Entwicklung der Lebensmittelpreise – eine Chronik

03.06.2014

Weltbank: Starker Anstieg globaler Lebensmittelpreise

Die Weltbank hat in ihrem aktuellen Quartalsbericht vor stark steigenden Lebensmittelpreisen gewarnt. Als Ursachen werden China, das Wetter und die Ukraine genannt. In der Vergangenheit war jedoch häufig auch die Finanzbranche der Auslöser derartiger Preisschocks.

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Im ersten Quartal des Jahres 2014 sind seit dem Allzeithoch im August 2012 zum ersten mal wieder die Preise für Lebensmittel gestiegen, laut einem Bericht der Weltbank getrieben durch die steigende Nachfrage Chinas, der Dürre in den Vereinigten Staaten und den Unruhen in der Ukraine. Insgesamt haben sich die Lebensmittelpreise im Vergleich zum vergangenen Quartal international durchschnittlich um 4,0 Prozent erhöht.

Insbesondere Weizen und Mais zogen im ersten Quartal stark um 18 und 12 Prozent an. ”Wachsende Probleme durch das Wetter, steigende Nachfrage und wohl auch in geringerem Maße die Unsicherheit aufgrund der Situation in der Ukraine sind hauptsächlich für die Preissteigerungen verantwortlich”, so der Quartalsbericht der Weltbank. Trotz Rekordernten im Jahr 2013 seien die Preise weiter angestiegen. ”Solch ein steiler Preisanstieg hatte sich in den Monaten vor dem historischen Gipfel im Sommer 2012 ereignet”, so der Bericht weiter.

Die Zuckerpreise stiegen seit dem vergangenen Quartal um 13 Prozent und Sojaöl um 6,0 Prozent. Die Preise für Reis gingen aufgrund gefallener Düngemittelpreise um 7,0 Prozent zurück. Der durchschnittliche Rohölpreis stieg um 3,0 Prozent auf 104 $ je Barrel.

In 2007 und 2008 hatten steigende Lebensmittelpreise zahlreiche Unruhen auf der ganzen Welt ausgelöst, unter anderem in Haiti, Kamerun und Indien. Seit 2007 fanden global 51 Hungerrevolten in 37 Ländern statt, die meisten davon als Folge eines Preissprungs bei Lebensmitteln. Laut dem Bericht war dies auch die Ursache für die Krise in Tunesien ab 2011.

Lebensmittelpreisschocks können sowohl der entzündende Funke oder die Verschärfung von Konflikten und politischer Instabilität bedeuten und es ist wichtig, Politik zu betreiben die diese Effekte mildern”, so der Bericht weiter. Was darin leider nicht erwähnt wird, ist die Beeinflussung der Lebensmittelpreise durch den Handel von Zertifikaten an den globalen Börsen, was in der Vergangenheit häufig die Ursache von Hungerkrisen war.

So berichtete etwa die FAZ Anfang 2011 sehr aufschlussreich über drohende Hungerkrisen in Tunesien, Ägypten, Libyen und Syrien, noch bevor der Begriff “Arabischer Frühling” in den Medien kursierte. Nur Wochen zuvor hatten Ökonomen davor gewarnt, dass Milliarden aus Banken und Hedgefonds in Lebensmittel-Zertifikate flössen und die Preise dadurch explodierten. ”Wenn die Derivatmärkte mit den Rohstoffmärkten verknüpft sind, kann das nahezu unbegrenzte Kapital aus der Finanzbranche zu extremen Preisschwankungen führen”, schrieb der britische Guardian.

Ein Forscherteam des New England Complex Systems Institute in Cambridge hatte 2010 eine Formel ermittelt, mit der sich anhand der Lebensmittelpreise genau der Beginn von Unruhen in bestimmten Regionen errechnen lässt. Am 13. Dezember 2010 hatten die Forscher die US-Regierung in einem Schreiben darauf hingewiesen, dass die globalen Lebensmittelpreise im Begriff seien, die von ihnen definierte Schwelle zu überqueren. Nur vier Tage später begannen die Proteste in Tunesien, die sich auf den gesamten Nahen Osten ausbreiten sollten.

http://www.gegenfrage.com/weltbank-starker-anstieg-globaler-lebensmittelpreise/

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13.02.2014

Neuer Preissprung bei Lebensmitteln

Zwar bleibt der Preisauftrieb in Deutschland insgesamt niedrig. Doch nur die sinkenden Energiepreise drückten die Inflationsrate – für Nahrungsmittel müssen Verbraucher immer mehr zahlen.

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Sinkende Preise für Kraftstoffe und Heizöl haben die Inflation in Deutschland zu Jahresbeginn erneut leicht abgeschwächt. Die Teuerungsrate sei im Januar auf 1,3 Prozent gesunken nach 1,4 Prozent im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit und bestätigte damit eine erste Schätzung. Der rasante Preisauftrieb bei Lebensmitteln setzte sich allerdings fort und belastet die Geldbeutel der Verbraucher weiter.

Nach den Angaben der Wiesbadener Behörde war leichtes Heizöl im Januar 7,1 Prozent billiger als im Jahr zuvor, Kraftstoffe verbilligten sich um 4,6 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Mineralölpreise hätte die Teuerungsrate im Januar deutlich höher bei 1,7 Prozent gelegen, erklärten die Statistiker. Während sich Verbraucher an den Tankstellen freuen konnten, mussten sie für Strom 2,5 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahr.

Nahrungsmittel kosteten hingegen 3,6 Prozent mehr als im Januar 2013. Besonders kräftige Preissprünge verzeichneten die Statistiker etwa für Butter (plus 21,3 Prozent), Quark (18,5 Prozent) und H-Milch (13,6 Prozent). Auch Gemüse (5,7 Prozent) und Obst (3,8 Prozent) waren deutlich teurer als im Januar 2013.

Saisonbedingter Preisrückgang

Kräftig zogen zudem die Preise für Zeitungen, Bücher und Schreibwaren (4,9 Prozent), Tabakwaren (4,7 Prozent) und Bier (4,4 Prozent) an. Billiger wurden Kaffee (minus 5,2 Prozent), Fernseher und DVD-Player (je minus 8 Prozent) sowie tragbare Computer (minus 11 Prozent).

Im Vergleich zum Vormonat fielen die Verbraucherpreise im Januar um 0,6 Prozent. Dieser starke Preisrückgang sei „im Wesentlichen saisonbedingt“. So purzelten etwa die Preise für Pauschalreisen (minus 17 Prozent), Flugtickets (minus 4,1 Prozent) oder Bekleidung (minus 4,8 Prozent).

Insgesamt entfernte sich die Inflationsrate zu Jahresbeginn wieder etwas weiter vom Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB), die Preisstabilität bei einer Rate von knapp 2,0 Prozent im Jahresvergleich gewährleistet sieht. Das nährt Erwartungen einer weiteren Zinssenkung durch die EZB – zumal die Jahresteuerung im Januar im Euro-Raum sogar auf 0,7 Prozent gefallen war.

EZB bereit zu weiterer Zinssenkung

Nach einer aktuellen Umfrage der Notenbank erwarten Ökonomen inzwischen nur noch einen Preisauftrieb im Euro-Raum von 1,1 Prozent in diesem Jahr. Im November hatten sie noch eine Rate von 1,5 Prozent vorhergesagt.

