Inflation: Preisentwicklung in Deutschland – eine Chronik

29.09.2015

Inflation sinkt auf null Prozent

Wegen des fallenden Ölpreises stagnieren die Verbraucherpreise im September. Die Inflationsrate in Deutschland verfehlt die Zielmarke der Europäischen Zentralbank klar.

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Der immer stärkere Rückgang der Energiepreise hat die Inflation in Deutschland auf 0,0 Prozent gedrückt. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes verharrten die Verbraucherpreise im September auf dem Niveau des Vorjahresmonats. Gegenüber dem Vormonat August sanken die Verbraucherpreise voraussichtlich um 0,2 Prozent.

Hauptgrund für den Rückgang im Vergleich zum Vorjahr sind deutlich gesunkene Energiepreise. Haushaltsenergie und Kraftstoffe waren im September für Verbraucher 9,3 Prozent billiger als vor einem Jahr, wie das Bundesamt mitteilte. Nahrungsmittel verteuerten sich demnach um 1,1 Prozent. Dienstleistungen kosteten ebenfalls durchschnittlich 1,1 Prozent mehr.

Im August hatte die Inflationsrate in Deutschland bei 0,2 Prozent gelegen, im Mai noch bei 0,7 Prozent. Damit entfernt sich die Inflation wieder weiter von der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB), die mittelfristig Teuerungsraten von knapp zwei Prozent anstrebt.

Vor allem Konsumenten freuen sich über die niedrige Teuerungsrate, ihre Kaufkraft steigt dadurch. Das kann Verbraucher und Unternehmen allerdings dazu verleiten, Anschaffungen und Investitionen aufzuschieben, weil es ja in absehbarer Zeit noch billiger werden könnte. Eine mögliche Folge wäre, dass die Wirtschaft „einfriert“ und es mittelbar zu einer Deflation kommt. Die meisten Ökonomen sehen diese Gefahr jedoch nicht gegeben, da sich die niedrige Inflationsrate derzeit vor allem auf die niedrigen Preise für Öl zurückführen lässt.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-09/inflationsrate-preise-verbraucherpreise

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01.06.2015

Deutschland: Inflation steigt zum dritten Mal in Folge

Die Theorie der EZB, Europa sei von einer Deflation, wird nun auch von der offiziellen Statistik widerlegt. Seit Monaten steigen in Deutschland die Preise – und das trotz eines immer noch niedrigen Ölpreises.

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Das Statistische Bundesamt teilt mit:

Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen im April 2015 um 0,5 % höher als im April 2014. Die Inflationsrate − gemessen am Verbraucherpreisindex − hat sich damit den dritten Monat in Folge erhöht. Sie bewegte sich jedoch weiterhin auf niedrigem Niveau. Im Vergleich zum März 2015 blieb der Verbraucherpreisindex im April unverändert. Das Statistische Bundesamt (Destatis) korrigierte damit seine vorläufigen Gesamtergebnisse vom 29. April 2015 leicht nach oben (+ 0,1 Prozentpunkte).

Dämpfend auf die Gesamtteuerung im April 2015 wirkte wie bereits in den Vormonaten die Preisentwicklung von Mineralölprodukten (− 11,1 %, davon leichtes Heizöl: − 20,1 %; Kraftstoffe: − 8,1 %). Günstiger als ein Jahr zuvor waren auch andere Energieprodukte (zum Beispiel Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme: − 3,9 %; Strom: – 0,7 %). Nur die Preise für feste Brennstoffe erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresmonat (+ 2,9 %). Energie insgesamt verbilligte sich binnen Jahresfrist um 5,9 %. Ohne Berücksichtigung der Energie hätte die Inflationsrate im April 2015 bei + 1,2 % gelegen.

Die Preise für Nahrungsmittel stiegen im April 2015 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,1 %. Deutlich teurer wurden Gemüse insgesamt (+ 6,1 %, darunter Gurken: + 55,3 %; Kopf- und Eisbergsalat: + 35,0 %, aber Kartoffeln: − 17,8 %) und Süßwaren (+ 4,1 %, darunter Schokoladentafeln: + 15,9 %). Auch für Brot und Getreideerzeugnisse sowie Fisch und Fischwaren zogen die Preise gegenüber April 2014 an (jeweils: + 1,8 %). Billiger waren hingegen vor allem Molkereiprodukte (− 2,9 %, darunter frische Milch: − 9,6 %; Sahne: − 5,1 %).

Die Preise für Waren insgesamt, die Energie und Nahrungsmittel einschließen, sanken im April 2015 im Vergleich zum April 2014 um 0,6 %. Im Vergleich zu den Vormonaten schwächte sich der Preisrückgang bei Waren damit weiter ab. Zudem wurden einige Waren für Verbraucher spürbar teurer, zum Beispiel Kaffee, Tee, Kakao (+ 12,8 %, darunter Kaffee: + 21,0 %), Zeitungen und Zeitschriften (+ 6,2 %) sowie Tabakwaren (+ 3,4 %).

Gemessen an der Gesamtteuerung erhöhten sich die Preise für Dienstleistungen insgesamt im Vergleich zum April 2014 mit + 1,2 % überdurchschnittlich. Unter den Dienstleistungen stiegen Nettokaltmieten binnen Jahresfrist um 1,3 %. Deutlich teurer wurden zum Beispiel die Personenbeförderung im Straßenverkehr (davon Taxifahrt: + 11,9 %), Friseurleistungen und andere Dienstleistungen für Körperpflege (+ 3,6 %), Dienstleistungen der sozialen Einrichtungen (+ 3,5 %) sowie Verpflegungsdienstleistungen in Restaurants, Cafés und Straßenverkauf (+ 3,0 %). Hingegen waren Pauschalreisen (− 2,2 %) und Telekommunikationsdienstleistungen (− 1,2 %) günstiger als vor einem Jahr.

Im Vergleich zum Vormonat März 2015 blieben die Verbraucherpreise im April 2015 unverändert. Die Preisanstiege bei Waren (+ 0,4 %) wurden durch die Preisrückgänge bei Dienstleistungen (− 0,4 %). ausgeglichen.

Erwähnenswert sind im April 2015 die Preiserhöhungen bei Energie insgesamt um 0,5 % gegenüber März 2015. Im Einzelnen standen den gestiegenen Kraftstoffpreisen (+ 2,3 %, darunter Superbenzin: + 2,9 %; Dieselkraftstoffe: + 0,3 %) jedoch Preisrückgänge bei der Haushaltsenergie (− 0,3 %, darunter leichtem Heizöl: − 0,5 %) gegenüber.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/06/01/deutschland-inflation-steigt-zum-dritten-mal-in-folge/

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07.05.2014

Deutlich über dem weltweiten Durchschnitt

Fast überall ist das Leben billiger als in Deutschland

Nun ist es amtlich: Die Preise in Deutschland gehören zu den höchsten der Welt. Das Preisniveau liegt fast ein Drittel über dem weltweiten Durchschnitt. Auch in Europa zahlen die Deutschen mehr als viele andere Länder.

