JP Morgan Chronik

07.11.2014

Wie JP Morgan und die US-Regierung die Öffentlichkeit täuschten

JP Morgan Chase sollte für Vergehen in der Finanzkrise 13 Milliarden Dollar zahlen. Die faulen Details dieser Einigung zwischen Bankchef Jamie Dimon und US-Justizminister enthüllt jetzt eine Whistle-Blowerin im Magazin „Rolling Stone“.

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Die Meldung ging im Oktober 2013 um die Welt: Die US-Großbank JP Morgan Chase zahle eine Strafe von 13 Milliarden Dollar für Vergehen im Zusammenhang mit der US-Hypothekenkrise aus der später die weltweite Wirtschaftkrise wurde. Darauf hätten sich JP-Morgan-Chef Jamie Dimon und US-Generalstaatsanwalt – sprich: Justizminister – Eric Holder geeinigt, hieß es. Die Summe markiere die höchste Strafe in der US-Geschichte, eine weitere Strafverfolgung von JP Morgan sei indes nicht ausgeschlossen.

Ein Sieg der Gerechtigkeit also, wie es schien. Verantwortliche an der Wall Street werden zur Rechenschaft gezogen für das Unheil, das sie mit rücksichtslosen Investmentgeschäften über die Welt gebracht hatten.

Doch dieser Schein trügt womöglich. Ein genauer Blick zeigt: Die Einigung zwischen der Bank und der US-Regierung auf die Rekordstrafe ist wohl weniger ein Triumph der Ermittler, sondern vielmehr ein fauler Kompromiss.

Mehr noch: Wenn stimmt, was das US-Magazin „Rolling Stone“ mit Verweis auf eine Ex-Mitarbeiterin von JP Morgan als Quelle berichtet, dann ist sogar JP Morgan der größte Gewinner bei diesem Arrangement. Dem US-Justizministerium dagegen war offenbar mehr an einem öffentlichkeitswirksamen Ende der Ermittlungen als an echter Aufklärung gelegen. Was schon daran zu erkennen ist, dass die Ermittler mit ihrer wichtigsten Zeugin – eben jener Quelle des „Rolling Stone“ – bis zur Einigung mit JP dem Bericht zufolge nie wirklich gesprochen haben.

Ein ominöses 900-Millionen-Dollar-Kreditpaket

Doch der Reihe nach: Die Geschichte, die Alayne Fleischmann dem „Rolling Stone“ erzählt hat, handelt von Bankern, Finanzaufsehern und Staatsanwälten. Von Betrug und Vertuschung. Und von jeder Menge Lügen.

Dem Bericht zufolge stieg Fleischmann als Juristin 2006 bei JP Morgan ein. Von Beginn an war sie ins boomende Geschäft mit Hypothekenpapieren involviert. Wie so ziemlich alle Banken zu jener Zeit kaufte JP im großen Stil Kredite ein, verschnürte sie zu Paketen und platzierte diese als Wertpapiere bei Investoren.

Diese Geschäfte waren später die Keimzelle der Finanzkrise, weil sich die Hypothekenpapiere als alles andere als werthaltig erwiesen (Stichwort: Subprime!) und viele der Investments in sich zusammenfielen.

Fleischmann erkannte Hinweise darauf bereits 2006. Im Dezember bekam sie ein Kreditpaket im Volumen von 900 Millionen Dollar auf den Tisch, von einem Immobilienfinanzierer namens Greenpoint. Schnell erkannte die Finanzjuristin, dass diese Kredite anders waren als bisherige. Sie waren schon vor längerer Zeit ausgegeben worden, was nach Ansicht Fleischmanns ein Hinweis darauf war, dass schon andere Banken ihren Ankauf abgelehnt oder gar Investoren damit schlechte Erfahrungen gemacht hatten.

2. Teil: JP-Chef Dimon bot Justizminster Milliarden für geräuschlose Einigung

Als die JP-Bankerin das Thema jedoch intern ansprach, hatte sie keinen Erfolg. Im Gegenteil: Anstatt die fraglichen Darlehen aus dem Verkehr zu ziehen, entschied sich die Bank, die Beurteilungen zu den Papieren zu beschönigen. So konnten die Greenpoint-Kredite wie gewünscht an Investoren weitergereicht werden.

Dem Bericht im „Rolling Stone“ zufolge intervenierte Fleischmann daraufhin explizit bei ihrem Vorgesetzten, was später angeblich im Rahmen der Untersuchung auch von JP Morgan eingestanden wurde. Demnach warnte die Mitarbeiterin: „Die Bank kann nicht Hoch-Risiko-Kredite als Niedrig-Risiko-Kredite verkaufen, ohne Betrug zu begehen.“

Genau das tat JP Morgan aber, wie inzwischen klar ist. Wie der „Rolling Stone“ ebenfalls berichtet, gibt es verschiedene weitere hinweise darauf, dass in der Bank einigen Verantwortlichen klar gewesen sein muss, dass die Aktivitäten rund um die Subprime-Kredite nicht ok waren. Abteilungsleiter hätten ihre Mitarbeiter beispielsweise angehalten, nichts Schriftliches über die Vorgänge zu verfassen, heißt es (keine Emails!).

Später enthüllte zudem das Magazin „Fortune“, Bankchef Jamie Dimon habe gegenüber Managern seines Hauses schon im Oktober 2006 gesagt, dass bestimmte Papiere zu gefährlich für JP seien und sie deshalb abgestoßen werden müssten.

Haarsträubende Details

Kurzum: Es ist offensichtlich, dass bei JP Morgan bis zum Ausbruch der Finanzkrise 2008 bewusst gemauschelt wurde, um durch den Verkauf fauler Kreditpapiere an ahnungslose Investoren viel Geld zu verdienen.

Die Frage ist jedoch: Wurde diesen Vorgängen im Rahmen der späteren Ermittlungen von Finanzaufsicht und Justizministerium wirklich auf den Grund gegangen? Wurden alle Vergehen offengelegt, bevor es zur Einigung mit JP und der Milliardenstrafe kam?

Nein, sagt Alayne Fleischmann im „Rolling Stone“. Im Gegenteil: Die angebliche Aufklärung sei in Wahrheit eher eine gigantische Vertuschung gewesen. Als Beleg liefert die Whistle-Blowerin ein detaillierte Schilderung der Abläufe aus ihrer Sicht, mit zum Teil haarsträubenden Details.

Zum Beispiel

wurde Fleischmann von den Behörden als Kronzeugin geführt. Tatsächlich habe bis zur Einigung mit JP Morgan aber kein einziger Ermittler wirklich mit ihr zu den fraglichen Vorgängen gesprochen.

habe JP-Morgan-Chef Dimon eine vom US-Justizministerium angesetzte Pressekonferenz im September 2013, auf der eine scharfe Bestrafung der Bank wegen Betrugs bekannt gegeben werden sollte, persönlich verhindert. Dimon habe beim Justizminister angerufen und eine Milliardensumme für eine geräuschlose Einigung geboten, zitiert der „Rolling Stone“ an der Stelle die „New York Times“.

musste Fleischmann plötzlich in der Zeitung lesen, dass eine Ex-JP-Mitarbeiterin den Ermittlern als Kronzeugin diene. Eine Beschreibung, die offensichtlich auf sie zugeschnitten war. Wohl gemerkt: Noch immer hatte niemand von den Behörden sie befragt.

Letztlich, so Fleischmanns Erkenntnis, habe US-Justizminister Holder sie lediglich als Druckmittel benutzt. An einer Aufklärung der unseriösen Bankgeschäfte sei dem US-Chefjuristen nie gelegen gewesen. Eher schon daran, so viel Geld wie möglich aus JP-Morgan-Chef Dimon zu pressen.

3. Teil: Warum die 13 Milliarden Dollar Strafe nie gezahlt werden

Mit Erfolg: Nachdem Dimon bereits neun Milliarden Dollar geboten habe, so der „Rolling Stone“, sei es zu der Einigung über 13 Milliarden gekommen. Doch auch in diesem „Settlement“ sitzt nach Angaben von Ex-JP-Frau Fleischmann ein dicker Wurm. Zum einen ist die Erklärung, in der die Bank angeblich ihre Vergehen bekennt, nach Angaben der Juristin nicht mehr als ein Wischi-Waschi-Papier, in dem im Grunde nichts Substanzielles stehe.

Zum anderen handelt es sich bei der vermeintlichen Rekordstrafe von 13 Milliarden Dollar offenbar um einen Phantombetrag, der tatsächlich niemals fließen wird. Enthalten seien nämlich allein schon vier Milliarden Dollar an Nachlässen gegenüber Kunden, die nach Angaben Fleischmanns nur in seltenen Fällen zum Tragen kommen.

Außerdem rechnet die Insiderin vor, die Einigung ermögliche JP Morgan eine Steuerabschrift von sieben Milliarden Dollar. Hinzu komme noch, dass die Aktie der Bank nach Bekanntwerden des Kompromisses sofort um 6 Prozent in die Höhe gesprungen sei, was den Teilhabern einen Vermögenszuwachs von zwölf Milliarden Dollar beschert habe.

Bankchef Dimon schließlich könne sich am glücklichsten schätzen: Im Jahr der angeblichen Strafzahlung erhöhten die JP-Verantwortlichen sein Gehalt massiv auf fürstliche 20 Millionen Dollar.

Und Kronzeugin Fleischmann? Ihre Aussagen im „Rolling Stone“ sind eine Premiere und offenbar ein Wagnis zugleich. JP Morgan versucht sie angeblich weiter systematisch am Reden zu hindern. Investoren, die die Bankerin als Zeugin in Schadensersatzprozessen gegen die Bank engagieren wollen, lässt das Institut demnach regelmäßig abblitzen.

Alayne Fleischmann könnte alles haarklein aufklären, schreibt der „Rolling Stone“. Aber niemand lässt sie.

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/banken/wie-jp-morgan-und-die-us-regierung-die-oeffentlichkeit-taeuschten-a-1001681.html

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06.08.2014

Manipulations-Vorwurf: Lächerliche Strafe für JPMorgan

Eine JPMorgan–Tochter lieferte über Jahre fehlerhafte Daten an die US-Börsenaufsicht. Die mehrfache Aufforderung, die Berichte zu korrigieren, ignorierte das Unternehmen. Die nun verhängte Strafe fällt mit 650.000 US-Dollar geradezu lächerlich aus.

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Eine Tochter von JPMorgan, die J.P. Morgan Securities LLC (JMPS), lieferte wohl monatelang falsche Terminmarktdaten. Die US-Börsenaufsicht Commodity Futures Trading Commission (CFTC) verhängte daraufhin eine Strafe von 650.000 US-Dollar.

Zuvor war JMPS mehrfach aufgefordert worden, die richtigen Daten zu übermitteln und Reporting-Mängel zu beseitigen.

Die Berichte von JPMS im Rahmen des Large Trader Reports enthielten weiterhin Hunderte von Fehlern im Zeitraum von 1. Februar 2013 bis Februar 2014″, heißt es in der Erklärung von CFTC.

Die Large Trader Reports dienen der CFTC dazu, potentielle Marktrisiken einzuschätzen und zur Überwachung, ob Regeln der Börsenaufsicht eingehalten wurden.

JPMorgan stand schon mehrfach unter Manipulationsverdacht, etwa beim Libor oder Euribor. Im Herbst 2013 musste JPMorgan 13 Milliarden Dollar Strafe wegen Manipulationen am Goldpreis zahlen (mehr dazu hier). Doch seither hat sich das Blatt gewendet, und die Amerikaner versuchen, sich noch mehr bei den europäischen Banken zu holen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/08/06/manipulations-vorwurf-laecherliche-strafe-fuer-jpmorgan/

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25.02.2014

JPMorgan streicht erneut Tausende Jobs

Die Großbank JPMorgan Chase entlässt bis Jahresende weitere 8.000 Mitarbeiter im Hyptothekengeschäft. Grund ist die geringere Nachfrage nach Bauspar-Darlehen. Die Bank gab zuvor bereits die Streichung von 15.000 Stellen bekannt.

