Frankreich will Euro gegen den Willen Deutschlands abwerten – eine Chronik

26.09.2014

Franzosen wollen weichen Euro: Total-Chef fordert Ende des Petro-Dollars

Die Franzosen machen gegen den Dollar mobil: Sie fordern einen stärkeren globalen Einsatz des Euro. Was auf den ersten Blick als eine Revanche gegen die Amerikaner wegen der Milliarden-Strafe gegen die BNP Paribas erscheint, ist in Wahrheit ein weiterer Versuch, den Euro abzuwerten. Damit hofft Paris, die marode Wirtschaft im eigenen Land in Schwung zu bringen. Finanzminister Sapin will die neue Strategie auf die Tagesordnung der Euro-Finanzminister setzen.

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In Frankreich formiert sich eine Allianz gegen den Dollar als Weltwährung. Der französische Finanzminister Michel Sapin sagte der FT, die Europäer sollten drüber nachdenken, ob es nötig sei, auch Handelsgeschäfte innerhalb Europas in Dollar abzuwickeln, wie etwa im Flugzeugbau. Dies sei kein Kampf gegen den US-Imperialismus, sagte Sapin Bloomberg TV.

Der Vorsitzende des französischen Energie-Riesen Total, Christophe Margerie, sieht keinen ernsthaften Grund darin, warum der weltweite Öl-Handel in US-Dollar abgewickelt wird. Stattdessen sollte der Euro den US-Dollar weitgehend ersetzen. Das sei auch möglich, wenn der Preis pro Barrel weiterhin in US-Dollar festgelegt werde.

Die FT zitiert einen anonymen französischen Manager, der Sapin unterstützt: Man habe keine Lust, sich wegen der Dollar-Geschäfte den komplizierten US-Regeln und Kontrollen zu unterwerfen.

Zuvor hatte der Chef der französischen Notenbank Christian Noyer sagte am Freitag in einem Interview mit dem Magazin Investir, dass Frankreich erwägt, den US-Dollar als Leitwährung seiner Währungsreserven abzuschaffen (mehr hier).

Doch damit nicht genug. Am Donnerstag hatte der französische Finanzminister vorgeschlagen, dass Europa seine monetären Transaktionen möglichst bald in Euro durchführen soll, meldet Bloomberg.

Vordergründig kommt dieses Unbehagen wegen der US-Strafe gegen die französische Geschäftsbank BNP Paribas verhängt. BNP Paribas soll Geschäfte mit dem Iran, Kuba und Sudan betrieben haben. Doch die drei Staaten stehen unter US-Sanktionen (mehr hier).

Der US-Dollar sei nicht unbesiegbar. Im Vergleich zu allen anderen Leitwährungen der Geschichte ist er sogar schwächer, meldet Finanz-Analyst Brandon Smith auf alt-market.com. Sein Wert hänge letztendlich direkt von seinemWeltwährungs-Status zusammen.

Die Drohungen der Franzosen, Chinesen und Russen gegen die US-Währung seien kein Bluff. Wenn Länder die Entsorgung des US-Dollars ankündigen, dann wird das am Ende auch stattfinden.

Tatsächlich geht es den Franzosen darum, den Euro endlich zu einer weichen Währung zu machen. In den vergangenen Monaten hatten mehrere Politiker und Banker gefordert, die Euro-Finanzminister sollten der EZB einen Euro-Kurs nach politischen Kriterien vorgeben (hier). Dieses Anliegen scheint wegen der formalen rechtlichen Lage nicht ohne weiteres umsetzbar.

Würde der Euro jedoch stärker als Weltwährung genutzt, könnte die EZB die Märkte in anderen Regionen stärker mit Euro-Liquidität schwemmen.

Dann würde das billige EZB-Geld endlich in der Realwirtschaft ankommen – wenn auch in anderen Teilen der Erde. Die dann entstehende Inflation würde den Euro weichspülen und so der französischen Exportwirtschaft nutzen.

Frankreich hatte diese Strategie zu Zeiten angewandt, als das Pfund Sterling und der Franc noch die Weltwährungen waren. Eingebunden in das Euro-System, ist Paris dieser Weg verwehrt.

