Entwicklung auf dem Goldmarkt – eine Chronik

21.07.2015

Goldpreis erholt sich nach Rekord-Talfahrt

Der Goldpreis legte am Dienstagmorgen leicht zu. Er stieg zunächst 1.107 Dollar je Feinunze und ging anschließend leicht auf 1.105, 89 Dollar. Massive Verkäufe chinesischer Anleger haben Gold am Montag den größten Kursrutsch seit zwei Jahren eingebrockt.

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Der Goldpreis stoppte zugleich seine Talfahrt vom Montag, als er zeitweise mehr als vier Prozent verloren hatte, und legte leicht zu. Um kurz nach 8.30 Uhr stieg er von 1.107 Dollar je Feinunze und ging anschließend leicht auf 1.105, 89 Dollar je Feinunze zurück. Massive Verkäufe chinesischer Anleger haben Gold am Montag den größten Kursrutsch seit zwei Jahren eingebrockt. Der Preis für das Edelmetall fiel um bis zu vier Prozent auf ein Fünf-Jahres-Tief von 1088,05 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Am Abend lag er noch 2,1 Prozent tiefer bei 1109,72 Dollar. „Wir wissen, dass die US-Zinserhöhung naht, und Inflation ist nicht in Sicht“, sagte Analyst Robin Bhar von der Societe Generale (SocGen). Der Dollar-Anstieg verteuert das Edelmetall für Investoren außerhalb der USA.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/07/21/goldpreis-erholt-sich-nach-rekord-talfahrt/

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28.05.2015

Goldpreis: „Erst bei völliger Resignation wird der Markt drehen“

Philip Klinkmüller hat als einer von ganz wenigen den Absturz des Goldpreises vorhergesehen. Jetzt glaubt er, dass der Goldpreis seine Talsohle noch nicht erreicht hat – aber in wenigen Jahren wieder deutlich steigen wird. Vor allem China und Russland sind Gold-Käufer: Die Chinesen, weil in Asien Gold eine große Tradition hat; und die Russen, weil Gold von ihnen trotz der Sanktionen erworben werden kann.

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Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Wie sehen Sie die Entwicklung des Goldpreises?

Philip Klinkmüller: Wir sehen die Entwicklung des Goldpreises in den nächsten 5 bis 10 Jahren äußerst positiv und rechnen diesem Markt enorme Chancen zu. Wir gehen aber zuvor noch immer vom Ausbau eines finales Tiefs aus, welches die seit dem Jahr 2011 laufende Korrektur abschließen wird. Das Sentiment des Marktes ist aktuell noch immer nicht bereinigt und bedarf nochmals eines Abverkaufes. Ob dieser noch in diesem Jahr erfolgen wird, steht aktuell noch nicht fest. Wir beobachten aber in den letzten Wochen eine positive Entwicklung im Abbau des bullischen Sentiments und eine zunehmende Resignation der Marktteilnehmer. Erst bei völliger Resignation in der Marktstimmung, ist der Kurs bereit für einen Trendwechsel. Genau das gleiche Verhalten nur in umgekehrter Form herrschte 2011 beim Allzeithoch und markierte den Trendwechsel.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Sie haben als einer der wenigen vorhergesehen, dass der Goldpreis abstürzen wird. Warum ist das geschehen?

Philip Klinkmüller: Dem Großteil der Analysten und sogenannten Experten mangelt es an dem grundlegenden Verständnis wie Märkte und Systeme funktionieren. Ein Markt ist ein System und wird von Wellen des Optimismus und Pessimismus vorangetrieben. Dabei hat jeder Markt seine eigene Amplitude. Wichtig ist dabei zu verstehen, dass Ereignisse sich in Mustern stetig wiederholen und das Sentiment, also die Marktstimmung der einzig alleineige bestimmende Faktor für die Entwicklung eines Marktes ist. Dieses Konzept erkannte Ralph Nelson Elliott bereits in den 20er- und 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Wir basieren unsere Analyse auf seiner Methodik und Theorien, haben diese aber durch ein eigenes System weiterentwickelt und verbessert. Daher Sentiment, also Marktstimmung messbar ist, war es für uns deutlich erkennbar, das Ende 2011 der Trend massiv wechseln wird. Die alles entscheidende Grundlage, ist dabei aber die Berechnung der Kursziele mit der Fibonacci Zahlenfolge. Fundamentale Daten finden daher keinen Einfluss in unserer Analyse. Genau dies ist es was uns vom Mainstream unterscheidet und zur korrekten Einschätzung des Goldpreises geführt hat. Während der Rest der Analysten als Pathologen agiert, diagnostizieren wir, bevor es zu spät ist.

Der Goldmarkt befand sich bis 2011 in einer großen Rallyebewegung, welche 1999 ihren Anfang nahm. Im Laufe des Jahres 2011, steuerte der Markt mit Volldampf auf ein signifikantes Top zu, von dem eine schnelle Erholung nicht erfolgen würde. Ein völlig natürlicher Prozess, der auch durch fundamental logisch erscheinende Argumente nicht außer Kraft zu setzen ist und sich auch nach der nächsten Rallye wiederholen wird. Kein Markt steigt dauerhaft, mündet dann in einer parabolischen Bewegung und verharrt auf den erreichten Niveaus. Mangels eines Verständnisses für das Konzept des Sentiments und seiner Berechnung, werden Anleger auch in Zukunft, diese Lektion immer wieder aufs Neue schmerzlich erfahren.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Eines der Probleme ist die Manipulation beim Goldpreis. Glauben Sie dass der Goldpreis manipuliert wird?

Philip Klinkmüller: Die Manipulation des Goldmarktes ist eine bis heute nicht belegte Behauptung, welche mit waghalsigsten Theorien, zu beweisen versucht wird. Dabei wird, solange sich nicht ein Edward Snowden der Bankenbranche outet, niemand die Wahrheit erfahren. Für uns zählen nur mathematisch zu belegende Fakten. Sollte der Goldmarkt komplett manipuliert sein, wären seine Bewegungen völlig irrational und nicht prognostizierbar. Wir haben eindrucksvoll bewiesen, dass wir in der Lage sind, den Goldpreis teilweise auf den Cent genau zu berechnen. Solange uns dies gelingt, handelt es sich aus unserer Sicht nur um Behauptungen zur Verdeckung des eigenen Unvermögens, der Analysten die mit Kausalketten versuchen, Ereignisse zu erklären. Nur weil sie diese nicht verstehen können, oder wollen und deren Eintreten sie nicht vorausgesehen haben. Gerade die permanent bullischen Analysten, laut deren Meinung Gold schon seit Jahren bei 5.000 US-Dollar stehen sollte, beharren immer wieder auf Manipulation, wenn die Kurse für Sie unerwartet fallen, aber nie, wenn sie steigen. Das entlarvt natürlich ihre Agenda.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Wenn aber doch manipuliert wird: Von wem könnte manipuliert werden und wie kann man das stoppen?

Philip Klinkmüller: Jeder Marktteilnehmer manipuliert den Markt, mit dem Unterschied dass dies bei den wenigsten zu einer Veränderung des Kurses führt und nur über die Masse eine Wirkung erzielt werden kann. Alle großen Spieler am Markt sind also durch ihre Größe mögliche Manipulatoren. Sie vertreten nicht nur sich, sondern auch Kunden. Fassen somit also einen Teil der Masse zusammen. Dennoch setzen auch Sie den Trend nicht außer Kraft. Würde man dies nun begrenzen, hätte man eine Verzerrung des Systems und keine freien Märkte mehr. Es sollte jedem offen stehen, in egal welcher Größenordnung, an einem Markt handeln zu können. Das dies nicht in das Wunschdenken und Weltbild vieler passt, wird sich dabei niemals verhindern lassen. Dass Planwirtschaft nicht funktioniert, hat die deutsche Geschichte uns bereits eindrucksvoll gelehrt.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: China spielt seit neuestem eine Rolle im Goldpreis und möchte vermutlich auch bei der Gestaltung des Goldpreises mitreden. Glauben Sie dass das geschehen wird?

Philip Klinkmüller: China ist eine aufstrebende Nation, in welcher das Interesse für Investments mit einer stetig wachsenden Mittelschicht immer größer werden wird. Assets wie Gold werden dabei immer ein großes Thema sein. Die Chinesen werden dabei mit Sicherheit eine Agenda verfolgen, um sich ihren Anteil am Weltmarkt nachhaltig zu sichern. Was nur verständlich ist. Insbesondere auch daher, die östlichen Kulturen generell noch ein stärkeres Verhältnis zum Wert von Gold und Sachwerten haben als dies im Westen der Fall ist. Dort war, aufgrund solider Devisenkurse, das Vorhalten von physischem Gold lange nicht von Nöten.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Welche Chancen geben Sie der Idee eines Goldstandards?

Philip Klinkmüller: Ich vergleiche diese Idee gerne mit der Abschaffung von Kernkraftwerken in Deutschland. Zunächst hält man es für eine grandiose Idee, um im nächsten Schritt festzustellen, dass die Alternativen unzureichend vorhanden sind und dadurch neue, schwerwiegendere Probleme auftreten als die der Endlagerung und Gefahr von Unfällen. Die Suche nach Gold hat schon immer zu Kriegen und schweren Auseinandersetzungen geführt, auch als Global noch ein Goldstandard herrschte. Doch geschah dies alles zu einer Zeit, wo globale Vernetzung noch weit entfernt war, oder in den Kinderschuhen steckte. Möchten wir uns heute mit China oder Russland, über die globalen Goldreserven und Vorkommnisse streiten? Wohl kaum, denn es käme unausweichlich zu einem Ressourcenkrieg. Dabei ist auch zu bedenken, dass sowohl der Erste als auch der Zweite Weltkrieg während Vorherrschens des Goldstandards geführt wurden. Die vieler Orts geltende Argumentation, dass der Goldstandard eine moderne Kriegsführung nicht ermöglichen würde, ist daher nicht haltbar.

Sicher ist hingegen, dass neben den großen Gefahren des Goldstandards, die internationalen Notenbanken, sich als Schlüssel zur Einführung des selbigen, wohl kaum in ihrer Macht derart beschneiden lassen wollen und alles unternehmen werden, diesen zu verhindern.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Ist es für Anleger sinnvoll, in Gold zu investieren und wenn ja unter welchen Bedingungen?

Philip Klinkmüller: Grundlegend ist bei Investments in Gold zwischen einem Investment unter dem Gesichtspunkt, eine Wertsteigerung zu erzielen und einer Absicherung zu unterscheiden. Beides ist in Gold sinnvoll. Physische Bestände sollten zur Absicherung gegen Ausfallrisiken gehalten werden, in einem gesunden Maß zum Gesamtvermögen. Dabei sind die Lagerung mit Zugriff und Stückelung weitaus entscheidender, als der Einkaufspreis. Bei spekulativen Investments, setzten wir in Gold wie auch in allen anderen Märkten auf den Handel mit CFDs. Daher wir hier keinerlei Zeitwertrisiko, Knockout-Schwelle und auch keine Entwertung durch den Emittenten vorgenommen werden kann.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Welche anderen Edelmetalle sie noch für sinnvoll?

Philip Klinkmüller: Aus Sicht eines Traders und spekulativen Investors sind alle Edelmetalle attraktiv, auch Platin und Palladium haben in den letzten Jahren für sehr gute Gewinne gesorgt und werden auch im Bereich der Analyse bei uns immer öfter nachgefragt. Zum physischen Kauf eignen sie sich aber kaum. Die Möglichkeiten zur Veräußerung, sollte diese einmal anstehen sind sehr begrenzt. In diesem Fall eignet sich alleinig noch Silber, unter den gleichen Voraussetzungen wie Gold. Hierbei ist aber immer zu beachten, dass Silber aufgrund des Volumens, physisch schnell zu einem Lagerproblem werden kann. Dies sollte in Anbetracht dessen, das wir von Zollfreilagern oder Bankschließfächern als Lagerstätten dringend abraten, mit in die Entscheidungsfindung einfließen: Sowohl aufgrund des Zugriffes, der jederzeit verweigert werden kann. Als auch aus Sicherheitsbedenken.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Merken Sie in Ihrem Geschäft eine Verunsicherung der Anleger oder wird Gold nach wie vor gekauft?

Philip Klinkmüller: Für unsere Kunden sind die Entwicklung der Edelmetalle und deren langjährige Korrektur bekannt gewesen, über deren Eintreffen hier niemand überrascht war. Wir erhalten aber weiterhin viele neue Kunden und Anfragen, die stark verunsichert sind und aufgrund der Verfehlungen der Branche heute auf großen Verlusten sitzen oder diese sogar schon realisiert haben. Zumeist ist hier nur noch wenig zu retten. Wir können aber die Kunden vor neuen Fehlern schützen und für die Zukunft entsprechend aufstellen.

Leider stellen wir noch immer fest, dass bei vielen der Glaube an einen immer steigenden Goldpreis und dessen Bindung an fundamentale Ereignisse weiterhin einzementiert ist. Der Kauf physischen Goldes hat sich aber dennoch deutlich verringert, der Markt ist sehr stark gesättigt. Von einer Knappheit der Edelmetalle, wie sie von der Händlerseite oft beschworen wurde, konnten wir während der gesamten Korrektur nichts verspüren. Daher die meisten falsch eingekauft haben, sehen wir aktuell auch wenig Interesse der Marktteilnehmer neue Positionen aufzubauen. Der Großteil des Marktes ist somit zum Warten verdammt, wobei das Interesse an Spekulationen im Goldmarkt nicht abgenommen hat. Hier stellen wir keinen Rückgang fest.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Welche Rolle spielt Russland beim Gold?

Philip Klinkmüller: Die Lage und Entwicklung dort sehen wir ähnlich wie in China. Russland wird sich ebenfalls seinen Teil des Weltmarktes sichern und es ist zu erwarten, dass die wohlhabende Bevölkerung weiter in Sachwerte investiert. In Anbetracht der Isolation von Russland welche Momentan angestrebt wird, kann sich diese Nachfrage noch weiter erhöhen, daher es zunehmend schwerer wird, für Russen im Ausland in Immobilien und Unternehmen zu investieren.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Halten Sie es für denkbar, dass nach dem Bargeld-Verbot auch ein Gold-Verbot kommen könnte?

Philip Klinkmüller: Wenn die Geschichte uns eines lehrt, dann, dass alles uns unmöglich Erscheinende irgendwann Realität wird. Doch welchen Zweck hätte ein Goldverbot mit Einführung eines Bargeldverbotes noch? Die Beschaffung von Gold, wäre dann so oder so nahezu unmöglich. Was auch ein Verbot überflüssig machen würde. Selbst in Staaten mit großer Bürokratie wird sich ein Verbot und die Kontrolle dessen, nur schwerlich durchsetzen lassen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/05/28/goldpreis-erst-bei-voelliger-resignation-wird-der-markt-drehen/

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16.01.2015

Goldpreis steigt deutlich

Der Goldpreis ist in dieser Woche um vier Prozent gestiegen. Begründet wird das von den Anlegern mit dem Misstrauen in die Notenbanken.

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Angesichts des wachsenden Misstrauens vieler Anleger in die Politik der Notenbanken findet Gold wieder mehr Anhänger. Die Feinunze (31,1 Gramm) verteuerte sich am Freitag um 0,6 Prozent auf 1269,10 Dollar und war damit auf dem Weg zu einem Wochengewinn von fast vier Prozent. In Euro gerechnet stieg die Feinunze sogar um 0,9 Prozent auf 1094,12 Euro. „Die spannende Frage ist, hat der Markt auch schon den Beginn des Anleihekaufprogramms der EZB eingepreist“, sagte ein Händler. An den Märkten wird damit gerechnet, dass die EZB am Donnerstag nächster Woche im Kampf gegen eine drohende Deflation die Notenbankpresse anwerfen wird.

Bislang hätten vor allem risikoscheue Anleger das Edelmetall gekauft. Am Vortag war der Goldpreis kräftig angezogen, da viele Anleger angesichts der völlig überraschenden Abkehr der Schweizer Notenbank (SNB) von einem Euro-Mindestkurs zum Franken die Sicherheit einer Goldanlage vorzogen. Selbst Papiergold -also die ETFs – erfreuten sich wieder größerer Beliebtheit. Der weltgrößte ETF-Goldfonds, SPDR Gold Trust, verzeichnete am Donnerstag einen Zufluss von 1,4 Prozent auf 717,15 Tonnen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/01/16/goldpreis-steigt-deutlich/

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05.11.2014

Goldpreis fällt auf Vier-Jahres-Tief

Die Sorge vor einer Konjunkturabkühlung in China hat die Talfahrt an den Rohstoffmärkten am Mittwoch beschleunigt. Der erneute Anstieg des US-Dollar drückte die Preise für Rohöl und Edelmetalle. Diese fielen so tief wie seit vier Jahren nicht.

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Der anhaltende Höhenflug des Dollar drückte die Preise. Der Dollar-Index stieg um bis zu 0,7 Prozent auf ein Viereinhalb-Jahres-Hoch von 87,57 Punkten. Zum japanischen Yen kletterte der Dollar auf 114,55 Yen – den höchsten Stand seit sieben Jahren. Eine steigende US-Devise macht in Dollar notierte Rohstoffe für Käufer außerhalb der USA teurer. Der Goldpreis fiel im Zuge dessen um bis zu zwei Prozent auf 1144,20 Dollar je Feinunze und markierte damit den tiefsten Stand seit viereinhalb Jahren. Silber verbilligte sich um bis zu 4,8 Prozent auf 15,23 Dollar je Feinunze und war damit so günstig wie seit Februar 2010 nicht mehr. Auch Platin und Palladium gerieten unter Druck.

Die richtungsweisende Öl-Sorte Brent gab um bis zu 1,4 Prozent auf 81,63 Dollar je Barrel nach und war damit so billig wie seit Oktober 2010 nicht mehr. Nach verhaltenen Industriedaten aus China fiel in der zweitgrößten Volkswirtschaft auch das Wachstum im Dienstleistungssektor schwächer aus. Der von der Großbank HSBC und dem Institut Markit erhobene Einkaufsmanagerindex rutschte im Oktober auf 52,9 Punkte ab. Dies ist der niedrigste Wert seit Juli, auch wenn der Index immer noch deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern liegt. Am Vortag war der Ölpreis bereits wegen einer neuen Runde im Preiskampf der Förderländer unter Druck geraten. Saudi-Arabien räumt nun auch US-Abnehmern Rabatte ein. Börsianern zufolge will Saudi-Arabien mit dieser Taktik jenen Produzenten das Wasser abgraben, die Rohöl nur unter hohen Kosten fördern können, vor allem Fracking-Produzenten. „Ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht, so dass Brent schon bald die Marke von 80 Dollar testen dürfte“, heißt es bei der Commerzbank.

Das Überangebot bei gleichzeitig schwächelnder Konjunktur in China und Europa sorgt seit Monaten für einen fallenden Ölpreis. „Das Angebot ist höher und die Nachfrageprognosen werden beinahe täglich nach unten korrigiert”, fasst Analyst Hans van Cleef von ABN Amro zusammen. Mit Spannung warteten Investoren deshalb auf die am Nachmittag anstehenden wöchentlichen US-Lagerdaten des Energieministeriums.

Der niedrige Ölpreis führt zu Einnahmeverlusten in den erdölexportierenden Staaten. Auch der internationale Kreditmarkt leide darunter, berichtet die Bank BNP Paribas. Denn ein Großteil der Petrodollars fließt an westliche Banken in Form von Einlagen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/11/05/goldpreis-faellt-auf-vier-jahres-tief/

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28.08.2014

Von wegen sichere Krisenwährung: So wird der Goldpreis manipuliert

Die Lage in vielen Krisenländern eskaliert. Doch das Krisenbarometer schlechthin – der Goldpreis – dümpelt vor sich hin. Experten sprechen von gezielter Manipulation. FOCUS Online erklärt, was am Goldmarkt passiert.

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Beim Gold gab es immer eine klare Regel: Wenn irgendwo auf der Welt eine Krise eskalierte und für Unsicherheit sorgte, schoss der Goldpreis nach oben. Gold, das war die klassische Krisenwährung. Bombensicher auch bei Aktiencrashs oder platzenden Immobilienblasen.

Nach dieser Logik müsste am Goldmarkt derzeit eigentlich der Teufel los sein – schließlich schwelen im Irak, in Israel, in der Ukraine gefährliche Konflikte. Investoren und Privatanleger müssten sich angesichts dieser Lage mit dem Edelmetall eindecken. Der Goldpreis müsste nach oben schnellen.

Doch nicht davon passiert. Im Gegenteil. Der Goldpreis fällt eher noch. Aktuell kostet die Feinunze (31,1 Gramm) 1285 Dollar (Stand: 27.08.2014). Im März kostete sie noch mehr als 1330 Dollar, vor einem Jahr 1418 Dollar.

Hat Gold als Krisenwährung ausgedient?

Grundsätzlich: Nein. Noch immer schwören Millionen Anleger weltweit auf das Edelmetall; weil sie dem Papiergeld misstrauen oder weil sie sich darauf berufen, dass Gold in der Geschichte der Menschheit immer wertvoll war.

Dennoch: In der aktuellen Situation erfüllt Gold seine Rolle als Krisenwährung nicht. Dafür gibt es drei Gründe.

Grund 1: Manipulationsverdacht

Wird der Goldpreis nach unten manipuliert? Für Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt bei der Bremer Landesbank, gibt es daran kaum einen Zweifel „Der Rückgang des Goldpreises in den vergangene drei Jahren ist erstaunlich“, sagt er. Seine Erklärung: „Die Manipulation des Goldpreises ist für die Notenbanken ein opportunes Mittel geworden.“

Das Motiv: Der Goldpreis ist ein Krisenbarometer. Notenbanken haben kein Interesse an Krisenstimmungen. „Also sorgen die Zentralbanker dafür, dass das Barometer nicht funktioniert“, sagt Hellmeyer. Nach seiner Ansicht spielt der Gold-Future-Markt dabei die Hauptrolle. „Dieser Terminmarkt für Gold-Derivate bestimmt das Preisniveau – und nicht die tatsächliche physische Nachfrage.“

Nur ein Handvoll Banken mit engen Kontakten zu Zentralbanken teilten sich den Terminmarkt. „In umsatzschwachen Randzeiten lassen sich die Preise dort leicht durch Verkäufe nach unten drücken – wodurch wichtige Preismarken durchbrochen werden“, erklärt Hellmeyer. Dies wirke als Signal für andere Händler, auf weiter sinkende Preise zu setzen. Eine Abwärtsspirale.

Grund 2: Dollar-Stärke und Aussicht auf höhere Zinsen

Gold ist immer stark, wenn andere Anlageformen schwach sind. Beispiel: Der Aktienmarkt kracht in den Keller, Staatsanleihen werfen nichts am – von einem solchen Umfeld profitiert Gold.

Doch nun zeichnet sich in den USA eine Zinswende ab. Steigen in den USA sie Zinsen, werden Dollar-Anlagen attraktiver – und Gold weniger verlockend. Schon jetzt bieten zehnjährige US-Staatsanleihen rund 2,4 Prozent Rendite; deutlich mehr als deutsche (ein Prozent) oder japanische (0,5 Prozent).

Commerzbank-Analysten gehen davon aus, dass der Dollar weiter an Stärke gewinnt, was „die Erholung des Goldpreises behindern dürfte“. Gold zeige sich derzeit „nicht als sicherer Hafen“.