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Die internationale Bank JPMorgan Chase plant weitere Entlassungen. Etwa 8.000 Arbeitsplätze sollen bis Jahresende im Hypothekengeschäft gestrichen werden. Grund für die Streichung ist die geringere Nachfrage nach Bauspardarlehen.

Die Entlassung weiterer Mitarbeiter ist Teil eines Effizienz-Programms der größten US-Bank, wie die FT berichtet. Demnach solle die bisherige Arbeitslast auf weniger Schultern verteilt werden. Bisher hatte die Bank bereits die Streichung von bis zu 15.000 Jobs bekannt gegeben. JPMorgan beschäftigt etwa 250.000 Mitarbeiter weltweit.

JPMorgan-Chef Jamie Dimon gab die Entlassungspläne heute auf dem jährlichen Aktionärstreffen bekannt. Es ist die erste Versammlung seit der Bekanntgabe, dass die Bank eine Rekordstrafe von 13 Milliarden Dollar an das US-Justizministerium gezahlt hat, um einen Rechtsstreit über riskante Wetten und mangelnde interne Aufsicht zu beenden (mehr hier). Ausgelöst wurde der Rechtsstreit durch den „Londoner Wal“ Bruno Iksil. Der Händler der Bank hatte bei riskanten Wetten fast 6 Milliarden Dollar verspielt (hier).

Dennoch haben die Aktionäre der Großbank wenig Grund zur Kritik. Immerhin war die Investmentabteilung der Bank im Jahr 2013 an jedem einzigen Tag profitabel, wie Zero Hedge berichtet. Der Aktienpreis ist dementsprechend mit 58,03 Dollar nahe am Allzeithoch.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/02/25/jpmorgan-streicht-erneut-tausende-jobs/

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25.01.2014

Warren Buffett findet Jamie Dimons Gehalt zu niedrig

Nach Ansicht von Warren Buffett ist JPMorgan-Chef Jamie Dimon unterbezahlt. Der Gehaltanstieg im vergangenen Jahr auf nur 20 Millionen Dollar sei zu gering in Anbetracht der Leistung, die Dimon erbringt. Der JPMorgan-Chef sei eine gewaltige Stütze des US-Finanzsystems.

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Warren Buffett, Chef der US-Holding Berkshire Hathaway, hält das Gehalt von JPMorgan-Chef Jamie Dimon für zu gering. Der Vorstand von JPMorgan hatte Dimons Gehalt am Freitag nur um 74 Prozent erhöht, nachdem die Großbank im vergangenen Jahr massive Strafzahlungen hatte leisten müssen.

Wenn JPMorgan mir gehören würde, wäre er der Chef. Und er würde mehr Geld verdienen, als die Direktoriumsmitglieder ihm zahlen“, wird Buffett vom Wall Street Journal zitiert. Buffett hat Dimon bereits in der Vergangenheit gelobt und hält JPMorgan-Aktien.

Dimons Gehalt für 2013 lag bei 20 Millionen Dollar nach 11,5 Millionen Dollar im Jahr zuvor. Den geringen Gehaltsanstieg begründete das JPMorgan-Direktorium damit, dass die Bank Strafen in Höhe von 20 Milliarden Dollar zahlen musste. Dafür sei letztlich Dimon verantwortlich. Dimon selbst bezeichnete die Strafen als „unfair“ (mehr hier).

Zudem sagte Buffett, dass der JPMorgan-Chef während der Finanzkrise eine gewaltige Stütze des US-Finanzsystems gewesen sei. Seine Bank habe die Krise viel besser überstanden als andere große Banken.

Wenn Jamie entscheidet, dass er mehr Geld verdienen will, muss er mich nur anrufen und ich würde ihn bei Berkshire anstellen“, so Buffett.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/01/25/warren-buffett-findet-jamie-dimons-gehalt-zu-niedrig/

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24.01.2014

JPMorgan-Chef Dimon erhält Bonus nach Milliarden-Strafen

Trotz Strafzahlungen in Höhe von 20 Milliarden Euro allein im vergangenen Jahr erhält der JPMorgan-Chef Jamie Dimon mehr Gehalt. Der Vorstand der US-Großbank soll die Erhöhung bereits beschlossen haben.

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JPMorgan-Chef Jamie Dimon kann sich einem Zeitungsbericht zufolge wieder auf eine Gehaltserhöhung freuen. Der wegen zahlreicher Skandale seines Instituts auch persönlich in die Kritik geratene Manager musste sich im vergangenen Jahr mit einer auf die Hälfte gekürzten Entlohnung von 11,5 Millionen Dollar begnügen. Doch wie die New York Times meldet, geht es jetzt wieder aufwärts: Das JPMorgan-Direktorium habe nach einer erhitzten Debatte grünes Licht für eine höhere Bezahlung gegeben.

Eine Minderheit in dem Gremium habe aber lautstark protestiert und auf die insgesamt 20 Milliarden Dollar Strafzahlungen verwiesen, zu denen das Geldhaus im vergangenen Jahr verdonnert worden war. Dimon selbst bezeichnete die Strafen als „unfair“ (mehr hier).

Durchsetzen konnten sich dem Bericht zufolge aber jene Direktoren, die Dimon für die Führung der Bank in schweren Zeiten belohnen wollen. Einzelheiten zu Dimons Gehalt für das Jahr 2013 dürften in den kommenden Tagen veröffentlicht werden, berichtete die New York Times unter Berufung auf mehrere Insider weiter. Dass das Paket aber wieder an die 23,5 Millionen Dollar heranreicht, mit der er einst zum bestbezahlten Chef einer Großbank avanciert war, gilt als unwahrscheinlich. JPMorgan war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Das Institut hatte trotz der Sonderlasten zuletzt wieder glänzend verdient. Kritik an Dimon kommt vor allem aus der Politik. Die Halbierung seines Gehalts stand vor allem unter dem Eindruck eines mehr als sechs Milliarden Dollar schweren Verlusts, den ein als „Wal von London“ bekanntgewordener Händler dem New Yorker Geldhaus eingebrockt hatte (hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/01/24/jpmorgan-chef-dimon-erhaelt-bonus-nach-milliarden-strafen/

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22.01.2014

Was JP Morgan der Berliner U-Bahn verschwieg

Vor einem Gericht in London zanken sich die Großbank JP Morgan und die Berliner Verkehrsbetriebe. Ein Finanzprodukt steht im Zentrum des Streits. In der Verhandlung geht es auch um kompromittierende Aussagen der Banker.

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In den Verhandlungen um ein Finanzprodukt gab es im Jahr 2007 einiges, was die US-Großbank JP Morgan den Vertragspartner nicht wissen lassen wollte. Es ging um ein Derivat im Umfang von 200 Millionen Dollar, mit dem die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) den Bau von Straßenbahn- und U-Bahn-Wagen absicherten. Doch einiges sollte im Dunkeln bleiben, zeigten die BVG-Anwälte am Dienstag vor einem Londoner Gericht.

Sie verwiesen auf eine Telefonmitschrift, wonach ein JP-Morgan-Vertriebsmann zu einem Kollegen sagte: „Wir wollen [dem BVG-Vertragspartner] nicht zeigen, dass wir so viel Geld damit verdienen, richtig?“ Ein anderer Banker nannte demzufolge den Verhandlungspartner in Berlin eine „Nervensäge“ („pain in the a…e“).

In dem Verfahren fordert JP Morgan von dem kommunalen Hauptstadt-Unternehmen umgerechnet gut 150 Millionen Euro plus Zinsen, die die BVG dem Institut nach dessen Auffassung noch zahlen müssen. Die BVG steht auf dem Standpunkt, nicht über das wahre Risiko des fraglichen Finanzgeschäfts aufgeklärt worden zu sein. Die Bank wirft den Berlinern vor, die Schuld für Verluste in dieser Höhe um jeden Preis anderen in die Schuhe schieben zu wollen.

Hintergrund des Disputs ist ein Finanzderivat, mit dem die BVG auf Anraten von JP Morgan ihre Finanzierung von Straßenbahn- und U-Bahnwagen absicherten. Als sich die Papiere mit Beginn der Finanzkrise als Schrott erwiesen und die BVG dadurch Verluste von rund 156 Millionen Euro eingefahren hätten, habe das Berliner Unternehmen noch ausstehende Zahlungen an die US-Bank eingestellt, berichtete unlängst der Berliner „Tagesspiegel“.

Die fraglichen Finanzderivate gehören zu bestimmten Anlagepaketen (CDOs), die Banken aus einer Reihe von Anleihen schnüren und die im Zuge der Finanzkrise massiv in die Kritik geraten sind. Nach 2008 sind viele Anleger, die durch solche Geschäfte Millionen verloren haben, gegen die Banken vor Gericht gezogen. Sie warfen den Instituten vor, das mit den Kreditpaketen verbundene Risiko verschwiegen zu haben. JP Morgan hatte zuletzt wegen einer Reihe von Rechtsstreitigkeiten fast 20 Milliarden Dollar gezahlt. Die größte US-Bank verdiente zuletzt aber trotzdem wieder glänzend. Der Nettogewinn summierte sich im vierten Quartal auf 5,3 Milliarden Dollar.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/streit-in-london-was-jp-morgan-der-berliner-u-bahn-verschwieg/9368618.html

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15.01.2014

Finanzdeal eskaliert: JPMorgan verklagt Berliner Verkehrsbetriebe

200 Millionen Dollar will die US-Großbank von der BVG. Um Steuern zu sparen, hatten sich die Berliner Verkehrsbetriebe auf Geschäfte mit JP Morgan eingelassen und sich verspekuliert. Doch statt die Verluste zu begleichen, will die BVG ihrerseits umgerechnet etwa 150 Millionen Euro von ihrer Kanzlei wegen schlechter Beratung.

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In London hat am Montag der Prozess von JP Morgan gegen die Berliner Verkehrsbetriebe vor dem High Court begonnen. Thema des Streits ist ein noch vor der Finanzkrise abgeschlossener Deal zwischen den beiden. Dabei geht es unter anderem um Kreditausfallversicherungen (CDO) – die meist als hochriskante Wetten gewertet werden. Der Fall sorgt nicht nur in Berlin für Aufsehen. Schließlich handelt es sich hier um den ersten einer Reihe erwarteter Rechtsstreitigkeiten, in dem eine öffentliche, europäische Behörde noch vor der Kreditklemme komplexe Finanzprodukte genutzt hatte.

Steuern sparen

Insgesamt 22 Verträge schloss die BVG mit JP Morgan zwischen 1997 und 2002. Um Steuern zu sparen, übernahm JP Morgan 427 U-Bahn- und 511 Straßenbahnwagen von den Berliner Verkehrsbetrieben. Gleichzeitig leaste die BVG diese Wagen aber, um sie selber weiter nutzen zu können. Die Laufzeiten dafür lagen zwischen 12 und 30 Jahren. Damit nutzten beide ein Schlupfloch im US-Steuersystem und JP Morgan beteiligte die BVG daran. Bis 2008 verschaffte dies der BVG einen Vorteil von 104 Millionen Euro, so die Berliner Zeitung. Allerdings war dies nur ein Teil des Finanzdeals.

Hochriskantes Geschäft

So soll die BVG mit JP Morgan vereinbart haben, der US-Bank 220 Millionen Dollar zu zahlen, falls bestimmte Drittunternehmen in Zahlungsverzug geraten sollten, berichtet die FT. Von 150 Unternehmen und Banken ist die Rede. Für diese Absicherung hatte JP Morgan der BVG 7,8 Millionen Dollar gezahlt. Nach der Finanzkrise 2008 gerieten tatsächlich einige der Drittunternehmen in Zahlungsverzug. Die BVG weigerte sich jedoch, die Forderungen JP Morgans zu erfüllen. Stattdessen zog die BVG die deutsche Partnergesellschaft der Clifford Chance Kanzlei mit in das Verfahren vor dem High Court hinein. Sie wirft dieser vor, sie schlecht beraten zu haben.

