Glyphosat: Das verharmloste Gift – eine Chronik

 18.05.2017

EU schlägt Glyphosat-Verlängerung um zehn Jahre vor


Die EU schlägt eine Verlängerung des Pestizids Glyphosat um zehn Jahre vor.

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Die EU-Kommission plant laut Reuters, das Pestizid Glyphosat für weitere zehn Jahre in Europa zuzulassen. Es handele sich dabei zunächst um einen Vorschlag, sagte eine Kommissionssprecherin am Mittwoch. Nun müssten Diskussionen mit den EU-Mitgliedsstaaten geführt werden. Man strebe eine Lösung an, die die größtmögliche Unterstützung habe. Die Europäische Chemikalienagentur ECHA in Helsinki hatte im März das massenhaft als Unkrautvernichtungsmittel eingesetzte Pflanzengift als nicht krebserregend eingestuft. Die EU-Kommission kündigte daraufhin an, bis spätestens Ende des Jahres werde über die erneute Genehmigung entschieden.

Die Nutzung der Chemikalie in der Landwirtschaft war durch eine Studie der internationalen Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation WHO infrage gestellt worden, die Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend einstufteDie deutschen Ärzte warnen ausdrücklich vor dem Einsatz des Pestizids. 

Unstrittig sind massive negative Einflüsse der Chemikalie auf die Artenvielfalt. Der amerikanische Monsanto-Konzern verkauft das Mittel unter dem Markennamen Roundup und hat damit Milliardenumsätze gemacht. In der konventionellen Agrarindustrie wird das Mittel zur Ertragssteigerung eingesetzt.

Die EU-Zulassung für Glyphosat war eigentlich am 30. Juni 2016 ausgelaufen. Die EU-Kommission hatte damals die Genehmigung um eineinhalb Jahre verlängert, obwohl der Einsatz unter den Mitgliedsstaaten umstritten ist. Bislang konnten die EU-Staaten keine Einigung darüber erzielen, ob das Herbizid weiter eingesetzt werden darf. Vergangenes Jahr stimmten von den 28 Mitgliedsländern 19 für eine weitere Zulassung, sieben enthielten sich. Frankreich und Malta waren dagegen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hatte sich unmissverständlich gegen eine Verlängerung ausgesprochen.  

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/05/18/eu-schlaegt-glyphosat-verlaengerung-um-zehn-jahre-vor/

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21.08.2016

Unterstützung für Monsanto: Merkel will für Glyphosat kämpfen

Bundeskanzlerin Merkel hat sich überraschend bereit erklärt, für das Pestizid Glyphosat aus dem Haus Monsanto kämpfen. Sie vertritt die Auffassung, dass die Risiken des Mittels gering seien. Die WHO hält das Pestizid dagegen für möglicherweise krebserregend.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) macht sich für eine weitere Verwendung des umstrittenen Pestizids Glyphosat in der Landwirtschaft stark. Sie werde sich dafür einsetzen, dass das Mittel auf wissensbasierter Grundlage weiterhin eingesetzt werden kann, sagte Merkel am Donnerstag auf einem CDU-Agrarforum in Boldekow (Mecklenburg-Vorpommern). Studien belegten, dass die Risiken nicht sehr groß seien. Welche Studien das sind, sagte Merkel nicht. Zuletzt hatte die WHO das Mittel für möglicherweise krebserregend qualifiziert. Die EU-Kommission hatte den Einsatz im Juni zunächst für weitere 18 Monate genehmigt.

«Ich war sehr erschrocken über den Wandel und Wechsel bei der SPD», sagte Merkel. Die SPD-Minister in der Bundesregierung hatten sich auf ein Nein zu einer erneuten EU-Zulassung festgelegt. Daher musste sich Deutschland bei den Abstimmungen in Brüssel enthalten.

Die Grünen haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihr Vorhaben kritisiert, sich für den weiteren Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat stark zu machen. «Frau Merkel sendet damit das völlig falsche Signal», erklärte Fraktionschef Anton Hofreiter am Freitag. «Statt das Ackergift endlich zu verbieten und sich für eine intakte Landwirtschaft mit guten Böden, sauberem Grundwasser und Artenvielfalt einzusetzen, geht sie der Agrarlobby auf den Leim.»

Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Studien haben aber auch ergeben, dass es bei ordnungsgemäßem Gebrauch ungefährlich für Menschen ist. Merkel hatte am Vortag auf einem CDU-Agrarforum in Mecklenburg-Vorpommern gesagt, sie werde sich dafür einsetzen, dass das Mittel auf wissensbasierter Grundlage weiterhin eingesetzt werden kann.

Glyphosat war zum Zankapfel der Koalition geworden, weil die SPD-Minister sich gegen eine Verlängerung der Zulassung in der EU ausgesprochen haben. Der SPD-Parteivorstand schrieb am Freitag auf Twitter: «Merkel ist für weiteren Glyphosat-Einsatz – wir bleiben beim NEIN! Im Zweifel für die Verbraucher- und Umweltschutz!»

Als Wissenschaftlerin müsse die Kanzlerin wissen, dass die Risiken nicht abschließend geklärt seien, sagte Hofreiter, der selbst Biologe ist. Die Krebswarnung von Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO stünden weiter im Raum. Der Agrarexperte der Fraktion, Harald Ebner, nannte Merkels Aussagen «befremdlich». «Die Bundeskanzlerin stellt sich damit gegen 70 Prozent der deutschen Bevölkerung, die ein Verbot des Pflanzenkillers fordern», sagte er.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/08/21/unterstuetzung-fuer-monsanto-merkel-will-fuer-glyphosat-kaempfen/

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06.06.2016

EU-Staaten ohne Haltung: Einigung über Glyphosat gescheitert

Die EU-Staaten haben sich am Montag nicht über die Neuzulassung des Pestizids Glyphosat einigen können. In letzter Minute ist Frankreich von seiner harten Haltung abgewichen und hat sich enthalten, statt mit Nein zu stimmen. Nun muss die EU-Kommission entscheiden. Diese ärgert sich über die heiße Kartoffel, die die EU-Staaten an sie weitergereicht haben.

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Im Streit über eine Weiterverwendung des Unkrautvernichters Glyphosat können sich die EU-Staaten nicht einigen. Damit zeichnet sich ab, dass letztlich die EU-Kommission darüber entscheiden dürfte, ob die Zulassung des Herbizids über den 30. Juni hinaus verlängert wird. Das Mittel steht im Verdacht, krebserregend zu sein. In dem bisher zuständigen Ständigen Ausschuss fanden die EU-Staaten am Montag keine Übereinkunft. Deshalb soll nun in einem Berufungsgremium ein neuer Anlauf für einen Kompromiss gestartet werden. Sollte es auch dort keine Einigung geben, kann die EU-Kommission am Ende selbst beschließen, ob sie die Chemikalie wie geplant zunächst für weitere eineinhalb Jahre zulässt. Der amerikanische Bayer-Übernahmekandidat Monsanto hat mit dem Mittel vergangenes Jahr Milliardenumsätze gemacht.

Bei der Abstimmung am Montag sprachen sich laut Diplomaten 20 EU-Staaten für eine weitere Verwendung aus, sieben enthielten sich und Malta war als einziges Mitgliedsland dagegen. Die Bundesregierung hatte bereits zuvor ihre Enthaltung angekündigt. Da auch die bevölkerungsreichen Staaten Frankreich und Italien von ihrem bisherigen Widerstand gegen die Glyphosat-Verlängerung abrückten und sich enthielten, kam kein eindeutiges Votum zustande. Die EU-Kommission reagierte darauf verschnupft: „Es ist nicht möglich, sich hinter der EU-Kommission zu verstecken“, sagte deren stellvertretender Chefsprecher Alexander Winterstein. Die Mitgliedsländer müssten sich ihrer Verantwortung stellen. Das weitere Vorgehen werde bei einer Sitzung der Kommissionsspitze am Dienstag besprochen. Die Brüsseler Behörde hatte sich zuletzt für eine verlängerte Zulassung von zwölf bis 18 Monaten ausgesprochen, bis das Ergebnis einer neuen EU-Studie vorliegt.

Kritik an den Mitgliedsländern kam auch von den Grünen: „Die EU-Regierungen drücken sich vor einer Entscheidung und schieben ihre Verantwortung auf die Europäische Kommission ab“, sagte der agrarpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im EU-Parlament. Martin Häusling. Der niedersächsische Landwirtschafts- und Verbraucherschutzminister Christian Meyer (Grüne) forderte die Brüsseler Behörde auf, sich nicht über die fehlende Zustimmung der Mitgliedstaaten hinwegzusetzen und einen Kniefall vor den Interessen der Agrarindustrie zu machen. Laut EU-Kommission können Mitgliedsländer jedoch unabhängig von der Entscheidung in Brüssel auf nationaler Ebene die Produkte verbieten, die auf dem Wirkstoff Glyphosat basieren. Der US-Agrarkonzern Monsanto vertreibt das Mittel unter dem Namen Roundup und erzielte damit im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,8 Milliarden Dollar.

In Deutschland befürworten das Bundeslandwirtschaftsministerium und Bundeskanzlerin Angela Merkel die Wiederzulassung von Glyphosat und stützen sich dabei auf Studien der EU-Lebensmittelbehörde Efsa und des Bundesinstituts für Risikobewertung. Beide Behörden bescheinigen der Chemikalie bei sachgerechter Verwendung Unbedenklichkeit. Allerdings geht die internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation WHO davon aus, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend ist. Darauf stützen sich die SPD-geführten Ministerien bei ihrem Nein.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/06/06/eu-staaten-ohne-haltung-einigung-ueber-glyphosat-gescheitert/

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16.05.2016

Streit um Glyphosat entzweit die Regierung

CSU-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt warnt seine Kollegin aus dem Umweltressort, Barbara Hendricks (SPD), davor, ihre Kompetenzen nicht zu überschreiten. Ein Sondergremium der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Welternährungsorganisation FAO stufte ein Krebsrisiko durch das umstritten Ackergift als „unwahrscheinlich“ ein. Am Donnerstag kommt es zur entscheidenden Abstimmung auf EU-Ebene – Deutschland wird bisher als Zünglein an der Waage gehandelt.

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Die Auseinandersetzung um das Pestizid Glyphosat führt zu einem handfesten Koalitionskrach. Nachdem sich die sozialdemokratischen Minister im Kabinett, allen voran Umweltministerin Barbara Hendricks, in letzter Minute gegen die EU-weite Zulassung des Stoffes stellen, greift Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) seine Kabinettskollegin hart an: „Das Umweltressort geht mit manchem Vorstoß zu weit“, kritisierte er im Interview mit der Süddeutschen Zeitung, „das ist doch kein Überministerium.“

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass Hendricks und Gabriel einen ausgehandelten Kompromiss der großen Koalition aufgekündigt haben. Bleibt es bei dem Dissens der Ministerien, muss sich Deutschland – bislang als Zünglein an der Waage gehandelt – bei der entscheidenden Abstimmung im Kreis der EU-Staaten am Donnerstag in Brüssel enthalten.

Eine Entscheidung über künftige Methoden der Landwirtschaft

Die Mehrheit für eine erneute Zulassung stünde damit auf der Kippe. Mit Folgen: Das Pflanzengift hat sich zu einem der wichtigsten Hilfsmittel der konventionellen Agrarindustrie entwickelt. Die Entscheidung Brüssels über die Zukunft von Glyphosat bedeutet deshalb auch eine Entscheidung über künftige Methoden der Landwirtschaft.

In Regierungskreisen verlautete am Montag, das Kanzleramt wolle zu Wochenbeginn einen letzten Schlichtungsversuch unternehmen und die Ressorts zu einer gemeinsamen Linie drängen. Doch eine Annäherung ist nicht in Sicht. Schmidt warnt bereits vor einer Eskalation des Streits um den Agrarsektor. Er habe die Sorge, dass aus Großdemonstrationen gegen die konventionelle Landwirtschaft ein Gesellschaftskonflikt wird, warnt der CSU-Minister. Dabei gehe es um einen Wirtschaftszweig, „an dem in Deutschland Millionen Arbeitsplätze hängen. Landwirtschaft und Umwelt haben gleichberechtigte Interessen. Die gilt es, miteinander auszugleichen“, fordert Schmidt.

Experten: Keine Hinweise auf krebserregende Wirkung

Rückstände des Gifts lassen sich in Tierfutter, Brot, Bier, Wein, Saft und auch im Urin von Menschen nachweisen. Einer aktuellen Einschätzung zufolge stellen diese Spuren jedoch kein konkretes Gesundheitsrisiko dar. Ein Sondergremium der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Welternährungsorganisation FAO stufte ein Krebsrisiko durch das umstritten Ackergift am Pfingstmontag als „unwahrscheinlich“ ein. Laut dem „Joint Meeting for Pesticide Residues“ gibt es keine Hinweise darauf, dass für Menschen relevante Dosen des Herbizids krebserregend sind. Auch eine erbgutschädigende Wirkung sei bei Säugetieren nicht nachweisbar. Diese Einschätzung deckt sich mit jenen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und des Bundesinstituts für Risikobewertung.

Gegner einer Neuzulassung berufen sich auf ein gegenteiliges Urteil eines anderen WHO-Gremiums: Die internationale Krebsforschungsagentur IARC hatte Glyphosat im März 2015 als wahrscheinlich krebserregend eingestuft, die Höhe der Dosis jedoch offengelassen. Unbestritten sind aber die Gefahren für den weltweiten Artenschutz, die vom breiten Einsatz des Pestizids ausgehen.

http://www.sueddeutsche.de/politik/glyphosat-streit-um-glyphosat-entzweit-die-regierung-1.2995782

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12.05.2016

Monsanto überraschend in Not: Glyphosat droht das Aus in Europa

Dem Petizid Glyphosat von Monsanto droht überraschend das Ende in der EU: Deutschland wird sich im Ausschuss der Stimme enthalten, weil die SPD Glyphosat ablehnt. Frankreich wird dagegen stimmen. Damit ist erstmals die Mehrheit für Monsanto im EU-Parlament in Gefahr.