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Fast nirgendwo ist das Leben so teuer wie in Deutschland. Das Preisniveau lag im Jahr 2011 um 35,7 Prozent über dem Durchschnitt von weltweit 179 untersuchten Ländern. Das teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit.

Nur wenige außereuropäische Länder waren teurer. So lagen – gemessen am Preisniveau – die Lebenshaltungskosten in Australien um 38,4 Prozent über denen in Deutschland. In Japan mussten die Verbraucher für den Erwerb eines repräsentativen Warenkorbs 27,9 Prozent mehr zahlen. Auch in Kanada ist das Leben teurer. Hier liegt das Preisniveau 14,1 Prozent höher als in Deutschland.

Billiger lebt es sich dagegen zum Beispiel in China (minus 49,7 Prozent), Südkorea (minus 27,6 Prozent) oder Indien (minus 71,8 Prozent). Auch in Russland (minus 49,7 Prozent) und den USA (minus 12,1 Prozent) war das Leben deutlich günstiger.

Im innereuropäischen Vergleich war das deutsche Preisniveau dagegen nur leicht überdurchschnittlich. Teurer ist zum Beispiel das Leben in Frankreich, Finnland, Großbritannien und Norwegen. Billiger lebt es sich in Griechenland oder Portugal.

http://www.focus.de/finanzen/news/deutlich-ueber-dem-weltweiten-durchschnitt-fast-nirgendwo-ist-das-leben-so-teuer-wie-in-deutschland_id_3825016.html

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16.01.2014

Stärkster Preisanstieg bei Lebensmitteln seit 2008

Schlechtes Wetter hat die Lebensmittel in Deutschland deutlich teurer gemacht. Aus Sicht von Bauern und Einzelhändler geht die Zeit der Niedrigpreise zu Ende.

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Lebensmittel in Deutschland haben sich 2013 so stark verteuert wie seit fünf Jahren nicht mehr. Die weltweit anziehende Nachfrage und witterungsbedingte Ernteausfälle ließen die Preise um 4,4 Prozent steigen. Sie legten damit fast drei Mal so stark zu wie die Inflationsrate. Diese lag dank billigerem Tanken und Heizen mit 1,5 Prozent so niedrig wie seit 2010 nicht mehr. „Preiserhöhungen gab es in allen Nahrungsmittelbereichen“, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit.

Besonders deutlich fiel der Preisaufschlag im alten Jahr bei

Kartoffeln (plus 28,7 Prozent),

Äpfeln (plus 14,9) und

Butter (plus 16,1) aus.

Insgesamt verteuerte sich Obst um 7,2 Prozent und Gemüse um 6,1 Prozent. Grund dafür waren zum Teil Ernteausfälle durch den langen Winter, den feuchten Frühling und den heißen Sommer.

Lebensmittel bleiben teuer

Landwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich, der Bauernverband und Einzelhändler rechnen zudem vorerst nicht mit einer Entspannung.

Tendenziell zeichneten sich weitere Preissteigerungen ab, sagte CSU-Politiker Friedrich auf der „Grünen Woche“ in Berlin. „Nahrungsmittel wirkten lange Zeit als Inflationsbremse – die Zeiten sind erst einmal vorbei“, ergänzte Michael Lohse vom Bauernverband. „Weltweit zieht die Konjunktur an, und in Ländern wie Russland und China wächst die Mittelschicht, die sich an westlichen Ernährungsgewohnheiten orientiert. Dadurch steigt zum Beispiel die Nachfrage nach Milch, Käse und Fleisch.“

Höhere Nachfrage, weniger Anbaufläche

Der Einzelhandelsverband HDE sieht das genauso. „Eine höhere Nachfrage auf den Weltmärkten treibt die Preise“, erklärte ein HDE-Sprecher. „Da dieser Trend unumkehrbar ist, ist mit einer Entspannung an der Preisfront nicht zu rechnen.“ Auch knapper werdende Anbauflächen durch die zunehmende Nutzung von Ackerland für die Produktion von Biokraftstoffen sowie höhere Energiekosten seien Preistreiber.

Bauernverbands-Präsident Joachim Rukwied erwartet aber zumindest keine exzessiven Steigerungen: „Die Agrarpreise und die Preise für Lebensmittel werden nicht durch die Decke gehen“. Eine genaue Prognose sei aber unmöglich, da die Preise global gebildet würden und unter anderem vom Wetter abhängig seien.

http://www.focus.de/finanzen/news/kartoffeln-fast-30-prozent-teurer-wetter-staerkster-preisanstieg-bei-lebensmitteln-seit-2008-1_id_3546847.html

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03.12.2013

Preise für Lebensmittel um bis zu 40 Prozent gestiegen

Viele Lebensmittel sind 2013 deutlich teurer geworden: Um bis zu 40 Prozent schnellten die Preise für Nahrungsmittel in die Höhe, insgesamt liegt die Teuerung bei vier Prozent. Schuld ist vor allem das schlechte Wetter.

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Die Preise für Lebensmittel sind 2013 aufgrund des anhaltend schlechten Wetters stärker gestiegen, als die Inflationsrate insgesamt. Das berichtet die „Bild“-Zeitung vom Dienstag unter Berufung auf den Agrar-Report des Deutschen Bauernverbandes (DBV), den Bauernpräsident Joachim Rukwied am Mittwoch in Berlin vorstellt.

Demnach stiegen die Preise für Kartoffeln um 40 Prozent, für Gurken um 27 Prozent, Butter wurde sogar um gut ein Drittel teurer. Im Schnitt stiegen die Preise im laufenden Jahr um rund vier Prozent, berichtet „Bild“. Ursachen seien neben dem Wetter die weltweit gestiegene Nachfrage nach Lebensmitteln und die knappe Versorgungssituation bei vielen landwirtschaftlichen Rohstoffen.

Nur kleiner Teil des Einkommens für Lebensmittel

Für 2014 wird dem Bericht nach ein Anstieg der Lebensmittelpreise in der Höhe der allgemeinen Inflationsrate von zwei Prozent erwartet. Erst seit den letzten Jahren liegen die Preissteigerungen für Lebensmittel demnach über denen der allgemeinen Verbraucherpreise: Von 1991 bis 2007 änderten sich die Lebensmittelpreise jährlich im Durchschnitt um +1,1 Prozent, während die allgemeinen Verbraucherpreise um 2,0 Prozent anstiegen.