Sarrazin versagte bei Aufsicht

Der Deal kam unter Regie Thilo Sarrazins zustande. Dieser war zu der Zeit Aufsichtsratsvorsitzender der Berliner Verkehrsbetriebe. „Damals war die Welt noch eine andere”, zitiert die Welt Sarrazin bereits 2008 zu den Geschäften mit JP Morgan. Aus der Vorlage für den Aufsichtsrat seien die wahren Risiken nicht ersichtlich gewesen.

Die Berliner Verkehrsbetriebe sind jedoch nicht die einzigen, die diverse hochriskante Geschäfte eingegangen sind. Brandenburg investierte in zypriotische Anleihen (hier). Die Stadt Pforzheim verspekulierte sich erst mit einem Finanzprodukt der Deutschen Bank und wurde anschließend von JP Morgan über den Tisch gezogen (mehr hier).

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2014/01/58532/

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06.01.2014

JP Morgan zahlt Milliardenstrafe für Madoff-Skandal

JP Morgan bekommt offenbar kalte Füße: Um einem Gerichtsverfahren zu entgehen, zahlt die Hausbank des Milliardenbetrügers Bernard Madoff zwei Milliarden Dollar. Dieser hatte Anleger jahrelang abgezockt.

Der US-Großbank JPMorgan Chase steht die nächste Milliardenstrafe ins Haus. Das Institut werde für seine Rolle im Skandal um die Betrügereien des Börsenmaklers Bernhard Madoff mit etwa 2 Milliarden Dollar (1,5 Mrd Euro) zur Kasse gebeten, berichteten das „Wall Street Journal“ und die „New York Times“ in ihren Montagausgaben. Noch in dieser Woche könne ein entsprechender Vergleich mit der New Yorker Staatsanwaltschaft und Aufsichtsbehörden verkündet werden, hieß es unter Berufung auf eingeweihte Personen. Die Beteiligten selbst äußerten sich nicht.

JPMorgan hatte zuletzt mit 13 Milliarden Dollar für fragwürdige Hypothekengeschäfte gebüßt. Bankchef Jamie Dimon hatte angedeutet, dass auch im Fall Madoff eine Einigung bevorstehe. JPMorgan Chase war die Hausbank von Madoffs Investmentfirma; über die Konten liefen ein Großteil der Geschäfte. Die Ermittler werfen dem Institut vor, bei dem Schneeballsystem weggeschaut und gegen Geldwäschegesetze verstoßen zu haben. Ein Gericht hatte Madoff im Juni 2009 zu 150 Jahren Haft verurteilt. Es war der größte Fall von Anlegerbetrug an der Wall Street.

Madoff hatte über Jahrzehnte vermeintliche Traumgewinne von Investoren mit dem frischen Geld neuer Anleger bezahlt. In der Spitze wiesen die Madoff-Konten auf dem Papier einen Wert von 60 Milliarden Dollar aus. Als der Schwindel mitten in der Finanzkrise aufflog, verloren viele Anleger ihre kompletten Ersparnisse. Allerdings hat der Treuhänder der Madoff-Opfer durch Klagen gegen Geschäftspartner einen guten Teil der Verluste wieder hereingeholt. Auch die JPMorgan-Milliarden soll in erster Linie den Opfern zugute kommen, wie die Zeitungen schrieben.

Dimon will laut „Wall Street Journal“ bis zur Vorlage der 2013er-Bilanz am 14. Januar die Madoff-Sache vom Tisch haben. Der Vergleich wäre der vorerst letzte in einer Reihe von beigelegten Rechtsstreitigkeiten der größten US-Bank. Der Bankchef drückte bei den Aufräumarbeiten zuletzt aufs Tempo. Neben Hypotheken-Deals aus Zeiten der Finanzkrise musste JPMorgan auch für mangelnde interne Kontrollen bei einem Spekulationsdesaster der Londoner Filiale büßen. Insgesamt blätterte die Bank im vergangenen Jahr fast 20 Milliarden Dollar hin, um staatliche Ermittlungen abzuschließen.

Aber selbst diese immense Summe bringt die Bank nicht ins Wanken. Analysten schätzen, dass das Institut im vergangenen Jahr insgesamt noch annähernd 18 Milliarden Dollar verdient hat. Die JPMorgan-Aktie entwickelte sich 2013 besser als der US-Leitindex Dow Jones. In den vergangenen Tagen kletterte der Kurs auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2000. Seit Ende 2012 stieg der Börsenwert um rund ein Drittel auf zuletzt rund 240 Milliarden Dollar. JPMorgan ist damit rund fünfmal so teuer wie die Deutsche Bank, die zurzeit ebenfalls versucht, die juristischen Folgen früherer Geschäfte aufzuarbeiten.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/furcht-vor-gerichtsverfahren-jp-morgan-zahlt-milliardenstrafe-fuer-madoff-skandal/9292230.html

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19.11.2013

JPMorgan kauft sich mit 13 Milliarden Dollar von Strafe frei

Die US-Bank JPMorgan Chase zahlt die bisher höchste Strafe wegen Manipulationen. Doch einzelne Täter werden nicht ausgemacht. Die Zahlung ist eher eine Symbolhandlung.

Die US-Bank JPMorgan Chase zahlt nach Angaben des Washingtoner Justizministeriums 13 Milliarden Dollar, um ihren Streit mit der Regierung über zweifelhafte Hypothekengeschäfte beizulegen. Die Summe sei die höchste, die jemals ein einzelner Konzern bei einem Vergleich gezahlt habe, teilte das Ministerium am Dienstag mit.

Im Rahmen der Einigung räumte JPMorgan ein, die Öffentlichkeit in großem Umfang hinters Licht geführt zu haben, wie die New Yorker Staatsanwaltschaft erklärte. Mitarbeiter hätten an Investoren wissentlich Produkte verkauft, die von schlechterer Qualität gewesen seien als angegeben.

Wegen der Manipulationen wird jedoch offenbar kein Manager zur Rechenschaft gezogen.

Die Zahlung geht an die US-Staatskasse.

Sie gilt nicht als Strafe, sondern ist ein Deal mit den Ermittlern.

Wegen des billigen Geldes kann sich die Bank die Zahlung locker leisten.

Die Hälfte übernimmt der US-Steuerzahler, weil die Zahlung von der Steuer abgesetzt werden kann.

Die abschreckende Wirkung ist folglich überschaubar.

Sehr überschaubar.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/11/19/jpmorgan-kauft-sich-mit-13-milliarden-dollar-von-strafe-frei/

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14.11.2013

Korruption: JPMorgan fördert Tochter von Chinas Staatspräsident

JPMorgan hat über zwei Jahre insgesamt 1,8 Millionen Dollar an eine kleine Beratungsfirma gezahlt, die von der Tochter des früheren chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao geleitet wurde.

Neue Vorwürfe der Vetternwirtschaft gegen die ohnehin schon US-Investmentbank JPMorgan: Die “New York Times” berichtete am Donnerstag, das Geldhaus habe über zwei Jahre insgesamt 1,8 Millionen Dollar an eine kleine Beratungsfirma gezahlt, die von der Tochter des früheren chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao geleitet wurde. Unter Berufung auf Dokumente und Interviews hieß es, JPMorgan habe in den Jahren 2006 bis 2008 monatlich 75.000 Dollar an die Firma überwiesen, die wohl nur zwei Mitarbeiter hatte.

JPMorgan hatte zuletzt immer wieder mit Handelsskandalen, umstrittenen Hypotheken-Geschäften und Preisabsprachen im Metallmarkt Schlagzeilen gemacht. Seit Sommer steht auch der Vorwurf der Vetternwirtschaft in China im Raum. Die US-Börsenaufsicht prüft, ob JPMorgan in der Volksrepublik nur lukrative Aufträge gewonnen hat, weil die Bank Angehörige prominenter Chinesen anstellte. Das US-Recht verbietet es Unternehmen zwar nicht, politisch gut vernetzte Mitarbeiter anzuheuern. Kritisch wird es aber dann, wenn dies nur dem Zweck folgt, daraus neue Geschäftsbeziehungen zu generieren.

Eine Bank-Sprecherin in Hongkong sagte, JPMorgan kooperiere vollständig mit den Behörden. Die Politiker-Tochter war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/11/14/korruption-jpmorgan-foerdert-tochter-von-chinas-staatspraesident/

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08.11.2013

JPMorgan will Top-Personenschützer als Sicherheitschef anheuern

Der bisherige New Yorker Polizeichef Ray Kelly soll zur Investmentbank JPMorgan wechseln. Dort fürchtet man angesichts der Skandale offenbar ein Wiederaufleben der Occupy Wall Street Bewegung. Kelly verkörperte in New York unter den republikanischen Bürgermeistern das Prinzip von Null Toleranz gegen Gewalt auf den Straßen.

Die New Yorker Polizei und die Banken an der Wall Street verstärken die Zusammenarbeit. Nun soll Ray Kelly, der Chef der New Yorker Polizei, in die Sicherheitsabteilung der Investmentbank JPMorgan wechseln, berichtet die New York Post.

Kelly war der Mann fürs Grobe in New York. Während die republikanischen Bürgermeister Rudy Giuliani und Michael Bloomberg den Kurs von Null Toleranz (zero tolerance) verkündeten, setzte Kelly die Politik in die Praxis um. Nicht ohne Erfolg: In seiner Amtszeit ging die Zahl der Morde in New York zurück. Allerdings ist das harte Vorgehen speziell gegen Hispanics Gegenstand eines Prozesses, bei dem der Richter bereits festgestellt hatte, dass einige Maßnahmen verfassungswidrig seien, weil sie eine ethnische Gruppe diskriminieren.

Der frisch gewählte New Yorker Bürgermeister, der Demokrat Bill De Blasio, will den harten Hund feuern – die Polizei soll liberaler werden. 

In seinem künftigen Job bei JPMorgan muss Kelly unter anderem Cyber-Angriffe und Terroranschläge gegen die Bank abwehren. Dabei wird er eng mit den US-Geheimdiensten zusammenarbeiten.

Die noch größere Delikatesse dürfte jedoch in den aktuellen Verfahren und Untersuchungen liegen, mit denen sich JPMorgan herumschlagen muss: FBI und CIA untersuchen in zahlreichen Bereichen kriminelle Machenschaften, wegen derer zahlreiche Anleger ihr Vermögen verloren haben.

Insider sind skeptisch, wie der ehemalige Polizist mit diesen Fällen umgehen wird.

Bevor Kelly im Jahr 2002 zum New York Police Department wechselte, war er Sicherheits-Chef bei der damaligen Wall-Street-Bank Bear Stearns, die im Zuge der US-Bankenkrise 2008 vom Konkurrenten JPMorgan übernommen wurde. Im Jahr 2013 wechselt Kelly nun zurück.

Tatsächlich haben die US-Investment-Banken in den vergangenen Jahren still und leise eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei etabliert.

Diese rührt aus der Zeit der Occupy Wall Street Bewegung her: Die Bank-Manager fürchteten um ihre persönliche Sicherheit und sorgten dafür, dass New York perfekt überwacht wurde.

Die Polizei arbeitet seither vor allem, um die Banken gegen die Bürger zu schützen.

Die Überwachungsmethoden der großen Wall Street Banken brauchen den Vergleich mit der Stasi nicht zu scheuen. Ihre technische Ausrüstung ist so perfekt, dass praktisch jede Bewegung eines jeden New Yorkers auf Computern in Echtzeit ausgewertet, vergrößert und scharf gestellt werden kann.

Wie das Magazin CounterPunch herausfand, arbeiten am Broadway Angestellte der Banken gemeinsam mit New Yorker Polizisten an der Überwachung der Bürger der Stadt. Am Eingang sind auf Messingschildern die Namen der Auftraggeber vermerkt. Goldman Sachs, Citigroup, JPMorgan Chase und all die anderen.

Eine Sprecherin des gemeinsamen Überwachungs-Zentrums von Banken und Polizei sagte nicht ohne Stolz, sie könne „mit einem Fingerschnippen“ jede Aktion der ahnungslosen Bürger isolieren und dokumentieren. Die als Lower Manhattan Security Initiative wurde für 150 Millionen Dollar aus Steuergeldern finanziert. Die Kosten, die von der Regierung in Washington und der Stadt New York getragen werden, steigen laufend, weil immer die neuesten verfügbaren Technologien hinzugefügt werden.

