sagte Sharlene Harrison-Hinds, mit Wohnsitz in Hope.

Sheila Muxlow lebt in der Nähe von Chilliwack, stromabwärts des Fraser River von Hope. Als Wahlkampfleiterin für das WaterWealth Projekt hört sie oft von den Bewohnern Hopes, dass sie über die fehlenden Kontrollen durch die Regierung über die Aktivitäten von Nestlé besorgt sind.

Es ist beunruhigend”, sagte Muxlow. „Was wird das langfristig für Auswirkungen haben wenn Nestlé immer weiter nimmt und nimmt und nimmt?”

Obwohl Nestlé der größte Händler von Mineralwasser in B.C. ist, gibt es noch weitere die das Grundwasser von B.C. anzapfen, darunter Whistler Water und Mountain Spring Water.

Als The Province nachfragte, lehnten es diese Unternehmen ab, den Umfang der von ihnen geförderten Menge bekanntzugeben.

Ein großer Arbeitgeber in Hope

Nestlé ist einer der größten Arbeitgeber im Stadtteil Hope, sie stellen etwa 75 Arbeitsplätze zur Verfügung, sagte der Landrat des Bezirks Hope, John Fortoloczky. Obwohl Nestlé nicht dazu verpflichtet ist, die entnommene Wassermenge zu messen und der Regierung darüber zu berichten, geben sie dem Distrikt Hope freiwillig Auskunft, sagte eine Führungskraft von Nestlé Waters Kanada, der in der letzten Woche in Guelph, Ontario eingetroffen ist.

Was wir in Hope machen übersteigt das, was uns von der Provinz British Columbia vorgeschlagen wurde”, sagte John Challinor, Direktor für Unternehmensangelegenheiten bei Nestlé Waters Kanada. Nestle bewahrt Aufzeichnungen über die Wasserqualität auf und die Kartierung der Grundwasservorkommen in diesem Gebiet durch das Unternehmen gehen weit über das hinaus, was Wissenschaftler der Regierung getan haben, sagte Challinor.

Wir machen diese Jahresberichte … Wir machen es freiwillig mit (den lokalen Behörden). Wenn wir aufgefordert werden, dies als Bedingung für eine neue Genehmigung zu tun, dann ist es einfach, weil wir es bereits praktizieren”, äußerte sich Challinor.

Aber die Tatsache, dass die Berichte von Nestlé intern und freiwillig sind, ist ein großer Anlass zur Sorge, sagte Ben Parfitt, eine Analyst für Ressource Politik beim kanadischen Centre for Policy Alternatives.

Es gibt einen großen, großen Unterschied zwischen freiwilliger Berichterstattung und einer Verpflichtung, dies zu tun”, sagte Parfitt. „Wenn man es freiwillig tut, gibt es nichts, was ein Unternehmen oder einen großen Wasser-Nutzer daran hindern kann, mit den Berichten aufzuhören… Das ist absolut kritisch. Sie können ein System wie dieses nicht auf freiwilliger Basis laufen lassen.”

Solange es für das Grundwasser in B.C. keine Regelung gibt, benötigt Nestlé keine Genehmigung für das Wasser, das sie entnehmen.

Keine Erlaubnis, keine Berichterstattung, keine Überwachung, kein gar nichts”, sagte David Slade, Mitinhaber der Drillwell Enterprises, einem Bohrunternehmen für Quellen in Vancouver Island. „Sie können also eine Quelle auf Ihrem Grundstück anbohren, genau neben der Quelle Ihres Nachbarn, und dann könnte man aus der Quelle 100 Gallonen pro Minute, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche entnehmen und all dies Wasser verschwenden. Wenn man wollte, könnte man es auf den Boden gießen…solange, bis die Ressource erschöpft oder nicht zu mehr zu gebrauchen ist – es gibt keine Regelung. Das ist der Wilde Wilde Westen.“

Das Wasser sollte in der Öffentlichkeit „zu treuen Händen” sein

Die Council of Canadians , ein Interessengruppe nationaler Bürger, vertritt die Meinung, dass Wasser als öffentliches Treuhandvermögen behandelt werden sollte, – eine wertvolle Ressource, geschützt zum Nutzen aller Kanadier.

