Tausendfacher Jobabbau in Deutschland – eine Chronik

12.09.2014

Kahlschlag bei Karstadt: Bis zu 17.000 Mitarbeitern von Spar-Plan betroffen

Beim angeschlagenen Warenhauskonzern Karstadt wird ein radikaler Sparkurs gefahren. Dazu gehören Filialschließungen und Stellenabbau. Rund 20 Prozent weniger Personal brauchen vergleichbare Wettbewerber, rechnet der Finanzvorstand. Bei Karstadt mit seinen rund 17.000 Mitarbeitern wären demnach mindestens 3400 Stellen bedroht.

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Die Gewerkschaft Verdi hat ihre Kritik an Plänen des Karstadt-Managements für einen massiven Stellenabbau erneuert. Es mangele weiter an einem Konzept für die Zukunft des Warenhauskonzerns, sagte Verdi-Vertreter Arno Peukes am Freitag zu Reuters. Es sei falsch, über einen Personalabbau nachzudenken – zumal die Gespräche mit dem Management über Beschäftigungs- und Standortsicherung sowie eine Rückkehr Karstadts zum Flächentarifvertrag andauerten. Verdi will seit langer Zeit solche Verträge, den neuen Karstadt-Eigner Rene Benko hatte die Gewerkschaft immer wieder aufgefordert, ein Zukunftskonzept auf den Tisch zu legen.

Die Arbeitnehmervertreter kritisierten die geplanten Einschnitte bei den Beschäftigten. „Gerade die letzen Jahre haben deutlich gemacht, dass Personalabbau keine Antwort auf die Frage der Zukunft des Warenhauses ist“, erklärte das zuständige Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. „An der falschen Stelle zu sparen, hat noch kein Unternehmen in die Zukunft gebracht.“ Auch Gesamtbetriebsratschef Hellmut Patzelt, der selbst im Aufsichtsrat sitzt, kritisierte die Pläne. „Man kann operative Fehler und ausbleibenden Erfolg nicht ständig mit Personalabbau kompensieren.“

Das Karstadt-Management hatte am Vortag bei der ersten Aufsichtsratssitzung nach der Übernahme durch Benko Pläne für einen Stellenabbau bis hin zu Filialschließungen vorgelegt. Am Nachmittag wollten die Karstadt-Manager diese nun Filialleitern und Betriebsräten in Essen vorstellen.

Die Mitarbeiter müssen sich auf harte Einschnitte einstellen. Die bisherige Strategie sei gescheitert, hatte Finanzvorstand Miguel Müllenbach, der das Unternehmen übergangsweise leitet, erklärt. Defizitären Häusern droht das Aus, das Management hat eine Liste von Standorten erstellt, die rote Zahlen schreiben. Diese werden nun auf den Prüfstand gestellt. Wettbewerber seien mit über 20 Prozent weniger Personal auf vergleichbarer Fläche deutlich erfolgreicher, hieß es. Solche „Wettbewerbsnachteile“ müssten ausgeglichen werden. Damit wären umgelegt auf Karstadt mit seinen rund 17.000 Mitarbeitern mindestens 3400 Stellen bedroht. Die Kette kämpft seit Jahren mit Umsatzrückgängen und Verlusten.

Laut Joachim Stumpf, Geschäftsführer der BBE Handelsberatung, werden 20 bis 30 Filialen nicht als Warenhaus bestehen können. Sie seien aber gute Handelsstandorte und böten anderen Konzepten Möglichkeiten. So sei in Hamburg etwa aus einem ehemaligen Karstadt ein innerstädtischer Ikea geworden. Auch ziehe es Lebensmittelhändler verstärkt in die Innenstädte zurück. „Da bieten sich auch die ein oder anderen Karstadt-Immobilien an, ergänzt um weitere Mieter der Nahversorgung.“

In den übrigen Warenhäuser müsse Benko den Multi-Channel-Ansatz ausbauen, in die Ausstattung investieren, die Kosten senken, das Konzept regionaler ausrichten. „Von Herrn Benko kam bislang kein klares Bekenntnis zu Investitionen. Ich glaube aber nicht, dass er Karstadt jetzt in die Insolvenz reiten wird, um billig an weitere Immobilien zu kommen.“

Ein neues Konzept aber koste. „Das wird in Richtung von mindestens 400 bis 500 Millionen Euro gehen, wenn man die etwa 50 übrig bleibenden Häuser dann modernisiert.“ Auch das Thema Zusammenschluss mit Kaufhof könnte wieder aufleben, um Synergien etwa beim Multi-Channel-Ausbau und bei Eigenmarken zu heben. Etwa 185 Kaufhof- und Karstadt-Warenhäusern gingen am Bedarf vorbei. „In Zukunft verbleiben meines Erachtens maximal 120 Häuser.“

Absolut nachvollziehbar“ hält Stumpf die Idee, das Premium-Segment unter der Marke KaDeWe weiter auszubauen. Er sieht sogar Platz für acht bis zehn Standorte, wie etwa in den Ballungsräumen Frankfurt, Köln, Düsseldorf, vielleicht auch Leipzig und Dresden.

Im August gab der bisherige Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen den Konzern an den Immobilieninvestor René Benko ab. Berggruens Investment-Strategie war bereits vor einiger Zeit aufgegangen, als er 75,1 Prozent von Karstadt-Sport und Karstadt-Premium an Benko verkaufen konnte. Die Sporthäuser und die drei Premium-Warenhäuser Oberpollinger (München), Alsterhaus (Hamburg) und KaDeWe (Berlin) laufen deutlich besser als die normalen Warenhäuser. Den Verkaufserlös von 300 Millionen Euro wollte Berggruen in die verbleibenden Filialen investieren.