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Hans-Edzard Busemann von Reuters erläutert die überraschende Wende im Kampf um die Wiederzulassung von Glyphosat in der EU:

Die Wiederzulassung des weltweit meistgenutzten Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat in der Europäischen Union steht auf der Kippe. Die SPD-geführten Ministerien lehnten die Verlängerung der im Juni auslaufenden Genehmigung des umstrittenen Herbizids ab, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks am Donnerstag Reuters und verwies auf ungeklärte gesundheitliche Risiken. Damit wird sich Deutschland aller Voraussicht nach bei der für kommende Woche erwarteten Abstimmung im Ständigen Ausschuss der EU der Stimme enthalten. Frankreich hat bereits angekündigt, die Zulassungsverlängerung abzulehnen. In Kreisen des EU-Parlaments wie auch in deutschen Regierungskreisen hieß es, es sei unklar, ob die erforderliche Mehrheit in dem Gremium zustande kommen werde.

Dass Glyphosat negative Auswirkungen auf die Umwelt hat, ist nachgewiesen. Das muss bei der Zulassung umfassend berücksichtigt werden“, sagte Hendricks. Es sei derzeit aber auch umstritten, ob gegen das Unkrautvernichtungsmittel zudem gesundheitliche Bedenken zu Recht oder nicht bestünden, sagte sie mit Blick auf den Verdacht, Glyphosat könne Krebs auslösen. „Vor dem Hintergrund nach wie vor bestehender Unsicherheiten über die gesundheitlichen Risiken von Glyphosat werden die SPD-geführten Ressorts einer Verlängerung für die Zulassung von Glyphosat nicht zustimmen„, sagte die SPD-Politikerin weiter.

Bislang hatte Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) signalisiert, er werde einer Wiederzulassung zustimmen. Sollten die Ministerien kein Einvernehmen in der Glyphosat-Frage erreichen, wird sich Deutschland bei der Abstimmung im Ständigen Ausschuss enthalten. Nach den Regularien müssen in dem Gremium mindestens 55 Prozent der Mitgliedstaaten, die mindestens 65 Prozent der Bevölkerung der EU repräsentieren, für die Zulassungsverlängerung stimmen.

Nach dem Reuters vorliegenden EU-Entwurf soll Glyphosat für weitere neun Jahre zugelassen werden. Damit war die EU-Kommission bereits Bedenken entgegengekommen, denn ursprünglich sollte die Nutzung von Glyphosat für weitere 15 Jahre genehmigt werden. Das EU-Parlament hatte sich dagegen für eine auf sieben Jahre befristete Wiederzulassung ausgesprochen. In ihrem neuen Entwurf geht die EU-Kommission auch auf Kritiker ein, indem sie die Wiederzulassung an die Bedingung knüpft, die Auswirkungen von Glyphosat auf die Vielfältigkeit von Tieren und Pflanzen zu berücksichtigen.

Hendricks hatte bereits früher vor Gefahren für die Biodiversivität durch den Giftstoff gewarnt. Nun hebt sie auch auf die Gefahren für Menschen ab: „Solange wir nicht zweifelsfrei wissen, ob Glyphosat für die Gesundheit unbedenklich ist, sollten wir diese Chemikalie nicht weiter zulassen“, betonte sie. Schmidt hat sich dagegen der Bewertung der EU-Lebensmittelbehörde EFSA angeschlossen, nach deren Ansicht Glyphosat sei nicht krebserregend. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kommt zum selben Schluss.

Im Frühjahr 2015 hatte jedoch die internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation WHO festgestellt, Glyphosat sei wahrscheinlich karzinogen. In diesem Frühjahr hat daraufhin die deutsche Bundesstelle für Chemikalien bei der Europäischen Chemikalienagentur eine offizielle Einstufung beantragt. Juristen gehen davon aus, dass erst nach Abschluss dieses Verfahrens nach europäischen Recht feststeht, ob Glyphosat Krebs erzeugend ist oder nicht. Nach Einschätzung von Experten wird die Europäische Chemikalienagentur frühestens in einem Jahr zu einem Ergebnis kommen.

Der grüne Bundestagsabgeordnete und Bioökonomie-Experte Harald Ebner forderte, über eine Enthaltung hinauszugehen: „Deutschland sollte dem Beispiel Frankreichs folgen und die Neuzulassung ablehnen.“ Bauernverbände dringen dagegen auf eine weitere Freigabe der Chemikalie. Glyphosat wird seit den 70er Jahren in der Landwirtschaft eingesetzt. Der US-Agrarkonzern Monsanto vertreibt Glyphosat unter dem Markennamen Roundup und erzielte damit im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,8 Milliarden Dollar. Auch andere Konzerne produzieren das sogenannte Totalherbizid.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/05/12/monsanto-ueberraschend-in-not-glyphosat-droht-das-aus-in-europa/

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28.04.2016

Umweltministerium warnt vor bedingungsloser Neuzulassung von Glyphosat

Das Bundesumweltministerium sieht die Artenvielfalt durch Glyphosat gefährdet. Deutschland solle das Monsanto-Pestizid nur zulassen, wenn, es klare Auflagen gäbe. Ob diese Bedenken gehört werden ist unklar.

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Das Bundesumweltministerium will der Wiederzulassung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat in der EU nur unter Vorbehalt zustimmen. Das Mittel habe gravierende Auswirkungen auf viele Pflanzen und Tiere, sagte Staatssekretär Jochen Flasbarth in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. „Der Wirkstoff kann also dann nur wiederzugelassen werden, wenn es Auflagen zum Schutz der Artenvielfalt gibt.“ Negative Effekte auf Feldvögel oder andere Arten müssten nachhaltig ausgeglichen werden. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat bereits seine Zustimmung für die Genehmigung des Einsatzes von Glyphosat gegeben.

Feldvögel verlieren durch die Herbizide wichtige Nahrungsquellen“, sagte Flasbarth. Um das zu verhindern, müssten Landwirte zusätzlich Ausgleichsmaßnahmen vornehmen. „Da alle bestehenden Zulassungen für glyphosathaltige Mittel nach einer Wiedergenehmigung auf den Prüfstand kämen, hätte eine solche Vorschrift eine große Tragweite“, erklärte der Staatssekretär. Zugleich plädierte Flasbarth für, dass die Wiederzulassung nur für kurze Zeit gelten sollte. „Angesichts der Diskussionen über gesundheitliche Auswirkungen, für die das Umweltministerium ja nicht zuständig ist, hielte ich einen kurzen Zeitraum für richtig.“ Das Mittel steht im Verdacht, beim Menschen Krebs auslösen zu können. Die Befürchtungen stützen sich auf eine entsprechende Studie der WHO.

Flasbarth hält es für möglich, dass es bei den nationalen Nutzungsbestimmungen für Glyphosat innerhalb der EU zu deutlichen Unterschieden kommt. „In Deutschland verbietet das Pflanzenschutzgesetz zum Beispiel, Unkräuter auf Wegen und Plätze mit Herbiziden, also auch mit Glyphosat, zu bekämpfen.“ In Frankreich dürfe Glyphosat nicht in Haus- und Kleingärten verwendet werden, weil die Regeln für Pflanzenschutzmittel in Haus- und Kleingärten generell sehr restriktiv seien.

Anfang März hatte die EU eine Entscheidung über die Wiederzulassung von Glyphosat vertagt, da keine Mehrheit für den Beschluss zustande kam. Dies soll spätestens im Mai nachgeholt werden. Vor allem Grüne und Umweltschutzorganisationen protestieren gegen die Wiederzulassung der Chemikalie. Bauernverbände dringen dagegen auf eine weitere Freigabe der massenhaft versprühten Chemikalie.

Glyphosat wird seit den 70er Jahren in der Landwirtschaft eingesetzt. Der US-Agrarkonzern Monsanto vertreibt Glyphosat unter dem Markennamen Roundup und erzielte damit im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,8 Milliarden Dollar. Auch andere Konzerne produzieren das sogenannte Totalherbizid.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/04/28/umweltministerium-warnt-vor-bedingungsloser-neuzulassung-von-glyphosat/

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12.04.2016

Deutschland knickt vor Monsanto ein: Zustimmung zu Glyphosat

Die Bundesregierung ist vor dem Saatgut-Konzern Monsanto eingeknickt und stimmt der Neuzulassung von Glyphosat zu. Die Entscheidung ist eine schwere Niederlage für die Gegner des Pestizids, welches sogar von der WHO als vermutlich krebserregend eingestuft wird.

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Im Streit um die Zukunft des Pflanzenschutzmittels Glyphosat in Europa gibt die Bundesregierung grünes Licht für eine Neuzulassung. Die Süddeutsche Zeitung zitiert am Dienstag aus einem Schreiben des Landwirtschaftsministeriums an die EU-Kommission von Ende März: „Mit seiner Zustimmung möchte Deutschland dazu beitragen, das Verfahren zur Wiedergenehmigung des Wirkstoffs Glyphosat (…) erfolgreich abzuschließen.“

Im Hinblick auf Einschränkungen ist das Papier offenbar vollkommen vage: Deutschland sei „sehr offen“ für das Anliegen einiger Mitgliedstaaten, Glyphosat zur „Steuerung des Erntetermins“ auszuschließen, zitierte die Zeitung. Zudem wolle die Bundesregierung versuchen, eine Textpassage zum Schutz der biologischen Vielfalt in der Genehmigungsverordnung zu verankern.

Die Zulassung des Pestizids läuft in der EU im Juni aus. Kritiker wollen Glyphosat verbieten, weil es laut der Internationalen Agentur für Krebsforschung krebserregend sein kann. Die EU-Kommission dagegen sieht aufgrund von Empfehlungen der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde Efsa keinen Grund, Glyphosat in der EU vom Markt zu nehmen. Sogar die WHO hat das Pesitizid als „vermutlich krebserregend“ eingestuft.

Eine Entscheidung des zuständigen EU-Fachausschusses zur weiteren Zulassung des Mittels war im März vertagt worden, da sich weder für eine Verlängerung noch für ein Verbot von Glyphosat eine qualifizierte Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten abzeichnete. Die Bundesregierung äußerte sich nicht zu ihrem Abstimmungsverhalten.

Aus der Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Grünen geht hervor, dass die EU-Kommission offenbar eine schnelle Entscheidung herbeiführen will. „Die EU-Kommission hat deutlich gemacht, dass eine weitere Zwischenverlängerung seitens der Kommission keine Verfahrensoption darstellt“, heißt es dort.

Auch die Bundesregierung befürwortet demnach, „jetzt“ über die Genehmigung abzustimmen. Ein Ergebnis der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), die sich derzeit ebenfalls mit dem Pflanzengift beschäftigt, will die Bundesregierung nicht abwarten.

Agrarminister Schmidt setzt das vollkommen falsche Signal, wenn er ausgerechnet jetzt die deutsche Zustimmung zur Glyphosat-Zulassung ankündigt. Diese Woche werden sich voraussichtlich die Länder-Agrarminister und das Europaparlament deutlich gegen die übereilte Neuzulassung des Universal-Pflanzenvernichters positionieren“, erklärte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Harald Ebner. Schmidt dagegen pfeife auf die Bewertung der ECHA-Experten und wolle „offenbar auf Biegen und Brechen“ zusammen mit der EU-Kommission „die ganz schnelle Entscheidung pro Glyphosat“.

Die auf industrielle Produktion abgestellte Landwirtschaft in der EU, die mit Milliarden-Subventionen aus Steuergeldern gefördert wird, kann ohne großflächigen Einsatz von Pestiziden nicht funktionieren. Glyphosat ist das deutschland- und weltweit am meisten verkaufte Pestizid und wird sowohl in der Landwirtschaft als auch in privaten Gärten sehr häufig verwendet. Etwa 40 Prozent der Ackerfläche wird in Deutschland mit glyphosathaltigen Pflanzengiften behandelt.

Monsanto hat eine der stärksten Lobbys in Brüssel, die bis in die Lebensmittelbehörde Efsa reicht.  Erst vor wenigen Monaten hatte der Konzern mit einer Finte angedeutet, er wolle sich aus Europa zurückziehen. Dieser PR-Trick scheint funktioniert zu haben: Obwohl das EU-Parlament die Neuzulassung von Glyphosat noch etwas verzögern konnte, hat sich der Konzern jetzt durchgesetzt – wohl auch, weil der öffentliche Protest gegen das Ansinnen in den vergangenen Monaten eher verhalten geblieben war.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/04/12/deutschland-knickt-vor-monsanto-ein-zustimmung-zu-glyphosat/

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07.03.2016

Warum die Entscheidung zu Glyphosat vertagt werden sollte

Um den Unkrautvernichter Glyphosat tobt seit Monaten ein heftiger Streit. Die EU-Staaten könnten am Dienstag entscheiden, ob das Mittel weitere 15 Jahre in Europa eingesetzt werden darf. Doch die Eile ist unangebracht. 

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Schon der Termin kam Anfang des Jahres überraschend: Von diesem Montag an beschäftigen sich Vertreter der 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union damit, ob das Herbizid Glyphosat weitere 15 Jahre in der EU zugelassen werden darf, am Dienstag soll abgestimmt werden. Dabei bliebe für die Entscheidung eigentlich noch Zeit. Erst im Juni 2016 läuft die Zulassung aus.

Man wolle die Entscheidung nicht erst am allerletzten Tag fällen, heißt es bei der Europäischen Kommission. Doch nicht alle Mitgliedsstaaten sind gewillt, die Eile mitzutragen, berichtet der „Guardian“. Schweden, Frankreich und die Niederlande kündigten Widerstand an. Es zeichnet sich ab, dass die Abstimmung vertagt werden könnte. Und das wäre auch gut so.

Seit Monaten tobt ein erbitterter Streit um Glyphosat. Die Grünen, Umweltverbände und Agrarlobby üben sich wechselseitig in der Kunst der Überspitzung: Die einen überzeichnen das Unkrautvernichtungsmittel auf wissenschaftlich unsauberer Basis zu einer der größten Gefahren für die Menschheit und verunsichern Bürger mit Meldungen, dass Glyphosat in Lebensmitteln und im Urin mittlerweile nachweisbar ist – obwohl unklar ist, ob diese geringen Mengen tatsächlich ein Gesundheitsrisiko darstellen. Die anderen preisen das Herbizid als alleinigen Heilsbringer an, ohne den es zu massiven Ernteeinbrüchen weltweit kommen würde. 

Übereilte Entscheidung

Dabei ist Panikmache, egal von welcher Seite, der Sache wenig dienlich. Doch genauso wenig darf der Eindruck entstehen, dass die EU-Kommission nun rasch Fakten schaffen will, um der Industrie einen Gefallen zu tun. Denn in der Tat hätte eine so hastig durchgezogene Abstimmung ein Geschmäckle, auch wenn das Verfahren den Vorgaben entspricht.