Aber wenn die Regierung es einem internationalem Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmen ermöglicht, für sie kostenloses Wasser wieder an die Bevölkerung zurückzuverkaufen, dann scheint dies nicht dem öffentlichen Wohl zu dienen, sagte Emma Lui, Aktivistin für nationales Wasser bei Council of Canadians in Ottawa. Verglichen mit dem Rest des Landes, sagte Lui, „wenn man sich all diese verschiedenen Faktoren anschaut, macht B.C. im Augenblick folgendes verkehrt: dass sie das Grundwasser nicht mit einbeziehen (in ihr Wasserlizenzsystem), dass sie keine Art von öffentlicher Registrierung haben für die, die Grundwasser entnehmen, und dass sie es nicht berechnen.“

Nein Erlaubnis, keine Berichterstattung, keine Überwachung, kein gar nichts

Nestlé ist weit davon entfernt, das einzige große Unternehmen zu sein, das in B.C. kostenlos Grundwasser fördert und Challinor sagte, Nestlé ist „im Wesentlichen unterstützend in dem, was die Regierung zu tun versucht“, in Bezug auf die Modernisierung des Wassergesetzes. Er sagte, er plane im Herbst ein Treffen mit Mary Polak, der neuen Umweltministerin von B.C., um diese Fragen zu diskutieren. Nestle unterstützt die Regierung bei dem Schritt, die Regulierung, Überwachung und Berichterstattung zu verstärken.

Und wenn die Regierung das Grundwasser eines Tages berechnet, dazu äußerte sich Challinor folgendermaßen: „Wir haben kein Problem mit der Zahlung für Wasser, solange der Preis auf den tatsächlichen Kosten der Regulierung des Programms basiert.”

Wenn man in die Innenstadt in Cooper’s Foods geht – weniger als 5 km von der Abfüllanlage von Nestlé entfernt – und kauft eine 1,5 Liter Flasche Pure Life Wasser, wird einen das US$ 1,19 kosten.

Das sind US$ 1,19 mehr, als Nestle im vergangenen Jahr für die Förderung von mehr als 265 Millionen Litern frischem Wasser aus der Quelle gezahlt hat.

Die andere Wasser-Abfüllanlage von Nestlé in Kanada steht in Wellington County, Ontario. Dieses Bundesland verlangt, dass man eine Lizenz kauft und für das Wasser, das man entnimmt, zahlt. Einige Kritiker, darunter Lui und Parfitt, haben das Gefühl, dass die Gebühr in Höhe von US$ 3,71 pro Mio. Liter, noch zu gering ist. Aber immerhin, so sagen sie, sei es mehr als fair, denn B.C. berechne gar nichts.

Den Originaltext zu dieser Übersetzung finden Sie hier: Billion-dollar company extracting B.C.’s drinking water for free, then selling it back to Canadians Netzfrau Kerstin Hördemann

http://netzfrauen.org/2014/08/19/nestle-fuellt-millionen-liter-des-kanadischen-wassers-ab-und-zahlt-nichts-dafuer-nestle-bottles-millions-litres-canadian-water-pays-nothing/

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17.07.2014

USA: Nestlé gräbt Indianern das Grundwasser in den Reservaten ab

Der Nahrungsmittel-Konzern Nestlé zapft Indianern in einem US-Reservat das Grundwasser ab. Das Wasser wird anschließend in Flaschen abgefüllt und verkauft. Durch diese Praxis könnte das ohnehin trockene Gebiet komplett verdorren.

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Der schweizerische Nahrungsmittelkonzern Nestlé zapft Indianern in den USA ihr Grundwasser ab. Das Wasser wird für seine Getränke-Marke „Pure Life“ genutzt. Doch die US-Regierung hat keinerlei Eingriffsrechte, weil sich das Grundwasser im Reservat der Morongo-Indianer in Riverside County befindet.

Jeder darf hier das Grundwasser nutzen. Es ist nur eine Schande, dass das Wasser nicht der Bevölkerung zugute kommt, sondern exportiert wird“, zitiert The Desert Sun den Vorsitzenden der Firma Desert Water Agency, David Luker. Desert Water Agency ist für die Wasserversorgung in der Region zuständig.