Doch wohin diese Summe gegangen ist, ist bislang unbekannt. Berggruen will beim Karstadt-Verkauf nur „geringfügig verdient“ haben.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/09/12/karstadt-will-massiv-stellen-abbauen/

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29.07.2014

Osram streicht noch mehr Arbeitsplätze

Morgen legt Osram-Chef Wolfgang Dehen die Bilanz des vergangenen Quartals vor. Doch schon jetzt ist klar: Das Unternehmen muss noch mehr Stellen streichen als geplant.

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Mit neuen Sparmaßnahmen will Wolfgang Dehen, Vorstandsvorsitzender des Münchner Leuchtmittelherstellers Osram, auf die stärkeren Einbrüche reagieren – vor allem im Geschäft mit traditionellen Leuchtmitteln für die Allgemeinbeleuchtung. Dazu gehören unter anderem Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen. Zwischen Oktober und März hatten die Rückgänge in diesem Segment im hohen einstelligen Prozentbereich gelegen; zwischen April und Juni dieses Jahres – dem dritten Quartal des Osram-Geschäftsjahres – war der Einbruch schon zweistellig.

Darum will Dehen im traditionellen Lichtgeschäft die Kapazitäten stärker als bisher geplant zurückfahren. „Mehrere Tausend Arbeitsplätze“, heißt es im Umfeld des Konzerns, sollen im Zuge des neuen Sparplans wegfallen. Dehen möchte damit einen niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag einsparen, heißt es. Betroffen sein dürften vor allem die Standorte Augsburg und Berlin. Das neue Sparprogramm läuft bei Osram unter dem Titel „Push II“ und ist für die Jahre 2015 bis 2017 angelegt.

Der erste Teil des Programms wird Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Hier sind Einsparungen von insgesamt 1,2 Milliarden Euro und der Abbau von 8700 Arbeitsplätzen vorgesehen – davon 1450 in Deutschland. Anfang Juni war Technikvorstand Peter Laier zurückgetreten, weil es Streit um das Tempo beim Umbau des Unternehmens gegeben hatte. Laier befürwortete eine langsamere Gangart. Osram setzt für die Zukunft vor allem auf das Geschäft mit LED-Leuchten und investiert in diesem Segment hohe Summen in die Forschung und Entwicklung.

http://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/verschaerfter-sparkurs-osram-streicht-noch-mehr-arbeitsplaetze/10263156.html

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02.12.2013

Telekom will bis zu 6000 Jobs streichen

Keine guten Nachrichten für die Telekom-Tochter T-Systems: Ihr steht offenbar ein radikaler Umbau bevor. Die Gewerkschaften fürchten erstmals in der Geschichte des Konzerns auch betriebsbedingte Kündigungen.

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Der Telekom-Tochter T-Systems steht ein radikaler Umbau bevor, wie das Handelsblatt (Montagsausgabe, der Artikel zum Download im Kaufhaus der Weltwirtschaft) berichtet. Rund 6000 – Gewerkschaften fürchten sogar 8000 Stellen- könnten durch der Neuausrichtung der IT-und Großkundensparte des Bonners Konzerns gestrichen werden. Der Vorstand des Bonner Konzerns will nach Informationen des Handelsblatts entsprechende Pläne dem Aufsichtsrat schon auf der nächsten Sitzung am 12. Dezember vorlegen.

Die Gewerkschaften fürchten erstmals in der Geschichte der Telekom auch betriebsbedingte Kündigungen und kündigten entsprechenden Widerstand an. „Wenn das so ist, machen wir das nicht mit“, sagte Verdi-Bundesvorstand und Telekom-Aufsichtsrat-Vize Lothar Schröder dem Handelsblatt.

T-Systems gilt schon seit Jahren als Sorgenkind des Konzerns. Die Telekom-Tochter übernimmt und managt die IT-Sparte von Großkonzernen wie Shell. Doch das Geschäft ist wettbewerbsintensiv und wirft nur geringe Gewinne ab. Künftig will sich T-Systems stärker digitalen Geschäftsfelder zuwenden, wie Cloud-Services und Plattformen. Hier verspricht sich T-Systems-Chef Reinhard Clemens gleich zweistellige Gewinnmargen.

Das Outsourcing-Geschäft wird als zweites Standbein beibehalten, der Konzern will sich aber von ganzen Bereichen trennen. Auch mehrere Auslandstöchter stehen auf dem Prüfstand: So gibt es Überleguzngen, sich vom Spaniengeschäft zu trennen, die Tochter in Frankreich muss schrumpfen.

Anm. d. Red.: Die Überschrift hatte zunächt auf 8000 Stellen verwiesen, das entspricht der Befürchtung der Gewerkschaft. Die 6000 Stellen entsprechen der Planung der Telekom.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/t-systems-telekom-will-bis-zu-6000-jobs-streichen/9155712.html

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14.11.2013

Energiegigant RWE streicht weitere 6750 Stellen

Wegen wegbrechender Gewinne treibt RWE seinen Jobabbau voran. Der Energiekonzern will bis Ende 2016 weitere 6750 Stellen streichen. Betroffen sind Jobs in der vom Gewinnschwund besonders betroffenen Stromerzeugung und bei der Ökostromtochter Innogy.

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Der Energieriese RWE  will angesichts stark schrumpfender Gewinne bis 2016 weitere 6750 Stellen abbauen. Das kündigte Personalvorstand Uwe Tigges anlässlich der Quartalsbilanz am Donnerstag in Essen an. Der Personalstand werde sich konzernweit von rund 67 400 Stellen zum Jahresende 2013 auf knapp 61 000 verringern.

Betriebsbedingte Kündigungen sollten über eine konzerninterne Jobbörse, Altersteilzeit und die natürliche Fluktuation vermieden werden, sagte Tigges. Den bis Ende 2014 laufenden tariflichen Kündigungsschutz könne er aber angesichts der Lage auf dem Energiemarkt nicht verlängern.

