Dollar: Das Ende als Leit- und Reservewährung – eine Chronik

 18.06.2017

EZB akzeptiert Chinas Yuan erstmals als Reserve-Währung

Die Europäische Zentralbank hat die chinesische Landeswährung Yuan in den Kreis ihrer Reservewährungen aufgenommen.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat dieses Jahr chinesische Yuan in ihre Fremdwährungsreserven aufgenommen. Der Kauf von Yuan (Renminbi) im Wert von einer halben Milliarde Euro sei während der ersten Jahreshälfte abgeschlossen worden, teilte die Notenbank am Dienstag mit. Damit habe man auf die gestiegene Rolle des Yuan als Weltwährung reagiert. Die Fremdwährungsreserven der EZB setzen sich damit nun aus Dollar, japanischem Yen, Renminbi, sogenannten Sonderziehungsrechten (SZR) – eine Kunstwährung des IWF – und Gold zusammen.

Der Yuan-Betrag sei gegen einen kleinen Teil der Reserven in US-Dollar eingetauscht worden, so dass der Gesamtwert der Währungsreserven unverändert geblieben sei, hieß es. Die EZB hatte den Kauf im Januar beschlossen. Das Volumen von einer halben Milliarde Euro ist vergleichsweise gering. Insgesamt liegt der Wert der EZB-Fremdwährungsreserven derzeit bei 278,7 Milliarden Euro.

Die Notenbank verwies bei ihrer Entscheidung auf die Bedeutung Chinas als einem der wichtigsten Handelspartner der Euro-Länder sowie darauf, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) den Yuan im vergangenen Herbst in den erlesenen Kreis der Weltreservewährungen aufgenommen hat. Der IWF honorierte damit Chinas Bemühungen, die heimische Währung stärker den Marktkräften zu überlassen.

Vor gut zwei Wochen griffen die chinesischen Währungshüter allerdings wieder erheblich am Devisenmarkt ein, um Spekulanten in die Flucht zu schlagen, die nach einer Abstufung von Chinas Kreditwürdigkeit durch die US-Ratingagentur Moody’s auf einen Wertverfall des Yuan gewettet hatten. Statt nachzugeben, legte die Währung aufgrund des Eingriffs um mehr als ein Prozent zu und konnte den Wertzuwachs bislang halten.

China versucht seit Jahren, den Yuan zu einer global akzeptierten Handelswährung in Konkurrenz zur Weltleitwährung Dollar aufzubauen. Zu den Schritten, die zur Erreichung dieses Ziels eingeleitet wurden, gehört auch eine Kooperation mit Russland auf dem Anleihemarkt, die fortan den Dollar im Wertpapierhandel zwischen beiden Ländern obsolet macht.

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/06/18/ezb-akzeptiert-chinas-yuan-erstmals-als-reserve-waehrung/

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18.12.2016

Gegen den Dollar: China stößt massiv US-Staatsanleihen ab

China hat den sechsten Monat in Folge US-Staatsanleihen verkauft. Auch andere Staaten versuchen, ihre finanziellen Ansprüche gegenüber den USA loszuwerden.

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Die Volksrepublik China hat im Oktober amerikanische Staatsanleihen im Wert von etwa 41,3 Milliarden Dollar abgestoßen. Der Oktober ist damit der sechste Monat in Folge, in dem China seinen Besitz an US-amerikanischen Schuldentiteln („Treasuries“) verringert hat, berichtet Wolf Street. Japan hat China inzwischen als größten Gläubiger der USA abgelöst. Japan hielt im Oktober amerikanische Staatsanleihen im Gesamtwert von 1,131 Billionen Dollar, während China nur noch auf 1,115 Billionen kam. Japan stieß im Oktober US-Anleihen im Gesamtwert von 4,5 Milliarden Dollar ab.

Der Umfang der chinesischen Verkäufe könnte die offiziellen 41,3 Milliarden Dollar noch signifikant übersteigen. „Thomas Simons, einem Kapitalmarkt-Ökonom, welcher die chinesischen Verkaufszahlen als ‚erstaunlich‘ beschrieb, zufolge könnten die in chinesischem Besitz befindlichen US-Papiere noch deutlich stärker um 67,1 Milliarden Dollar gesunken sein, wenn man die Zahlen aus Belgien hinzurechnet. ‚Das ist wichtig, weil angenommen wird, dass China über Belgien einen größeren Teil seiner Staatsanleihen kauft und verkauft‘“, schreibt die Financial Times.

Wie aus Dokumenten des US-Finanzministeriums hervorgeht, haben ausländische private Anleger im Oktober Treasuries im Wert von 18,3 Milliarden Dollar mehr verkauft als gekauft. Öffentliche ausländische Investoren – zu denen auch Zentralbanken gehören – haben unter dem Strich Papiere im Gesamtwert von 45,3 Milliarden Dollar verkauft. Insgesamt stießen ausländische Akteure damit amerikanische Staatsanleihen im Wert von 63,6 Milliarden ab.

Allein in den ersten zehn Monaten dieses Jahres reduzierte die Volksrepublik ihr Engagement in US-Bonds um 10,5 Prozent. Sie greift massiv auf ihre Reserven zurück, um dafür Yuan aufzukaufen und den Wechselkurs der Landeswährung damit zu stützen, der seit dem Einsetzen einer Kapitalflucht unter Druck steht. Außerdem habe die Regierung in Peking einen großen Bedarf an Liquidität, erläuterte Marktstratege Lou Brien vom Handelshaus DRW Trading. Schwellenländer wie China sind durch den steigenden Dollar-Kurs unter Druck geraten, weil der zu Kapitalabflüssen aus diesen Staaten führt und für sie Importe teurer macht. China hat inzwischen Investitionen seiner Bürger und Unternehmen im Ausland erschwert, um die Kapitalflucht in den Griff zu kriegen.

Auch viele andere wichtige Staaten trennen sich seit Monaten von ihren Treasuries. Allein im Oktober reduzierten neun der zehn wichtigsten Gläubiger ihre Bestände, berichtet Reuters. Nur Irland als drittgrößter Gläubiger stockte minimal auf. In den Jahren seit der Finanzkrise haben sich viele sehr stark mit amerikanischen Staatspapieren eingedeckt und fahren dieses Engagement nun allmählich zurück. China überrundete Japan als größten Gläubiger der USA erstmals im September 2008. In der Spitze hielt die Volksrepublik im November 2013 amerikanische Anleihen im Wert von 1,32 Billionen Dollar. Zuletzt war Japan im Februar 2015 zwischenzeitlich auf Platz eins vorgerückt.

Nach Meinung von Beobachtern wird sich der Trend weg von Treasuries in Zukunft fortsetzen. Dies birgt für die USA Risiken, weil der Staat hoch verschuldet und dringend auf einen kontinuierlichen Zustrom von Kapital aus dem Ausland angewiesen ist. Anhaltende Verkäufe dürften zudem dazu führen, dass die Zinsen steigen, was die Rückzahlung der Schulden für die Amerikaner erschwert. „Die Tage, in denen China genug überschüssiges und günstiges Kapital für den US-Staatshaushalt und die Handelsbilanz durch den Kauf von Staatsanleihen bereitgestellt hat, gehen zur Neige“, wird ein Analyst von den Financial Times zitiert.

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/12/18/gegen-den-dollar-china-stoesst-massiv-us-staatsanleihen-ab/

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19.04.2016

Erstes Gold-Fixing: China positioniert den Yuan gegen den Dollar

Am Dienstag wurde in Schanghai zum ersten Mal ein Referenzpreis für Gold bestimmt. Damit tritt die Shanghai Gold Exchange mit dem Yuan in direkte Konkurrenz zum Handelsplatz London, wo der Goldpreis in Dollar festgelegt wird. Experten sehen in dem Schritt eine weitere Maßnahme Chinas, sich von der Weltleitwährung Dollar zu emanzipieren.

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Am Dienstag wurde an der Edelmetallbörse Shanghai Gold Exchange (SGE) zum ersten Mal der Goldpreis in der Landeswährung Yuan bestimmt. Ein Gramm des Edelmetalls kostete demnach 256,92 Yuan (etwa 35 Euro), basierend auf einem Kontrakt für ein Kilogramm Gold. Der Preis wird fortan zweimal täglich von 18 Finanz- und Handelsinstitutionen bestimmt – neben 15 chinesischen auch von drei ausländischen (der britischen Standard Chartered Bank, der australisch-neuseeländischen ANZ Bank sowie vom Schweizer Goldhandelshaus MKS).

Eine Preisbestimmung an der SGE erscheint logisch, weil China nicht nur der wichtigste Importeur des Rohstoffes, sondern inzwischen auch dessen größter Produzent ist. In den vergangenen Monaten hatte die chinesische Zentralbank ihre Goldbestände immer weiter aufgestockt, was zu Spekulationen führte, wonach China die Einführung eines neuen Goldstandards plane. Auch andere wichtige Staaten Asiens verzeichnen eine hohe Nachfrage nach Gold – darunter Russland, Indien und Kasachstan.

Bei der Einführung eines chinesisch dominierten Goldpreises dürfte es sich Beobachtern zufolge um eine Maßnahme zur weiteren Profilierung des Yuan handeln. „Ein Yuan-Goldpreisfixing bedeutet, dass die Chinesen ganz offensichtlich die Yuan-Verwendung stärken wollen – dass sie ihre Währung als eine Alternative zum US-Dollar positionieren wollen. (…). Mit dem chinesischen Vorstoß entsteht ein Konkurrenzangebot zum Londoner Goldpreis-Fixing. London ist bekanntlich der weltweit bedeutendste Marktplatz für das Gold. Seit dem 20. März 2015 wird hier mittels einer elektronischen Auktionsplattform zweimal täglich der LBMA Gold Price ermittelt“, schreibt der Chefökonom von Degussa Goldhandel, Thorsten Polleit.

Der Dollar beziehungsweise London dürften mittelfristig zwar ihre Vormachtstellung auf dem Goldmarkt behalten, aber allein die Tatsache, dass es mit Schanghai nun eine Alternative gäbe, sei für den internationalen Goldmarkt positiv, so Polleit. „Was sind die Folgen? Zunächst einmal dürfte das Yuan-Goldpreis-Fixing wichtig sein für den Handel an der SGE: Es erhöht das Goldhandelsvolumen an der SGE. Beispielsweise werden vermutlich Goldexporteure und auch chinesische Importeure es künftig als vorteilhaft(er) erachten, einen Teil ihrer Transaktionen an der SGE abzuwickeln beziehungsweise Handelskontrakte am Yuan-Goldpreisfixing anstelle des LBMA Gold Price auszurichten. So gesehen steigt der Wettbewerb an den Goldhandelsplätzen, und das sollte die Transaktionskosten senken“, schreibt Polleit.

Ein möglicher Nachteil sei, dass es mit steigender Zahl der Handelsplätze tendenziell zu einer Verschlechterung der Liquidität an den einzelnen Orten kommen könnte. Die Preisfindung würde zudem eine verstärkte Arbitrage-Tätigkeit zwischen den einzelnen Märkten erfordern, die vor allem den am Handel Beteiligten, nicht aber den Goldkäufern und -verkäufern nutzen würde. Insgesamt dürfte ein Goldfixing in Yuan die Attraktivität des Edelmetalls jedoch stärken, was sich wiederum positiv auf die Goldnachfrage und -produktion auswirken könnte.

Die Bestimmung des Goldpreises in Yuan ist eine strategische Entscheidung der chinesischen Führung. Deren letztendliches Ziel ist es, sich von der Weltleitwährung Dollar zu emanzipieren und den Yuan als Alternative aufzubauen. Mit dem Einstieg in das Goldfixing werden Infrastrukturen erschaffen, die es ermöglichen, den Einfluss des Yuan auf dem internationalen Goldmarkt in Zukunft weiter auszubauen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/04/19/erstes-gold-fixing-china-positioniert-den-yuan-gegen-den-dollar/

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13.02.2016

Chinas Angriff auf den Dollar: Die stille Revolution bei den Währungen

Die Aufnahme des chinesischen Yuan in den IWF-Währungskorb wird zu gravierenden Verschiebungen im internationalen Währungssystem führen. Die USA und Europa geraten unter Druck, weil Investoren ihre Devisen-Bestände umschichten werden. Füpr erhebliche Unruhe werden die Spekulanten sorgen, deren Wetten auch politisch motiviert sind.

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Wenn der Internationale Währungsfond die chinesische Währung in knapp acht Monaten in seinen Warenkorb aufnimmt, wird es im Finanzsystem zu gravierenden Umbrüchen kommen. Mit zukünftigen 10,9 Prozent IWF-Währungskorb kommt China dann das drittgrößte Gewicht zu. Infolge dessen reduziert sich der Anteil des Euros von 37,4 auf 30 Prozent. Das erste Mal seit 16 Jahren gibt es eine wirkliche Veränderung am Devisenmarkt.

Jukka Pihlman von der Standard Chartered Bank rechnet in der FT damit, dass der Renminbi infolge der Aufnahme in den Warenkorb in den kommenden fünf Jahren einen Kapitalzufluss von bis zu 1,1 Billionen Dollar erhalten wird. Zentralbanken, Staatsfonds und multilaterale Institutionen werden die Währung in ihre Reserven aufnehmen. Sechs der zehn größten Zentralbanken weltweit haben sich bisher geweigert, in den chinesischen Interbanken-Anleihenmarkt zu investieren. Sobald der Renminbi fest im Währungskorb integriert ist, werden einige Zentralbanker ihre Entscheidung diesbezüglich überdenken, so Pihlman in der FT. Norwegens Staatsfonds etwa erwägt, 40 Milliarden Dollar in Chinas Währung zu tauschen.