Trotzdem müssen deutsche Verbraucher nur einen kleinen Teil ihres Einkommens für hochwertige Nahrungsmittel verwenden: 2013 machten Lebensmittel bei deutschen Haushalten nur 11,7 Prozent der Gesamtausgaben aus.

http://www.focus.de/finanzen/news/lebensmittelpreise-stark-gestiegen-schlechtes-wetter-macht-unser-essen-teuer_id_3449731.html

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21.10.2013

Preisschock: Butter 32 Prozent hoch, Milch 18 Prozent

Eine Welle von Preiserhöhungen für Milch, Butter oder Brot rollt auf die Verbraucher zu. Molkereien und Groß-Bäckereien verlangen von ihren Kunden deutlich mehr. Einige Lebensmittel könnten aber günstiger werden.

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Lebensmittel dürften sich auch künftig stärker verteuern als andere Waren. Molkereien, Bäckereien und andere Produzenten von Nahrungsmitteln hoben ihre Preise im September um durchschnittlich 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Im August hatte es sogar ein Plus von 3,7 und im Juli von 4,1 Prozent gegeben. Die gesamten Erzeugerpreise – zu denen beispielsweise auch Metalle, Holzwaren und Energie gehören – fielen dagegen im September um 0,5 Prozent.
In der Erzeugerpreis-Statistik werden Preise ab Werkstor berücksichtigt – also noch bevor die Produkte in den Handel gelangen. Sie gilt deshalb als Indikator für die künftige Entwicklung der Verbraucherpreise. Allerdings ist offen, inwieweit die höheren Preise weitergegeben werden.
Besonders stark stiegen die Preise für Butter (plus 32,1 Prozent), Milch (plus 18,2) sowie für Käse und Quark (plus 8,8). Allerdings muss man hier beachten, dass die Preise für Milchprodukte seit einigen Jahren stark schwanken. Schon im Herbst 2007 und im Herbst 2011 lagen sie auf dem momentanen Niveau.

Wein kostete 7,5 Prozent und verarbeitete Kartoffeln 6,4 mehr als ein Jahr zuvor. Frisches Brot und Brötchen waren 2,9 Prozent teurer.

Kaffee und Fleisch billiger

Dagegen fielen die Preise für Kaffee um 2,5 Prozent, während Fleisch (ohne Geflügel) 2,4 Prozent billiger wurde. Energie kostete 1,4 Prozent weniger, nachdem die Weltmarktpreise für Rohöl wegen der globalen Konjunkturschwäche gefallen waren.

http://www.focus.de/finanzen/news/preisschock-im-supermarkt-lebensmittelpreise-steigen-um-bis-zu-32-prozent_aid_1135341.html

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11.10.2013

Inflation: Lebensmittel-Preise in Deutschland steigen rasant

Im September sind die Preise für Lebensmittel um über vier Prozent angestiegen und auch der teure Strom macht sich in den Taschen der deutschen Steuerzahler bemerkbar. 11,5 Prozent mehr kostete der Strom im September, die Preise für Butter stiegen um fast 30 Prozent.

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Die deutschen Verbraucher-Preise sind im September um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Während die Kosten für Kraftstoffe und Heizöl deutlich zurückgingen, stiegen die Preise für Lebensmittel und Strom, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

Die Preise für Nahrungsmittel nahmen gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,7 Prozent zu. So erhöhten sich die Kosten für Speisefette und Speiseöle um 13,6 Prozent. Vor allem bei der Butter gab es erneut einen erheblichen Sprung. Hier erhöhten sich die Preise um 29,2 Prozent. Aber auch Obst (+6,8%), Gemüse (+6,6%) und Fleisch (+4,2%) waren im September teurer.

Ähnlich deutliche Preissteigerungen fanden sich im September trotz der günstigeren Preisentwicklung für Produkte aus Mineralöl beim Strom und festen Brennstoffen. Strom war 11,5 Prozent teurer als noch vor einem Jahr.

Bereits im August war der Preis für Butter gegenüber August 2012 deutlich gestiegen, um 32,8 Prozent. Die Verbraucher haben bereits darauf reagiert. Wie ein aktueller Bericht der GfK zeigt, ging die Mengennachfrage deutlich zurück und lag im August noch 14 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Die Diskrepanz zwischen kaum merklicher Erhöhung des Bruttolohns, der Niedrigzins Politik Draghis und der Inflation wird immer deutlicher. Seit gut einem Jahr gibt es in Deutschland keine Netto-Lohnsteigerung mehr. Steuern und Inflation fressen die Brutto-Lohnerhöhungen auf (hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/10/11/inflation-lebensmittel-preise-in-deutschland-steigen-rasant/

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29.08.2013

Preise bei Lebensmitteln steigen drastisch

Eigentlich sieht es nach einer erfreulichen Entwicklung aus. Die Preise in Deutschland steigen insgesamt weniger als in den Vormonaten. Doch bei Nahrung ziehen sie stark an – das hat eine Ursache.

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Die Verbraucherpreise in Deutschland steigen wieder langsamer. Sie erhöhten sich im August um voraussichtlich 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden nach vorläufigen Berechnungen mitteilte.

Grund für die vergleichsweise niedrige Preissteigerung sei die moderate Entwicklung der Preise für Mineralölprodukte. Die Teuerung bei Lebensmitteln hingegen liege mit voraussichtlich 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr weiter deutlich über dem Preisanstieg insgesamt.

In den vergangenen Monaten hatten höhere Lebensmittelpreise die Inflation deutlich steigen lassen: Im Juni waren es 1,8 Prozent, im Juli 1,9 Prozent im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat gewesen. Grund für die hohen Nahrungsmittelpreise war vor allem das nasse und kalte Frühjahr: Obst und Gemüse, aber auch Milchprodukte wurden deutlich teurer. Im April hatte die Inflationsrate noch bei 1,2 Prozent gelegen, das war der niedrigste Stand seit August 2010.

„Wer in diesem Sommer vitaminreiche Kost kaufte, musste insbesondere für frisches Obst mehr ausgeben als in den vergangenen Jahren“, schreibt das Statistische Landesamt in Nordrhein-Westfalen zur Preisexplosion in den Lebensmittelregalen. Früchte haben sich im Land an Rhein und Ruhr binnen drei Jahren durchschnittlich um fast ein Viertel verteuert.

Sprit verbilligte sich hingegen vielerorts: In Bayern zahlten die Autofahrer dafür an den Tankstellen 4,8 Prozent weniger als im August 2012, in Nordrhein-Westfalen verbilligten sich Kraftstoffe sogar um 5,3 Prozent. Bei einer Eskalation des Syrien-Konflikts drohen jedoch „deutliche Preissteigerungen bei Rohstoffen“, warnt Stefan Kipar von der BayernLB.