Der französische Vorschlag dürfte bei der Bundesbank und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Alarmglocken schrillen lassen. Die größte Gefahr für Deutschland besteht darin, dass im Fall des neuen EU-Kommissionspräsidenten erstmals in der EU eine wichtige Entscheidung mit Mehrheit getroffen wurde – Großbritannien wurde einfach überstimmt.

Die Südstaaten werden vermutlich nicht zögern, auch in der Währungsfrage demnächst eine Mehrheitsentscheidung zu treffen. Wenn sie nicht auf der Hut sind, wäre die Deutschen in diesem Fall die Verlierer. 

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/07/07/franzosen-wollen-weichen-euro-total-chef-fordert-ende-des-petro-dollars/

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09.07.2014

Frankreich: Industrie fordert Ende des „verrückten Euro“

Die EZB soll den Kurs des Euro durch massives Gelddrucken auf 1,20 Dollar absenken, fordert der Airbus-Chefmanager für Passagierflugzeuge. Wie andere Staaten müsse auch die Eurozone die Währung als Waffe einsetzen. Der Airbus-Konzern würde von einem schwächeren Euro profitieren, denn er verkauft seine Flugzeuge in Dollar.

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Fabrice Bregier, Chefmanager für das Geschäft mit Passagierflugzeugen bei Airbus, fordert von der EZB eine deutliche Abwertung des Euro. Die derzeitige Stärke der Gemeinschaftswährung sei „übertrieben“ und „verrückt“.

Die EZB solle eingreifen und die Bewertung des Euro um 10 Prozent absenken, von derzeit 1,36 Dollar auf 1,20 bis 1,25 Dollar, sagte Bregier der Financial Times. „[Die Eurozone] darf nicht das einzige Wirtschaftsgebiet sein, das den Einsatz seiner Währung als Waffe vernachlässigt […] als ein entscheidendes Mittel, um seine Wirtschaft voranzubringen.“

Airbus verkauft seine Flugzeuge in Dollar. Doch seine Produktionskosten fallen in Euro an. Ein steigender Wechselkurs zum Dollar macht dem Unternehmen daher zu schaffen. Vor demselben Problem stehen Konzerne wie Unilever, SAP und BMW.

Bregier sagte nicht explizit, welche Maßnahmen die EZB ergreifen sollte, doch die Andeutungen sind deutlich: „Schauen Sie, was die Japaner machen. Sie haben den Yen um 20 Prozent abgewertet. Wir müssen hier einfach zu normaleren Wechselkursen zurückkehren. […] Wir müssen einfach den Märkten langfristig deutlich machen, dass dies jetzt ein wichtiges politisches Ziel der europäischen Staaten ist.“

Die Forderung des Airbus-Managers schließt sich an jene verschiedener französischer Politiker an. So sagte das EZB-Ratsmitglied Christian Noyer in der vergangenen Woche, dass der starke Euro die wirtschaftlichen Aktivitäten und die Preisstabilität massiv belaste. Die EZB könne ein Programm zum Ankauf von Staatsanleihen starten, um den Euro zu schwächen (hier).

Benoit Coeure, französisches Mitglied des EZB-Direktoriums, sagte, dass die Zentralbank umso mehr unter Druck gerate, je stärker der Euro werde. „Die niedrige Inflation […] hat ihre Ursache vor allem im starken Euro. Je stärke der Euro wird, desto mehr geldpolitische Anpassung müssen wir vornehmen.“

Doch anders als der Airbus-Manager Bregier spricht sich der Notenbanker Coeure gegen eine direkte Fokussierung auf den Wechselkurs zum Dollar aus. „Es ist unmöglich, [den Wechselkurs] vorzugeben, weil Wechselkurse auf den globalen Märkten bestimmt werden. Es wäre daher nicht weise oder möglich für uns, eine politische Vorgabe zu haben.“

Auch ein Ankaufprogramm der EZB für Staatsanleihen hält Coeure vorerst nicht für notwendig. Die bisherigen Maßnahmen der Zentralbank seien ausreichend, um die Kreditvergabe in der Eurozone wiederzubeleben.