Die Terminals sind rund um die Uhr besetzt. Etwa 2.000 private Überwachungskameras gehören den Firmen der Wall Street, 1.000 sind im Eigentum der New Yorker Polizei. Zusätzliche 700 Kameras sind in Midtown installiert und liefern ihre Bilder in das Lower Manhattan Security Coordination Center.

Gerne führte der eben aus seinem Amt geschiedene Bürgermeister Michael Bloomberg ausländische Gäste durch das Zentrum. Bloomberg hat seinerzeit den Finanz-Terminal erfunden – auch über Bloomberg-Terminals sind Kundendaten – natürlich nur rein irrtümlich – der Privatheit entzogen worden. Noch-Polizeichef Raymond Kelly ist mächtig stolz auf die gute Zusammenarbeit der Banken mit der Polizei beim Ausspionieren der ahnungslosen Bürger (Fotos einer polnischen Nachrichtenagentur).

Die ganze Aktion ist nach amerikanischem Recht vollkommen illegal. Abgesehen von der Tatsache, dass es für die Überwachungsaktion kein Gesetz, keine Kontrolle und keine öffentlich einsehbaren Dokumente gibt.

Der New York Code verbietet ausdrücklich die Video-Überwachung ohne richterliche Anordnung. Die New York Civil Liberties Union (NYCLU) hat auf diesen Umstand mehrfach hingewiesen – um von der Stadt die Antwort zu erhalten, die Kameras hätten dieselbe Funktion wie der „Polizist um die Ecke, der auf einem öffentlichen Platz auch alle Vorbeigehenden beobachtet“.

Mit dem feinen Unterschied, dass der gute alte Officer nicht über die Möglichkeit verfügt, Bilder zu speichern, zu vergrößern, in Datenbanken zu speichern und wer weiß wem zugänglich zu machen.

Die Zweifel, die die High Tech-Experten an den technischen Fähigkeiten des möglichen neuen Sicherheits-Chefs bei JPMorgan haben, könnten sich jedoch als unbedeutend erweisen.

Möglicherweise fürchtet Jamie Dimon ein erneutes Aufflackern der Occupy-Proteste, wenn die diversen Skandale erst einmal in ihrem ganzen Ausmaß an das Licht der Öffentlichkeit gelangen.

Wenn aufgebrachte Bürger jedoch erneut vor die Wall Street Banken ziehen, dann können die Banker von versponnenen Cyber-Experten nicht ausreichend geschützt werden.

Dann brauchen sie einen Mann wie Polizei-Chef Ray Kelly.

Er versteht die wichtigste Regel des Personenschutzes.

Sie lautet: zero tolerance.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/11/08/jpmorgan-will-top-personenschuetzer-als-sicherheitschef-anheuern/

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23.10.2013

Neuer Bailout: JPMorgan setzt Straf-Zahlung von der Steuer ab

Der US-Steuerzahler muss dafür zahlen, dass amerikanische Anleger betrogen wurden: Weil die Investment-Bank JPMorgan und die Regierung einen speziellen Deal ausgehandelt haben, kann JPMorgan einen guten Teil der Strafe von der Steuer absetzen. Die Profiteure sind die Eliten des Finanzsystems: So finanziert nun der Steuerzahler auch einen Zahlung an Blackrock – den größten Vermögensverwalter der Welt.

Die US-Regierung erhält 4 Milliarden Dollar weniger Strafgeld von der Investment-Bank JPMorgan, als ursprünglich bekannt wurde. Denn im Gegensatz zu wirklichen Strafgeldern können Rechtsstreitigkeiten in den USA in vielen Fällen von der Steuer abgesetzt werden.

Von den am Wochenende gemeldeten Straf-Zahlungen von JPMorgan in Höhe von 13 Milliarden Dollar sind nur 2 Milliarden Dollar wirkliche Bußgelder, berichtet Reuters. Die übrigen 11 Milliarden Dollar sind als Geschäfts-Zahlungen von der Steuer absetzbar. Sie fließen etwa in einen Hilfs-Fonds für Hausbesitzer, die Probleme mit ihren Hypotheken-Raten haben.

Zu den Profiteuren gehören aber auch die Eliten des Weltfinanz-Systems: So war der größte Vermögensverwalter der Welt, Blackrock, einer der Kläger: das bedeutet, dass über die Steuer-Ersparnis der US-Steuerzahler etwa vier Milliarden Euro in die Taschen der großen Player der Industrie wandern.

Das Schneeball-System ist immer wieder von bestechender Präzision.

In dem Deal mit der US-Regierung war am Wochenende zunächst eine Strafe von 13 Milliarden Dollar festgelegt worden. Hintergrund ist, dass JPMorgan fehlerhafte Kredite in hypothekarisch gesicherte Wertpapiere (MBS) verpackt und diese an die Regierungsbehörden Fannie Mae und Freddie Mac verkauft haben soll.

Hintergrund des Bußgelds von 2 Milliarden Dollar ist das Fehlverhalten, das direkt von JPMorgan ausging. Die übrigen Zahlungen beziehen sich auf Fehlverhalten der Banken Bear Stearns und Washington Mutual, die später von JPMorgan übernommen wurden.

Bei einer Steuerrate von 38 Prozent verringern sich die Straf-Zahlungen von 11 Milliarden Dollar praktisch um 4,2 Milliarden Dollar. Allerdings könnte die US-Regierung JPMorgan dazu zwingen, die Zahlungen nicht von der Steuer abzusetzen. Dies hat sie im Jahre 2010 im Fall von Goldman Sachs getan. Die Bank musste damals 550 Millionen Dollar zur Entschädigung von Investoren zahlen und durfte diese Zahlungen ausdrücklich nicht absetzen.

Die Regierung von Präsident Obama hat viel öffentliche Kritik erfahren, weil sie kaum gegen die großen Banken der Wall Street vorgegangen ist, deren Geschäfte das Aufblasen und Platzen der Immobilienblase beförderten. Die Bankenbranche war allerdings einer der Hauptsponsoren für Obamas Wahlkampf um das Weiße Haus und ist entscheidend für seinen Sieg verantwortlich.

Keiner der führenden Banker musste sich für den offensichtlich begangenen Rechtsbruch verantworten. Keiner von ihnen wurde bestraft. Es gab keine Konsequenzen für die Karrieren. Kein führender Banker verlor Geld. Das Geld, das JPMorgan jetzt an die US-Regierung zahlen muss, wird den Kunden und Investoren der Bank genommen.

Bereits im September musste JPMorgan eine Strafe von 920 Millionen Dollar an vier Aufsichtsbehörden zahlen, die sie nicht ordnungsgemäß über ihre riskanten Finanz-Wetten informiert hatte (mehr hier).

Aufgrund von Rücklagen für mögliche Strafzahlungen verzeichnete JPMorgan im dritten Quartal einen Verlust, den ersten und Bank-Chef Jamie Dimon.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/10/23/neuer-bailout-jpmorgan-setzt-straf-zahlung-von-der-steuer-ab/

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23.10.2013

Die nächste Milliardenzahlung von JP Morgan

Mit einer unmittelbar bevorstehenden Einigung über Milliardenzahlungen besänftigt US-Großbank JP Morgan amerikanische Behörden. Jetzt wird das Institut wohl auch tief in die Tasche greifen, um Großkunden zu befrieden.

Im Hypothekenstreit steht die US-Großbank JP Morgan offenbar auch kurz vor einer milliardenschweren Einigung mit einer Gruppe von institutionellen Investoren. Vertreter des Geldhauses und die Profi-Anleger hätten sich am Freitag getroffen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Dienstag. Die Vereinbarung könnte eine Geldbuße von knapp sechs Milliarden Dollar vorsehen. Die Einigung sei aber noch nicht offiziell besiegelt.

Zu der Gruppe von mehr als einem Dutzend Investoren zählten unter anderen die Allianz-Sparte Pacific Investment Management, BlackRock und Neuberger Berman, hieß es weiter. Die Anwältin der Geschädigten, Kathy Patrick, äußerte sich nicht dazu. Bei JP Morgan war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Am Wochenende hatte Medien berichtet, dass sich JP Morgan mit dem Justizministerium und anderen Behörden auf die Zahlung von 13 Milliarden Dollar geeinigt habe, um den Rechtsstreit beizulegen. Einen Teil davon wird das Unternehmen wohl von der Steuer absetzen können. In dem Streit geht es um den Verkauf riskanter Wertpapiere, die als ein Auslöser der weltweiten Finanzkrise ab 2007 gelten. Nach dem Platzen der Blase am US-Immobilienmarkt wurden viele mit Hypotheken besicherte Wertpapiere weitgehend wertlos. Die Besitzer machten hohe Verluste.

Viele Institute, die die Papiere kauften, gerieten in Schwierigkeiten und mussten staatlich gestützt werden. Im Fall von JP Morgan stammen die meisten Hypothekenpapiere aus dem Bestand von Bear Stearns und Washington Mutual, die das Institut in der Krise auf Betreiben der US-Regierung übernahm.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/unzufriedene-grossinvestoren-die-naechste-milliardenzahlung-von-jp-morgan/8972184.html

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21.10.2013

Nicht auf ewig: JP Morgans perfekte Silbermanipulation

Silbermanipulation – zu diesem Thema wird viel geschrieben, aber nicht viele haben begriffen, wie sie wirklich funktioniert. Im Zeitalter des Algorithmus-Tradings (am besten bekannt unter dem Namen High Frequency Trading) ist es möglich, manipulative Tricks ganz clever einzubringen. Der “intuitive” Weg der Abwärtsmanipulation eines Rohstoffkurses ist der Leerverkauf bei steigenden Preisen. JP Morgan kann aber anders. Es ist kein Zufall, dass die Manipulationsstrategie dieser Bank so clever ist, dass die meisten deren Funktionsweise nicht verstehen; das ist die perfekte Manipulation.

Dieser Artikel bringt Licht in die genaue Funktionsweise der Manipulation der Silberkurse durch JP Morgan. Er stößt ins Zentrum der manipulativen Tricks vor. Der Autor ist natürlich Ted Butler, der über vier Jahrzehnte Erfahrung an den Edelmetallmärkten verfügt und sich auf die Papier-(Futures)-Markt spezialisiert hat. Dieser Artikel beschreibt und erklärt die Funktionsweisen wie kaum ein anderer zuvor. Er ist Pflichtlektüre für Edelmetallenthusiasten, aber auch für professionelle und private Investoren, weil die immer noch laufende Manipulation enden muss und deutlich steigende Preise zur Folge haben wird.

Bei einem Vergleich zwischen dem Fall des “Londoner Wals“ und der COMEX-Silbermanipulation kommt es hauptsächlich auf die Unterschiede an. Ganz einfach ausgedrückt, heißt das, dass JP Morgans “Londoner Wal“-Manipulation eine simple Kursmanipulation mit komplexen Wertpapieren war. Beim Silber ist JP Morgans Kursmanipulation komplex, findet aber bei einem einfachen Rohstoff statt. Das möchte ich näher erklären.

Die Londoner-Wal-Manipulation war dahingehend simple, dass sie streng den Mustern vorhergehender Manipulationen folgte, darunter solche Manipulationsfälle wie die Silbermanipulation der Hunt Brothers und der Sumitomo-Fall beim Kupfer. Es wurden kontinuierlich Positionen aufgestockt, welche den Kurs zu Gunsten des Manipulators bewegten. Schließlich fiel der Kurs so aus dem Rahmen jeglicher Angebots- und Nachfragekräfte, dass die ganze Sache in sich zusammenbrach und die Manipulatoren auf großen Verlusten sitzenblieben und die Manipulationsversuche aufgedeckt wurden.