HPI liegt bei 1,6 Prozent

Im Vergleich zum Juli veränderten sich die Verbraucherpreise im August wahrscheinlich nicht, wie die Statistiker weiter erklärten. Der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex lag demnach in diesem Monat um 1,6 Prozent über dem Stand des Vorjahresmonats.

Diese Zahlen werden aber auf Grundlage eines anderen Warenkorbs berechnet. Sie sind Maßstab der Europäischen Zentralbank (EZB), die bei einer mittelfristigen Inflation von knapp unterhalb 2,0 Prozent von stabilen Preisen spricht.

http://www.welt.de/wirtschaft/article119515092/Preise-bei-Lebensmitteln-steigen-drastisch.html

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26.08.2013

Wen die Krise trifft: Lachs und Sekt billig, Fischstäbchen und Korn teuer

Nach Angaben des statischen Landesamts von NRW sind vor allem viele Grundnahrungsmittel massiv im Preis gestiegen. Luxus-Artikel hingegen sind nur wenig teurer geworden. Die Schere zeigt, dass der Bürger den Preis für die Krise zahlt, während diejenigen, die es sich leisten können, von der Krise wenig merken.

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Die Preise für Lebensmittel sind in Deutschland zuletzt stark gestiegen. Eine aktuelle Analyse zeigt nun, dass vor allem die Grundnahrungsmittel von den Preisanstiegen betroffen sind. Die Preise für Luxusnahrung wie Lachs oder Sekt hingegen sind nur minimal höher als vor einem Jahr.

Nach Berechnungen des statistischen Landesamtes von Nordrhein-Westfalen verteuerte sich Luxusnahrung in den vergangenen zwölf Monaten nur um 0,5 Prozent. Der sogenannte Hausmannskost-Index, der Grundnahrungsmittel wie Fischstäbchen, Margarine, Kotelett und Korn enthält, stieg hingegen deutlich um 4,9 Prozent.

Die nordrhein-westfälischen Verbraucherpreise lagen im Juli 2,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Für Deutschland insgesamt lag die Inflation im Juli nach Angaben des Statischen Bundesamtes bei 1,9 Prozent. Auch hier wurden massive Preissteigerungen bei den Grundnahrungsmitteln wie Obst, Gemüse, Milch und Butter festgestellt (mehr hier).

In NRW gab es größere Preissteigerungen bei Quark (+13,6 Prozent), bei Koteletts und Schweineschnitzel (+9,0 Prozent). Feinschmecker litten am ehesten unter dem Preisanstieg für Olivenöl, das nun 13,9 Prozent mehr kostet. „Auch die Versüßung des Lebens mit Sahne (+12,2 Prozent) verteuerte sich überdurchschnittlich“, so die Statistiker.

Leicht billiger hingegen wurden Bohnenkaffee, Champagner, Wildfleisch und Pralinen.

,http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/26/wen-die-krise-trifft-lachs-und-sekt-billig-fischstaebchen-und-korn-teuer/

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13.08.2013

Offizielle Inflation: Massiver Preisanstieg bei Lebensmitteln

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind viele Lebensmittel innerhalb nur eines Jahres extrem im Preis gestiegen. Bei Obst, Gemüse, Milch und Butter liegen die Teuerungsraten durchweg im zweistelligen Bereich.

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Die Juli-Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen, dass Lebensmittel innerhalb nur eines Jahres sehr viel teurer geworden sind. Die massive Inflation in der Eurozone wird immer deutlicher.

Die offizielle Inflationsrate lag im Juli bei 1,9 Prozent, berichtet Destatis. Doch dass der Wert des Euro massiv fällt, ist an der Entwicklung der Lebensmittelpreise erkennbar. Bei Obst (+11%), Gemüse (+12%), Milch (+17%), Butter (+31%) und Olivenöl (+18%) liegen die Teuerungsraten durchweg im zweitstelligen Bereich.

Auch der Strom wurde nach Angaben von Destatis innerhalb nur eines Jahres um 12 Prozent teurer. Die Preise für Tabakwaren stiegen um 3,6 Prozent. Kaffee wurde sogar wieder um 4,5 Prozent billiger.

Die offizielle jährliche Teuerungsrate von 1,9 Prozent hat wenig mit der Realität zu tun. Sie kommt aufgrund der statistischen Methoden bei der Zusammenstellung des Warenkorbs zustande (hier). Dass etwa PC-Software nach Angaben von Destatis um 23 Prozent billiger geworden ist, kann kaum auf einen gestiegenen Geldwert zurückgeführt werden.

Das Gelddrucken durch die EZB treibt die Preise in Europa in die Höhe. Dadurch werden nicht nur die Gehälter und Renten real immer weniger wert, sondern auch die Ersparnisse. Daher wird es für viele Deutsche unumgänglich werden, bis zum Alter von 70 Jahren und länger zu arbeiten (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/13/offizielle-inflation-massiver-preisanstieg-bei-lebensmitteln

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30.05.2013

Inflationsrate in Deutschland steigt

Die Teuerungsrate steigt überraschend stark. Vor allem für Nahrungsmittel müssen die Deutschen mehr zahlen. Der regnerische Frühling sorgte für steigende Preise.

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Die Inflation in Deutschland hat im Mai wieder etwas angezogen. Die Jahresteuerung kletterte von 1,2 Prozent im Vormonat auf 1,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch nach vorläufigen Schätzungen in Wiesbaden berichtete. Binnen Monatsfrist stiegen die Verbraucherpreise um 0,4 Prozent.

Insbesondere Nahrungsmittel trieben das Preisniveau nach oben. Sie verteuerten sich im Jahresvergleich um 5,3 Prozent. Hingegen zogen die Preise für Kraftstoffe und Haushaltsenergie im Gleichschritt mit der Gesamtteuerung an. Kaltmieten erhöhten sich um 1,3 Prozent.

Im April hatten sinkende Preise für Pauschalreisen, Sprit und Heizöl die Inflation auf den niedrigsten Stand seit rund zweieinhalb Jahren gedrückt. Auch wenn der Preisauftrieb im Mai leicht zunahm, liegt er nach wie vor weit unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank. Europas Währungshüter streben für den Euroraum mittelfristig eine Rate von knapp unter 2 Prozent an, bei der sie die Preisstabilität gewahrt sehen.

Die Eurozone steckt in der Rezession und die Staatsschuldenkrise bremst die Konjunkturerholung. Deshalb hatte die EZB den Leitzins Anfang Mai auf das Rekordtief von 0,5 Prozent gesenkt. Das billige Geld soll die Konjunktur ankurbeln, erhöht tendenziell aber den Inflationsdruck.