Grund 3: Niedrige Nachfrage nach physischem Gold

Die Nachfrage nach physischem Gold hat in den vergangenen Monaten deutlich nachgelassen. Im zweiten Quartal sank sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 Prozent auf 964 Tonnen, wie das World Gold Council vor kurzem mitteilte.

Besonders krass war der Nachfragerückgang bei typischen Anlage-Produkten wie Goldbarren und Goldmünzen. Dort sank Absatz auf um rund 56 Prozent auf 275 Tonnen.

Prinzip Hoffnung

Drei Faktoren, eine Folge: Ein vor sich hin dümpelnder Goldpreis. Doch auch wenn das Edelmetall seinen Glanz zu einem guten Teil eingebüßt hat – echte Gold-Fans werden sich vom Kauf nicht abhalten lassen. Für sie ist Gold eine Lebensversicherung gegen Krisen des Papiergeldsystems. Wer diese Sicht teilt, könnt die gegenwärtige Preisschwäche sogar zum Einstieg in den Goldmarkt nutzen.Experten, die eine Erholung des Goldpreises voraussagen, gibt es genug. Zum Beispiel Ronald Stöferle, Goldexperte beim Investmenthaus Incrementum in Liechtenstein. Seine Prognose bis zum Jahresende: 1350 und 1400 Dollar pro Feinunze.

http://www.focus.de/finanzen/boerse/gold/goldpreis/notenbanken-im-verdacht-von-wegen-sichere-krisenwaehrung-so-wird-der-goldpreis-manipuliert_id_4088871.html

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08.07.2014

Gold in deutschen Depots: BaFin fragt Daten ab

Nach Informationen von Goldreporter hat die BaFin deutsche Banken und Anlagevermittler in einem Schreiben aufgefordert, bis Mitte Juli Daten über die Edelmetall-Investments ihrer Kunden zu liefern.

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Der Staat will wissen, wie viel Geld die Deutschen in Gold und Silber investiert haben. Nach Informationen von Goldreporter hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) von deutschen Finanzinstituten und Vermögensverwaltern umfangreiche Informationen zu den Edelmetall-Investments ihrer Kunden angefordert. Es geht allerdings nur um Derivate.

In einem Schreiben an die Institute, das Goldreporter zur Ansicht vorlag, heißt es:

Untersuchungsgegenstand dieser Anfrage sind Wertpapiere gemäß § 2 Abs. 1 WpHG mit einzelnen Edelmetallarten oder Gruppen von Edelmetallarten als Referenzwert sowie Edelmetallfondsanteile gemäß § 2 Abs. 2b WpHG, § 1 Abs. 1 KAGB mit einzelnen Edelmetallarten oder Gruppen von Edelmetallarten als Referenzwert”

Ausdrücklich genannt werden: börsengehandelte Investmentfonds (Exchange Traded Funds), börsengehandelte Rohstoffprodukte (Exchange Traded Commodities) und Zertifikate. Zu den betroffenen Edelmetallen werden Gold, Silber, Platin und Palladium gezählt. Von der BaFin abgefragt werden Informationen für das Jahr 2013.

Die angeschriebenen Finanzinstitute sollen im Rahmen der Untersuchung unter anderem angeben, welche der genannten Produkte angeboten wurden, wie vielen Kunden und in welchem Umfang man die Produkte verkauft hat (Auftragsvolumen) und in welcher Form diese Produkte Kunden empfohlen wurden. Dem Schreiben liegt eine Tabelle zum Ausfüllen bei. Liege keine Vermittlung solcher Produkte vor, so bittet die BaFin die Adressaten um eine “Fehlanzeige”.

Aus dem Dokument geht nicht hervor, wofür die BaFin die Daten genau benötigt. Eine Antwort auf unsere Nachfrage bei der Aufsichtsbehörde steht noch aus.

Die BaFin ermittelt seit mehr als einem Jahr in Sachen  mutmaßlicher Goldpreis-Manipulation – insbesondere bei der Deutschen Bank (Goldreporter berichtete). Möglicherweise steht die Untersuchung der deutschen Gold-Investments mit dieser Angelegenheit in Zusammenhang. Man könnte ein Interesse daran haben, das Ausmaß einer potenziellen Anleger-Schädigung durch Goldpreis-Manipulation abzuschätzen.

Wichtig: Die Datenabfrage bezieht sich nicht auf physisches Edelmetall. Und es werden auch keine Kundeneinzeldaten abgefragt.

Die BaFin übt ihre Tätigkeit satzungsgemäß im “öffentlichen Interesse” wahr.  Sie  untersteht der Rechts- und Fachaufsicht des Bundesministeriums der Finanzen. Wörtlich heißt es auf der BaFin-Homepage: “Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht […] – vereinigt die Aufsicht über Banken und Finanzdienstleister, Versicherer und den Wertpapierhandel unter einem Dach. Sie ist eine selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts und unterliegt der Rechts- und Fachaufsicht des Bundesministeriums der Finanzen. Sie finanziert sich aus Gebühren und Umlagen der beaufsichtigten Institute und Unternehmen.” Zuletzt wurden der BaFin mehr Rechte im Bereich des Verbraucherschutzes eingeräumt.

http://www.goldreporter.de/gold-in-deutschen-depots-vermittler-sollen-daten-an-bafin-melden/gold/43254/

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09.05.2014

Die Tage des Goldfixings sind gezählt

Es gibt offenbar Anzeichen dafür, dass der Referenzpreis für Gold manipuliert wurde. In Amerika rollt eine Klagewelle auf die fünf Banken zu, die am Goldfixing beteiligt sind.

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Am kommenden Dienstag wird die Deutsche Bank zum letzten Mal am Londoner Goldfixing teilnehmen. Danach werden es mit Barclays, HSBC, Bank of Nova Scotia und Société Générale nur noch vier Banken sein, die vormittags und nachmittags den Referenzpreis für Gold austarieren. Im Januar hatte die Deutsche Bank angekündigt, sich aus dem Gremium zurückzuziehen und dies mit der Verkleinerung ihrer Rohstoffsparte begründet. Es wurde ein Käufer für den Sitz gesucht, den die Bank vor 20 Jahren durch die Akquisition des Londonder Goldhändlers Sharps Pixley gewonnen hatte. Doch die Suche blieb offensichtlich erfolglos, auch wenn Gerüchte die Runde machten, die in London ansässige Standard Bank, die wiederum zu 60 Prozent der chinesischen Staatsbank ICBC gehört, sei interessiert.

Es mehren sich jedoch die Anzeichen, dass auch für die anderen Institute die Tage gezählt sind, an denen der Referenzpreis für Gold nach einem Ritual festgesetzt wird, das sich nicht merklich von dem unterscheidet, das 1919 ins Leben gerufen wurde. Seitdem im November vergangenen Jahres bekanntwurde, dass die deutsche Finanzaufsicht Bafin und die britische Aufsichtsbehörde FCA wegen Manipulationsvorwürfen ermitteln, reißt die Kritik an der Preisfindung nicht ab. In zwei täglichen Telefonkonferenzen stellen die fünf Banken den Preis fest, bei dem sich Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht befinden. Dieser Preis dient dem globalen Goldhandel als Richtwert: Investoren, Noten- und Geschäftsbanken orientieren sich ebenso daran wie Händler und Minengesellschaften. Auf der Basis dieses Preises bewerten sie ihre Bestände.

Mehr als 20 Kläger werfen Manipulation vor

In den Vereinigten Staaten kommt eine Welle von mehr als 20 Klägern auf die fünf Institute zu, die am Goldfixing beteiligt sind. Die Kläger werfen den Banken unter anderem vor, den Preis während der Telefonkonferenzen für das Fixing zu manipulieren. Die erste Klage hatte Anfang März dieses Jahres Schlagzeilen gemacht, als der ehemalige Goldhändler Kevin Maher vor einem Bundesgericht in Manhattan Schadensersatz von den Banken forderte. Maher strebt ein Sammelverfahren im Namen aller Investoren an, die seit 2004 Gold oder von Gold abgeleitete Finanzinstrumente, sogenannte Derivate, gehandelt haben. Zu den Klägern die sich Maher angeschlossen haben, gehören Privatleute, Hedgefonds und eine Pensionskasse aus Alaska. Die Klägeranwälte trafen in dieser Woche alle in New York zusammen, um ihre Initiativen zu koordinieren. „Das große Manko beim Verfahren des Goldfixings ist, dass die Banken auf Basis der Informationen handeln, die bei der Telefonkonferenz ausgetauscht werden, um den Preis von Gold und Goldderivaten zu manipulieren, bevor der Fixpreis dem breiteren Markt mitgeteilt wird“, heißt es in einer Klageschrift. „Eine Menge Verschwörungstheorien haben sich als Tatsachen herausgestellt“, sagte Kläger Maher kürzlich der „New York Times“. „Wir wissen jetzt, dass der Libor in London manipuliert wurde und ein schlechter Geruch aus dem Devisenmarkt kommt. Warum sollte es bei Gold anders sein?“, sagte Maher gegenüber der „New York Times“.

Zwar heißt es bei der Deutschen Bank, man halte die Klage für unbegründet und werde sich mit allen rechtlichen Mitteln zur Wehr setzen. Die anderen beschuldigten Banken wollten kein Kommentar dazu abgeben. Doch es mehren sich die Hinweise von Fachleuten, dass während des Fixings am Preis gedreht wurde.

So hat die Beratungsgesellschaft Fideres im Auftrag von Klägern untersucht, ob sich aus der Entwicklung des Goldpreises um die Zeit des Fixings herum, Auffälligkeiten erkennen lassen. Dafür wurden öffentlich zugängliche Daten aus dem Zeitraum von Januar 2010 bis Dezember 2013 untersucht. „Wir haben deutliche Hinweise auf mögliche Manipulation gefunden“, sagt Steffen Hennig, Partner bei Fideres. Die Telefonkonferenzen finden zweimal täglich statt, um 11.30 und um 16 Uhr deutscher Zeit. Manchmal dauert die Preisfindung zwei Minuten, manchmal auch zwei Stunden, im Durchschnitt jedoch 15 Minuten. Fideres hat nun festgestellt, dass der Goldpreis in dieser Zeit viel stärker schwankt als sonst im Tagesverlauf üblich, durchschnittlich um zwei Dollar, wobei auch Preisausschläge von bis zu vier Dollar beobachtet werden konnten. „Es gibt Preisbewegungen in beide Richtungen, überwiegend aber nach unten“, sagt Hennig. Die zweite Beobachtung ist, dass sich der Preis nach dem Fixing wieder auf das Niveau einpendelt, das er davor hatte. Henning schließt daraus, dass die Banken im Gremium den Preis bewusst in eine Richtung treiben, die ihrem Geschäft dienlich ist.

Die Zeit während des Fixings ist Haupthandelszeit

Während der Telefonkonferenz haben sie gegenüber anderen Marktteilnehmern einen Informationsvorteil, weil sie wissen, welche Volumina Gold zu welchem Preis gehandelt werden. Die Weitergabe dieser Informationen an Händler aus dem eigenen Haus ist zwar illegal, aber – wie die Manipulationen im Devisenhandel und bei der Ermittlung des Londoner Referenzzinsatzes Libor gezeigt haben – durchaus möglich. „Wenn Geld zu verdienen ist, besteht auch der Anreiz, das System zu manipulieren“, sagt Hennig.

Dazu kommt, dass die Zeit während des Fixings die Haupthandelszeit für Terminkontrakte auf Gold ist. 4500 Gold-Kontrakte werden in der Zeit im Durchschnitt gehandelt, wobei ein Kontrakt aus 100 Unzen je 31,1 Gramm Gold besteht. Bei einem aktuellen Goldpreis von rund 1300 Dollar je Unze entspricht das einem Volumen von 585 Millionen Dollar.

Zu einem ähnlichen Ergebnis wie Fideres kommt auch Rosa Abrantes-Metz, Wissenschaftlerin an der New York University, die ebenfalls das Fixing untersucht und auffällige Handelsmuster festgestellt hat. „Das System der Preisfestsetzung befördert Manipulationen und betrügerische Absprachen“, so Abrantes-Metz. Es sei wahrscheinlich, dass es zu Absprachen zwischen den Mitgliedern des Gremiums gekommen sei.

Nach Ansicht von Hennig müsste das System vollkommen reformiert werden, um Betrug künftig vorzubeugen. „Die Regeln müssen einfacher und klarer sein. Außerdem sollten dem Referenzpreis tatsächliche Transaktionen zugrunde liegen.“ Sollte es dazu kommen, würde von dem fast 100 Jahre alten Ritual Goldfixing nicht mehr viel übrig bleiben – und die Finanzwelt wäre um einen Anachronismus ärmer.

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/devisen-rohstoffe/goldpreis-die-tage-des-goldfixings-sind-gezaehlt-12931967.html

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27.04.2014

Aufsichtsbehörde lässt britische Goldnachfrage steigen

Die Goldnachfrage im Vereinigten Königreich könnte bald neuen Aufschwung erhalten, wenn mehr Investoren das gelbe Metall in ihre Rentenvorsorge aufnehmen.

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Und zwar weil die britische Finanzmarktregulierungsbehörde Bloomberg zufolge plane, Gold in die Liste der sogenannten „Standardassets“ aufzunehmen. Diese würden sich dadurch auszeichnen, dass sie fortlaufend genau und fair bewertet werden können sowie wenn nötig jederzeit zu Geld gemacht werden können. Bislang würden dazu Bargeld, Anleihen und ETCs gehören, nicht aber physisches Gold.
Eine Entscheidung der Behörde über die Erweiterung der Liste werde Ende Juni erwartet, hieß es unter Berufung auf die Brokeragentur GoldCore Inc. aus Dublin. Die Aufnahme von Gold könnte zu einer deutlich erhöhten Nachfrage führen und das Metall generell einer breiteren Öffentlichkeit bekannt und beliebt machen. Derzeit wäre nur wenigen bewusst, dass physisches Gold Bestandteil eines Rentenfonds sein könne.
Während 1980 immerhin 20% aller Investmentfonds Gold enthielten, seien es aktuell weniger als 2 bis 3% und das, obwohl Investmentgold seit 2006 als private Rentenvorsorge erlaubt sei. Dies zeige, dass die Möglichkeiten einer steigenden Nachfrage in diesem Bereich vorhanden sind. Durch eine positive Entscheidung könnte das gelbe Metall somit von einer Nischen-Anlage möglicherweise zu einem Mainstream-Asset aufsteigen.

http://www.rohstoff-welt.de/news/artikel.php?sid=48694

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20.03.2014

Gold wird zum Spielball der Weltpolitik

Der Krim-Konflikt hat den Gold-Preis stark steigen lassen. Die Krisenwährung ist als sicherer Hafen gefragt. Doch die Staaten verfolgen eigene Interessen mit dem Metall. Vor allem ein Land stockt auf.

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Die Krise in der Ukraine hat nicht nur die verborgenen Bruchlinien im internationalen Mächtegefüge aufgedeckt – sondern auch lange vergessene Spannungen im internationalen Finanzsystem. Der sensibelste Indikator für diese Friktionen ist der Preis des Edelmetalls Gold.

Nicht anders als zu Napoleons Zeiten reagiert die Krisenwährung auch heute höchst empfindlich auf Umbrüche in der Weltpolitik. So verteuerte sich das gelbe Metall während der Zuspitzung auf der Krim um mehr als 150 Dollar.

Mit der vorläufigen Entspannung hat sich der Goldpreis zwar beruhigt, doch die Lage im Osten bleibt fragil. Und Gold ist ein Gut, an dessen Besitz die Großmächte ein vitales Interesse haben. „Seitdem das Ergebnis des Krim-Referendums feststeht, ist der Risikoappetit der Marktteilnehmer etwas zurückgekehrt“, erklärt Barbara Lambrecht, Rohstoff-Strategin bei der Commerzbank.

Tatsächlich haben sich die Aktienmärkte seit Wochenbeginn erholt, der Goldpreis dagegen ist leicht zurückgegangen. Am Dienstagabend wurde das Edelmetall für rund 1355 Dollar gehandelt und damit rund zwei Prozent niedriger als am Montag. „Der jüngste Preisanstieg bei Gold hatte deutlich spekulative Züge. Was wir jetzt erleben, sind die üblichen Gewinnmitnahmen“, sagt Lambrecht.

Analysten hatten Gold abgeschrieben

Doch kaum ein Marktkenner glaubt, dass es damit ein Bewenden hat und dass das Krisenmetall bald wieder in der Versenkung verschwindet. Im Gegenteil: Viele Banken und Researchhäuser sehen sich gezwungen, ihre Goldpreis-Prognosen grundlegend zu überdenken. Ende vergangenen Jahres war es nahezu Konsens unter den großen Investment-Häusern, dass die Gold-Notierungen weiter sinken würden.

Aus Sicht der Ökonomen würde der Unzen-Preis Richtung 1000 Dollar tendieren, bestenfalls aber bei 1200 Dollar verharren. Die folgende Edelmetall-Rallye sah dagegen kaum jemand voraus. Pech für diejenigen, die auf die Banker hörten. Heute steht das gelbe Metall um 13 Prozent höher.

Die Krise in der Ukraine ist dabei aber nur ein Faktor. Auch die überraschend starken Edelmetall-Käufe in China haben aufhorchen lassen. Die Volksrepublik, lange Zeit der Wachstumsmotor der weltweiten Ökonomie, machte zuletzt durch verstörende Meldungen von sich reden. Nicht nur wurden die Wachstumserwartungen einmal mehr nach unten korrigiert, auch platzte erstmals ein Bond.

Manche Beobachter sehen Anzeichen, dass das chinesische Wachstumsmodell ins Wanken kommt. Pessimisten reden sogar davon, dass China eine ähnliche Finanzkrise drohen könnte wie den Vereinigen Staaten nach dem Platzen der Immobilienblase 2008.

Fluchtburg fürs Geld

„Investoren suchen nach der sicheren Anlagealternative“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der dänischen Saxo Bank. Ebenso wie der Schweizer Franken oder auch der Japanische Yen sei das gelbe Metall eine Fluchtburg fürs Geld. Hansen sieht einen intakten Aufwärtstrend beim Gold-Preis: „Der nächste Meilenstein wartet bei 1400 Dollar.“

Eine Fluchtburg oder Trutzburg suchen jedoch nicht nur Investoren, sondern auch Staaten. Manche Nationen bauen ihre Goldreserven systematisch aus, um sich von der Weltleitwährung Dollar unabhängig zu machen. An der Spitze der Staaten, die auf das gelbe Metall setzen, steht Russland. Keine andere große Wirtschaftsmacht baut ihre Gold-Bestände so zielstrebig aus.

Allein in den zurückliegenden zwölf Monaten hat die russische Zentralbank zwei Millionen Unzen dazugekauft. Inzwischen nennt das Riesenreich 33,3 Millionen Unzen sein Eigen. Das sind umgerechnet 1035 Tonnen mit einem Marktwert von 42 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro).

Moskau ist zwar längst noch nicht so weit, dass es sich vom Dollar vollkommen loslösen könnte – die gesamten Devisenreserven belaufen sich auf 475 Milliarden Dollar und gemessen am Bruttoinlandsprodukt sind das nur zwei Prozent –, doch die Richtung scheint klar zu sein.

Auch Kasachstan und die Ukraine stocken auf

„Für Russland spielt Gold eine besondere Rolle bei der Währungsdiversifikation. Die erste Priorität heißt: Handlungsfreiheit“, sagt Stefan Klapprott, Vermögensverwalter bei Consulting Team Finanz- und Vermögenstreuhand. Komme es wegen der geopolitischen Krise zu verschärften Sanktionen, könnte Moskau ein Ausschluss aus dem westlichen Finanzsystem blühen.

„Mit Gold wird es dann möglich sein, die Handelsbeziehungen in wichtigen Teilen aufrecht zu erhalten“, sagt Klapprott. Das gelte für die großen Schwellenländer, die sogenannten BRIC–Staaten, prinzipiell.

„Russland ist selbst ein wichtiger Goldproduzent und hat großes Interesse an Gold als Zahlungsmittel“, sagt Joachim Paul Schäfer, Portfoliomanager bei der PSM Vermögensverwaltung. Das liege auch an den Oligarchen, die immer wieder Guthaben in Edelmetall tauschen.

Russland ist jedoch nicht das einzige Schwellenland, das seinen Gold-Speicher ausbaut. Deutlich aufgestockt haben in letzter Zeit auch Südkorea, die Türkei, Kasachstan und die Ukraine, wobei Kiew sein Gold Berichten zufolge sicherheitshalber nach Amerika ausgeflogen hat.

Die wahren Mächte auf dem Goldmarkt

Auch die Türkei, deren Verhältnis zum Westen nicht einfacher wird, beeilt sich, die Reserven auszuweiten. Die Türken gebieten nach den jüngsten Daten über einen Goldschatz von 15,7 Millionen Unzen. So stattlich sich das anhört, die wahren Gold-Großmächte sind immer noch die westlichen Industriestaaten.

Nach den offiziellen Zahlen der Bundesbank verfügt Deutschland über 108,9 Millionen Unzen und nennt damit den zweitgrößten Goldschatz der Welt sein Eigen. Überragt wird dieser Hort nur von den Beständen der Amerikaner, die nach Angaben der Notenbank Federal Reserve 261,5 Millionen Unzen groß sind.

Während die Bundesbank jedes Jahr rund fünf Tonnen Gold veräußert, lassen die Amerikaner ihre Reserven seit den Neunzigerjahren unberührt. Allerdings gibt es immer wieder Mutmaßungen, dass die Fed die Edelmetall-Reserven verliehen oder verkauft hat.

Zweifel an Leitwährung Dollar

Bis Anfang der 70er-Jahre war die globale Leitwährung Dollar goldgedeckt. Doch als Folge des Vietnam-Kriegs löste US-Präsident Richard Nixon diese Bindung im August 1971 auf. Seither basiert das westliche Finanzsystem auf einer Papierwährung. Dollar-Kritiker spielen schon seit Längerem mit dem Gedanken, die US-Devise durch eine neue Weltwährung auf Goldbasis abzulösen.

Entwickelt sich zwischen den Staaten der Welt eine Art Wettrüsten um die größten Goldbestände, wird das auch den Preis des Edelmetalls weiter anheizen. Profiteure sind dann die Aktien von Minen-Unternehmen.

Nach einem sehr schwachen Jahr 2013 haben die Papiere 2014 schon um 28 Prozent zugelegt. Damit gehören sie in diesem Jahr zu den besten Investments überhaupt. Zum Vergleich: Der Dax verlor seit Anfang Januar vier Prozent an Wert.

http://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article125983635/Gold-wird-zum-Spielball-der-Weltpolitik.html

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07.01.2014

Mysteriöser Goldpreissturz – Handel ausgesetzt

Innerhalb einer Minute ist der Goldpreis um 30 Dollar eingebrochen. Die New Yorker Rohstoffbörse stoppte den Handel kurzzeitig. Der Absturz könnte mutwillig herbeigeführt worden sein. Kein Einzelfall.

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An der New Yorker Comex ist der Goldhandel am Montag für 10 Sekunden automatisch angehalten worden. Zuvor war der Preis je Unze innerhalb von etwa einer Minute um mehr als 30 Dollar abgestürzt.

Der Preisrückgang löste ein sogenanntes „Velocity Logic“- Ereignis aus, wie Chris Grams, ein Sprecher des Börsenbetreibers CME Group, erklärte.