Das Unternehmen hatte bereits Ende September eine Halbierung der Dividende und Einschnitte beim Personal in der Kraftwerkssparte angekündigt. RWE leidet wie die gesamte Branche unter dem stark gesunkenen Börsenstrompreis und geringer Auslastung der Gas- und Steinkohlekraftwerke. Von 2011 bis Ende 2013 hat RWE bereits 6200 Stellen abgebaut oder durch Verkauf abgegeben.

http://www.focus.de/finanzen/news/wegen-stark-schrumpfender-gewinne-energieriese-rwe-baut-weitere-6750-stellen-ab-_aid_1158003.html

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29.09.2013

Abbau von 15.000 Stellen: Arbeitnehmer „maßlos“ über Siemens-Sparkurs verärgert

Der neue Siemens-Chef Joe Kaeser verschärft den Sparkurs des Industriekonzerns. Insgesamt sollen 15.000 Stellen wegfallen, davon 5.000 in Deutschland. Die Arbeitnehmer wettern gegen ein „margengetriebenes Abbauprogramm“.

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Kurz nach seinem Amtsantritt schafft Siemens-Chef Joe Kaeser Fakten: 15.000 Stellen fallen bei dem Technologiekonzern weg. Davon werden rund 5000 in Deutschland abgebaut, wie ein Konzernsprecher am Sonntag auf Anfrage sagte. Fast ein Jahr lang war die Belegschaft im Dunkeln über die letztendliche Zahl des aktuellen Stellenabbaus geblieben. Zuletzt war über etwa 10.000 Arbeitsplätze spekuliert worden.

Investoren und Analysten hatten bei Kaesers Inthronisierung schnell Klarheit über seine Ziele gefordert und beklagt, das noch von Kaesers Vorgänger Peter Löscher in Gang gesetzte, sechs Milliarden Euro schwere Sparprogramm laufe zu langsam. Kaeser müsse die Siemensianer überzeugen, dass der Konzern grundlegend umgebaut werden müsse, um mehr Gewinn einzufahren. Kaeser hatte versprochen, er wolle nach all den Querelen vor allem Ruhe in den Konzern bringen.

Für die Arbeitnehmerseite sprach am Sonntag Siemens-Gesamtbetriebsratschef Lothar Adler. Er sagte: „Den Arbeitnehmervertretern wurde nie eine Gesamtzahl über den Abbau bekanntgegeben, daher sind wir überrascht und maßlos verärgert.“ Nach wie vor lehne der Gesamtbetriebsrat ein „rein margengetriebenes Personalabbauprogramm ab“. Siemens brauche vielmehr ein nachhaltiges und zukunftsorientiertes Programm, bei dem der Mensch, und nicht die Marge im Mittelpunkt steht. „Das werden wir auch weiterhin in den Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite einfordern. Die Auseinandersetzungen zu diesem Thema sind noch nicht beendet.“

Löscher hatte vom Aufsichtsrat Anfang August den Laufpass bekommen. Nach mehreren Gewinnwarnungen und einer Reihe von Misserfolgen wurde der Österreicher durch seinen Finanzvorstand ersetzt. Auch gegenüber den Arbeitnehmervertretern war Löscher abermals auf Konfrontationskurs gegangen, sie forderten eine neue Strategie und beklagten eine „kurzsichtige Portfolio-Politik“, bei der „allein die Marge im Mittelpunkt“ stehe. Bereits zu seinem Amtsantritt hatte Löscher vor sechs Jahren 17.000 Stellen seinen Renditevorstellungen geopfert.

Im dritten Quartal waren die Geschäfte des Riesenkonzerns nur durchwachsen gelaufen. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft schrumpfte um 13 Prozent, der Quartalsumsatz ging um zwei Prozent auf 19 Milliarden Euro zurück. Besonders die Kosten für die Stellenstreichungen und den Konzernumbau belasteten das Ergebnis. Allein in Deutschland sind in den vergangenen Jahren 25.000 Jobs weggefallen. Das aktuelle Siemens-Geschäftsjahr endet am Montag.

Der Siemens-Sprecher sagte aber, über rund die Hälfte der 15.000 Jobs sei mit den Arbeitnehmervertretern bereits ein Interessensausgleich vereinbart. Über den verbleibenden Teil bestehe bereits allerseits Klarheit, die Arbeitsplätze würden bis Herbst 2014 abgeschafft. Die Verhandlungen seien soweit abgeschlossen. Siemens wolle die grassierenden Spekulationen über das Thema nun beenden, sagte der Sprecher. Bisher sei es zu keinen betriebsbedingten Kündigungen gekommen, dies solle auch weiter so bleiben.

Im Inland ist der konjunkturanfällige Sektor Industrie am stärksten von den Einschnitten betroffen. Dort fielen rund 2000 Arbeitsplätze weg, in den Segmenten Energie und Infrastruktur & Städte seien es je 1400. Die Belegschaft von Siemens werde zunächst insgesamt allerdings nicht schrumpfen, zum Geschäftsjahresschluss Ende September werde im Jahresvergleich der Beschäftigtenstand in etwa bei 370.000 weltweit stagnieren. Während die Münchner in manchen Bereichen Personal einsparen, würden in Wachstumsfeldern neue Leute eingestellt.

Die Zahlen kommen nur kurz nachdem die zuständige Personalchefin Brigitte Ederer ihren Abgang bei Siemens verkünden musste. Von mehreren Seiten hatte es geheißen, das Verhältnis zwischen ihr und den Arbeitnehmervertretern sei belastet gewesen.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/abbau-von-15-000-stellen-arbeitnehmer-masslos-ueber-siemens-sparkurs-veraergert/8863092.html

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10.09.2013

Siemens streicht Hunderte Jobs in Bahnsparte

In der kriselnden Bahnsparte von Siemens sollen Hunderte Jobs für Ingenieure und Kundenbetreuer wegfallen. Ein Großauftrag aus England hat noch Schlimmeres für die Beschäftigten verhindert.