Entsprechende Wetten an der Börse wird es in den kommenden Monaten vor und nach der Aufnahme des Renminbi geben. „Wahrscheinlich sollten wir damit rechnen, dass der Renminbi bald einen zweistelligen Anteil an den globalen Reserven haben wird“, sagt Pihlman von der Standard Chartered Bank.

Die Währungen, die sich im IWF-Währungskurs befinden, sind die Grundlage für die Sonderziehungsrechte (SDR). Diese sind so etwas wie eine globale, künstliche Währung, in der der IWF verbucht und rechnet. Diese kann international als Zahlungsmittel verwendet werden und ist nicht selten Teil der Währungsreserven eines Landes. Als Staat kann man diese künstliche Währung in eine andere Reservewährung umtauschen. Der Wechselkurs wird dabei vom IWF festgelegt. An internationalen Devisenmärkten kann diese IWF-Währung nicht gehandelt werden, nur als Verrechnung auf den IWF-Konten.

Zukünftig soll der Währungskorb so aussehen:

US-Dollar 41,73% (bisher 41,9%)
Euro 30,93% (bisher 37,4%)
Yuan 10,92%
Yen 8,33% (bisher 9,4%)
Pfund 8,09% (bisher 11,3%)

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/02/14/chinas-angriff-auf-den-dollar-die-stille-revolution-bei-den-waehrungen/

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16.11.2015

Durchbruch für China: Yuan wird Welt-Reservewährung

Der IWF hat beschlossen, die Aufnahme des chinesischen Yuan in den Währungskorb aufzunehmen. Damit kann sich China als Land mit einer Weltreservewährung gegenüber den USA und dem Dollar profilieren.

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Der Stab des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat die Aufnahme der chinesischen Währung Renminbi (RMB) in dessen Währungskorb vorgeschlagen. IWF-Chefin Christine Lagarde teilte am Freitagabend in Washington mit, die Experten ihrer Institution seien zu dem Ergebnis gekommen, dass Chinas Währung die Bedingungen erfülle, um als fünfte Währung nach dem US-Dollar, dem japanischen Yen, dem Euro und dem britischen Pfund Teil des Währungskorbes zu werden. „Ich unterstützte diesen Befund“, erklärte Lagarde. Die Entscheidung liege nun beim Exekutivrat des Fonds. Dieser werde unter ihrem Vorsitz am 30. November zusammentreten und über die Empfehlung beraten.

Dass der Renminbi eine weltweit wichtige Exportwährung ist, was eines der Kriterien für die Aufnahme in den Währungskorb ist, wird schon seit längerem diskutiert. Der IWF-Stab vertrat nach den Worten von Lagarde daneben aber auch die Auffassung, dass Chinas Währung das Kriterium der freien Verwendbarkeit erfülle, das heißt, für internationale Transaktionen und an den wichtigen Devisenmärkten weithin genutzt wird. Zudem wird den Behörden Chinas bescheinigt, dass sie alle noch im Juli angemahnten offenen und praktischen Punkte abgearbeitet hätten.

Der Währungskorb des IWF stellt die Werte-Grundlage für die Kunstwährung des Fonds, die Sonderziehungsrechte (SZR), dar. In denen werden die Beiträge der IWF-Mitglieder (Quoten), wie auch ihre Kreditmöglichkeiten beim Fonds bemessen. Mit der Aufnahme in den Währungskorb macht Chinas Währung einen entscheidenden Schritt hin zu einer Welt-Reservewährung. Zudem ist damit ein erheblicher Prestigezuwachs für das Land verbunden

Mit der Aufnahme sind sogenannte Sonderziehungsrechte (SDR) verbunden – eine Art Notgroschen für Staaten. Die Aufnahme stärkt die Position Chinas gegenüber dem Dollar.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/11/16/durchbruch-fuer-china-yuan-wird-welt-reservewaehrung/

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31.07.2015

Gegen den Dollar: Türkei und China wollen Handel in Yuan und Lira umstellen

Die Türkei und China wollen den bilateralen Handel auf die nationalen Währungen umstellen. Der Dollar soll umgangen werden. Zudem soll die chinesische Entwicklungsbank AIIB Kredite für Infrastrukturprojekte in der Türkei bereitstellen.

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan befindet sich aktuell auf einer Staatsreise in China. Am Donnerstag hat Erdoğan im Rahmen einer Pressekonferenz gesagt, dass Peking und Ankara den bilateralen Handel künftig in den nationalen Währungen Lira und Yuan abwickeln wollen. Der Dollar als Handelswährung soll hierbei umgangen werden. Zudem soll die chinesische Entwicklungsbank AIIB bei der Finanzierung künftiger Infrastrukturprojekte in der Türkei eine wichtige Rolle spielen.

Die Nachrichtenagentur Anadolu zitiert Erdoğan: „Der bilaterale Handel zwischen der Türkei und China lag im Jahr 2000 bei 1,24 Milliarden Dollar. Im Jahr 2014 wies der bilaterale Handel 22 Milliarden Dollar auf. Bei der Weiterentwicklung des Handels zwischen beiden Staaten werden die Investitionen, die China vornehmen wird, eine wichtige Rolle spielen.“

Die Regierung in Peking hat ein großes Interesse daran, in den türkischen Energiesektor zu investieren. Die Chinesen wollen vor allem Aufträge zum Bau von Atomkraftwerken erhalten.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/07/31/gegen-den-dollar-tuerkei-und-china-wollen-handel-in-yuan-und-lira-umstellen/

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17.04.2015

Gegen den Dollar: Öl-Staaten lösen Währungs-Reserven im Rekord-Tempo auf

Zahlreiche Öl-Staaten bauen im Rekord-Tempo ihre Dollar-Bestände ab. Es ist ein neues Phänomen, dass die OPEC-Staaten Liquidität aus dem Markt absaugen und Investitionen zurückfahren. Bleibt der Öl-Preis noch lange niedrig, könnte dies die Position des Dollar als Weltwährung schwächen.

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Die weltweiten Öl-Staaten lösen ihre Währungs-Reserven, die in Dollar gehalten werden, auf. Saudi-Arabien, der weltweit größte Ölproduzent, ist das Paradebeispiel für diesen Prozess: seine Devisenreserven sanken um 20,2 Milliarden Dollar im Februar, was der größte monatliche Rückgang der vergangenen 15 Jahre darstellte. Das ist ein fast doppelt so großer Rückgang wie kurz nach der Finanzkrise 2009, als Riad 11,6 Milliarden Dollar an Devisenreserven in einem einzigen Monat verbrauchte, berichtet Bloomberg. Der Chef-Analyst der Baader Bank, Robert Halver, sagte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten, dass die Öl-Staaten den starken Dollar etwas abbremsen wollen. Allerdings seien an dieser Stelle die Zinsseite oder die Zinserwartungen weitaus entscheidender für die Dollar-Stärke. Grundsätzlich führen niedrige Öl-Preise zu einem starken Dollar und umgekehrt.

Halver wörtlich: „Die weltweiten Dollar-Reserven gehen hauptsächlich zurück, weil die Staaten ihre Reserven anzapfen müssen, um ihre Ausgaben zu begleichen. Doch weder bei Saudi-Arabien noch bei Kuwait  – oder auch bei anderen wichtigen Öl-Staaten – können wir massive Auflösungen der Dollar-Reserven beobachten. Wäre dies der Fall, würde dies zwangsläufig zu einer Abwertung des Dollars führen. Darüber würden sich die US-Exporteure freuen. Doch der Effekt der aktuellen Auflösungen der Währungs-Reserven ist nicht ausreichend, um den Dollar nachhaltig zu schwächen. In den Schwellenländern werden etwa zwei Drittel bis drei Viertel der Währungsreserven in Dollar gehalten“.

In Angola fielen die Reserven im vergangenen Jahr um 5,5 Milliarden Dollar, was der größte jährliche Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen vor 20 Jahren war. In Nigeria fielen die Währungsreserven im Februar um 2,9 Milliarden US-Dollar. Das war der größte monatliche Rückgang seit 2010.

Über Jahre hinweg haben die OPEC-Staaten den internationalen Finanzmarkt mit liquiden Mittel versorgt. Durch den Verkauf von Energieträgern nahmen sie Petro-Dollar ein und tätigten mit dem Geld internationale Investitionen. Die Petro-Dollars flossen in den Ankauf von US-Staatsanleihen, hochverzinslichen Unternehmens-Anleihen, Aktien, Immobilien oder auch als Einlagen an Banken.

Das ist das erste Mal seit 20 Jahren, dass die OPEC Nationen Liquidität aus dem Markt absaugen und nicht in Form von Investitionen reinpumpen“, zitiert die Financial Times den Leiter der Forschungsabteilung von BNP Paribas, David Spegel.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/04/17/gegen-den-dollar-oel-staaten-loesen-waehrungs-reserven-im-rekord-tempo-auf/

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14.04.2015

Gegen den Dollar: Iran und Türkei wollen Handel in nationalen Währungen

Die Türkei und der Iran wollen den bilateralen Handel in ihren nationalen Währungen abwickeln. Damit wollen die beiden Länder den Dollar als Leitwährung umgehen. Momentan liegt das jährliche Handelsvolumen bei 14 Milliarden Dollar.

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Der iranische Präsident Hassan Rouhani und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdoğan haben am Dienstag bei einer Pressekonferenz verkündet, den bilateralen Handel künftig in den nationalen Währungen abwickeln zu wollen, berichtet die iranische Nachrichtenagentur IRNA. Weiterhin soll das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern von umgerechnet 14 Milliarden Dollar auf 30 Milliarden Dollar im Jahr anwachsen.

Nach Angaben der türkischen Zeitung Hürriyet sollen Rouhani und Erdoğan auch eine enge Abstimmung zur Bewältigung der regionalen Konflikte beschlossen haben. In Bezug auf den Jemen-Konflikt wollen Ankara und Teheran auf eine Waffenruhe hinarbeiten.

Zudem versucht Erdoğan , Rabatte auf die Gas-Importe aus dem Iran auszuhandeln. „Wir kaufen den Großteil aller iranischen Gas-Exporte. Doch dies sind zugleich die teuersten Gas-Importe. Wenn es möglich wäre, die Preise etwas abzusenken, würden wir weitaus mehr iranisches Gas importieren“, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu Erdoğan .

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/04/14/gegen-den-dollar-iran-und-tuerkei-wollen-handel-in-nationalen-waehrungen/

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26.01.2015

Iran verabschiedet sich vom US-Dollar

Iran verzichtet künftig auf US-Dollar im Außenhandel. Seit Washington das globale Finanzsystem gezielt gegen andere Staaten instrumentalisiert, versuchen immer mehr Länder sich vom Dollar zu verabschieden.

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Die Islamische Republik stoppt den Handel mit dem US-Dollar im Rahmen ihrer Exportwirtschaft. Teheran prüft derweil die Möglichkeit, umfassende bilaterale Währungsabkommen mit einer Vielzahl weiterer Volkswirtschaften abzuschließen, die nicht mehr gewillt sind, durch die Verwendung des US-Dollars indirekt die USA mitzufinanzieren.

Ghulamali Kamyab, Vizechef der iranischen Zentralbank, teilte am Samstag mit:

Im Handel mit dem Ausland nutzt der Iran andere Währungen, darunter den chinesischen Yuan, den Euro, die türkische Lira, den russischen Rubel und den südkoreanischen Won.“

Weitere Verhandlungen über den Ausbau des Engagements dürften in Kürze aufgenommen werden, zitierte die Nachrichtenagentur Tasnim den Banker aus Teheran.

Kamyab glaubt, dass sogenannte Zins- und Währungstauschvereinbarungen (Currency Swaps) den Handels- und Wirtschaftsverkehr zwischen Iran und weiteren Staaten erleichtern werden.

Die Islamische Republik ist nicht das erste Land, das sich vom US-Dollar distanziert. Zuvor einigten sich Russland und China 2014 darauf Zins- und Währungs-Swaps einzuführen, was einen Schritt zur Verringerung des Einflusses des US-Dollars und zur Reduzierung von Währungsrisiken darstellte. Ähnliche Schritte hatten auch bereits Uruguay und Brasilien eingeleitet.

Infolge jahrzehntelangen Missbrauchs ihrer Finanzmacht könnten die Vereinigten Staaten nun eine gewaltige Quittung kassieren.

Länder wie Iran, die seit den 1980ern systematisch von den USA sanktioniert werden, aber auch China und Russland, scheinen die Ablösung des Dollars als Weltwährung zu beschleunigen.

Sie sind nicht mehr gewillt, Washington indirekt an allen Transaktionen im Ausland mitverdienen zu lassen. Berry Eichengreen, US-Ökonom, errechnete 2011, dass die USA dank des Leitwährungsstatus der eigenen Währung ein jährliches Leistungsbilanzdefizit von 500 Milliarden Dollar anhäufen.

http://www.rtdeutsch.com/10144/wirtschaft/تبریکمیگویم-iran-verabschiedet-sich-vom-us-dollar/

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16.12.2014

Gegen den Dollar: China will Petro-Yuan einführen

China will eigene Futures-Kontrakte auf Öl ausgeben und diese in Yuan abwickeln. Das würde auch zu einem Kapitalabfluss aus den Warentermin-Börsen der USA und Grobritanniens in Richtung Shanghai führen. Dort werden Futures in Dollar gehandelt.