Diese Art von Preisbewegungen werden sehr häufig. Und es sieht so aus, als ob einige Marktteilnehmer sehr große Aufträge abgeben, um diese Art von Einbrüchen auszulösen“, sagte Bill O’Neill, Partner bei Logic Advisors in Upper Saddle River, New Jersey, gegenüber Bloomberg News. „Die Börse muss sich diese Art von Ausreißern genauer angucken.“

Anschließend erholte sich der Goldpreis schnell wieder. Er stieg im Handelsverlauf um 0,5 Prozent auf 1244 Dollar und notiert damit nahe dem höchsten Stand seit drei Wochen.

Im vergangenen Jahr hatte der Goldpreis insgesamt um 28 Prozent nachgegeben. Das war das stärkste Minus seit 1981. Hintergrund: Die Nachfrage nach Gold als Mittel, um Werte zu bewahren, sackte in sich zusammen. Zum einen gab es 2013 Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung. Zum anderen blieb jene Inflation aus, die Investoren wie etwa Hedgefonds-Manager John Paulson als Folge der von den Zentralbanken angestoßenen Konjunkturprogramme erwartet hatten.

Im Dezember hatte die Fed einen Rückbau ihres Anleihe- Kaufprogramms angekündigt, was ein Anziehen der Inflation noch unwahrscheinlicher macht – und damit die Nachfrage nach Gold weiter belasten dürfte.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/rohstoffe/rohstoffe-mysterioeser-goldpreissturz-handel-ausgesetzt/9295862.html

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15.12.2013

Geheimbund soll Goldpreis künstlich niedrig halten

An der Börse ist der Preis des Edelmetalls abgestürzt. Dabei erfreuen sich Münzen und Barren weiter großer Nachfrage. Beobachter wittern daher Manipulation – Indizien dafür gibt es tatsächlich.

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Auf der Area 51 versteckt das US-Militär ein abgestürztes Ufo aus den Fünfzigerjahren. Elvis Presley lebt. Die Mondlandung wurde von der Nasa vorgetäuscht. Und die Stadt Bielefeld existiert in Wirklichkeit gar nicht. Es fällt leicht, die Behauptung, der Goldpreis werde manipuliert, in eine Reihe mit derlei Mythen und Legenden zu stellen.

Doch ganz so einfach ist es offenbar nicht. Ernsthafte Ökonomen, Geldmanager und langjährige Marktbeobachter haben einige Hinweise dafür zusammengetragen, dass tatsächlich an der Notierung des gelben Metalls herumgedoktert wird. Und die sehen sich in ihren Annahmen bestätigt, nachdem jetzt klar ist, dass die britische und die deutsche Finanzaufsicht dem Verdacht nachgehen, die Geldhäuser tricksten beim Londoner Goldfixing ebenso, wie sie den Referenzzins Libor frisiert haben.

Das Fixing ist ein altes Ritual, bei dem fünf Banken seit 1919 einen internationalen Bezugspreis für das gelbe Metall aushandeln.

Bis vor neun Jahren trafen sich dazu fünf Banker in der Londoner City in einem holzgetäfelten Raum, dessen Ausstattung an einen vornehmen englischen Herrenclub erinnerte. Vor sich hatte jeder ein altmodisches Telefon und eine kleine Flagge, mit der er „Einspruch“ erheben konnte. Seit 2004 wird der Gold-Referenzkurs zwar nur noch telefonisch vereinbart, an den Usancen des Fixings selbst hat sich jedoch nicht viel geändert.

„Nicht alles geht mit rechten Dingen zu“

„Ob Gold steigt oder fällt, ist immer auch eine politische Frage, und es gibt einige Indizien dafür, dass nicht alles mit rechten Dingen zugeht“, sagt Dimitri Speck, Marktanalytiker und Autor des Buches „Geheime Goldpolitik“ (ISBN: 3898798372).

Doch warum sollte jemand den Preis des Rohstoffs beeinflussen wollen? „Dieses Fixing, das einmal am Vormittag und einmal am Nachmittag festgestellt wird, dient als Referenzkurs für Tausende von Geschäften rund um den Globus“, erklärt Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Geschäftsführer bei Degussa Goldhandel in Frankfurt.

Wüsste ein Marktteilnehmer vorab, und sei es nur Minuten vor anderen, auf welchem Level der Referenzkurs festgelegt wird, könnte er mit dem Wissen über Börsenkontrakte Millionen machen.

Finanzprobleme größer denn je

Doch auch unabhängig vom Fixing gibt es Zweifel, dass auf dem Goldmarkt alles seine Richtigkeit hat: Dieses Jahr sind die Notierungen in Euro gerechnet um 30 Prozent abgestürzt – und das, obwohl sich an der kritischen Situation der globalen Ökonomie (und der Staatsfinanzen) wenig verändert hat. So erreicht die Verschuldung des Euro-Landes Italiens 2013 einen Nachkriegsrekord von 144 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Auch die weltgrößte Volkswirtschaft USA steht mit mehr als 100 Prozent des BIP in der Kreide. In dem Fall handelt es sich um die unglaubliche Kreditsumme von 17 Billionen Dollar.

Doch vorbei scheinen die Zeiten, da es hieß, „Gold muss jeder haben“, und alle Anlageberater nur Gründe für weiter steigende Preise fanden. Sein Hoch sah der Unzenpreis im Herbst 2011 bei 1921 Dollar. Seither geht es unter starken Schwankungen abwärts, der Preis steht heute ebenso hoch wie vor dreieinhalb Jahren.

Die Probleme, die Menschen 2011 dazu brachten, Gold zu kaufen, sind heute immer noch da. Sie sind vielerorts sogar größer geworden. Als Konkurrent der Papierwährungen Euro, Dollar und Yen müsste Gold eigentlich von der Billiggeldpolitik in allen großen Wirtschaftsblöcken profitieren.

Kurseinbruch um ein Drittel

Der Markt kann manchmal irrational sein – in beide Richtungen. Doch ist ein Kurseinbruch um ein Drittel plausibel?

„Der starke Preisrückgang bei Gold ist kaum noch rational zu erklären, ohne dass man in die Nähe von Verschwörungstheorien gerät“, gesteht Reinhard Hellmuth, Vermögensverwalter bei der I.C.M. Investment-Bank. Der Berliner Geldmanager ist alles andere als ein Gold-Bug, also Edelmetall-Eiferer. Er kauft Gold nicht für irgendwelche Endzeitszenarien, sondern um eine „optimale Portfolio-Allokation“ zu erzielen. Doch welche Faktoren den Preis in jüngerer Zeit tatsächlich bestimmen – diese Frage gibt ihm Rätsel auf.

Einigen Grund für Misstrauen sieht auch Wrzesniok-Roßbach. Er ist einer der erfahrensten Edelmetall-Experten in Deutschland. Früher als Händler bei der Dresdner Bank und dann bei Heraeus hat er nach eigener Schätzung an rund 10.000 Londoner Gold-Fixings teilgenommen.

Wrzesniok-Roßbach selbst glaubt nicht, dass es in London zu Mauscheleien gekommen ist. „Insgesamt ist das Fixing-Verfahren bei Gold vollkommen transparent, da die fünf Banken indirekt – nämlich über Computer und Telefon – Hunderte, wenn nicht Tausende von Industrie- und Geschäftskunden einbinden.“

Rekordstrafe für Manipulation

In dem Punkt unterscheidet sich das Goldfixing von der Libor-Festsetzung, bei dem einigen Großbanken tatsächlich kartellartige Absprachen und Manipulationen nachgewiesen wurden. Letztens wurden die überführten Institute zu einer Rekordstrafe von 1,7 Milliarden Euro verurteilt.

Allerdings hat der erfahrene Händler jenseits des Fixing-Verfahrens Ungewöhnliches beobachtet. Misstrauisch macht ihn die Heftigkeit von Preisbewegungen in kritischen Situationen. Dahinter, so seine Vermutung, könnten große Banken im Pakt mit Hedgefonds stehen, die den Goldpreis in „konzertierten Aktionen“ an den Terminmärkten drücken.

Der größte Edelmetall-Umschlagplatz der Welt ist die City of London. Nach Informationen der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg wird dort jeden Tag Gold für 33 Milliarden Dollar gehandelt, mehr als an der New Yorker Rohstoffbörse Comex, die Gold für 29 Milliarden Dollar umsetzt.

So beeindruckend diese Zahlen wirken, im internationalen Finanzzirkus sind das kleine Beträge. Zum Vergleich: Die größte US-Bank JP Morgan hat eine Bilanzsumme von 2,4 Billionen Dollar. Die hiesige Nummer eins, die Deutsche Bank, verzeichnet Geschäfte im Umfang von umgerechnet 2,8 Billionen Dollar.

Hinweise auf Tricksereien

Dimitri Speck hingegen glaubt, eindeutige Belege für Manipulation gefunden zu haben. Der Analytiker hat, bezogen auf einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten, berechnet, wie sich der Goldpreis im Tagesverlauf entwickelt. Bei der Auswertung stieß er auf ein merkwürdiges Phänomen: Zu bestimmten Uhrzeiten gibt es eine auffällig hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Gold einen kräftigen Dämpfer versetzt bekommt.

Einer dieser beiden Zeitpunkte fällt mit dem Londoner Nachmittagsfixing zusammen und deckt sich, Zufall oder nicht, mit dem Beginn der Bank-Arbeitszeiten an der US-Ostküste.

Speck hegt den Verdacht, diese „schlagartigen Rückgänge“ sollen die Goldanleger verunsichern. Die Schocks bewegen sich im Durchschnitt zwar nur im prozentualen Nachkommabereich, doch können sie die Markt-Psychologie nachhaltig verändern. Seiner Meinung nach soll das Edelmetall als alternative Währung diskreditiert werden: „Es geht um den Erhalt des Dollar-Standards.“ Den Investoren solle klargemacht werden, dass Gold kein „sicherer Hafen“ ist.

Wenn dies das Ziel war, hat es nur zum Teil funktioniert: Aus Edelmetall-Fonds haben große Investoren seit 2012 zwar ein knappes Drittel ihres Kapitals abgezogen, doch physisches Gold in Münzen- und Barrenform erfreut sich weiter großer Beliebtheit.

Ultimatives Zahlungsmittel

„Gold ist das ultimative Zahlungsmittel. Ein steigender Goldpreis signalisiert unmissverständlich einen Kaufkraftschwund beim Papiergeld. Ein steigender Goldpreis sendet ein für die Papiergeldproduzenten ungewünschtes Signal“, erklärt Degussa-Chefvolkswirt Thorsten Polleit. Banken und Notenbanken, die ihrerseits das konkurrierende „Papiergeld“ (in Wahrheit meistens Buchgeld auf dem Konto) produzieren, hätten alles Interesse der Welt, einem allzu auffälligen Anstieg des Goldpreises entgegenzuwirken.

„In den USA räumt ein Gesetz, der Gold Reserve Act von 1934, der Administration ausdrücklich das Recht ein, den Goldpreis mittels eines speziell eingerichteten Fonds zu manipulieren“, weiß der Ökonom. Folglich könne es durchaus sein, dass neben großen Wall-Street-Banken auch die US-Zentralbank an der Manipulation beteiligt ist.

Auch die verschwiegene Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mit Sitz in Basel könnte seiner Meinung nach eine Rolle spielen. „Die BIZ kann auf Geheiß ihrer Besitzer, also der nationalen Zentralbanken, im Goldmarkt aktiv werden“, sagt Polleit.

Rätselhafter Crash während der Zypern-Krise

Speck äußert sogar den Verdacht, dass der Gold-Crash im April willentlich ausgelöst oder verstärkt wurde. „Damals war der Höhepunkt der Zypern-Krise. Millionen Sparer, nicht nur in Europa, waren verunsichert, weil die Staaten erstmals auch auf private Bankguthaben zugriffen“, sagt der Analytiker. Durch den damaligen Preiseinbruch von mehr als 200 Dollar wurde das klare Signal gesendet: „Auch wenn das Geld auf dem Konto gefährdet ist, Gold ist ebenfalls kein sicherer Hafen.“

Dazu kamen dieses Jahr auffällig viele Preisziel-Herabstufungen durch große Banken. „Goldman Sachs und andere haben mehrfach den Daumen gesenkt und das vordergründig mit dem Ende der ultraleichten Geldpolitik in den USA begründet“, hat Hellmuth beobachtet. Am Freitag hat JP Morgan seine Prognose für das Jahr 2014 um zehn Prozent auf 1263 Dollar gesenkt. Dabei sind die Bilanzen der Notenbanken so aufgebläht wie noch nie.

Wie am Neuen Markt?

Nicht alle Experten sind von der Manipulation überzeugt: „Verschwörungstheorien rund um den Goldpreis gibt es schon seit Jahrzehnten“, sagt Uwe Zimmer, Vorstand der Meridio Vermögensverwaltung in Köln. Statt imaginäre Eingriffe von Zentralbanken oder Hedgefonds zu bemühen, sollten Anleger erst mal prüfen, ob es nicht eine natürliche Erklärung gibt. Nach Überzeugung von Zimmer ist der heftige Goldpreis-Rückgang eine Folge der vorherigen Übertreibungen.

Zimmer erinnert an die Hochstimmung des Jahres 2011. „Wenn alle ein Investment ganz großartig finden, dann stürzt es in der Regel kurz darauf ab.“ Der Vermögensverwalter zieht eine Parallele zwischen der Gold-Hausse und der Hausse am Neuen Markt. „Bei Gold war 2011 die Rede von Preisen bei 2500, 5000 und sogar 20.000 Dollar je Unze.“ Als sich sehr viele sehr sicher waren, dass es mit Gold nur weiter aufwärtsgehen kann, war seines Erachtens der Höhepunkt erreicht.

Einig sind sich die Auguren darüber, dass Eingriffe in den Preis zwar eine Zeit lang gegen die Fundamentaldaten drücken können, aber eben nicht bis in alle Ewigkeit.

„Manipulationen mögen kurzfristig Wirkung haben, sie können zum Beispiel einen Preisrückgang auslösen oder ihn verstärken“, sagt Polleit. Ob es jedoch dauerhaft möglich ist, die Marktkräfte auszuhebeln, das müsse angezweifelt werden. Papiergeld-Skeptiker Polleit ist überzeugt, dass der Verfall des Geldsystems höhere Goldpreise erzwingen wird. Eine Erwartung, mit der er keineswegs allein dasteht. Auch wenn manche es gern so darstellen, als wären Edelmetall-Fans so durchgedreht wie Ufo-Gläubige.

http://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article122938144/Geheimbund-soll-Goldpreis-kuenstlich-niedrig-halten.html

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09.12.2013

Auffällige Geschäfte mit dem Goldpreis

Fünf Banken stellen fest, was eine Unze Gold weltweit kosten soll. Jetzt untersuchen Aufseher die intransparente Preisfindung – zu Recht. Doch nicht nur das antiquierte Ritual ist das Problem.

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Und täglich grüßt das Murmeltier. Seit dem 12. September 1919 wird in der Londoner City der weltweite Referenzpreis für Gold festgestellt – heute wie damals sind daran nur fünf Banken beteiligt. Der Goldfixing genannte Preisfindungsprozess läuft im Prinzip noch so ab wie damals. Um 10.30 und um 15 Uhr Londoner Zeit geben Banken eigene Kauf- und Verkaufswünsche und die ihrer Kunden in Handelssysteme ein und einigen sich binnen zehn Minuten auf einen Preis.

Das Goldfixing ist für Außenstehende sehr intransparent“, sagt Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. Der so undurchsichtig fixierte Goldpreis ist Richtwert für den Goldhandel weltweit, bestimmt die Erträge von Münzhändlern, Minen und Juwelieren. Investoren und Zentralbanken bewerten mit ihm ihre Bestände. Außerdem beeinflusst er die Terminmärkte, an denen Lieferansprüche auf Gold gehandelt werden, allen voran die New Yorker Comex.

Die Tatsache, dass fünf Banken unbeaufsichtigt und nicht öffentlich einen weltweiten Referenzpreis festlegen, ließ Aufseher jetzt, fast ein Jahrhundert nach dem ersten Fixing, hellhörig werden. „Das ist eines der bedenklichsten Fixings, das ich je gesehen habe“, sagte Rosa Abrantes-Metz gegenüber dem Börsendienst Bloomberg. Die Professorin an der Stern School of Business brachte mit einem Aufsatz die Ermittlungen in Sachen Libor-Manipulation mit ins Rollen. Was beim Zins möglich ist, könnte überall klappen, wo Banken Preise aushandeln, an denen sich Märkte orientieren – auch im Devisenhandel. Die US-Aufsicht CFTC, die britische FCA und jetzt auch die deutsche BaFin prüfen alle derartigen Prozesse.

Dass bei Gold etwas faul ist, hat Dimitri Speck nachgewiesen. Der Analytiker von Staedel Hanseatic hat aus Millionen Kursen ermittelt, dass der Preis seit 20 Jahren gehäuft scharf fällt, bevor in London gefixt wird (siehe Chart). Zu erwarten wäre zudem, dass die Handelsvolumina an der Comex erst anziehen, wenn das Ergebnis vorliegt, der Goldpreis tatsächlich gefixt ist. Andrew Caminschi und Richard Heaney aber haben das Gegenteil festgestellt, „eine Anhäufung von Handelsgeschäften unmittelbar nach Beginn des Fixings“, so die Professoren der Universität Perth.

All das lässt darauf schließen, dass Informationen von den fünf Banken schon vor dem Fixing durchsickern. Caminschi und Heaney haben zwischen 2007 und 2012 untersucht, wie genau die Goldderivate die Richtung des Fixings vorhersagen. Zwischen 14.59 und 15.00 Uhr stimmte die Richtung nur in 50 Prozent der Fälle mit dem meist gegen 15.10 Uhr veröffentlichten Fixing überein. Ab 15.01 Uhr kletterte die Erfolgsrate auf fast 70 Prozent und binnen weiterer fünf Minuten auf 80 Prozent.

Händler, die in diesen Preisfestsetzungsprozess involviert sind, haben Wissen, das für einen kurzen Zeitraum über den Kenntnissen anderer Personen liegt“, sagt Thorsten Polleit, Ökonom des Goldhändlers Degussa.

Bis 2012 arbeitete er für die britische Barclays. Die ist seit 2004 beim Goldfixing dabei, nachdem sich das letzte Gründungsmitglied Rothschild zurückgezogen hatte. Die anderen vier Gründerbanken wurden von Großbanken übernommen oder verkauften ihre Sitze. Heute fixen neben Barclays HSBC, Bank of Nova Scotia, Société Générale und Deutsche Bank.

Dass sich alle Banker dabei an hohe ethische Standards halten, daran sind seit den Libor-Manipulationen Zweifel angebracht. Wall-Street-Legende Henry Kaufman, bis 1988 bei Salomon Brothers, sieht die Ursache darin, dass Investmentbanken von Personen- zu Aktiengesellschaften wurden. Gesellschafter sind nicht mehr in das Tagesgeschäft eingebunden. Kaufmann: „Salopp gesagt stand immer mehr oder weniger deren Haut auf dem Spiel – sie waren unbegrenzt haftbar.“

Angestellte Manager gehen größere Risiken ein und tricksen eher. Geht etwas schief, dann müssen sie gehen, aber oft mit goldenem Handschlag.

http://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/insiderverdacht-auffaellige-geschaefte-mit-dem-goldpreis/9178866.html

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19.11.2013

Londoner Aufsicht überprüft Manipulationen im Gold-Markt

Die britische Finanzaufsicht hegt den Verdacht, dass der Goldpreis manipuliert worden ist. Sie hat erste Erkundungen gestartet. Beobachter haben in den vergangenen Monaten immer deutlicher geargwöhnt, dass es bei dem dramatischen Sturz des Goldpreises nicht mit rechten Dingen zugegangen sein könne.

Im Grunde kann es niemandem überraschen, dass die Londoner Finanz-Aufsicht FCA nun untersucht, ob der Goldpreis manipuliert wurde. Denn alle anderen wichtigen Indices wurden von den Banken schamlos manipuliert.

Der Goldpreis war im Herbst überraschend eingebrochen.

Niemand weiß, was wirklich dahinter steckt: Denn in Krisen-Situationen sollte der Goldpreis eigentlich steigen. Eine Umfrage der Deutschen Wirtschafts Nachrichten unter Goldhändlern ergab denn auch, dass die Nachfrage nach physischem Gold auch während des Preisverfalls ungebrochen hoch geblieben ist. In Indien gab es sogar Gold-Verbote, China kaufte dermaßen viel Gold, dass die Chinesen nun über erheblich aufgesteckte Goldreserven verfügen.

Der Goldpreis wurde über Gold-Derivate manipuliert. JPMorgan als einer der größten Gold-Verkäufer, hat gerade 13 Milliarden Dollar Strafe wegen Manipulationen ausgefasst.

Beobachter vermuten, dass der Goldpreis künstlich gedrückt wurde, um einzelnen Marktteilnehmern den Ankauf von Gold zu besseren Preisen zu ermöglichen. Es ist durchaus denkbar, dass mit dem Absturz ein Crash des Finanz-Systems vorbereitet werden sollte (mehr zu den mysteriösen Hintergründen – hier).

Die nun angekündigte Untersuchung könnte auch bewusst angesetzt sein – als Signal, dass der Goldpreis jetzt wieder steigen kann.

Wegen der mangelnden Transparenz in all den spekulativen Werten ist eine genaue Einordnung der Hintergründe nicht möglich.

Die FCA hat noch keine formelle Untersuchung eingeleitet. Die Behörde will bis Jahresende einen Bericht vorlegen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/11/19/londoner-aufsicht-ueberprueft-manipulationen-im-gold-markt/

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28.10.2013

US-Banken setzen noch stärker auf steigenden Goldpreis

Die Börsenaufsicht CFTC hat Kontrolldaten vom US-Terminmarkt nachgeliefert. Demnach haben die US-Banken Anfang Oktober ihre Short-Positionen auf Gold und Silber noch einmal reduziert.

Die Banken an der US-Warenterminbörse setzen weiter auf einen steigenden Goldpreis. Anfang Oktober hielten US-Banken und Nicht-US-Banken Netto-Long-Positionen in Form von Gold-Futures im Umfang von 24.638 Kontrakten. Übersetzt bedeutet dies, sie kauften netto 76,62 Tonnen Gold auf Termin.

Es ist der fünfte Monat in Folge, dass diese Händlergruppe an der COMEX bei Gold ein Übergewicht an Kaufverträgen besitzt, nachdem man über mindestens fünf Jahre hinweg kontinuierlich eine Netto-Short-Position bei Gold auswies.

Besonders dominant auf diesem Markt sind die US-Banken. Sie waren per 1. Oktober mit 58.007 Kontrakten auf der Long-Seite. Gegenüber dem Vormonat erhöhten sie ihre Netto-Long-Position noch einmal um 29,17 Prozent. Konkret: Sie stockten ihre Long-Positionen um 10.865 Kontrakte auf 80.375 Kontrakte auf. Die Short-Positionen gingen um 2.236 Kontrakte auf 22.368 Kontrakte zurück.

Die vier nicht namentlich genannten US-Geldhäuser repräsentierten dabei mit ihrer Netto-Long-Position 21,5 Prozent aller Gold-Futures an der COMEX (Open Interst).