Volkswirt Christian Schulz von der Berenberg Bank sieht in den Mai-Zahlen allerdings noch keinen Hinweis auf eine auf Dauer höhere Inflationsrate: „Der Anstieg im Mai wurde von der außergewöhnlich niedrigen April-Zahl und Einmaleffekten wie dem schlechten Wetter getrieben.“ Der verzögerte Frühlingsbeginn habe Nahrungsmittel verteuert. Zudem koste das Lottospielen seit Mai gut 21 Prozent mehr.

http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/teuerung-inflationsrate-in-deutschland-steigt-/8275506.html

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12.04.2013

Lügen, nichts als Lügen: Warum man die wahre Inflation verheimlicht

Laut den Daten des Statistischen Bundesamts lag die Inflation in den letzten 3 Jahren in Deutschland immer zwischen 1,7 und 2,3 Prozent. Jedem normalen Bürger, der in Deutschland lebt und dort einkaufen und Rechnungen bezahlen muss, ist klar, dass diese Zahlen erstunken und erlogen sind. Bleibt die Frage: Warum wird bei der Inflation so fürchterlich gelogen?

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„Wann lügt ein Politiker? – Wenn er den Mund aufmacht.“

Diesen Witz werden die meisten Leser sicher schon kennen. Was vielen aber nicht klar ist – bei keinem Thema wird so „herzzerreißend“ gelogen, wie bei der Inflation. Nicht nur Politiker lügen bei diesem Thema besonders gerne, auch Banker tun es – allen voran natürlich die Zentralbanker. Und die Medien freuen sich geradezu diebisch darüber, immer die aktuellsten „Inflationsstatistiklügenmärchen“ unters Volk bringen zu können, und tun dies auch mit großer Hingabe.

Erstaunlich ist, dass dieser Prozess wirklich in jedem Land nach dem selben Schema abläuft. Schauen wir uns ein besonders deutliches Beispiel an:

USA, Sommer 2008 – die Benzinpreise sind auf einem neuen Allzeithoch. Der Ölpreis liegt bei 150 USD pro Barrel. Bei den Immobilienpreisen sind historische Höchstwerte zu verzeichnen, Lebensmittel sind so teuer wie kaum jemals zuvor. Die im Sommer 2008 von der amerikanischen Regierung bekannt gegebene Inflationsrate liegt dennoch bei gerade einmal 4 Prozent.

Nur 4 Prozent! Die wichtigsten, grundlegendsten Dinge steigen unaufhörlich im Preis, und die Inflation soll nur läppische 4 Prozent betragen?

Warum hat die amerikanische Regierung die US-Bürger damals so offensichtlich belogen? Und warum tun die europäischen Zentralbanker und Regierungen im Moment das Gleiche?

Es gibt zwei wesentliche Gründe:

1) Die Wachstumslüge: Wenn man eine möglichst geringe Inflationsrate verkündet, erscheint das Wirtschaftswachstum um so größer! Wenn Beispielsweise die Wirtschaft um 2 Prozent wächst, die Inflation tatsächlich aber bei 10 Prozent liegt, dann würde die Wirtschaft –grob vereinfacht ausgedrückt – eigentlich um 8 Prozent schrumpfen (2-10 = -8). Also benutzt man allerlei Tricks, um die Inflation beispielsweise auf nur 1 Prozent runterzurechnen, und schon hat man – statt den 8 Prozent Rückgang – ein Wirtschaftswachstum von immerhin 1 Prozent. Das sieht doch gleich viel besser aus!

2) Die Werterhaltungslüge: Würde man die tatsächliche Inflation offen zeigen, würden die Menschen sehr schnell merken, dass ihr Geld eigentlich nur eine sehr schwache Werterhaltungsfunktion besitzt – würde ein realer Inflationswert, sagen wir mal 8 Prozent (ich bin eben ein Optimist!) bekannt gegeben, dann würde kaum noch jemand sein Geld sparen wollen… es wäre ja schon nach ein paar Jahren gar nichts mehr Wert. Ja wahrscheinlich würden die meisten Menschen nicht einmal mehr für Geld arbeiten wollen, sondern vielleicht eher Naturalien als Lohn fordern.

Würden aber gewöhnliche, einfache „Arbeiterklasse-Menschen“ plötzlich echte Werte als Lohn für ihre Arbeit einfordern – dann bliebe für diejenigen, die verstehen, wie das Spiel funktioniert (die Top 5 Prozent, die in nahezu jeder Gesellschaft auf diesem Planten zwischen 60 und 90 Prozent des Gesamtvermögens der jeweiligen Nation ihr Eigen nennen) vielleicht nicht mehr so viel übrig.

Schreck lass nach!

Da lassen die Reichen und Mächtigen doch lieber ihre Freunde, die Politiker und Banker, ran, um die Inflationsrate zu manipulieren. So sieht der einfache Bürger nicht, wie schnell sein Geld entwertet wird, und trägt es stattdessen zur Bank – wo es dank des „fractional banking“ weiter aufgehebelt wird, damit sich die wirklich Reichen schöne neue Assets, wie beispielsweise die Wohnungen, in denen die normalen Bürger zur Miete wohnen (oder die Unternehmen, in denen besagte Bürger arbeiten, um sich ihre Miete zu verdienen) davon kaufen können. Die Zinsen für die Kredite der Reichen bezahlt der Bürger natürlich obendrauf auch noch – in unserem Beispiel eben über die Miete, die er dem Wohnugseigentümer zahlen muss. Ob das alte Wort „Mietzins“ wohl hier seinen Ursprung hat?

Wenn man sich das alles bewusst macht, dann wird einem klar, was Henry Ford meinte, als er sagte: „Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“

Man sagt uns also, dass es keine hohe Inflation gibt, aber…

Warum kaufen die Zentralbanken immer mehr Gold?

Uns wird ständig versichert, dass es keine hohe Inflation gebe. Doch selbst, wenn wir das einen Moment lag wirklich glauben würden – warum flüchten dann die Zentralbanken seit 2010 immer stärker ins Gold?

Gold ist ein sicherer Hafen – etwas, in das Zentralbanken eigentlich nur investieren, wenn die Stabilität der Währung ganz akut gefährdet ist. Auf der einen Seite versichert man uns also, dass es keine hohe Inflation gibt, auf der anderen Seite sprechen die Aktionen der Zentralbanken – und von der Bundesbank geplante Rückholung der deutschen Goldreserven aus New York, London und Paris fällt auch darunter – eine ganz andere Sprache.