Beim COMEX-Silber geht JP Morgan anders vor. Anstatt Silber bei sinkenden Kursen leerzuverkaufen (wie im Fall des Londoner Wals), verkauft JP Morgan nur dann zusätzliche Mengen Silber leer, wenn die Preise steigen. Nachdem das neue Kaufinteresse mit diesen zusätzlichen Leerverkäufen gesättigt wurde, verursacht JP Morgan einen Kursrückgang (mit Hilfe des manipulativen Instruments des Hochfrequenzhandels) und stellt seine Leerverkäufe bei gesunkenen Kursen und mit hohen Gewinnen glatt.

Der Schlüssel zur Silbermanipulation ist JP Morgans dominanter Marktanteil oder JPMs Market Corner auf der Leerverkäuferseite (genau wie im Fall des Londoner Wals), dennoch gab es einige wichtige Außenfaktoren, die zur Silberkursmanipulation beigetragen haben. Der wichtigste sind die modernen Trading-Mechanismen – vom Hochfrequenzhandel bis hin zur Teilnahme technischer Trader und Fonds, die mechanisch und konsequent auf Grundlage von Kurssignalen kaufen: Sie kaufen, wenn die Kurse steigen, und sie verkaufen, wenn die Kurse fallen. Die technischen Fonds sind die “Befähiger“, die es JP Morgan erlauben, Silber bei hohen Kursen zu verkaufen und bei niedrigen zu kaufen. Diese technischen Fonds und Trader sind wichtige Beitragsleistende zur perfekten Manipulation.

Wie ich mitbekommen habe, ist die intuitive Reaktion auf jedem Kurstiefschlag an den Silber- und Goldmärkten, dass JP Morgan und andere Trader aus der Kategorie der Commercials den Markt durch den Verkauf von tausenden von Kontrakten in die Tiefe bomben. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Ja, JP Morgan treibt die Kurse an diesem großen Verlusttage in die Tiefe, aber nicht durch den Verkauf enormer Mengen von COMEX-Silber-Short-Kontrakten. JP Morgan bringt den Kursschneeball auf seinem Weg bergabwärts ins Rollen, und zwar indem die Bank eine kleine Menge von Short-Kontrakten zu kritischen Zeit- und Kurspunkten verkauft, in der Absicht, auch die Tech-Fonds zum Verkauf viel größerer Mengen von Short-Kontrakten zu animieren (die JP Morgan und andere Commercials dann kaufen).

Das ist eine wichtiger Bestandteil der perfekten Marktmanipulation beim Silber, und auch der Grund, warum sie so lange bestehen konnte. JP Morgan kann sich immer darauf berufen, man sei an diesen großen Verlusttagen beim Silber (und Gold) unterm Strich doch Käufer gewesen, wie sich auch immer wieder anhand der Commitment of Traders-Berichte zeigen lässt. Das ist für sich genommen ein entscheidender Verteidigungspunkt gegen die Anschuldigungen, JP Morgan würde den Silberkurs manipulieren, denn wie zum Teufel kann man nur der Manipulation beschuldigt werden, wenn man an großen Verlusttagen kauft? Mehr als jeder andere Faktor ist dies bislang das hauptsächliche Hindernis für die Beendigung der Silbermanipulation gewesen. Aber auch das erklärt noch nicht den gesamten Sachverhalt.

JP Morgans wahre Straftat liegt in der Fähigkeit der Bank, bei steigenden Kursen unbegrenzte Mengen an Silber-Short-Kontrakten an der COMEX leerverkaufen zu können, so dass bislang ungekannte Marktanteile und Konzentrationsniveaus erreicht wurden. Im Dezember 2009 hielt JP Morgan mehr als 40% des gesamten Short-Interest am COMEX-Silbermarkt, und war auch schon zu anderen Gelegenheiten dieser Marke recht nah gekommen. Meinem Wissen nach hat es in einem wichtigen Markt noch niemals zuvor einen größeren Marktanteil oder eine größere “Market Corner“ gegeben. Mit JP Morgans unbegrenzten Leerverkäufen wird zwangsläufig das Kaufinteresse der technischen Akteure bedient, irgendwann verwandeln sich diese technischen Käufe aber in Verkäufe; und JP Morgan arbeitet daran, die technischen Fonds zum Verkauf zu bewegen. Wenn JP Morgan dann Positionen zurückkauft, macht die Bank illegalerweise Kasse und stellt die eigenen manipulativen Silber-Short-Positionen, die zuvor zu höheren Kursen verkauft wurden, glatt.

Was ich heute und schon seit vielen Jahren beschrieben habe, scheint das perfekte Marktverbrechen zu sein, das ewig andauern könnte – nur dass es eben nicht ewig andauern kann. Wie kann ich mir da so sicher sein? Zum einem auch wegen des Londoner Wals. Auch wenn JP Morgans Advokatenarmee den exakten Wortlaut für die Einigung zurechthämmerte, um weitere Zivilrechtsprozesse zu begrenzen, so ist doch eines klar: JP Morgan war schuldig, die Wertpapiere eines wichtigen Kreditmarktes manipuliert zu haben. Da die US-Bundesenergieaufsichtsbehörde in diesem Jahr auch schon wegen Strompreis-Manipulationen gegen JP Morgan ermittelte, lässt sich zweifellos feststellen, dass JP Morgan in punkto Marktmanipulation ein Serientäter ist. Diese Manipulationen haben einen gemeinsamen Nenner – einen exzessiven und dominanten Marktanteil, der durch schmutzige Tricks verstärkt wird.

Die wichtigste “Versicherung” für das kommende Ende der COMEX-Silbermanipulation sind die Auswirkungen des künstlich gedrückten Silberpreises auf das reale Angebot und auf die reale Nachfrage. In ihrer Verfügung zum Londoner-Wal-Fall maß die Kommission den Auswirkungen von Preismanipulation auf die legitimen Angebots- und Nachfragekräfte großes Gewicht bei. Silber ist jetzt der Ground Zero, was die möglichen Auswirkungen von Manipulation angeht, da der Silberpreis unter die Produktionskosten vieler Bergbauunternehmen gedrückt wurde. Der Silberpreis muss mit der Zeit wieder über die Produktionskosten steigen. Angesichts der aktuellen Umstände für JP Morgan muss das aber nicht mehr lange dauern.

Seit Jahren sage ich, dass es letzten Endes darauf ankommt, ob JP Morgan bei der nächsten Silberkursrally wieder neue Short-Kontrakte etabliert, so wie die Bank es bei jeder Silberrally in den letzten fünfeinhalb Jahren getan hat. Das ist meiner Überzeugung nach jetzt das kritische Element – mehr als jemals zuvor. Einfach ausgedrückt: Wenn JP Morgan keine weiteren neuen Short-Positionen am Silbermarkt etabliert, dann ist die Manipulation vorbei. Eines Tages wird JP Morgan keine neuen Silber-Short-Positionen mehr etablieren, und es gibt Hinweise darauf, dass diese Zeit möglicherweise gekommen ist. Ja, ich weiß, dass sich die CFTC bei den Untersuchungen des Silberterminmarktes aus ihren Verpflichtungen gestohlen hat, indem sie JP Morgan nicht verurteilte; ich bin aber immer noch überzeugt davon, dass dies aus Sorge um die Haftungspflichten geschah, die auf JP Morgan und das Finanzsystem zukommen würden. © Theodore Butler

Dies war ein Auszug aus Ted Butlers Abo-Newsletter. Den Lesern wird empfohlen, ein Abonnement unter www.butlerresearch.com zu erwerben; die Newsletter enthalten qualitativ höchstwertigste Gold- und Silbermarktanalysen. Seit 4 Jahrzehnten hat sich Ted Butler auf Edelmetallmarktanalysen spezialisiert. Dieser Artikel wurde am 17.Oktober 2013 auf www.goldsilverworlds.com veröffentlicht und für GoldSeiten übersetzt.

http://www.goldseiten.de/artikel/185804–Nicht-auf-ewig~-JP-Morgans-perfekte-Silbermanipulation.html

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20.10.2013

Einigung mit Justizministerium:

JP Morgan zahlt Strafe in Milliarden-Höhe

Die US-Großbank JP Morgan zahlt voraussichtlich 13 Milliarden Dollar Strafe, um eine Reihe laufender Verfahren beizulegen. Eine entsprechende Einigung sei erreicht worden, berichten US-Medien.

Die US-Großbank JP Morgan Chase zahlt US-Medienberichten zufolge einen Rekordbetrag von 13 Milliarden Dollar (9,5 Milliarden Euro), um die Einstellungen mehrerer gegen sie laufender Verfahren zu erreichen. Eine entsprechende Einigung habe die Bank mit US-Justizminister Eric Holder erzielt, berichteten unter anderem das „Wall Street Journal“ und die Nachrichtenagentur Bloomberg am Samstag (Ortszeit New York). Es wäre die höchste Summe, die jemals von einem Unternehmen in den USA für eine außergerichtliche Einigung gezahlt wurde.

Die Einigung auf 13 Milliarden Dollar erfolgte laut „Wall Street Journal“ am Freitag bei einem Telefonat von Holder mit führenden Vertretern der Bank. Damit könnten mehrere Streitigkeiten zwischen JP Morgan Chase und dem US-Justizministerium sowie dem Bundesstaat New York beigelegt werden. Allein das US-Justizministerium führt gegen JP Morgan mehr als ein halbes Dutzend Ermittlungsverfahren – etwa wegen mangelnder Informationen von Investoren beim Verkauf von Hypothekenkrediten oder wegen der Beteiligung an der Manipulation des Libor-Zinssatzes. Bisher war über eine mögliche Einigung auf elf Milliarden Dollar spekuliert worden.

JP Morgan Chase galt lange als Vorzeigebank, da sie die Krise wegen zweitklassiger Baudarlehen am besten überstand. Sie zahlte allerdings bereits 5,3 Milliarden Dollar zur Beilegung mehrerer Rechtsstreitigkeiten wegen ihrer Verkaufspolitik bei Hypothekenkrediten.

Die größten Summen zur Beilegung von Strafverfahren in den USA zahlten bislang die britische Pharmafirma GlaxoSmithKline und der britische Ölkonzern BP: GSK überwies 2011 drei Milliarden Dollar wegen illegaler Arzneimittel-Werbung und BP 4,5 Milliarden Dollar nach der Ölpest im Golf von Mexiko.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/einigung-mit-justizministerium-jp-morgan-zahlt-strafe-in-milliarden-hoehe/8956844.html

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19.10.2013

Vier Milliarden Dollar für dubiose Häuserkredite?JP Morgan kommt billiger davon

Im Zusammenhang mit umstrittenen Hypothekengeschäften wird die US-Großbank JP Morgan angeblich eine Strafe vier Milliarden Dollar zahlen müssen. Beobachter sprechen von einem „großen Coup“. Die Summe ist nur ein Bruchteil der erwarteten Strafe.

JP Morgan kommt der massenweise Verkauf minderwertiger Hypotheken vor der Finanzkrise teuer zu stehen. Einem Insider zufolge zahlt die US-Großbank voraussichtlich vier Milliarden Dollar, um einen Rechtsstreit mit der US-Immobilienbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) beizulegen. Wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person berichtete, ist die provisorische Einigung Teil einer angestrebten umfassenden Beilegung von zahlreichen Rechtsstreitigkeiten mit den US-Behörden. Ende September war bekanntgeworden, dass JP Morgan hierzu wohl insgesamt elf Milliarden Dollar zahlen muss.

Provisorische Einigung mit Housing Agency

Die FHFA verfolgte die Klage stellvertretend für die Immobilienagenturen Fannie Mae und Freddie Mac. Weder die FHFA noch JP Morgan wollten eine Stellungnahme zu der Einigung abgeben, über die Ende der Woche zunächst das „Wall Street Journal“ berichtet hatte.

Die FHFA hatte JP Morgan wegen Hypothekenpapieren im Volumen von 33 Milliarden Dollar verklagt. Eine Zahlung von vier Milliarden Dollar wären etwa zwölf Prozent dieser Summe und damit vergleichsweise wenig. Deshalb erklärte Branchenexperte Josh Rosner von der Beratungsfirma Graham Fisher & Co, die Einigung erscheine auf den ersten Blick „ein großer Coup“ der Bank. 