Momentan stehen zwei unterschiedliche Ansichten zur Gefahr von Glyphosat im Raum: „Potenziell krebserregend“, zu diesem Schluss kommt die zur WHO gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC). Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) sehen das anders: Bei korrektem Gebrauch gehe keine Gefahr von dem Herbizid aus. Heißt: Erst die Dosis macht das Gift. Gegen die Einschätzung der Efsa protestierten 96 namhafte Wissenschaftler in einem offenen Brief.

Schon die Fachwelt ist also tief zerstritten. Zwar ist zumindest zum Teil erklärbar, wie die Institutionen zu den unterschiedlichen Einschätzungen gelangen (siehe Kasten). Doch ob das Herbizid tatsächlich krebserregend ist oder nicht, lässt sich momentan nicht sicher sagen. Bevor die Zulassung von Glyphosat verlängert wird, wäre es daher wünschenswert, dass die Efsa im Sinne der Transparenz auch die industrienahen Studien veröffentlicht, die sie zur Bewertung des Risikos herangezogen hat.

Darüber hinaus ist es vollkommen unverständlich, dass die EU über die Zulassung abstimmen will, ohne bereits angekündigte Neubewertungen in ihre Entscheidung mit einfließen zu lassen. Bereits für Anfang Mai haben die Welternährungsorganisation FAO und die WHO  ein Treffen anberaumt, in dem sie sich erneut mit dem Thema Glyphosat beschäftigen wollen. Anders als bei der IARC-Bewertung soll es diesmal auch um die konkrete Gesundheitsgefahr für den Menschen gehen. 

Bevor die EU über die Zulassung von Glyphosat für weitere 15 Jahren entscheidet, sollte sie die Einschätzung des WHO-Gremiums anhören. Das wäre nicht nur vernünftig, es würde auch das Vertrauen der Bürger in die EU-Institutionen stärken. Zeitlich gibt es jedenfalls keinen Grund, dieses Treffen nicht abzuwarten. 

http://www.stern.de/gesundheit/glyphosat–warum-die-eu-entscheidung-vertagt-werden-sollte—ein-kommentar-6735388.html

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04.03.2016

Glyphosat im Urin: So werden Verbraucher verunsichert

Ist die Mehrheit der Deutschen mit Glyphosat belastet? Eine Untersuchung legt das nahe. Doch sie liefert wenig neue Erkenntnisse und schürt vor allem Ängste.

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Erst die Muttermilch, dann das Bier, nun auch noch der Urin von Kindern: Die Heinrich-Böll-Stiftung hat heute die nach eigenen Angaben „weltweit umfassendste Datenerhebung zur Belastung von Erwachsenen und Kindern mit Glyphosatrückständen“ veröffentlicht.

In der Presseankündigung wird von einer „beunruhigenden Antwort“ gesprochen, die die Erhebung liefert. Sie sei mit einem „unabhängigen Labor“ durchgeführt worden. Die „brisanten Daten“ aus dem gesamten Bundesgebiet würden unter anderem „enthüllen“: Insbesondere Kinder weisen die höchste Belastung mit Glyphosat auf. 

Das lässt natürlich erst einmal die Alarmglocken läuten. Rückstände von einem Unkrautvernichtungsmittel! Im Urin der Kleinsten! Doch was sagen die Daten tatsächlich aus? Und wie gefährlich sind die gemessenen Werte?

Zeitpunkt der Veröffentlichung wohl politisch motiviert

Zuerst einmal ist es nicht verwunderlich, dass die Veröffentlichung jetzt kommt. Seit vielen Monaten wird erbittert über das Risiko gestritten, das von dem weltweit am meisten eingesetzten Herbizid ausgeht. Der Grund: Die Zulassung für Glyphosat läuft in der Europäischen Union im Juni 2016 aus. Für die erneute Genehmigung müssen die Risiken des Wirkstoffs, der unter anderem in Unkrautvernichtungsmittel „Roundup“ von Monsanto verwendet wird, neu bewertet werden. Das ist ein gängiger Prozess. Die Entscheidung darüber, ob Glyphosat weiter in der EU eingesetzt werden darf, liegt bei der EU-Kommission. Und die hat es nun offenbar eilig: Sie hat Ende Februar angekündigt, bereits am 7. und 8. März ihr Urteil zu fällen.

Auch die den Grünen nahe stehende Böll-Stiftung war daher mit der Veröffentlichung ihrer Daten unter Zeitdruck. Denn diese sollten ja noch vor der Entscheidung der EU-Kommission für Empörung sorgen.

Zuvor hatte bereits das Münchner Umweltinstitut mit dem Fund von Glyphosat in Bier Stimmung gemacht: Mit einer wissenschaftlichen Standards keinesfalls genügenden Untersuchung, die mehr Fragen aufwarf als sie Antworten gab. Und die Grünen hatten im Juli 2015 stillende Mütter verunsichert: Mit der Schlagzeile, dass Glyphosat auch in der Muttermilch gefunden wurde. Die Untersuchung basierte damals auf 16 Milchproben, eingesetzt wurde ein dafür nicht geeignetes Prüfverfahren, der sogenannte Elisa-Test. Die Untersuchung führte das Leipziger Unternehmen Biocheck für die Grünen durch.

Nach der Stichprobe der Partei hat auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) 114 Proben Muttermilch untersuchen lassen, mit anderen, geeigneteren Methoden. Das Ergebnis: In keiner der untersuchten Proben konnte das Herbizid nachgewiesen werden. Zwar lässt sich auch damit nicht ausschließen, dass Glyphosat in die Muttermilch gelangt. Doch es zeigt, wie wichtig die Wahl der Methode ist.

Glyphosat-Nachweis im Urin erwartbar

Die neueste Datenerhebung, von einer Studie will der Sprecher der Böll-Stiftung am Telefon nicht sprechen, konzentriert sich nun auf den Nachweis des Herbizids im Urin. Auf dem Podium der Pressekonferenz sitzen unter anderem der Grünenpolitiker Harald Ebner, eine Referentin des Umweltinstituts, das vergangene Woche die Bierstudie herausgegeben hat, der Sprecher der Bürgerinitiative Landwende und ein Marketingleiter einer Biomarktkette. Ausgewogen, so darf man vermuten, sieht anders aus. Und auch die anwesende Professorin Monika Krüger, ehemalige Leiterin des Instituts für Bakteriologie und Mykologie der Universität Leipzig, ist keine Unbekannte. Sie ist Mitbegründerin der Firma Biocheck, die für die Grünen die Muttermilchproben untersuchte und auch diesmal die Proben auswertete. Ein Interessenkonflikt, der in der Untersuchung unerwähnt bleibt.

Die Urinproben wurden im Rahmen der Aktion „Urinale“ gesammelt, zu der die Bürgerinitiative Landwende und die Bio-Supermarktkette „Basic“ aufgerufen hatten. Gut 2000 Probanden aus der ganzen Republik schickten Urinproben ein.

Bei deren Auswertung kam auch diesmal der Elisa-Test zum Einsatz, der für wässrige Lösungen wie Urin zwar tatsächlich geeigneter ist als für Fettemulsionen wie Milch. Doch die Ergebnisse, die die Datenerhebung liefert, sind wenig überraschend.

Demnach ließen sich in nahezu allen Urinproben Rückstände des Herbizids finden. Bei 75 Prozent der Probanden war die Belastung mindestens 0,5 Nanogramm pro Milliliter (ein Nanogramm entspricht einem Milliardstel Gramm) und lag damit der Stiftung zufolge „um ein Fünffaches höher als es der Grenzwert für Trinkwasser mit 0,1 Nanogramm pro Milliliter zulässt“. Kinder und Jugendliche bis 19 Jahren „scheinen“, so die vorsichtige Formulierung, stärker belastet als andere. Wer sich vegan oder vegetarisch ernährte, hatte weniger Rückstände im Urin.

Auch wenn die Herausgeber der Untersuchung es gerne suggerieren würden: Darüber, ob die Erhebung repräsentativ ist, lässt sich streiten. Dass die Mehrheit der Bundesbürger mit Glyphosat belastet ist, lässt sich so nicht sicher belegen. Zudem: Die Datenbasis bei Kindern und Jugendlichen ist mit 51 Teilnehmern sehr klein, das räumen sogar die Macher der Erhebung ein. Daraus abzuleiten, dass Kinder die am stärksten belastete Gruppe sind, ist gewagt.

Nahezu alles lässt sich nachweisen

Dass Glyphosat im Urin zu finden ist, ist ohnehin wenig verwunderlich. Denn mit immer besseren Messmethoden lässt sich heute nahezu alles nachweisen – auch im Urin. Über die Gefährlichkeit hingegen sagt das rein gar nichts aus. Und, man wird ein wenig müde, es zu wiederholen: Der Trinkwasserwert ist kein geeigneter Referenzwert, über die Gefährlichkeit eines Stoffes sagt er nichts aus. Wie schon bei den Muttermilchproben der Grünen wird er aber gerne ins Feld geführt, denn mit ihm lassen sich Ängste leicht schüren. Da Trinkwasser zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln in Deutschland zählt, lässt sich dieser Grenzwert schnell überschreiten.

Für die zulässige Aufnahme von Glyphosat durch Lebensmittel gilt in Deutschland ein anderer, vergleichsweise strenger Grenzwert. Er liegt bei 0,5 Milligramm pro Kilo Körpergewicht und Tag. Das BfR betonte daher am Freitag, Glyphosatnachweise im Urin seien in geringen Konzentrationen zu erwarten. „Sie zeigen, dass Glyphosat, vorwiegend mit dem Urin, rasch wieder ausgeschieden wird.“ Zudem seien nicht einmal die festgestellten Maximalwerte gesundheitlich bedenklich. Die Belastung, die sich daraus berechnen lasse, liege „weit unterhalb der Grenzwerte“. Auch für besonders empfindliche Gruppen, wie Kinder, sei der Grenzwert sicher. 

Aber hat das Pflanzengift im Urin überhaupt etwas zu suchen? Ein Satz der immer wieder fällt und auch am Freitag bei der Präsentation der Erhebung ins Feld geführt wurde, lautet: „Wenn Glyphosat krebserregend ist, ist jedes Molekül zu viel.“ Denn jedes Molekül könne Krebs auslösen. Das trifft zwar zu: Bei krebserregenden Substanzen gibt es keine Untergrenze, prinzipiell kann jedes Molekül Krebs auslösen. Doch wer dieser Argumentation folgt, sollte das Glas Rotwein genauso meiden wie den  Spaziergang in der Sonne, Zigaretten oder Wurst – denn all diese Dinge können ebenfalls Krebs begünstigen.    

Um es klarzustellen: Die Diskussion darüber, ob Glyphosat für Menschen gefährlich sein kann und was höher zu bewerten ist – das generelle Krebserzeugungspotenzial oder das dosisabhängige Risiko (siehe Kasten) – ist wichtig. Untersuchungen wie die der Böll-Stiftung liefern allerdings keinen neuen Erkenntnisgewinn, schüren aber auf inhaltlich angreifbarer Basis Ängste.

Auch die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, zeigte sich wenig überrascht von den Funden. Die Werte lägen „in einer Größenordnung, die wir jüngst bei unserer eigenen Langzeitmessung im Urin von 400 Studierenden gefunden hatten“, sagte sie. Der Nachweis von Glyphosat im Urin sei angesichts der langjährigen und intensiven Ausbringung des Mittels kaum verwunderlich. Die Debatte sollte sich ohnehin nicht allein um Glyphosat drehen, betonte Krautzberger. „Wichtig ist, einzelne Pflanzenschutzmittel nicht isoliert zu betrachten oder sich auf einzelne Wirkstoffe einzuschießen“, sagte sie. „Es ist der intensive Einsatz der Mittel in ihrer Gesamtheit, der ökologisch nicht nachhaltig ist.“

http://www.stern.de/gesundheit/glyphosat-im-urin–so-werden-verbraucher-verunsichert-6732284.html

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25.02.2016

EU will Zulassung von Glyphosat um 15 Jahre verlängern

Für Monsanto deutet sich ein Erfolg in Europa an: Die EU-Kommission will das von der WHO als krebsgefährdend eingestufte Pflanzengift Glyphosat für weitere 15 Jahre zulassen. Die Grünen warnen vor der Entscheidung.

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Die EU-Kommission will die Zulassung des umstrittenen Pflanzengifts Glyphosat um 15 Jahre verlängern. Darauf wies der agrarpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Europaparlament, Martin Häusling, am Mittwoch in Brüssel laut AFP hin. Aus Kreisen der Kommission verlautete, die Entscheidung werde am 7. und 8. März in einem Ausschuss zusammen mit Experten und Vertretern der EU-Mitgliedstaaten fallen.

Mit der Verlängerung der Zulassung bis 2031 verstoße die EU-Kommission gegen das Vorsorge-Prinzip und werfe „alle Bedenken von Wissenschaftlern über Bord“, kritisierte Häusling. „Die EU-Kommission hat offenbar nicht die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger im Blick, sondern die Interessen der Agrarindustrie wie die des Herstellers des Pestizids, Monsanto“, bemängelte Häusling. Seinen Angaben zufolge soll die Wiederzulassung „weitgehend ohne Mengen- und Anwendungsbeschränkung“ erfolgen.

Glyphosat ist welt- und deutschlandweit einer der am meisten eingesetzten Wirkstoffe in Unkrautvernichtungsmitteln und das am weitesten verbreitete Pflanzengift. Das Mittel ist seit vielen Jahren umstritten. Umweltschützer halten den Stoff für hochgiftig und fordern seit Jahren ein Verbot von Glyphosat.

Die Zulassung in Europa läuft im Sommer aus. Die Grünen fordern von der Bundesregierung, der Wiederzulassung nicht zuzustimmen, und wollen dazu am Donnerstag einen entsprechenden Antrag im Bundestag zur Abstimmung bringen.

Gerade Deutschland muss jetzt bremsen in Brüssel“, forderte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Harald Ebner. Er appellierte vor allem an die SPD, für den Antrag seiner Partei zu stimmen. So könne die Partei zeigen, dass sie es ernst meine „mit ihren glyphosatkritischen Äußerungen der letzten Tage und Wochen“.

Die EU-Kommission stützt sich auf eine Stellungnahme der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa), die das Mittel im vergangenen November als wahrscheinlich nicht krebserregend beurteilte. Kritiker warnen dagegen seit Jahren vor möglichen Gesundheitsgefahren durch Glyphosat. Sogar die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat eine Gefährdung festgestellt. Die zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehörende Agentur urteilte im März 2015, dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserzeugend bei Menschen“ sei.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/02/25/eu-will-zulassung-von-glyphosat-um-15-jahre-verlaengern/

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25.02.2016

Unkrautvernichter im Bier

Deutsche Biere sind offenbar mit Glyphosat belastet, ein häufig eingesetztes Pestizid, was krebserregend sein könnte. Betroffen sind einer Studie zufolge viele große Brauereien. Das trifft auf erbitterten Widerstand.