Die US-Banken reduzierte Anfang Oktober auch ihre Short-Positionen bei Silber. Sie waren laut dem aktuellen Bank Participation Report netto mit 22.163 Silber-Futures auf der Short-Seite positioniert. Kurz: Die US-Banken besaßen per 1. Oktober 2013 unter dem Strich Verkaufsverträge über 3.4463 Tonnen Silber. Die Zahl lag 6,39 Prozent unter dem Wert des Vormonats. Aktuell liegt die Netto-Short-Position dieser Händler aber noch 54 Prozent über dem Rekordtief von Oktober 2011 (siehe Grafik).

Die US-Börsenaufsicht CFTC publiziert die Daten zur Bankenbeteiligung am Futures-Handel einmal im Monat mit etwa einer Woche Verzögerung. Aufgrund des Government Shutdowns in den USA blieben die Kontrollberichte zunächst unveröffentlicht. Die Zahlen wurden am vergangenen Freitag nachgereicht.

http://www.goldreporter.de/us-banken-setzen-noch-staerker-auf-steigenden-goldpreis/gold/37010/

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18.10.2013

Gold – auf 100 Käufer nur ein Verkäufer

Obwohl sich der Dollar immer mehr von einer Leit-Währung zu einer Leid-Währung entwickelt, trennen sich Großinvestoren von Goldfonds. Privatanleger lassen sich davon nicht verunsichern. Für sie bleibt das Edelmetall alternativlos.

Die US-Notenbank Fed druckt weiter Geld, der Leitzins bleibt noch ewig unten und die Regierung in Washington ist de facto bankrott. Das weiß jetzt auch die ganze Welt nach dem Trauerspiel um die Anhebung der Schuldengrenze und sie wird daran schon bald wieder erinnert. Folgerichtig hat die chinesische Ratingagentur Dagong gestern die Bonität der USA abgestuft. Der Dollar wird sich somit wohl weiter von einer Leit-Währung in eine Leid-Währung verwandeln.

Da erstaunt es, dass sich Großinvestoren immer noch von börsennotierten Goldfonds trennen, die mit Standardbarren à 400 Unzen besichert sind. Allein gestern flossen 370 Barren aus den vom Börsendienst Bloomberg erfassten Gold-ETFs ab. Seit Monatsbeginn summieren sich die Abflüsse auf über 2.650 Barren oder gut eine Million Unzen.

Ein ganz anderes Bild vom Goldmarkt vermittelt dagegen der Markt für Anlagemünzen. Die weltweit am meisten verbreitete Anlagemünze, das mehr als 50 Millionen Mal geprägte Ein-Unzen-Stück des südafrikanischen Krügerrand, ist in verschiedenen Jahrgängen nahezu komplett ausverkauft. Die Rand Refinery konzentriert sich seit Monaten ausschließlich auf die Produktion des 1-Unzen-Krügerrand des aktuellen Jahrgangs. Kleinere Stückelungen werden wegen der hohen Auslastung der Kapazitäten derzeit nicht geprägt. Lieferengpässe bei Goldmünzen bestehen nicht nur am Kap, sondern auch in Down Under. Die australische Perth Mint produziert wegen der starken Nachfrage an Werktagen derzeit rund um die Uhr und fährt an Wochenenden Doppelschichten. Ähnliches Bild in Nordamerika: Die US Mint hat bereits seit Monaten mit Lieferproblemem zu kämpfen. Es kann bis zu vier Wochen dauern, bis der American Eagle in Gold und Silber bei den Kunden einfliegt. Die Royal Canadian Mint ist dazu übergegangen, Lieferungen auf eine gewisse Stückzahl pro Woche und Kunde zu limitieren, um der starken Nachfrage nach Maple Leaf gerecht zu werden.

Die Aussichten für physisches Gold könnten aktuell nicht besser stehen – der Privatanleger hält seine Position, es fließen keine zirkulierten Münzen mehr in den Markt, die Aufgelder erhöhen sich und in den Medien wird wenig über Gold berichtet“, sagt Daniel Marburger vom Jewellers Trade Services in London. Das Edelmetallhandelshaus vertreibt über die Onlineplattform CoinInvestDirect.com Anlageprodukte aus Gold und Silber europaweit auch an Privatanleger. Derzeit käme auf 100 Käufer nur ein Verkäufer, berichtet Marburger.

http://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/alternativloses-edelmetall-gold-auf-100-kaeufer-nur-ein-verkaeufer/8953930.html

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16.10.2013

China greift zu beim Räumungsverkauf von Gold

Analysen zu Chinas riesigem Hunger auf Gold gibt es derzeit wie Sand am Meer. Eine am Montag auf GoldCore veröffentlichte Grafik ist allerdings besonders aufschlussreich, da sie die Nachfrage der beiden starken Jahre 2013 und 2012 miteinander vergleicht. So habe China in diesem Jahr bis Ende August bereits 994 Tonnen Gold durch Hongkong importiert, gegenüber 511 Tonnen im Vorjahreszeitraum. Ein Artikel auf SaveHaven.com weist darauf hin, dass dies noch nicht einmal die Produktion von Chinas inländischen Minen beinhalte (das seien mehr oder weniger 300 Tonnen, die komplett im Land verbleiben würden) sowie all das Gold, das durch verschiedene andere Kanäle seinen Weg ins Land finden könne. Gehe man nun für den Rest des Jahres von einem monatlichen Import von durchschnittlich 100 Tonnen aus, zuzüglich der heimischen Goldproduktion, so hätte China mindestens 1.700 Tonnen innerhalb eines Jahres angehäuft.

Zum Vergleich: Deutschland gibt an, etwas mehr als 3.000 Tonnen an Goldreserven zu besitzen – der Großteil davon wird in den USA gelagert und sei, so heißt es im Artikel weiter, wahrscheinlich bereits verliehen und durch die Finanzanlage des sogenannten „Gold Lease“ ersetzt worden, was in etwa so wertvoll wie die Solvenz der großen US-amerikanischen Geschäftsbanken sei. In gerade einmal einem Jahr hat China demnach eine Menge an Gold angehäuft, die mehr als der Hälfte der Reserven einer der westlichen Finanz- und Industriemächte entspricht.

Der Grund hierfür könnte schlicht und ergreifend sein, dass China in etwas investiert habe, von dem das Land einen Anstieg erwarte. Oder aber, und dies sei nicht nur interessanter, sondern auch wahrscheinlicher, China könne planen, seine Währung mit Gold zu decken und den Dollar aus dem Rennen zu drängen. Einen Hinweis darauf habe ein Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der chinesischen Zentralbank gegeben, als er Anfang 2013 ein neues Bretton-Woods-System forderte. Dabei handelte es sich um das festgesetzte Wechselkurssystem nach dem zweiten Weltkrieg, bei dem eine Währung – der Dollar – in Gold umgewandelt werden konnte, während andere Währungen an den Dollar gebunden waren. Ein neues, ähnlich aufgebautes Geldsystem, geschaffen zu einem Zeitpunkt, da China die einzige goldgedeckte Währung der Welt habe, würde wahrscheinlich den Yuan als Zentrum haben. Erst kürzlich habe zudem Chinas offizielle Presseagentur Xinhua einen Artikel veröffentlicht, indem eine „ent-amerikanisierte Welt“ gefordert werde, einschließlich einer neuen Leitwährung.

In dem Artikel auf SafeHaven heißt es weiter, dass der Rest der Welt genervt sei, von Amerikas Missbrauch der Weltleitwährung als Kreditkarte ohne Limit, insbesondere vom Aufbau eines globalen Überwachungsstaates mit diesem kostenlosen Geld. Es sei daher nicht verwunderlich, dass immer mehr Menschen ein anderes System vorziehen würden. Und angesichts der Geschwindigkeit, mit der das Gold von Westen nach Osten wandere, würde es womöglich nicht mehr lange dauern, ehe letztere in der Lage wäre, dies zu ermöglichen.

Dann würden die USA beginnen müssen, nicht mehr über ihre Verhältnisse zu leben. Die Differenz zwischen den Steuereinnahmen und den aktuellen Ausgaben und künftigen Verpflichtungen betrüge, wenn man realistisch rechnen würde, laut dem Artikel etwa 6 Bio. $ jährlich, wa in etwa einem Drittel des BIP der USA entspricht. Die nötigen Einsparungsmaßnahmen könnten zu einer ähnlichen Situation wie in Griechenland führen, jedoch mit dem Unterschied, dass die USA immer noch eine Druckerpresse besitzen würden. Große Veränderungen stehen bevor…

http://www.goldseiten.de/artikel/185347–China-greift-zu-beim-Raeumungsverkauf-von-Gold.html

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12.10.2013

Goldpreis-Crash am Freitag: Wieder ein großer Verkaufsauftrag

Am gestrigen Freitag war ein großer Verkaufsauftrag am US-Terminmarkt einmal mehr Auslöser eines plötzlichen Kursrutsches bei Gold. Und erneut wurde der Handel kurzzeitig ausgesetzt.

Der Goldpreis notierte am gestrigen Freitag kurz vor Eröffnung des US-Terminmarktes bei Kursen um 1.285 US-Dollar. Dann kam das, was Goldinteressenten in den vergangenen Monaten so häufig erlebt haben. Von einer Minute auf die andere brach der Kurs ein. Gold verlor innerhalb von nur 2 Minuten 25 Dollar oder 1,5 Prozent.

Wie sich nach US-Börsenschluss herausstellte, war der Kursrückgang zum wiederholten Mal auf eine große Verkaufsorder zurückzuführen. Wie bereits am 2. Oktober führte dies zu einer kurzzeitigen automatischen Aussetzung des Handels an der COMEX.

Es sieht so aus, als wäre ein Auftrag über den Verkauf von 5.000 Gold-Futures-Kontrakte im Markt gewesen”, erklärt ein Händler gegenüber CNBC. 2.700 Kontrakte seien ausgeführt wurden, woraufhin der Handel für 10 Sekunden gestoppt worden sei. Als sich daraufhin wieder genügend Handelsvolumen aufgebaut habe, seien dann die restlichen 2.300 Kontrakte ausgeführt worden.

5.000 Gold-Futures-Kontrakte entsprechen einer implizierten Menge von 15,55 Tonnen Gold. Um einen solchen Vertrag an der COMEX abzuschließen, muss der Verkäufer 44 Millionen US-Dollar an Sicherheitsleistung (Margin) hinterlegen!

Der Börsenbetreiber CME Group bestätigte den kurzzeitigen Handelsstop. “Fünftausend Kontrakte ist riesig. Wir wissen nicht, ob es ein Versehen war oder nicht”, erklärt der Vertreter eines anderen Brokerhauses laut CNBC. Die Auswirkungen seien so groß gewesen, dass es andere Rohstoffwerte wie Silber und Öl im Anschluss mit nach unten gezogen hätte.

Im späteren Handelsverlauf erholten sich der Edelmetallpreise wieder leicht.  Gold schloss am Spotmarkt bei rund 1.273 Dollar (939 Euro). Silber ging mit 21,34 Dollar (15,74 Euro) ins Wochenende.

http://www.goldreporter.de/goldpreis-crash-am-freitag-wieder-ein-grosser-verkaufsauftrag/gold/36703/

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04.10.2013

Commerzbank-Experte: „Gold ist übertrieben billig“

Im Interview mit Finanzen100 erklärt Eugen Weinberg von der Commerzbank, warum Gold zuletzt so gefallen ist. Auf lange Sicht ist der Analyst für das Edelmetall weiter bullish, und er rechnet für 2014 wieder mit steigenden Kursen.

F100:
Herr Weinberg, selbst die Ankündigung von Fed-Chef Ben Bernanke, das Anleihenkaufprogramm erst einmal nicht zurückzuführen und damit die ultra lockere Geldpolitik fortzusetzen, hat nur für einen kurzen Kurssprung bei Gold gesorgt. Inzwischen ist ein Großteil der Kursgewinne aber wieder weg. Wenn selbst diese Nachricht den Goldpreis nicht nachhaltig nach oben treiben, was dann?

Eugen Weinberg:
Ich glaube nicht, dass es an den Nachrichten liegt, denn diese Nachricht ist nicht die einzige Nachricht aus der jüngsten Zeit, die den Goldpreis eigentlich unterstützen sollte. Auch die Lahmlegung der US-Regierung im Zusammenhang mit dem Fiskalstreit sollte eigentlich den Goldpreis auf die Beine helfen. Vor zwei Jahren, als es zum letzten Mal zum Streit zwischen den Demokraten und Republikanern um den Haushalt und vor allem um die Anhebung der Schuldengrenze gekommen war, ist der Goldpreis auf ein Allzeithoch gestiegen. Diesmal lässt selbst der Fiskalstreit den Goldpreis kalt. Ganz im Gegenteil, der Goldpreis fällt sogar.

F100:
Wo sehen sie die Gründe für die schwache Kursentwicklung bei Gold?

Eugen Weinberg:
Man kann solche auf den ersten Blick unlogischen Bewegungen am Markt häufig erst im Nachhinein erklären. Das Problem dürften vor allem die spekulativen Investoren sein. Sie verabschieden sich weiter aus Gold, weil sie sehen, dass die Risiken in der Wirtschaft kleiner geworden sind. Und der Fiskalstreit dürfte auch bald gelöst werden. Zudem besteht weiterhin die Möglichkeit, dass die Fed im Laufe des Jahres beginnen wird, sich aus dem Anleihenkaufprogramm zurückzuziehen. Der Goldmarkt legt derzeit die allermeisten Nachrichten negativ für den Goldpreis aus. Das ist untypisch für die vergangenen Jahre. Bevor der Goldpreis sein Allzeithoch erreicht hatte, wurde jede Nachricht positiv für den Goldpreis gewertet. Jetzt ist die Meinung genau ins Gegenteil umgeschlagen, und jede Nachricht wird negativ für den Goldpreis bewertet.

F100:
Das könnte fast schon eine Übertreibung sein, oder?

Eugen Weinberg:
Wir gehen davon aus, dass das tatsächlich eine Übertreibung nach unten darstellt und bei den Preisen um 1300 Dollar ein langfristiger Boden gefunden werden sollte. Allerdings nicht weil in dem Bereich die Grenzproduktionskosten der Goldförderer sind, sondern weil auf dem aktuellen Niveau die physische Nachfrage insbesondere aus dem asiatischen Raum so stark ist, dass die Preise eigentlich nicht weiter fallen sollten.

F100:
Worin sehen Sie weitere Gründe, dass der Goldpreis seit zwei Jahren so schwach ist?

Eugen Weinberg:
Neben den spekulativen Investoren belastet auch der Rückzug der ETF-Anleger den Goldmarkt. Sie haben früher den Goldpreis beflügelt, weil sie physisch gedeckte ETFs und ETCs gekauft hatten, was für eine starke physische Nachfrage gesorgt hat. Inzwischen haben sich die ETF-Anleger aber in großem Stil zurückgezogen. Seit Jahresbeginn haben sie mehr als 700 Tonnen Gold verkauft. Der dritte Grund ist die anscheinende Veränderung der Geldpolitik, vor allem aber die Entwicklung der Realverzinsung in den USA. Die Realzinsen waren noch vor wenigen Monaten negativ. Das Blatt hat sich nun aber gewendet, nun gibt es eine reale Rendite. Außerdem sind die Risiken insgesamt eher zurückgegangen und zudem haben sich die Alternativen zu Gold, wie Aktien hervorragend entwickelt. Die Karawane zieht deshalb weiter und man verabschiedet sich aus dem Goldmarkt mehr und mehr. Ich halte den Trend aber für nicht nachhaltig. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Anleger wieder zurück in den Goldmarkt kommen, sobald die Preise anziehen.

F100:
Erwarten Sie, dass Bernanke im Dezember mit der Reduzierung des Anleihenprogramms beginnen wird?

Eugen Weinberg:
Die Währungs- und USA-Experten unseres Hauses gehen davon aus, dass das tatsächlich der Fall sein wird. Meiner Meinung nach erhöht die Ernennung eines Nachfolgers für Bernanke, dessen Amtszeit im Januar 2014 endet, und auch der aktuelle Fiskalstreit allerdings die Wahrscheinlichkeit, dass es im Dezember nicht zu einer Reduktion kommen wird. Das bedeutet zwar nicht, dass sich die Fed niemals aus dem Programm zurückziehen wird. Sondern es kann sein, dass die Fed dem Markt einfach noch mehr Zeit gibt, sich auf die neue Situation einzustellen.

F100:
Mit welcher Entwicklung des Goldpreises rechnen Sie bis Ende 2013 und für 2014?

Eugen Weinberg:
Mit einer stabilen Entwicklung in diesem Jahr und mit einer steigenden Notierung im nächsten Jahr. Denn Gold als eine Versicherung gegen die Risiken wie eine höhere Inflation oder gegen Risiken am Finanzmarkt ist unterbewertet.

F100:
Der Dollar war in den letzten Monaten schwach. Das müsste doch eigentlich den Goldpreis stützen.

Eugen Weinberg:
Normalerweise schon. Das war in der Vergangenheit häufig der Fall. Da haben sich die Preise sehr häufig in gegenläufiger Richtung entwickelt, sprich wenn der Dollar fällt, steigt Gold. Derzeit ist das allerdings weniger der Fall, nicht zuletzt weil wir momentan einen Wettbewerb unter den Fußkranken haben, denn der Euro ist auch nicht gerade eine starke Währung. Ein fallender Dollar dürfte mittelfristig jedoch für steigende Goldpreise sorgen.

F100:
Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe für langfristig steigende Goldpreise?

Eugen Weinberg:
Der wichtigste Grund ist aus unserer Sicht die Abwertung der Papierwährungen. Diese käme dann, wenn die Zentralbanken sich nicht rechtzeitig aus der ultra lockeren Geldpolitik zurückziehen würden. Dann steigen langfristig die Inflationsrisiken und damit natürlich die Attraktivität von Gold. Wenn man Gold als eine Versicherung oder als „Quasi-Währung“ ansieht, sind viele Risiken in den aktuellen Preisen nicht berücksichtigt.

http://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/gold-ist-uebertrieben-billig_H1335366999_63799/

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27.09.2013

Kampfansage an USA: China rüstet im Wirtschaftskrieg mit tonnenweise Gold auf

China fordert die USA heraus. Ein wichtiger Teil von Pekings Strategie: den Dollar als Leitwährung schwächen. Das Unternehmen läuft bereits. Am Ende könnte ein neuer chinesischer Goldstandard stehen.

China ist auf dem Weg zur Weltmacht. Nach OECD-Schätzungen wird es die USA 2016 wirtschaftlich überholt haben. Wirtschaftliche Macht bedeutet immer auch politische Macht. Ähnlich wie im 20. Jahrhundert das British Empire seine Vormachtstellung an die Vereinigten Staaten abgeben musste, vollzieht sich im 21. Jahrhundert ein Machttransfer zugunsten Chinas. Ein signifikanter Hebel liegt dabei in der Ablösung des Dollars als Leitwährung durch den Yuan. Aus chinesischer Sicht ergibt sich eine historische Chance, die Welt von Morgen zu gestalten.

Bretton-Woods bezeichnet einen Stadtbezirk in dem Dorf Carroll im Bundesstaat New Hampshire. Aber der Name steht auch für eine Wegmarke der Vereinigten Staaten zur Weltmacht. Noch während des Zweiten Weltkriegs wurde eine internationale Währungsordnung geschaffen, die den Dollar als Leitwährung etabliert hat. Bekannt wurde diese Vereinbarung unter dem Namen Bretton-Woods-Abkommen. Der Dollar eroberte die Welt und ist bis heute das dominante Tauschmedium, insbesondere im Rohstoffhandel.

Schulden auf Rekordniveau

Selbst die Aufgabe der Golddeckung im Jahr 1971 hat den Status des Dollar nicht gefährdet. Der Greenback wandelte sich von der gedeckten Währung zu einer reinen Vertrauenswährung. Jeder US-Präsident trieb die Neuverschuldung nach oben und die Geldmenge vermehrte sich rasant. Der Höhepunkt war dann jedoch die jüngste Finanzkrise. Der amtierende US-Präsident, Barack Obama, hat mehr Schulden aufgenommen als seine 42 Vorgänger zusammen. Die Gesamtverschuldung der Vereinigten Staaten beträgt 16,7 Billionen US-Dollar.

Das „Heilmittel“ gegen diese ungeheuren Verbindlichkeiten ist ein alt bewährtes: Inflation. Es half bereits nach dem Zweiten Weltkrieg und soll auch gegen diesen Schuldenberg eingesetzt werden. Nur die Inflationsrate und die Dauer des Schuldenabtragens sind noch nicht bekannt. Die US-Notenbank ist dabei und wird alles tun, um dieses Ziel zu erreichen. In den anderen Industrienationen ist diese Vorgehensweise ebenfalls feststellbar.

China nutzt die Schwächen aus

Aber die Welt hat sich weitergedreht und 2013 ist nicht mehr 1944. Allen voran betrachtet China seine Zeit als gekommen und wird die Schwäche der amerikanischen Währung und Wirtschaft nutzen, um für sich den Platz an der Sonne einzufordern. Aber was wird China tun, um die eigenen Interessen durchzusetzen? Erste Hinweise können die bilateralen Handelsabkommen Chinas liefern. Sie werden zunehmend in Yuan abgeschlossen – der Dollar spielt hier keine Rolle mehr. Eine klare Kampfansage an den Greenback als internationale Handelswährung.

Ein anderer Hinweis: In der jüngsten Vergangenheit war in vielen Wirtschaftsmedien von einer Krise in den Schwellenländern zu lesen. Der Grund: Ankündigungen der Fed, die lockere Geldpolitik in der Zukunft leicht zu straffen. Als Reaktion darauf zogen Investoren ihr Geld aus den Schwellenländern ab. Die Auswirkungen waren massiv und selbst im philippinischen Hinterland noch zu spüren. Eben auch in jenen aufstrebenden Ländern zu denen China bereits seit Jahren intensive Handelsbeziehungen unterhält.

Wie sieht die neue Währungsordnung aus?

Es kann davon ausgegangen werden, dass spätestens nach den jüngsten Verwerfungen in diesen Ländern, die direkt mit der US-Geldpolitik zusammenhängen, die Frage nach dem Dollar als Leitwährung gestellt wird. Worauf dann auch die Frage nach dem „danach“ gestellt werden wird. Dies ist derzeit die globale, alles entscheidende Frage: Wie wird die neue internationale Währungsordnung ausschauen?

Eine nicht unwahrscheinliche Antwort darauf lautet: ein neuer chinesischer Goldstandard! Der Dollar oder unsere Währung der Euro sind reine Vertrauenswährungen – durch nichts gedeckt als durch den Glauben an Wirtschaftswachstum. In dem Moment, wo die bald größte Wirtschaftsnation der Welt ihre Währung mit Gold hinterlegt, wird ein beträchtlicher Teil der Weltgemeinschaft den Papierwährungen des Westens wegen der zunehmenden Entwertungsrisiken den Rücken zu kehren und auf diese neue Sicherheit umschwenken.

Der Dollar löste das Pfund ab, der Yuan wird auf den Dollar folgen

In einer recht ähnlichen Situation – jedoch mit weniger Beteiligten – war die Weltwirtschaft nach dem Ersten Weltkrieg. Damals war es das britische Pfund, das aufgrund der hohen Überschuldung des British Empire in den folgenden 20 Jahren durch den Dollar abgelöst wurde. In dieser Phase des Machttransfers vom Dollar auf den Yuan befinden wir uns bereits. Die Einführung eines chinesischen Goldstandards könnte am Ende dieses Prozesses stehen.