Doch das Indianer-Reservat hat ein Wüsten-Ökosystem. Das Abzapfen des Grundwassers könnte schon in wenigen Jahren zu einer totalen Dürre führen. Nestlé will keine Auskunft über die bisher abgezapfte Wasser-Menge geben. Auch Nestlé-Chef Paul Bulcke ist zu keiner Stellungnahme bereit. Die Verwaltung von Riverside County hingegen ist erfreut über die Aktivitäten von Nestlé.

Die beste Verwendung des Grundwassers findet sich in der Verarbeitung zu Trinkwasser“, sagt die Ortsvorsteherin von Riverside County, Marion Ashley. Nestlé schaffe zudem Arbeitsplätze in der Region. Die Menschen profitieren von der Anwesenheit des Unternehmens.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/07/17/usa-nestle-graebt-indianern-das-grundwasser-in-den-reservaten-ab/

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14.02.2013

Wem Nestlé das Wasser abgräbt

Der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestlé eckt mit seinen Geschäftsgebaren immer wieder an. Bald könnten die Schweizer auch in Deutschland eine umstrittene Einnahmequelle ausbauen, fürchten Kritiker – unser Grundwasser.

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Morgens ein Kaffee von Nescafé, dazu ein Brot mit Wurst von Herta. Das Baby bekommt Alete-Nahrung, der Hund Futter von Beneful. Mittags gibt es Nudeln von Buitoni mit einer Tomatensoße von Maggi, zwischendurch eine After-Eight-Schokolade oder ein Mövenpick-Eis und einen Schluck aus der Wasserflasche mit dem Namen Pure Life. Wie kaum ein anderer Konzern ist der Lebensmittelmulti Nestlé in unserem Leben präsent. Unter mehr als 2.000 Marken verkaufen die Schweizer Süßigkeiten, Babynahrung, Kaffee, Cornflakes, Fertiggerichte, Tierfutter und vieles mehr. Nestlé hat 461 Fabriken in 83 Ländern und beschäftigt 330.000 Mitarbeiter.

Und das Unternehmen breitet sich immer weiter aus. Wie aus den am Donnerstag vorgelegten Zahlen hervor geht, ist der Umsatz im vergangenen Jahr um 10,2 Prozent auf 92,2 Milliarden Franken (64,3 Mrd Euro) gestiegen. Ohne Übernahmen, Verkäufe und Währungsschwankungen, also organisch, wuchs der Konzern um 5,9 Prozent. Auf dieser Basis strebt Nestlé pro Jahr ein Umsatzwachstum von 5 bis 6 Prozent an. Konzernchef Paul Bulcke sagte, Nestlé sei zuversichtlich, dieses Ziel „trotz der vielen Herausforderungen, die uns das Jahr 2013 bestimmt bringen wird”, zu erreichen.

Den Zuwachs haben dem Konzern vor allem die Verbraucher in den Schwellenländern beschert, die Nachfrage in Europa schwächelt. Dennoch hatte das Unternehmen sein langfristiges Wachstumsziel von 5 bis 6 Prozent Plus in den Jahren 2010 und 2011 übertroffen. Den Gewinn verbesserte Nestlé im vergangenen Jahr um 1,1 Milliarden auf 10,6 Milliarden Franken.

Bei seiner Ausbreitung eckt Nestlé allerdings immer wieder an. In der Vergangenheit gab es bereits Proteste gegen Nestlés Schokoriegel Kitkat, für dessen Bestandteil Palmöl verwendet wird. Kritiker behaupten, dass für dessen Gewinnung Regenwald gerodet wird. Auch für den Verkauf seiner Süßigkeiten Butterfinger und Baby Ruth, die umstrittene gentechnisch veränderte Pflanzen enthalten, muss das Unternehmen immer wieder Angriffe von Verbraucherschützern einstecken. Das aktuelle Thema ist Nestlés Rolle bei der Privatisierung von Wasser – eine weiteres Gebiet, in das das Unternehmen immer mehr vordringt. Schon jetzt ist der Konzern weltweiter Marktführer für in Flaschen abgefülltes Trinkwasser.