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Deutsche Biere sind mit dem Pestizid Glyphosat belastet. Das ergab ein Test des Umweltinstitut München. Ein Labor hatte im Auftrag des Umweltinstituts Biere der 14 beliebtesten Biermarken Deutschlands auf Spuren des Unkrautvernichters hin untersucht und war bei jedem getesteten Produkt fündig geworden.

Glyphosat ist der mit Abstand am häufigsten eingesetzte Pestizidwirkstoff in Deutschland, erklärte das Umweltinstitut in einer Pressemitteilung. Rund 5.400 Tonnen würden bundesweit davon jährlich eingesetzt. Laut der Weltgesundheitsorganisation ist das Totalherbizid erbgutschädigend und „wahrscheinlich krebserregend“.

Die im Test gemessenen Werte lagen zwischen 0,46 Mikrogramm pro Liter (µg/l) und 29,74 µg/l und damit im Extremfall fast 300-fach über dem gesetzlichen Grenzwert für Trinkwasser (0,1 µg/l). „Alle getesteten Biere enthielten das Pestizid Glyphosat. Damit droht das deutsche Reinheitsgebot ausgerechnet in seinem 500. Jubiläumsjahr zur Farce zu werden“, erklärte die Biologin Sophia Guttenberger vom Umweltinstitut München.

Ein Stoff, der wahrscheinlich krebserregend ist, hat weder im Bier noch in unserem Körper etwas verloren„, fügte die Biologin hinzu. Die Deutschen konsumieren der Mitteilung zufolge im Durchschnitt 107 Liter Bier pro Jahr und nehmen damit unbewusst auch Glyphosat zu sich. Das sei nicht vereinbar mit dem Image von Reinheit und Natürlichkeit, für das die deutschen Brauereien stünden, so Guttenberger.

„Wir appellieren an die Brauereien, ihre Produkte und Zutaten jetzt genau zu überprüfen. Sie müssen klären, wie Glyphosat in das Bier gelangen konnte und in Zukunft sicherstellen, dass ihre Produkte frei von Pestizidrückständen sind“, forderte die Biologin.

Und bekommt nun heftigen Gegenwind. Denn der Deutsche Brauer-Bund hat die Studie des Münchner Umweltinstituts zu Glyphosat in Bier als nicht glaubwürdig bezeichnet. Der Vorwurf des Umweltinstitutes, die Brauereien würden ihre Rohstoffe nicht ausreichend kontrollieren, sei „absurd und völlig haltlos“, teilten die Brauer am Donnerstag mit. Die Brauereien in Deutschland betrieben einen hohen Aufwand, um die vier natürlichen Rohstoffe Wasser, Malz, Hopfen und Hefe, die nach dem Reinheitsgebot zum Brauen verwendet werden, auf mögliche Schadstoffe zu kontrollieren.

Der Deutsche Brauer-Bund habe ein eigenes Überwachungs-System für Braumalz. „Unser Monitoring zeigt, dass die gemessenen Werte stets deutlich unter den Höchstgrenzen liegen. Zu keiner Zeit konnten Überschreitungen der zulässigen Rückstandshöchstwerte bei Glyphosat festgestellt werden.“ Daneben gebe es staatliche Kontrollen und weitere Eigenkontrollen der Brauereien, die dafür Sorge trügen, dass keine Schadstoffe Eingang in die Produktion finden. Allerdings bleibt in dieser Darstellung die Frage offen, nach welchen Höchstgrenzen gemessen wurde – für Bier gibt es keine gesetzlichen Grenzwerte.

Der Brauerei-Riese Anheuser-Busch InBev hat Testergebnisse des Münchner Umweltinstituts über Glyphosat in Bier als nicht nachvollziehbar und nicht plausibel bezeichnet. Vorwürfe des Instituts über nicht ausreichende Brauereikontrollen der Rohstoffe seien absurd und völlig haltlos, teilte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag in Bremen mit. Er verwies auf Untersuchungen des Bundesinstituts für Risikobewertung, wonach Glyphosat-Spuren in Lebensmitteln als gesundheitlich unbedenklich eingestuft seien. Zu Anheuser-Busch gehören die Marken Beck’s und Hasseröder Pils sowie Franziskaner Weißbier

Das Umweltinstitut startete eine Online-Aktion, mit der sich Verbraucherinnen und Verbraucher direkt an die Hersteller der getesteten Biere wenden können. Gefordert sei aber auch die Politik: Die Bundesregierung müsse auf europäischer Ebene gegen eine erneute Zulassung von Glyphosat stimmen. Über diese wird voraussichtlich schon im März entschieden.

Experten streiten über Gefährlichkeit von Glyphosat

Marike Kolossa, Leiterin des Fachgebiets gesundheitsbezogene Umweltbeobachtung im Umweltbundesamt, sagte dazu, da nach wie vor zwischen Experten nicht abschließend geklärt sei, ob Glyphosat Krebs beim Menschen erregen könne, sei eine Belastung des Menschen „nicht wünschenswert“.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hingegen sieht keine Gefahr für die Gesundheit der Verbraucher. Glyphosatrückstände in Bier seien aus wissenschaftlicher Sicht plausibel und grundsätzlich erwartbar, da Glyphosat ein zugelassener Pflanzenschutzmittelwirkstoff sei.

Selbst die höchsten Werte von rund 30 Mikrogramm pro Liter seien jedoch so niedrig, dass die rechnerisch resultierende Aufnahmemenge bei einem Erwachsenen mehr als 1000-fach niedriger liegen würde als die derzeit als unbedenklich geltenden Aufnahmemengen, teilte das BfR auf Anfrage mit. „Um gesundheitlich bedenkliche Mengen von Glyphosat aufzunehmen, müsste ein Erwachsener an einem Tag rund 1000 Liter Bier trinken.“

Auch der Deutsche Bauernverband (DBV) hat nach dem Fund des Pestizids Glyphosat in deutschem Bier die Verantwortung von sich gewiesen. „Wir haben in Deutschland das weltweit strengste Pflanzenschutzgesetz“, sagte ein DBV-Sprecher am Donnerstag in Berlin. Nach Angaben des Bauernverbands sei der Einsatz bei der Vorerntebehandlung von Braugerste hierzulande verboten. Möglich sei jedoch, dass Bauern den Boden vor dem Einbringen des Saatguts mit glyphosathaltigen Mitteln behandeln, um diesen von Unkraut zu befreien. Glyphosat zersetze sich jedoch innerhalb von zwei bis drei Wochen im Boden. „Wenn das Pestizid beim Einsäen noch vorhanden wäre, würde nichts wachsen“, erklärte der Sprecher.

Es sei schwer festzustellen, aus welcher Quelle das gefundene Pestizid stamme, sagte der Bauernverbands-Sprecher weiter. Möglich sei, dass Spuren von Glyphosat durch den Import von Braugerste Eingang in die Produktionskette gefunden hätten. Nach Angaben des Bauernverbands werden in Deutschland jährlich rund eine Million Tonnen Braugerste angebaut. Eine ebenso große Menge wird importiert – hauptsächlich aus Frankreich, Dänemark und Großbritannien.

Das Umweltinstitut aus München hat mit der sogenannten Elisa-Methode messen lassen, die zwar bei niedrigen Werten anspricht, aber nicht unumstritten ist. Die drei Biere mit Werten ab 20 Mikrogramm pro Liter waren mit der weniger sensiblen LC-MS/MS-Methode gegengecheckt worden, die Werte bestätigten sich.

Mit der Elisa-Methode gemessene und dann mit der LC-MS/MS-Methode bestätigte höhere Werte können als nachgewiesen gewertet werden, sagte die Expertin des Umweltbundesamtes, Marike Kolossa. Sie berichtete auch, dass bei Studien mit Studenten in den vergangenen 15 Jahren die Belastung mit Glyphosat im Urin gestiegen ist.

http://www.handelsblatt.com/panorama/aus-aller-welt/hasseroeder-radeberger-warsteiner-unkrautvernichter-im-bier/13014516.html

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01.02.2016

Glyphosat: Monsanto verklagt Kalifornien

Kalifornien will Glyphosat auf die Liste der anerkannten krebserregenden Stoffe setzen. Glyphosat ist eines der Hauptbestandteile von Monsantos Unkrautvernichtungsmittel. Der Konzern hat Klage gegen den kalifornischen Staat eingereicht.

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Monsanto sorgt angesichts seines umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Roundup erneut für Aufmerksamkeit. Das US-Unternehmen verklagt eine kalifornische Behörde. Grund dafür ist das im Unkrautvernichter enthaltene Glyphosat, das die Internationale Krebsforschungsagentur IARC „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft hat. Kalifornien will Glyphosat auf die Liste der bekannten krebserregenden Stoffe setzen.

Die kalifornische Behörde, Office of Environmental Health Hazard Assessment (OEHHA), und der zuständige Direktor, Lauren Zeise, sind von der Klage betroffen. Ende September hatte die Behörde ihre Pläne für Glyphosat angekündigt. „Soweit ich weiß, ist dies die erste Aufsichtsbehörde in den USA, die feststellt, dass Glyphosat krebserregend ist (…) Also, das ist eine sehr große Sache“, zitierte EcoWatch damals Nathan Donley vom Center for Biological Diversity.

Gemäß dem „Safe Drinking Water and Toxic Enforcement Act, 1986“ (Proposition 65), welches ein im Jahr 1986 in Kraft getretenes kalifornisches Gesetz ist, soll die Hygiene des Trinkwassers gefördert werden. Demzufolge ist die Umweltschutzbehörde verpflichtet, das Gelangen von krebserregenden Substanzen in Verbraucherprodukte und daraus folgende Missbildungen sowie andere Schädigungen der Fortpflanzungsfähigkeit zu verhindern.

Monsanto streitet ab, dass Glyphosat krebserregend ist, und bezieht sich dabei auf zahlreiche Studien, die Glyphosat als sicher einstufen. Eine der Studien ist aus dem Jahr 2007 und von der Behörde selbst veröffentlicht. Darin kommt die Behörde zu dem Schluss, dass es unwahrscheinlich sei, dass Glyphosat Krebs verursache.

Mit dem Setzen von Glyphosat auf die kalifornische Liste auf Grundlage der Klassifikation durch die Internationale Krebsforschungsagentur IARC trete die US-Behörde ihre regulatorische Autorität an einen „nicht gewählten, undemokratischen, unerklärlichen Fremdkörper“ ab, heißt es in der Klage. Zumal diese Organisation nicht unter der Aufsicht eines Staates stehe.

Nimmt Kalifornien Glyphosat in die besagte Liste auf, wäre Monsanto gezwungen, die Konsumenten gut sichtbar vor der krebserregenden Chemikalie zu warnen, so Reuters. Andere Unternehmen, die ebenfalls Glyphosat verwenden, wären davon ebenfalls betroffen.

Auch in Europa wächst der Widerstand gegen Produkte von Monsanto – vor allem mit Glyphosat. In zahlreichen europäischen Geschäften wurden Glyphosatprodukte bereits aus den Regalen entfernt. Überraschend hatte die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) den Stoff im vergangenen Jahr als „wahrscheinlich nicht krebserregend“ eingestuft hat. Woraufhin hunderte Wissenschaftler sich vehement gegen diese Einstufung wehrten. Sie kritisierten in einem offenen Brief die Methoden der EU-Behörde.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/02/14/osteuropaeer-stellen-sich-gegen-angela-merkels-fluechtlingspolitik/

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13.11.2015

Krebs-Gefahr von Glyphosat: EU schlägt sich auf die Seite von Monsanto

Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat sich überraschend auf die Seite von Monsanto geschlagen und erklärt das Pestizid Glyphosat für „wahrscheinlich nicht krebserregend“. Damit stehen die Chancen gut, dass Monsanto für das von der WHO verurteilte Pestizid in Europa erneut eine Zulassung erhält. Die EFSA ist berüchtigt, weil viele Wissenschaftler auch von der Gentechnik-Industrie finanziert werden.

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Im Juli 2015 sorgte die Weltgesundheitsorganisation WHO für Aufsehen, weil sie das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ einstufte. Damit wurde erstmals offiziell festgestellt, dass ein Krebsrisiko besteht. Wer nun gedacht hätte, dass dies für die EU ausreichen sollte, um Monsanto die anstehenden Neuzulassung zu versagen, der wurde nun von einem Gutachten der EU-Lebensmittelbehörde überrascht: Darin kommt die Expertengruppe der EU zu dem Schluss, dass der Stoff vermutlich keine krebserregende Bedrohung für den Menschen darstelle, heißt es in einem am Donnerstag in Parma veröffentlichten Gutachten. Die Efsa-Forscher schlagen vor, einen neuen Grenzwert für die akute Aufnahme von Glyphosat, zum Beispiel während einer einzigen Mahlzeit, von 0,5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht festzulegen. Damit werde „die künftige Bewertung potenzieller Risiken durch Glyphosat“ verschärft, sagte José Tarazona, Leiter des Referats für Pestizide der Efsa. Bisher gibt es nur einen Grenzwert für die tägliche regelmäßige Aufnahme des Stoffes – dieser soll laut Efsa-Empfehlung von 0,3 auf 0,5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht erhöht werden.

Die Zulassung des Mittels in Europa war bis Mitte 2016 verlängert worden. Experten der EU-Staaten sollen auf der Basis des Efsa-Gutachtens – und auf Vorschlag der EU-Kommission – bis dahin über eine Neuzulassung entscheiden. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, seine Behörde werde das Gutachten nun prüfen. Die Efsa hat nur den Wirkstoff Glyphosat bewertet. Über die Zulassung von Produkten, in denen er enthalten ist, müssen die EU-Staaten am Ende entscheiden.