JP Morgan werden – wie vielen anderen Großbanken auch – Tricksereien beim Verkauf von Wertpapieren und Immobilienkrediten vor der Finanzkrise zur Last gelegt. Nachdem der US-Häusermarkt kollabiert war, wurden die meisten mit Hypotheken besicherten Wertpapiere wertlos und brockten ihren Besitzern hohe Verluste ein. Viele von ihnen machten danach Schadenersatz geltend, weil sie sich bewusst getäuscht sahen.

http://www.n-tv.de/wirtschaft/JP-Morgan-kommt-billiger-davon-article11572011.html

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12.10.2013

Amerikas grösste Bank im juristischen Schlamassel

Christiane Hanna Henkel, New York
Mit JP Morgan Chase steht seit einigen Wochen Amerikas grösste Bank im Visier der US-Justiz. Die Vorwürfe reichen von der Manipulation des Rohwaren- und Strommarktes über Korruption in China bis hin zu Betrug beim Verkauf von Hypothekenpapieren. Letzterer allein könnte JP Morgan eine Busse von 11 Mrd. $ einbringen. Das alles lässt den Eindruck entstehen, bei JP Morgan handle es sich um eine schlecht geführte Gauner-Bank. Doch dieser Eindruck wird dem Finanzkonzern nicht gerecht.
Erstens handelt es sich bei JP Morgan um eine der grössten Banken weltweit, die überdies so breit aufgestellt ist wie kaum ein anderes Finanzinstitut. Das erklärt bis zu einem gewissen Grad die thematische Breite der Vorwürfe. Zweitens muss der im Quartal durch die juristischen Kosten eingefahrene Verlust relativiert werden. Die Bank hat seit 2004 nicht einen einzigen Quartalsverlust ausweisen müssen. Und in den letzten drei Jahren hat JP Morgan jedes Jahr einen neuen Rekordgewinn aufgestellt. Drittens ist JP Morgan eine jener wenigen Grossbanken weltweit, die die Finanzkrise ohne staatliche Rettungspakete überstanden haben. Dies deutet auf eine hohe Qualität des (Risiko-)Managements hin. Und viertens stammt ein grosser Teil der juristischen Kosten aus Geschäften, die bei der während der Krise von JP Morgan übernommenen Washington Mutual und der Bear Stearns gemacht worden waren und damit wenig Aufschluss geben über JP Morgan selbst.
Möglicherweise ginge Justicia etwas gnädiger mit JP Morgan um, wäre das Justizministerium nicht unter politischen Druck geraten, die juristische Aufarbeitung der Finanzkrise voranzubringen. Dafür allerdings hatte sich JP Morgan selbst zur Zielscheibe gemacht mit den im letzten Jahr aufgedeckten dubiosen Spekulationsgeschäften (der «Wal von London»). Diese haben für JP Morgan nun in Form der juristischen Angriffe einen unerwartet hohen Preis, der weit über die in London verursachten Verluste von 6 Mrd. $ hinausgehen wird.

http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/reflexe/amerikas-groesste-bank-im-juristischen-schlamassel-1.18166252

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11.10.2013

JP Morgan rutscht in die roten Zahlen

Der „Wal von London“ lässt grüßen: Die erfolgsverwöhnte US-Großbank JP Morgan verbucht im dritten Quartal ein Minus. Die Milliarden-Rückstellungen rund um den Händler-Skandal schlagen auf das Ergebnis durch.

Die US-Großbank JP Morgan schreibt zum ersten Mal seit knapp zehn Jahren in einem Quartal Verluste. Grund sind Kosten von 9,2 Milliarden Dollar für Rechtsstreitigkeiten. Umstrittene Wertpapier-Geschäfte holen das erfolgsverwöhnte Institut fünf Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise ein. „Ich wünschte, wir könnten die Unsicherheit für Investoren verringern, aber das können wir nicht“, sagte Bankchef Jamie Dimon, der seit dem Handelsskandal um den sogenannten „Wal von London“ unter Druck steht. Der Top-Banker sprach von schmerzhaften Sonderlasten, mit denen die größte US-Bank nun aber eine Fülle von Klagen und Vorwürfen aus der Welt schaffen könnte.

JP Morgan wies am Freitag für das abgelaufene Vierteljahr einen Nettoverlust von 380 Millionen Dollar aus. Im Jahr zuvor hatte die Bank noch mit einem Gewinn von 5,71 Milliarden Dollar geglänzt. Ohnehin ist das Institut eines der finanzstärksten der Welt und konnte in der Vergangenheit Sonderlasten immer wieder mit satten Gewinnen im Kerngeschäft – etwa im Investmentbanking – mehr als ausgleichen. Es ist der erste Quartalsverlust seit dem Frühjahr 2004. Unter der Ägide von Dimon hat es die Bank in der gesamten Finanzkrise geschafft, ohne rote Zahlen durch den Sturm zu kommen.

JP Morgan führte zuletzt Vergleichsgespräche mit dem Justizministerium, dem Bauministerium, der US-Börsenaufsicht sowie der New Yorker Staatsanwaltschaft. Dabei war Insidern zufolge von elf Milliarden Dollar die Rede, um die Rechtsstreitigkeiten auf einen Schlag auszuräumen. Unter anderem im Zuge der Haushaltskrise, wegen der viele US-Behörden geschlossen sind oder nur im Notbetrieb arbeiten, komme es nun aber zu Verzögerungen, erklärte Dimon.

Der Bank werden Gesetzesverstöße beim Verkauf von Wertpapieren und Immobilienkrediten im Zeitraum 2005 bis 2007 zur Last gelegt. Nach dem Platzen der Preisblase am US-Immobilienmarkt wurden die meisten mit Hypotheken besicherten Wertpapiere weitgehend wertlos und brockten ihren Besitzern hohe Verluste ein. Viele Investoren kamen in Schwierigkeiten und dringen jetzt auf Schadenersatz.

Wegen ähnlicher Fälle muss sich auch die Deutsche Bank immer wieder juristisch verantworten. Das führt zu Milliarden-Lasten. Co-Chef Anshu Jain hat bereits signalisiert, dass neben Einbußen im Handel auch Kosten für Rechtsstreitigkeiten das Ergebnis im dritten Quartal erneut belasten.

Bei JP Morgan sind die Dimensionen nur größer. 23 Milliarden Dollar hat das Institut insgesamt bereits für juristische Vergleiche, Strafen und Gerichtsprozesse zurückgelegt. Der jüngste Handelsskandal datiert von Mai 2012. Ein Händler der Bank hatte damals mit riesigen Derivate-Positionen, die ihm den Spitznamen „Wal von London“ einbrachten, 6,2 Milliarden Dollar verzockt. Auch der Vorwurf der Vetternwirtschaft steht in China im Raum.

An der Wall Street legten JP-Morgan-Aktien zum Wochenschluss leicht um 0,6 Prozent zu. Denn das Quartalsergebnis lag ohne Sonderlasten mit 5,8 Milliarden Dollar klar über den Analystenerwartungen. Allerdings lief es auch im operativen Geschäft nicht rund. Die Einnahmen der Bank summierten sich auf 23,9 Milliarden Dollar, nachdem es im Jahr zuvor noch zwei Milliarden mehr waren. Und die Bank betonte, dass die Kosten für juristische Streitigkeiten in den nächsten Quartalen weiter schwanken dürften.

Besser machte es die größte Immobilienbank der USA, Wells Fargo. Sie steigerte ihren Quartalsgewinn um 13 Prozent auf 5,32 Milliarden Dollar. Das Institut profitierte von einer geringeren Risikovorsorge für faule Kredite und konnte die Analystenerwartungen leicht übertreffen. In der nächsten Woche kommen weitere Quartalszahlen der Citigroup, Bank of America und Goldman Sachs. Die Deutsche Bank folgt Ende Oktober.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/milliarden-rueckstellungen-jp-morgan-rutscht-in-die-roten-zahlen/8920742.html

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25.09.2013

Hypothekenstreit: JP Morgan bietet US-Regierung Milliarden an

JP Morgan kämpft an allen Fronten – einen Gerichtsstreit will die Bank zumindest im Keim ersticken. Drei Milliarden Dollar bietet sie der Regierung an, wenn diese Ermittlungen im Hypothekenstreit aufgibt.

Die US-Großbank JP Morgan strebt einem Medienbericht zufolge im Streit mit der Regierung über Hypothekengeschäfte einen milliardenschweren Vergleich an. JP Morgan habe dem Justizministerium rund drei Milliarden Dollar zur Beendigung diverser Ermittlungen angeboten, berichtet das „Wall Street Journal“ am Dienstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Dem Ministerium schwebe jedoch eine höhere Summe vor. Das Geldhaus und das Ministerium verhandelten derzeit noch. Ein Sprecher der Bank lehnte eine Stellungnahme ab.

Insidern zufolge will die Regierung in Washington der größten US-Bank wegen Hypothekengeschäften den Prozess machen. Das Justizministerium bereite eine Klageschrift vor, die noch am Dienstag am Gericht eingereicht werden könnte, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. JP Morgan wird vorgeworfen, bei der Ausgabe von hypothekenbesicherten Wertpapieren (MBS) zwischen 2005 bis 2007 Vorschriften verletzt zu haben.

Riskante Wertpapiere hatten die Finanzkrise ausgelöst. Nach dem Platzen der Preisblase am US-Immobilienmarkt wurden die meisten mit Hypotheken besicherten Wertpapiere weitgehend wertlos und brockten ihren Besitzern hohe Verluste ein. Viele Banken kamen in Schwierigkeiten.

Die Bank, die einst als Vorzeigeinstitut galt, kämpft derzeit an vielen Fronten. Unter anderem steht der Vorwurf von Betrügereien bei Hypothekenpapieren sowie beim Referenzzinssatz Libor im Raum. Wegen einer mutmaßlichen Manipulation des US-Strommarkts zahlte JP Morgan unlängst 410 Millionen Dollar und wegen des Spekulationsdesasters um einen Londoner Derivatehändler mit Spitznamen „Wal von London“ 920 Millionen Dollar. Jüngst hatte das Wall-Street-Haus seine Rücklagen für Rechtsstreitigkeiten um gut 1,5 Milliarden Dollar aufgestockt.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/hypothekenstreit-jp-morgan-bietet-us-regierung-milliarden-an/8843026.html

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19.09.2013

Skandal um Spekulationsverluste: JP Morgan muss 920 Millionen Dollar Strafe zahlen

Milliardenschwere Spekulationsverluste haben für JP Morgan ein Nachspiel: die US-Bank muss eine Strafe von 920 Millionen Dollar zahlen, weil das interne Risikomanagement versagt haben soll.

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden Dollar hohen Spekulationsverlust hat für die größte US-Bank JP Morgan Chase ein teures juristisches Nachspiel. Mehrere Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien haben Strafen über insgesamt rund 920 Millionen Dollar (680 Mio Euro) gegen das Institut verhängt, wie die US-Notenbank Fed am Donnerstag mitteilte. JP Morgan Chase bestätigte, in entsprechende Vergleiche eingewilligt zu haben.

Die Aufseher halten JP Morgan Chase vor, bei den Risikokontrollen geschludert zu haben. Eine Londoner Abteilung der Großbank hatte den Milliardenverlust im vergangenen Jahr mit Derivategeschäften angehäuft. Einer der verantwortlichen Händler hatte wegen der marktbewegenden Größe der Spekulationen den Spitznamen „Wal von London“ verpasst bekommen. Das Ausmaß des Desasters blieb der New Yorker Zentrale aber lange verborgen.

Die Fehler bei JP Morgan seien „sehr ernst“ gewesen, erklärte Tracey McDermott von der britischen Aufsichtsbehörde FCA. Das Spitzenmanagement der Bank habe erste Warnzeichen ignoriert. „Als die Dinge begannen, aus dem Ruder zu laufen, hat das Unternehmen die Größe und das Ausmaß der Probleme nicht schnell genug begriffen.“ Das Desaster habe letztlich „Schockwellen“ durch die Märkte geschickt. McDermott forderte: „Die Firmen müssen aus diesem Vorfall lernen.“

Auf Druck der US-Börsenaufsicht SEC räumte JP Morgan Chase ein Fehlverhalten ein – was keine Selbstverständlichkeit bei bisherigen Vergleichen war. Bankchef Jamie Dimon erklärte, das Institut habe seine Fehler „von Anfang an eingeräumt“ und Verantwortung übernommen.