Im Juni senkte die EZB den Leitzins auf einen historischen Tiefstand und führte erstmals Negativzinsen für Banken ein. Zudem will sie den Banken der Eurozone langfristige Billigkredite im Umfang von 1 Billion Euro bereitstellen. Doch EZB-Chef Draghi hält daran fest, im Notfall auch zu „unkonventionellen Maßnahmen“ zu greifen, etwa dem Kauf von Staatsanleihen (mehr hier).

Trotz dieser kräftigen Schritte und Pläne der EZB ist der Eurokurs kaum gesunken und liegt noch immer bei 1,36 Dollar. Einige Ökonomen sagen, dass der Kurs des Euro zum Dollar wahrscheinlich erst dann sinkt, wenn die EZB tatsächlich nach dem Vorbild der US-Zentralbank Federal Reserve und der Bank of England ein Quantitative Easing (QE) betreibt, also ein Programm zum Ankauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren.

Auch die Kritik aus Frankreich am Dollar als Leitwährung ist zu verstehen als ein Versuch, die Schuldenkrise in der Eurozone durch Gelddrucken hinauszuschieben. So sagte der französische Finanzminister Sapin, die Europäer sollten darüber nachdenken, ob es nötig sei, auch Handelsgeschäfte innerhalb Europas in Dollar abzuwickeln, wie etwa im Flugzeugbau (mehr hier).

Vordergründig kommt die Kritik am Dollar wegen der US-Strafe gegen die französische Geschäftsbank BNP Paribas. Diese soll Geschäfte mit dem Iran, Kuba und Sudan betrieben haben. Doch die drei Staaten stehen unter US-Sanktionen (mehr hier).

Tatsächlich strebt Frankreich eine Schwächung des Dollar an, um ein massives Gelddrucken durch die EZB zu ermöglichen. Denn wenn die Rolle des Dollars zurückgeht, kann die EZB Euro drucken, ohne den Wechselkurs abzusenken.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/07/09/frankreich-industrie-fordert-ende-des-verrueckten-euro/

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02.07.2014

Frankreich fordert weitere Anleihekäufe der EZB

Die Unabhängigkeit der EZB ist für Frankreich wohl nur eine Phrase: Der Ministerpräsident drängt die Notenbank zu Anleihekäufen, weil ihm der Euro zu teuer ist. Doch beeinflusst das die EZB-Entscheidung am Donnerstag?

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Einen Tag vor der EZB-Zinssitzung fordert die französische Regierung aggressivere Schritte gegen den aus ihrer Sicht zu hohen Euro-Kurs und drohende Deflationsgefahren. Die im Juni beschlossenen Maßnahmen einschließlich einer weiteren Zinssenkung dürfen nach Worten von Ministerpräsident Manuel Valls nicht zwingend die letzten sein. „Das ist zwar ein deutliches Signal, aber ich wünsche mir eine Zentralbank, die noch weiter gehen kann – auch durch den Kauf von Vermögenswerten an den Märkten“, sagte Valls in einem Interview mit der Zeitung „Les Echos“. „Geldpolitik kann nicht allein über Zinsen laufen.“

Valls bekräftigte die Einschätzung der französischen Regierung, dass der Kurs des Euro an den Finanzmärkten zu hoch ist. „Der Euro ist überbewertet, was schlecht für die Industrie und das Wachstum ist.“ Forderungen aus Paris an die Währungshüter in Frankfurt, etwas gegen den starken Euro zu unternehmen, haben bereits Tradition. Vor allem die Bundesregierung hat solche Mahnungen wiederholt zurückgewiesen und dabei auf die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank (EZB) verwiesen.

Die EZB berät bei ihrer Ratssitzung am Donnerstag über den weiteren geldpolitischen Kurs. Es gilt jedoch als sicher, dass sie erst einmal die Wirkung der im Juni beschlossenen Maßnahmen abwartet, bevor sie neue verkündet. Massive Anleihenkäufe nach dem Vorbild der Notenbanken in den USA und Japan hält die EZB für nicht ausgeschlossen, sollte die Teuerung nicht anziehen und die Konjunktur weiter schwächeln. Aber in absehbarer Zeit steht ein solcher Schritt nach Auffassung von Experten nicht an.

http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/der-euro-ist-ueberbewertet-frankreich-fordert-weitere-anleihekaeufe-der-ezb/10139790.html

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05.05.2014

Frankreich warnt: Euro ist zu stark

Die europäische Gemeinschaftswährung Euro ist nach Ansicht von Frankreichs Ministerpräsident Manuel Valls zu stark. Das Land belasten massive Schulden, hohe Arbeitslosigkeit und der Niedergang der heimischen Industrie.