Das Problem der EFSA: Sie ist massiv von Leuten unterwandert, die teilweise von der Industrie finanziert werden. Die EFSA stand immer wieder im Zentrum von Skandalen, weil die angeblich unabhängigen Forscher enge Beziehungen zu den großen Gentechnik-Konzernen wie Monsanto unterhalten. Zuletzt war die EFSA aufgefallen, als sie versuchte, die französischen Autoren einer kritischen Studie, die sogenannte Séraldini-Studie, über die Wirkungen von Roundup zu diffamieren. Ein kritischer Bericht von Testbiotech hat jedoch ergeben, dass die Franzosen mit besseren wissenschaftlichen Standards gearbeitet hätten als die EFSA. Christoph Then von Testbiotech machte damals auf das grundsätzliche Problem der Methodik von EFSA aufmerksam: „Die Art und Weise, wie die EFSA Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen bewertet, scheint von der einseitigen Absicht geleitet, jegliche Zweifel an der Sicherheit der Produkte zurückzuweisen. Die Debatte über wissenschaftliche Standards wird dazu instrumentalisiert, um die bisherigen Stellungnahmen der Behörden zu verteidigen, nach denen keine gesundheitlichen Risiken zu befürchten sind.“

Die EFSA hatte zwar im Juli 2014 neue Richtlinien über ihre „Unabhängigkeit“ veröffentlicht, doch diese sind nach Einschätzung des Watchdogs Corporate Europe Observatory (CEO) ein reines Feigenblatt: Denn die EFSA erklärt einen „Experten“ nur dann für befangen, wenn er zum exakt selben Thema für die Industrie arbeitet. Grauzonen und Umgehungen sind daher leicht möglich, zumal die EFSA keinerlei Sanktionen kennt, wenn ein Forscher gegen die theoretische Regeln verstößt.

Foodwatch reagierte daher genervt auf die positive Beurteilung von Glyphosat durch die EU. In einer Pressemitteilung wird die Ablehnung der 2016 auslaufenden Zulassung für das Monsanto-Produkt gefordert: „Wenn die Wissenschaft keine eindeutigen Antworten liefert, muss politisch entschieden werden – und solange die Hinweise auf potenzielle Krebsrisiken nicht widerlegt sind, ist nur eine Entscheidung denkbar: Die Europäische Kommission muss dem Vorsorgeprinzip Rechnung tragen und Glyphosat die Zulassung entziehen. Für eine Neuzulassung fehlt die Grundlage. Auch andere potenziell oder erwiesenermaßen schädliche Mittel müssen ihre Zulassung verlieren, damit die Agrarwirtschaft beim Wegfall von Glyphosat nicht auf andere ebenfalls riskante Mittel zurückgreift. Die Europäische Kommission muss jetzt die Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel grundlegend neu aufstellen. Künftig müssen nicht nur isolierte Einzelwirkstoffe, sondern auch die anwendungsfertigen Mischpräparate toxikologisch bewertet werden. Die Prüfung muss transparent und unabhängig erfolgen. Eine Zulassung darf nur dann ausgesprochen werden, wenn keine substantiellen Hinweise auf gesundheitliche Risiken für die Verbraucherschaft vorliegen.“

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/11/13/krebs-gefahr-von-glyphosat-eu-schlaegt-sich-auf-die-seite-von-monsanto/

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29.10.2015

Forscher werfen Kontrolleuren Vertuschung vor

Glyphosat ist weltweit das beliebteste Unkrautvernichtungsmittel – und krebserregend, wie einige Studien zeigen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht das nicht so. Hat die Behörde Untersuchungen absichtlich ignoriert?

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Glyphosat ist weltweit das Unkrautvernichtungsmittel Nummer eins. Über 750.000 Tonnen des Pflanzengifts werden jährlich in der Landwirtschaft, auf öffentlichen Grünflächen und in Hausgärten ausgebracht. Mitte 2016 soll der Wirkstoff, den der US-Agrar-Konzern Monsanto erstmals 1974 auf dem Markt brachte, in der EU für weitere zehn Jahre zugelassen werden. Doch sind in den vergangenen Monaten ernste Zweifel an der Unbedenklichkeit der Substanz laut geworden.

Die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation IARC stufte Glyphosat im Frühjahr als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Auch Schädigungen des Erbguts sind laut IARC nicht auszuschließen. Demgegenüber vertritt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die Ansicht, von fachgerecht ausgebrachtem Glyphosat gingen keine Gesundheitsgefahren für den Menschen aus. Allerdings werfen renommierte Forscher dem BfR vor, zahlreiche Studien nicht berücksichtigt zu haben, die auf eine krebserregende Wirkung hindeuten.

Der Epidemiologe Eberhard Greiser von der Universität Bremen kritisiert, das BfR habe wichtige Untersuchungen zur Giftigkeit des Wirkstoffs absichtlich außen vor gelassen. So habe das BfR 31 von 92 vorliegenden Studien, die sich mit Krebsrisiken durch Glyphosat befassen, nicht in die Bewertung einbezogen. Dabei zeigten gerade einige dieser Untersuchungen, wie schädlich sich das Herbizid auf die menschliche Gesundheit auswirken kann. Stattdessen habe das BfR unter anderem zehn Studien berücksichtigt, die von der Pflanzenschutzindustrie finanziert worden waren. Greiser unterstellt dem BfR bewusste Manipulation. Auch der Toxikologe Peter Clausing glaubt, „dass Absicht im Spiel war“.

BfR: Alle „relevanten“ Studien berücksichtigt

Ökoverbände und Grünenpolitiker fordern Konsequenzen. „Die Vorgänge am Bundesinstitut für Risikobewertung sind untragbar. Das muss Folgen haben. Jetzt ist die Bundesregierung am Zug, die Zulassungsverlängerung zu stoppen“, sagte die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Bärbel Höhn (Grüne), der Frankfurter Rundschau. Um weitere Risiken abzuwenden, müsse bis zum Vorliegen einer umfassenden, unabhängigen Neubewertung ein Anwendungsmoratorium für Glyphosat verhängt werden. Ähnlich äußert sich der Geschäftsführer des Bundes der ökologischen Lebensmittelwirtschaft, Peter Röhrig: „Eine Zulassung kann nur erfolgen, wenn Gesundheitsrisiken ausgeschlossen werden können“.

Laut BfR können sie aber genau das. Das Bundesinstitut verweist darauf, dass alle relevanten Studien und Untersuchungen berücksichtigt worden seien. Man habe sowohl Versuche an Tieren wie auch Untersuchungen an Menschen, die intensiv mit Glyphosat in Kontakt kommen, in die Gesamtbewertung einbezogen, sagte ein Sprecher der FR. Krebserregende oder erbgutverändernde Wirkungen von Glyphosat auf den Menschen seien nicht belegt.

Diese Stellungnahme ist von großer Bedeutung, weil Deutschland für Glyphosat gegenüber den EU-Behörden als berichterstattendes Land dafür zuständig ist, wissenschaftliche Erkenntnisse zu möglichen Risiken zusammen zu tragen, zu bewerten und der zuständigen EU-Behörde EFSA zu übermitteln. Die EFSA nimmt eine zweite Bewertung vor, auf deren Grundlage die EU-Kommission dann über die Zulassung entscheidet, die jeweils für zehn Jahre ausgesprochen wird. Dem BfR kommt mithin eine Schlüsselrolle zu, die die Behörde am Donnerstag allerdings herunter zu spielen versuchte. „Wir sind nur ein kleines Rädchen und haben lediglich die Vorarbeiten geleistet. Die Entscheidung, ob Glyphosat weiter zugelassen wird, fällt die EFSA, für uns ist das Kapitel abgeschlossen“, sagte ein BfR-Sprecher dieser Zeitung.

Grenzwerte überschritten

Für die Verbraucher gilt das nicht. Denn Glyphosat wurde mittlerweile sowohl in Lebensmitteln als auch im menschlichen Körper nachgewiesen. Die Zeitschrift „Ökotest“ ließ 2013 Mehl, Backwaren und Haferflocken auf Glyphosat-Rückstände untersuchen. In 14 von 20 Proben wurde das Labor fündig. Der BUND stellte 2013 in einer Stichprobe in 18 EU-Ländern bei etwa der Hälfte der städtischen Bevölkerung Glyphosat-Rückstände im Urin fest. In Deutschland lag der Anteil sogar bei 70 Prozent. In einer Analyse der Muttermilch von 16 stillenden Frauen aus neun Bundesländern, die die Grünen im Frühsommer vornehmen ließen, wurden in allen Proben Glyphosat-Rückstände gefunden, die den zulässigen Grenzwert für Trinkwasser um das Zwei- bis Vierfache übertrafen.

Zwar war die Zahl der Probanden in beiden Fällen viel zu gering, um zu repräsentativen Ergebnissen zu gelangen. Besorgniserregende Hinweise auf die Verbreitung der Substanz liefern sie gleichwohl.

http://www.fr-online.de/wirtschaft/glyphosat-forscher-werfen-kontrolleuren-vertuschung-vor-,1472780,32288578.html

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26.10.2015

Krebserregendes Monsanto-Gift in OP-Material nachgewiesen

Eine argentinische Studie hat das Pflanzengift Glyphosat in zahlreichen Baumwoll-Produkten nachgewiesen. Der als krebserregend eingestufte Stoff fand sich in allen getesteten Wundverbänden. Die Forscher warnen, das Gift könne über offene Wunden direkt in den Blutkreislauf gelangen.

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Monsantos Pflanzengift Glyphosat ist nicht nur in der Nahrung, sondern auch in Baumwollprodukten wie Kleidung, Hygiene-Artikeln und Wundverbänden: Eine Studie der argentinischen Universität La Plata hat Glyphosat nun in zahlreichen Baumwoll-Produkten nachgewiesen. Das als krebserregend eingestufte Gift fand sich in ausnahmslos allen getesteten Wundverbänden, Mullbinden und Baumwolltupfern. Zudem waren 85 Prozent der getesteten Tampons mit dem Gift verseucht, so ein Bericht über die Studienergebnisse in argentinischen Medien.

Die Kontamination so empfindlicher Produkte für Wundversorgung und Körper-Hygiene sind besonders problematisch, da der Kontakt mit offenen Wunden oder der regelmäßige Kontakt mit empfindlicher Schleimhäuten zu einer verstärkten Aufnahme der krebserregenden Stoffe führen kann. Glyphosat gilt als das weitverbreitetste Pflanzengift der Welt und wurde von der WHO jüngst in die Liste der krebserregenden Stoffe aufgenommen, woraufhin viele Händler weltweit die Produkte mit dem Wirkstoff aus ihrem Sortiment strichen.

Die Forscher stellten ihre Ergebnisse auf einem Kongress vor. „Die Ergebnisse dieser Forschung sind sehr ernst zu nehmen. Wenn man Watte oder Mull verwendet, um Wunden zu heilen oder für die Körperhygiene, so geht man davon aus, sterile Produkte zu verwenden. Wie sich herausstellt sind sie jedoch mit krebserregenden Stoffen kontaminiert“, so der Kinderarzt Vasquez Medardo Avila. Die Ergebnisse hätten auch die Forscher überrascht, da sie eigentlich die Gifte in der Nahrung nachweisen wollten, die Baumwolle öffnet jedoch eine neue Tür, die unbedingt weiter erforscht werden muss, so die Ärzte. Gerade über die offenen Wunden könnte das Gift direkt in den Blutkreislauf gelangen, die Auswirkungen wollen die Wissenschaftler nun erforschen.

Verschiedene Studien haben in der Vergangenheit einen Zusammenhang von Monsantos Gift mit Hirnschäden, Nierenversagen und Darmerkrankungen belegt. Rückstände gelangen durch den großflächigen Einsatz in der Landwirtschaft in die Nahrungskette, wo sie unter anderem in Brotwaren nachgewiesen wurden. Ein Beleg dafür, dass sie sich auch im menschlichen Körper ablagern, liefert der Nachweis von Glyphosat in Muttermilch.

Der Großteil der argentinischen und weite Teile der globalen Baumwoll-Produktion ist per Genmanipulation für den Einsatz des Pflanzengifts widerstandsfähig gemacht. Wenn die Pflanzen blühen wird die offene Blüte direkt mit dem Gift besprüht, so dass das Glyphosat absorbiert wird und tief in die Pflanze eindringt.

Monsanto selbst bestreitet die schädliche Wirkung des Produkts und behauptet in einem französischen TV-Interview sogar, man könnte es gefahrlos trinken – bleibt den Beleg jedoch schuldig (siehe obiges Video). Ein amerikanischer TV-Moderator hat das Gift in der Glenn Beck Show hingegen tatsächlich getrunken.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/10/26/krebserregendes-monsanto-gift-in-op-material-nachgewiesen/

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18.08.2015

EU-Kommission gibt Bericht zu Glyphosat nur an Monsanto heraus

Die EU-Kommission hat der Nichtregierungsorganisation Testbiotech e.V. zufolge die Herausgabe eines Berichts des Bundesinstituts für Risikobebewertung (BfR) zum Pflanzenschutzmittel Glyphosat verweigert. Gleichzeitig hatten Monsanto und andere Hersteller von Glyphosat Zugang zu ihm. Der Bericht spielt eine wichtige Rolle in der laufenden EU-Debatte um die Wiederzulassung des Pflanzenschutzmittels. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte es kürzlich als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hingegen hat das Mittel bereits 2014 für unbedenklich erklärt und die Wiederzulassung empfohlen.

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EU-Kommission verschleppt Entscheidung trotz gesundheitlicher Gefahren

Die Art und Weise, wie die EU-Kommission nun bei der Frage der Wiederzulassung von Glyphosat verfährt, ist äußerst fragwürdig. Eigentlich ist die Europäische Zulassung für Glyphosat bereits 2012 ausgelaufen, die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA), die über die Gefährlichkeit des Pflanzenschutzmittels entscheiden soll, verschob jedoch die Entscheidung auf 2015. Schon lange gibt es Bedenken, ob Glyphosat tatsächlich ungefährlich ist. Die renommierte Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation WHO ist inzwischen zu der Einschätzung gekommen, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend ist.

Monsanto bekommt Zugang zum Bericht und produziert rasch eine Gegenstudie

Das BfR arbeitet der Europäischen Behörde als Berichterstatter zu. Der Bericht bleibt trotz der aktuellen Studie der WHO dabei, dass das Pflanzenschutzmittel unbedenklich ist. Monsanto und andere Hersteller von Glyphosat hatten laut Testbiotech Zugang zu einem aktuellen Entwurf des Berichtes, datiert vom Januar 2015. In Kenntnis dieses Entwurfes publizierte die Industrie rasch eine Studie, in der behauptet wird, dass Glyphosat nicht krebserregend sei. Diese Studie wurde dann wiederum vom BfR in seinem Abschlussbericht verwendet.