Schwere Anschuldigungen gegen Nestlé

Die EU, allen voran der zuständige EU-Kommissar Michel Barnier, will den Rahmen für Privatisierungen im Bereich der Wasserversorgung erweitern. In der gesamten EU sollen einheitliche Regeln zur Vergabe von Konzessionen für Dienstleistungen geschaffen werden. Ziel sind der Kommission zufolge Wettbewerb und Chancengleichheit zwischen Unternehmen.

Im Klartext heißt das: Die Wasserversorgung soll demnächst weltweit ausgeschrieben werden, jeder kann sich beteiligen. Kritiker fürchten, dass ein privater Versorger vor allem auf Rendite und nicht auf die Qualität des Wassers achten würde und zudem die Preise stark steigen könnten. Seit einiger Zeit läuft im Internet eine Unterschriftenaktion, bereits mehr als eine Million Gegner der neuen Regelung haben unterschrieben.

Auch der Name von Nestlé fällt in der Diskussion des Öfteren, denn die Schweizer haben sich bereits in anderen Ländern umfangreich Wasserrechte erkauft. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, dabei die Grundwasservorkommen etwa in Pakistan so stark auszubeuten, dass der Grundwasserspiegel sinkt und die Bevölkerung keinen Zugang mehr zu frischem Wasser hat. Auch in den USA haben Anwohner gegen Abfüllwerke von Nestlé geklagt, weil der Grundwasserspiegel gesunken ist.

Am Mittwoch veröffentlichte das Unternehmen nun ein Statement auf seiner Homepage – offenbar reagierte der Konzern damit auf die erhitzten Gemüter in Deutschland. „Nestlé ist nicht in der öffentlichen Wasserversorgung tätig und hat auch nicht die Absicht, die Geschäftstätigkeiten auf leitungsgebundene Wasserversorgung auszuweiten“, heißt es darin.

Natürlich würde der Lebensmittelkonzern nicht die Rolle des Versorgers übernehmen, das tut er in anderen Ländern auch nicht. Wohl aber zapft das Unternehmen dort Wasser direkt von der Quelle ab, reinigt es, reichert es mit Mineralstoffen an, verpackt und verkauft es für ein Vielfaches des Ursprungspreises. Allein diese Aussicht bringt Kritiker gegen den Konzern auf. Sie fürchten einen größeren Einfluss des Konzerns auf die Trinkwasserversorgung auch in Deutschland.

Doch EU-Kommissar Barnier wiegelt ab. Es bestehe kein Zwang zur Privatisierung. „Der Richtlinienvorschlag beeinträchtigt in keiner Weise die Autonomie der Gebietskörperschaften bei der Organisation der Wasserversorgung“, teilte Barnier mit.

Der Markt für abgefülltes Trinkwasser jedenfalls ist riesig: Laut aktuellen Zahlen des Verbandes deutscher Mineralbrunnen tranken die Deutschen 2012 10,3 Milliarden Liter abgefülltes Mineral- und Heilwasser. Das sind 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Nicht enthalten ist in dieser Zahl jedoch das so genannte Tafelwasser, wie es Nestlé oder Coca Cola unter dem Namen Bonaqua verkauft. Dieses Wasser stammt nicht etwa aus natürlichen Quellen, sondern ist mit Mineralien versetztes Leitungswasser.

Nestlé macht keinen Hehl daraus, was es vom bedingungslosen „Recht auf Wasser“ hält. Das Unternehmen sei der Auffassung, dass – bei über den persönlichen Grundbedarf hinausgehenden Mengen – Anreize bestehen sollten, sorgsam mit der Ressource Wasser umzugehen. Angemessene Preise, die die Knappheit und den Wert von Wasser wiederspiegeln, könnten hierzu beitragen, heißt es in dem Statement. „Wenn etwas kein Wert gegeben wird, tendieren die Menschen dazu, es zu verschwenden“, sagt Konzernchef Paul Bulcke.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/lebensmittelkonzern-wem-nestle-das-wasser-abgraebt/7782074.html

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