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Die europäische Gemeinschaftswährung Euro ist nach Ansicht von Frankreichs Ministerpräsident Manuel Valls zu stark. „Wir brauchen einen deutlichen Wandel, der unsere Geldpolitik zu einem Instrument für Wachstum und Arbeitsplätze macht, ein Instrument, das den Menschen dient“, sagte Valls am Samstag auf einer Veranstaltung junger Sozialisten bei Paris. Bereits am Dienstag hatte Valls vor dem Parlament in Paris die EU aufgefordert, das Wirtschaftswachstum zu fördern.

Frankreichs Präsident Francois Hollande hat in der Hoffnung auf eine anziehende Konjunktur Steuersenkungen in Aussicht gestellt. Die Reformanstrengungen seien zwar noch nicht vorüber, aber die wirtschaftliche Erholung komme nun, sagte der Sozialist der Sonntagszeitung Journal du Dimanche. Diese Phase werde zu einem kräftigen Wachstum, besserer Wettbewerbsfähigkeit und einer Stärkung der Kaufkraft über niedrigere Steuern führen. „Wir haben nun die zweite Phase meiner Amtszeit begonnen“, sagte Hollande, dessen Umfrage-Werte auf ein Rekordtief gefallen sind. Vor seiner Wahl im Mai 2012 hatte er angekündigt, sich zunächst auf die Sanierung der Staatsfinanzen zu konzentrieren, bevor dann die Kaufkraft der Privathaushalte gestärkt werden solle.

Frankreich gilt als eines der Sorgenkinder in der Euro-Zone. Der nach Deutschland zweitgrößten Volkswirtschaft der Währungsgemeinschaft machen eine Konjunkturflaute, massive Schulden, hohe Arbeitslosigkeit und der Niedergang der heimischen Industrie zu schaffen. Die Regierung will bis 2017 rund 50 Milliarden Euro einsparen und trifft damit auf scharfe Kritik der Gewerkschaften. Hollande ist schon jetzt der unbeliebteste Präsident Frankreichs. Bei der Kommunalwahl Ende März straften die Franzosen ihn und seine Sozialisten ab.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/05/05/frankreich-warnt-euro-ist-zu-stark/

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19.04.2014

Frankreich will EZB entmachten: EU-Politiker sollen Euro abwerten

Die Franzosen fordern eine umfassende Entmachtung der EZB: Nicht mehr das Direktorium der EZB, sondern die EU-Regierungschefs sollen für den Euro-Kurs zuständig sein. Die EZB solle die politischen Vorgaben umsetzen. Das Ziel ist eine Abwertung des Euro, um die französischen Schulden-Probleme mit deutscher Hilfe zu lösen.

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Der französische Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg plädiert dafür, dass die Wechselkurs-Politik in Zukunft in die Zuständigkeit des Europäischen Rates und nicht mehr in die der Europäischen Zentralbank fallen soll. Die EZB solle dann für die Umsetzung eines politischen Mandats zuständig sein. Zugleich fordert Frankreich die Aufweichung der Maastricht-Kriterien und die Orientierung an der Geldpolitik der US-amerikanischen Fed.

Frankreich kämpft an allen Fronten: Es kann die Maastricht-Defizitkriterien nicht einhalten und der Wechselkurs des Euro im Verhältnis zum Dollar ist für seine Exporte viel zu hoch. Dies gilt freilich auch für andere Staaten im Euro-Währungsraum.

Zugleich haben die Südländer großes Interesse an einer QE-Politik im Stil der Fed, die zeitweise für bis zu 85 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen und Hypothekenkredite in den USA ankaufte. Deshalb wagt Frankreich nun einen riskanten Vorstoß, vorerst jedoch nur auf der verbalen Ebene.