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Mit einem Stellenabbau und Kostensenkungen will Siemens sein in die Verlustzone abgerutschtes Bahngeschäft wieder auf die Spur bringen. Allein am großen Standort Erlangen sollen nach Recherchen der „Welt“ 340 der rund 3000 Arbeitsplätze wegfallen.

In der fränkischen Stadt sind vor allem das Projektmanagement, Ingenieurdienstleistungen und Kundenunterstützung angesiedelt. Auch in Krefeld, dem deutschen Hauptproduktionswerk, soll es zu einem Abbau kommen, allerdings in deutlich kleinerem Maßstab. Es soll sich um eine zweistellige Stellenzahl handeln.

Ein Siemens-Sprecher verwies auf Anfrage darauf, dass der Konzern im derzeit laufenden Umbauprogramm keine Detailzahlen kommentiert oder bestätigt. Zunächst sollen die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern und den Beschäftigten abgeschlossen werden. Man wolle ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen.

Kaeser will Klarheit schaffen

Der neue Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser hat für Ende des Jahres eine Präzisierung der Unternehmensziele angekündigt. Der für die Bahnsparte geplante Stellenabbau stammt noch aus dem Kostensenkungs- und Umbauprogramm Siemens 2014, mit dem Ex-Siemens-Chef Peter Löscher eine Umsatzrendite von 12 Prozent erreichen wollte. Im Juli musste Löscher zugeben, das dieses Ziel verfehlt wird, was zu seinem Rücktritt zum 31. Juli beitrug.

Um die Vorgaben des Umbauprogramms zu erfüllen, wurde in der Bahnsparte ein eigenes Programm mit der Bezeichnung „Rail on Track“ gestartet, das auch den Stellenabbau beinhaltet.

Allerdings gibt es aufseiten der Arbeitnehmer Befürchtungen, dass durch die Einsparungen erfahrene Beschäftigte ausscheiden müssen, wodurch künftig neue Probleme bei der Abwicklung von Großaufträgen entstehen könnten.

Größte Zugbestellung der Firmengeschichte

So sind Verzögerungen bei Schlüsselprojekten eine Hauptursache für den Verlust der Bahnsparte im laufenden Geschäftsjahr. Die Kosten für die Verspätungen bei bei Hochgeschwindigkeitszügen, wie dem ICE oder dem Eurostar, belaufen sich in den ersten drei Quartalen auf 260 Millionen Euro.

Möglicherweise würde der Stellenabbau noch gravierender ausfallen, wenn Siemens nicht im Juni einen Megaauftrag aus Großbritannien erhalten hätte. Für umgerechnet 1,8 Milliarden Euro liefert Siemens aus Krefeld insgesamt 1140 Regionalzugwagen für die Thameslink-Strecke durch London. Die ersten Züge sollen 2016 in Betrieb gehen. Einschließlich Wartung liegt der Auftragswert bei drei Milliarden Euro. Der Auftrag gehört damit zu den größten Zugbestellungen in der Siemens-Geschichte.

Und nach langen technischen Verzögerungen bei der Inbetriebnahme neuer ICE-Züge für die Bahn meldete Siemens vor einem Monat, das das Zulassungsverfahren begonnen habe. Ursprünglich sollte der Konzern die neuen ICE 3 bereits im Herbst 2011 ausliefern.

http://www.welt.de/wirtschaft/article119856334/Siemens-streicht-Hunderte-Jobs-in-Bahnsparte.html

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07.08.2013

Sparmaßnahmen: Nokia Siemens Networks will tausende Jobs streichen

Erst 2007 entstand das Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Network. Doch das Unternehmen ist nicht profitabel. Nach dem Ausstieg von Siemens sollen nun fast 8.500 Arbeitsplätze gestrichen werden. Zu hoch ist der Wettbewerb in der Mobilfunkbranche.

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Die Mobilfunkbranche steht vor einem Wandel. Mitte Juni hatte der Düsseldorfer Mobilfunkkonzern Vodafone beispielsweise einen Umsatzrückgang um 5,6 Prozent (2,41 Milliarden Euro) verbuchen müssen. Schwierigkeiten gibt es aber auch bei dem Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks. Im April 2007 wurde das Unternehmen durch eine Zusammenlegung von Siemens Networks und Nokia Networks Business gegründet. Seither führt die Nokia Oyj das Joint Venture als Minderheitengesellschaft. Doch der Konkurrenzdruck und die schlechte wirtschaftliche Entwicklung zwingen das Unternehmen zu immer größeren Sparmaßnahmen.

2012 wurden fast 26.000 Arbeitsplätze gestrichen und Anfang Juli trat Siemens seinen Anteil am Unternehmen für 1,7 Milliarden Euro an Nokia ab. Doch nun drohen schon wieder neue Entlassungen. Fast 8.500 zusätzliche Arbeitsplätze will das ehemalige Gemeinschaftsunternehmen nun bis Ende 2014 streichen, so Bloomberg mit Verweis auf ungenannte Quellen. Das wäre immerhin eine Reduzierung der Belegschaft um 17 Prozent. In Deutschland arbeiten derzeit 4.700 Mitarbeiter.