Für die USA ist diese Vorstellung ein Horrorszenario. Als Leitwährung und damit Haupthandelswährung ermöglicht der Dollar seit 1976 permanent, Leistungsbilanzdefizite zu finanzieren. Solange die Welt mit der Leitwährung bezahlt werden kann, welche man selbst druckt, entsteht Wohlstand in den USA ohne signifikante wirtschaftliche Aktivität. Darüber hinaus „wechseln“ Länder ihre durch den Handel erworbenen Dollars in der Regel in US-Schulden über den Kauf von Staatsanleihen und tragen zur Nachfrage nach Dollars mehrheitlich bei. Dies sind ihre Währungsreserven, die natürlich dominant in der Leitwährung angelegt werden. Dieses Privileg und die damit verbundene Wohlstandsmehrung und die Unterhaltung der Armee als Machtinstrument wären mit einem neuen chinesischen Goldstandard akut gefährdet.

Größter Goldproduzent der Welt

Allerdings wird die Einführung eines chinesischen Goldstandards nicht von heute auf morgen stattfinden. Einmal abgesehen davon, dass die chinesische Finanzinfrastruktur noch unterentwickelt ist, verfügt das Land noch nicht über die nötigen Goldreserven. Nach offizieller Lesart verfügte China 2009 über einen Bestand von 1054 Tonnen – im Vergleich zu den USA mit über 8000 Tonnen oder Deutschland mit 3395 Tonnen viel zu wenig. In den letzten Jahren dürfte das Land aber die Bestände aufgestockt haben. Worüber diese offizielle Statistik übrigens keine Auskunft gibt: China ist mittlerweile größter Goldproduzent der Erde.

Bald einen Vorrat von 10 000 Tonnen

Darüber hinaus wäre es ein Leichtes für das Land, ausländische Bestände über staatliche Investmentfonds aufzukaufen oder sich an ausländischen Goldunternehmen zu beteiligen. Es gibt bereits Schätzungen, dass China bis Ende dieser Dekade über rund 10 000 Tonnen Gold verfügt. Mit diesem Fundus ließe sich ein chinesischer Goldstandard einführen. Ein weiterer Grund für die dezente Anhäufung von Goldvorräten: China selbst ist mit rund zwei Billionen US-Dollar einer der Hauptgläubiger der USA. Aus chinesischer Sicht ist eine langsame und verdeckte Diversifizierung der Devisenreserven in Gold angebracht.

Im Fazit würde ein chinesischer Goldstandard das Währungsgefüge in der Welt vollständig verändern und die Dollar-Hegemonie beenden. China wäre unangefochten die wirtschaftliche und damit politische Macht. Im Zuge dessen wird es höchstwahrscheinlich zu einer drastischen Neubewertung des Goldpreises  kommen. Die Bewertung einzelner Volkswirtschaften wird auch von ihren Goldvorräten abhängig sein. In diesem Zusammenhang ist auch die Rückführung des Bundesbankgoldes zu sehen. Es handelt sich keinesfalls nur um eine verwaltungstechnische Lappalie. In Zukunft wird es nicht um die Höhe des Goldpreises gehen, sondern darum, wer es physisch besitzt.

http://www.focus.de/finanzen/news/gastkolumnen/rohmann/yuan-gegen-dollar-kampf-um-macht-china-zwingt-die-welt-in-einem-wettlauf-ums-gold_aid_1113667.html

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26.09.2013

Verdacht auf Insiderhandel am Goldmarkt

Die Zinsentscheidung der Fed hat die meisten Investoren überrascht – aber offenbar nicht alle. Innerhalb einer Millisekunde kommt es zu auffälligen Ausschlägen. Hat jemand geplaudert? Die Suche nach dem Maulwurf beginnt.

Die US-Aufsichtsbehörden nehmen den Handel von Gold-Terminkontrakten in New York und Chicago unter die Lupe. Dort kam es nach dem jüngsten Zinsentscheid des Offenmarktausschusses (FOMC) der Federal Reserve in Washington ungewöhnlich schnell zu Kursbewegungen.

Es ist im Kontext der Aufsicht gängige Praxis, sich solche Bewegungen anzuschauen“, erklärt Bart Chilton, ein Kommissar der Terminbörsenaufsicht Commodity Futures Trading Commission am Mittwoch in einer Mitteilung.

Die Federal Reserve hat nach Aussage eines Sprechers die Nachrichtenagenturen kontaktiert. Sie sollen ihre Prozesse bei der Veröffentlichung von Sperrfrist-Mitteilungen der US- Notenbank prüfen, sagt Fed-Sprecher David Skidmore.

Die Federal Reserve hatte am 18. September um 20.00 Uhr MESZ überraschend verkündet, ihre Anleihekäufe im Volumen von monatlich 85 Milliarden Dollar unverändert zu belassen. Der Handel mit Gold-Futures und börsengehandelten Gold-Fonds zog bereits innerhalb einer Millisekunde nach dem Beschluss an, berichtete das Unternehmen Nanex, das den Hochfrequenzhandel auswertet.

Die Kursausschläge seien ungewöhnlich rasch erfolgt, da die Übertragungszeit zwischen Washington und Chicago sieben Millisekunden betrage. Zwischen Washington und New York dauert der Datentransfer demnach zwei Millisekunden. Nanex folgert daraus, dass die Informationen in den beiden Finanzzentren bereits vor der 20-Uhr-Sperrfrist bekannt sein mussten.

Der überraschende Beschluss der US-Notenbank von vergangener Woche führte bei Aktien, Anleihen, Währungen und Rohstoffen zu starken Kursbewegungen. Der Goldpreis kletterte am 18. September auf 1362,01 Dollar je Unze, verglichen mit 1310,64 Dollar je Unze am Vortag. Der Standard & Poor’s 500 zog 1,2 Prozent an und erreichte mit 1725,52 Zählern ein Rekordhoch.

Es ist einfach unglaublich, was innerhalb der ersten zehn bis 20 Millisekunden passiert“, sagt Eric Scott Hunsader, Chief Executive von Nanex in Winnetka im US-Bundesstaat Illinois. „Das waren äußerst brisante Informationen.“

Die Fed gibt ihre marktbewegende Erklärung hinter verschlossenen Türen – in einem sogenannten „Lockup“ – in einem Presseraum des Finanzministeriums bekannt. Die Journalisten erhalten unter der Bedingung, die Sperrfrist bis 20 Uhr einzuhalten, den Erklärungstext zehn Minuten früher. Auch Bloomberg News nimmt an diesem Lockup teil.

Wir werden Nachgespräche mit den Nachrichtenorganisationen führen, um sicherzustellen, dass unsere Prozeduren auch verstanden werden“, kündigte Fed- Sprecher Skidmore an.

Das Verfahren für FOMC-Sperrfristen wurde im März geändert. Zuvor saßen die Journalisten in dem abgeschotteten Raum und durften ihre Schlagzeilen und Artikel erst dann senden, wenn der Klang einer Glocke ertönte. Es war damit unmöglich die Artikel bereits vor der Frist in ein Embargo-Fach zu stellen.

Seit März verpflichten sich die Journalisten im Lockup, die von den Fed-Mitarbeitern ausgehändigten Dokumente vor der Sperrfrist nicht der Öffentlichkeit zugänglich zu machen – also weder über ihre Medien zu verbreiten noch ins Internet zu stellen. In der Vereinbarung wird aber nicht darauf eingegangen, wo die Informationen im Vorfeld gespeichert werden dürfen.

Die vorbereiteten Schlagzeilen und Artikel könnten auf einem Remote-Server in den Handelszentren Chicago oder New York gelegen haben, was die Übertragungszeit minimieren würde, konstatiert Robert Stowsky, leitender Analyst bei Aite Group, einem Forschungsunternehmen in Boston, das Marktinfrastruktur und Hochfrequenzhandel analysiert.

In dem Fall hätten Kunden, die Hochfrequenz- und algorithmischen Handel nutzen, die Daten von den Nachrichtenagenturen umgehend aufgreifen können, führt Stowsky aus. Dies würde dann die raschen Kursbewegungen auslösen, denn die Computer seien bereits im Vorfeld programmiert worden und würden den Handel automatisch vornehmen.

Wenn die Informationen zuvor auf Servern in Chicago und New York gespeichert wurden und die Informationen dann ziemlich schnell an beiden Orten in ein Handelsalgorithmus-System gelangten, könnte das definitiv die fehlende Zeitspanne erklären“, meint Stowsky.

Die meisten dieser Maschinen sind mit den Börsensystemen zusammengelegt“, erklärt er weiter. „Unmittelbar ist nicht das richtige Wort, aber es kommt dem schon recht nahe.“

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/boerse-inside/us-behoerden-verdacht-auf-insiderhandel-am-goldmarkt/8853352.html

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26.09.2013

Starke physische Goldnachfrage könnte noch Jahrzehnte anhalten“

Der neue Vorsitzende des World Gold Council, Randall Oliphant, sieht in den privaten physischen Goldkäufen ein stabiles Fundament für dauerhaft hohe Goldnachfrage.

Investoren und Hedgefonds steigen in Märkte ein und aus, aber zu wissen, dass es eine realen Konsumenten für dieses Produkt gibt, stimmt mich sehr zuversichtlich“, erklärt Randall Oliphant, der neue Vorsitzende des World Gold Councils gegenüber Kitco News.

Die wachsende Mittelschicht in asiatischen Ländern – vor allem in Indien und Chin, die mittlerweile die Hälfte des weltweiten Goldmarktes repräsentieren – werde für eine anhaltende Goldnachfrage sorgen, so Oliphants Meinung. Er erwarte zudem, dass die Zentralbanken rund um den Globus weiter Gold horten, um ihre Währungsreserven zu diversifizieren. Im vergangenen Jahr hätten diese Institute in dieser Hinsicht einen neuen Rekord erzielt. „Ich denke, wir sind hier erst am Anfang“, so Oliphant.

Er betont auch den starken Anstieg der privaten physischen Goldnachfrage in den USA, auch wenn diese nicht so stark ausgeprägt sei wie in Asien. Die Verkaufszahlen von Anlagemünzen seien in die Vereinigten Staaten zuletzt enorm gewesen. „Es gibt eine Gruppe von Leuten in den USA, die das Gefühl haben, besser Gold im Portfolio zu haben und darauf kann man weiter aufbauen“, sagt der neue WGC-Chef.

Der Nachfragesprung nach dem Goldpreis im vergangenen April sieht er als Beginn eines neuen Trends, der noch Jahrzehnte anhalten könne.

http://www.goldreporter.de/starke-physische-goldnachfrage-koennte-noch-jahrzehnte-anhalten/gold/36397/

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18.09.2013

Offensichtliche Goldpreismanipulation geht weiter!

Wie in der Vorwoche berichtet, wird der Goldpreis seit Tagen immer um dieselbe Uhrzeit mit Attacken über die Terminbörse attackiert. Heute sahen wir die nächste Attacke und dies wieder punktgenau um 2:00 Uhr.

Normale Gründe für diese Goldpreisschwäche sind schwer zu finden. Nach den Inflationsdaten gestern (Inflation stieg um 0,10% im August ggü. Juli) pendelte Gold weiterhin über 1.310 USD. Die offizielle Inflationsrate lag bei 1,50% was aufgrund des Basiseffektes zu erwarten war (wir berichteten). Die Reaktion an den anderen Märkten war ebenfalls gemäßigt. Der US-Dollar erholte sich leicht nach dem starken Rutsch vom Vortag, die Aktienmärkte zeigten sich fester und die Renditen der 10 jährigen Anleihen notierten bei 2,85% auf Vortagesniveau.Die offiziell ausgewiesene Inflation von 1,50% gibt der FED zudem noch Spielraum, da die anvisierten 2,00% p.a. weit entfernt liegen. Wir müssen uns bewusst machen, dass die FED Inflation erzeugen muss und nicht gegen Inflation kämpft! Heute findet die Sitzung der US-Notenbank FED statt und die Ergebnisse werden um 20:00 Uhr erwartet. Somit bleibt einzig GOLDMAN SACHS zu nennen, die seit Tagen wieder aus allen Rohren gegen den Goldpreis schießen. Bis auf 1.050 USD soll Gold in 2014 laut den Analysen von GOLDMAN SACHS fallen. Dieses Spiel haben wir bereits im April und Juni erlebt. GOLDMAN SACHS empfahl Gold zum Verkauf und positionierte sich vorher entsprechend. Als Gold mehrere hundert Dollar wie von Geisterhand gefallen war, schwenkten die Analysten um und rieten wieder zum Kauf von Gold, natürlich nicht ohne sich vorher auf die Long-Seite gestellt zu haben! Eine Zusammenfassung finden Sie hier: Unsauberer Geschäfte von GOLDMAN SACHS. © Hannes Huster Quelle: Auszug aus dem Börsenbrief „Der Goldreport

http://www.goldseiten.de/artikel/182908–Offensichtliche-Goldpreismanipulation-geht-weiter–.html

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17.09.2013

Gold-Repatriierung: Nach Venezuela und Deutschland entsteht auch in Polen und Finnland Druck für die Heimholung der nationalen Goldschätze

Besser daheim als in der Fremde

Die von Deutschland geplante Heimholung eines kleinen Teils des in New York lagernden Goldes – genau betrachtet eine Feigenblatt-Aktion, wenn man den Anteil und den dafür langen Zeitraum betrachtet (nur 300 Tonnen oder 9% des Gesamtbestandes bis 2020; http://www.foonds.com/article/27… ) -, läßt nun auch in anderen Ländern Bewegungen entstehen, die sich für eine Repatriierung der Goldschätze einsetzen. Nach Polen, wo vor wenigen Wochen eine Initiative zur Heimholung der rund 103 Tonnen Gold in London startete (http://www.gata.org/node/12967 ), ist nun auch in Finnland eine derartige Initiative gegründet worden (http://www.gata.org/node/13013 ). Denn auch die finnischen 49 Tonnen Gold lagern zu großem Teil bei der Bank of England. Im Vergleich zu Österreichs Goldreserven von 280 Tonnen, sind die finnischen und polnischen Goldreserven allerdings gering. Als erstes Land in jüngster Zeit hatte Venezuela unter Hugo Chavez seine Goldreserven heimgeholt. Das Land besitzt 368 Tonnen Gold. Frankreich hatte seine US-Goldbestände bereits unter General De Gaulle Ende der 60er Jahre per Kriegsschiff aus den USA abholen lassen.

Die Repatriierung von Gold gilt quasi als feindlicher Akt, sodass den meisten Regierungen der Mut fehlt, dies zu veranlassen. Dies nährt immer wieder Gerüchte, dass das Gold gar nicht mehr vorhanden bzw. uneinbringlich oder mehrfach verliehen sei.

http://www.boerse-express.com/pagesfoonds/28017

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17.09.2013

20 Zentralbanken erhöhten seit Januar ihre Goldreserven

Zentralbanken haben in den ersten sieben Monaten des Jahres netto 216,8 Tonnen zusätzliches Gold angehäuft. Am stärksten wuchsen die Goldreserven der Türkei. Die Goldreserven der Türkei sind in diesem Jahr bereits um 104,4 Tonnen Gold angestiegen. Das Land ist damit im Zeitraum zwischen Januar bis Juli die Nummer 1 unter den größten staatlichen Goldhortern. Insgesamt zwanzig Länder haben 2013 bislang ihre Goldreserven aufgestockt. Netto wuchsen die staatlichen Goldbestände laut den aktuellen Angaben des World Gold Council (WGC) um 216,8 Tonnen. Nach der Türkei bauten Russland und Südkorea ihre Goldbestände am stärksten aus. Die Tabelle links zeigt alle Zentralbanken, die in diesem Jahr Veränderungen ihrer Goldreserven gemeldet haben (Netto-Zahlen; Quelle: World Gold Council).

http://www.goldreporter.de/20-zentralbanken-erhoehten-seit-januar-ihre-goldreserven/gold/36210/

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13.09.2013

Geheime Goldimporte zum Wohle des Finanzplatzes

Die Schweiz ist das Zentrum des weltweiten Goldhandels. Genaue Daten zur Herkunft des Edelmetalls sind jedoch nicht erhältlich. Das hat verschiedene Gründe.

Die Schweiz ist die bedeutendste Golddrehhandelsscheibe der Welt. Seit knapp 33 Jahren wird jedoch die Herkunft des Edelmetalls verschleiert, das hier zu Barren, Münzen oder Ausgangsprodukten für die Uhren- und Elektronikindustrie raffiniert wird. Warum eigentlich? Eine klare Antwort auf diese Frage ist nicht leicht zu erhalten, denn die schieren Ausmasse des Geschäfts verleiten zu Verschwiegenheit. Im ersten Halbjahr 2013 wurden laut dem Branchenverband World Gold Council auf der gesamten Welt rund 1400 Tonnen Minengold gefördert. Zusammen mit dem rezyklierten Altgold belief sich das weltweite Angebot auf etwa 2050 Tonnen. Physisch in die Schweiz eingeführt wurden in dieser Zeitspanne 1600 Tonnen des Edelmetalls, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) ausweist. Gemessen am aktuellen Goldpreis von rund 40’000 Franken pro Kilogramm entspricht dies einem Wert von 64 Milliarden Franken. Ausgeführt wurden zwischen Januar und Juni 1500 Tonnen. 75 bis 80 Prozent des weltweiten Goldhandels liefen also über die Schweiz. Dabei ist über Zollfreilager verschobenes Gold noch nicht eingerechnet, da dieses in der Zollstatistik nicht erfasst wird. Auch Angaben zur Herkunft des Goldes sucht man dort vergeblich. Seit Anfang 1981 gibt die EZV nach damaligem Entscheid des Finanzministeriums nur noch alle drei Monate über die gesamthaften Mengen von ein- und ausgeführtem Gold Auskunft, nicht aber über die einzelnen Ursprungs- und Bestimmungsländer. Umso mehr bleibt damit im Dunkeln, unter welchen Bedingungen das Edelmetall gefördert wird. Interessen des Finanzplatzes über die der Öffentlichkeit gestellt Die EZV begründet den Wechsel in der Statistikauslegung heute mit einer Kontroverse zwischen der Londoner Wirtschaftszeitung «Financial Times» (FT) und dem Finanzplatz Schweiz. Der Streit habe sich «im Lichte der damaligen Turbulenzen am Goldmarkt entfacht», erklärt die EZV auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «Bei der Entscheidungsfindung hat der Bundesrat die Interessenwahrung der Schweizer Banken – und damit jene des Finanzplatzes Schweiz – höher eingestuft als die in der Verordnung über den Aussenhandel stipulierte allgemeine Informationspflicht der Öffentlichkeit», schreibt die EZV. Anderen Medienberichten aus jener Zeit ist zu entnehmen, dass die FT die Statistik nach Ansicht der Schweizer Grossbanken falsch interpretiert hatte. Die FT hatte Schlüsse gezogen, die wichtige Goldexporteure wie die Sowjetunion als damals zweitgrösstem (heute liegt Russland auf Platz 4) und Südafrika als weltgrösstem Produzenten (heute Rang 5) verärgerte. Grossbanken befürchteten Kundenexodus nach London Exponenten der Schweizerischen Kreditanstalt SKA (heute Credit Suisse) sowie des Bankvereins und der Schweizerischen Bankgesellschaft SBG (fusionierten 1998 zur UBS) befürchteten ein Abwandern von Kunden nach London, dem damals nach Zürich bedeutendsten physischen Goldumschlagsplatz der Welt. Die Zwinglistadt hatte der britischen Finanzmetropole 1968 den Rang abgelaufen, als die drei Grossbanken den Zürcher Goldpool gründeten. Über dieses Einkaufskartell wurde zeitweise mehr als die Hälfte der südafrikanischen Goldproduktion abgewickelt, wie das Nationale Forschungsprogramm 42+ zur Untersuchung der Beziehungen zwischen der Schweiz und Südafrika von 1945-1990 im Jahr 2005 befand. Handel mit Apartheid-Südafrika verschleiern Für SP-Nationalrat Cédric Wermuth sind die damaligen Beweggründe des Bundesrates offensichtlich: «Es ging darum, den Goldhandel mit dem apartheidregierten Südafrika zu verschleiern», sagt er. Den aktuellen Bundesrat hat Wermuth im Juni 2012 mit einem Vorstoss dazu gebracht, eine interdepartementale Arbeitsgruppe einzusetzen, um sich mit einer neuerlichen Aufschlüsselung der Goldstatistik zu befassen. Die Arbeitsgruppe aus Vertretern von EZV, Aussendepartement und der Staatssekretariate für Wirtschaft (Seco) und internationale Finanzfragen (SIF) hat ihre Vorschläge unterdessen in einem Bericht zusammengefasst. Wie die EZV erklärt, befindet sich dieser seit Anfang September bei den Bundesämtern zur Konsultation. Der Bundesrat werde das Geschäft dann am 6. November behandeln. Schweiz als Schlupfloch für Gold aus Konfliktregionen Müssten die Banken den Goldhandel wieder offener ausweisen, könnte ihnen ein lukrativer Geschäftszweig verloren gehen, sagt Wermuth. Er meint damit den Handel mit «Konfliktgold» – Gold aus Regionen, in denen bewaffnete Auseinandersetzungen herrschen wie etwa in Kolumbien, oder wo der Verkauf des Edelmetalls korrupte und im Fall von Südafrika zu Apartheidzeiten rassistische Regimes am Leben hält. Für dieses Konfliktgold sei die Schweiz seit 1981 zum internationalen Schlupfloch geworden. Freiwillige Standards für transparentere Abbaubedingungen in den Förderländern würden bis heute nicht greifen, erklärt Wermuth. Auch bezweifelt er, dass die Rohstoffkonzerne und Goldraffinerien wirklich mehr Transparenz schaffen wollen. CS und UBS schweigen «Mit einer Offenlegung der Goldstatistik hätten wir kein Problem – wir haben nichts zu verstecken», kontert Erhard Oberli die Kritik. Er ist Geschäftsführer von Argor Heraeus, einer der fünf grossen Goldraffinerien in der Schweiz. Die in Mendrisio TI ansässige Firma mit einer Verarbeitungskapazität von jährlich rund 400 Tonnen war von 1973 bis 1986 eine hundertprozentige Tochter der SBG. Die Gründe, die 1981 zur Änderung der Statistik geführt haben, ortet auch Oberli im Handel mit Südafrika. Für weitere Fragen verweist er an die Goldpool-Banken in Zürich – Credit Suisse und UBS. Beide wollen «als einzelne Institute» aber keine Auskunft geben und reichen die heisse Kartoffel an die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) weiter. Auch sie will sich nicht die Hände verbrennen und lehnt eine Stellungnahme zu den vergangenen Ereignissen ab. Was die Zukunft anbelangt, erklärt sie aber: «Einer neuerlichen Aufschlüsselung der Goldhandelsstatistik steht die SBVg grundsätzlich offen gegenüber.»

http://www.handelszeitung.ch/konjunktur/geheime-goldimporte-zum-wohle-des-finanzplatzes-496152

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13.09.2013

Goldpreis-Einbruch: Futures-Handel wurde kurzzeitig ausgesetzt

Der Goldpreis brach am gestrigen Donnerstag deutlich ein, nachdem kurzfristiges Verkaufssignal ausgelöst wurde. Die US-Börsenaufsicht meldete kurz vor Handelsstart in Europa eine ungewöhnliche Kursbewegung.