Sorgen vor einer deflationären Abwärtsspirale aus sinkenden Preisen und schwachem Wachstum hat die EZB in ihrem Monatsbericht aber erneut gedämpft. Der überraschende Rückgang der Inflationsrate im Januar sei in erster Linie auf die Entwicklung der Energiepreise zurückzuführen. Die Teuerung im Euro-Raum dürfe zwar auf mittlere Sicht niedrig bleiben. Notenbank-Präsident Mario Draghi hatte aber Anfang Februar betont: „Sowohl nach oben als auch nach unten sind die Risiken der Preisentwicklung begrenzt.“

Die EZB hatte ihren Leitzins zuletzt bei 0,25 Prozent belassen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hält sich aber eine weitere Zinssenkung offen, falls sich mittelfristig ein zu schwacher Preisauftrieb abzeichnen sollte. Mit Spannung warten Experten nun auf die nächste Ratssitzung im März, zu der die neuen Inflationsprognosen der Volkswirte der Zentralbank vorliegen sollen.

http://www.welt.de/wirtschaft/article124812551/Neuer-Preissprung-bei-Lebensmitteln.html

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16.01.2014

Stärkster Preisanstieg bei Lebensmitteln seit 2008

Schlechtes Wetter hat die Lebensmittel in Deutschland deutlich teurer gemacht. Aus Sicht von Bauern und Einzelhändler geht die Zeit der Niedrigpreise zu Ende.

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Lebensmittel in Deutschland haben sich 2013 so stark verteuert wie seit fünf Jahren nicht mehr. Die weltweit anziehende Nachfrage und witterungsbedingte Ernteausfälle ließen die Preise um 4,4 Prozent steigen. Sie legten damit fast drei Mal so stark zu wie die Inflationsrate. Diese lag dank billigerem Tanken und Heizen mit 1,5 Prozent so niedrig wie seit 2010 nicht mehr. „Preiserhöhungen gab es in allen Nahrungsmittelbereichen“, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit.

Besonders deutlich fiel der Preisaufschlag im alten Jahr bei

Kartoffeln (plus 28,7 Prozent),

Äpfeln (plus 14,9) und

Butter (plus 16,1) aus.

Insgesamt verteuerte sich Obst um 7,2 Prozent und Gemüse um 6,1 Prozent. Grund dafür waren zum Teil Ernteausfälle durch den langen Winter, den feuchten Frühling und den heißen Sommer.

Lebensmittel bleiben teuer

Landwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich, der Bauernverband und Einzelhändler rechnen zudem vorerst nicht mit einer Entspannung.

Tendenziell zeichneten sich weitere Preissteigerungen ab, sagte CSU-Politiker Friedrich auf der „Grünen Woche“ in Berlin. „Nahrungsmittel wirkten lange Zeit als Inflationsbremse – die Zeiten sind erst einmal vorbei“, ergänzte Michael Lohse vom Bauernverband. „Weltweit zieht die Konjunktur an, und in Ländern wie Russland und China wächst die Mittelschicht, die sich an westlichen Ernährungsgewohnheiten orientiert. Dadurch steigt zum Beispiel die Nachfrage nach Milch, Käse und Fleisch.“

Höhere Nachfrage, weniger Anbaufläche

Der Einzelhandelsverband HDE sieht das genauso. „Eine höhere Nachfrage auf den Weltmärkten treibt die Preise“, erklärte ein HDE-Sprecher. „Da dieser Trend unumkehrbar ist, ist mit einer Entspannung an der Preisfront nicht zu rechnen.“ Auch knapper werdende Anbauflächen durch die zunehmende Nutzung von Ackerland für die Produktion von Biokraftstoffen sowie höhere Energiekosten seien Preistreiber.

Bauernverbands-Präsident Joachim Rukwied erwartet aber zumindest keine exzessiven Steigerungen: „Die Agrarpreise und die Preise für Lebensmittel werden nicht durch die Decke gehen“. Eine genaue Prognose sei aber unmöglich, da die Preise global gebildet würden und unter anderem vom Wetter abhängig seien.

http://www.focus.de/finanzen/news/kartoffeln-fast-30-prozent-teurer-wetter-staerkster-preisanstieg-bei-lebensmitteln-seit-2008-1_id_3546847.html

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03.12.2013

Preise für Lebensmittel um bis zu 40 Prozent gestiegen

Viele Lebensmittel sind 2013 deutlich teurer geworden: Um bis zu 40 Prozent schnellten die Preise für Nahrungsmittel in die Höhe, insgesamt liegt die Teuerung bei vier Prozent. Schuld ist vor allem das schlechte Wetter.

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Die Preise für Lebensmittel sind 2013 aufgrund des anhaltend schlechten Wetters stärker gestiegen, als die Inflationsrate insgesamt. Das berichtet die „Bild“-Zeitung vom Dienstag unter Berufung auf den Agrar-Report des Deutschen Bauernverbandes (DBV), den Bauernpräsident Joachim Rukwied am Mittwoch in Berlin vorstellt.

Demnach stiegen die Preise für Kartoffeln um 40 Prozent, für Gurken um 27 Prozent, Butter wurde sogar um gut ein Drittel teurer. Im Schnitt stiegen die Preise im laufenden Jahr um rund vier Prozent, berichtet „Bild“. Ursachen seien neben dem Wetter die weltweit gestiegene Nachfrage nach Lebensmitteln und die knappe Versorgungssituation bei vielen landwirtschaftlichen Rohstoffen.

Nur kleiner Teil des Einkommens für Lebensmittel

Für 2014 wird dem Bericht nach ein Anstieg der Lebensmittelpreise in der Höhe der allgemeinen Inflationsrate von zwei Prozent erwartet. Erst seit den letzten Jahren liegen die Preissteigerungen für Lebensmittel demnach über denen der allgemeinen Verbraucherpreise: Von 1991 bis 2007 änderten sich die Lebensmittelpreise jährlich im Durchschnitt um +1,1 Prozent, während die allgemeinen Verbraucherpreise um 2,0 Prozent anstiegen.

Trotzdem müssen deutsche Verbraucher nur einen kleinen Teil ihres Einkommens für hochwertige Nahrungsmittel verwenden: 2013 machten Lebensmittel bei deutschen Haushalten nur 11,7 Prozent der Gesamtausgaben aus.

http://www.focus.de/finanzen/news/lebensmittelpreise-stark-gestiegen-schlechtes-wetter-macht-unser-essen-teuer_id_3449731.html

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21.10.2013

Preisschock: Butter 32 Prozent hoch, Milch 18 Prozent

Eine Welle von Preiserhöhungen für Milch, Butter oder Brot rollt auf die Verbraucher zu. Molkereien und Groß-Bäckereien verlangen von ihren Kunden deutlich mehr. Einige Lebensmittel könnten aber günstiger werden.

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Lebensmittel dürften sich auch künftig stärker verteuern als andere Waren. Molkereien, Bäckereien und andere Produzenten von Nahrungsmitteln hoben ihre Preise im September um durchschnittlich 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Im August hatte es sogar ein Plus von 3,7 und im Juli von 4,1 Prozent gegeben. Die gesamten Erzeugerpreise – zu denen beispielsweise auch Metalle, Holzwaren und Energie gehören – fielen dagegen im September um 0,5 Prozent.
In der Erzeugerpreis-Statistik werden Preise ab Werkstor berücksichtigt – also noch bevor die Produkte in den Handel gelangen. Sie gilt deshalb als Indikator für die künftige Entwicklung der Verbraucherpreise. Allerdings ist offen, inwieweit die höheren Preise weitergegeben werden.
Besonders stark stiegen die Preise für Butter (plus 32,1 Prozent), Milch (plus 18,2) sowie für Käse und Quark (plus 8,8). Allerdings muss man hier beachten, dass die Preise für Milchprodukte seit einigen Jahren stark schwanken. Schon im Herbst 2007 und im Herbst 2011 lagen sie auf dem momentanen Niveau.

Wein kostete 7,5 Prozent und verarbeitete Kartoffeln 6,4 mehr als ein Jahr zuvor. Frisches Brot und Brötchen waren 2,9 Prozent teurer.