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China will seine eigenen Öl-Futures ausgeben und diese in der eigenen Währung abwickeln. Bisher hatte Peking Futures an internationalen Börsen gekauft, die nur gegen Dollar erhältlich waren. „Die aufgeführten Öl-Futures stellen einen wichtigen Versuch dar, um Chinas Futures-Markt der Außenwelt zu öffnen“, meldet die chinesische Börsenaufsicht in einer Erklärung.

Chinas Futures-Markt spielt bei der Beeinflussung der Preise für Rohstoffe der Welt eine zunehmend wichtige Rolle. China ist der weltweit größte Rohstoff-Konsument. Vor allem ist die Nachfrage nach Metallen groß. Nach Angaben des australischen Finanzdienstleisters Macquarie sind die gehandelten Metall-Mengen an der Warenterminbörse Shanghai Futures Exchange so groß wie am London Metal Exchange oder an der Comex in den USA. Der Öl-Futures-Kontrakt wird von der Shanghai International Energy Exchange Corporation (INE), die in der Shanghai-Freihandelszone im November 2013 gegründet wurde, betrieben werden.

Wir werden die Entwicklung eines neuen Pools beobachten, das Kapitalflüsse aus London und USA anziehen wird. Das ist sehr wichtig für China, weil es mehr als die Hälfte seines Öl-Bedarfs aus der Golf-Region deckt“, zitiert die Financial Times den Geschäftsführer von Agora Partners in Hong Kong, William Barkshire. Vieles hängt auch davon ab, wie schnell China die Kontrollen beim Öl-Import liberalisiert. Die überwiegende Mehrheit des chinesischen Öls wird von Petrochina, Sinopec und CNOOC und zwei staatlichen Handelsunternehmen importiert. In einem ersten Schritt im August, erhielt erstmals ein nicht-staatliches Unternehmen eine Einfuhrlizenz.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/12/16/gegen-den-dollar-china-will-petro-yuan-einfuehren/

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12.12.2014

Venezuela will sämtliche Dollarreserven abstoßen

Venezuelas Regierung trennt sich von sämtlichen Dollarreserven und wird diese durch andere internationale Währungen ersetzen. Die Opposition kritisiert diese Maßnahme scharf und wirft der Regierung Unverantwortlichkeit vor.

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Venezuelas Regierung wird seine US-Dollarreserven komplett abstoßen und gegen andere Währungen ersetzen, darunter der chinesische Yuan. Präsident Nicolas Maduro sagte, dass die Unabhängigkeit vom Dollar dringend erforderlich sei, um weitere Schäden an der venezolanischen Wirtschaft zu verhindern.

Diese Woche ist ein entsprechendes neues Zentralbankgesetz in Kraft getreten, wie PressTV meldet. Die Behörden sagen, dass von nun an nur noch andere ausländische Währungen von Venezuelas Zentralbank gehalten werden. Das neue Gesetz wird von der Opposition stark kritisiert. Diese wirft der Regierung vor, die internationalen Reserven und auch die Goldbestände der Nation unverantwortlich aufzubrauchen und die negativen Folgen daraus auf diese Art zu vertuschen. Ökonomen glauben, dass die Maßnahme auch andere Länder in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen könne.

Venezuelas Regierung glaubt an den chinesischen Yuan als zukünftige globale Reservewährung. Präsident Maduro ist entschlossen, Venezuela von der Vorherrschaft des US-Dollars zu befreien. In den vergangenen Monaten schrumpften Venezuelas Währungsreserven, auch die Ölpreise fielen massiv, sodass die Regierung neue Strategien umsetzen muss, um die wirtschaftliche Situation des Landes zu verbessern.

http://www.gegenfrage.com/venezuela-will-saemtliche-dollarreserven-abstossen/

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08.10.2014

US-Ökonom erwartet baldiges Ende des Dollar als Weltwährung

Der Ökonom und Investmentbanker James Rickards sieht deutliche Anzeichen für den Zusammenbruch des Dollars. Als Folge wird es zu Kriegen und Chaos kommen, weil sie das ganze Weltwährungs-System über den Haufen werfen können. Seine nüchterne Prognose sieht finanzielle Kriegsführung, Deflation, Hyperinflation und den Zusammenbruch der Märkte als Möglichkeiten. Noch sieht er die Chance, dass sich Nationen und Einzelpersonen auf die Entwicklung einstellen können.

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Heute erinnern sich nur noch wenige Amerikaner, dass der Dollar 1978 als globale Reservewährung fast nicht mehr funktioniert hätte. In diesem Jahr fiel der Dollarindex der Federal Reserve auf ein beängstigend niedriges Niveau und das Schatzamt war gezwungen, auf Schweizer Franken lautende Staatsanleihen zu emittieren. Investoren aus dem Ausland hatten das Vertrauen in den US-Dollar als sicheren Hafen verloren. Der Dollar verlor an Kaufkraft und fiel von 1977 bis 1981 um die Hälfte; die Inflation in den USA lag in diesen fünf Jahren insgesamt bei mehr als 50 Prozent. Ab 1979 hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) kaum eine andere Wahl, als seine Ressourcen zu mobilisieren und spezielle Bezugsrechte (SDRs) zu emittieren. Er flutete den Markt mit 12,1 Milliarden SDRs, um für Liquidität zu sorgen, weil das weltweite Vertrauen in den Dollar sank.

Wir würden gut daran tun, uns an diese finsteren Tage zu erinnern. Der Goldpreis stieg von 1977 bis 1980 um 500 Prozent. Was 1971 als kontrollierte Dollarabwertung begonnen hatte, als Präsident Richard Nixon die Konvertibilität des Goldes abschaffte, wurde bis zum Ende des Jahrzehnts zu einer wilden Fluchtbewegung. Das Dollardebakel wirkte sich sogar auf das öffentliche kulturelle Leben aus. Im Film Rollover (1981) mit Jane Fonda ging es um einen geheimen Plan der ölproduzierenden Nationen, Dollars auf den Markt zu werfen und Gold zu kaufen. Dies führte zu einem Zusammenbruch der Banken, einer Panik an den Finanzmärkten und zu Unruhen auf der ganzen Welt. Das war nur Fiktion, aber sie war wirklich kraftvoll und vielleicht auch prophetisch.

Während die Dollarpanik in den späten 1970er-Jahren massiv wuchs, war ein Vertrauensverlust schon im August 1971 festzustellen, gleich nachdem Präsident Nixon die Golddeckung des Dollar abgeschafft hatte. Die Autorin Janet Tavakoli beschreibt, wie es Amerikanern im Ausland erging, als der Todeskampf des Dollar überdeutlich wurde:

Amerikaner auf Auslandsreisen bemerkten, dass Restaurants, Hotels und Händler das Wechselkursrisiko des Dollar nicht mehr auf sich nehmen wollten. An Ferragosto (ein Feiertag Mitte August) waren die Banken in Rom geschlossen und Amerikaner ohne Bargeld steckten in der Klemme.

Der Hotelmanager fragte abreisende Gäste: »Haben Sie Gold? Sehen Sie nur, was Ihr amerikanischer Präsident angerichtet hat.« Das mit dem Gold meinte er ernst. Er hätte es als Zahlungsmittel akzeptiert. Sofort bot ich ihm an, meine Hotelrechnung im Voraus in Lire zu bezahlen. Der Manager klatschte hocherfreut in die Hände. Er und das ganze Personal behandelten mich, als sei ich Mitglied einer Königsfamilie. Ich war nicht so wie diese anderen Amerikaner mit ihren dämlichen Dollars. Während des Rests meines Aufenthalts bekam ich in keinem Laden und in keinem Restaurant etwas, bis ich bewies, dass ich in Lire zahlen konnte.

Später retteten die Bemühungen des Fed-Chefs Paul Volcker und des neu gewählten Präsidenten Ronald Reagan den Dollar. 1981 hob Volcker die Zinsen auf 19 Prozent an, um die Inflation auszulöschen und den Dollar für ausländisches Kapital wieder attraktiv zu machen. Ab 1981 senkte Reagan die Steuern und fuhr Regulierungsvorschriften zurück. Das stellte das Vertrauen der Wirtschaft wieder her und machte die USA zu einem Magneten für ausländische Investitionen. Im März 1985 stand der Dollarindex über seinem Tief vom Oktober 1982, der Goldpreis war ab dem 1980 erreichten Hoch um 60 Prozent gefallen. Die Inflationsrate in den USA sank von 13,5 Prozent 1980 auf 1,9 Prozent 1986. Die Nachrichten waren so gut, dass in Hollywood kein Rollover dreht wurde. Mitte der 1980er-Jahre war das Feuer gelöscht und das Zeitalter von König Dollar hatte begonnen. Der Dollar war nach 1978 nicht als globale Reservewährung verschwunden, aber es war eine knappe Entscheidung.

Jetzt ist die Welt zurück in der Zukunft.

In der heutigen Weltwirtschaft sieht man eine ähnliche Konstellation von Symptomen wie 1978. Im Juli 2011 erreichte der Dollarindex der Federal Reserve den tiefsten Stand aller Zeiten, mehr als 4 Prozent unter dem Panikniveau von 1978. Im August 2009 reagierte der IWF erneut als Erster und kam mit einer SDR-Neuemission im Volumen von 310 Milliarden Dollar zu Hilfe. Der Gegenwert der umlaufenden SDRs wurde dadurch um 850 Prozent erhöht. Anfang September erreichte der Goldpreis ein neues Allzeithoch von etwa 1900 Dollar je Feinunze. Er lag damit um über 200 Prozent höher als der Durchschnittspreis 2006, kurz vor Beginn der neuen Depression. Die populäre Kultur des 21. Jahrhunderts genoss ihre eigene Version von Rollover, nämlich eine im Fernsehen übertragene Erzählung vom finanziellen Zusammenbruch mit der Bezeichnung: Zu groß, um pleitezugehen.

Die Parallelen zwischen 1978 und den Ereignissen der jüngeren Vergangenheit sind erstaunlich, aber unvollständig. Damals verwüstete ein Element die Welt, das heute nicht vorhanden ist. Es ist der Hund, der nicht bellte: die Inflation. Aber dass wir den Hund nicht hören, bedeutet nicht, dass er keine Gefahr darstellt. Stark beachtete Indikatoren der Inflation in den USA haben sich seit 2008 kaum verändert. In manchen Monaten war sogar eine leichte Deflation zu beobachten. Inflation ist in China aufgetreten, wo die Regierung den Wechselkursanstieg der Währung bekämpft hat, und in Brasilien, wo Preiserhöhungen für grundlegende Dienstleistungen wie Busfahrten Unruhen ausgelöst haben. Im Frühstadium des arabischen Frühlings spielten auch steigende Lebensmittelpreise eine Rolle. Aber die Inflation des US-Dollar blieb sehr niedrig.

Bei genauerer Beobachtung sehen wir eine ganze Branche, die US-Preisindizes mit den Methoden von vor 1990 berechnet, und auf der anderen Seite alternative Waren- und Dienstleistungskörbe, von denen es heißt, sie seien repräsentativer für die Inflation, mit der die Amerikaner tatsächlich konfrontiert sind. Sie liefern Warnsignale, denn die alternativen Methoden kommen zum Ergebnis, dass die Inflation in den USA näher an 9 Prozent als an den 2 Prozent der offiziellen Regierungsstatistiken liegt. Jeder, der Milch, Brot oder Benzin einkauft, würde dieser höheren Inflationsrate sicherlich zustimmen. So vielsagend diese Schattenstatistiken auch sein mögen, haben sie doch nur geringen Einfluss auf die internationalen Währungsmärkte oder die Politik der Federal Reserve. Um die Bedrohungen für den Dollar und mögliche Reaktionen der Federal Reserve zu verstehen, muss man den Dollar mit den Augen der Fed sehen. Aus dieser Perspektive ist die Inflation keine Bedrohung; in der Tat ist höhere Inflation sowohl die Reaktion der Fed auf die Schuldenkrise als auch ein Ziel ihrer Politik.

Mit dieser inflationsfördernden Politik öffnet man dem Desaster Tür und Tor, auch wenn verblüffte Kritiker der Fed sich am Kopf kratzen angesichts der offensichtlichen Abwesenheit der Inflation, obwohl die Fed und andere Zentralbanken Geld drucken wie noch nie. Viele versuchen sich zu erklären, wie es sein kann, dass es praktisch keine Inflation gibt, obwohl die Fed die Geldmenge seit 2008 um 400 Prozent erhöht hat. Aber zwei Erklärungen sind naheliegend – und sie prognostizieren die Möglichkeit eines Zusammenbruchs. Die erste lautet, dass die amerikanische Wirtschaft strukturell geschädigt ist und das billige Geld nicht sinnvoll eingesetzt werden kann. Die zweite besagt, dass die Inflation kommen wird. Beide Erklärungen sind zutreffend – die Wirtschaft ist beschädigt und die Inflation ist auf dem Weg.

Die Weltwirtschaft befindet sich noch nicht in einer »neuen Normalität«. Stattdessen befindet sich die Welt auf einer Reise vom Alten zum Neuen, ohne Kompass oder Wegbeschreibung. Turbulenzen sind heute die Norm.