Als nun auch Testbiotech die Studie von der Europäischen Kommission erhalten wollte, wurde die Herausgabe verweigert, wie die Nichtregierungsorganisation heute in einer Presseerklärung zurecht kritisierte. Ihre Begründung: Eine Veröffentlichung der Daten zu diesem Zeitpunkt sei voreilig und würde den Prozess der Bewertung durch die EFSA unterminieren. Warum unterminiert eine Veröffentlichung der Studie die Bewertung, die Einsicht von Monsanto und anderen Glyphosat-Herstellern aber nicht? Eine atemberaubend absurde Vorstellung angesichts der eindeutigen Interessen, die Glyphosat-Produzenten in dieser Debatte haben.

EU-Kommission: An der Veröffentlichung besteht kein übergeordnetes Interesse

Auch die Behauptung, es gebe kein übergeordnetes öffentliches Interesse an einer Veröffentlichung der Daten, macht einen schlichtweg sprachlos. Glyphosat ist das am häufigsten eingesetzte Pflanzenschutzmittel weltweit, seine Rückstände sind in vielen Lebensmitteln enthalten. Sollte es tatsächlich krebserregend sein, kann es die Gesundheit von Verbraucherinnen und Verbrauchern erheblich gefährden, wie Testbiotech erklärte.

Verbot von Chemikalien soll TTIP-Abkommen nicht gefährden

In der EU tobt derzeit eine generelle Debatte über problematische Chemikalien wie Glyphosat, bei der die Industrielobby bisher klar die Oberhand behält. Darüber haben wir bereits zuvor berichtet. Die Industrie zieht dabei alle Register und fordert insgesamt auf mehr Regulierungen zu verzichten. Ihr Argument: Man würde andernfalls das TTIP-Freihandelsabkommen mit den USA gefährden.

Das zeigt insgesamt, wie bitter nötig eine öffentliche Debatte und die dafür notwendigen Informationen bei solch heiklen Entscheidungen, wie der Zulassung von möglicherweise gesundheitsgefährdenden Pflanzenschutzmitteln, sind. Die neue EU-Kommission unter Präsident Juncker hatte im vergangenen Herbst angekündigt insgesamt mehr Transparenz in Brüssel zu schaffen. Den Bericht des BfR nun nicht öffentlich zu machen, ist in Anbetracht dieser Ankündigungen eine herbe Enttäuschung und verhindert eine für Bürgerinnnen und Bürger wichtige öffentliche Debatte.

https://www.lobbycontrol.de/2015/08/eu-kommission-gibt-bericht-zu-glyphosat-nur-an-monsanto-heraus/

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30.07.2015

WHO stuft Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ ein

Umweltschützer fordern schon lange das Aus für das weitverbreitete Unkrautmittel Glyphosat. Die WHO stuft das Mittel nun als riskant ein – die weitere Zulassung in der EU steht damit auf der Kippe.

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Glyphosat ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Mittel zur Unkrautbekämpfung und Reifebeschleunigung. Auf rund 40 Prozent der deutschen Ackerflächen wird das Herbizid versprüht. Glyphosat sei „mit großer Wahrscheinlichkeit krebserregend für den Mensch“ vermeldete die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) im März.

Die lang erwarteten Belege für diese Einschätzung lieferte die WHO-Behörde IARC nun in einer Übersichtsarbeit, in die über 200 Studien einflossen. Das Ergebnis: Es gäbe bislang nur „begrenzt Belege dafür, dass Glyphosat im menschlichen Körper Krebs verursacht“. Ausreichend belegt werden, konnte die krebserregende Wirkung in Tierversuchen. Insgesamt kommt die IARC zu dem Schluss, dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend für Menschen“ ist.

In Deutschland galt es bislang als unbedenklich

Das Ergebnis widerspricht der bisherigen Einschätzung des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Die Behörde ist hierzulande für die Bewertung von Chemikalien verantwortlich und gibt Empfehlungen zu deren Zulassung. In einer aktuellen Mitteilung gibt das BfR an, dass die gesundheitliche Bewertung von Glyphosat auf Grundlage aller vorliegenden Studien durch die zuständigen nationalen, europäischen und anderen internationalen Institutionen bislang ergeben hätte, dass sich kein krebserzeugendes Risiko für den Menschen ableiten lasse. Daher hatte das BfR der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) auch empfohlen, die Zulassung von Glyphosat um zehn Jahre zu verlängern.

„Was das BfR vorgelegt hat, taugt nicht als Grundlage für ein Wiederzulassungsverfahren“, sagte der agrarpolitische Sprecher der Grünen im EU-Parlament, Martin Häusling. Dass verschiedene Gremien bei der Auswertung von Studien zu verschiedenen Ergebnissen kämen, gehöre zum Alltag in der wissenschaftlichen Risikobewertung, schreibt das BfR in einer Stellungnahme.

Die Einschätzung des IARC, dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend für Menschen“ ist, stützt sich offenbar überwiegend auf relativ große Studien an Menschen aus den USA und Kanada, in denen einen statistisch relevanter Zusammenhang zwischen Glyphosat und dem Non-Hodgkin-Lymphom – einer bösartigen Erkrankungen des lymphatischen Systems – beobachtet worden war.

Umweltverbände für strikte Kontrollen oder Verbote

Das BfR kündigte an, den Bericht nun zu prüfen. Auch die EFSA sei von der EU-Kommission bereits aufgefordert worden, die Ergebnisse bei der laufenden Überprüfung der Zulassung für Glyphosat zu berücksichtigen. Der Herbizid-Hersteller Monsanto will die 92 Seiten umfassende Monografie nun einer externen Prüfung unterziehen.

Umweltorganisationen forderten nach Veröffentlichung des IARC Berichts umgehend, Konsequenzen zu ziehen. „Die Umwelt- und Gesundheitsbilanz von Glyphosat wird zunehmend kritisch bewertet. Es gefährdet die menschliche Gesundheit und hat direkte und indirekte Auswirkungen auf die biologische Vielfalt. Daher wird es höchste Zeit, dass die Bundesregierung das Vorsorgeprinzip ernst nimmt und die Zulassung für Glyphosat bis zur Klärung offener Fragen aussetzt“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Alle Anwendungen, bei denen es sehr wahrscheinlich ist, dass Menschen mit Glyphosat in direkten Kontakt kommen, müssen umgehend ausgesetzt werden“, fordert die Agrarexpertin von Greenpeace Deutschland, Christiane Huxdorff.

Rund 700.000 Tonnen Glyphosat werden jährlich weltweit eingesetzt. In Deutschland sind es 5000 Tonnen des reinen Wirkstoffs. Weil Pflanzen zunehmend Resistenzen gegen das Schutzmittel entwickelten, sei der Gebrauch angestiegen, schreibt die IARC. Glyphosat finde sich in Böden, in der Luft, in Gewässern und als Rückstände in Lebensmitteln. Das BfR und die EFSA hielten die Rückstände bislang aber für unbedenklich. Ob das Pflanzenschutzmittel künftig noch eingesetzt werden darf, bleibt abzuwarten.

http://www.stern.de/gesundheit/pflanzenschutzmittel-who-stuft-glyphosat-als–wahrscheinlich-krebserregend–ein-6365308.html

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14.06.2015

Frankreich will Pestizid aus Gartenzentren verbannen

Dem Agrochemie-Hersteller Monsanto droht Ungemach in Frankreich: Das Umweltministerium will den Verkauf des Pestizids Roundup in Gartenzentren verbieten. Ein darin enthaltener Stoff könnte krebserregend sein.

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Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royal hat ein Verkaufsverbot für das umstrittene Pflanzenschutzmittel Roundup in Gartenzentren verkündet. Frankreich müsse beim Stopp von Pestiziden „in die Offensive gehen“, sagte die Ministerin am Sonntag im Sender France 3.

Sie habe daher die Gartenzentren des Landes aufgefordert, das Mittel aus dem Sortiment zu nehmen. Roundup wird von dem US-Unternehmen Monsanto entwickelt und sowohl von Bauern als auch von Hobbygärtnern verwendet.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Unterorganisation der Weltgesundheitsorganisation (WHO), hatte den in Roundup enthaltenen Stoff Glyphosat im März als „wahrscheinlich“ krebserregend eingestuft.

Monsanto kritisierte die Einschätzung und warf der IARC vor, „absichtlich“ Untersuchungen außer Acht gelassen zu haben, die in Glyphosat keine Gefahr für die menschliche Gesundheit sehen.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/monsanto-pflanzenschutzmittel-roundup-frankreich-will-pestizid-aus-gartenzentren-verbannen/11915572.html

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26.05.2015

Schweizer Supermärkte verbannen Monsanto-Produkte

Der WHO-Bericht darüber, dass Glyphosat offenbar krebserregend ist, zeigt in der Schweiz Wirkung. Die Handelsketten Migros und Coop nehmen Glyphosat nun aus ihren Läden. In Bayern stand ein Verbot zur Debatte, der Landtag sprach sich nun jedoch dagegen aus.

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Im März stufte ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO Monsantos Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Damit hat eine neuerliche Debatte über die Verwendung des des umstrittenen Wirkstoffs begonnen.

Glyphosat ist der weltweit meistverwendete Unkrautvernichter. Der Wirkstoff wird nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch von Hobbygärtnern eingesetzt. Über seine Risiken für Mensch und Umwelt wird seit Jahren gestritten. 1971 ließ der US-Konzern Monsanto Glyphosat als Herbizid patentieren – heute macht Monsanto allein mit seinem bekanntesten Unkrautbekämpfungsmittel „Roundup“ einen Jahresumsatz von 2 Milliarden US-Dollar.

Nach und nach entscheiden sich nun einige Unternehmen dafür, glyphosathaltige Produkte aus dem Handel zu nehmen. So teilte das Schweizer Unternehmen Coop am Donnerstag mit, dass glyphosathaltige Herbizide „vorsorglich“ nicht mehr verkauft werden:

Auch wenn das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) Glyphosat weiterhin als gesundheitlich unbedenklich für die Bevölkerung beurteilt, hat sich die Detailhändlerin entschieden, per Montag, 18. Mai keine glyphosathaltigen Produkte mehr in den Coop Supermärkten und Coop Bau+Hobby Baumärkten zu verkaufen.“

Es handele sich dabei um eine präventive Maßnahme. „Und dies, obwohl die Detailhändlerin auch bisher keine Konzentrate, sondern nur sehr stark verdünnte, gebrauchsfertige Produkte im Sortiment führte. Diese sind bis zu 48 Mal niedriger dosiert als die in der Landwirtschaft gebräuchlichen Produkte.“

Das Schweizer Unternehmen Migros will zukünftig auch auf Glyphosat verzichten. Ursprünglich sollte dies erst 2016 durchgeführt werden. Dem SRF sagte ein Sprecher Migros, dass man nun jedoch schon in der kommenden Woche mit dem Entfernen der Produkte beginnen werde.

In Deutschland gab es ebenfalls entsprechende Vorstöße. Mitte Mai teilte die REWE Group mit, Glyphosat aus ihrem Baumarktsortiment zu nehmen. „Die zur REWE Group gehörenden 350 toom Baumärkte werden bis spätestens 30. September 2015 keine Glyphosat-haltigen Produkte mehr führen“, so der Konzern. „Seit heute (11.05.) besteht für die Märkte keine Möglichkeit mehr, derartige Produkte nachzubestellen.“

Schleppender geht es hingegen auf Landesebene zu. So lehnte der Bayerische Landtag die Verbotsanträge von SPD und Grünen am Donnerstag ab. Empfohlen wurde allerdings, das glyphosathaltige Spritzmittel „Round up“ außerhalb der Landwirtschaft nicht mehr anzuwenden, berichtet der Bayerische Rundfunk.

Unabhängig von den Reaktionen der Handelsketten auf Glyphosat strebt Monsanto weiter eine Expansion in Europa an. Monsanto ist an dem Schweizer Chemiekonzern Syngenta interessiert. Doch der Schweizer Agrochemiekonzern weist Monsanto weiter zurück. Die Vorschläge der Amerikaner widerspiegelten grundsätzlich nicht den Wert des Unternehmens, sagte ein Syngenta-Sprecher am Mittwoch. 45 Milliarden Dollar hatte Monsanto zuletzt geboten.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/05/24/schweizer-supermaerkte-verbannen-monsanto-produkte/

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30.04.2014

Anstieg der Autismusfälle durch Glyphosat in unserer Ernährung?

In den letzten Jahren gab es bei der Autismus-Diagnostik bei Kindern einen alarmierenden Anstieg

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*Im Jahre 1970 lag die Rate noch bei 1 von 10.000*

*Laut eines vom Centers for Disease Control and Prevention im letzten Monat veröffentlichten neuen Berichts wird davon ausgegangen, dass jetzt *1* von 68 US-Kindern eine autisitische Störung aufweist. Das ist ein Anstieg um 30% des Wertes von vor zwei Jahren mit *1* von 88 Kindern. .

CDC: 1 von 68 U.S. Kindern hat Autismus – CNN.com Autism rates now 1 in 68 U.S. children: CDC

Zwar gibt es eine Reihe von Faktoren, die diese Statistiken erhöht haben, wie z.B. das erhöhte Verständnis für die Erkrankung und deren Symptome, aber es hat eine unbestreitbare Zunahme der Fälle in den letzten Jahrzehnten gegeben und Experten in allen Bereichen versuchen nun, die Ursache zu entdecken.
Stephanie Seneff , PhD , MIT, CSAIL

Diese Woche auf “One Cell  One Light Radio” begrüßte Dr. Hildy Dr. Stephanie Seneff, Senior Research Scientist am MIT Computer Science und Artificial Intelligence Laboratory, um mit ihr über diese Erhöhung bei Autismus One Cell  One Light Radio – und vielen anderen Fällen und möglichen Ursachen – zu diskutieren.

Dr. Seneff hat mehrere Diplome in den Bereichen Biophysik, Elektrotechnik und Informatik vom MIT (Massachusetts Institute of Technology). Ihre Forschungsinteressen liegen im Bereich des Schnittpunktes von Biologie und Berechnung, die Entwicklung eines Rechenmodells für das menschliche Gehörsystem, das Verständnis der menschlichen Sprach, die Entwicklung von Algorithmen und Systemen für die Mensch-Computer- Interaktion, sowie die Anwendung der Techniken zur Verarbeitung natürlicher Sprache (NLP) für Gen-Vorhersagen. In den letzten Jahren hat Dr. Seneff ihr Forschungsinteresse zurück in Richtung Biologie gelegt, sie konzentriert sich hauptsächlich auf die Beziehung zwischen Ernährung und Gesundheit.