Kaffee und Fleisch billiger

Dagegen fielen die Preise für Kaffee um 2,5 Prozent, während Fleisch (ohne Geflügel) 2,4 Prozent billiger wurde. Energie kostete 1,4 Prozent weniger, nachdem die Weltmarktpreise für Rohöl wegen der globalen Konjunkturschwäche gefallen waren.

http://www.focus.de/finanzen/news/preisschock-im-supermarkt-lebensmittelpreise-steigen-um-bis-zu-32-prozent_aid_1135341.html

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11.10.2013

Inflation: Lebensmittel-Preise in Deutschland steigen rasant

Im September sind die Preise für Lebensmittel um über vier Prozent angestiegen und auch der teure Strom macht sich in den Taschen der deutschen Steuerzahler bemerkbar. 11,5 Prozent mehr kostete der Strom im September, die Preise für Butter stiegen um fast 30 Prozent.

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Die deutschen Verbraucher-Preise sind im September um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Während die Kosten für Kraftstoffe und Heizöl deutlich zurückgingen, stiegen die Preise für Lebensmittel und Strom, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

Die Preise für Nahrungsmittel nahmen gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,7 Prozent zu. So erhöhten sich die Kosten für Speisefette und Speiseöle um 13,6 Prozent. Vor allem bei der Butter gab es erneut einen erheblichen Sprung. Hier erhöhten sich die Preise um 29,2 Prozent. Aber auch Obst (+6,8%), Gemüse (+6,6%) und Fleisch (+4,2%) waren im September teurer.

Ähnlich deutliche Preissteigerungen fanden sich im September trotz der günstigeren Preisentwicklung für Produkte aus Mineralöl beim Strom und festen Brennstoffen. Strom war 11,5 Prozent teurer als noch vor einem Jahr.

Bereits im August war der Preis für Butter gegenüber August 2012 deutlich gestiegen, um 32,8 Prozent. Die Verbraucher haben bereits darauf reagiert. Wie ein aktueller Bericht der GfK zeigt, ging die Mengennachfrage deutlich zurück und lag im August noch 14 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Die Diskrepanz zwischen kaum merklicher Erhöhung des Bruttolohns, der Niedrigzins Politik Draghis und der Inflation wird immer deutlicher. Seit gut einem Jahr gibt es in Deutschland keine Netto-Lohnsteigerung mehr. Steuern und Inflation fressen die Brutto-Lohnerhöhungen auf (hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/10/11/inflation-lebensmittel-preise-in-deutschland-steigen-rasant/

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29.08.2013

Preise bei Lebensmitteln steigen drastisch

Eigentlich sieht es nach einer erfreulichen Entwicklung aus. Die Preise in Deutschland steigen insgesamt weniger als in den Vormonaten. Doch bei Nahrung ziehen sie stark an – das hat eine Ursache.

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Die Verbraucherpreise in Deutschland steigen wieder langsamer. Sie erhöhten sich im August um voraussichtlich 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden nach vorläufigen Berechnungen mitteilte.

Grund für die vergleichsweise niedrige Preissteigerung sei die moderate Entwicklung der Preise für Mineralölprodukte. Die Teuerung bei Lebensmitteln hingegen liege mit voraussichtlich 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr weiter deutlich über dem Preisanstieg insgesamt.

In den vergangenen Monaten hatten höhere Lebensmittelpreise die Inflation deutlich steigen lassen: Im Juni waren es 1,8 Prozent, im Juli 1,9 Prozent im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat gewesen. Grund für die hohen Nahrungsmittelpreise war vor allem das nasse und kalte Frühjahr: Obst und Gemüse, aber auch Milchprodukte wurden deutlich teurer. Im April hatte die Inflationsrate noch bei 1,2 Prozent gelegen, das war der niedrigste Stand seit August 2010.

„Wer in diesem Sommer vitaminreiche Kost kaufte, musste insbesondere für frisches Obst mehr ausgeben als in den vergangenen Jahren“, schreibt das Statistische Landesamt in Nordrhein-Westfalen zur Preisexplosion in den Lebensmittelregalen. Früchte haben sich im Land an Rhein und Ruhr binnen drei Jahren durchschnittlich um fast ein Viertel verteuert.

Sprit verbilligte sich hingegen vielerorts: In Bayern zahlten die Autofahrer dafür an den Tankstellen 4,8 Prozent weniger als im August 2012, in Nordrhein-Westfalen verbilligten sich Kraftstoffe sogar um 5,3 Prozent. Bei einer Eskalation des Syrien-Konflikts drohen jedoch „deutliche Preissteigerungen bei Rohstoffen“, warnt Stefan Kipar von der BayernLB.

HPI liegt bei 1,6 Prozent

Im Vergleich zum Juli veränderten sich die Verbraucherpreise im August wahrscheinlich nicht, wie die Statistiker weiter erklärten. Der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex lag demnach in diesem Monat um 1,6 Prozent über dem Stand des Vorjahresmonats.

Diese Zahlen werden aber auf Grundlage eines anderen Warenkorbs berechnet. Sie sind Maßstab der Europäischen Zentralbank (EZB), die bei einer mittelfristigen Inflation von knapp unterhalb 2,0 Prozent von stabilen Preisen spricht.

http://www.welt.de/wirtschaft/article119515092/Preise-bei-Lebensmitteln-steigen-drastisch.html

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26.08.2013

Wen die Krise trifft: Lachs und Sekt billig, Fischstäbchen und Korn teuer

Nach Angaben des statischen Landesamts von NRW sind vor allem viele Grundnahrungsmittel massiv im Preis gestiegen. Luxus-Artikel hingegen sind nur wenig teurer geworden. Die Schere zeigt, dass der Bürger den Preis für die Krise zahlt, während diejenigen, die es sich leisten können, von der Krise wenig merken.

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Die Preise für Lebensmittel sind in Deutschland zuletzt stark gestiegen. Eine aktuelle Analyse zeigt nun, dass vor allem die Grundnahrungsmittel von den Preisanstiegen betroffen sind. Die Preise für Luxusnahrung wie Lachs oder Sekt hingegen sind nur minimal höher als vor einem Jahr.

Nach Berechnungen des statistischen Landesamtes von Nordrhein-Westfalen verteuerte sich Luxusnahrung in den vergangenen zwölf Monaten nur um 0,5 Prozent. Der sogenannte Hausmannskost-Index, der Grundnahrungsmittel wie Fischstäbchen, Margarine, Kotelett und Korn enthält, stieg hingegen deutlich um 4,9 Prozent.

Die nordrhein-westfälischen Verbraucherpreise lagen im Juli 2,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Für Deutschland insgesamt lag die Inflation im Juli nach Angaben des Statischen Bundesamtes bei 1,9 Prozent. Auch hier wurden massive Preissteigerungen bei den Grundnahrungsmitteln wie Obst, Gemüse, Milch und Butter festgestellt (mehr hier).

In NRW gab es größere Preissteigerungen bei Quark (+13,6 Prozent), bei Koteletts und Schweineschnitzel (+9,0 Prozent). Feinschmecker litten am ehesten unter dem Preisanstieg für Olivenöl, das nun 13,9 Prozent mehr kostet. „Auch die Versüßung des Lebens mit Sahne (+12,2 Prozent) verteuerte sich überdurchschnittlich“, so die Statistiker.

Leicht billiger hingegen wurden Bohnenkaffee, Champagner, Wildfleisch und Pralinen.

,http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/26/wen-die-krise-trifft-lachs-und-sekt-billig-fischstaebchen-und-korn-teuer/

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13.08.2013

Offizielle Inflation: Deutlicher Preisanstieg bei Lebensmitteln

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind viele Lebensmittel innerhalb nur eines Jahres extrem im Preis gestiegen. Bei Obst, Gemüse, Milch und Butter liegen die Teuerungsraten durchweg im zweistelligen Bereich.