Dimon hatte allerdings erste Medienberichte über die gigantischen Finanzwetten und ihre Risiken noch als „Sturm im Wasserglas“ abgetan, was er im Nachhinein öffentlich bereute. Außerdem erwiesen sich erste Kalkulationen über die Höhe des Spekulationsverlusts als zu niedrig. Den Fehlbetrag steckte JPMorgan letztlich aber gut weg: Im vergangenen Jahr blieb trotzdem noch ein Rekordgewinn übrig.

Dimon nahm wegen des Debakels einen Gehaltseinschnitt in Kauf, blieb letztlich aber fest im Sattel. Die zuständige Investmentchefin Ina Drew musste dagegen gehen. Erst im August hatte die Staatsanwaltschaft von Manhattan zudem zwei ehemalige Londoner JP Morgan-Banker angeklagt. Diese hätten die aufgelaufenen Verluste verschleiert, so der Vorwurf.

Nach Informationen von US-Medien ist das Spekulationsdebakel für JPMorgan jedoch auch mit der Strafzahlung noch nicht ausgestanden. Demnach ermitteln die für den Derivatemarkt zuständige Aufsichtsbehörde CFTC sowie Staatsanwaltschaften weiter.

Die Bank, die einst als Vorzeigeinstitut galt, kämpft derzeit an vielen Fronten. Unter anderem steht der Vorwurf von Betrügereien bei Hypothekenpapieren sowie beim Referenzzinssatz Libor im Raum. Wegen einer mutmaßlichen Manipulation des US-Strommarkts zahlte JP Morgan unlängst 410 Millionen Dollar. Zuletzt stockte das Wall-Street-Haus seine Rücklagen für Rechtsstreitigkeiten um gut 1,5 Milliarden Dollar auf.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/skandal-um-spekulationsverluste-jp-morgan-muss-920-millionen-dollar-strafe-zahlen/8817152.html

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14.09.2013

Gold-Manipulation: Behörde hält angeblich Beweise gegen JP Morgan zurück

Laut Whistleblower Andrew Maguire liegen der US-Börsenaufsicht seit Juni 2012 handfeste Beweise von Insidern über die Silber- und Goldmarkt-Manipulation durch JP Morgan vor. Noch im September könnte es zu einer Enthüllung kommen.

Der Londoner Händler Andrew Maguire hatte wesentlichen Anteil daran, dass im März 2010 erstmals Untersuchungen über die mutmaßliche Silberpreis-Manipulation durch JP Morgan und die US-Abteilung der britischen Bullionbank HSBC aufgenommen wurden. Im Oktober 2010 hatte die Justiz in den USA sogar Klage gegen beide Institute erhoben. Das Verfahren endete im März 2013. Das Bezirksgericht von Manhattan entschied in einer Berufungsverhandlung zu Gunsten von JP Morgan. In der Begründung der Richter hieß es, JP Morgan sei zwar grundsätzlich in der Lage, den Silberpreis zu manipulieren, es lägen aber keine Beweise vor, dass Händler des Unternehmens dies tatsächlich aktiv täten. Es fehlten also Mitwisser, die einen solchen Missbrauch hätten bezeugen können.

Nun meldete sich Andrew Maquire erneut in einem Interview mit King World News  zu Wort. Und was dort vorträgt, besitzt enorme Brisanz. Seinen Aussagen zufolge, liegen der US-Börsenaufsicht CFTC bereits seit Juni 2012 handfeste Beweise über die Manipulation des Silber- und Goldmarktes durch JP Morgan vor. Zwei Mitarbeiter der Großbank hätten umfangreiche Indizien vorgelegt. Maguire selbst habe diesen Personen einer Anwaltskanlei vermittelt, die auf die Vertretung von Whistlelowern spezalisiert sei. Dieser habe der CFTC das belastende Material vorgelegt. Doch nichts sei bislang passiert.

Schließlich habe Maguire kürzlich ein vertrauliches Gespräch mit dem CFTC-Commissioner Bart Chilton geführt. Dieser habe sich äußerst frustriert über die Entwicklungen in diesem Fall gezeigt habe. Er zitiert Chilton wie folgt: „Ich kann meine Frustration und Enttäuschung nicht angemessen zum Ausdruck bringen, wie wir die Silber-Ermittlungen gehandhabt haben. Und wie Sie wissen, mir ist es nicht gestattet, wirklich viel dazu zu sagen. Aber ich werde den September nicht vergehen lassen, ohne mich zu äußern, wenn die Behörde es nicht tut“. Maguire selbst habe die Informationen bislang zurückgehalten, um die Untersuchungen nicht zu behindern. Die Whistleblower hätten bis zum heutigen Tage keine Rückmeldung von den Behörden erhalten.

Ob diese Geschichte auf King World News über diese mutmaßliche Enthüllung zum Anstieg des Goldpreises gestern im späten Freitagabend-Handel beigetragen hat? Autor Eric King stellt diese Mutmaßung an und spekuliert vor diesem Hintergrund auf eine Edelmetall-Rally in der kommenden Woche.

http://www.goldreporter.de/angebliche-beweise-ueber-gold-manipulation-fliegt-jp-morgan-jetzt-auf/gold/36178/

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14.08.2013

US-Regierung wird „Wal von London“ nicht bestrafen

Das Management von JP Morgan gerät unter Druck: Offenbar haben die Amerikaner dem als „Wal von London“ bekannten Trader Bruno Iksil eine Kronzeugen-Regelung angeboten. Iksil hatte 6 Milliarden Dollar verspekuliert und will nun beweisen, dass seine Vorgesetzten von den riskanten Wetten gewusst haben. Für den einstigen Wall Street Star Jamie Dimon ist das eine unangenehme Situation.

Die US-Behörden werden keine Anklage gegen Bruno Iksil erheben, der als Trader für JP Morgan 6 Milliarden Dollar verzockt hatte. Doch zwei seiner früheren Londoner Kollegen werden angeklagt.

Der Spanier Javier Martin-Artajo und der Franzose Julien Grout könnten bereits am Mittwoch angeklagt werden, berichtet das WSJ. Martin-Artajo war Iksils direkter Chef. Grout war verantwortlich für die Aufnahme und Weitergabe der täglichen Positionen der kleinen Gruppe von Tradern.

Iksils früheren Kollegen wird vorgeworfen, ihre Positionen bewusst verschleiert zu haben. So sollen sie die angesammelten Verluste unterbewertet haben. Ob auch gegen höhere Manager ermittelt wird, ist nicht bekannt. Nach Angaben von JP Morgan war lediglich die kleine Gruppe von Mitarbeitern für die massiven Trading-Verluste Anfang 2012 verantwortlich.

Der Untersuchungs-Ausschuss des US-Senats hatte im März ein vernichtendes Urteil über die Investment-Bank JP Morgan und ihren Chef Jamie Dimon gefällt: Die Bank habe vor dem Verlust von 6,2 Milliarden Dollar durch den „Wal von London“ die Öffentlichkeit und die Aufsichtsbehörden systematisch in die Irre geführt (mehr hier).

Die Entscheidung, Iksil nicht strafrechtlich zu belangen, deutet darauf hin, dass „Wal von London“ als wichtiger Zeuge vom US-Justizministerium eine Kronzeugenregelung erhalten hat. Ähnliche Vereinbarungen hat er auch mit den US-Aufsichtsbehörden CFTC und SEC ausgehandelt.

Iksil hat den Ermittlern Beweise vorgelegt, dass er andere über die Verluste informiert und eine realistische Bewertung der Positionen gefordert habe. Allerdings soll der frühere Trader selbst zum Ende jedes Tages die Positionen bewertet und an seinen Kollegen Grout weitergegeben haben.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/14/us-regierung-wird-wal-von-london-nicht-bestrafen/

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15.03.2013

Vernichtendes Urteil: JPMorgan hat bei Derivaten-Skandal alle belogen

Der Untersuchungs-Ausschuss des US-Senats hat am Donnerstag ein vernichtendes Urteil über die Investment-Bank JPMorgan und ihren Chef Jamie Dimon gefällt: Die Bank habe vor dem Verlust von 6,2 Milliarden Dollar durch den „Wal von London“ die Öffentlichkeit und die Aufsichtsbehörden systematisch in die Irre geführt. Der Bericht wirft ein grelles Schlaglicht auf die Methoden der internationalen Banken.

Der 300 Seiten starke Untersuchungsbericht eines Verlusts von 6,2 Milliarden Dollar bei JPMorgan ist ein erschütterndes Sittenbild über die Methoden der Investment-Bank. JPMorgan galt bis zu dem Bericht als eine der bestgeführten Banken an der Wall Street.

Nun aber kommen die Senatoren unter der Führung des Demokraten Carl Levin zu einem vernichtenden Urteil: Der „Wal von London“, wie der Schurken-Händler Bruno Iksil genannt wurde, war mitnichten ein außer Kontrolle geratener Einzeltäter: Nachdem Iksil und das Londoner Chief Investment Office (CIO) Alarm geschlagen hatte und Dimon darüber in Kenntnis setzte, dass massive Verluste aus den hochriskanten Derivaten-Geschäften drohten, habe Dimon das Thema heruntergespielt. In einer Analysten-Konferenz sagte Dimon, es handle sich um einen „Sturm im Wasserglas“ (mehr hier zum Dimon-Skandal).

Insgesamt kam es zu dem Desaster, weil die Bank systematisch alle Beteiligten über die Risiken belogen hat. Investoren und Regulatoren seien bewusst in die Irre geführt worden. Die Kasino-Geschäfte waren als Wetten deklariert worden, die durch andere Positionen abgesichert waren. Es seien immer neue Tricks entwickelt worden, um die Öffentlichkeit zu täuschen.

Der Bericht zeigt, dass die Investment-Banken im Grunde kriminell agieren. Das völlige Versagen jeglicher interner Kontrolle und die Täuschung der Öffentlichkeit können nicht mehr einem einzelnen Täter in die Schuhe geschoben werden. Dies hatte vor allem Dimon monatelang versucht. Die durchdachte Methode, andere zu täuschen, ist ein systemischer Defekt.

Die Investorin Janet Tavakoli sagte zu den kriminellen Methoden der Investment-Banker: „Zu etwa gleichen Teilen sind das Betrug, Mangel an Wissen über die Schwächen der Modelle und die Möglichkeit, das System auszutricksen. Durch die Hebelwirkung kommt es zu einer sehr volatilen und destruktiven Kombination, wenn es einmal falsch läuft. Solange alles gut geht, behaupten die Leute, sie seien Genies, und sie machen nichts anderes als Bilanzen zu hebeln.“ (das ganze Interview mit den DWN – hier)

Man kann davon ausgehen, dass der Fall des Wal von London kein exotischer Einzelfall ist. Er zeigt, von der Kommission akribisch aufgearbeitet, dass das System der globalen Finanz-Kasinos im Kern verfault ist.

Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass es zu strafrechtlichen Verfolgungen kommt. Die Haupt-Täter um Bruno Iksil waren nicht vor dem Ausschuss erschienen. Senator Levin sagte, dass die US-Behörden keinen Zugriff auf die Banker hätten, weil sie außerhalb der Vereinigten Staaten leben.

Der gesamte schockierende Bericht im Original (englisch) – hier.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/15/vernichtendes-urteil-jpmorgan-hat-bei-derivaten-skandal-alle-belogen/

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02.10.2012

JP Morgan hat Ärger mit der Justiz

Die Task Force der US-Regierung zum Immobilienmarkt zeigt Zähne: Montag reichte sie eine Klage gegen Großbank JP Morgan ein. Pünktlich zum TV-Duell, bei dem sich Präsident Obama als Banken-Bändiger empfehlen wird.