Viele gehen davon aus, dass es eine starke Verbindung zwischen Autismus und Ernährung gibt, insbesondere mit den auf Pflanzen verwendeten Pestiziden. Zwar ist es kein Geheimnis, dass viele Bauern und große Lebensmittelhersteller wie Monsanto Pestizide wie Glyphosat (Roundup) nutzen – ihre Wirkung auf die menschliche Gesundheit sind seit langem umstritten. Als potenzielle Täter sind auch GVOs ins Visier geraten. Es scheint eine direkte Korrelation zwischen genetisch veränderten Organismen und der Chemie zu geben, die verwendet wird, um das Wachstum zu erhöhen – und dem Anstieg von neurologischen Erkrankungen.

Mit bestimmten Lebensmitteln, die so gentechnisch verändert wurden, um negativen den Auswirkungen von Pestiziden und Herbiziden wie Glyphosat zu widerstehen, scheint eine Rückkehr zu mehr natürlichen und unveränderten Lebensmitteln weit weg zu sein.

Wir haben den Beitrag 4-23-14- Dr. Hildy® and Dr. Stephanie Seneff – GLYPHOSATE: AUTISM and Many Other Health Problems für Sie übersetzt.

CDC: 1 in 68 U.S. children has autism – CNN.com
4-23-14- Dr. Hildy® and Dr. Stephanie Seneff – GLYPHOSATE: AUTISM and Many Other Health Problems

While there are a number of factors that have increased these statistics, from the widening of the spectrum to the more understanding of the disorders and the symptoms they cause, there has been an undeniable increase in cases in the past several decades and experts in all fields are trying to discover the cause. This week on One Cell  One Light Radio Dr. Hildy welcomes Dr. Stephanie Seneff, Senior Research Scientist at the MIT Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory to discuss this increase in autism – and many other cases and potential causes.

Dr. Seneff has multiple degrees from MIT, in  the fields  of Biophysics, Electrical Engineering, and Computer Science. Her research interests have been at the intersection of biology and computation, developing a computational model for the human auditory system, understanding human language so as to develop algorithms and systems for human computer interactions, as well as applying natural language processing (NLP) techniques to gene predictions.  In recent years, Dr. Seneff has focused her research interests back towards biology, concentrating mainly on the relationship between nutrition and health.

Many believe there is a strong connection between autism and nutrition, particularly with pesticides used on crops. While it is no secret that many farmers and big food producers such as Monsanto use pesticides such as glyphosate (RoundUp), their effect on human health has been long-debated. Also targeted as a potential culprit are GMOs. There seems to be a direct correlation between genetically modified organisms – and the chemicals used to grow them and an increase in neurological disease. With certain foods having been genetically modified to resist ill effects of pesticides and herbicides such as glyphosate, a return to more natural and unenhanced foods seems long off. Netzfrau Kerstin Hördemann

http://netzfrauen.org/2014/04/30/anstieg-der-autismusfaelle-durch-glyphosat-unserer-ernaehrung/#more-11731

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27.04.2014

Glyphosat-Herbizid: Nun auch in der Muttermilch

Die Anzahl der Beweise, dass Glyphosat und GVO für Menschen und Tiere langfristig schädlich sind, nehmen zu.

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Bereits im September 2013 haben wir, die Netzfrauen, gefordert, dass die Kinder besser geschützt werden müssen. In unserem Beitrag: Babybrei auch gentechnisch verseucht – Vorsicht “Chemie-Cocktail” schon von Kindesbeinen an recherchierten wir bereits zu dem Thema Babybrei, hier schwerpunktmäßig zu dem Bereich Pestizide.

Immer mehr Wissenschaftler sind der Meinung, dass zwischen den frühen Schadstoffeinwirkungen und der zunehmenden Anzahl von Krankheiten bei Kindern ein Zusammenhang besteht. Die Anzahl von Chemikalien, die die Entwicklung von Kindern beeinträchtigen können, nimmt zu.

Vor kurzem haben wir in dem Beitrag Hört auf unsere Kinder krank zu machen! noch einmal darauf hingewiesen. Und nun bekommen wir eine Nachricht aus den USA, die unsere Befürchtungen bestätigen.

Eine neue Studie hat ergeben, das in der Muttermilch amerikanischer Frauen das Herbizid Glyphosat gefunden wurde. Die USDA (U.S. Department of Agriculture) und EPA (Environmental Protection Agency)werden aufgefordert, diese Herbizide vorübergehend zu verbieten. Diese Studie steht im direkten Widerspruch zu den Behauptungen von Monsanto und den globalen Regulierungsbehörden, dass Glyphosat nicht bioakkumulierbar (sich nicht im Körper einlagere) sei.

Die ersten Tests, bei amerikanischen Frauen auf Glyphosat-Herbizide in der Muttermilch, durchgeführt von „Moms Across America“ und „Sustainable Pulse“wiesen in 3 von 10 untersuchten Proben positive Ergebnisse nach. Die schockierenden Ergebnisse weisen nach, dass sich Glyphosat im Körper von Frauen über einen längeren Zeitraum anreicherte.

Die Pilotstudie ergab Werte bei Muttermilch zwischen 76 ug/l – 166 ug/l (Mikrogramm pro Liter), das Niveau ist um 760 – 1600 mal höher als es europäische Trinkwasserrichtlinien zulassen. Der höchste Wert wurde bei einer Mutter aus Florida mit 166 ug/l nachgewiesen, die beiden anderen Mütter mit positiven Ergebnissen kamen aus Virginia 76 ug/l I und aus Oregon mit 99 ug/l. In der USA hat die EPA Werte die unter 700ug/l liegen zugelassen, dieser Richtwert beruht auf der Annahme, dass sich Glyphosat nicht im Körper anreichert.

Glyphosat-haltige Herbizide sind die meistverkauften Herbizide in der Welt und werden unter den Marken wie Monsantos Roundup verkauft. Der Umsatz bei Roundup von Monsanto sprang um 73 Prozent auf $ 371.000.000 im Jahr 2013 durch zunehmende Verwendung von gentechnisch veränderte Pflanzen (GE Crops).
Neben den Tests von Muttermilch wurden von „Moms Across America“ und „Sustainable Pulse“ ebenfalls 35 Urinproben und 21 Proben von Trinkwasser in den USA durchgeführt. In den Urinproben wurden 10 mal höhere Werte festgestellt, als in einer ähnlichen Umfrage die in der EU von „Friends of the Earth Europe“ 2013 initiiert worden war.
Diese ersten Tests, die von den Microbe Inotech Labs, St. Louis, Missouri, durchgeführt wurden sind keine vollständige wissenschaftliche Studie. Sie wurden durchgeführt um wissenschaftliche Studien über Glyphosat durch die Aufsichtsbehörden und unabhängige Wissenschaftler weltweit anzustossen.

Diese ersten Testergebnisse basieren auf dem sogenannten ELISA-Test. Durch die niedrige Nachweisgrenze in der Muttermilch und dem Urin, ist es durchaus möglich, dass auch Proben, die negativ getestet wurden Glyphosat enthalten.

Moms Across America“ Gründer und Direktor, Zen Honeycutt, sagte: „Als ich vor über einem Jahr von mehreren Ärzten und Labors hörte, ich könne nicht meinen eigenen Urin oder den meiner Kinder für die Tests auf das meist verwendete Herbizid benutzen, war ich entschlossen einen Weg zu finden das zu ändern. Eltern und Bürger müssen in die Lage versetzt werden, für sich selbst und ihre Familien herauszufinden, ob sich Herbizide auf ihre Gesundheit auswirken. Der Zweck dieser Pilotstudie, soll Aufklärung über Glyphosat im Wasser, im Körper der Kinder und in der Muttermilch bringen. Sie soll zu weiteren wissenschaftlichen Studien inspirieren, damit die Welt ein gesunder und sicherer Platz zum Leben wird.

Die untersuchten Mütter sind meist vertraut mit GVO und Glyphosat. Die meisten von ihnen haben versucht, GVO und Glyphosat über mehrere Monate bis zu zwei Jahren zu vermeiden, so dass das Niveau der Mütter, die nicht bewusst auf GVO und Glyphosat geachtet haben viel höher sein muss”, schloss Honeycutt.

Hohe Glyphosat Werte – Gefahr für Kleinkinder?

Derzeit gibt es keine einheitlichen weltweiten gesetzlichen Grenzwerte über die Höhe von Glyphosat in Muttermilch.  Allerdings hat die EPA einen rechtlich verbindlichen Grenzwert von maximal 700 ug/l im Trinkwasser vorgegeben, der Wert ist 7000 mal höher als der zulässige Wert in Europa.

Monsanto und die Aufsichtsbehörden haben weltweit ihre Vorschriften, auf der Annahme, dass Glyphosat sich nicht im Körper anreichert, erlassen. Der leitende Monsanto Wissenschaftler, Dan Goldstein, hat vor kurzem noch erklärt: „Bei Aufnahme von Glyphosat wird dieses rasch ausgeschieden, es sammelt sich nicht im Körperfett oder Gewebe an und unterliegt nicht dem Stoffwechsel beim Menschen. Vielmehr wird es unverändert mit dem Urin ausgeschieden.“

Die Entdeckung das der Schwellenwert von Glyphosat in der Muttermilch, viel höher liegt als bei allen ermittelten Ergebnissen aus Urinproben, gibt Anlass zur Sorge bei der Öffentlichkeit und den staatlichen Aufsichtsbehörden. Die Daten legen nahe, dass sich Glyphosat im Laufe der Zeit doch im Körper anreichert.

Earth Open Source Research“ Leiter Claire Robinson berichtete: „Die Aufsichtsbehörden und die Industrie sagen immer, die Dosis macht das Gift und die zunehmenden Glyphosat Rückstände, die derzeit in Lebens- und Futtermitteln gefunden werden, stellen kein Problem dar. Dieses Argument gilt aber nur, wenn sich Glyphosat nicht im Körper anreichert und es schnellstens wieder ausgeschieden wird. Die Ergebnisse der Pilotstudie legen jedoch nahe, das diese Ergebnisse hinsichtlich der Muttermilch nicht stimmen. Das bedeutet, das Körpergewebe lagert es ein und dadurch liegen die Werte jenseits der von den Behörden festgelegten Grenzwerte. Die rechtlich verbindlichen Vorschriften schützen uns nicht.“

Dr. Angelika Hilbeck, führende Wissenschaftlerin am Institut für Integrative Biologie in Zürich, erklärte: „Wie es sich in einer umfassenden Untersuchung bestätigt, so scheint es, dass Glyphosat zu einer allgegenwärtigen Chemikalie geworden ist, in Bezug auf die Präsenz und Beharrlichkeit. Diese Daten bieten einen ersten Hinweis auf mögliche Anreicherungen im menschlichen Körper, so dass Neugeborene eine erhebliche Dosis von synthetischen Chemikalien, als “Geschenk” mit unbekannten Folgen für ihren Start ins Leben bekommen. Das ist ein rücksichtsloses und unverantwortliches Verhalten in einer demokratischen Gesellschaft, die immer noch eine lebendige Erinnerung an frühere rücksichtslose chemischen Verunreinigungen, mit DDT haben müsste. Es scheint, als ob wir nichts dazu lernten oder wir haben die Lektion von Rachel Carson vergessen.“

Jessica M. aus Virginia, eine der Mütter, die positiv für Glyphosat in ihrer Muttermilch getestet wurde sagte: „Es ist erschreckend zu wissen, das all das Glyphosat in meinem Körper und vor allem in meiner Muttermilch ist, die dann den wachsenden Körper meines Sohnes vergiftet. Es ist besonders erschütternd das der Glyphosat-Test positiv ist, weil ich penibel darauf achte Produkte zu essen die biologisch einwandfrei und GVO frei sind. Ich habe kein Fleisch oder Meeresfrüchte verzehrt und nur sehr selten Milchprodukte gegessen. Dies zeigt mir, und sollte auch anderen zeigen, wie allgegenwärtig dieses Toxin in unserem Nahrung-System ist.“

Honeycutt fügte hinzu, „ „Moms Across America“ ist überzeugt, dass Muttermilch immer noch die erste Wahl gegenüber GVO-Soja-Zutaten für Mütter sein sollte. Wir fordern alle Mütter auf so biologisch einwandfrei wie möglich zu essen. Es wird empfohlen vor allem Fleisch, Milchprodukte, Öle und Getreide, das mit Glyphosat bei der Ernte als Trockenmittel eingesprüht werden zu vermeiden.“

Ermutigend ist das wir herausgefunden haben, dass die Frauen, die streng über mehrere Monate bis zu zwei Jahren Bio- und GVO frei gegessen haben, keine nachweisbare Konzentrationen von Glyphosat in der Muttermilch hatten.“

Warum sind in der USA die Glyphosat-Werte im Urin höher als in Europa?

Im Jahr 2013 wurden im Auftrag der Organisation „Friends of The Earth Europe“ Menschen in 18 Ländern auf Spuren von Glyphosat in ihrem Urin untersucht. Das Ergebnis reichte von 0,16 uG/l in der Schweiz bis zu 1,82 ug/l in Lettland. [ Wir sind geschockt! In 45% der Stadtbevölkerung Europas befindet sich Glyphosat! “Roundup” von Monsanto.]

Besonders bestürzend an der neuen US-Prüfung von „Moms Across America“ und „Sustainable Pulse“ ist, dass in Amerika die im Urin gefundenen Werte 10 mal höher sind als in Europa. Von den 35 Proben aus der gesamten USA, waren 13 Proben oberhalb der Mindestnachweisgrenze. Die drei höchsten Werte wurden alle bei Frauen festgestellt. Der höchste Wert kam aus Oregon (18,8 ug/l). Weitere positive Ergebnisse wurden in Proben aus den Bundesstaaten Kalifornien, Washington, Maryland, Colorado und Hawaii gefunden.

Experten weisen darauf hin, dass die erhöhten Werte in der Muttermilch wie auch im Urin, durch die verwendeten Mengen von Glyphosat und das ausgebrachte Roundup auf gentechnisch veränderte Pflanzen daran Schuld seien.

In den USA wird ein hoher Prozentsatz des Ackerlandes mit gentechnisch veränderten Kulturen eingepflanzt, viele Sorten wie GE Sojabohnen, GE Mais, GE Baumwolle und anderen, während in Europa nur eine genveränderte Pflanze erlaubt ist – Monsantos MON810-Mais – die wegen Gesundheits- und Umweltbedenken in den meisten EU-Staaten immer noch nicht angebaut wird.