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Die Juli-Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen, dass Lebensmittel innerhalb nur eines Jahres sehr viel teurer geworden sind. Die massive Inflation in der Eurozone wird immer deutlicher.

Die offizielle Inflationsrate lag im Juli bei 1,9 Prozent, berichtet Destatis. Doch dass der Wert des Euro massiv fällt, ist an der Entwicklung der Lebensmittelpreise erkennbar. Bei Obst (+11%), Gemüse (+12%), Milch (+17%), Butter (+31%) und Olivenöl (+18%) liegen die Teuerungsraten durchweg im zweitstelligen Bereich.

Auch der Strom wurde nach Angaben von Destatis innerhalb nur eines Jahres um 12 Prozent teurer. Die Preise für Tabakwaren stiegen um 3,6 Prozent. Kaffee wurde sogar wieder um 4,5 Prozent billiger.

Die offizielle jährliche Teuerungsrate von 1,9 Prozent hat wenig mit der Realität zu tun. Sie kommt aufgrund der statistischen Methoden bei der Zusammenstellung des Warenkorbs zustande (hier). Dass etwa PC-Software nach Angaben von Destatis um 23 Prozent billiger geworden ist, kann kaum auf einen gestiegenen Geldwert zurückgeführt werden.

Das Gelddrucken durch die EZB treibt die Preise in Europa in die Höhe. Dadurch werden nicht nur die Gehälter und Renten real immer weniger wert, sondern auch die Ersparnisse. Daher wird es für viele Deutsche unumgänglich werden, bis zum Alter von 70 Jahren und länger zu arbeiten (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/13/offizielle-inflation-massiver-preisanstieg-bei-lebensmitteln/

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20.01.2013

Nahrungsmittel-Preise: Analyst hält Hyperinflation für möglich

Die Agrarsubventionen in der EU und in den USA haben ihr Ziel verfehlt, denn die Lebensmittelpreise steigen stetig an. Die Abhängigkeit von den großen Industrienationen bedroht die Lebensmittelversorgung. Das Gespenst einer Hyper-Inflation geht wieder um.

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Die weltweiten Agrarsubventionen der westlichen Industrieländer sollten die Lebensmittelpreise eigentlich stabil halten. Das Gegenteil ist der Fall: Die Preise für Agrarprodukte und die Preise für Lebensmittel steigen kontinuierlich an (mehr hier). Der Anstieg würde ohne die Subventionen zwar noch viel dramatischer ausfallen und die Währungen in den USA und Europa destabilisieren. Langfristig gesehen führt das Subventionsmodell jedoch zwangsläufig zur Inflation.

Eine direkte Folge der Subventionen ist der Rückgang der Lagerbestände. Agrarprodukte werden nicht mehr vorrätig produziert, weil das die Preise noch weiter in den Keller treiben würde. Dies wird jedoch zu einer globalen Lebensmittelkrise führen, in der die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln nicht mehr sichergestellt werden kann, erklärt Jeff Nielson, Analyst bei Bullion Bulls Canada.

Dies hätte wiederum zur Folge, dass die Preise aufgrund der massiv ansteigenden Nachfrage schlagartig explodieren. Nielson hält eine Hyperinflation für möglich, bei der auch das Subventionssystem nichts mehr ausrichten könne.

Die USA stellen bereits jetzt ein Drittel der weltweiten Getreide- und Soyaprodukte her. Dadurch steigt nicht nur die globale Abhängigkeit der Ernährungsversorgung von einem einzigen Land, auch die US-Agrarpolitik droht aus den Fugen zu geraten. Bestes Beispiel hierfür ist die hochsubventionierte Herstellung von Bio-Treibstoff, durch die zehn Prozent der weltweiten Getreide-Produktion vernichtet werden.

Hinzu kommt, dass etwa ein Viertel der globalen Nahrungsmittelversorgung durch lange Transportwege verkommt. Ohne die weltweiten Agrarsubventionen würde es viel mehr lokale Anbauflächen für Getreide geben, so Nielson. Die Verschwendung könnte so deutlich reduziert werden.

Das westliche Agrarmodell stellt viele kleine Bauern vor den Bankrott. Am Ende des Kreislaufs steht jedoch der Zusammenbruch der Nahrungsmittelversorgung und des Geldsystems, der letztlich nicht nur die Bauern bedroht, sondern bei Millionen der Ärmsten eine Hungerkatastrophe auslösen kann.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/01/16/nahrungsmittel-preise-analyst-haelt-hyperinflation-fuer-moeglich/

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15.01.2013

Inflationsgefahr: Preise für Lebensmittel deutlich gestiegen

Die Preise für Lebensmittel sind im Dezember 2012 deutlich gestiegen. Für Gemüse etwa mussten die Verbraucher 12 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor, so das Statistische Bundesamt. Auch die Energiepreise waren deutlich höher.

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Die Verbraucherpreise in Deutschland stiegen im Jahresdurchschnitt 2012 gegenüber 2011 um 2,0 Prozent, so das Statistische Bundesamt (zur Pressemitteilung hier). Im Dezember zogen die Preise noch einmal deutlich: Sie lagen um 0,9 Prozent höher als noch im November. Große Preissteigerungen gab es 2012 etwa bei Energie (+ 5,7 Prozent) und bei Nahrungsmitteln (+ 3,2 Prozent).

Zum Jahresende im Dezember 2012 wurden vor allem die Lebensmittel deutlich teurer. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhten sich die Preise für Gemüse (+ 12,0 Prozent), für Obst (+ 9,8 Prozent) und für Fisch und Fleisch (+ 5,6 Prozent). Deutlich teurer waren auch Pauschalreisen (+ 6,9 Prozent), Bekleidung und Schuhe (+ 4,7 Prozent) und Zeitungen (+ 4,2 Prozent). Verbraucherministerin Ilse Aigner geht davon aus, dass auch im Jahr 2013 die Lebensmittelpreise in Deutschland deutlich steigen werden (mehr hier).

Die Ursache der Preiserhöhung liegt sicherlich nicht bei den Produkten, wie es die Formulierung des Bundesamtes vermuten lässt: „Im Jahresvergleich wirkten im Dezember 2012 vor allem Nahrungsmittel und Energie preistreibend.“ Preistreibend wirkt vielmehr das wachsende Angebot an Euros über eine Inflation der Geldmenge (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/01/15/inflationsgefahr-preise-fuer-lebensmittel-deutlich-gestiegen/

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02.01.2013

Lebensmittel lösen Energie als Preistreiber ab

An steigende Strom- und Heizkosten haben sich die Deutschen fast schon gewöhnt. Zum Jahresende melden die Statistiker aber auch eine unerwartet starke Teuerung bei Lebensmitteln und Reisekosten.

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Teure Nahrungsmittel und hohe Reisekosten haben die Geldbörse der Verbraucher zum Jahresende 2012 unerwartet kräftig strapaziert. Waren und Dienstleistungen kosteten im Dezember 2,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte.

Experten hatten mit demselben Preisdruck wie im November gerechnet, als die Inflationsrate unter der Stabilitätsmarke der EZB von knapp zwei Prozent blieb. Binnen Monatsfrist verteuerte sich die Lebenshaltung aber deutlich um 0,9 Prozent. „Ein Preissprung auf breiter Front“, so Commerzbank-Expertin Ulrike Rondorf.

Preisauftrieb gewinnt an Schwung

Zwar herrschte über das Jahr 2012 hinweg betrachtet Preisstabilität – bei einer Teuerungsrate von exakt 2,0 Prozent. Für Nahrungsmittel mussten die Verbraucher zum Jahresende jedoch deutlich tiefer in die Tasche greifen: In Bayern wurden dafür 4,5 Prozent mehr fällig als im Vorjahresmonat. Kraftstoffe verteuerten sich dort um 3,6 Prozent.