Ziel ist es, die Profitabilität des Unternehmens angesichts sinkender Umsätze zu steigern.  Im letzten Quartal war der Umsatz des Unternehmens um ganze 17 Prozent zurückgegangen. Geschehen soll dies unter anderem durch den Verkauf und die Schließung von verschiedenen Produktionsstätten und eine Auslagerung der Produktion. Vor allem Fertigungsstellen in Finnland, Indien und China könnten betroffen sein. Noch sei die Entscheidung jedoch nicht endgültig gefallen – es fehlt noch eine konkrete Bestätigung durch den neuen und nun alleinigen Eigentümer Nokia.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/07/sparmassnahmen-nokia-siemens-networks-will-tausende-jobs-streichen/

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24.05.2013

Deutscher Stahlhändler streicht 17 Prozent der Stellen

Dem Sparprogramm des Stahlhändlers Klöckner & Co fallen weltweit rund 70 Standorte und mehr als 2000 Arbeitsplätze zum Opfer. Der Chef verweist auf eine tiefe Branchenkrise in Europa.

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Der defizitäre Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) verschärft sein Sparprogramm und streicht mehr Stellen als bislang geplant. Als Grund nannte Konzernchef Gisbert Rühl auf der Hauptversammlung in Düsseldorf den nach wie vor schwachen Stahlmarkt in Europa.

Insbesondere in Frankreich fielen weitere Standorte dem Sparzwang zum Opfer. „Insgesamt werden damit etwa 70 Standorte geschlossen beziehungsweise verkauft und über 2000 Mitarbeiter abgebaut“, kündigte Rühl an. Damit fielen beinahe 25 Prozent der Standorte weg und 17 Prozent der Stellen.

Durch das Restrukturierungsprogramm erwartet der Konzern einen jährlichen Ergebnisbeitrag ab 2014 von 160 Millionen Euro. Bislang hatte Rühl rund 1800 Stellen streichen und 60 Standorte schließen wollen. Zum Ende des ersten Quartals hatten bereits 1600 Mitarbeiter den Konzern verlassen.

Konzern macht Aktionären wenig Hoffnung

Finanziell hat sich Rühl Luft verschafft. Der syndizierte Kredit über 360 Millionen Euro sei bis Mai 2016 verlängert worden. „Die im laufenden und im kommenden Jahr zur Rückzahlung anstehenden Fremdmittel können wir problemlos aus der vorhandenen Liquidität begleichen.“

Für 2013 machte Rühl den Aktionären, die zuletzt für 2010 eine Dividende von 30 Cent je Aktie erhalten hatten, wenig Hoffnung auf Besserung. Das angestrebte Ziel eines operativen Gesamtergebnisses von 200 Millionen Euro zu erreichen, sei „zunehmend unrealistisch“.

Nach einem Nettoverlust zum Jahresauftakt und einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 29 Millionen Euro rechnet Rühl im zweiten Quartal mit einem Ebitda von 35 bis 45 Millionen Euro.

Während in den USA die Markterholung schneller voranschreite als erwartet, befinde „sich die Stahlbranche in Europa in einer tiefen Krise, die sicherlich noch lange Zeit anhält.“ Auch die Nachfrage in Brasilien und China sei zuletzt flau gewesen.

http://www.welt.de/wirtschaft/article116482145/Deutscher-Stahlhaendler-streicht-17-Prozent-der-Stellen.html

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07.02.2013

Baukonzern Hochtief droht Zerschlagung, über 6.000 Stellen in Gefahr

Nach der Übernahme durch den spanischen Eigentümer ACS plant der neue Hochtief-Chef Fernandez eine Neuausrichtung des größten deutschen Baukonzerns. Dies hatte er bisher ausgeschlossen. Nun sind tausende Arbeitsplätze bedroht.

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Der neue Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes plant den Verkauf wesentlicher Teile des deutschen Bau-Konzerns, berichtet Der Westen. Fernandez arbeite derzeit an einer Neuausrichtung von Hochtief, wobei der Verkauf des Servicebereiches mit 6.000 Mitarbeitern und der Projektentwicklung mit rund 200 Mitarbeitern erwogen werden.

Der spanische Mehrheitseigentümer ACS hat eine geplante Zerschlagung bisher stets abgestritten. Und Hochtief-Chef Fernandez hat den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat sogar schriftlich zugesichert, dass es keine Zerschlagung geben werde. Sollte er also nun die Neuausrichtung des Konzerns in die Tat umsetzen wollen, muss er mit heftigem Widerstand der Arbeitnehmervertreter rechnen.

Klaus Wiesehügel, IG-Bau-Chef und Mitglied im Hochtief-Aufsichtsrat, hatte schon nach der Wahl von Fernandez zum Hochtief-Chef im November einen Stellenabbau für Hochtief abgelehnt. Doch wenn Fernandez nun die Verwaltungsbereiche verkauft, dann würden dort hunderte Arbeitsplätze gestrichen, zitiert Der Westen Stimmen aus dem Unternehmensumfeld. Am 27. Februar will Fernandez seine Strategie dem Aufsichtsrat vorlegen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/02/07/baukonzern-hochtief-droht-zerschlagung-mehr-als-6-000-stellen-in-gefahr/

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12.12.2012

Berechnungen: IG Metall: Siemens streicht 5100 Stellen in Deutschland

Die Gewerkschaft IG Metall hat sich das Sparprogramm von Siemens genauer angeschaut. Ergebnis: Dem Rotstift könnten 5100 Stellen in Deutschland zum Opfer fallen – eine Tochter ist noch nicht einmal miteingerechnet.

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Siemens will in Deutschland nach Berechnungen der IG Metall in den kommenden zwei Jahren rund 5100 Arbeitsplätze streichen. Weitere 1400 Stellen in Deutschland sollen ausgelagert oder durch Verkauf an andere Firmen übertragen werden, wie ein Gewerkschafter am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Vorstandschef Peter Löscher hatte im November ein Sparprogramm vorgelegt, mit dem er die Kosten um sechs Milliarden Euro senken will. Das betrifft nach Berechnungen der IG Metall etwa 4300 Stellen in Deutschland. Beim Rest handelt es sich um bereits früher angekündigte und zum Teil schon laufende Einschnitte wie etwa in der Medizinsparte, im Nürnberger Trafowerk oder bei der Fertigung von Windrad-Getrieben.