2010 hatten Regierungen weltweit nur 77 Tonnen an Gold gekauft. 2011 waren es schon 457 Tonnen. Ein weiteres Jahr später: 535 Tonnen. Seit 2009 haben die Zentralbanken weltweit somit über 1000 Tonnen Gold gekauft. Und 2013 soll es noch mehr werden.

Warum bloß müssen die Zentralbanken so viel Gold kaufen, wenn doch eigentlich alles „in bester Ordnung“ sein soll?

Es gibt viele Sprichwörter, die geegneit wären, diesen Sachverhalt treffend darzustellen. Da ich derzeit in China arbeite, will ich ein chinesischens Sprichwort bemühen:

听其言,观其行 (tīng qí yán guān qí xíng): „Höre die Worte, aber achte vor allem auf die Taten“. Man könnte es auch frei nach dem bekannten Bibelzitat übersetzen: „Nicht an ihren Worten, sondern an ihren Taten sollt ihr sie erkennen!“ – wie man es auch nennen mag, Tatsache ist, die Zentralbanken reden von Sicherheit, ihre Taten zeigen uns aber, dass sie selbst die Situation grundlegend anders einschätzen.

Aus dem bisher Gesagten ergeben sich somit:

Die neuen Regeln des Geldes

1) Nicht für Geld arbeiten! – Das lohnt sich einfach nicht, weil das Geld zu schnell entwertet wird. Falls Ihr Arbeitgeber sich weigert, Ihnen ihren Lohn in Naturalien oder anderen werthaltigen Gegenständen auszuzahlen, tauschen Sie ihren Lohn (diese bunten Papierscheine) schnellstmöglich in wertvollere Realwerte um!

2) Sparen bringt nichts! Geben Sie ihr Geld lieber aus. Oder noch besser: investieren Sie es in Dinge, die auch morgen oder in 5 oder gar in 50 Jahren noch einen Wert haben!

3) Lassen Sie ihr Geld nicht auf ihrem Bankkonto! Da kann es Ihnen – besonders der Zypern-Raub hat dies eindrucksvoll gezeigt – nur weggenommen werden.

Dank dem Euro sind wir Deutschen heute mit einer Realität konfrontiert, die wir spätestens seit Weimarer Zeiten hassen wie die Pest: unser Geld ist immer weniger Wert. In Südeuropa ist man wegen des Euros ebenfalls mit einer Situation konfrontiert, die man dort hasst wie die Pest: Man kann die Währung nicht einfach abwerten – denn es ist ja gar nicht die eigene. Deshalb leidet ganz Südeuropa unter dem Euro: Die Arbeitslosigkeit steigt, Firmen gehen pleite, viele Menschen rutschen in die Armut ab. Und an all dem sind natürlich die Deutschen schuld – nur weil sie keine Weichwährung wollen.

Man kann leicht sehen, dass hier, zumindest was das Geld anbelangt, ein kultureller Riss durch Europa geht. Dieser Riss bedroht den Frieden auf unserem Kontinent.

Deshalb mein Appell an die Euro-Eliten: Das Experiment „Euro“ ist gescheitert, lasst diese Währung doch endlich sterben! Raus aus dem Schlamassel, und zurück zu den Nationalwährungen!

http://german.china.org.cn/business/txt/2013-04/12/content_28526089.htm

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08.03.2013

Lagarde fordert höhere Inflation in Deutschland

Mit höheren Löhnen und Preisen in Deutschland könne den angeschlagenen Euro-Ländern geholfen werden, sagt IWF-Chefin Christine Lagarde. An die EZB appelliert Lagarde, den Leitzins weiter zu senken.

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Jetzt, da sich die finanziellen Ängste etwas gelegt hätten, wäre es für Europa an der Zeit, mehr zur Bekämpfung der Krise zu unternehmen, sagte IWF-Chefin Lagarde auf einer Konferenz. „Die Geldpolitik kann dem noch weiter entgegenkommen“, so Lagarde, „wir glauben, dass es noch einen begrenzten Spielraum für eine weitere Senkung des Leitzinses gibt“. EZB-Chef Mario Draghi hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass die Europäische Zentralbank mit ihrem Latein am Ende ist (hier).

Aber das Wiederherstellen eines „Gefühls der Ausgeglichenheit bedeutet auch eine niedrigere Inflation und Lohnwachstum im Süden“. Es könnte aber auch „so etwas wie eine höhere Inflation und Lohnwachstum in Ländern wie Deutschland bedeuten“, ergänzte Lagarde. „Auch das ist ein Aspekt der paneuropäischen Solidarität.“

Möglicher Weise müssen die europäischen Politiker auch weniger auf die Reduzierung des Defizits achten, um das Wirtschaftswachstum nicht zu untergraben. Es gehe schließlich darum sowohl den von der Rezession betroffenen Menschen zu helfen als auch die Finanzmärkte zu beruhigen. Schließlich sei eine Verbesserung der Stimmung nicht automatisch in höhere Jobs und Einkommen zu übersetzen, fügte Lagarde hinzu. „Das hilft vielleicht den Märkten, aber noch nicht den Menschen.“

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/08/lagarde-fordert-hoehere-inflation-in-deutschland/

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20.02.2013

Offizielle Inflation: Energiepreise und Lebensmittel explodieren

Im Januar sind die Preise für Energie und Lebensmittel drastisch gestiegen. Offiziell ist die Inflations-Rate für den gesamten Warenkorb jedoch mit 1,7 Prozent so niedrig wie schon lange nicht. Damit erhält die EZB eine weitere Lizenz zum Gelddrucken.

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Die Preise für Nahrungsmittel lagen im Januar in Deutschland 4,5 Prozent über dem Vorjahresmonat und gegenüber dem Vormonat Dezember erhöhten sie sich um 0,9 Prozent. Ganz gleich ob bei Gemüse (+8,6%), Obst (+7,9%), Fleisch (+6,4%) oder Fisch (+5,1%) – die Preise verteuerten von Januar 2012 zu Januar 2013 massiv. Zumal bei diesen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes, abgesehen von der Problematik bei der Zusammenstellung des Warenkorbs für die Berechnung der Inflation (hier), auch nicht der tatsächliche Inhaltsvergleich bei den entsprechenden Produkten erfolgt. So wird beispielsweise nur der offensichtliche Preis für Lebensmittel wie etwa Dosentomaten als Maßstab genommen. Ob sich jedoch trotz des gleichbleibenden Preises die Qualität des Produktes oder vielleicht auch das Abtropfgewicht verändert haben, wird nicht betrachtet. Ein Umstand, der die offiziellen Verbraucherpreise jedoch noch deutlich stärker in die Höhe treiben könnte. Zuletzt zeigte der aktuelle Verbraucherskandal um Pferdefleisch in Rindfleischprodukten, wie zur Senkung von Kosten bei der Herstellung von Unternehmen auf günstigere Produkte bei der Fleischverarbeitung zurückgegriffen wird, ohne den Verbraucher zu informieren.