Auch die Kosten für Pauschalreisen zogen vielerorts deutlich an. In Sachsen etwa waren sie 6,9 Prozent teurer als im Vorjahr und kosteten 22,8 Prozent mehr als im November.

Nach Ansicht von Ökonom Thilo Heidrich von der Postbank birgt der Anstieg der Verbraucherpreise kaum Gefahren: „Denn so regelmäßig die Preise zum Jahresausklang steigen, so regelmäßig sinken sie zum Jahresauftakt, wodurch die Inflationsrate im Januar wieder leicht nachgeben dürfte.“ Commerzbank-Volkswirtin Rondorf ist skeptischer und sieht sich in ihrer Einschätzung bestätigt, „dass der Preisauftrieb weiter an Schwung gewinnt“.

Noch sorgt die EZB für billiges Geld

Die Kernteuerungsrate, in der Energie und Nahrungsmittelpreise herausfallen, lag 2010 noch unter einem Prozent. Für 2013 rechnet die Commerzbank nicht zuletzt wegen der schneller steigenden Lohnstückkosten bereits mit einem Plus von 1,7 Prozent: „Dies ist zwar noch kein besorgniserregender Wert, allerdings lässt die für Deutschland zu expansive Geldpolitik befürchten, dass die Raten in den kommenden Jahren über zwei Prozent steigen.“

Die EZB kommt bald zu ihrer nächsten Zinssitzung zusammen. Die Hüter des Euro müssen am 10. Januar entscheiden, ob sie den historisch niedrigen Leitzins bei 0,75 Prozent belassen.

Die Kauflaune der Deutschen hatte sich zuletzt zunehmend eingetrübt. Das von den Nürnberger GfK-Marktforschern ermittelte Konsumklima-Barometer für Januar sank um 0,2 auf 5,6 Punkte und fiel nach dem dritten Rückgang in Folge auf den tiefsten Stand seit Dezember 2011.

Die Verbraucher schätzen ihre künftige Finanzlage wieder etwas besser ein als zuletzt. Sie blicken aber besorgt auf die aktuelle Konjunkturflaute und wollen sich deshalb mit Großeinkäufen eher zurückhalten.

Autofahren so teuer wie nie zuvor

Autofahrer mussten 2012 für Benzin so viel bezahlen wie nie zuvor. Wie der ADAC berechnet hat, kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Jahresdurchschnitt 1,598 Euro – 7,6 Cent mehr als 2011. Diesel kostete 1,478 Euro, ein Plus von 6,7 Cent.

Der Mineralölkonzern Aral hatte vergangene Woche ähnliche Zahlen vorgelegt: An den Tankstellen des Konzerns kostete ein Liter Super E5 2012 im Schnitt 1,643 Euro – ein historischer Höchststand.

Aus Sicht des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) haben die Strompreise bedenkliche Höhen erreicht. Für zahlreiche Unternehmen seien die Strompreise zum 1. Januar im zweistelligen Bereich gestiegen, sagte der Präsident des DIHK, Hans Heinrich Driftmann, der „Rheinischen Post“. Die Weitergabe der Kosten sei aber in vielen Branchen nicht möglich. „Auf jeden Fall dämpfen die Preisanstiege die Beschäftigungsentwicklung in 2013.“ Grund für die Verteuerung sind vor allem der kräftige Anstieg der Ökostrom-Umlage (EEG) und höhere Netzentgelte.

Deutsche ziehen sich warm an

Jeder zweite Deutsche (46 Prozent) ist inzwischen bereit, die Raumtemperatur zu senken und sich dafür wärmer anzuziehen. Das geht aus einer allerdings nicht-repräsentativen Befragung der Prüforganisation Dekra hervor.

Vier von zehn Bundesbürger senkten demnach die Raumtemperatur. Mit 86 Prozent achtet eine große Mehrheit etwa beim Kochen oder bei der Beleuchtung auf einen geringeren Stromverbrauch.

Für die gestiegenen Energiekosten machen vier von fünf Deutschen vornehmlich die Preispolitik der Energiekonzerne verantwortlich. Als weiteren Kostentreiber sehen knapp zwei Drittel der Befragten die Energiewende (63 Prozent). Trotzdem stehen drei Viertel der Befragten hinter der Energiewende.

http://www.welt.de/wirtschaft/article112362421/Lebensmittel-loesen-Energie-als-Preistreiber-ab.html

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06.12.2012

Investment-Guru: Welt steht vor gigantischer Hungerkatastrophe

Die Produktion von Phosphor wird in den kommenden Jahrzehnten ihren Höhepunkt erreichen, sagt der Investor Jeremy Grantham. Doch ohne diesen unersetzlichen Bestandteil für Dünger werde die Menschheit verhungern. Hinzu komme, dass das zur Verfügung stehende Ackerland und der daraus mögliche Ertrag begrenzt seien.

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Der Investor Jeremy Grantham hat eine Untersuchung veröffentlicht, nach der auf unserem Planeten nur 1,5 Milliarden Menschen leben können. Derzeit liegt die Weltbevölkerung bei circa 7 Milliarden – bis 2050 sollen es sogar 9 Milliarden Menschen sein. Deshalb würden die meisten von uns verhungern, zitiert Business Insider den Investor. Schon heute bereiten die hohen Lebensmittelpreise selbst in den USA große Probleme (mehr hier).

Grantham begründet seine Untergangsprognose damit, dass die weltweiten Vorkommen an Phosphor in den kommenden Jahrzehnten aufgebraucht sein werden. Phosphor aber ist ein wesentlicher Bestandteil von Düngemitteln und kann bisher durch nichts anderes ersetzt werden. Fehlt der Dünger-Rohstoff, wird es nicht mehr möglich sein, ausreichend Nahrungsmittel zu produzieren. Wenn kein Ersatz gefunden wird, werden Millionen Menschen verhungern, so der Investor.

Nur durch den Einsatz von Düngemitteln und Schädlingsbekämpfung konnte in der Vergangenheit der Ertrag pro Quadratkilometer immer weiter gesteigert werden. Doch es gibt Grenzen dafür, was aus einer Ackerfläche herauszuholen ist. Granthams Untersuchung zeigt nun, dass die Ertragssteigerungen in der Landwirtschaft mit dem Bevölkerungsanstieg nicht mehr werden mithalten können, wenn der Trend der letzten Jahrzehnte anhält. Und da die verfügbare Ackerfläche kaum zunimmt, würde dies dazu führen, dass die landwirtschaftlichen Erträge relativ zur Bevölkerung abnehmen. Die Folge wäre massenhafter Hunger.

Seit Jahrhunderten werden immer wieder Szenarien heraufbeschworen, in denen sich die wachsende Weltbevölkerung nicht mehr ernähren kann. Der bekannteste von ihnen war der Engländer Thomas Robert Malthus, der um 1800 einen gefährlichen Zusammenhang erkannte. Wenn sich die Weltbevölkerung exponentiell vermehrt, die technologische Entwicklung jedoch nur linear voranschreitet, dann führt dies notwendig zur Katastrophe. Doch seit Jahrhunderten sind diese Prognosen falsch, vor allem deshalb, weil die Untergangspropheten den möglichen technischen Fortschritt weit unterschätzt haben.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/12/06/investment-guru-welt-steht-vor-gigantischer-hungerkatastrophe/

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14.10.2012

UN warns of worldwide food crisis in 2013

World grain reserves are so dangerously low that severe weather in the US or other food-exporting countries could trigger a hunger crisis next year.