Ein Siemens-Sprecher sagte, er könne die von der IG Metall genannte Gesamtzahl nicht bestätigen. Das Management schaue sich die einzelnen Geschäftsfelder an und bespreche Entscheidungen dann zuerst mit den Mitarbeitern vor Ort.

Wie Stellenabbau oder -übertragung jeweils umgesetzt werden, muss Siemens mit den Arbeitnehmervertretern für jede Maßnahme einzeln verhandeln. Betriebsbedingte Kündigungen sind durch einen unbefristeten Vertrag zur Standort- und Beschäftigungssicherung grundsätzlich ausgeschlossen.

Der Abbau von 1500 Stellen bei der Lichttochter Osram AG und von fast 3000 Stellen bei dem Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) in Deutschland sind bei der Rechnung nicht mitgezählt.

Die Siemens AG hat ihre Mitarbeiterzahl im Kerngeschäft in Deutschland im vergangenen Jahren um 3000 auf 119 000 erhöht, ist aber im Konjunkturabschwung bei der Gewinnmarge gegenüber den wichtigsten Konkurrenten ins Hintertreffen geraten und deshalb jetzt auf einen Sparkurs umgeschwenkt.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/berechnungen-ig-metall-siemens-streicht-5100-stellen-in-deutschland/7512802.html

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30.11.2012

Kahlschlag bei Osram: Tausende Arbeitsplätze fallen weg

Die Siemens-Tochter will eine Milliarde Euro einsparen und streicht deshalb 4.700 Arbeitsplätze bis 2014. Insgesamt will Osram damit bis zu achttausend Menschen weniger beschäftigen.

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Innerhalb der nächsten drei Jahre will die Siemens-Tochter Osram bis zu eine Milliarde Euro einsparen. Ziel sei es, ein nachhaltiges Profitabilitätsniveau zu erreichen und neue Produkte schneller auf den Markt zu bringen. Neben der Konzentration auf einen günstigeren Einkauf werden die Kosten auch durch Stellenstreichungen gesenkt. Bis 2014 will Osram 4.700 Arbeitsplätze streichen. Dies solle „mehrheitlich mittels Werksverkäufen erreicht“ werden, teilte das Unternehmen mit. Das hat zur Folge, dass die Siemens-Tochter anschließend zwischen 7.300 und 8.000 Menschen weniger beschäftigen wird als noch im Herbst 2011.

Im Geschäftsjahr 2012 wurden weltweit bereits rund 1.900 Stellen abgebaut, davon rund 300 in Deutschland, so Osram. In Deutschland sollen zusätzlich zu den bereits im Januar angekündigten 1.000 Stellen durch die neuen Einsparungen rund 400 weitere entfallen. Davon sind die Standorte Berlin, Wipperfürth und München betroffen. Die Maßnahmen beziehen sich auf Werke mit Produkten am Ende des Produktlebenszyklus oder auf die Schließung umsatzschwacher, kleinerer Standorte. Zwar baut das Unternehmen in einigen Geschäftsfeldern gleichzeitig Kapazitäten auf. Doch kann „der Stellenaufbau in den Zukunftsfeldern die Anpassungen im traditionellen Bereich leider nur teilweise kompensieren“, teilte der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Dehen in der Pressemitteilung des Unternehmens mit.

Zwar baut das Unternehmen in einigen Geschäftsfeldern gleichzeitig Kapazitäten auf. Doch kann „der Stellenaufbau in den Zukunftsfeldern die Anpassungen im traditionellen Bereich leider nur teilweise kompensieren“, so der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Dehen. Zukünftige Schwerpunkte sind LED-basierte Produkte und die Leuchtstofflampenfertigung. Gleichzeitig solle das Marktvolumen von traditionellen Produkten um rund 15 Prozent sinken.

In den Aufbau des LED-Montagewerks in der chinesischen Provinz Jiangsu wird Osram einen dreistelligen Euro Millionen-Betrag investieren. Dort sollen 1.700 Mitarbeiter Produkte für den asiatischen Marktes herstellen. Denn bereits in fünf Jahren soll Asien die Hälfte des weltweiten Lichtmarktes ausmachen, prognostiziert Osram.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/11/30/kahlschlag-bei-osram-tausende-arbeitsplaetze-fallen-weg/

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19.11.2012

Krise kommt nach Deutschland: Jedes dritte Unternehmen plant Entlassungen

Die deutschen Unternehmen bereiten sich auf die Krise vor. In jedem zweiten Betrieb wird die Produktion gedrosselt, viele Firmen stellen sich auf Entlassungen ein.

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Eine Umfrage unter 2.300 deutschen Firmen kommt zu dem Ergebnis, dass 28 Prozent der Befragten im nächsten Jahr einen Personalabbau beabsichtigen. Nur ein Fünftel der Firmen plant neue Arbeitsplätze zu schaffen, so die Herbstumfrage des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Vom Stellenabbau sei vor allem die deutsche Exportindustrie betroffen. Dort wollen 30 Prozent der Betriebe Mitarbeiter entlassen.

Aufgrund des schwächelnden Auslandsgeschäfts und der damit einhergehenden geringeren Produktion werden die Unternehmen deutlich vorsichtiger“, so das IW. Die Wissenschaftler fordern deshalb von der Politik Maßnahmen, die den Arbeitsmarkt stabilisieren. Dazu gehören der Verzicht auf Steuererhöhungen, die „Nutzung aller Spielräume für Abgabensenkungen in der Sozialversicherung, die Weiterentwicklung der Infrastruktur und eine überzeugende Lösung der Energiewende“, verlangt IW-Direktor Michael Hüther. Frankreich fordert indes Lohneröhungen in Deutschland (hier).