Der französische Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg sagte kürzlich der Zeitung Les Echos: „Die Wechselkurspolitik fällt in die Zuständigkeit des Europäischen Rates (der EU Staats- und Regierungschefs). Die EZB ist dann für die Umsetzung eines politischen Mandats zuständig“.

Wir wollen rasch ein Treffen unserer europäischen Partner, um diese Frage zu erörtern“, so Montebourg weiter. „Wir müssen den Wechselkurs des Euro senken und uns in einer neuen Geldpolitik engagieren, die nicht mehr restriktiv ausgelegt ist, sondern sich vielmehr die amerikanische Fed zum Vorbild nimmt“.

Der Wechselkurs des Euro liegt aktuell bei 1,38. EZB-Präsident Draghi hat sich im vergangenen Jahr dahingehend geäußert, dass ein Eurokurs über 1,30 US-Dollar der Wettbewerbsfähigkeit südeuropäischer Exporte deutlich schade. Als Messlatte gelten 1,10 US-Dollar damit die Krisen-Länder wettbewerbsfähig auf dem Weltmarkt werden (mehr hier).

Der zweite Vorstoß Frankreichs gilt dem Defizitabbau des Landes: Der französische Finanzminister Michel Sapin hatte in einem Radio-Interview erwähnt, dass Frankreich einen „etwas langsameren Defizitabbau“ als ursprünglich mit der Europäischen Kommission vereinbart, erreicht hätte. Er fügte jedoch hinzu: „Wir respektieren selbstverständlich alle unsere Verpflichtungen“.

Frankreich hatte der EU unlängst zugesagt, sein Defizit – es lag Ende 2013 bei 4,3 Prozent –auf unter drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bis 2015 zu drücken.

Die Frist zum Abbau von Frankreichs Defizit wurde bereits zweimal verschoben. Doch auch in den kommenden Jahren wird das französische Staatsdefizit mehr als 3 Prozent betragen, so Sapin. Dafür habe sein Land „teilweise“ die Unterstützung der EU-Kommission (mehr hier).

Sapin betonte ähnlich wie Präsident Hollande, dass es ein Sparen um des Sparens willen nicht geben solle. Denn sonst werde das wieder aufkeimende Wachstum erstickt.

Der französische Premierminister Manuel Valls stellte unlängst seinen Plan vor, das öffentliche Defizit von 50 Milliarden Euro erst ab dem Zeitraum zwischen 2015 und 2017 zu verringern.

Ein weiterer Vorstoß Frankreichs berührt den Maastricht-Vertrag: Der neue Führer der Sozialistischen Partei, Jean-Christophe Cambadélis, erklärte dazu: „Wir müssen die Maastricht-Kriterien (die EU-Defizit und Schuldenstand-Regeln) ändern, die vor der Krise erarbeitet wurden“, andernfalls würden die von der französischen Regierung geplanten Budgetkürzungen „nicht ausreichen“.

Auch der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, betonte im Handelsblatt: „Die Defizitkriterien im Stabilitätspakt haben wir vor 22 Jahren festgelegt und müssen sie nun der politischen Realität anpassen“. Diese seien nicht mehr zeitgemäß.

Ebenso ließ Schulz durchblicken, er hielte einen Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB in Einzelfällen für sinnvoll. „Die EZB hat bereits mit Zustimmung der Regierungen im großen Stil Staatsanleihen gekauft und dadurch die Krise maßgeblich gedämpft. Ob sie das in Zukunft wiederholt, lässt sich nicht pauschal entscheiden. Das muss man von Land zu Land unterschiedlich bewerten“, sagte er.

Bereits Anfang April hatte Schulz mehr Zeit für Frankreich gefordert, um sein Defizit auf 3 Prozent zu senken, hier. Zudem stellt Schulz die Maastricht-Kriterien generell in Frage: Über die 3-Pozentgrenze beim Haushaltsdefizit und über die 60-Prozentgrenze bei den Gesamtschulden müsse man „in einem sozialen Rahmen“ nachdenken.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/04/19/frankreich-will-ezb-entmachten-eu-politiker-sollen-euro-abwerten/

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08.04.2014

Frankreich in Not: „EZB muss schneller Geld drucken“

Frankreichs neuer Ministerpräsident Manuel Valls kritisiert die EZB für ihre zögerliche Geldpolitik. Der starke Euro bremse Frankreichs Wirtschaft. Die EZB solle sich ein Beispiel an der lockeren Geldpolitik der USA und Japans nehmen.