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Failing harvests in the US, Ukraine and other countries this year have eroded reserves to their lowest level since 1974. The US, which has experienced record heatwaves and droughts in 2012, now holds in reserve a historically low 6.5% of the maize that it expects to consume in the next year, says the United Nations.

„We’ve not been producing as much as we are consuming. That is why stocks are being run down. Supplies are now very tight across the world and reserves are at a very low level, leaving no room for unexpected events next year,“ said Abdolreza Abbassian, a senior economist with the UN Food and Agriculture Organisation (FAO). With food consumption exceeding the amount grown for six of the past 11 years, countries have run down reserves from an average of 107 days of consumption 10 years ago to under 74 days recently.

Prices of main food crops such as wheat and maize are now close to those that sparked riots in 25 countries in 2008. FAO figures released this week suggest that 870-million people are malnourished and the food crisis is growing in the Middle East and Africa. Wheat production this year is expected to be 5.2% below 2011, with yields of most other crops, except rice, also falling, says the UN.

The figures come as one of the world’s leading environmentalists issued a warning that the global food supply system could collapse at any point, leaving hundreds of millions more people hungry, sparking widespread riots and bringing down governments. In a shocking new assessment of the prospects of meeting food needs, Lester Brown, president of the Earth policy research centre in Washington, says that the climate is no longer reliable and the demands for food are growing so fast that a breakdown is inevitable, unless urgent action is taken.

‚World is living one year to the next‘

„Food shortages undermined earlier civilisations. We are on the same path. Each country is now fending for itself. The world is living one year to the next,“ he writes in a new book.

According to Brown, we are seeing the start of a food supply breakdown with a dash by speculators to „grab“ millions of square kilometres of cheap farmland, the doubling of international food prices in a decade, and the dramatic rundown of countries‘ food reserves.

This year, for the sixth time in 11 years, the world will consume more food than it produces, largely because of extreme weather in the US and other major food-exporting countries. Oxfam last week said that the price of key staples, including wheat and rice, may double in the next 20 years, threatening disastrous consequences for poor people who spend a large proportion of their income on food.

In 2012, according to the FAO, food prices are already at close to record levels, having risen 1.4% in September following an increase of 6% in July.

„We are entering a new era of rising food prices and spreading hunger. Food supplies are tightening everywhere and land is becoming the most sought-after commodity as the world shifts from an age of food abundance to one of scarcity,“ says Brown. „The geopolitics of food is fast overshadowing the geopolitics of oil.“

His warnings come as the UN and world governments reported that extreme heat and drought in the US and other major food-exporting countries had hit harvests badly and sent prices spiralling.

„The situation we are in is not temporary. These things will happen all the time. Climate is in a state of flux and there is no normal any more.

„We are beginning a new chapter. We will see food unrest in many more places.

„Armed aggression is no longer the principal threat to our future. The overriding threats to this century are climate change, population growth, spreading water shortages and rising food prices,“ Brown says. – © 2012 Guardian News and Media Limited

http://mg.co.za/article/2012-10-14-un-warns-of-worldwide-food-crisis-in-2013

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11.10.2012

Lebensmittel: Preisexplosion überrascht deutschen Großhandel

Die Preise für Lebensmittel sind in diesem Jahr überraschend stark gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Preis sogar doppelt so stark wie erwartet. Im Großhandel ist das der stärkste Preisschub seit November 2011.

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Der deutsche Großhandel wurde im September von einer Preisexplosion überrascht. Die Waren verteuerten sich um insgesamt 4,2 Prozent und damit um einen Prozentpunkt stärker, als von Experten erwartet, berichtet Reuters. Im Vergleich zum Vormonat ist der Preisanstieg sogar doppelt so hoch wie erwartet. Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse stiegen um 11,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte.

Besonders hoch kletterten die Preise von Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermittel. Im Vergleich zum Vorjahr gab es dort einen Preiszuwachs um 15,4 Prozent. Fleischwaren wurden um 8,3 Prozent teurer und die Preise von Obst, Gemüse und Kartoffeln steigen um fünf Prozent. Den tiefsten Preissturz verzeichneten Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze mit 21,3 Prozent.

Diese Entwicklungen deuten daraufhin, dass auch die Lebensmittelpreise für die Konsumenten ansteigen werden (hier), da der Einzelhandel auf den Preisanstieg beim Einkauf reagieren wird. Nicht nur dies: Auch eine Erhöhung der Ökostrompreise wird auf die Verbraucher zukommen (mehr hier). Dieser Trend birgt erhöhte Inflationsgefahr (hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/10/11/lebensmittel-preisexplosion-ueberrascht-deutschen-grosshandel/

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31.08.2012

Weltbank: Preisexplosion bei Lebensmitteln bedroht Millionen Menschen

Die Nahrungsmittelpreise sind innerhalb eines Monats durchschnittlich um 10 Prozent gestiegen, warnt der Präsident der Weltbank. Besonders Mais und Soja hätten historische Höchststände erreicht. Das bedrohe die Gesundheit und das Wohlergehen von Millionen Menschen.

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Die enorm gestiegenen Preise für Nahrungsmittel haben ein gefährliches Hoch erreicht, warnt der Weltbank-Präsident Jim Ying Kim. „Die Lebensmittelpreise sind wieder stark gestiegen und bedrohen die Gesundheit und das Wohlergehen von Millionen von Menschen“, sagte er in einer Mitteilung der Weltbank. „Afrika und der Nahe Osten sind besonders gefährdet, aber auch Menschen in anderen Ländern, wo die Getreidepreise jäh in die Höhe gegangen sind.“

So seien nach dem jüngsten Nahrungsmittelbericht der Weltbank die Nahrungsmittelpreise allein von Juni auf Juli durchschnittlich um 10 Prozent gestiegen. Mit einem Plus von 25 Prozent und 17 Prozent erreichten Mais und Soja einen historischen Höchststand. Dies seien jedoch nur die durchschnittlichen Werte. Bestimmte Länder seien extrem stark betroffen. In Mosambik beispielsweise ist der Preis für Mai um 113 Prozent gestiegen. In der Sahelzone und in Ostafrika seien die Preise für Hirse rasant angestiegen. „220 Prozent in Südsudan und 180 Prozent im Sudan zum Beispiel“, teilte die Weltbank mit.

Der Preis für Reis sei um 4 Prozent gefallen. Aber die Asiatische Entwicklungsbank warnte erst kürzlich vor einem Preisschock, falls es wieder zur Errichtung von Exportschranken und Panikkäufen käme. Zwar rechnet die Weltbank noch nicht mit solchen Entwicklungen, aber die „Märkte achten sehr sorgfältig, wie sich Ex- und Importeure verhalten“, heißt es in der Mitteilung.

Neben der verheerenden Dürre in den USA, die zu Verlusten bei der Mais- und Sojaernte führte, habe beispielsweise auch die extreme Hitze in Russland, der Ukraine und in Kasachstan die Weizenernte verringert. Doch das letzte Wort sei noch nicht gesprochen, so die Weltbank. So blieben etwa das Ausmaß und die Dauer von El Niño noch ungewiss. Dieser könnte zu Überschwemmungen in Argentinien und weiteren Dürren wie etwa in Australien führen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/08/31/weltbank-preisexplosion-bei-lebensmitteln-bedroht-millionen-menschen/

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24.08.2012

Wetten auf Hunger beschert Agrar-Spekulanten satte Renditen

Die Jahrhundert-Dürre in den USA lässt die Preise für Agrarrohstoffe explodieren: Mais, Weizen und Soja werden immer teurer – sehr zum Leidwesen der verarmten Regionen der Welt.