Neben den Nahrungsmitteln zeigte sich im Januar jedoch auch ein massiver Anstieg bei den Energiekosten. So lagen hier etwa die Verbraucherpreise um 3,9 Prozent höher als noch im Januar 2012. Vor allem die Strompreise zogen stark an: um 12,1 Prozent. Eine Entwicklung, die von der CDU bereits zu Wahlzwecken genutzt wird (hier). Besonders die Energiewende spielt bei dem Anstieg der Energiepreise eine wesentliche Rolle. Dies spürten beispielsweise 2012 zwölf Millionen Haushalte, für die das vergangene Jahr zum teuersten Heizkostenjahr überhaupt wurde (mehr hier).

Offiziell gibt es so gut wie keine Inflation: Die Inflationsrate des Statistischen Bundesamts betrug im Januar gerade mal 1,7 Prozent, lag somit weit unter dem offiziellen Ziel der EZB (2 Prozent). Es darf erwartet werden, dass diese Entwicklung der EZB die Handhabe zu weiteren geldpolitischen Maßnahmen gibt. Auch in Japan (hier) und Großbritannien hatten die Regierungen mit der niedrigen Inflation argumentiert, um die unabhängigen Zentralbanken zu zwingen, mehr Geld in den Finanzmarkt-Kreislauf zu pumpen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/02/20/offizielle-inflation-energiepreise-und-lebensmittel-explodieren/

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02.10.2012

Inflation: Messungen wie in der Steinzeit der Statistik

Essen, Heizen und Autofahren werden immer teurer. Dass das Statistische Bundesamt dennoch keine höhere Inflationsrate bekanntgibt, liegt am Warenkorb: Denn Elektrogeräte sind immer billiger geworden. Den Notenbanken freilich genügen die theoretischen Werte, um die Geldmenge unvermindert zu erhöhen.

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Die Diskussion um die Inflation ist mit der Bekanntgabe der aktuellen Erhöhung um 2,7 Prozent erneut aufgeflammt (hier). Bundesbankpräsident Weidman warnt vor der Inflation mit faustischer Entschlossenheit (hier), sein Kollege Asmussen von der EZB  nimmt gar die galoppierende Inflation in den Mund (hier).

Die Europäische Zentralbank (EZB) ficht das alles nicht sonderlich an. Sie beeinträchtigt durch eine fortlaufende Erweiterung der Geldmenge den Wert des Euro in hohem Maße. Die Geldmenge M3 ist in den letzten zehn Jahren von 5517,8 Milliarden Euro im August 2002 auf 9718,3 Milliarden Euro im August 2012 gestiegen. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Geldmengenerweiterung von 5,82 Prozent. Hier liegt die Hauptursache für steigende Verbraucherpreise.

Im Folgenden soll auf die methodischen Probleme bei der Ermittlung der Inflationsrate aufmerksam gemacht werden. Es wird gezeigt, dass diese Probleme in der Natur der Sache liegen und prinzipiell nicht lösbar sind. Die vom Statistischen Bundesamt eingegangenen Kompromisse sind nachvollziehbar und vertretbar, und die ermittelte Inflationsrate ist ein akzeptables Maß für die Entwicklung der Verbraucherpreise. Es handelt sich freilich nur um einen Durchschnittswert, sodass manche Menschen in der Realität höhere Preisanstiege hinnehmen müssen und manche Menschen niedrigere, denn sie konsumieren die Waren in verschiedenem Maße.

Der vom Statistischen Bundesamt monatlich ermittelte  Verbraucherpreisindex (VPI) ist ein Maß für die Lebenshaltungskosten des durchschnittlichen Konsumenten. Er ermöglicht jeweils den Vergleich zum Vorjahresmonat und entsprechend die Angabe einer Inflationsrate. Für den August 2012 wird eine Inflationsrate von 2,1 % angegeben, wobei jedoch die verschiedenen Güterarten unterschiedlich abschneiden. So gab es höhere Preissteigerungen zum Beispiel bei Nahrungsmitteln (+ 3,3 %), bei Elektrizität, Gas und anderen Brennstoffen (+ 6,4 %) und bei Verkehr (+ 4,0 %), hier vor allem bei Kraft- und Schmierstoffen für private Verkehrsmittel (+ 9,3 %). Niedrigere Preisanstiege oder sogar Preisrückgänge gab es bei der Nachrichtenübermittlung (- 0,7 %) und bei Freizeit und Kultur (+ 1,5 %), hier vor allem bei Empfangs-, Aufzeichnungs- und Wiedergabegeräten für Ton und Bild (- 6,3 %) und bei Datenverarbeitungsgeräten (- 6,1 %).

Kurz gesagt, Energie und Nahrungsmittel sind deutlich teurer geworden, was jedoch durch einen ebenfalls deutlichen Preisrückgang bei technischen Geräten aufgefangen worden ist. Genau dieser Trend ist im VPI seit Jahren zu beobachten, und seine Ursachen sind offensichtlich. Die enormen Produktivitätssteigerungen in der Elektronikbranche durch neue Erfindungen und die Möglichkeit der Massenproduktion haben zu stark fallenden Preisen geführt. Preissteigerungen bei Energie und Nahrungsmitteln ergeben sich vor allem daraus, dass es in diesen Bereichen kaum noch Produktivitätssteigerungen gibt und die Geldmengenerweiterung hier stärker zum Tragen kommt.

Die Berechnung des VPI erfolgt mithilfe eines Warenkorbs, der alle für den Verbraucher relevanten Waren und Dienstleistungen enthält. Er wird laufend aktualisiert, sodass immer diejenigen Gütervarianten im Warenkorb enthalten sind, die tatsächlich von den Verbrauchern gekauft werden. Das heißt, ein Artikel wird in den Warenkorb gelegt, wenn er häufig gekauft wird, und wieder aus dem Warenkorb entfernt, sobald er nicht mehr so häufig gekauft wird. Die Auswahl der Artikel  erfolgt anhand repräsentativer Stichproben.

Bei der Zusammensetzung des Warenkorbs ist es letztlich nicht möglich, Qualitätsunterschiede zu berücksichtigen. Wenn sich zum Beispiel viele Familien entscheiden, statt normaler Butter eine teurere Butter zu kaufen, weil sie diese als qualitativ  höherwertig einschätzen, dann wird der Warenkorb entsprechend aktualisiert und eine höhere Inflationsrate  errechnet. Wenn umgekehrt viele Familien, etwa aus finanziellen Gründen, statt der teureren Butter normale Butter kaufen, ergibt sich eine niedrigere Inflationsrate. In beiden Fällen wird die Inflationsrate verzerrt, denn man hat offensichtlich zu jedem Zeitpunkt dieselben Preise für dieselbe Butter. Es gibt keine Möglichkeit, dieses Phänomen zu  umgehen. Man kann noch nicht einmal sagen, in welche Richtung die Inflationsrate hierbei verzerrt wird.