Am gestrigen Donnerstag gab der Goldkurs deutlich nach. Gegenüber Vortag büßte das Edelmetall 45 US-Dollar oder 3,2 Prozent ein. Der Goldpreis ging mit 1.321 US-Dollar (993 Euro) aus dem Spot-Handel (Deutsche-Bank-Indikation). Nach Eröffnung der Börsen in Europa und noch einmal beim Start des Parketthandels am US-Terminmarkt, hatte der Goldchart wichtige charttechnische Unterstützungen durchbrochen. Das löste eine Abverkaufswelle aus. Am Abend meldete die Terminmarktaufsicht CFTC, dass man den elektronischen Handel mit Dezember-Gold-Futures wegen einer ungewöhnlichen Marktbewegung gegen kurz vor 3 Uhr (New Yorker Zeit; 9 Uhr MESZ) kurzzeitig für rund 20 Sekunden ausgesetzt habe. Der Kurs für den Dezember-Kontrakt sei kurz vor dem “Trading Halt” innerhalb von nur zwei Sekunden um fast 12 Dollar gefallen, meldet Bloomberg auf Basis eigener Recherchen. Ein automatischer Mechanismus namens Stop Logic stoppt den Handel – auch an anderen Märkten – sobald sich auffällige Kursbewegungen ereignen, erklärte ein Sprecher der COMEX gegenüber dem Nachrichtendienst. Das könne mehrmals am Tag passieren. Das System sei eingerichtet worden, um exzessive Preisbewegungen zu verhindern.

http://www.goldreporter.de/goldpreis-einbruch-futures-handel-wurde-kurzzeitig-ausgesetzt/gold/36137/

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09.09.2013

Gold ist das bessere Geld

Nach dem Crash zeichnet sich beim Goldpreis die Trendwende ab. Der langfristige Bullenmarkt setzt sich fort. Als Vermögensschutz bleibt Gold unverzichtbar. Die wichtigsten Goldmärkte sind mittlerweile Indien und China.

Der drohende Flächenbrand im Nahen Osten und das allmählich wiederkehrende Investoreninteresse an den mit physischen Barren besicherten Goldfonds sowie Eindeckungen von Leerverkaufspositionen an der New Yorker Terminbörse Comex hievten den Goldpreis über die Marke von 1.400 Dollar pro Feinunze und damit auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten.

Die Bestände aller vom Börsendienst Bloomberg registrierten börsennotierten Goldfonds, die von ihrem Hoch am 20. Dezember 2012 bei 84,6 Millionen Unzen bis auf 62,595 Millionen Unzen am 8. August eingebrochen waren, sind zuletzt nicht mehr gefallen sondern leicht gestiegen um 160.000 Unzen auf aktuell 62,755 Millionen Unzen. Am 9. Juli entsprachen die von der US-Terminmarktaufsicht CFTC erfassten Leerverkaufspositionen nicht gewerblicher Marktteilnehmer, vulgo Spekulanten, an der New Yorker Terminbörse Comex einer Goldmenge von 14,4 Millionen Unzen. So viel Gold wurde von Spekulanten noch nie zuvor leer verkauft. Nur ist der Goldpreis seither nicht gefallen, sondern hat sich erholt, von seinem Jahrestief bei 1180,57 Dollar pro Unze um fast 20 Prozent auf aktuell 1411,80 Dollar. Der Preisanstieg zwingt Spekulanten jetzt, ihre Shortpositionen einzudecken. Dieser Prozess dürfte noch nicht vorbei sein. Denn noch immer entspricht die Anzahl der spekulativen Shortpositionen an der Comex einer Goldmenge von gut neun Millionen Unzen, dreimal so viel wie Ende 2012. Just zu diesem Zeitpunkt begann Goldman Sachs, den Goldboom für tot zu erklären. So gesehen hätten Goldanleger gewarnt sein müssen. Zwar war die Begründung dünn: Die Wirtschaft in den USA erhole sich schneller als erwartet, die Notenbank Fed werde ihre Anleihenkäufe deshalb beenden. Entsprechend sei ein steigender Realzins wahrscheinlich. Gold, das keine Zinsen bringt, werde unattraktiv. Goldman riet Kunden, Gold zu verkaufen und auf fallende Preise zu setzen. Goldman Sachs ist nicht die Volksbank Bautzen. Die Aussagen der Investmentbank wurden global gehört. Trotzdem war der Goldpreis-Crash keine Folge schwacher Nachfrage nach Barren oder Münzen. Auch die börsennotierten Goldfonds taugen nur bedingt als Erklärung. Beschleunigt hatte sich die Rückgabewelle Mitte Februar. Sie aber war die Folge einer zuvor am am Terminmarkt einsetzenden Preisschwäche, nicht Auslöser.

Abgesehen davon, dass die USA auch in Sachen Gold nicht mehr der Nabel der Welt sind – die wichtigsten Märkte sind Indien und China, wo die physischen Goldkäufe nach dem Preisrutsch sprunghaft in die Höhe schnellen – , steht nirgendwo in Stein gemeißelt, warum Gold bei steigenden Realzinsen unbedingt gemieden werden muss. Schließlich ist der Zins immer auch ein Maßstab für Bonität. Entsprechend signalisieren steigende Zinsen eine schwächere Bonität und ein höheres Ausfallrisiko von Schuldnern. Gold geht nie pleite. Spürbar anziehende Realzinsen signalisieren im aktuellen Umfeld zudem einen Kontrollverlust der Notenbanken über die Anleihenmärkte. Zentralbanken in den USA, Japan und Europa können es sich nicht erlauben, einen spürbaren Zinsanstieg zuzulassen, wenn sie keinen Zusammenbruch ihrer überschuldeten Volkswirtschaften riskieren wollen. Sie versuchen, die Marktzinsen zu drücken indem sie immer größere Mengen Anleihen aufkaufen. Hätten die Notenbanken ihr Ziel damit tatsächlich erreicht, und die Wirtschaft wäre kräftig angesprungen, dann wäre das Inflationsrisiko gestiegen. Das aber hätte eher zusätzliche Goldnachfrage ausgelöst.

Doch Nullzinspolitik und Anleihekäufe haben, wenn überhaupt, nur einen geringen Einfluss auf das reale Wirtschaftswachstum. Das räumte jüngst gar die Federal Reserve Bank of San Francisco ein. Eine späte Erkenntnis. Die US-Notenbank nahm in den vergangenen vier Jahren Staats- und Hypothekenpapiere in Höhe von 16 Prozent der amerikanischen Wirtschaftsleistung auf die eigene Bilanz. Zugleich wuchs die US-Wirtschaft seit dem Amtsantritt von Präsident Barack Obama im Januar 2009 real nur um 1,075 Prozent pro Jahr – von einem selbst tragenden Konjunkturaufschwung keine Spur. Nur die Reichen wurden noch reicher. Während sich das Bruttoinlandsprodukt der USA seit dem Börsentief im März 2009 absolut um etwa 2,3 Billionen Dollar erholt hat, legte der Marktwert der an US-Börsen notierten Unternehmen um rund 12,3 Billionen Dollar zu. Gleichzeitig türmte Obama immer mehr Schulden auf, allein in seiner ersten Amtszeit mehr als alle seine 42 Amtsvorgänger zusammen.

Auch in Japan scheitert gerade die im April gestartete Extremvariante von QE. Die Bank of Japan will Summen mobilisieren, die etwa 25 Prozent der japanischen Wirtschaftsleistung entsprechen. Erstes Zwischenergebnis: Das reale Wachstum im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal erreichte magere 0,6 Prozent. Die japanische Industrieproduktion ging im Juni gegenüber Mai gar um 3,3 Prozent zurück. Die deflatorischen Kräfte aus der Überschuldung sind offenbar stärker.

Nullzinsen und Quantitative Easing führen zu keinem realen Wirtschaftswachstum, erhöhen dafür aber die Instabilität des Wirtschafts- und Finanzsystems weiter. Die Blase am US-Aktienmarkt wirkt inzwischen gefährlicher als jene vor dem Ausbruch der Finanzkrise 2007/2008. Und die Jahrtausendblase am Anleihemarkt könnte bereits geplatzt zu sein. Die späte Einsicht der Fed kommt möglicherweise zu spät. Sie könnte im Zusammenhang stehen mit den gigantischen Verlusten, die ihrem Portfolio aus US-Staatsanleihen drohen. Scott Minerd, Chefanlagestratege des US-Vermögensmanagers Guggenheim Partners, beziffert die unrealisierten Verluste der Fed allein aus dem Renditeanstieg in den drei Monaten bis August auf 192 Milliarden Dollar. Ein weiterer Renditeanstieg gefährdete jetzt das Eigenkapital der Fed in Höhe von 54 Milliarden Dollar. Nur noch 1,5 Prozent Ihrer Bilanzsumme ist mit Eigenkapital unterlegt. Die EZB kommt auf etwa 3,7 Prozent, die Bank of Japan auf knapp zwei Prozent. Eine Notenbank mit de facto insolventer Bilanz läuft Gefahr, zum Spielball der Märkte zu verkommen. Die eigene Währung wäre in ständiger Gefahr, was die Gefahr weiter steigender Zinsen zusätzlich erhöhte. Schwindet das Vertrauen in eine Notenbank und ihre Währung, bleibt als Alternative fast nur Gold. Das lehrt die Geschichte. Die Geschichte zeigt auch, dass Gold schon immer abwanderte aus Regionen, in denen der Wohlstand abnimmt in solche, deren Wohlstand wächst. Viele Anleger fragen sich, wohin das viele Gold gewandert ist, das in den vergangenen Monaten aus den börsennotierten Goldfonds abgeflossen ist. Deren Bestände schmolzen seit Ende 2012 um 22 Millionen Unzen auf 62 Millionen Unzen zusammen. London ist das Zentrum des physischen Handels mit Goldbarren. Dort lagert auch das Gold der meisten Goldfonds in Form von Standardbarren à 400 Unzen (12,44 Kilo). Im ersten Halbjahr exportierte Großbritannien 25,6 Millionen Unzen in die Schweiz, fast neunmal so viel wie im gesamten Vorjahr. Da auf der Insel kein Gold gefördert wird, muss das Gold aus Londoner Tresoren gekommen sein. Einige Barren landeten in Schweizer Schließfächern, weil Investoren es dort besser vor staatlichem Zugriff geschützt wissen. Gold taucht schließlich in keinem Depotauszug mehr auf. Die Schweiz verfügt aber auch über die weltgrößten Raffineriekapazitäten für Gold. Und die waren schwer ausgelastet im ersten Halbjahr. Dort dürften sich viele der 12,44 Kilo schweren Barren aus London in kleinere Barren und Münzen verwandelt habe, für den Export nach Asien. So meldete Hongkong, wichtigster Umschlagplatz für Gold in Richtung Festlandchina, im ersten Halbjahr einen Anstieg der Importe aus der Schweiz um neun auf fast zwölf Millionen Unzen. Nach Indien dürfte die Schweiz etwa 3,2 Millionen Unzen mehr geliefert haben als vor einem Jahr.

Die Reiseroute des Goldes bestätigt die Geschichte. Insgesamt schnellte die Nachfrage in China im ersten Halbjahr gar um 54 Prozent auf 22,7 Millionen Unzen nach oben. In Indien, etwa gleichauf mit China der wichtigste Goldabsatzmarkt der Welt, hat zwar die Regierung zur Verbesserung der Leistungsbilanz die Importsteuern auf Gold mehrfach erhöht und zuletzt gar ein Importverbot für Münzen und Medaillen verhängt. Das aber bisher ohne spürbar dämpfenden Einfluss. Wegen der hohen Inflation von rund zehn Prozent bleibt Gold auf dem Subkontinent weiter begehrt. Statt über offizielle Kanäle kommt das Gold jetzt nur vermehrt illegal ins Land. Gold wurde zuletzt gar knapp für jene, die Gold, ohne es tatsächlich zu besitzen, leer verkauft hatten in der in der Hoffnung auf einen weiter fallenden Goldpreis und sich jetzt eindecken müssen. Für sofort verfügbare Ware mussten sie zwischenzeitlich gar Aufschläge gegenüber dem Preis für Lieferansprüche in ein paar Monaten zahlen. Besonders auffällig ist der Markt für Goldleihegeschäfte. Hier wird physisches Gold geliehen und verliehen. Große Goldbesitzer wie etwa Zentralbanken verleihen zinsloses Gold gegen Dollar. Weil sie Dollar verzinst anlegen können, zahlen sie dem Goldleiher einen Zins, die so genannte Gold Forward Offered Rate (GOFO). Normalerweise liegt dieser Zins über dem US-Leitzins, ist also positiv. Doch seit Anfang Mai ist die GOFO für kurze Laufzeiten negativ. Somit muss der Goldleiher dem Goldverleiher eine Prämie bezahlen. Physisches Gold wird offenbar dringend gesucht dem Dollar vorgezogen. Negativ war die GOFO zuletzt Anfang 2001 und im September 2008. 2001 gab diese Goldmarktanomalie den Startschuss für den aktuellen Goldbullenmarkt und 2008 das Signal für die Wiederaufnahme des Aufwärtstrends. Gleiches sollte jetzt wieder passieren. Wer nicht darauf setzen will und in der aktuellen Erholung sein Gold lieber abstoßen will, sollte auch auf die letzte große Hausse schauen. Zwischen 1974 und 1976 halbierte sich der Goldpreis. Anleger, die damals das Handtuch warfen, verpassten danach den besten Teil der Hausse. Denn anschließend kletterte der Goldpreis bis Januar 1980 um 700 Prozent. Auch jetzt könnte Gold also nur Schwung holen für einen Preisanstieg auf neue Rekordhöhen. Goldanleger sollten zudem nicht vergessen, dass die Bedeutung von Gold ohnehin weniger in seinem Preis liegt, als in seinem Besitz. Das zumindest wird die Zukunft gewiss zeigen.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/zertifikate/ratgeber-hintergrund/trendwende-gold-ist-das-bessere-geld/8726774.html

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17.08.2013

„QE“ und der Goldpreis

Seit Mai 2013 ist die Rendite der zehnjährigen amerikanischen Staatsanleihe von etwa 1,60 Prozent auf mittlerweile knapp 2,80 Prozent gestiegen. Steigende Zinsen sind ein starker Gegenwind für den Goldpreis. Die Goldnachfrage lässt tendenziell nach, wenn die Zinsen steigen, denn das Halten von Gold „verteuert“ sich: Dem Investoren entgehen Zinseinnahmen. Der jüngste Zinsanstieg hatte vor allem eine Ursache: Die amerikanische Zentralbank (Fed) hat angedeutet, sie wolle angesichts sich verbessender Wirtschaftsdaten ihr Anleihe-Aufkaufprogramm möglicherweise bereits schon im September des laufenden Jahres zurückfahren. Die Politik der Anleihekäufe wird als „quantitative easing“ oder kurz „QE“ bezeichnet.

Im Zuge der QE-Politik kauft die US-Zentralbank derzeit im Kapitalmarkt Anleihen in Höhe von 85 Mrd. USD pro Monat. Dadurch hebt sie zum einen die Anleihekurse künstlich an, senkt also die Anleihezinsen ab. Zum anderen führen die Anleihekäufe zu einer Ausweitung der (Basis-)Geldmenge, da die Zentralbank die Anleihekäufe mit neuem, sprichwörtlich „aus dem Nichts“ geschaffenem Geld bezahlt. Durch ihre unbegrenzte „Kaufmacht“ übt die US-Zentralbank einen ganz entscheidenden Einfluss auf die Zinsmärkte aus: Nicht nur die Renditen der Staatsanleihen werden durch die QE-Politik nach unten gedrückt, sondern auch die Renditen nahezu aller anderen Schuldtitel. Eine zentrale Frage, die viele Investoren und vor allem Edelmetallinvestoren derzeit umtreibt, lautet: Wird die Fed ihre Anleihekäufe tatsächlich zurückfahren oder gar einstellen?Wenn es gilt, diese Frage zu beantworten, bietet es sich an, die US-Geldmengenentwicklung seit Ausbruch der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise näher zu betrachten. Die nachstehende Grafik zeigt die Entwicklung der US-Geldmenge M2, dargestellt als Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Mrd. USD. Wie zu erkennen ist, nahm der Zuwachs von M2 in 2009 und 2010 ab. Das lag vor allem an der sich abschwächenden Bankkreditvergabe (die übrigens bereits 2008 begann nachzulassen). Denn es ist vor allem die Bankkreditvergabe, durch die die Geldmenge M2 ausgeweitet wird, und es ist ein Schrumpfen der Bankkredite, die einen Rückgang der Geldmenge M2 bewirkt.

Als Reaktion auf die Krise begann die Fed Ende 2008, den Banken Anleihen abzukaufen. Das Ergebnis war, dass die Basisgeldmenge in den Händen der Banken anstieg. Das Basis-Geldmengenausweiten erreichte die Geldbestände der Nichtbanken wie Unternehmen und private Haushalte jedoch nicht – und folglich ließ der Zuwachs der Geldmenge M2 nach. Dann jedoch, ab Beginn 2011, zeigte sich, dass die Basisgeldmenge und gleichzeitig auch der Zuwachs der Geldmenge M2 anstiegen.

Der Grund dafür dürfte sein, dass die Fed nun auch Anleihen kaufte, die bislang von Nichtbanken (wie Versicherungen, Pensionskassen, privaten Sparern etc.) gehalten wurden. Der Aufkauf dieser Anleihen hat dazu geführt, dass die Fed den Verkäufern den Verkaufspreis direkt auf deren Konten überwiesen hat, und diese Konten sind Bestandteil der Geldmenge M2. Mit anderen Worten: Die Anleiheaufkaufpolitik der Fed trug entscheidend dazu bei, dass die Zuwächse von M2 sich nicht weiter abgeschwächt haben.Schaut man auf die jüngste Entwicklung seit Mitte 2012, so zeigt sich, dass sich die Bankkreditvergabe wieder abgeschwächt hat und dass nur durch die Anleihekäufe der Fed ein Abschwächen der Geldmengenzunahme verhindert worden ist. Steigt die US-Zentralbank jetzt aus der Politik der Anleihekäufe aus, so würde das aller Voraussicht nach zu einer Abschwächung des M2-Zuwachses führen – und das wiederum dürfte eine Abschwächung der Konjunktur auslösen, etwas, das man bislang mit allen Mitteln zu „bekämpfen“ versuchte.Angesichts dieser Überlegungen erscheint daher ein unmittelbarer Ausstieg aus dem QE-Programm ökonomisch gar nicht praktikabel – entgegen den vielfachen Andeutungen der Fed-Repräsentanten. Das heißt natürlich nicht, dass der Zentralbankrat nicht doch bald eine Verkleinerung des Anleihekaufprogramms ausrufen könnte (vielleicht schon im September). Die obigen Überlegungen legen jedoch nahe, dass eine solche Politikumkehr wohl nur von kurzer Dauer sein würde, dass also die US-Zentralbank, angesichts der dadurch verursachten Konjunkturverlangsamung, vermutlich relativ rasch wieder zur QE-Politik zurückkehren würde, um die Zinsen „künstlich“ tief zu halten (in einer Bandbreite von, wie wir schätzen, 2,5 bis 3,0 Prozent).Für Investoren lassen sich daraus vor allem zwei Schlussfolgerungen ziehen: (1) Der Zinsanstieg mag sich zwar temporär noch etwas fortsetzen, aber eine Rückkehr der Zinsen zu „normalen Höhen“ ist nicht sehr wahrscheinlich. Sollte sich (2) die Erwartung auf den Finanzmärkten durchsetzen, dass es keine endgültige Abkehr von der QE-Politik geben wird – vor allem nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika -, könnte das dem Goldpreis mittelfristig wieder (deutlich) Auftrieb verleihen.Über den Einfluss der Zentralbankpolitiken auf den Goldpreis

Spätestens seit dem Ausbruch der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise ist ein recht enger Zusammenhang zwischen dem Bilanzvolumen der international wichtigen Zentralbanken und dem Goldpreis zu erkennen. Das sollte nicht überraschen, schließlich steht das Anschwellen der Zentralbankenbilanzen für das Ausweiten der Basisgeldmengen. Und die Basisgeldmengenausweitung kann als „Vorbote“ von weiteren Geldmengenausweitungen interpretiert werden, was früher oder später die Güterpreise in die Höhe treiben und die Kaufkraft des Geldes schmälerndürfte.Im Bestreben, sich gegen Kaufkraftverluste und die Folgen von Wirtschaftsstörungen zu versichern, stieg im Zuge der Krise die Nachfrage nach Gold stark an und trieb den Goldpreis in die Höhe. Seit 2011 ist der Zusammenhang von Goldpreis und Zentralbankbilanzvolumen jedoch nicht mehr erkennbar: Obwohl die Zentralbanken mit ihrer Geldmengenausweitung fortfahren, ist der Goldpreis gesunken. Vermutlich handelt es sich jedoch dabei um eine „vorübergehende Erscheinung“. Denn aktuell scheint die Einschätzung vorzuherrschen, die expansiven Geldpolitiken würden bald eingestellt – eine Einschätzung, die sich angesichts der aufgelaufenen Finanz- und Wirtschaftsprobleme in allen großen Währungsräumen als sehr optimistisch erweisen könnte.Die Wahrscheinlichkeit, dass man sich von den expansiven Geldpolitiken abkehren wird, dürfte in der Tat leider nicht allzu groß sein.  © Prof. Dr. Thorsten Polleit Auszug aus dem Marktreport der Degussa Goldhandel GmbH

http://goldseiten.de/artikel/180133–QE-und-der-Goldpreis.html

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16.08.2013

„…falls die EU untergehen sollte“

Derzeit werden alte Militärbunker der Schweizer Armee in Tresorräume für Edelmetalle umgewandelt, um der Nachfrage nach sicheren Lagerorten gerecht zu werden. Die Anzahl der Superreichen die sich vor einem Systemcrash fürchten, steigt laufend.