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Scharfe Kritik an der EZB aus Paris: Die Stärke des Euro sei ein Hemmschuh für die Wirtschaft, sagte der neue französische Ministerpräsident Manuel Valls. Die Europäische Zentralbank (EZB) fahre eine weniger lockere Geldpolitik als andere Notenbanken, obwohl die Konjunkturerholung in der Euro-Zone noch schwach sei: „Ich möchte dieses Thema, das für die Europawahlen zentral ist, direkt ansprechen“, betonte Valls.

Frankreich wird zur Einhaltung der EU-Defizitvorgaben den Sparkurs voraussichtlich etwas ernster nehmen. Im Juni sollen zusätzliche Schritte zur Sanierung des Haushalts kommen, wie der Leiter des Finanzausschusses im Abgeordnetenhaus, Christian Eckert, Reuters am Dienstag sagte. Valls bekannte sich vor dem Parlament zu den Haushaltszielen, wandte sich aber gegen eine zu strikte Sparpolitik. „Ohne Wachstum stellt sich kein Vertrauen ein“, betonte Valls. Der Sozialist steht unter Zugzwang. Frankreich soll das Staatsdefizit bis Ende 2015 unter die EU-Grenze von drei Prozent der Wirtschaftsleistung drücken, hinkt jedoch dem Zeitplan hinterher.

Das gilt auch für Italien: Ministerpräsident Matteo Renzi dürfte Brüssel für nächstes Jahr ein Defizitziel von 1,8 statt der ursprünglich veranschlagten 1,6 Prozent melden, wie vor einer abendlichen Kabinettsitzung von Insidern verlautete. Italien hält damit jedoch das EU-Defizit-Kriterium ein, während es Frankreich wohl nur noch mit zusätzlichen Anstrengungen erreichen kann. Präsident Francois Hollande hat für die Jahre 2015 bis 2017 ein Sparvolumen von rund 50 Milliarden Euro veranschlagt. Valls zufolge soll die Zentralregierung rund 19 Milliarden Euro dazu beitragen.

Mit dem sogenannten „Pakt der Verantwortung“ sollen in Frankreich Unternehmen vom Staat um rund 30 Milliarden Euro entlastet werden. Im Gegenzug sind sie gefordert, mehr Personal einzustellen. Ergänzend soll ein „Pakt der Solidarität“ dafür sorgen, dass auch Arbeitnehmer von Steuern und Abgaben entlastet werden. Der Staat kommt mit der Haushaltssanierung jedoch nur schleppend voran – 2013 lag das Defizit bei 4,3 statt der angepeilten 4,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Um das Haushaltsziel zu erreichen, hat Frankreich von der EU bereits einen Aufschub von zwei Jahren erhalten. Eine weitere Fristverlängerung will EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn jedoch nicht mehr gewähren, auch wenn Hollande vor kurzem mehr Freiheit zur Belebung des Wirtschaftswachstums gefordert hatte.

Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble pocht auf Einhaltung der zugesagten Sparmaßnahmen: „Wir finden es nicht schlecht, wenn man sich in Europa an die Regeln hält, die man sich selbst gegeben hat“, sagte der Minister im Bundestag. Es sei vor Jahren „ein schwerer Fehler“ gewesen, als Deutschland und Frankreich den europäischen Stabilitätspakt gebrochen hatten. „Nur wenn wir uns an Vereinbarungen und Regeln halten, schaffen wir die Voraussetzungen für weiteres stabiles Wachstum“, sagte Schäuble.