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Zugleich sind die lebenswichtigen Grundnahrungsmittel Renditeobjekte, auf deren Wertentwicklungen Spekulanten an den Finanzmärkten zocken. Die aktuelle Diskussion um Lebensmittelknappheit hat etliche kontroverse Facetten: Vom Klimawandel über Verschwendung, Exportsubventionen und Biosprit-Förderung in den Wohlstandsstaaten – das Empörungspotenzial ist hoch. Doch die Kombination von Hunger und Spekulation gilt als der ultimative Aufreger.Einige deutsche Banken haben sich deshalb zuletzt aus dem Geschäft zurückgezogen. Dabei ist das globale Finanzkasino bei der aktuellen Zuspitzung der Nahrungskrise nicht der Hauptverdächtige: «Der jüngste Preisanstieg bei Agrarrohstoffen geht vor allem eine massive wetterbedingte Verschlechterung der Ernteaussichten zurück», sagt Experte Eugen Weinberg von der Commerzbank.

Die Rekordhitze in den USA hat verheerende Folgen. Auch in anderen wichtigen Anbaugebieten in Südeuropa, den GUS-Staaten und Südamerika sind die Klimabedingungen ungünstig. Große Teile der Ernte fallen aus.

Das rapide sinkende Angebot lässt die Preise nach oben schießen. Mais und Weizen kosten mehr als 50 Prozent mehr als noch vor rund zwei Monaten. Soja hat sich um etwa ein Drittel verteuert. Das ruft Spekulanten auf den Plan. Zumal: Geld zum Anlegen ist genug da – die großen Notenbanken haben den Globus im Kampf gegen die Finanzkrise mit Liquidität geflutet. Zugleich befindet sich das Zinsniveau auf Rekordtief.

«Investoren können angesichts der demografischen Entwicklung und der starken Nachfrage aus den Emerging Markets vom wachsenden Hunger nach Rohstoffen profitieren», erklärt Rolf Tilmes, Vorstand des Financial Planning Standards Board Deutschland, einem Finanzberater-Verband.

Was Vermögensverwalter als lukrativ preisen, prangern Entwicklungshelfer als Missstand an. Denn Rohstoffkontrakte bieten sich hervorragend zum Zocken an. «Rohstoffmärkte sind physische Märkte und weisen deshalb zusätzliche Besonderheiten auf», sagt zwar Finanzberater Tilmes.

Anders als bei Aktien oder Anleihen werden keine Anteile an Unternehmen oder verbriefte Schuldscheine gehandelt, sondern in der Regel reale Güter auf Termin. Dafür werden an den internationalen Rohstoffbörsen Warenterminkontrakte angeboten. Die heißen im Fachjargon «Futures». Diese Instrumente gibt es schon seit Jahrhunderten. Sie haben ihre Berechtigung, da Produzenten und Agrarhändler sich damit gegen Preisschwankungen absichern können, indem sie frühzeitig Verträge über zukünftige Lieferungen vereinbaren.

Aber: Spekulanten, die gar kein Interesse an der Lieferung der Waren haben, nutzen sie, um auf steigende oder sinkende Preise zu wetten. Zwar gilt ein gewisses Maß an Spekulation als erwünscht, da es die Märkte stabilisiert. Zudem bestreitet die Finanzlobby vehement jegliche Schädlichkeit von Agrarwetten.

Doch seit Banken und Hedgefonds mit allen möglichen komplexen Finanzkonstrukten und hohen Fremdkapitalhebeln agieren, ist das Maß aus Sicht vieler Experten voll. Laut der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat das Kapital an den Terminmärkten seit dem Jahr 2000, als diese Börsen für Investoren geöffnet wurden, von 15 Milliarden auf 600 Milliarden Dollar zugenommen.

Im Juli 2012, dem heißesten Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in den USA, stieg das Volumen der an der weltgrößten Warenterminbörse CBOT in Chicago gehandelten Futures auf Agrarrohstoffe im Jahresvergleich um 46 Prozent. Pro Tag wechselten im Durchschnitt 1,4 Millionen Kontrakte den Besitzer, wie aus der Monatsstatistik der Betreibergesellschaft CME hervorgeht.

Foodwatch zufolge beträgt der Anteil der zu spekulativen Zwecken gehaltenen Futures 80 Prozent. Weltweit hungern etwa eine Milliarde Menschen. Jeder Prozentpunkt Preisanstieg geht zu ihren Lasten. (dpa)

http://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Agrarwirtschaft/Agrar-Spekulanten_article1345803341.html

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22.08.2012

Bauernverband kündigt steigende Lebensmittelpreise an

Die erwarteten Ernteausfälle in den USA lassen hierzulande die Futtermittelpreise steigen. Der Deutsche Bauernverband will die Kosten an die Verbraucher weitergeben.

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Der Deutsche Bauernverband rechnet mit steigenden Fleisch- und Milchpreisen. Die höheren Futtermittelpreise würden an die Verbraucher weitergegeben werden, kündigte der Präsident des Bauernverbandes, Joachim Rukwied, in Berlin an. „Fleisch und Milch brauchen Preise, die die Erzeugungskosten decken“, sagte der Verbandschef. Die Preise für Lebensmittel würden aber nicht durch die Decke gehen. Lebensmittelpreise seien bisher inflationshemmend gewesen und würden sich jetzt im Rahmen der allgemeinen Inflation bewegen.

Ursache für den Anstieg der Futtermittelpreise sind unter anderem erwartete Ernteausfälle in den USA, einem der größten Maisanbaugebiete der Welt.

Aktuell übersteigt der Verbrauch das Angebot. Nur wenn die Notierungen steigen, geht auch die Nachfrage zurück. Wird weiterhin so viel Mais gekauft wie bislang, werden die Silos leer sein, bevor die Ernte des nächsten Jahres eingefahren wird. Mais steht jetzt bei etwas mehr als 8 Dollar das Bushel. Bei diesem Preis jedoch dürfte die Nachfrage nicht sinken, schätzen Händler.

https://www.ftd.de/politik/deutschland/:duerre-bauernverband-kuendigt-steigende-lebensmittelpreise-an/70079814.html

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15.08.2012

Lebensmittelkrise erreicht Europa: Preise für Mais explodieren

Weil die Futtermittel für die Viehzucht weltweit massiv teurer werden, bekommt auch die europäische Lebensmittelindustrie Probleme. Die Mehrkosten könnten schon bald an die Konsumenten weitergereicht werden. Die UN erwarten weiter steigende Futtermittelpreise.

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Die hohen Lebensmittelpreise werden nun auch zum Problem für die europäische Nahrungsmittelindustrie. Die hohen Preise auf dem Weltmarkt für Mais und Soja wirken sich auf die Viehzucht in Europa aus.

Wir sehen bereits, dass die Preise in der Futtermittelbranche steigen und in der Tat gibt es beireits eine Menge Probleme mit der Viehhaltung. Einige Viehzüchter sprechen bereits über die Einrichtung einer Art Unterstützung für den Milchsektor“, sagt Concepcion Calpe, Ökonom der Welternährungsorganisation der Verenten Nationen (FAO).

Noch kann nicht abgeschätzt werden, wie stark die gestiegen Kosten für Futtermittel direkt an die Kunden weitergegeben werden. Die EU-Kommission versucht jedenfalls zu beruhigen: „Auch wenn Haushalte besorgt sind, können zu diesem Zeitpunkt noch keine wirklichen Auswirkungen festgestellt werden. Sollte es tatsächlich welche geben, würden diese erst verzögert auftreten“, sagte ein Sprecher der Kommission am Dienstag.

Die FAO geht allerdings davon aus, dass die Preise für Futtermittel noch weiter steigen könnten, sollte es zu zusätzlichen Versorgungsengpässen kommen. Die Höchstpreise, die in den Jahren 2007 und 2008 auftraten wären allerdings auch durch die Panikmache von Politikern und den Medien verursacht worden, sagte Calpe.