Eine 2012 veröffentlichte Studie der Washington State University durch Professor Charles Benbrook, belegt das der Einsatz von Glyphosat bei drei gentechnisch veränderten herbizid-toleranten Kulturpflanzen – Baumwolle, Sojabohnen und Mais – zugenommen hat. Benbrooks Analyse war die erste Expertenbeobachtung, über die Veränderung des Einsatzes von Pestiziden bei gentechnisch veränderten (GE) herbizidresistenten (HT) Pflanzen.

Die meisten gentechnisch veränderten Sojabohnen, die weltweit im Handel sind, enthalten Rückstände zwischen 2 ppm (parts per million) bis zu 10 ppm von Glyphosat und seinem Hauptabbauprodukt AMPA. Das sind außerordentlich hohen Rückstände, vor allem, da viele Menschen Glyphosat durch Trinkwasser, die Luft, und einer Vielzahl von Lebensmitteln ausgesetzt sind. Ich bin besonders besorgt über die Aufnahme während der Schwangerschaft und in den ersten Jahren des Lebens eines Kindes, wenn das Risiko eines Schadens bei sich entwickelnden Organsystemen am größten ist. Weitere Forschungen sind dringend erforderlich um festzustellen wie sich Glyphosat auf die normale Entwicklung auswirkt“, so Benbrook weiter.

Glyphosat in US-Trinkwasser

In dieser Pilotphase wurden 21 Proben Trinkwasser aus den USA auf Glyphosat getestet.
13 der Proben enthielten Glyphosat Werte zwischen 0,085 ug/l und 0,33 ug/l. Diese Ergebnisse liegen weit unter den gefundenen Werten in Urin und Muttermilch, geben aber immer noch Anlass zur Sorge, da die europäischen (EU) maximal zulässigen Grenzwerte für Glyphosat in Trinkwasser bei 0,1 ug/l festgelegt wurden. [ Rückstände von Keimen, Pestiziden und Uran in unserem Mineralwasser]

Regulierungsbehörden aufgefordert, zu handeln – Weitere Tests erforderlich

Die US Environmental Protection Agency (EPA), das US-Landwirtschaftsministerium (USDA), die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), Food Standards Australia New Zealand (FSANZ) und anderen Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt sind jetzt dazu aufgefordert, nach der Veröffentlichung dieser ersten Testdaten zu verhindern das eine Situation entsteht, die öffentliche Gesundheit gefährdet.

Der „Sustainable Pulse“ Leiter Henry Rowlands, sagte dazu: „Die Regulierungsbehörden und Regierungen weltweit, müssen schnell handeln und alle Glyphosat-basierten Herbiziden als vorübergehende Maßnahme verbieten. Es müssen weitere Langzeittests sowohl von den Regulierungsbehörden als auch von unabhängigen Wissenschaftlern durchgeführt werden. Das ist der einzige Weg, dass sie das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückzugewinnen und die Gesundheit von Müttern, Säuglingen und allen Menschen schützen.“

Es war ein großer Fehler, sowohl von der US-Regierung wie auch der Biotech-Industrie Produkte zu fördern und freizugeben, ohne langfristige unabhängige Studien. Was wir jetzt mit Blick auf Glyphosat-basierten Herbiziden erleben, ist eine ähnliche Situation, mit der wir alle im 20. Jahrhundert mit PCB, DDT und Agent Orange konfrontiert waren“, schloss Rowland.

Aufgrund der Testergebnisse und der explodierenden Gesundheitsaspekte, fordert „Moms Across America“ als Vorsichtsmaßnahme, den Einsatz von Glyphosat auf GE Lebensmittel und als Trocknungsmittel auf Nahrungspflanzen zu unterlassen. Die Steigerung des Einsatzes von Glyphosat darf aber nicht beschränkt werden auf Weizen, Mais, Soja, Zucker, Reis, trockene Erbsen, Bohnen und Tee. Die EPA listet über 160 Lebensmittel mit der zulässigen Höhe von Glyphosat auf, die nicht akzeptabel für Mütter sind.

Moms Across America“ und „Sustainable Pulse“ fordern:

  • Ausreichende langfristige unabhängige Tests, um sicherzustellen, dass nur Glyphosat-Herbizid-Rezepturen verkauft und verwendet werden, die sich weder persistent (über lange Zeiträume), noch bioakkumulierbar (sich im Gewebe anreichert) oder toxisch (giftig) verhalten. Diese Tests und die Ergebnisse sind besonders für die Gesundheit der Kinder relevant.
  • Der US-Kongress sollte dringend finanzielle Mittel für die notwendigen langfristigen und unabhängigen Forschungen der Glyphosat-Herbizid-Rezepturen bereitstellen. Die Forschungen sollen unter anderem die Auswirkung auf die Gesundheit, wie Glyphosat in den menschlichen Körper gelangt und wie hoch die Anreicherung bei Mensch, Tier und Umwelt ist, enthalten.

Studien die bis lang durchgeführt wurden, haben sich nur auf die isolierte Zutat Glyphosat beschränkt, nicht aber die gesamte Rezeptur erfasst, die verkauft und verwendet wird. Was man aber jetzt schon herausgefunden hat, dass die Rezepturen oft viel toxischer sind als nur die isoliert betrachtete Zutat. Diese Studien werden durch die argrochemische Industrie gefördert, d. h. sie sind ziemlich abhängig. Schließlich werden sie heimlich laut kommerzieller Vertraulichkeitsregeln zurückgehalten, so dass sie weder von unabhängigen Wissenschaftlern noch von der Öffentlichkeit geprüft werden können.

PCB Ähnlichkeiten

Dieser Fall der zu hohe Glyphosat-Werte in der Muttermilch findet, ist eine Wiederholung des Skandals um PCB (polychlorierte Biphenyle) in den 1970er Jahren, der damit endete das PCB vom US-Kongress im Jahr 1979 verboten wurde.

Vor dem Verbot von PCB war Monsanto der einzige nordamerikanische Produzent. Das Unternehmen vertrieb PCB unter dem Handelsnamen Aroclor von 1930 bis 1977. Monsanto hatte darauf bestanden das PCB nicht giftig sei. [Polychlorierte Biphenyle (PCB) und der Giftkrieg]

Erst als Spuren von PCB in der Muttermilch gefunden wurden, die das 10 fache der im Blut gefundenen Menge überschritt – festgestellt bei den Bewohnern der Präfektur Osaka in Japan – wurde PCB von den Aufsichtsbehörden in Frage gestellt, was dann 1979 zum Verbot führte.

Nach Angaben der EPA, verursachte PCB, das weit mehr als 40 Jahren zum Einsatz bei elektrischen Kondensatoren, Kühlflüssigkeiten und Anderem kam, bei Menschen Krebs.

Ist es nicht langsam Zeit, dass die Regulierungsbehörden Lehren aus den Fehlern der Vergangenheit ziehen?

Freie Übersetzung: nach dem Artikel von Mother Earth News. Wir haben den Beitrag mit Zusatzinformationen ergänzt.

Die Unkrautvernichtungsmittel gefährden bereits die Ungeborenen, dass dürfen wir nicht einfach tolerieren. Wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Kindern, unseren Tieren und unserer Umwelt. Wir müssen endlich Maßnahmen ergreifen, denn was auf den Äckern geschieht ist “Mord auf Raten”.

Die Menschen in den USA glauben, hier in Europa hat das Glyphosat noch keine Spuren hinterlassen, das ist falsch. Denn in unserem Beitrag:  Das tägliche Gift Pestizide – “Mord auf Raten” – doch Brüssel erkennt die neue Studie nicht an! haben wir auf die Sturheit der EU hingewiesen. Sie stecken doch alle unter einer Decke, wie unser Beitrag:  Freihandelsabkommen – Alle unter einer Decke mit Monsanto und Co. zeigt.

Lasst uns alle zusammen gegen diese Konzerne Monsanto und Co. aktiv werden. Wir müssen uns weltweit vernetzen. Helfen Sie uns, teilen sie unsere Nachrichten, informieren Sie die Organisationen, die weltweit aktiv sind, dass auch wir hier, in Europa mit dem was geschieht, nicht einverstanden sind.

Netzfrau Ingrid Mengeringhaus

Orginal: Glyphosate Herbicide Found in Breast Milk of American Mothers

A new study shows signs of the herbicide glyphosate in American mothers’ breast milk and the USDA and EPA have been urged to temporarily ban these herbicides. This study shows direct contradiction to claims by Monsanto and global regulatory bodies that glyphosate does not bio-accumulate. Read more

Lesen Sie auch: Es wird immer verrückter: Monsanto-Nestlé besitzt jetzt Patente auf Muttermilch

Muttermilch als Luxusgut – erste Muttermilch-Börse jetzt auch in Deutschland!

Erschreckende neue Studie: Pestizidrückstände verursachen Fehlgeburten, reduzierte Fruchtbarkeit u.v.m.

Weitere Studien: Missbildungen, Krankheit und Viehsterben: der tatsächliche Preis von Glyphosat & GVO Tierfutter?

Forscher finden Pflanzengift in Mensch und Tier – Glyphosat

10 Studien beweisen: GVO schaden der Gesundheit

Nach El Salvador verbietet Sri Lanka Monsantos Roundup – tödlich endende Nierenerkrankungen!

Das tägliche Gift Pestizide – “Mord auf Raten” – doch Brüssel erkennt die neue Studie nicht an!

Studie – GVO verursacht Glutenunverträglichkeit

http://netzfrauen.org/2014/04/27/glyphosat-herbizid-gefunden-der-muttermilch-amerikanischer-muetter/

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07.12.2013

Bund hält Glyphosat für unbedenklich

Der Einsatz des Totalherbizids hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen – die Kritik daran ebenfalls. Das Bundesinstitut für Risikobewertung jedoch findet in 1.050 Studien keinen Hinweis auf Gesundheitsgefahr.

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Das verbreitete Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ist nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) harmlos. Weder die menschliche Gesundheit sei gefährdet noch die Fortpflanzungsfähigkeit von Menschen oder Tieren, teilte das BfR auf seiner Internetseite mit. Das Ergebnis resultiere aus der Auswertung von mehr als 1.050 wissenschaftlichen Studien. Umweltschutzaktivisten und die Grünen wollen ein (teilweises) Verbot erwirken mit dem Hinweis darauf, Glyphosat könne bei Menschen und Tieren das Risiko von Fehlgeburten und Krebserkrankungen erhöhen.

Mehr als 900 publizierte wissenschaftlichen Studien und 150 weitere neue toxikologische Studien ergäben allerdings „keine Hinweise auf eine krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Wirkung durch Glyphosat bei Versuchstieren“, teilte das staatliche BfR nun mit. Auch gebe es keinen Anlass, die geltenden gesetzlichen Grenzwerte „wesentlich zu verändern“. Die berücksichtigten Studien hätten den internationalen Richtlinien der OECD entsprochen. An der Untersuchung hatten auch das Umweltbundesamt und das Bundesamt für Verbraucherschutz mitgearbeitet. Die EU prüft 2014 turnusmäßig, ob Glyphosat neu zugelassen wird. Das Gutachten des BfR ist eine Entscheidungsgrundlage.

Landwirte erhöhten den Einsatz von Glyphosat, einem rund 40 Jahre alten Herbizid, in den vergangenen Jahren deutlich. Es ist ein sogenanntes Totalherbizid, das alle Pflanzen tötet. Nach Ablauf des Patentschutzes von Monsanto vor vielen Jahren wurde es relativ günstig. Durch einen Einsatz vor der Aussaat ist es möglich, dass Bauern den Acker nicht mehr pflügen. Auch ist es für die Chemiekonzerne Syngenta, BASF, Bayer Crop Science oder Monsanto ein umsatzstarkes Produkt. Die neue Untersuchung zeige, „wie spekulativ und haltlos die Vorwürfe der letzten Monate waren und sind“, sagte eine Sprecherin von Monsanto.

Kritik im Kontext der Debatte über gentechnisch veränderte Pflanzen

An die Spitze der Gegner hatte sich der mitglieds- und finanzstarke Umweltverein BUND mit seiner Kampagne „Glyphosat tötet“ gestellt. Er beruft sich auf einige Studien, die insbesondere für Länder Lateinamerikas auf Gesundheitsgefahren hindeuten, aber offenbar nicht den Kriterien des BfR genügten. In Lateinamerika wird Glyphosat teils mit Flugzeugen versprüht, Anwohner und Arbeiter sind ihm anders als in Europa direkt ausgesetzt.

Der BUND verweist auch auf eine eigene Stichprobe, wonach ein großer Teil der Probanden Glyphosat im Urin habe. Es gelangt in sehr geringen Mengen über die Felder ins Essen und Trinkwasser. Diese Stichprobe inspirierte zahlreiche glyphosat-kritische Presse- und Fernsehberichte, etwa „Unser tägliches Gift“ im ZDF. Bernhard Küsken, der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, stellte dazu einen Brief ins Internet und hob den Nutzen von Glyphosat hervor: Es erhöhe die Erträge und vermindere die Bodenerosion, da nicht mehr gepflügt werden müsse. Auch werde dadurch viel Energie gespart, vor allem Diesel für den Traktor.

Das Gutachten des BfR enthält einen Punkt, der eine genauere Untersuchung von Gesundheitsrisiken nahelegt. Das betrifft allerdings nicht Glyphosat, sondern Zusatzstoffe wie sogenannte Tallowamine, die manchen glyphosathaltigen Pestiziden beigefügt sind. Deren Toxizität könne „höher sein“, hieß es. Tallowamine führen dazu, dass das Pflanzengift besser an den Pflanzen haften bleibt. Das ist allerdings seit Jahren bekannt und hat in Deutschland schon vor Jahren zu teilweisen Nutzungsverboten geführt. Glyphosat steht in denjenigen Ländern – etwa Amerikas und Asiens –, in denen gentechnisch veränderte Pflanzen (GVO) zugelassen sind, in enger Verbindung mit der GVO-Technik. Dem Mais oder Soja ist eine Resistenz gegen Glyphosat „eingezüchtet“. Das Unternehmen Monsanto, Objekt weltweiter Proteste, wird besonders mit diesem Mittel verbunden. GVO-Pflanzen werden in Deutschland aber nicht angebaut. Internationale Kritik an Glyphosat ist aber im Kontext der GVO-Debatte zu sehen, die im Kern auch eine um die Struktur der Landwirtschaft insgesamt ist, weil GVO den Strukturwandel hin zu großen Farmen und einer Konzernstruktur im Agrarsektor beschleunigt.

http://www.faz.net/frankfurter-allgemeine-zeitung/streit-um-pestizide-bund-haelt-glyphosat-fuer-unbedenklich-12698908.html

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