Die Gefahr kommt von innen und von außen. Wir haben ein ungerechtfertigtes Vertrauen in die Zentralbanken; in Wirklichkeit ruinieren sie unsere Märkte. Die an der Wall Street und von den für Regularien Verantwortlichen verwendeten Value-at-Risk-Modelle zur Messung der Gefahren von Derivaten sind lächerlich. Sie verbergen zu hohe Hebelrisiken, die dann zu grotesk hohen Boni für die Banker führen. Das bringt unsere Gesellschaft aus dem Gleichgewicht. Wenn die verborgenen Kosten ans Tageslicht kommen und die Steuerzahler wieder einmal die Rechnung begleichen müssen, sitzen die Banker bequem in ihren Villen und auf ihren Yachten. Diese Titanen erklären dann leichtgläubigen Reportern und gekauften Politikern, dass sie den neuerlichen Zusammenbruch nicht vorhersehen konnten.

Während wir uns weigern, die Wahrheit über Schulden oder Defizite zur Kenntnis zu nehmen, üben Dutzende Länder rund um den Globus Druck auf den Dollar aus. Wir halten den Goldstandard für ein historisches Relikt, aber heute drängt die ganze Welt nach Gold, und das mag eine Rückkehr zum Goldstandard anzeigen. Die Gefahren einer Cyber-Attacke auf die Finanzmärkte und eines finanziellen Weltkriegs unterschätzen wir extrem.

Die von quantitativen Analysten und Ökonomen so geliebte Regressionsanalyse und Korrelationen sind untauglich für die Abschätzung der zukünftigen Risiken. Diese Analysen nehmen an, dass die Zukunft bis zu einem gewissen Grad der Vergangenheit ähnelt. Die Geschichte ist ein großartiger Lehrer, aber die Annahmen der quantitativen Analysten enthalten fatale Fehler. Der erste ist, dass ihr Blick zurück nicht weit genug reicht. Die meisten der an der Wall Street verwendeten Daten reichen 10, 20 oder 30 Jahre in die Vergangenheit. Sorgfältigere Analysten verwenden Datenreihen über 100 Jahre und finden dabei angemessenen Ersatz für Instrumente, die vor so langer Zeit noch nicht existiert haben.

Aber zwischen den zwei größten Zusammenbrüchen von Zivilisationen in der Menschheitsgeschichte, dem Zerfall der Bronzezeit und dem Untergang des Römischen Reichs, liegen 1600 Jahre und das letztgenannte Ereignis liegt jetzt 1600 Jahre zurück. Das soll nicht heißen, dass unsere Zivilisation unmittelbar vor dem Kollaps steht, aber ich möchte damit auf die äußerst beschränkte Perspektive der meisten historischen Betrachtungen hinweisen. Der andere Fehler hat mit der Unfähigkeit der technischen Analysten zu tun, dynamische Faktoren zu skalieren, die gewisse, nicht mit der Geschichte verbundene Risikomaße setzen. Da das potenzielle Risiko eine Exponentialfunktion der Systemskala ist und da es das anhand von Derivaten gemessene Ausmaß der Finanzsysteme nie zuvor gab, folgt logisch, dass es auch dieses Risiko noch nie gab.

Es klingt zwar apokalyptisch, wenn man das Wort Zusammenbruch auf den Dollar anwendet, aber es hat eine vollständig pragmatische Bedeutung. Der Zusammenbruch ist einfach der Vertrauensverlust der Bürger und der Zentralbanken in die zukünftige Kaufkraft des Dollar. Folglich werfen Anleger Dollars auf den Markt, entweder durch schnelleren Konsum oder durch den Kauf greifbarer Vermögensgegenstände. Diese abrupte Verhaltensänderung führt zunächst zu höheren Zinsen, höherer Inflation und zur Zerstörung der Kapitalformierung. Das Ergebnis kann Deflation sein (wie in den 1930er-Jahren), Inflation (wie in den 1970er-Jahren) oder beides.

Der bevorstehende Zusammenbruch des Dollar und des internationalen Währungssystems ist völlig vorhersehbar. Das ist keine provokative Schlussfolgerung. Im vergangenen Jahrhundert ist das internationale Währungssystem dreimal kollabiert – 1914, 1939 und 1971. Auf jeden Zusammenbruch folgte ein von Tumulten geprägter Zeitraum. Der Kollaps 1914 wurde vom Ersten Weltkrieg ausgelöst. Später gab es einander abwechselnde Phasen der Hyperinflation und der Depression von 1919 bis 1922, ehe Mitte der 1920er-Jahre wieder Stabilität erreicht wurde, allerdings mit einem stark geschwächten Goldstandard, was in den 1930er-Jahren zu einem erneuten Zusammenbruch führte. Der Zweite Weltkrieg löste den Kollaps von 1939 aus. Stabilität brachte erst das System von Bretton Woods, das 1944 geschaffen wurde. Der Zusammenbruch 1971 wurde ausgelöst, als Nixon die Konvertibilität des Dollar gegen Gold abschaffte, obwohl sich diese Entwicklung schon seit Jahren abgezeichnet hatte. Es folgte Konfusion, die ihren Höhepunkt mit dem Beinahe-Zusammenbruch des Dollar 1978 erreichte.

Der bevorstehende Zusammenbruch könnte, ebenso wie die früheren, Krieg, Gold oder Chaos bedeuten – vielleicht alle drei. Die dringlichsten Gefahren für den Dollar, die sich wahrscheinlich in den kommenden Jahren auswirken werden, sind: finanzielle Kriegsführung, Deflation, Hyperinflation und der Zusammenbruch der Märkte. Nur Nationen und Individuen, die heute Vorsorge treffen, werden den bevorstehenden Mahlstrom überleben.

James Rickards ist Ökonom und Investmentbanker mit über 35 Jahren Erfahrung an der Wall Street. Er ist Verfechter des Goldstandards und berät Firmen in der ganzen Welt zu Währungsrisiken. Er ist zudem Berater des US-Verteidigungsministeriums.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/10/08/der-zusammenbruch-des-dollar-kann-inflation-krieg-und-chaos-ausloesen/

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10.09.2014

Obama-Ökonom: USA sollen Dollar als Welt-Währung aufgeben

Erstmals gerät die Stellung des Dollar als Weltreserve-Währung auch in den USA selbst in die Kritik. Obamas früherer Chefökonom sagt, die Anhäufung von Dollar-Reserven im Ausland mache die US-Währung zu stark. Dies zerstöre Arbeitsplätze in den USA und schwäche die Wirtschaft. Die Amerikaner könnten sich daher das Privileg der Weltreserve-Währung nicht mehr leisten.

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Die USA sollten den Status des Dollar als Weltreserve-Währung aufgeben, denn dies schade der US-Wirtschaft, sagt Jared Bernstein, von 2009 bis 2011 Chefökonom von US-Vizepräsident Joe Biden und Mitglied von Barack Obamas Wirtschaftsteam. Man müsse den „König Dollar vom Thron reißen“, um die wirtschaftliche Erholung in den USA zu erleichtern.

Die Rolle des US-Dollar als Weltreserve-Währung ist „ein grundlegendes Prinzip der amerikanischen Wirtschaftspolitik“, schreibt Bernstein in der New York Times. Zwar räumt er ein, dass es eigentlich im Interesse der USA liegen müsste, dass ihre Währung von ausländischen Banken und Regierungen als Reserve gehalten wird. Doch tatsächlich, so Bernsteins überraschende These, schadet dies heute der US-Wirtschaft:

Neue Forschungen zeigen, dass was einst ein Privileg war, heute eine Belastung ist, ein Arbeitsplatzwachstum behindert sowie den Haushalt und die Handelsdefizite aufpumpt und Finanzblasen aufbläst. Um die amerikanische Wirtschaft auf den richtigen Weg zu bringen, muss die Regierung ihr Bekenntnis zur Aufrechterhaltung des Reservewährungsstatus des Dollar fallen lassen.“

Bernstein begründet dies damit, dass verschiedene Länder, darunter China, Singapur und Südkorea, den Wert ihrer Währungen relativ zum Dollar absenken. Sie drucken massiv eigenes Geld und kaufen damit Dollar, wodurch sich der relative Wert des Dollar erhöht. Infolge dieses Anhäufens von Dollar-Reserven im Ausland lag das Handelsdefizit der USA im vergangenen Jahr bei 475 Milliarden Dollar. Allein mit China hatten die USA ein Handelsdefizit von 318 Milliarden Dollar.

Erklärtes Ziel dieser Abwertung der eigenen Währung ist es, die Exporte billiger zu machen. Kurzfristig wird dieses Ziel durchaus erreicht. Denn weil die USA im Ausland weniger Dollar pro Ware zahlen müssen, kaufen sie dort mehr. Doch die ausländischen Unternehmen und Arbeiter werden in der Folge mit einem Geld bezahlt, das aufgrund der Abwertung weniger wert ist als zuvor. Sie sind die Verlierer dieses Währungskriegs.

Bernstein sagt nun, dass auch die Vereinigten Staaten unter diesem Abwerten der ausländischen Währungen leiden. Denn die USA würden dadurch gezwungen, weniger zu sparen und mehr zu konsumieren, als sie selbst herstellen. Auf diese Weise komme es zu Handelsdefiziten.

Bernsteins Argumentation macht das Ausland für den Dollar-Export der USA verantwortlich. Doch niemand zwingt die USA dazu, massive Schulden aufzubauen und mithilfe der Stellung des Dollar auf Kosten des Restes der Welt zu leben. Sie tun dies freiwillig, denn mehr konsumieren, als man selbst herstellt, ist natürlich sehr verlockend. Doch Bernstein sagt:

Solange der Dollar die Reservewährung ist, kann sich Amerika Handelsdefizit verschlechtern, obwohl wir nicht direkt handeln. Angenommen Südkorea hat einen Handelsüberschuss mit Brasilien. Indem Südkorea einen Überschuss in US-Staatsanleihen anlegt, stärkt es den Wert des Dollar gegenüber anderen Währungen, und unser Handelsdefizit erhöht sich, obwohl die ursprüngliche Transaktion nicht mit den Vereinigten Staaten zu tun hatte.“

Die USA haben allerdings sehr wohl etwas damit zu tun, dass sie die Welt seit Jahrzehnten mit dem Dollar und mit ihren Staatsanleihen fluten. Das Ausland legte einen Großteil seiner überschüssigen Dollar in Staatsanleihen an, damit es zumindest einen kleinen Zins auf die Papiere gibt, mit denen die USA wirkliche Waren und Rohstoffe kaufen. Dies ermöglichte den USA über Jahrzehnte einen massiven Wohlstand.

Doch das Resultat dieser Entwicklung ist eine „unzureichende heimische Nachfrage in Amerikas eigenem Arbeitsmarkt“, so Bernstein. Das heißt, Arbeitsplätze in den USA sind relativ teuer. Einer Schätzung von Kenneth Austin, Ökonom im US-Finanzministerium, zufolge gingen aufgrund des Weltreservestatus des Dollar 2008 in den USA rund 6 Millionen Arbeitsplätze verloren.

Der Dollar wird auf den Märkten aktuell sehr hoch bewertet. Seit Anfang Juli ist der Dollar-Index um fast 5 Prozent gestiegen. In Zeiten der geopolitischen Krise ist die Nachfrage der Investoren offenbar groß. Bernstein sagt, es wäre es einfacher, „König Dollar vom Thron zu reißen“, als die Leute denken.

Amerika könnte zum Beispiel Regeln durchsetzen, die anderen Staaten verbieten, zu viel von unserer Währung erwerben. Tatsächlich tun andere genau dies, um den Export von Jobs zu verhindern. Das letzte Beispiel ist Japans Eingreifen, um den Wert des Yen niedrig zu halten, als die Zentralbanken in Asien und Lateinamerika begannen, japanische Schulden zu kaufen.“

Wenn die USA dem Ausland verbieten, zu viele Dollar zu erwerben, dann hätte dies zur Folge, dass die Nachfrage nach US-Staatsanleihen zurückgeht und die Zinsen steigen. Bernstein erwähnt nicht, dass die USA schon heute in einer Phase mit extrem niedrigen Zinsen einen Großteil ihrer Steuereinnahmen für Zinszahlungen einsetzen müssen. Steigen die Zinssätze, droht den USA die sofortige Staatspleite. Die USA können es daher sich gar nicht leisten, die Stellung des Dollar als Weltreserve-Währung aufzugeben.

Ein schwächerer Dollar würde offenbar die Preise in den USA ansteigen lassen. Denn Importe wären dann teurer. Doch Berstein sagt, dass die Inflationsrate heute bei nur 1 bis 2 Prozent liegt. Eine Steigerung auf 2 bis 3 Prozent sei hinnehmbar, da zum Ausgleich gebe es höherwertige Jobs, eine stabilere wirtschaftliche Erholung und eine wiederbelebte Industrie. „Das Privileg, die Weltreserve-Währung zu haben, können sich die USA nicht mehr leisten“, so Bernstein.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/09/10/obama-oekonom-usa-sollen-dollar-als-welt-waehrung-aufgeben/

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29.08.2014

Petrodollar-Ära offiziell beendet ?