Die Reserviertheit bei Neueinstellungen rühre vor allem von den düsteren Geschäftsaussichten. Lediglich 24 Prozent der Betriebe rechnen mit einer steigenden Produktion im Jahr 2013. Rund die Hälfte (48 Prozent) erwartet eine Stagnation und 28 Prozent befürchten eine rückläufige Produktion. „Wir gehen davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum im Gefolge der nachlassenden Weltwirtschaft und der schwelenden Staatsschuldenkrise abschwächen wird“, sagte Hüther. Das IW erwartet aber keine Rezession. Vielmehr prognostiziert es eine Stagnation der Wirtschaftsleistung im Jahr 2013. So werde das Wirtschaftswachstum mit 0,75 Prozent niedriger als in diesem Jahr ausfallen.

Die Betriebe blicken mit Sicht auf ihre Exportchancen deutlich pessimistischer in das kommende Geschäftsjahr (vor allem die Nachfrage in der EU ist gering – hier). Der gleiche Anteil der Unternehmen erwartet ein besseres bzw. schlechteres Exportgeschäft (jeweils 20 Prozent). „Ein Einfallstor für die Staatsschuldenkrise stellt der deutsche Außenhandel dar“, meinte Hüther. Der IW-Direktor macht vor allem die Rezession in vielen europäischen Staaten dafür verantwortlich. Dies belaste die exportintensiven Betriebe, so Hüther. Deshalb spart die deutsche Wirtschaft. Knapp jedes dritte Unternehmen (28 Prozent) beabsichtigt 2013 seine Ausgaben zu senken.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/11/19/28-prozent-der-deutschen-firmen-planen-stellenabbau/

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31.10.2012

Krise erreicht Lufthansa: Massiver Jobabbau droht

Die größte deutsche Luftlinie muss weitere Sparmaßnahmen durchsetzen und Stellen streichen. Die Gewinnmarge ist nach drei Quartalen zu gering, um die Zukunft des Unternehmens sichern zu können. Durch hohe Treibstoffpreise und rückgängige Buchungen muss der Gürtel bei Lufthansa enger geschnallt werden.

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Bei Lufthansa drohen der Belegschaft weitere Entlassungen. Die Luftlinie konnte in den ersten neun Monaten nur einen Gewinn von 3,1 Prozent erwirtschaften. „Mit der Marge können wir auf die Dauer die Zukunft des Unternehmens nicht sichern“, sagte Konzern-Chef Christoph Franz. Einem Bericht von Reuters zufolge werden zahlreiche Jobs daher nach einer neuen „Kostensenkungsrunde überflüssig“.

Bisher war bekannt, dass Lufthansa bis Ende des Jahres 34 Flugzeuge weniger einsetzen wollte, was auch rund 2.000 Flugbegleiter und 500 Piloten weniger bedeutet. Unter anderem soll ein Einstellungsstopp dies erreichen, wie mit den übrigen Lufthansa-Bechäftigten im Zuge dessen umgegangen werde soll, wird derzeit mit der Gewerkschaft Ufo debattiert.

Aufgrund der unsicheren Aussichten für das vierte Quartal werde der Lufthansa zufolge aber auch das Sitzplatzangebot reduziert. Die Kapazitäten sollen statt um 2,5 nun um 3 Prozent gekürzt werden. Eine weitere Reduzierung sei aber durchaus möglich, so Christoph Franz. „Das hätte auch entsprechende Folgen für die Arbeitsplätze, was sich leider nicht vermeiden lässt.” Insgesamt ist geplant, in den kommenden Jahren allein in Deutschland 2.500 Verwaltungsjobs zu streichen, weltweit sollen es 3.500 sein.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/10/31/krise-erreicht-lufthansa-massiver-jobabbau-droht/

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29.08.2012

Ökonomen fürchten Kurzarbeit und Stellenabbau

Führende Wirtschaftsforscher haben ihre Wachstumsprognose nach unten revidiert. Die Euro-Krise treffe vor allem die exportabhängige Industrie. Hier drohten Rückgänge bei der Beschäftigung.

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Die Krise im Euro-Raum bremst zunehmend auch die deutsche Wirtschaft. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet deshalb für das laufende dritte Vierteljahr 2012 nur noch mit einem Wachstum von 0,2 Prozent. Im Juli war es noch von 0,3 Prozent ausgegangen.

„Die Exporte haben sich zwar bislang gut gehalten. Vieles spricht aber für eine Abkühlung der Auslandsnachfrage“, teilte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner mit. Denn nicht nur der Euro-Raum gleite tiefer in die Rezession, auch die übrige Weltkonjunktur laufe schwächer als erwartet.

Exportabhängige Industrie betroffen

Betroffen sei in erster Linie die besonders exportabhängige Industrie. „Hier dürften teilweise sogar Kurzarbeit und Rückgänge bei der Beschäftigung anstehen“, sagte DIW-Deutschlandexperte Simon Junker. Der Rückgang der Beschäftigung werde aber nur einen kleinen Teil der Wirtschaft treffen.

„Insgesamt wird die Lage auf dem Arbeitsmarkt außerordentlich gut bleiben.“ Der Konsum im Inland werde die Konjunktur anschieben, weil die Löhne nach DIW-Erwartung kräftig anziehen. Vom Jahreswechsel an werde sich auch die Weltwirtschaft wieder stabilisieren.

Bedarf an Arbeitskräften weiter hoch

Trotz wachsender Konjunkturskepsis ist der Bedarf an Arbeitskräften in vielen Unternehmen weiterhin groß. Die Zahl der offenen Stellen habe zwar das Zenit überschritten, sich aber im August auf hohem Niveau stabilisiert, geht aus dem am Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor. Der aus der Zahl der gemeldeten Stellen errechnete Indexwert lag im August mit 164 Punkten um einen Zähler höher als im Vormonat.