Wie aus französischen Parlamentskreisen verlautete, will Valls einen überarbeiteten Budgetplan für die Jahre 2015 bis 2017 nun erst Ende April und nicht wie bislang geplant Mitte des Monats vorlegen. Hollande hatte Valls nach der schweren Schlappe der Sozialisten bei der Kommunalwahl zum Ministerpräsidenten ernannt.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/04/08/frankreich-in-not-ezb-muss-schneller-geld-drucken/

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13.02.2014

Probleme durch Reformen lösen: “Frankreich will Euro abwerten – Ökonomen warnen vor Inflation in Deutschland

Frankreich will wegen seiner schwierigen Wirtschaftssituation den Euro abwerten. Doch das hätte für Deutschland fatale Folgen: Die Inflation würde steigen. Deutsche Ökonomen fordern: Frankreich muss seine Probleme durch Reformen lösen.

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Führende deutsche Ökonomen warnen vor der von Frankreichs Industrieminister Arnaud Montebourg geforderten Abwertung des Euros. Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), sagte der „Bild“-Zeitung vom Donnerstag: „Für die deutsche Wirtschaft ist ein starker und stabiler Euro wichtig. Die Exportüberschüsse basieren in erster Linie darauf, dass wir die auf dem Weltmarkt nachgefragten Waren produzieren.“

Fratzscher sieht in der Forderung ein Ablenkungsmanöver: „Frankreich muss die strukturellen Schwächen und nötigen Arbeitsmarktreformen anpacken.“

Frankreich will den Euro abwerten

Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo-Instituts, unterstützt die Einschätzung. „Frankreich muss seine Probleme durch Reformen lösen. Der Euro ist aus deutscher Sicht zu billig“, sagte er der „Bild“. „Eine Abwertung würde in Deutschland zu einer steigenden Inflation führen. Der Handelsüberschuss würde sich zudem weiter erhöhen.

Montebourg hatte in einem Interview mit der französischen Tageszeitung „Les Echos“ ein entschiedenes Handeln der Euro-Mitgliedsstaaten zur Abwertung der Gemeinschaftswährung gefordert.

Nur so können sich die europäische Wirtschaftsregion im globalen Wettbewerb behaupten. Als Argumente führte er an, dass der Euro in den vergangenen beiden Jahren gegenüber dem US-Dollar um zehn Prozent und gegenüber dem japanischen Yen um 40 Prozent aufgewertet habe.

http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/probleme-durch-reformen-loesen-frankreich-will-euro-abwerten-oekonomen-warnen-vor-inflation-in-deutschland_id_3611220.html

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22.10.2013

Frankreichs Industrieminister: Euro ist übermäßig deutsch

Frankreich hält laut Industrieminister Arnaud Montebourg den Wechselkurs des Euro für zu hoch angesetzt und die Monetärpolitik der Europäischen Zentralbank für zu hart, womit der Euro den Interessen Deutschlands diene.

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Dies äußerte Montebourg in einem Interview für die Tageszeitung „Le Parisien“, das am Dienstag veröffentlicht wurde.

Wenn der Eurokurs gegenüber dem Dollar um zehn Prozent an Wert verlieren würde, würde der Wohlstand von Frankreich um 1,2 Prozent wachsen. Die Wirtschaft des Landes würde 120 000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, zitiert die online-Zeitung Lenta.ru aus dem Interview.

Wenn der Euro 20 Prozent an Wert verlieren würde, würde Frankreichs Haushaltsdefizit um 20 Prozent sinken. In Frankreich würde das 300 000 neue Arbeitsplätze bedeuten.

Der Euro sei „übermäßig deutsch“, dabei sollte er lieber mehr französisch, italienisch und gesamteuropäisch sein, so der Minister.

Der teure Euro pusche die europäischen Importpreise nach oben und mache europäische Waren weniger attraktiv für die Käufer in anderen Staaten. Der Anstieg der Exportpreise stehe der Entwicklung der französischen Wirtschaft im Wege. Ihr Wachstum lag im zweiten Quartal 2013 bei 0,5 Prozent, während im ersten Quartal ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 0,2 Prozent registriert wurde.

Für 2013 sagte der französische Finanzminister Pierre Moscovici eine Schrumpfung der Wirtschaft um 0,1 Prozent voraus, während der Internationale Währungsfonds (IWF) einen Rückgang von 0,2 Prozent prognostiziert.

http://de.ria.ru/business/20131022/267130837.html

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