Der 27. August könnte wie mit roten Buchstaben in einen Kalender geschrieben in die Geschichte der Reservewährungen und der Dollar-Hegemonie eingehen. Russland soll den ersten Verkauf von Öl in russischen Rubel getätigt haben. Das kann das Ende des US-Dollars als Welt- Leitwährung bedeuten

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In einer Ankündigung aus einer russischen Geschäftsmedienquelle, hat Gazprom den ersten Verkauf von Öl in einer anderen Währung als den Dollar durchgeführt und soll fortan sowohl russische Rubel als auch den Yuan für den Austausch von Öl-und Gasprodukten akzeptieren. Zukünftig sollen alle bilateralen Energie-Geschäfte nur noch in den heimischen Währungen vorgenommen werden.
Der russische Ölkonzern Gazprom Neft hat zugestimmt, 80.000 Tonnen Öl aus dem Novoportovskoye Feld in der Arktis zu exportieren. Zwei Öltanker sollen in Europa im September ankommen. Laut der russischen Wirtschaftszeitung Kommersant, wird die Zahlung für diese Sendung in Rubel erfolgen. Auch soll Öl über die Ostsibirien-Pazifik-Pipeline (ESPO) nach China geliefert werden. Das ESPO-Öl kann auch in Yuan, sowie in Rubel bezahlt werden, heisst es.

Die russische Regierung und einige der grössten Exporteure des Landes haben weiterhin die Möglichkeit der Annahme von Zahlungen in Rubel für Ölexporte diskutiert. Russland und China hatten bereits lange im Voraus daran gearbeitet, einander mit Öl, Energie und anderen Handelswaren ausserhalb des Dollar zu beliefern. Besiegelt wurde der Umstieg durch ein historisches Energieabkommen Ende Mai diesen Jahres.

Nach Angaben der russischen Wirtschaftszeitung Kommersant  wurde die Änderung der Währung wegen der westlichen Sanktionen gegen Russland vorgenommen. Als Schutzmassnahme beschloss Russland zu verhindern, dass seine Zahlungen in US-Dollars von der Regierung der Vereinigten Staaten gesteuert werden können, berichtet Kommersant. Weil die Krise in der Ukraine eskalierte, hatten die Vereinigten Staaten mehrere Runden von Sanktionen eingeführt, zielten auf den Verteidigungs-Energie und Bankensektor Russlands und überredeten ihre Verbündeten, russische Bürger und Unternehmen auf eine Blacklist zu setzen.

Auch der Iran liefert nun mehrere Milliarden Liter Öl und erhält dafür Lieferungen von Lebensmittel und anderen Waren aus Russland. Damit umgehen die beiden Länder die westlichen Sanktionen gegen sich und handeln ohne den üblichen Petro-Dollar.

Seit dem Zweiten Weltkrieg wurde der Handel mit Erdöl hauptsächlich in  amerikanischen Dollar abgerechnet. Die USA sollen verärgert über diesen Vorstoss sein.

http://www.schweizmagazin.ch/wirtschaft/20644-Petrodollar–offiziell-beendet.html

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18.08.2014

Chinas heimliche Strategie zur Ablösung des Dollar als Welt-Währung

Schritt für Schritt wird der Yuan zur Leitwährung und bringt China auf den Weg zur Weltmacht. Das Land kann sogar die USA in Schach halten, weil es enorme Mengen an Dollar-Reserven und US-Staatsanleihen hält.

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China gefährdet die Führungsrolle der USA, deren Macht seit vielen Jahrzehnten vor allem auf dem Dollar beruht. Es ist der mit Abstand größte Goldproduzent der Welt und verfügt über riesige Bestände an Währungsreserven und US-Staatsanleihen. Zudem hat das Land die USA als wichtigste Wirtschaftsmacht überholt, und der chinesische Yuan ist auf dem Weg zur neuen Weltwährung.

In China wurden im vergangenen Jahr 420 Tonnen Gold gefördert, so der amerikanische U.S. Geological Survey. Das Land stellte nach diesen Zahlen beachtliche 15 Prozent der weltweiten Goldproduktion. Es war der mit Abstand größte Goldproduzent vor Australien (255 Tonnen), den USA (227 Tonnen) und Russland (220 Tonnen).

Nach offizieller Darstellung verfügt die chinesische Zentralbank über Gold-Reserven im Umfang von nur 1.054 Tonnen. Das wäre gerade mal das anderthalbfache der chinesischen Jahresproduktion. Damit läge das Land nur auf Platz 6 hinter den USA, Deutschland, Italien, Frankreich und Russland.

Beamte der chinesischen Zentralbank haben in der Vergangenheit wiederholt gesagt, dass Gold für sie keine sinnvolle Anlage zur Diversifizierung sei. Doch diese Aussagen sind unglaubwürdig. Denn selbst die offiziellen chinesischen Daten des vergangenen Jahres zeigen, dass China viel mehr Gold produziert und importiert hat, als die Bürger des Landes kaufen konnten. Es wird daher vermutet, dass Chinas Zentralbank seit Jahren im Verborgenen massiv Gold kauft (mehr hier).

Tatsächlich könnte China über 4.500 Tonnen Gold verfügen (aktueller Wert 190 Milliarden Dollar), so der Goldanalyst Jeff Clark. Damit wäre das Land der zweitgrößte Goldbesitzer hinter den USA mit 8.134 Tonnen und vor Deutschland mit 3.387 Tonnen. Allerdings gibt es bei diesen beiden Staaten erhebliche Zweifel, ob ihr Gold tatsächlich noch in den Tresoren der Federal Reserve vorhanden ist (mehr hier).

Aufgrund seiner starken Wirtschaft hat China seit vielen Jahren enorme Handelsüberschüsse. Daher haben sich Chinas ausländische Währungsreserven (ohne Gold) innerhalb der letzten fünf Jahre mehr als verdoppelt – auf 3,99 Billionen Dollar. Das ist viel mehr als in allen anderen Staaten der Welt. Hinter China liegen laut IWF Japan mit ausländischen Währungsreserven im Umfang von 1,25 Billionen Dollar, Saudi-Arabien (733 Milliarden Dollar), die Schweiz (521 Milliarden Dollar) und Russland (432 Milliarden Dollar).

Mit seinen Dollar-Einnahmen hat China auch massiv US-Staatsanleihen gekauft. Das Land ist laut US-Finanzministerium mit 1,27 Billionen Dollar (Stand Mai) der größte ausländische Besitzer von US-Schuldpapieren vor Japan (1,22 Billionen US-Dollar) und Belgien (362 Milliarden Dollar). China hält 7,2 Prozent aller bestehenden US-Staatsanleihen. Allerdings hat das Land seine Bestände im Verlauf des letzten Jahres um 2 Prozent zurückgefahren.

Die enormen Mengen an Dollar und US-Staatsanleihen verleihen der chinesischen Führung eine große Macht über die USA. Und man kann bisher nicht beobachten, dass China sich von seinen Dollar-Papieren trennt. Russland hingegen hat zuletzt seine ausländischen Dollar-Reserven im großen Stil zurückgefahren und massiv US-Staatsanleihen verkauft (mehr hier).

Doch beide Konkurrenten der USA haben gemeinsam, dass sie den Dollar im internationalen Handel vermeiden wollen. Hier liegt die große Gefahr für das bestehende Dollar-Finanzsystem. Noch laufen fast alle internationalen Finanztransaktionen über New York. Schritt für Schritt soll die chinesische Währung den Dollar im globalen Handel ersetzen. Der Handel zwischen China, Russland und den anderen Brics-Staaten ist diesem Ziel schon sehr nah (mehr hier).

Derzeit laufen 75 Prozent des bilateralen Handels zwischen China und Russland in Dollar. Doch in der vergangenen Woche vereinbarten die Zentralbanken der beiden Staaten einen Währungs-Swap, berichtet Itar-Tass. Sobald sie den Handel auf Yuan oder Rubel umstellen, brauchen die Unternehmen dafür keine Dollar mehr. Auch mit anderen Staaten sind umfangreiche Währungs-Swaps geplant.

Dies ist ein Angriff auf den Dollar. Denn dessen Wert beruht heute vor allem darauf, dass er im globalen Handel verwendet wird. Wenn die Nachfrage nach der ungedeckten US-Währung fällt und ihr Wert signifikant sinkt, dann kann dies im schlimmsten Fall zu einem kompletten Vertrauensverlust und zur Hyperinflation führen. Die USA haben diese Abwendung der Welt vom Dollar selbst mitverursacht, indem sie über Jahrzehnte ihre Macht über das Finanzsystem missbraucht haben (mehr hier).

Auch Chinas militärische Macht wächst. Das Land ist der zweitgrößte Waffenkäufer der Welt hinter den USA. Seine Militärausgaben lagen im vergangenen Jahr bei 139,2 Milliarden Dollar, berichtete Bloomberg. Das ist doppelt so viel Russland mit 68,9 Milliarden Dollar, aber weniger als ein Viertel dessen, was die USA für Rüstung ausgaben (582,4 Milliarden Dollar). Bis zum Jahr 2015 sollen Chinas Militärausgaben auf 159,6 Milliarden Dollar anwachsen. Das ist deutlich mehr als Großbritannien, Frankreich und Deutschland zusammen ausgeben.

Chinas Schwachstelle sind die Probleme im eigenen Finanzsystem mit einer riesigen Schuldenblase. Zwar lag die Staatsschuldenquote im vergangenen Jahr laut Trading Economics nur bei 22,4 Prozent und das Haushaltsdefizit bei nur 2,1 Prozent. Doch der chinesische Markt für Unternehmens-Anleihen ist heute der größte der Welt. Er hat einen Umfang von 14,2 Billionen Dollar. Dies entspricht 151 Prozent des chinesischen BIP.

Diese Entwicklung ist gefährlich. Die Zahl der Firmen, deren Verbindlichkeiten doppelt so hoch sind wie ihr Kapital, ist seit der globalen Finanzkrise 2007 massiv angestiegen. Börsennotierte nicht-finanzielle Unternehmen mit einer Schulden zu Kapital-Quote über 200 Prozent sind um 68 Prozent angestiegen, berichtet Bloomberg. Die faulen Kredite erreichen Rekordstände. Zahlreiche Pleiten sind unausweichlich.

Zudem steigt auf dem chinesischen Immobilien-Markt die Sorge vor einem Crash. Denn zum ersten Mal seit zwei Jahren fallen die Preise für Wohneigentum. Beobachter fürchten globale Schockwellen, wenn die Blase platzt (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/08/18/chinas-heimliche-strategie-zur-abloesung-des-dollar-als-welt-waehrung/

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10.08.2014

Angriff auf den Dollar: Russland trifft die Achilles-Ferse der Amerikaner

Im globalen Währungskrieg hat Russland einige Vorteile auf seiner Seite. Das Land verfügt über enorme Goldreserven. Zudem hat es kaum Schulden und kann seine Ausgaben vollständig aus seinen Einnahmen finanzieren. Russlands Schwachstellen sind die militärische Macht der USA und ihre Kontrolle über die globale Finanzindustrie. Die offenkundige Abkehr Russlands vom Dollar macht den Kurs Putins für Obama jedoch brandgefährlich.

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Der Autor James Rickards berichtet in seinem höchst lesenswerten Buch “Währungskrieg: Der Kampf um die monetäre Weltherrschaft” von einem interessanten War-Game, das die Amerikaner vor einigen Jahren durchgeführt hatten: Die Annahme des Spiels war, dass Russland versuchen könnte, die internationale Weltwirtschaft mit einer neuen, goldgedeckten Währung auf den Kopf zu stellen. Die teilnehmenden Militärs waren verwirrt, hielten den fiktiven Schachzug jedoch für geschickt gewählt und gaben ihm durchaus Chancen auf Erfolg.

Wenige Jahre später zeigt sich in verblüffender Weise, dass die Theorie der Amerikaner von der Praxis eingeholt zu werden scheint.

Russland ist einer der größten Goldbesitzer der Welt, hat einen stabilen Staatshaushalt und ist wirtschaftlich unabhängiger vom Westen als umgekehrt. Auch die zurückgehende Bedeutung des Dollar und die Überschuldung des westlichen Finanzsystems spielen langfristig Russland in die Karten. Aber noch kontrolliert der Westen das Finanzsystem.

In letzten fünf Jahren hat Russland seine Goldreserven fast verdoppelt. Im Juni erhöhte die russische Zentralbank ihre Bestände nach Angaben des Internationalen Währungsfonds auf nunmehr 1.094,8 Tonnen (rund 35,2 Millionen Unzen). Ein großer Teil dieses Goldes wird importiert. Denn in der ersten Jahreshälfte hat Russland bereits mehr als die gesamte russische Goldproduktion eines Jahres aufgekauft.

Russland ist derzeit der zweitgrößte Goldproduzent der Welt hinter China. Im vergangenen Jahr förderte das Land 254 Tonnen Gold, berichtete der staatliche Sender Russia Today, dessen Angaben allerdings nicht nachprüfbar sind. Das wären 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Die USA hingegen produzierten laut U.S. Geological Survey nur 227 Tonnen. Das ist der niedrigste Stand seit 2009.

Mit dem aggressiven Aufstocken der Goldreserven festigt Russland seine kürzlich erreichte Stellung unter den Staaten als fünftgrößter Goldbesitzer hinter den USA, Deutschland, Italien und Frankreich. Allerdings bestehen erhebliche Zweifel, ob die USA tatsächlich die von ihr angegebene Menge Gold besitzen. Denn die Federal Reserve verweigert jede unabhängige Prüfung ihrer Bestände.