Die Güter des Warenkorbs gehen gewichtet in den Verbraucherpreisindex ein. Der Grund dafür ist, dass zum Beispiel zwei Güterarten im Preis gleich sein können, aber die eine Güterart zehnmal so viel gekauft wird wie die andere. Dann ist es sinnvoll, die eine Güterart zehnmal so sehr in die Rechnung einzubeziehen wie die andere. Zum Beispiel wird Obst (1,061 %) etwa genauso stark gewichtet wie Gemüse (1,039 %), aber etwa dreimal so stark wie Fisch (0,36 %). Das  Wägungsschema, nach dem diese Gewichtung erfolgt, wird nur alle fünf Jahre neu berechnet und sorgt somit für Vergleichbarkeit. Würde nämlich die Gewichtung laufend angepasst, würde die Inflationsrate nach unten verzerrt, da die Verbraucher dazu neigen, Güterarten, die im Preis fallen, stärker zu konsumieren. Die wesentliche Grundlage des Wägungsschemas ist die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe, an der circa 60 000 Haushalte teilnehmen.

Die Erstellung dieses Wägungsschemas bringt erneut grundsätzliche Probleme mit sich. Ein erstes Problem ergibt sich aus der Einführung neuer Produkte. So spiegelt sich zum Beispiel im aktuellen VPI die Preisentwicklung von PCs und Laptops wider, nicht aber die Preisentwicklung von Tablets, obwohl diese inzwischen einen erheblichen Teil des Marktes ausmachen.

Ein weiteres Problem ergibt sich daraus, dass die Verbraucher eine Güterart durch eine andere ersetzen können. Wenn zum Beispiel das Reisen mit der Bahn aus unerfindlichen Gründen auf einmal extrem teuer wird, weichen viele Verbraucher auf den Luft- oder Straßenverkehr aus, die in unserem Beispiel im Preis gleich bleiben sollen. Da der Schienenverkehr jetzt immer noch mit derselben Gewichtung (0,553 %) in den VPI eingeht wie vorher, wird die Inflationsrate nach oben verzerrt, denn die erhöhten Preise werden in dem Maße gar nicht gezahlt. Wenn umgedreht das Reisen mit der Bahn plötzlich extrem billig wird, wechseln viele Verbraucher zur Bahn und die Inflationsrate wird nach oben verzerrt, da nun die Gewichtung der billigeren Bahn zu gering ausfällt. Die genannten Probleme des Wägungsschemas können zu Verzerrungen der Inflationsrate in beide Richtungen führen. Diese Verzerrungen wären jedoch nur auf Kosten der Vergleichbarkeit zu verhindern.

Die Verzerrungen des VPI sind folglich nicht korrigierbar. Sie ergeben sich aus dem Widerspruch, dass man einerseits einen festen Warenkorb benötigt, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, dass man aber andererseits den Warenkorb ständig verändern muss, da er das enthalten soll, was tatsächlich gekauft wird. Der beschriebene Kompromiss, die konkreten Produkte ständig auszutauschen, das Wägungsschema hingegen nur alle fünf Jahre anzupassen, ist ein untauglicher Versuch, mit diesem Widerspruch  umzugehen.

Denn die aktuelle Methode wiegt die Konsumenten in Sicherheit und gibt den Zentralbanken die Legitimation, ohne Hemmungen Geld zu drucken. Es ist eigentlich nicht einzusehen, dass es im Zeitalter der Algorithmen, die die Aktienmärkte dominieren, nicht auch Berechnungsmethoden zu entwickeln und anzuwenden, die der tatsächlichen Inflation näher kommen als der Warenkorb aus der Steinzeit der Statistik.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/10/02/inflation-messungen-wie-in-der-steinzeit-der-statistik/

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29.08.2012

Inflation schießt im August unerwartet in die Höhe

Die Verbraucherpreise sind im August deutlich nach oben geschnellt. Nun versucht Italiens Regierungschef Monti, die Zahlen in seinem Sinne zu deuten – und Druck auf Deutschland auszuüben.

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Steigende Benzinpreise haben die Inflation in Deutschland auf den höchsten Stand seit April getrieben. Waren und Dienstleistungen kosteten im August durchschnittlich 2,0 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Es war der erste Anstieg seit Februar. Im Juni und Juli lag die Inflationsrate noch bei 1,7 Prozent. „Die Gründe liegen vor allem in den kräftig gestiegenen Preisen für Kraftstoffe und Heizöl“, schrieben die Statistiker. Analysten hatten für August im Schnitt nur mit einem Wert von 1,8 Prozent gerechnet.

Die Europäische Zentralbank spricht von stabilen Preisen bei Werten von knapp unter zwei Prozent. Zuletzt lag die Teuerung im April mit 2,1 Prozent über dieser Marke. Von Juli auf August zogen die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent an. Details wollen die Statistiker am 12. September veröffentlichen.

Monti verweist auf Diskrepanz bei Renditen

Der italienische Regierungschef Mario Monti warnt vor den zunehmenden Risiken der Inflation – und sieht die große Diskrepanz zwischen den Renditen italienischer und deutscher Anleihen als eine Ursache. „Es wäre nur fair zu sagen, dass die Ungleichgewichte eine ernsthafte Angelegenheit für uns sind“, sagte er der italienischen Tageszeitung „Il Sole 24 Ore“.

„Sie sind aber auch ein Risiko für Länder, die scheinbar davon profitieren.“ So sehe sich Deutschland mit steigendem Inflationsdruck konfrontiert.

Dieses Argument will Monti bei dem anstehenden Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel vorbringen. Er deutete an, er werde sich bei dem Gespräch für ein gemeinsames, europäisches Vorgehen gegen hohe Renditen bei Staatsanleihen einiger Länder aussprechen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) davon abhalten zu wollen, an den Anleihemärkten aktiv zu werden – wie die Bundesbank das wünsche – könne aus deutscher Sicht zu paradoxen Effekten führen, warnte Monti.

Das Treffen der beiden Politiker ist Teil der laufenden Pendel-Diplomatie von Euro-Zonen-Regierungschefs nach der politischen Sommerpause und dient der Vorbereitung von wegweisenden Entscheidungen in der Schuldenkrise.

http://www.welt.de/wirtschaft/article108857928/Inflation-schiesst-im-August-unerwartet-in-die-Hoehe.html

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