Die Rückgänge in den Vormonaten signalisierten allerdings eine „tendenziell nachlassende Kräftenachfrage“, gab die Bundesagentur zu. Inzwischen liegt der Indikator 15 Punkte unter dem bisherigen Höchststand im Januar. „Angesichts abgeschwächter Konjunkturerwartungen zeigen sich die Unternehmen insgesamt vorsichtiger, was weitere Neueinstellungen angeht“, betonte die BA.

Große Nachfrage in Zeitarbeit

Die Zahl der offenen Stellen bewege sich dennoch auf hohem Niveau. So liege der Augustwert nur um einen Punkt unter der Nachfragespitze im letzten Konjunkturboom 2007.

Einen großen Arbeitskräftebedarf habe weiterhin die Zeitarbeit: gut jede dritte freie Stelle stamme aus dieser Brache. Auch im Groß- und Einzelhandel, der Bauinstallation, in der Gastronomie sowie im Gesundheits- und Sozialwesen würden weiterhin viele neue Mitarbeiter gesucht.

http://www.welt.de/wirtschaft/article108855250/Oekonomen-fuerchten-Kurzarbeit-und-Stellenabbau.html

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10.08.2012

RWE 2000 Jobs wackeln durch Konzernumbau

RWE Zentralein Essen: Energieriese vor tiefgreifendem Umbau

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RWE-Chef Peter Terium will RWE offenbar tiefgreifend umkrempeln. Eine neue riesige Konzernsparte ist geplant, zudem stehen neben dem angekündigten Jobabbau weitere 2000 Stellen auf der Kippe. Der Jobverlust nähert sich jetzt insgesamt der 10.000-Mitarbeiter-Schwelle.

Essen – Der neue RWE -Chef Peter Terium will offenbar tatsächlich mehr als 2000 weitere Arbeitsplätze streichen. Teriums Pläne sähen den Abbau von rund 2400 Jobs vor, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters – und erhärtet damit eine Meldung der „Rheinischen Post“, die zuvor über die Pläne berichtet hatte. Betroffen seien vor allem Verwaltungsaufgaben wie Rechnungs-, Finanz- und Personalwesen. Über Details müsse noch mit den Arbeitnehmervertretern beraten werden. Die Pläne waren Thema einer Vorstandssitzung am Donnerstag. RWE lehnte einen Kommentar dazu ab.

Terium scheint aber auch den Konzern insgesamt umorganisieren zu wollen. Nach Angaben der Essener „WAZ“-Zeitung will Terium eine neue Konzernsparte gründen, die für sämtliche Kohle- und Gaskraftwerke von RWE in Deutschland, Großbritannien und in den Niederlanden zuständig sein wird. Einen entsprechenden Beschluss habe der RWE-Vorstand bereits gefasst, berichtet die „WAZ“.

Diese länderübergreifende Erzeugungsgesellschaft, die als Projekt den Namen „Julio II“ trage, wie Nachrichtenagenturen berichten, solle als europäische Aktiengesellschaft (SE) firmieren und ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen haben. Die bisherigen Aufgaben der Kölner Erzeugungsgesellschaft RWE Power gehen offenbar in der neuen Konzerneinheit auf. Die neue Sparte, in der rund 18.000 Beschäftigte arbeiten sollen, wird demnach zum Jahreswechsel an den Start gehen. Ziel sei es, durch die Neugründung mittelfristig Kosten in Höhe von rund 100 Millionen Euro pro Jahr einzusparen.

Kein weiterer Kündigungsschutz

Die vor der Umorganisation bekannt gewordenen Streichpläne des RWE-Chefs kommen zu dem bisher angekündigten Stellenabbau hinzu. Der Konzern hatte bereits darüber informiert, 8000 der bisher konzernweit 72.000 Stellen zu streichen. Das soll auch mit Hilfe der Beteiligungsverkäufe geschehen, durch die der Energieriese bis Ende 2013 bis zu sieben Milliarden Euro einnehmen will. Terium will auch mit Hilfe des Stellenabbaus rund eine Milliarde Euro zusätzlich einsparen.

Die Gewerkschaft Verdi hatte befürchtet, dass bis zu 5000 zusätzliche Arbeitsplätze wegfallen. Gemeinsam mit der IGBCE will sie eine Verlängerung der Ende des Jahres auslaufenden Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung durchsetzen. Die Pläne der Arbeitnehmervertreter, den Vertrag bis 2023 zu verlängern und auf RWE-Beteiligungen wie die Netztöchter Amprion und Thyssengas auszuweiten, trifft bei Terium aber auf Ablehnung.

RWE steht wie der Konkurrent Eon wegen des Atomausstiegs und schlechter Gasgeschäfte unter Druck. Eon allerdings gelang kürzlich eine Neuverhandlung der Gaspreise mit seinem Lieferanten Gazprom . Über Jahre hatte Eon mit den Russen gerungen und schließlich sogar ein Schiedsgericht eingeschaltet. Der Düsseldorfer RWE-Konkurrent Eon, dessen Unternehmenszentrale keine 20 Autominuten von der RWE-Hauptstelle in der Essener Innenstadt entfernt liegt, konnte daraufhin zuletzt eine deutliche Gewinnerholung erreichen. RWE hat mit Gazprom derzeit noch keine Einigung über niedrigere Gaslieferpreise erlangt.

Zudem drückt den Essener Energiekonzern eine Schuldenlast von 30 Milliarden Euro den Konzern. Die Ratingagenturen Standard & Poor’s und Fitch stuften vor einigen Tagen die Kreditwürdigkeit des Versorgers ab. Sie befürchten, dass sich die Lage angesichts schwacher Margen im Stromgeschäft und Belastungen aus dem Atomausstieg wie Rückstellungen für den Rückbau der Atommeiler nicht so schnell verbessert.

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/energie/a-849264.html

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