Auch der Verbleib der rund 1.500 Tonnen Gold ist fraglich, welche die Deutsche Bundesbank bei der Federal Reserve lagert. Denn die Bundesbank hat derzeit große Schwierigkeiten dabei, einen Teil ihres Goldes nach Deutschland zurückzuholen. Peter Boehringer von der Bürgerinitiative „Holt unser Gold heim“ sagte Anfang des Jahres im Interview mit den Deutschen Wirtschafts Nachrichten:

Die Zweifel wachsen, wenn schon die erste Tranche über poplige 37 Tonnen […] nicht ohne Widersprüche und erhebliche Unklarheiten beziehungsweise Intransparenzen durchführbar war. Wie soll dies dann erst bei weiteren Lieferungen werden? Ob alles wirklich in Originalform da war und ist, werden wir erst nach der letzten, hoffentlich dann sauber dokumentierten Lieferung erfahren.“

Russland hingegen lagert sein Gold im eigenen Land. Neben seinen enormen Goldreserven verfügt es über riesige Mengen an ausländischen Währungsreserven, vor allem Dollar-Reserven. Nur vier Staaten der Welt halten mehr ausländische Währungsreserven als Russland. Dies sind China, Japan, Saudi-Arabien und die Schweiz.

Die russischen Reserven in ausländischen Währungen (ohne Gold) hatten im Juni einen Umfang von 432 Milliarden Dollar, ein Rückgang um rund 10 Prozent innerhalb eines Jahres. Zum Vergleich: Der Wert der russischen Goldreserven stieg im selben Zeitraum von 38,5 Milliarden Dollar auf 46,3 Milliarden Dollar. Russland trennt sich vom Papier und kauft physisches Gold.

Neben großen Gold- und Währungsreserven hält Russland auch US-Staatsanleihen im Umfang von 111,4 Milliarden Dollar (Stand Mai). Laut den Zahlen des US-Finanzministeriums hielt Russland noch ein Jahr zuvor US-Staatsanleihen im Umfang von 143,4 Milliarden Dollar. Dies ist ein Rückgang um 22,3 Prozent innerhalb nur eines Jahres. Russland verabschiedet sich ganz offen vom Dollar.

Wenn sich der Finanz-Krieg ausweitet, wird Russland voraussichtlich seine bisherige Strategie fortsetzen und (1) seine Goldreserven weiter aufstocken, auch durch den Import von Gold, (2) seine Dollar-Reserven weiter abbauen und (3) seine US-Staatsanleihen weiter abstoßen. Vor allem die letzten beiden Punkte könnten die USA während eines Währungskriegs in massive Probleme bringen.

Denn zwar hält Russland nur noch rund 0,6 Prozent aller US-Staatsanleihen mit einem Gesamtumfang von rund 17,7 Billionen Dollar. Und auch die Dollar-Reserven Russlands sind relativ klein. So viel Geld druckt die Federal Reserve nach eigenen Angaben innerhalb weniger Monate. Allein von Juni 2013 bis Juni 2014 erhöhte sie die Geldbasis von 3,22 auf 3,97 Billionen Dollar – ein Anstieg um 23 Prozent.

Doch das Entscheidende an dieser Entwicklung ist, dass sich nun auch die russischen Unternehmen vom Dollar unabhängig machen. So schützen sie sich gegen die Sanktionen des Westens. Sie eröffnen Konten in Asien und stellen ihre Export-Verträge auf asiatische Währungen wie den chinesischen Yuan und den Hong-Kong-Dollar um (mehr hier).

Dieser Trend gefährdet die Existenz der US-Währung, deren Wert vor allem darauf beruht, dass sie im internationalen Handel verwendet wird. Wenn die Staaten der Welt wie Russland den Dollar immer weniger verwenden und ihn abstoßen, kann dies in den USA eine extreme Inflation auslösen. Denn dieselbe Menge Dollar wird dann für weniger Dinge verwendet. Das heißt, für dieselben Dinge braucht man mehr Dollar.

Die USA haben die Flucht vieler Staaten aus dem Dollar nicht nur dadurch verursacht, dass sie den Dollar seit Jahrzehnten durch extremes Gelddrucken immer weiter entwerten. Außerdem missbrauchen sie ihre Macht im Finanzsystem, indem sie Strafen und Sanktionen gegen andere Staaten verhängen (mehr hier).

Ein weiterer Vorteil Russlands in einem kommenden Finanz-Krieg ist sein relativ stabiler Staatshaushalt. Die russische Staatsschuldenquote lag laut Trading Economics im vergangenen Jahr bei nur 13,4 Prozent. Das Haushaltsdefizit lag bei nur 0,5 Prozent, obwohl das Land mal eben 50 Milliarden Dollar für die Vorbereitung der Olympischen Spiele ausgab.

Zum Vergleich: Die Schuldenquote der USA lag im vergangenen Jahr bei enormen 101,5 Prozent, das Haushaltsdefizit bei 4,1 Prozent. Ohne immer neue Schulden zu machen, könnten die USA die laufenden Ausgaben für ihr Militär nicht mehr finanzieren. Russland hingegen kann seine Armee aus Steuergeldern bezahlen.

Auch in der Eurozone lag die Staatsschuldenquote im vergangenen Jahr bei 92,6 Prozent. Das Defizit lag bei 3 Prozent. Auf Dauer ist dies nicht tragfähig. Doch nicht nur die Regierungen des Westen sind überschuldet. Dasselbe gilt für viele Zentralbanken und kommerzielle Banken, die alle miteinander verbunden sind.

Die begrenzten Möglichkeiten des Westens zeigen sich derzeit auch an dem scheiternden Versuch, Russland mit Sanktionen zu treffen. Tatsächlich schaden sich die westlichen Staaten auch selbst. Allein der unmittelbare Schaden für die polnische Landwirtschaft soll sich auf rund 500 Millionen Euro belaufen.

Aber noch verfügen die USA über eine große Wirtschaftskraft und über eine gewaltige Militär-Macht. Das BIP der Amerikaner ist mit 16,8 Billionen Dollar acht mal so groß wie das russische BIP von 2,1 Billionen Dollar. Die Militärausgaben der USA lagen im letzten Jahr bei 582,4 Milliarden Dollar. Auch dies ist mehr als acht mal so viel wie die Militärausgaben Russlands von 68,9 Milliarden (mehr hier).

Zudem kontrollieren die USA die globale Finanzindustrie. Machtbewusst demonstrierten sie in der vergangenen Woche erneut ihre Bereitschaft für einen Finanz-Krieg gegen Russland. Die für Europa zuständige US-Diplomatin Victoria Nuland sagte, die Schaffung von Marktunsicherheit sei „ein neues Instrument der europäischen und der US-Außenpolitik“ (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/08/10/gegen-den-dollar-russland-trifft-die-achilles-ferse-der-amerikaner/

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06.08.2014

Währungs-Krieg: Amerika kämpft gegen den Niedergang des Dollar

Indem die USA das bestehende Finanzsystem gezielt gegen andere Staaten einsetzen, gefährden sie die eigene Währung. Die gigantischen Schulden, die die USA angehäuft haben, machen sie anfällig für Attacken aus anderen Volkswirtschaften. Vor allem China wird in Washington als Gefahr gesehen, weil die Chinesen der größte Gläubiger der USA sind. Die Spannungen mit Russland sollen die neue Achse Moskau-Peking schwächen.

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Die USA setzen ihre Kontrolle über das Finanzsystem zunehmend als politisches Mittel ein – zuletzt auch mit Milliarden-Strafen gegen europäische Banken und vor allem in der Auseinandersetzung mit Russland. Doch diese Strategie könnte nach hinten losgehen: Die Amerikaner diskreditieren sich durch den Einsatz ihrer Finanzmacht und könnten so die Ablösung des Dollar als Weltwährung beschleunigen. 

Zu diesem erstaunlichen Ergebnis kommen nicht nur europäische Experten (mehr dazu im Interview hier), sondern auch die Washington-Insider Flynt Leverett und Hillary Mann Leverett in einer Analyse für die investigative US-Website ConsortiumsNews. Flynt Leverett arbeitete für die CIA und das US-Außenministerium und bis zum Irak-Krieg unter George W. Bush im Sicherheitskabinett der US-Regierung. Hillary Mann Leverett arbeitete ebenfalls im Sicherheitskabinett und war nach dem 11. September 2001 die einzige US-Diplomatin, die mit dem Iran über Afghanistan, Al Kaida und den Irak verhandeln durfte.

Die beiden Autoren verfügen also über beträchtliche Kenntnisse der Weltpolitik der Amerikaner.

Ihre Analyse legt den Schluss nahe, dass die US-Politik gegenüber Russland weniger aus traditioneller Stärke, sondern aus einer elementaren Schwäche erfolgt: Die Amerikaner treibt die Angst um, dass die Vorherrschaft des Dollars als Weltreservewährung gebrochen werden könnte.

Nach Ansicht der Analysten verdrängen der wirtschaftliche Aufstieg Chinas und die damit verbundene zunehmende Bedeutung des Yuan den Dollar Schritt für Schritt im internationalen Handel. Wegen des enormen chinesischen Energiebedarfs gerät vor allem der Petrodollar unter Druck, bisher einer der wichtigsten Pfeiler für die internationale Dollar-Nachfrage.

Die Vorherrschaft des Dollars wurde im Jahr 1944 auf der Bretton-Woods-Konferenz besiegelt. Zunächst strebten zwar fast alle Teilnehmer der Konferenz eine Lösung an, wonach eine durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) geschaffene Währung als Quelle für globale Liquidität dienen sollte, die sogenannten „Special Drawing Rights“ (SDR). Vor allem Großbritannien lehnte die Dominanz der US-Währung ab.

Doch schließlich stimmten die nicht-kommunistischen Staaten dem Plan der übermächtigen USA zu und etablierten einen sogenannten Gold-Devisen-Standard. Danach wurde der Dollar an Gold gekoppelt. Und die Währungen der westlichen Welt wurden an den Dollar geknüpft. Dadurch wurde die US-Währung zur Hauptquelle für internationale Liquidität.

Unter diesem System mussten die Staaten der Welt keine Goldreserven mehr halten, sondern Dollar-Reserven. Die Dollar konnten sie theoretisch jederzeit bei den USA gegen Gold umtauschen. Doch dieses System schlug fehl, weil die USA mehr Geld druckten, als sie Gold hatten. Die USA führten teure Kriege und erhöhten die Staatsausgaben, was sie durch Gelddrucken finanzierten.

Das Anwachsen der Dollar-Geldmenge führte dazu, dass die USA immer weniger in der Lage waren, wie auf der Konferenz von Bretton Woods vereinbart Dollar gegen Gold umzutauschen. Seit den 50er Jahren zwangen die USA die ausländischen Dollar-Besitzer dazu, ihre grünen Scheine nicht gegen Gold umzutauschen. Doch die Insolvenz des gesamten Systems konnte nicht ewig hinausgezögert werden.

Im August 1971 beendete US-Präsident Richard Nixon „vorübergehend“ die Möglichkeit, Dollar gegen Gold umzutauschen. Einseitig und praktisch ohne Widerspruch der betrogenen Staaten erzwangen die USA ein neues globales Finanzsystem. Alle Währungen der Welt waren weiterhin an den Dollar gekoppelt, doch dieser konnte nun nicht mehr in Gold umgetauscht werden. Alle Währungen der Welt wurden über Nacht zu Fiat-Währungen.

Auf diese Weise wollten die USA weiterhin Schulden machen und Dollar drucken, ohne dass sie an irgendjemand ihr Gold herausgeben mussten. Doch für die Amerikaner bestand nun die Gefahr, dass die Staaten der Welt ihre Dollar-Bestände nicht weiter ausbauen wollen. Denn es wuchs die Sorge um den langfristigen Wert der US-Währung.

Um die Vorherrschaft des Dollar aufrecht zu erhalten, schufen die USA in den 70er Jahren den sogenannten Petrodollar. In geheimen Verhandlungen mit Saudi-Arabien und anderen Golf-Staaten erreichten sie, dass die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) sich ihr Öl in Dollar bezahlen lässt. Dies hat eine enorme globale Nachfrage nach der US-Währung sichergestellt.

Doch das Petrodollar-System gerät seit einigen Jahren immer mehr ins Wanken. Denn China ist als großer Player in der globalen Energiepolitik aufgetaucht. Der Aufstieg des „Petro-Yuan“ könnte bald die Vorherrschaft der Dollar beenden. Chinas Wirtschaftskraft wird dieses Jahr erstmals die der USA übertreffen.

Seit einigen Jahren bezahlt China einen Teil seiner Öl-Importe aus dem Iran in Yuan. Im Jahr 2012 vereinbarten die Zentralbanken von China und den Vereinigten Arabischen Emiraten einen Währungs-Swap im Umfang von umgerechnet 5,5 Milliarden Dollar. Dieser bereitet die Bezahlung chinesischer Ölimporte in Yuan vor.

Auch der Gas-Deal, den China und Russland dieses Jahr unterzeichnet haben, sieht vor, dass China das russische Gas in Yuan bezahlt. Das Abkommen hat einen Umfang von umgerechnet 400 Milliarden Dollar. Die Amerikaner halten diesen Deal für besonders ärgerlich, weil er klar ein politischer Deal ist: Russland verkauft sein Gas zu wesentlich billigeren Preisen als die Europäer dafür bezahlen müssen. Rein wirtschaftlich ist der Deal für Russland kein gutes Geschäft. Politisch könnte er jedoch dazu beitragen, dass sich die Kräfte in der Weltpolitik in Richtung Osten verschieben.