 

Die Wildwest-Zeit auf dem amerikanischen Immobilienmarkt liegt inzwischen Jahre zurück, doch die Banken werden noch heute immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt. Am späten Montagabend traf es JP Morgan Chase: Das nach Vermögenswerten größte US-Institut hat einmal mehr Ärger mit der New Yorker Justiz. Das berichteten mehrere US-Medien.

Es geht um die Investmentbank Bear Stearns, die im Jahr 2008 von JP Morgan übernommen wurde. Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman wirft der Bank in einer Zivilklage vor, sie und ihre Kreditabteilung EMC Mortgage hätten zwischen 2005 und 2007 Investoren bei Hypothekenpapieren getäuscht. Unter anderem sollen sie falsche Angaben über die Qualität der Hauskredite gemacht haben, die sie zuvor verpackt hatten. Die Folge: Die Käufer erlitten teils „riesige Verluste“.

Die Klage bezieht sich nicht auf einen einzelnen Deal, wie bei den meisten anderen gegen Banken vorgebrachten Verfahren im Zusammenhang mit der Immobilienkrise. Der Staatsanwalt unterstellt dem Institut viel mehr, dass die beantstandeten Praktiken Usus gewesen seien und viele Geschäfte beträfen. Eine Schadenssumme wurde nicht genannt.

Schneiderman ist Co-Chef der erst im Januar vom US-Justizministerium gegründete Task Force aus Staatsanwälten und Regulierern, die Fehlverhalten von Banken im Zuge der Immobilienkrise untersucht. US-Präsident Barack Obama hatte den Plan für das Gremium mit dem offiziellen Titel „Residential Mortgage-Backed Securities Working Group“ im Herbst bei seiner Rede zur Lage der Nation angekündigt.

Die Klage gegen JP Morgan ist nun deren erste Aktion gegen ein größere US-Institut. Der Zeitpunkt fällt zusammen mit dem ersten TV-Duell von Obama und seinem Herausforderer Mitt Romney am Mittwoch. Dort könnte sich Obama nun besser als Bändiger der Wall Street darstellen, mutmaßte die „New York Times“. Obama hatte auch ein umfangreiches Regelwerk zur Neuordnung der Finanzmärkte auf den Weg gebracht, den so genannten Dodd-Frank-Act. Romney hat angekündigt, die Gesetze im Fall eines Wahlsiegs zurückzunehmen.

Auf Anfragen wollte sich der Strafverfolger nicht zu den Berichten äußern. Ein Sprecher von JP Morgan wies die Beschuldigungen zurück. Er kritisierte Staatsanwalt Schneiderman dafür, dass dieser die Klage eingereicht habe, ohne der Bank vorher Gelegenheit zu einer Stellungnahme zu geben. Im Übrigen seien die Vorwürfe nicht neu. Tatsächlich sind deswegen schon anderweitig Klagen anhängig.
Wenn Schneiderman nun mit seiner Klage vom Montag Erfolg haben sollte, könnte dies als eine Art Blaupause für Aktionen gegen weitere Banken dienen, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf die Strafverfolger.

Seit der Finanzkrise laufen bereits zahlreiche Betrugsklagen, meist von Investoren, die sich getäuscht fühlen. Welche Folgen öffentliche Vorhaltungen wie jetzt bei JP Morgan haben können, hatte vor zwei Jahren die Investmentbank Goldman Sachs zu spüren bekommen. Die US-Börsenaufsicht SEC hatte ihr vorgeworfen, ebenfalls beim Verkauf von Hypothekenpapieren falschgespielt zu haben. Über Wochen stand das Institut in der Kritik. Am Ende zahlte Goldman in einem Vergleich 550 Millionen Dollar, um den Fall zu den Akten legen zu können. Mit Material von dpa

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/us-banken-jp-morgan-hat-aerger-mit-der-justiz/7205392.html

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14.05.2012

Topmanager verlassen nach Zockerdebakel JPMorgan

Die verzockten JPMorgan-Milliarden bleiben nicht ohne Folgen. US-Medien berichten von der Demission dreier hochrangiger Banker. Darunter soll auch eine der mächtigsten Frauen der Wall Street sein.

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Der milliardenschwere Spekulationsverlust von JPMorgan Chase scheint erste Konsequenzen nach sich zu ziehen. Wie das „Wall Street Journal“ und die „New York Times“ unter Berufung auf eingeweihte Personen berichten, wird der Abgang von drei ranghohen Bankmanagern erwartet.

Sie alle arbeiten im sogenannten Chief Investment Office. Die Sparte hatte mit ihren Finanzwetten binnen sechs Wochen rund zwei Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro) verloren und damit die Reputation der größten US-Bank schwer beschädigt.

Unter den Bankern, die demnach wohl im Laufe der Woche das Institut verlassen, ist nach diesen Angaben Ina Drew. Sie führt seit 2005 das Chief Investment Office. Die 55-Jährige ist eine der mächtigsten Frauen an der Wall Street. Im vergangenen Jahr kassierte sie noch ein Gehalt von 15,5 Millionen Dollar und damit mehr als so mancher Bankchef.

Enge Vertraute von Jamie Dimon

Die beiden weiteren genannten Banker arbeiten unter Drew im Londoner Wertpapier-Handel von JPMorgan, wo die Verluste aufgelaufen sind. Die Bank selbst äußerte sich nicht.

Drew gilt als eine der engsten Vertrauten von JPMorgan-Chef Jamie Dimon. Sie hatte mit ihrem Team dazu beigetragen, dass JPMorgan glimpflich durch die Finanzkrise kam und die Bank of America als größtes Kreditinstitut der Vereinigten Staaten überholte.

Drew habe Dimon mehrfach ihren Rücktritt angeboten, nachdem der Milliardenverlust offensichtlich wurde, hieß es in den Zeitungen übereinstimmend, doch Dimon habe sie bislang nicht ziehen lassen wollen.

Nach Angaben des „Wall Street Journal“ dürfte auch Bruno Iksil die Bank verlassen. Der ebenfalls in London stationierte JPMorgan-Händler erlangte in der Finanzwelt Berühmtheit, als mehrere US-Medien enthüllten, dass er ein derart großes Rad mit sogenannten Derivaten drehte, dass der gesamte Kreditmarkt merklich verzerrt wurde.

In der Branche bekam er den Spitznamen „Wal von London“ verpasst. Diese gigantischen Wetten führten am Ende zu dem Milliardenverlust.

„Dafür gibt es keine Entschuldigung“

JPMorgan-Chef Jamie Dimon hatte das Debakel am späten Donnerstag zugegeben, am Freitag war der Aktienkurs um neun Prozent eingebrochen. Nach US-Medienberichten schauen sich nun die Finanzaufseher die schief gegangenen Geschäfte an.

„Es gibt dafür eigentlich keine Entschuldigung“, sagte der mächtigste Banker des Landes in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit den Sender NBC.

Für eine Bank von der Größe JPMorgans ist der Verlust des Geldes nicht das Problem. Das Problem ist der Imageschaden. Dimon ist unter den Wall-Street-Größen der wortgewaltigste Gegner einer strengeren Bankenregulierung. „Das ist eine ziemlich unglückliche Zeit für einen solchen Fehler“, räumte Dimon in dem Interview ein. Politiker in Washington forderten übers Wochenende mit Nachdruck strengere Auflagen für die Branche.

Der Fall ähnelt den spektakulären Verlusten, die einzelne Händler bei anderen Großbanken verursacht haben sollen. Jérôme Kerviel war im Oktober 2010 zu fünf Jahren Haft und einer Rekordgeldstrafe von 4,9 Milliarden Euro verurteilt worden – der Summe, die Société Générale durch seine riskanten Spekulationen verloren hatte.

Kweku Adoboli ist in London angeklagt, weil er der UBS mit Fehlspekulationen einen Verlust von 1,5 Milliarden Euro beschert haben soll.

http://www.welt.de/wirtschaft/article106303605/Topmanager-verlassen-nach-Zockerdebakel-JPMorgan.html

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11.05.2012

Nach JP Morgan-Debakel: Angst vor Banken-Crash in Amerika

Die Wall Street ist geschockt: Ausgerechnet JP Morgan meldet einen Milliardenverlust – und das im laufenden Quartal. Die Angst vor einem systemischen Crash geht um.

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Jamie Dimon, der Chef von JP Morgan, wirkte beim Analysten-Call am Donnerstagabend nervös und angespannt. Kein Wunder: Die Nachricht, die er zu verkünden hatte, schlug an der Wall Street ein wie eine Bombe. In der Investment-Abteilung (CIO) der Bank wurde im laufenden Quartal ein Verlust von 2 Milliarden Dollar mit synthetischen Papieren (Wetten) erzielt. Dem steht ein Gewinn von einer Milliarde in anderen Bereichen gegenüber, nach Steuer bleibt ein Verlust von 800 Millionen Dollar. Dimon war im Vergleich zu seinem selbstbewußten Auftritten in Davos nicht wiederzuerkennen (zum Vergleich die Idylle aus dem Schweizer Winter – hier).

Die eilends einberufene Telefonkonferenz gab den meisten Analysten Anlaß zu sehr grundsätzlichen Überlegungen. Die meisten Fragen wollte und konnte Dimon, wie üblich, nicht im Detail beantworten. Aber der Vorgang als solcher ist beunruhigend.

Zum einen, weil das zweite Quartal noch läuft. Dimon räumte auch ein, dass der Verlust wegen der volatilen Märkte noch wesentlich höher ausfallen könnte. Der Finanzblog Zerohedge hat ausgerechnet, dass es unter bestimmten Umständen zu einem Verlust von 20 Milliarden Dollar kommen könnte.

Dimon betonte auffallend oft, dass der Verlust durch Fehler im Mangament und bei den Traders verursacht worden sei, durch schlechtes Urteil und mangelnde Kontrolle. So etwas wolle er in seiner Firma nicht sehen. Auffallend auch, dass Dimon ganz bewußt versuchte, den Verdacht im Keim zu ersticken, es könne sich hier um ein fundamentales Problem der Zockerindustrie US-Banken handeln. Dimon: “Nur weil wir dumm waren, heißt das nicht, dass alle anderen auch dumm sind.”

Erst auf Nachfrage räumte Dimon ein, dass der Verlust auch mit dem insgesamt kritischen Umfeld zu tun haben könnte. Beobachter fragen nun: Liegen da bei JP Morgan – und wenn dort, dann auch vermutlich bei anderen Institutionen – noch viel mehr Leichen im Keller? JP Morgan hatte die US-Subprime-Krise auffallend gut überstanden. Platz noch nach der Immobilienblase eine neue Blase mit anderen, synthetischen Kreditprodukten?

Die nächste Frage, die sich stellt: Kommt jetzt der ganze große Schlamm ans Tageslicht? JP Morgan war in den vergangenen Wochen ins Visier von Regulatoren und der Konkurrenz geraten, weil ein einzelner Trader in London (Bruno Iksil, genannt der “Wal von London”) so viele kritische Einzelpositionen hält, dass er damit einen Crash auslösen könnte. Dimon soll seine Turbo-Trader im CIO ermuntert haben, noch aggressiver zu spekulieren. Heute sagt Dimon, er habe gewollt, dass sie es “besser” machen.

Für die Finanzindustrie kommt die Hiobsbotschaft von JP Morgan zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Ab Juli soll die sogenannte “Volcker-Rule” gelten, eine regulatorische Maßnahme, die zu wilde Spekulationen begrenzt. Im Moment betreiben die Banken gerade heftiges Lobbying in Washington, um Ausnahmeregelungen durchzusetzen. Die 2 Milliarden-Bombe von JP Morgan ist Wasser auf die Mühlen derer, die eine wirksame Regulierung fordern.

Aber auch Barack Obama wird die Nachricht nicht gerne hören. Denn JP Morgan ist eine sogenannte “systemrelevante” Bank. Die bedeutet: Wenn ewtas schiefgeht, muss der US-Steuerzahler die Bank retten. Eine handfeste Bankenkrise ist jedoch das letzte, was Obama in der heißen Phase des Wahlkampfs brauchen kann.

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/05/42498/

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