Aufgrund der stärksten Dürre seit Jahrzehnten ist in den USA der Preis für Getreide bereits um 23 Prozent gestiegen (mehr hier). Eine Folge davon sind die höchsten Kosten für Futtermittel seit 24 Jahren. Trotz der enormen Preise landen in den USA nach wie vor 40 Prozent des Getreides in der Produktion von Biokraftstoffen (mehr hier). Von dieser Entwicklung hängt auch Europa ab: Die EU importierte beispielsweise in den Jahren 2008 und 2009 je 33 Millionen Tonnen Soja und 4 Millionen Tonnen Mais.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/08/15/lebensmittelkrise-erreicht-europa-preise-fuer-mais-explodieren/

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11.08.2012

Ernteausfälle grösser als befürchtet

Die Farmer in den USA werden in diesem Jahr deutlich weniger produzieren. Die UNO-Welternährungsorganisation fordert deshalb, die Produktion von Biosprit zu drosseln.

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Die Rekordhitze in den USA hat weitaus grössere Schäden auf den Feldern angerichtet als bislang gedacht. Das Landwirtschaftsministerium in Washington senkte am Freitag wegen der schlimmsten Dürreperiode im Land seit mehr als 50 Jahren seine Prognose für die Ernte deutlich.

Dies wiederum trieb die ohnehin stark gestiegenen Preise für viele Getreidesorten weiter in die Höhe. Die USA sind der grösste Mais- und Sojaproduzent der Welt.

Für Mais geht das Landwirtschaftsministerium nun von einer Produktion von 10,8 Milliarden Scheffeln (rund 274 Mio Tonnen) aus – das ist der niedrigste Wert seit 2006. Das Ministerium hatte noch im Juli mit rund 13 Milliarden Scheffeln gerechnet.

Das bedeutet, dass durch die Temperaturen von über 40 Grad in vielen Teilen des Landes und die anhaltende Trockenheit binnen eines Monats ein Sechstel der Maisernte vernichtet wurde.


Geringster Ertrag seit 1995 bei Getreideernte

Auch die Getreideernte dürfte in diesem Jahr rund 13 Prozent niedriger ausfallen als 2011. Damit werde der Ernteertrag der geringste seit 1995 sein und die dritte schlechte Getreideernte in Folge.

Dabei nutzen die Farmer heute mehr Flächen zum Anbau als früher. Die amerikanischen Farmer erwarte der niedrigste Flächenertrag seit 17 Jahren, hiess es. Auch bei Sojabohnen drohen massive Ernteausfälle.

Dies beförderte Ängste vor einer weltweiten Verteuerung der Nahrungsmittelpreise, die 2008 in vielen Ländern – darunter in Ägypten, Kamerun oder Haiti – soziale Unruhen ausgelöst hatte. Allein im Juli sind die weltweiten Lebensmittelpreise nach Berechnungen der UNO durchschnittlich um sechs Prozent gestiegen.

USA sollen Biosprit-Produktion drosseln

Nach den jüngsten Angaben der Weltbank von Ende Juli haben die Preise für wichtige Nahrungs- und Futtermittel seit Mitte Juni stark angezogen: der Preis für Weizen um 50 Prozent, der für Mais um 45 Prozent. Der Preis für Soja kletterte seit Anfang Juni um 30 Prozent, seit Ende 2011 sogar um 60 Prozent.

Die Hilfsorganisation Oxfam warnte vor verheerenden Konsequenzen für die Armen. Oxfam und die UNO-Welternährungsorganisation FAO forderten die USA deshalb am Freitag dazu auf, den Anbau von Biosprit zu drosseln. Jetzt müsse die Produktion von Nahrungsmitteln Vorrang haben.

Erschwerend kommt hinzu, dass japanische Meteorologen gestern auch vor einem El Niño gewarnt haben, der bereits aufgetreten sei und möglicherweise bis zum Winter anhalten werde. Das Wetterphänoment, das alle paar Jahre auftritt, führt zu einer starken Erwärmung des Pazifiks, was wiederum unter anderem zu Trockenheit in Australien führt. Das würde bedeuten, dass auch die Getreideernte in Australien gefährdet ist.

An der Börse in Chicago kletterten die Preise für Mais derweil am Freitag auf ein neues Allzeithoch.

http://www.20min.ch/ausland/news/story/Ernteausfaelle-groesser-als-befuerchtet-23325204

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10.08.2012

Trotz Lebensmittelkrise: USA verwenden 40% des Getreides für Kraftstoff Ethanol

Die schlimmste Dürre seit einem halben Jahrhundert treibt die Lebensmittelpreise in die Höhe. Angesichts der großen Mengen an Getreide, die in den USA zur Produktion vom Kraftstoff Ethanol verwendet werden, ist dies nicht verwunderlich. 40 Prozent des Getreides werden dazu genutzt. Nun fordert die Uno den sofortigen Stopp dieser Produktion.

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40 Prozent der amerikanischen Maisernte fließen dank eines Mandats des US-Kongresses in die Produktion des Kraftstoffs Ethanol. Doch die steigenden Lebensmittelpreise erhöhen nun den Druck auf die Regierung, dieses Mandat auszusetzen. Nachdem die USA in diesem Jahr den heißesten Juli seit 117 Jahren hatten und die größte Dürre seit einem halben Jahrhundert durchlebten, steigen die Lebensmittelpreise. Die Preise für Mais, Soja und Weizen sind seit Juni zwischen 30 und 50 Prozent gestiegen. Und da die USA fast die Hälfte des weltweiten Mais exportiert, ein Drittel der weltweiten Ernte von Sojabohnen unterhält und bis zu einem Fünftel des weltweiten Weizens produziert, haben die derzeitigen Veränderungen einen erheblichen Einfluss auf den globalen Agrarmarkt.

Aus diesem Grund hat die UNO nun einen sofortigen Stopp der staatlich verordneten US-Ethanol-Produktion gefordert. Damit erhöht sich der Druck auf die amerikanische Regierung, denn auch Viehzüchter, Milchproduzenten, aber auch Abgeordnete hatten bereits Alarm geschlagen. José Graziano da Silva, Direktor der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO schrieb in einem Kommentar der FT, dass eine vorübergehende Reduzierung dieser Quote „dem Markt eine Atempause verschaffen und es ermöglichen würde, mehr Getreide als Nahrung und Tierfutter zu nutzen“. Zwar gebe es noch keine Krise, doch die schwere Dürre in den USA mache die globalen Märkte „höchst anfällig” für weitere Erschütterungen. „Die Risiken sind hoch und die falschen Antworten auf die aktuelle Situation könnten“ eine Krise erst schaffen.

Aber einige Experten geben zu bedenken, dass eine solche Aussetzung geringere Auswirkungen auf die Nahrungsmittelpreise haben könnte, als erwartet. Selbst bei einem Stopp des Mandats würden die US-Raffinerien Milliarden Gallonen Ethanol brauchen, um ihre umweltbezogenen Spezifikationen von Kraftstoffen zu erreichen. Zudem ist Ethanol derzeit ein riesiger Bestandteil der weltweiten Energieversorgung und die Aussetzung des Mandats könnte den Ölpreis anheben. Der US-Landwirtschaftsminister, Tom Vilsack, argumentiert, dass die US-Biokraftstoff-Industrie die Benzinpreise gesenkt und Arbeitsplätze geschaffen habe. Darüber hinaus, so Vilsack, hätten die gestiegenen Preise die Ethanol-Produktion bereits eingedämmt. Durch eine Aussetzung des Mandats könne nicht das erreicht werden, „wovon einige Leute glauben, dass es passieren würde“, sagte er in einem Interview mit der FT.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/08/10/trotz-lebensmittelkrise-usa-verwenden-40-des-getreides-fuer-kraftstoff-ethanol/

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