China betreibt offen die Internationalisierung seiner Währung. Ein wachsender Teil des Welthandels wird in Yuan abgeschlossen. Die Ausgabe von Finanzinstrumenten in Yuan nimmt zu. In Europa buhlen Luxemburg, London, Paris und Frankfurt darum, sich als Zentren für den Yuan-Handel zu etablieren (mehr hier).

Die Chinesische Volksbank hat bereits mit 30 anderen Zentralbanken Swap-Vereinbarungen abgeschlossen. In der Praxis dient der Yuan also schon als Reservewährung, obwohl er noch nicht voll konvertierbar ist. Bereits im April gab es von 23 Staaten eine öffentliche Erklärung, dass sie Yuan-Reserven halten (mehr hier).

Peking will erreichen, dass die großen Energieproduzenten den Yuan als Zahlungsmittel akzeptieren, darunter die Produzenten von Erdöl und Erdgas. Diese haben gute Gründe dafür, Chinas Bestrebungen nachzugeben. Denn China ist in absehbarer Zukunft der wichtigste Wachstumsmarkt für die Hersteller von Kohlenwasserstoffen im Persischen Golf und in der früheren Sowjetunion.

Die USA werden zunehmend als fallende Supermacht gesehen, China hingegen als die überragende aufstrebende Macht. Sogar für die Golfstaaten sind engere Bindungen an China eine strategisch wichtige Absicherung.

Chinas Regierung verspricht sich von der Internationalisierung des Yuan aber nicht nur wirtschaftliche Vorteile – etwa geringere Kosten und Risiken für chinesische Unternehmen. Nach Ansicht von Flynt und Hillary Leverett sind vielmehr strategische Erwägungen entscheidend. So wolle China das Wachstum seiner enormen Dollar-Reserven verlangsamen. Diese sind entstanden, weil China im großen Stil US-Staatsanleihen aufgekauft hat und auf diese Weise zum größten Gläubiger der USA geworden ist.

Zudem hat China die zunehmende Bereitschaft der USA beobachtet, im Konfliktfall Staaten vom US-Finanzsystem auszuschließen. Diese Sanktionen werden international als Machtmissbrauch wahrgenommen. Auf diese Weise tragen die Amerikaner aktiv dazu bei, das Vertrauen der Welt in das Dollar-Finanzsystem zu zerstören. Die Tatsache, dass die USA ohne die geringsten Beweise Moskau die Schuld am Abschuss der malaysischen Passagiermaschine MH17 in die Schuhe geschoben hat und zugleich versucht, die EU-Staaten in Geiselhaft zu nehmen, um den europäischen Energiemarkt zu erobern, hat das weltweite Unbehagen gegenüber den Amerikanern verstärkt. Die nervöse Politik Washingtons zeigt, dass die Amerikaner genau wissen, dass es im internationalen Währungskrieg um viel mehr geht als um die territoriale Integrität der Ukraine, von der die meisten Amerikaner vermutlich nicht einmal wissen, wo sie das Land auf einer Karte suchen müssten.

In der vergangenen Woche demonstrierten die USA erneut ihre Bereitschaft zum Finanz-Krieg gegen Russland. Die für Europa zuständige US-Diplomatin Victoria Nuland sagte, die Schaffung von Marktunsicherheit sei „ein neues Instrument der europäischen und der US-Außenpolitik“ (mehr hier).

Seit dem Beginn der Ukraine-Krise haben sich die Beziehungen zwischen den USA und Russland immer weiter verschlechtert. Dies hat die Verbindungen zwischen Russland und China gestärkt. Moskau und Peking wollen sich gemeinsam gegen ein Amerika absichern, das sie als zunehmend schwach, aber noch immer als gefährlich ansehen.

Auch die Verbündeten der USA in Europa haben zuletzt scharfe Kritik am hegemonialen Gebaren der Amerikaner im globalen Finanzsystem geäußert. Maßnahmen wie die Rekordstrafe von knapp 9 Milliarden Dollar gegen die französische Bank BNP Paribas können letztlich zum Bumerang für die USA werden und das Ende des Dollar auslösen (mehr hier). Die vergleichsweise lächerliche Strafe für JPMorgan (hier) ist für viele ein Beleg, dass es den Amerikanern nicht um Gerechtigkeit, sondern um Herrschaft geht. Schon haben die Europäer angekündigt, die politischen Strafen gegen ihre Banken beim G-20-Gipfel auf die Tagesordnung setzen zu wollen (mehr hier).

Sollte ihnen das gelingen, wird der Gipfel kein Heimspiel für Barack Obama.

Obama ist durch die massive Schuldenmacherei in die Defensive geraten. Die Chinesen, die ebenfalls gewaltige Blasen vor sich herschieben, sehen in der Entwicklung eine Chance, die Amerikaner in die Ecke zu drängen.

Der neue Kalte Krieg gegen Russland ist daher in einem übergeordneten Sinn ein Stellvertreterkrieg.

Der Ausgang der Auseinandersetzung ist völlig offen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/08/06/waehrungs-krieg-amerika-kaempft-gegen-den-niedergang-des-dollar/

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02.08.2014

Der Dollar hält sich nur noch durch militärische Erpressung auf den Beinen“

Überschuldung, Inflation, Subventionen und Korruption: Die meisten Probleme der aktuellen Finanzkrise sind auf eine ungedeckte Papierwährung zurückführen. Das internationale Goldstandard-Institut plädiert daher für eine Rückkehr zu goldgedeckten Währungen, um der Maßlosigkeit einen Riegel vorzuschieben.

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Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Immer mehr Staaten gehen auf Distanz zum Dollar. Ist der Dollar als Leitwährung in Gefahr?

Thomas Bachheimer: Streng genommen befindet sich der Leitwährungsstatus des US-Dollars schon seit 15.8.1971 in Gefahr – nämlich seit Nixons währungstechnischem Husarenstück, dem einseitigen Aufkündigen des Bretton Woods-Vertrages und damit verbundenen Schließen des sogenannten Goldfensters. Seitdem ist der Dollar durch nichts mehr gedeckt und gründet sich somit nur mehr auf Vertrauen. Dieses Vertrauen wurde in den letzten 43 Jahren jedoch sukzessive abgebaut. Die Geschwindigkeit dieses Vertrauensverlustes wurde durch das stakkato-artige Abfeuern von Rettungspaketen und Quantitative-Easing-Maßnahmen der FED in den letzten Jahren noch weiter gesteigert. Ich kenne buchstäblich niemanden, der diese Währung noch als Instrument zur mittel- bis langfristigen Wertaufbewahrung verwendet.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Auch die Staaten, die jetzt den Dollar attackieren, haben Riesen-Probleme. Können Russland, China und Brasilien den Dollar ernsthaft gefährden?

Thomas Bachheimer: Länder und supranationale Bündnisse können eine Währung nur bedingt gefährden. Allerdings können sie den Vertrauensverlust immens beschleunigen. Dies ist meiner Meinung nach das Ziel der jüngsten BRIC-Vereinbarung. Letztendlich aber bestimmen immer die wirtschaftlichen Akteure durch ihre Handlungen über den Erfolg oder auch Misserfolg einer Währung. Da können die Amis die OPEC noch so zwingen, den wertlosen Greenback als Abrechnungswährung für Ölgeschäfte zu verwenden. Spätestens, wenn die ersten OPEC-Staaten sich weigern, ihre wertvollen Energierohstoffe gegen wertlose grüne Baumwolllappen einzutauschen, wird der US-Dollar seinen Status als Weltreservewährung verlieren und zur – zwar großen, aber dennoch regionalen – Binnenwährung verkommen.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Stehen wir an der Schwelle zu einem Währungskrieg?

Thomas Bachheimer: Meiner Ansicht nach tobt dieser Krieg schon seit 2009, zumindest an der China-Front: im April 2009 eröffnete China die Leitwährungsdebatte mit lautstarker Kritik: „Amerika, we hate you, for how you are keeping your currency“, mit Goldkäufen und deren Aktivierung in der Nationalbank, und führte weitere währungstechnische Erleichterungen und Maßnahmen ein. Seit damals schwebt der Dollar in akuter Lebensgefahr. Im Frühjahr 2014 richtete China eine Clearingstelle für den Yuan in Frankfurt ein und hat so sein Interesse an einer weiteren weltweiten Etablierung des Yuan offen bekundet. Der Greenback hängt mittlerweile schwer angeschlagen in den Seilen und hält sich nur mehr durch militärische Erpressung auf den Beinen.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Gold-Fans sagen immer wieder: Die Golddeckung kommt zurück. In Zentralbank-Kreisen sieht man das anders. Hätte ein neuer Gold-Standard einen Sinn?

Thomas Bachheimer: Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Vertrauen ist das Rückgrat jeder Währung. Gold ist gespeicherte Arbeitsleistung und somit aggregiertes Vertrauen. Aber auch durch sein Stock-to-Flow-Verhältnis von 1:70 (jährlich gefördertes Gold im Verhältnis zur historischen Gesamtförderung) ist es Garant für Stabilität. Daher führt an einer Wiedereinführung des Goldstandards überhaupt kein Weg vorbei. Historisch belegt ist bislang noch jedes Papiergeld-Experiment gescheitert und wurde von einem Goldstandard abgelöst.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Der Goldpreis wurde und wird manipuliert. Welchen Wert hätte ein Goldstandard in einem derart manipulativen Umfeld?

Thomas Bachheimer: Der Goldpreis wurde und wird durch die Zentralbanken, allen voran die FED und ihre Partnerinstitute, manipuliert. In einem Goldstandardsystem wäre zum einen die Macht der Zentralbanken äußerst eingeschränkt, zum anderen bräuchte man nichts zu manipulieren, da ja nichts aus dem Lot wäre. Heute manipuliert man den einzig wahren und unverfälschbaren Wertmaßstab, das Gold, um etwas nicht Werthaltigem – nämlich dem westlichen Währungssystem –einen künstlichen Wert beizumessen. Das alles wäre unter dem einzig echten und fairen Geldregime nicht nötig.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Wie müsste man sich denn die Einführung eines Gold-Standards praktisch vorstellen – das geht ja eigentlich nur mit einem Crash, wenn alle Staaten so überschuldet sind…

Thomas Bachheimer: Selbst der Naivste weiß mittlerweile, dass die Staaten die Schulden nie wieder zurückzahlen können. Es wird zum gleichzeitigen Zahlungsausfall vieler Staaten kommen, was eine historische Premiere wäre, da bisher immer nur Einzelstaaten in die Insolvenz geraten sind. Natürlich werden die herrschenden politischen Klassen zur Verantwortung gezogen und danach muss mit der Neuerrichtung der wirtschaftlichen Strukturen begonnen werden. Dazu gehört neben Schuldenmoratorien und Fristverlängerungen auch die Einführung eines neuen Währungssystems. Nach großen Krisen war dies bisher immer der Goldstandard der dem Papiergeldexperimenten nachgefolgt ist und auch diesmal wird es so sein. Seine Errichtung wird aber im Gegensatz zu früheren Währungsentstehungen (z.B. Euro) nicht mehr „top down“ (Politik und Bankenwelt beschließen eine Währung) erfolgen. Geht man nach der berühmten „Cui bono“-Frage vor, kann man ja besonders beim Euro erkennen, wem diese Währung eigentlich genutzt hat: der Polit- und Bankenwelt zu Lasten der „real“ wirtschaftenden Akteure. Um diesem Missbrauch beim neuen System vorzubeugen, wird die neue goldgedeckte Währung „bottom up“ eingeführt, also von den wirtschaftlichen Akteuren unter der Anleitung von Experten und hoffentlich unter Ausschluss von Politik und Banken. Ich bin sehr zuversichtlich, dass dies so passieren wird. Der Schaden, den das derzeitige Währungssystem angerichtet hat, ist eindeutig zu groß, als dass das Volk so etwas nochmals zulassen würde.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Wo sitzen die gewichtigsten Befürworter eines Gold-Standards?

Thomas Bachheimer: Das Etablieren des Goldstandards würde vor allem das vorragige Problem unserer Zeit bereinigen. Im Moment leidet die westliche Welt an den Folgen der Verschuldungsorgien, welche die Politiker im Namen und zu Lasten, aber ohne den direkten Auftrag, der jeweiligen Bevölkerung abgefeiert haben. In einem ungedeckten Geldsystem können Politiker ihre unfinanzierbaren Wahlversprechen mittels Verschuldung und anschließender Zwangsenteignung durch Inflation (neudeutsch: monetäre Staatsfinanzierung) erfüllen. Es werden momentan daher jene gewählt, die am meisten versprechen und damit jene, die die Bezahlung ihrer Versprechen, Förderungen und Subventionen auf die nächste Generation verschieben.
In einem eingeschränkten, gedeckten Währungssystem müssten die Politiker mit einem reellen Budget haushalten. Es würden vernünftigere anstatt skrupellose Politiker gewählt werden. Im Goldstandard hätte das Volk wieder die Kontrolle über die öffentlichen Ausgaben, Verwerfungen würden rascher an die Oberfläche kommen. Dem Subventionierungswahn und der Förderung von nicht Förderwürdigem würde ein Riegel vorgeschoben und der Großteil der Gesellschaft würde sich wieder zu selbständigen und mitdenkenden Bürgern und weg von kollektiv-korrupten Almosenempfängern entwickeln. Um ihre Frage kurz zu beantworten: sobald die Menschen richtig nachdenken (was zumeist in einer Krise passiert), wird jeder freiheitsliebende und leistungsbereite Bürger die Einführung eines fairen, nicht verfälschten Geldsystems befürworten. Im Moment ist die Gruppe der Einsichtigen noch recht überschaubar – was den derzeit Regierenden und deren übergeordneten Instanzen nur recht ist -, aber wir vom Goldstandard Institut arbeiten unermüdlich an der Aufklärung der Bürger, damit diese dann die Veränderung von selbst herbeiführen können.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Und wo seine mächtigsten Gegner?