Im Zuge der schweren Rezession, aus der sich die Länder der Eurozone gerade erst befreien, haben sich Schweizer Tresore als besonders beliebt zur Einlagerung von Edelmetallen in Form von Barren oder Münzen erwiesen. Rene Buchwalder erinnert sich an die bislang einträglichste Woche des Jahres im März. Wenige Tage zuvor hatte die zypriotische Regierung eine Vermögensabgabe auf Bankguthaben über 100.000 Euro beschlossen, um das eigene Bankensystem zu retten. Bei Buchwalder und seinem Gold- und Silberhandel „Pro Aurum“ in einem kleinen Ort am Zürichsee boomte das Geschäft. „Dieser Goldbarren ist einer unserer Bestseller“, sagt der ehemalige UBS-AG-Banker im Tresorraum seines Unternehmens, greift in einen silbergrauen Safe und bringt eine Art Goldtafel mit 100 Gramm Gewicht ans Licht. „Das Stück kann in individuelle Teile gebrochen werden und dann als Geldersatz benutzt werden“, sagt er, „etwa, falls die Europäische Union untergehen sollte“. Goldkorrektur Um mehr als 20 Prozent hat der Goldpreis seit Beginn des Jahres eingebüßt, aber echte Goldfreunde bleiben in vielen Fällen dabei. Auf Sicht von fünf Jahren ergibt sich auf dem derzeitigen Niveau der Feinunze Gold von 1338 Dollar aber immer noch eine Steigerung von 65 Prozent. Gold wird als wesentlich risikoärmer angesehen als etwa Staatsanleihen oder Aktien, bei denen immer das Ausfallrisiko besteht. „Die Superreichen sind sehr abhängig vom Zustand des globalen Finanzsystems“ erklärt Rohstoffstratege Ole Hansen von der Saxo Bank A/S in Kopenhagen. „Wer aber einen Teil seiner Investments aus dem System herausnimmt, indem er es in einen Safe legt, der kann seine Risikoausrichtung reduzieren“, sagte er. Bei „Pro Aurum“ sorgen Bewegungsmelder und Vibrationssensoren für ein gemindertes Risiko. Beheimatet ist das Unternehmen in der früheren Filiale der Zürcher Kantonalbank in Kilchberg, einem am Seeufer gelegenen Vorort von Zürich. Hier hängen Kameras von der Decke. Sie beobachten die Angestellten bei der Auftragsbearbeitung. Zur Verfügung stehen den Kunden hier 700 Schließfächer zur sicheren Lagerung von Wertgegenständen. Überdies kann man hier Gold im Wert bis zu 100.000 Franken in bar auch ohne Papiere kaufen. Rund die Hälfte der Kunden von Buchwalder sind Schweizer, und die Mehrzahl der ausländischen Kunden kommt aus Europa. „Pro Aurum“ mit Niederlassungen in Österreich und Deutschland sowie in Hongkong handelt Gold im Wert von mehr als einer Mrd. Franken im Jahr, wie Buchwalder sagt. Vom Tresorraum in Kilchberg kann das gesamte Geschäft samt Onlinehandel bestritten werden. Gold sei das ultimative Werterhaltungsmedium und werde es bleiben, sagt Buchwalder: „Seit der Lehmann-Pleite und der Staatshilfe an die UBS sind die Anleger wesentlich vorsichtiger geworden.“ Und sie gehen dafür nicht selten direkt in die Alpen. Derzeit werden nach Auskunft Buchwalder alte Militärbunker der Schweizer Armee in Tresorräume umgewandelt, um einer wachsenden Nachfrage nach sicheren Lagerorten gerecht zu werden. Beim Unternehmen Swissdatasafe aus Amsteg können Wertgegenstände und auch Kunstwerke in sicheren Orten in den Alpen verstaut werden. Schweiz bleibt DER sichere Hafen Der Nimbus der Schweiz trägt offenbar zum Sicherheitsgefühl der Anleger bei. „Die Schweiz ist ein neutrales Land und war es immer“, sagt Allan Finn vom Edelmetalllogistiker Malca Amit. In den letzten neun Monaten habe die Goldeinlagerung in der Schweiz und in Singapur jeweils zugenommen, sagt er. Bei Gold handele es sich um einen „sicheren Hafen“, der unabhängig sei von politischen Umständen. Kunden aus den USA müssen sich allerdings ab Anfang nächsten Jahres nach anderen Depots für ihre Goldbestände umsehen: bei Pro Aurum sind sie dann nicht mehr erwünscht. Denn die USA stellen in ihrem Feldzug gegen das Schweizer Bankgeheimnis an Goldhändler dieselben Anforderungen wie an Banken. Die Erfüllung dieser Forderungen rechnet sich für Buchwalder offensichtlich nicht.

http://www.format.at/articles/1333/938/364319/falls-eu

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15.08.2013

Trotz Krise: Goldschmuck boomt in Deutschland

Im zweiten Quartal wurden weltweit 53 Prozent mehr Goldschmuck, Goldmünzen und Goldbarren gekauft als ein Jahr zuvor. Vor allem Chinesen und Inder, doch auch die Deutschen nutzten die niedrigen Preise.

Aufgrund des Preisrückgangs seit April ist die Nachfrage nach physischem Gold weltweit angestiegen. Vor allem die Konsumenten in Asien haben massiv zugegriffen. Im zweiten Quartal lag die Nachfrage nach Goldschmuck bei 576 Tonnen nach 421 Tonnen ein Jahr zuvor, berichtet der World Gold Council. Das ist ein Anstieg um 37 Prozent. In China und Indien, den größten Märkten für Goldschmuck, lagen die Zuwachsraten sogar über 50 Prozent. Die Investitionen in Barren und Münzen stiegen weltweit um 78 Prozent und lagen erstmals oberhalb von 500 Tonnen in nur einem Quartal. In China und Indien lagen die Zuwächse bei 157 Prozent beziehungsweise 116 Prozent. Auch die Erhöhung der Goldimport-Steuer konnte die enorme Nachfrage der Inder kaum bremsen (mehr hier). Die deutschen Konsumenten kauften im zweiten Quartal Schmuck, Münzen und Barren im Umfang von 40,7 Tonnen. Das ist ein Anstieg um 21,2 Prozent zum Vorjahresquartal. Nimmt man Goldschmuck, Barren und Münzen zusammen, ergibt sich ein Nachfrage-Plus von 53 Prozent. Die Konsumenten kauften im zweiten Quartal 1.083 Tonnen physisches Gold. Das ist mehr als im gesamten Jahr 2009. Auch die Zentralbanken waren erneut Nettokäufer. Sie erwarben 71 Tonnen Gold und setzten somit einen Trend fort, der im ersten Quartal 2011 begann. Die Deutsche Bundesbank hingegen hält ihre Bestände seit 1999 fast konstant (hier). Das Recycling von Gold ging um 21 Prozent zurück. Die Minen-Produktion stieg leicht um vier Prozent.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/15/goldkonsum-in-deutschland-massiv-angestiegen/

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10.08.2013

Absturz des Goldpreises: Bundesbank verliert 38 Milliarden Euro

Die deutschen Steuerzahler sind Opfer der Manipulationen im Goldmarkt geworden, auch wenn sie keine einzige Unze besitzen: Die Verluste der Bundesbank sind erheblich. Dennoch möchte die Bundesbank weiter auch im Papiergold baden.

Noch Ende des letzten Jahres bewertet die Deutsche Bundesbank ihre Goldbestände mit 138 Milliarden Euro. Ende Juni war das Gold der Bundesbank nur noch 100 Milliarden Euro wert. Diese enormen Verluste stehen enormen Gewinnen in den Vorjahren gegenüber. Das deutliche Minus in der Bewertung des Bundesbank-Goldes im ersten Halbjahr 2013 ist auf den Preissturz um circa 25 Prozent zurückzuführen, der sich im zweiten Quartal dieses Jahres ereignete. Die Bundesbank gibt sich davon unbeeindruckt. Den Deutschen Wirtschafts Nachrichten sagte die Bundesbank, man habe das Gold nicht, um es mit Gewinn zu veräußern. Die letzte große Änderung der Goldbestände war im Jahr 1999, so die Bundesbank. Damals übertrug sie im Rahmen der Schaffung des Eurosystems 12 Milliarden Euro an die EZB. Davon wurden 15 Prozent in Gold an die EZB übertragen, was damals 232 Tonnen entsprach (bzw. 7,46 Millionen Feinunzen, siehe Grafik). Seitdem hat sich die Goldmenge der Deutschen Bundesbank kaum verändert. Im Jahr 2000 blieb die Menge konstant bei knapp 112 Millionen Feinunzen. In den folgenden Jahren bis 2012 verkaufte die Bundesbank kleinere Goldmengen an die Bundesregierung zur Münzprägung. Ende 2012 waren noch 109 Millionen Feinunzen Gold übrig. Trotz des Preisrückgangs sind die Goldreserven der Bundesbank langfristig alles andere als ein Verlust. So bewertete die Bundesbank ihre Goldbestände Ende 1999 mit 32 Milliarden Euro, Ende Juni dieses Jahres lag die Bewertung bei 100 Milliarden Euro. Das entspricht immerhin einer jährlichen Rendite von 8,8 Prozent. Die Federal Reserve hat im ersten Halbjahr ihre Goldreserven bei konstant 8.133 Tonnen belassen und somit auf dem Papier einen Verlust von circa 110 Milliarden Dollar verzeichnet. Auch die Zentralbanken Italien, Frankreich und China haben in diesem Zeitraum Verluste in Milliardenhöhe gemacht. Seit Ende Juni ist der Goldpreis wieder auf circa 980 Euro pro Unze gestiegen. Dieser erneute Preisanstieg um mehr als 6 Prozent hat der Deutschen Bundesbank in diesem Zeitraum einen theoretischen Gewinn von circa 6,5 Milliarden Euro beschert. Circa 45 Prozent des Bundesbank-Goldes lagert in New York. Doch zuletzt hatten der Schweizer Investor Marc Faber (hier) und eine Reihe von Goldexperten (hier) starke Zweifel daran geäußert, dass das Gold der Bundesbank sich noch bei der US-Zentralbank befindet.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/10/absturz-des-goldpreises-bundesbank-verliert-38-milliarden-euro/

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03.08.2013

Gold wird knapp: Pakistan verbietet Import, Indien könnte folgen

Die Regierungen von Indien und Pakistan gehen mit Strafsteuern, Beschränkungen oder gar unverblümten Verboten gegen den Goldkonsum ihrer Bürger vor. So wollen sie ihre Währungen stabil halten. Auch die westlichen Zentralbanken und die Edelmetall-Banken profitieren von der eingeschränkten Goldnachfrage aus Asien.

Am Dienstag verhängte die Regierung von Pakistan ein vorübergehendes Importverbot für Gold mit sofortiger Wirkung. Auch Indien hat die Goldimporte für dieses Jahr stark beschränkt. Von diesen Verboten profitieren neben den Regierungen der beiden Länder auch die internationalen Edelmetall-Banken, die wie die westlichen Zentralbanken möglicherweise viel weniger Gold besitzen, als sie behaupten. Vorerst darf einen Monat lang kein Gold nach Pakistan eingeführt werden, berichtet The Express Tribune. Als Grund werden die erhöhten Goldsteuern im Nachbarland Indien angeführt. Weil die Inder keine Steuern auf Goldimporte zahlen wollten, kauften sie verstärkt Gold in Pakistan und schmuggelten dies nach Indien. Dies führe zu einer Abwertung der pakistanischen Rupie, so die Behörden. Doch diese Argumentation der pakistanischen Regierung hinkt. Die Tatsache, dass die Inder statt ihrer indischen Rupie lieber Gold besitzen, lässt offenbar den Kurs der indischen Rupie sinken. Und das geschieht unabhängig davon, wo sie das Gold erwerben, in Indien oder in Pakistan. Doch die pakistanische Rupie ist von dieser Entscheidung der Inder nicht betroffen. Die Inder weichen immer mehr ins Ausland aus, um Gold zu erwerben, auch wenn dies illegal ist. Ursache dafür ist die Steuer auf Goldimporte, die im Juni von 6 Prozent auf 8 Prozent erhöht wurde. Die indische Regierung will die Goldimporte gering halten und so einen weiteren Einbruch der indischen Rupie verhindern. Seit dem Preisverfall beim Gold im April hatten die Inder massiv Gold gekauft, als Schmuck oder zur Wertanlage. Doch im Juni und Juli, nachdem die Importsteuer auf 8 Prozent erhöht worden war, brachen die indischen Goldimporte massiv ein, berichtet VoA. Dies kann zum einen mit Hamsterkäufen im Mai erklärt werden, zum anderen nimmt der Goldschmuggel nach Indien immer größere Ausmaße an (mehr dazu hier). Und die indischen Juweliere sagen, dass im Sommer gewöhnlich weniger Gold gekauft werde. Der wirkliche Test, wie die Inder auf den niedrigen Goldpreis reagieren, komme erst in der Hochzeits-Saison, die im Oktober beginnt. Die Wertschätzung des Goldes ist traditionell fest in der indischen Bevölkerung verwurzelt. Die Bräute erhalten traditionell goldenen Schmuck. Diese Kultur kann die Regierung nicht über Nacht ändern. Der World Gold Council sagte, die guten Monsunregen würden in den kommenden Monaten wahrscheinlich zu erhöhten Einkommen führen. Die Inder würden dann verstärkt Gold kaufen, denn vor allem auf dem Land ist Gold eine beliebte Anlage. Und da der Goldpreis noch immer sehr niedrig ist, können die Inder das Edelmetall trotz der erhöhten Importsteuer billiger erwerben als noch vor einem Jahr. Die Importsteuer auf Gold hat der indischen Regierung also nur scheinbar einen Erfolg gebracht. Denn die Goldnachfrage hält an. Und sie wandert zu beachtlichen Teilen in den Schwarzmarkt ab. Die indische Rupie verliert dadurch weiter an Wert. Die indische Regierung hat am Mittwoch angekündigt, die indischen Goldimporte dieses Jahr auf 845 Tonnen zu begrenzen, berichtet Bloomberg. Gold ist nach Öl die zweitgrößte Importware des Landes. Der massive Anstieg der Goldimporte hatte das indische Leistungsbilanzdefizit in die Höhe schießen lassen. Dies sei die größte Gefahr für die indische Wirtschaft, so die Zentralbank des Landes. Durch die reduzierten Goldimporte erwarte man eine Stabilisierung des Leistungsbilanzdefizits, sagte Finanzminister Palaniappan Chidambaram. „Einige weitere Schritte liegen auf dem Tisch, um die Lücke im Bilanzdefizit zu schließen.“ Indische Juweliere zahlen derzeit 10 Dollar mehr pro Unze Gold an Banken und andere Goldimporteure als der in London festgelegte Benchmark. Grund für den Aufschlag ist eine neue Vorschrift der indischen Zentralbank, berichtet Bloomberg. Noch eine Woche zuvor hatte der Aufschlag bei nur 4 Dollar pro Unze gelegen. Die indische Zentralbank hat alle Goldimporteure des Landes angewiesen, 20 Prozent des Goldes für Re-Exporte in Form von Schmuck zu reservieren. Aus diesem Grund müssen die Schmuckexporte möglicherweise zu sehr billigen Preisen erfolgen, um die Quote von 20 Prozent zu erreichen. Denn der internationale Markt ist derzeit nicht so goldhungrig wie Indien, sodass die Exporte sich nicht so einfach herstellen lassen. In der Festival-Saison ab Herbst wird nun ein Goldmangel befürchtet. Dieser könnte den Aufschlag, den die Juweliere für Gold zahlen müssen, auf 25 Dollar pro Unze ansteigen lassen. Der Konsument muss diesen mitbezahlen, wenn er Schmuck kauft. Er kommt zu der erhöhten Importsteuer von 8 Prozent noch hinzu. Von der Unterdrückung des Goldkonsums in Asien profitieren allerdings nicht nur die dortigen Regierungen, sondern auch die westlichen Regierungen und die internationalen Edelmetall-Banken. Der Schweizer Vermögensverwalter Egon von Greyerz sagte kürzlich zum KingWorldNews Blog: „Regierungen und Zentralbanken haben über Jahrzehnte ihr Gold verliehen oder verkauft. Daher besitzen sie sehr wahrscheinlich sehr wenig von den 23.000 Tonnen, die westliche Zentralbanken angeblich halten.“ „Aber auch die Edelmetall-Banken haben jetzt ein Problem: Sie versuchten während des massiven manipulierten Verkaufs, den wir in den letzten paar Monaten im Papiermarkt gesehen haben, sich mit physischem Gold einzudecken. Obwohl sie den Preis gedrückt haben, wurde das meiste physische Gold, dass durch den Verkauf von börsengehandelten Fonds frei wurde, von Asien aufgenommen.“ Auch der Schweizer Investor Marc Faber glaubt, dass die Zentralbanken in Wirklichkeit viel weniger physisches Gold besitzen, als sie behaupten (hier). Greyerz erwartet einen starken Anstieg des Goldpreises ab September.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/03/gold-wird-knapp-pakistan-verbietet-importe-indien-koennte-folgen/

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30.07.2013

Goldpreis-Verfall: Schweizerische Nationalbank erleidet massive Verluste

Die Talfahrt des Goldpreises schlägt sich in der Bilanz der Schweizerischen Nationalbank nieder. Die Zentralbank der Schweiz muss eine zweistellige Milliarden-Summe abschreiben. Der Bundesbank bleibt dies jedoch erspart.

Der Absturz des Goldpreises hat der Schweizer Notenbank in der ersten Jahreshälfte einen Verlust von 7,3 Milliarden Franken (5,9 Milliarden Euro) eingebrockt. Auf die gut 1000 Tonnen des Edelmetalls resultierte ein Bewertungsverlust von 13,2 Milliarden Franken, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Dienstag mitteilte. Der Goldbestand der Notenbank verlor seit Jahresanfang ein Viertel an Wert. Vor allem im zweiten Quartal hatten die Anleger das Edelmetall unter anderem wegen der Rally an den Aktienmärkten aus ihren Portfolios geschmissen und Gold das größte Quartalsminus seit vielen Jahrzehnten beschert.

Zentralbanken passen die Bewertung ihrer Goldreserven von Zeit zu Zeit an die Marktpreise an – dadurch können hohe Buchgewinne oder -verluste entstehen. Die Deutsche Bundesbank bewertete ihre Goldbestände und -forderungen Ende Juni auf 100,3 Milliarden Euro – nach 136,5 Milliarden Euro zum Ende des ersten Quartals. Allerdings wirken sich Bewertungsunterschiede bei der Bundesbank nicht auf den Überschuss aus, Abschreibungen gibt es nicht. Vielmehr werden Bilanzpositionen, die Marktpreisschwankungen unterliegen, auf der Passivseite der Bilanz in einem „Ausgleichsposten aus Neubewertung“ ausgewiesen. Mit ihren Devisen-Beständen verdiente die SNB dagegen gut: Die Fremdwährungspositionen warfen in den ersten sechs Monaten 5,8 Milliarden Franken ab. Dazu trugen die Aufwertung der beiden wichtigsten Währungen Euro und Dollar ebenso bei wie Beteiligungsgewinne, Zins- und Dividendenerträge. Die SNB hat ihre bei der Verteidigung des Frankenkurses erworbenen Devisen-Milliarden im Gegenwert von rund 440 Milliarden Franken im Ausland angelegt. Im September 2011 ist für den Euro ein Mindestkurs von 1,20 Franken festgelegt worden, der mit Eurokäufen am Devisenmarkt verteidigt wird. Das Gros ist in Staatsanleihen investiert. 15 Prozent entfallen auf Aktien, die besonders gut rentierten. Kursgewinne und Dividenden brachten der SNB 6,3 Milliarden Franken ein, während die Zins-Anlagen mit 2,9 Milliarden Franken Verlust zu Buche schlugen. Wechselkursgewinne beliefen sich auf 2,3 Milliarden Franken. Die SNB hat jüngst in Singapur ihre erste ausländische Niederlassung eröffnet, um ihre in Fernost angelegten Devisenreserven zu verwalten. Die Notenbank hat im Zuge der Diversifizierung ihrer Anlagen auch in koreanische Won und Singapur-Dollar investiert. Zugleich übernimmt der Außenposten die Überwachung des Devisenmarktes, um intervenieren zu können, falls der Euro unter den Mindestkurs zu fallen droht. Diese Aufgabe musste bisher in Zürich in Nachtschichten erledigt werden. Das Gros der SNB-Devisenbestände entfällt mit 48 Prozent auf Euro-Anlagen. 27 Prozent der Reserven sind in Dollar investiert, neun Prozent in Yen und sieben Prozent in Pfund Sterling.

http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/geldpolitik/goldpreis-verfall-schweizerische-nationalbank-erleidet-massive-verluste/8567404.html

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23.07.2013

ART CASHIN: Traders Are Talking About A Gold Conspiracy Theory And There’s Evidence To Back It Up

No discussion about gold is complete without a good conspiracy theory.While most theories are easily dismissed, some stay around for a while due to a confluence of circumstantial evidence surrounding them.Wall Street veteran Art Cashin addresses one such theory in this morning’s Cashin’s Comments.He builds off of this weekend’s New York Times story about Goldman Sachs‘ aluminum warehousing operation and Monday’s gold spike.A quick note about jargon: Commodities like gold will have a futures price and a spot price. The futures price is the price you’d see on a contract, which is traded on an exchange like the NYMEX. The spot price is the current price of the commodity.  Backwardation occurs when the spot price is above the futures price.  Typically, these two prices converge when the futures contract matures.From Cashin:All That Glitters Is Not Arbitrage – Monday, spot gold spiked up $45 and the media pundits pointed to things from China to the FOMC.  While all the cited may have been factors, veteran traders saw the bulk of the move resting in a conspiracy story.In my mid-day email to friends I had noted this:Gold soars as NYT story on metal warehouses fans flames of conspiracy theorists that gold warehouse stores have been „lent“ out.  That theory also aided by backwardation (spot price far above near future).If you haven’t been following gold closely, let me expand on that a little. For several months „physical gold“ (bracelets, coins and small bars) have seen near riotous demand with long lines stretching into the streets.  At the same time „paper gold“ (ETF’s, futures and nominal spot) have seen sharply falling prices.  That dichotomy has sparked more than a few conspiracy theories.The worst (and most strained) claims the world’s central banks have put a bear raid on gold.  That rumor claims that they are trying to cover the fact that they have sold/lent the gold they were supposedly safeguarding for their citizens.  A plunging gold price would reduce the urge to look behind the curtain (or into the vault) and discover this misfeasance.  A more pervasive form of the  rumor/hypothesis substitutes the global banks for the central banks but with the same, theoretical, abuse of custody.A key support of these theories is the backwardation in gold – the spot price is higher than the near future contract.  That’s unusual. It could normally be resolved by selling spot gold and buying the cheaper future one month out.  Thus, in a month, you would reap an apparent locked-in, riskless profit.  Yet no one seems to be doing it.  Is there doubt that there is gold in storage that will be deliverable in a month?  So, the theorists assume. Now add in the front page NYT story, hinting chicanery and manipulation by the big banks of warehoused metals.  Was this the smoking gun?  Some folks seemed to think so as a short covering stampede exploded the gold price.  The next five days will be key.Arb, or arbitrage, is a fancy word traders use to describe a situation where they can take advantage of market price discrepanicies to book guaranteed profits.Is there something the traders know that we don’t know? Are there other forces preventing the arb opportunity from being arbed away?

http://www.businessinsider.com/art-cashin-gold-backwardation-conspiracy-2013-7#ixzz2Zy5mO7OS

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10.06.2013

Tresor für 200 Tonnen: Deutsche Bank stapelt Gold in Singapur

 

Die Deutsche Bank eröffnet einen Goldspeicher in Singapur für reiche Kunden. Das belegt zweierlei: Erstens setzen die Großbanken weiterhin auf das Edelmetall, zweitens verlagert sich der Goldhandel zunehmend nach Asien.

Der Handel mit Gold verlagert sich nach Asien – und die Deutsche Bank folgt diesem Trend. Das Institut hat einen neuen Goldspeicher in Singapur eröffnet. In dem Lager sind Platz für 200 Tonnen Gold, das entspricht einem Wert von neun Milliarden Dollar.

Wir beobachten in dieser Anlagekategorie ein erhebliches Interesse seitens unserer äußerst vermögenden Kunden”, erklärte Mark Smallwood, Leiter Vermögensplanung bei Deutsche Asset & Wealth Management’s im asiatisch-pazifischen Raum, gegenüber Bloomberg. „Die Leute wollen Gold an einem Ort lagern, den sie für sicher halten, was oftmals mit einer geographischen Diverzifizierung einher geht.” Der Goldspeicher in Singapur ist nach London der zweitgrößte der Deutschen Bank. Er befindet sich in einem stark abgesicherten Bereich im „Singapore FreePort”, in direkter Nachbarschaft liegt der Flughafen Changi. Auch andere Firmen wie Swiss Precious Metals oder JP Morgan lagern hier Gold. Die Bunker müssen einem Flugzeugabsturz oder Erdbeben standhalten. Auf der Webseite des „Singapore FreePort” ist vom „sichersten Lager und Handelsplatz der Welt” die Rede. Daneben gibt es einen weiteren, möglicherweise noch entscheidenderen Vorteil für Anleger: Da das Gebiet im Zollfreigebiet liegt, fallen keine Steuern oder Abgaben an.

Die Deutsche Bank spielt eine wichtige Rolle im weltweiten Goldhandel. Sie zählt zu den elf Mitgliedern der London Bullion Market Association, die täglich den Fixpreis für Gold festsetzen. Das Interesse an Gold haben die Großbanken allerdings erst in den vergangenen Jahren wiederentdeckt. In den 1980er- und 90er-Jahren spielte das Edelmetall in der Investment-Welt kaum eine Rolle. Erst mit dem rasanten Anstieg des Goldpreises änderte sich das.

Seit dem Jahr 2000 legte der Goldpreis zwölf Jahre in Folge zu, der Höhepunkt war im September 2011 bei 1.921 Dollar erreicht. Seitdem entwickelte sich Gold allerdings wieder schwächer. Der Preis für das Edelmetall fiel allein in diesem Jahr um 17 Prozent auf 1.380 Dollar je Unze. Anleger verkauften vor allem Anteile an Gold-Indexfonds oder Derivate. Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen blieb dagegen hoch. Die meisten Kunden für physisches Gold sitzen in asiatischen Ländern, angeführt von Indien und China. Die wachsende Bedeutung dieser Märkte untermauern die neuesten Zahlen des World Gold Council, dem Lobbyverband der Goldindustrie. Die Nachfrage nach Schmuck, Münzen und Barren stieg im ersten Quartal 2013 in Indien um 27 Prozent, in China um 20 Prozent und in den USA um 22 Prozent. Ganz anders sah es in Europa aus: In Deutschland sank die Nachfrage um zwölf Prozent, in der Schweiz um 47 Prozent und in Frankreich sogar um 64 Prozent. Dabei fiel die Goldnachfrage in Europa auch absolut betrachtet überschaubar aus. Zum Vergleich: Während die Konsumenten in Indien im ersten Quartal rund 256,5 Tonnen nachfragten, kauften die Deutschen nur zwölf Tonnen.

Die Verschiebung des Goldhandels von West nach Ost dürfte sich künftig noch verstärken. Die Regierung Singapurs hatte vor kurzem angekündigt, den Marktanteil im globalen Goldhandel von zwei Prozent im Jahr 2012 auf zehn bis 15 Prozent in den nächsten zehn Jahren erhöhen zu wollen. Die traditionellen Lagerorte für Gold sind bislang London, Zürich und New York.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/rohstoffe/tresor-fuer-200-tonnen-deutsche-bank-stapelt-gold-in-singapur/8323928.html

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28.01.2013

James Turk: Zentralbanken werden „Krieg um Goldpreis-Manipulation“ verlieren

Der Investor und Gold-Experte James Turk sieht in der Rückholung der Goldreserven in Deutschland, den Niederlanden und Österreich ein Anzeichen, dass nicht mehr alle Zentralbanken der Welt an der Manipulation des Goldpreises mitwirken wollen.

Während für viele Beobachter der Goldpreis auf längere Zeit seinen Höhenflug beendet hat, sieht James Turk in den kommenden zwei Jahren eine andere Entwicklung. Der Grund: Nur noch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) sei auf dem Trip, Gold als unsinniges Investment zu betrachten. Die Heimholung der Goldreserven durch Deutschland, Österreich und den Niederlanden ist für Turk ein Indiz, dass mehrere Zentralbanken nicht mehr an die große Erholung des Papiergeld glauben. In einem Interview auf dem Blog von Chris Martenson sagte Turk, Gold sei kein Investment, weil es keine Profite bringe. Es sei nämlich faktisch selbst Geld – und als Währung am besten geeignet, „um erworbenen Reichtum zu lagern“. Währungen unterliegen Auf- und Abwertungen. Die gegenwärtige Schwäche des Goldpreises sei eine Abwertung, die auf die Manipulationen des Goldpreises durch „Zentralplaner und Zentralbanken“ bewusst betrieben werde. Dieses Bild passt gut in die aktuellen Währungskriege. Praktisch alle wichtigen Volkswirtschaften der Welt versuchen, ihre Währungen abzuwerten, um im globalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben. Am Ende entscheide aber, so Turk, der wahre Wert einer Währung. Die durch die Gelddruck-Aktionen der Zentralbanken geschaffenen Geldmengen haben kein Äquivalent in den Volkswirtschaften, weil es in vielen Märkten kaum noch Wachstum gibt. Gold dagegen sei ein Wert für sich. Wenn alle Währungen im Währungskrieg ausreichend geblutet haben werden, sei ein Goldpreis von 10.000 Dollar pro Unze nicht unrealistisch. Für Silber erwartet Turk sogar noch größere Wertsteigerungen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/01/28/investor-james-turk-zentralbanken-werden-krieg-um-goldpreis-manipulation-verlieren/

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12.12.2012

Goldpreisdrückung: „Es geht um das Überleben des Systems“

Nach Ansicht des Goldexperten Walter K. Eichelburg genügt ein einziges Ereignis, um den Crash des Finanzsystems auszulösen. Eichelburg erwartet ein solches Ereignis im Gold-Markt.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten:

Wie erklären Sie sich die Entwicklung beim Goldpreis?

Walter K. Eichelburg: Der Goldpreis ist kein freier Preis. Genausowenig wie die Aktien-Indizes oder die Kurse/Zinsen der Staatsanleihen der wichtigsten Staaten. Das ist alles von den Großbanken und den Zentralbanken manipuliert. Es geht dabei um die Aufrechterhaltens des Glaubens der Masse der Sparer und Anleger in die Werthaltigkeit ihrer Papieranlagen. Wenn dieser Glaube nicht mehr gegeben ist, beginnt die breite Flucht aus dem Papier und die Währungen, hinter denen real kein Wert ist, crashen in einer Hyperinflation.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Wenn Sie von einer massiven Drückung sprechen: Warum findet man diejenigen nicht, die manipulieren?

Walter K. Eichelburg: Ohne Drückung des Goldpreises wäre das Finanzsystem schon lange zusammengekracht. Es ist bekannt, wer die Haupt-Preisdrücker sind: JP Morgan und HSBC, die das im Auftrag der Fed und vermutlich auch der BoE, sowie der EZB machen. Man braucht nur den Midas von Bill Murphy oder King World News zu lesen. Es geht immer darum, dass die Masse der Sparer nicht aus dem Papier in das Gold flüchtet. In den 1970ern war eine ähnliche Situation. Damals hat der damalige US-Präsident Jimmy Carter Fort Knox leeren lassen und das Gold in New York zur Preisdrückung verkauft. Es half alles nichts, man musste die Zinsen hochlassen, was eine schwere Rezession bewirkte. Heute würde eine solche Zinsanhebung auf 20% das Finanzsystem sofort zum Einsturz bringen. Daher wird bis zum letzten Goldbarren gedrückt. Es geht um das Überleben des Systems und der derzeitigen Eliten.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Welche Banken manipulieren besonders, welche Staaten? Walter K. Eichelburg: Wie oben bereits bemerkt: Es sind die Investment-Banken und dabei besonders JP Morgan und HSBC. Früher verkauften sie von den westlichen Zentralbanken geleastes Gold, heute primär das Gold ihrer Lagerkunden. Solange die Kunden keine großflächige Auslieferung verlangen, fällt es nicht auf. Die meiste Preisdrückung geschieht aber über Gold-Derivate, wie Futures an der COMEX in New York.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Warum gibt es hier keine Whistleblower?

Walter K. Eichelburg: Es gibt solche, der Midas (www.lemetropolecafe.com) schreibt immer wieder darüber.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Oft wird auch vermutet, dass der Goldpreis sinkt, wenn die Banken in Ermangelung anderer Assets ihr Gold verkaufen. Ist das denkbar?

Walter K. Eichelburg: Das kommt manchmal auch vor, so etwa im Herbst 2011. Ironischerweise ist nach den derzeitigen Bewertungsregeln der Banken Gold kein besonders gutes Asset, im Gegensatz zu den Staatsanleihen und muss mit recht viel Eigenkapital unterlegt werden. Also wird im Notfall Gold auf den Markt geworfen, bevor das auch mit Staatsanleihen passiert.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Wie lange kann der Goldpreis insgesamt manipuliert werden – ewig?

Walter K. Eichelburg: Ewig geht das nicht. Das Problem der Systemerhalter ist einfach, dass sie alles, jeden Staat und jede Bank ewig retten müssten. Das ist einfach unmöglich. Von irgendwo wird ein Event kommen, bei dem die Systemretter zu spät kommen oder wo sie nichts mehr machen können. Dann kracht ihr Finanzsystem vermutlich innerhalb eines Tages zusammen. Vermutlich wird dieser Event aus dem Goldmarkt kommen, sobald genügen Großinvestoren die Auslieferung ihres gelagerten Goldes verlangen. Dann werden die Banken selbst, die derzeit mit dem Kundengold den Goldpreis drücken, ihn ihrer Not auf der Suche nach Gold den Goldpreis hochtreiben.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Goldman Sachs hat Gold verkauft, sagt ein Ende des Bullenmarkts für 2013 voraus – ist das Kalkül, damit Goldman wieder günstig einsteigen kann?

Walter K. Eichelburg: Goldman Sachs ist bekannt dafür, den Kunden eine Sache zu empfehlen und selbst das Gegenteil zu machen. Man sollte deren Aussagen nicht besonders glauben. Deutsche

Wirtschafts Nachrichten: Die Bundesbank versucht, das deutsche Gold wieder nach Frankfurt zu holen – kann das gelingen?

Walter K. Eichelburg: Das in London und New York gelagerte Gold der Bundesbank ist so gut wie restlos für die Preisdrückung verliehen, das gilt für die anderen Staaten auch. Aber es gibt Meldungen, wonach die Bundesbank ca. 900 Tonnen Gold in Deutschland angehäuft haben soll. Wenn es stimmt, dann wurde dieses Gold heimlich am Markt beschafft. Für die neue, bereits gedruckte D-Mark wird man eine Golddeckung brauchen.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Welche Player kaufen unauffällig physisches Gold?

Walter K. Eichelburg: Es gibt viele Player, die das machen. So soll alleine China in 2012 ca. 6000 Tonnen Gold in London gekauft und nach China transportiert haben. Investment-Größen wie George Soros oder John Paulson sind dick im Gold drinnen. Deutsche Privatpersonen besitzen laut neuesten Untersuchungen ca. 8000 Tonnen Gold, von dem der Großteil Investment-Gold wie Münzen und Barren ist. Ich selbst trage mit meiner Gold-Website Hartgeld dazu bei, dass die Goldbesitzer im deutschsprachigen Raum mehr werden. Wer auf meinen Rat schon früh in Gold und speziell Silber eingestiegen ist, kann sich bereits über satte Gewinne damit freuen. Wenn ein Leser wieder einmal so eine Million gemacht hat, sendet er mir gerne eine Kiste Sekt oder Champagner als Dank.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Ihre Erwartung für den Goldpreis Ende Q1 2013?

Walter K. Eichelburg: $2000/oz oder so sind auch ohne Systemkollaps zu erwarten. Wenn die Systemkollaps kommt ist jeder Preis nach oben möglich. Dann werden nur jene, die ihr Vermögen in Gold und Silber haben, dieses retten können. Das ist der Grund dafür, dass nach den derzeitigen Papiergeldsystemen wieder eine Golddeckung der Währungen kommen muss: weil alle betrogenen Sparer dann sehen, dass nur Gold und Silber vor solchen Verlusten schützen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/12/12/goldpreisdrueckung-es-geht-um-das-ueberleben-des-systems/

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23.08.2012

Goldpreis: „Währungen sind nicht mehr sicher“

Investoren in aller Welt schauen wieder verstärkt auf den Goldpreis. Während die einen aus Angst kaufen, tun es andere aus Liebe. Am wichtigsten für die Preisentwicklung sind aber derzeit die mächtigsten Banken der Welt. 

Furcht und Liebe sind ein Teil des Goldmarkts. Die meisten Anleger meinen zwar, der Preis des Metalls werde von Furcht getrieben, der Furcht vor Krisen und Inflation. Die Angelsachsen sprechen von einem „fear trade“. Das ist aber nur teilweise richtig. Viel wichtiger ist nach dieser Diktion die Liebe, der Drang zum Gold. Vor allem für die Asiaten ist Gold ein „love trade“. Es gehört zu ihrer Kultur, und bei steigendem Wohlstand greifen besonders Chinesen und Inder umso lieber zu. Aus Furcht kaufen vor allem die Europäer.

Die Zahlen für das zweite Quartal haben das eindrucksvoll bestätigt. Die weltweite Nachfrage sank laut Minenlobby World Gold Council im Vergleich zum Vorjahresquartal um sieben Prozent. Chinesen und Inder kauften nur noch 337 Tonnen Gold in Form von Münzen, Barren oder Schmuck, 124 Tonnen weniger als im Jahr zuvor – und überlagerten damit das europäische Nachfrageplus deutlich. Die gesamte Nachfrage betrug nur noch 990 Tonnen. Drei der wichtigen Nachfragekomponenten lagen im Minus: die Nachfrage nach Münzen und Barren, die nach Schmuck und die der Industrie. Da ist es schon eher verständlich, wenn der Preis fast 300 Dollar unter dem Höchststand des vergangenen Jahres von 1 900 Dollar liegt und in den vergangenen Monaten unter Druck geriet.

Doch eine weitere Nachfragegruppe federte den Preisabschwung ab. Die Notenbanken orderten über 157 Tonnen, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahresquartal. Vor allem die Zentralbanken aus Schwellenländern stocken ihre Bestände auf. Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, die Türkei und Kasachstan gehören dazu. Dieser Trend dürfte anhalten.

Es ist ein Paradigmenwechsel am Goldmarkt. Im Jahr 2010 waren die Notenbanken zum ersten Mal wieder Nettokäufer, nachdem sie fast zwei Jahrzehnte auf der Verkäuferseite gestanden hatten. Diese Wende stärkt viele Beobachter in ihrem Optimismus, was den Goldpreis anbelangt. Das gilt etwa für Coutts & Co., die Privatbankensparte der Royal Bank of Scotland. “Der Grund, warum wir für Gold zuversichtlich sind, liegt im Mangel an Glaubwürdigkeit bei wichtigen Devisen weltweit”, sagte Gary Dugan, Leiter Anlagestrategie für Asien und den Nahen Osten bei Coutts in Singapur, in einem Interview mit Bloomberg News. Eine Preisprognose machte Dugan allerdings nicht.

Gold-Anlagen verzeichneten in dieser Woche reges Interesse bei Investoren. Schub gab die Erwartung, dass neue Hilfen der Notenbanken weltweit Devisen schwächen und die Inflation anheizen dürften. Im zweiten Quartal haben die Investoren George Soros und John Paulson ihre Anteile an mit Gold unterlegten ETF-Anlagen massiv aufgestockt. “Natürliche Käufer sind heute Notenbanken der Schwellenländer. Darüber hinaus und zusätzlich wird es weiter Nachfrage von Investoren geben, die Leute richten sich naturgemäß nach Gold aus”, sagte Dugan. “Ich will mich nicht auf Japan, Europa oder die USA ausrichten, wo die Verschuldung bei über 100 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt liegt“. Das sei anscheinend „verrückt, denn da erhält man wagenweise Währungen, die von den Notenbanken ausgegeben werden. Leider sind Reservewährungen, die in Frage kommen, wie der Renminbi, wo es für drei oder vier Jahre sichere Wetten gab, nicht mehr so sicher.” Ein weiteres Argument für Gold ist auch der niedrige Zins für sichere Anlagen, der spätestens nach Einrechnung der Inflation negativ ist. Mit anderen Worten: Erstklassige Bankeinlagen und Anleihen bescheren dem Anleger unter dem Strich Verluste. Wichtige Anlageklassen haben also an Attraktivität verloren. Dadurch wird Gold interessant. In diesen Tagen geht auch das Gerangel um das Stopfen der Schuldenlöcher in den wankenden EU-Staaten wieder los. Dann könnten die Furchtkäufer den Goldpreis wieder nach oben treiben.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/bulle-baer/goldpreis-waehrungen-sind-nicht-mehr-sicher-seite-all/7040334-all.html

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13.04.2012

Eichelburg: Goldpreis-Manipulation ist gezielte Aktion der Zentralbanken

Der Goldexperte Walter Eichelburg ist überzeugt, dass der fallende Goldpreis auf gezielte Interventionen der Zentralbanken zurückzuführen ist. Unterstützt werden diese dabei von den großen angelsächsischen Investment-Banken, insbesondere JP Morgan und HSBC.

Deutsche Mittelstands Nachrichten:

Investoren wie Jim Sinclair behaupten, dass der Goldpreis so unverschämt manipuliert wird wie noch nie. Welche Indizien gibt es?

Walter Eichelburg: Diese Drückungen des Goldpreises laufen schon seit den 1990er Jahren. Die Zentralbanken und Investmentbanken machen es, damit keine Konkurrenz zu ihren Papiergeldern aufkommen kann. Seit Beginn der Eurokrise im Sommer 2011 läuft das wieder verstärkt. Die Medien und speziell die Blogs sind voll davon. Jeder, der mit Gold als Investment zu tun hat, weiss es. Hier ein interessanter Artikel dazu auf King World News.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Warum wird manipuliert?

Walter Eichelburg: Warum? Weil speziell Gold über 3.000 Jahre Geld war und es wieder werden wird, wenn die Papiergelder wegen Überdruckens untergehen. Man möchte Fonds-Manager und die Masse davon abzuhalten, aus Dollar, Euro & Co. in Gold zu flüchten. Das geht aber nicht ewig. Deutsche Mittelstands Nachrichten: In den vergangenen Tagen konnte man auch beobachten, dass automatische Trades den Preis nach unten gedrückt haben. Wie kommt es dazu?

Walter Eichelburg: Das sind konzertierte Aktionen der Zentralbanken und Investmentbanken, primär von JP Morgan und HSBC. Meist wird es durch „Panikverkäufe“ von Gold/Silber-Futures an der COMEX eingeleitet, später wird dann in London massiv physisches Gold und Silber verkauft. Vielfach wird es von den Banken im Kreis herum verkauft. Dieses Gold kommt meist von den Zentralbanken und wird an die Investmentbanken verleast. Die realen Goldbestände der Zentralbanken sind daher nur mehr ein Bruchteil der offiziellen Zahlen. Bei Silber kommt das Metall meist aus dem SLV-ETF.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Wer hat grundsätzlich die Möglichkeit, den Goldpreis zu manipulieren?

Walter Eichelburg: Die Zentralbanken und die Investmentbanken sind es. Denn diese sorgen für die großen Volumina am Markt.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Wie können die Trader dazu gebracht werden, dass sie bei einem solchen Spiel mitmachen?

Walter Eichelburg: Man muss folgende Player am Markt unterscheiden: a) das Goldkartell, also die Preisdrücker aus westlichen Zentralbanken und Investmentbanken; b) Langfrist-Investoren, dazu gehören auch nicht-westliche Zentralbanken, die aus Papiergeld in Gold/Silber flüchten; c) Die zittrigen Kleininvestoren: diese kaufen dann in Panik, wenn wieder einmal der Euro vor dem Untergang ist, sonst kaum; d) Die Trader und Spekulanten, diese operieren meist mit Papier-Gold wie COMEX-Futures, man bringt sie leicht durch Preisdrückungen raus. Das Ganze ist ein Spiel mit der Psychologie. Durch die periodischen Preisdrückungen stellt man Gold/Silber als „unsicher“ da, und verhindert so den Einstieg der Masse. Vor allem will man einen schnellen Preisanstieg verhindern, da dadurch eine Fluchtpanik aus dem Papiergeld entstehen könnte.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Einer der Gründe, warum der Goldpreis fällt, ist immer wieder auch der Liquiditätsbedarf von Banken. Kann es sein, dass die Banken im Moment wieder stark verkaufen, weil sie noch mehr Liquidität brauchen?

Walter Eichelburg: Das kann zwischenzeitlich vorkommen, so im Herbst 2011, als die Banken in Europa kurz vor dem Untergang waren. Dann werfen sie alles auf den Markt, was liquide ist, auch Gold. Aber die gezielte Preisdrückung ist wesentlicher.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Es wird auch spekuliert, dass die Protokolle der Fed einen Einfluss auf den Preis haben. Stimmt das?

Walter Eichelburg: Die Fed-Protokolle haben fast keinen Einfluss auf den Goldpreis. Allerdings bei der letzten Veröffentlichung hat das Goldkartell wieder einmal auf den Preis geschlagen. Ob ein Zusammenhang besteht, ist unklar.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Ist es denkbar, dass Gold noch weiter nach unten geht? Walter Eichelburg: Wir sind jetzt bei einem Goldpreis von etwa $1630/oz. Im Sommer 2011 sahen wir schon über $1900. Der oben erwähnte „London Trader“-Artikel sagt, dass Chinesen und andere immer dann massiv Gold kaufen, wenn der Preis unter $1650 geht. Daher ist ein Preis unter $1600 recht unwahrscheinlich. Alle Leser sollten die derzeitig günstigen Preise ausnützen und zuschlagen, denn den Euro wird es nicht mehr lange geben. Und Gold/Silber sind die einzige Versicherung vor Euro-Crash und Währungsreform. Nützt die Chance.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Welchen Preis sehen Sie bei Gold im Jahr 2012?

Walter Eichelburg: Falls die derzeitige Preisdrückerei weiter funktionieren sollte, dürften wir uns weiter unter $2000 bewegen. Wenn aber der Euro untergeht, was noch in 2012 sehr wahrscheinlich ist, geht die Goldpreisdrückung mit unter. Goldpreise über $20.000 sind dann wahrscheinlich und in kurzer Zeit erreichbar. Denn man wird für die goldenen und silbernen Rettungsboote dann jeden Preis bezahlen. Für Silber am Höhepunkt vermutlich 1/10 des Goldpreises.

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/04/41786/

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11.04.2012

China schlägt kräftig auf dem Goldmarkt zu

Im Februar führte China fast 13-mal so viel Gold über Hongkong ein, als vor einem Jahr. Auch gegenüber dem Vormonat zogen die chinesischen Gold-Importe noch einmal deutlich an.

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40 Tonnen Gold hat China alleine im Februar über Hongkong importiert. Das geht aus den aktuellen Zahlen des dortigen Census and Statistics Department hervor. Gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat entsprach dies einer Steigerung um das 13-fache. Im Januar meldete das Statistikamt in Hongkong knapp 33 Tonnen an Gold-Lieferungen auf das chinesische Festland. Damit stieg dieses Volumen im Monatsvergleich um 21 Prozent. Die Zahlen legen nahe, dass die chinesische Zentralbank den gedrückten Goldpreis weiterhin nutzt, um unbemerkt von der Öffentlichkeit seine Goldreserven aufzustocken. Die Lieferungen über Hongkong repräsentierten in den vergangenen Jahren laut Presseberichten rund 50 Prozent der gesamten Gold-Importe Chinas.

Die chinesischen Behörden selbst geben keine detaillierten Einfuhrzahlen bekannt. Die Hongkong-Importe sind somit ein wichtiger Indikator für die Goldnachfrage in China.

http://www.goldreporter.de/china-schlagt-kraftig-auf-dem-goldmarkt-zu/gold/21016/

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