Thomas Bachheimer: Die Gegner kann man in folgende Gruppen einteilen:
Diejenigen, die anstelle selbstbewusster, eigenverantwortlicher Bürger willenlose
Almosenempfänger wollen; also diejenigen politischen Gruppierungen, die derzeit an der Macht sind, samt ihrer Pseudo-Opposition, die kräftig am Kuchen mitnascht;
Die
Zentralbanken, die durch die derzeitige Politik Macht erhalten haben und mit fortlaufender Zeit immer weiter reichende Machtbefugnisse erhalten haben;
Internationale Agenturen, die von Niemandem demokratisch legitimiert sind, aber immer mehr finanzielle Macht über ganze Kontinente hinweg ausüben. Dazu zähle ich IWF, BIZ, ESM und Weltbank; Und nicht zuletzt die internationalen Großbanken und das Großkapital, welche sich die Politiker als Haus- und Hofhunde halten, um so ihre Interessen auf dem Rücken der Steuerzahler durchzusetzen. Diese Gegner werden jedoch bald ihre Macht verlieren und dann hoffentlich nur mehr ein schwarzes Kapitel in der Geschichte der Bürgerfreiheit sein.

Thomas Bachheimer ist Präsident des Goldstandard-Instituts Europa und Redakteur bei der Edelmetall-Fachwebsite Hartgeld.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/08/02/der-dollar-haelt-sich-nur-noch-durch-militaerische-erpressung-auf-den-beinen/

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29.07.2014

Gegen den Dollar: Luxemburg buhlt um Yuan-Investitionen

Luxemburg will sich als Zentrum für den Yuan-Handel im Ausland etablieren. Anders als in Frankfurt oder Paris gibt es für Chinas Banken im Großherzogtum deutlich weniger staatliche Regulierungen. Dies erleichtert den Aufstieg des chinesischen Yuan zur Weltwährung.

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Luxemburg will ein globales Zentrum für den Handel der chinesischen Währung Yuan werden. Das Großherzogtum mit einer halben Million Einwohner folgt dem Trend, dass die Rolle von Chinas Währung im internationalen Handel kontinuierlich wächst.

Im ersten Quartal dieses Jahres wurden 18 Prozent des chinesischen Auslandshandels in Yuan abgewickelt, so die Großbank HSBC. Sie erwartet, dass diese Zahl bis zum kommenden Jahr um ein Drittel wächst. Nun hat das Rennen darum begonnen, wo der führende ausländische Handelsplatz für Yuan entsteht.

Die Internationalisierung des Yuan ist im Geldsektor eines der wichtigsten Ereignisse, wenn nicht das wichtigste Ereignis, seit der Schaffung des Euro. Es ist möglicherweise riesig, also wollen wir für diesen Markt positioniert sein“, zitiert das Wall Street Journal den luxemburgischen Finanzminister Pierre Gramegna.

Luxemburgische Fondsmanager, Aufsichtsbehörden und Politiker haben sich sehr darum bemüht, Chinas Finanzelite für das Großherzogtum zu interessieren. Sogar Kronprinz Guillaume hat sich im Dezember letzten Jahres an einer Delegation nach China beteiligt.

Beamte an der luxemburgischen Börse tragen Anstecker mit den Fahnen Luxemburgs und Chinas, immer wenn dort die Auflistung einer in Yuan gezeichneten Anleihe gefeiert wird. Im Mai erreichten die an der luxemburgischen Börse gelisteten Yuan-Anleihen ein Volumen von 30,6 Milliarden Yuan (3,7 Milliarden Euro).

Die Vereinigung der Luxemburgischen Fonds-Industrie hat ihre Informationsbroschüren und Wandplakate auf Mandarin übersetzt. Lokale Anwaltsfirmen, Wirtschaftsprüfer und sogar die Finanzaufsicht CSSF sagen, dass sie chinesisch sprechendes Personal einstellen. Diese Bemühungen zeigen Wirkung.

Im Juli präsentierte eine Handelsdelegation aus Luxemburg in China seinen Gastgebern eine 5-Euro-Gedenkmünze, die das Bild eines Schonsteins zeigte ähnlich dem, den ein Luxemburger vor einem Jahrhundert in Wuhan gebaut hatte.

Am Ende des Treffens unterzeichnete China eine Reihe von Abkommen, die zur Schaffung einer Yuan-Verrechnungsbank in Luxemburg führen soll und mehr Fonds, Anleihen und Aktien mit Chinabezug ins Großherzogtum holen soll.

Zugleich haben drei der größten Banken Chinas ihre europäischen Hauptquartiere in Luxemburgs Zentrum aufgeschlagen. Zwei weitere Banken haben in der vergangenen Wochen entsprechende Pläne angekündigt.

Die China Construction Bank erhielt im vergangenen Jahr eine luxemburgische Banklizenz. Ihr Europa-Chef Suosheng Li sagte, seine Bank werde mit dem Banking für Unternehmen beginnen, damit habe man Erfahrungen. „Und dann werden wir uns allmählich in verschiedene Bereiche ausdehnen, wie Privat-Banking und Vermögensverwaltung und andere Bereiche des Kundengeschäfts.“

Neben Luxemburg wollen auch London, Paris, Frankfurt und andere Standorte das globale Zentrum für den Yuan-Handel außerhalb Chinas werden. Bundeskanzlerin Angela erreichte bei ihrem Chinabesuch Anfang Juli ein Kontingent für deutsche Investoren, um in Chinas Aktien- und Anleihenmarkt zu investieren. Zudem erleichterte China der Frankfurter Börse den Handel in Yuan (mehr hier).

Im Juni war der britische Finanzminister George Osborne Gastgeber des ersten britisch-chinesischen Finanzforums in London. Er erreichte ein Abkommen mit Chinas Premier Li Keqiang, das direkten Umtausch zwischen den beiden Währungen startet, und Lizenzen für britische Fondsmanager, um direkt in Chinas Märkte zu investieren.

Auch Paris erhält eine Yuan-Verrechnungsbank, Kontingente für Investitionen bestehen bereits. Die Schweiz hat im Juli eine Swap-Vereinbarung mit der chinesischen Zentralbank unterzeichnet. Dies ist ein erster Schritt, um die Finanzsektoren der beiden Staaten zu verknüpfen.

Luxemburg verspricht der chinesischen Seite weniger staatliche Regulierungen als seine europäischen Rivalen. Beamte sagen, eine Banklizenz könne man innerhalb von weniger als sechs Monaten erhalten. In Großbritannien dauert dies doppelt so lang. Zudem müssen sich neue Manager nicht umfangreichen Prüfungen unterziehen lassen wie in anderen Staaten Europas.

Als die China Construction Bank (CCB) im letzten Jahr seine Geschäfte in Luxemburg startete, sagte Vorstand Wang Hongzhang, dies sei der schnellste Prozess gewesen, den es beim Start von Auslandsoperationen seiner Bank jemals gegeben hat. Er nannte dies die „Luxemburger Geschwindigkeit“.

Das Großherzogtum hat im Vergleich zu Deutschland oder Frankreich nur eine kleine Wirtschaft. Doch seine Finanzindustrie ist riesig. Im vergangenen Jahr hat sie 25 Prozent zum BIP beigetragen.

Seit das Wachstum der Luxemburger Finanzindustrie in den 80er Jahren begann, sind Vermögenswerte im Umfang von 2,82 Billionen Euro aus aller Welt ins Großherzogtum geflossen, sagt Mark Saluzzi, Vorstand der Vereinigung der Luxemburgischen Fonds-Industrie. Dies werde nur von den USA übertroffen.

Während China bestrebt ist, seine Währung vollständig zu internationalisieren, will Luxemburg das ausländische Zentrum für chinesische Ersparnisse und Investitionen werden. „Wir wissen, dass wir noch viele Male nach China reisen müssen, um ihnen zu zeigen, was wir zu bieten haben“, so Saluzzi. „Aber wir werden unseren Fuß auf den chinesischen Markt bekommen.“

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/07/29/gegen-den-dollar-luxemburg-buhlt-um-yuan-investitionen/

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26.07.2014

Gegen den Dollar: Erdoğan will eine Allianz mit Putin schließen

Die Türkei möchte den US-Dollar als Leitwährung beim Handel mit Russland ablösen. Stattdessen sollen der Rubel und die Türkische Lira als Zahlungsmittel dienen. Damit möchte das Land künftige Sanktionen gegen Russland umgehen. Denn Russland ist der zweitgrößte Handelspartner der Türkei. Für die Nato könnte die Kehrtwende zum Problem werden.

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Die türkische Regierung unter Premier Recep Tayyip Erdoğan möchte der weltweiten Anti-Dollar-Allianz beitreten. Der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci hat seinem russischen Amtskollegen Alexei Uljukajew bei einem Treffen in Sydney einen Vorschlag unterbreitet.

Ankara will den bilateralen Handel mit Moskau ohne den US-Dollar abwickeln. „Die Türkei bietet Russland an, beim Handel auf die jeweiligen nationale Währungen umzusteigen“, zitiert das russisch-türkische Portal Haber Rus Uljukajew.

Die türkische Abgeordnete Oya Akgönenç Muğisuddin sagt in einem Interview mit Voice of Russia, dass die einseitigen US-Sanktionen gegen andere Staaten nur wenig Unterstützung finden. Damit bezieht die Abgeordnete Stellung gegen die geplante Verschärfung der Russlands-Sanktionen:

Die USA verhängen Sanktionen und erwarten, dass andere Länder diese unterstützen. Doch die wirtschaftlichen Realitäten anderer Staaten sind nicht immer deckungsgleich mit US-Interessen.“

In Europa komme angesichts der NSA-Affäre der Vertrauensverlust der Regierungen hinzu. Doch die USA überwachen nicht nur die Europäer, sondern auch den Rest der Welt. Das bestärke den Willen der Staaten, sich vom US-Dollar zu lösen.

So möchte auch Frankreich seine Währungsreserven nicht mehr in US-Dollar halten. Nach Angaben des Notenbank-Chefs Christian Noyer ist die US-Währung risikoreich. Zuvor hatten die USA die BNP Paribas zu einer milliardenschweren Geldstrafe verurteilt. Die Bank hatte US-Sanktionen gebrochen und Geschäfte mit dem Iran, dem Sudan und Kuba betrieben (mehr hier).

Derzeit halten die Notenbanken der Welt 60,9 Prozent ihrer Devisenreserven in US-Dollar und 24,5 Prozent in Euro. Das geht aus aktuellen Zahlen des IWF hervor.

Akgönenç Muğisuddin stuft Frankreichs Reaktion als verständlich ein. Sobald es eine Interessen-Kollision gebe, können die Länder nicht mehr den USA hinterherlaufen. Das münde letztendlich in einem Prestige-Verlust der Amerikaner. Die Brics-Staaten planen sogar ein gemeinsames Währungs-System, um den Handel künftig ganz ohne Dollar abzuwickeln (mehr hier). Zudem soll eine Entwicklungs-Bank als Alternative zum IWF gegründet werden.

Doch auch der Anti-Dollar-Vorstoß der Türken kommt nicht überraschend. Das Verhältnis zwischen Premierminister Erdoğan und US-Präsident Obama ist aufgrund der ungelösten Syrien-Krise schwer belastet. „In der Vergangenheit habe ich ihn direkt angerufen. Allerdings konnte ich bezüglich Syriens keine Resultate erzielen. Seitdem sprechen unsere Außenminister miteinander“, zitiert Zerohedge Erdoğan. Die wachsende Distanz zu den USA führt scheinbar zu einer Annäherung an Russland.

Im vergangenen Jahr betrug der bilaterale Handel zwischen Russland und der Türkei 32,7 Milliarden US-Dollar. Bis 2020 soll der Handel auf 100 Milliarden US-Dollar ansteigen. Russland ist der zweitgrößte Handelspartner der Türkei. Die Türkei hingegen ist der achtgrößte Handelspartner Russlands, meldet die International Business Times.

In diesem Zusammenhang möchte die Türkei eine gemeinsame Freihandels-Zone mit der Eurasischen Wirtschafts-Union (EAWU) schaffen. Die EAWU tritt im Januar 2015 in Kraft. Ihr gehören Russland, Kasachstan und Weißrussland an.

Ende September werden die Wirtschaftsminister Russlands und der Türkei in Istanbul zusammen kommen, um erste konkrete Schritte festzulegen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/07/26/gegen-den-dollar-erdogan-will-eine-allianz-mit-putin-schliessen/

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11.07.2014

Gegen den Dollar: Brics-Staaten gründen Alternative zu Weltbank und IWF

Die Brics-Staaten gründen eine eigene Entwicklungsbank und einen Währungsfonds. Die neue Entwicklungsbank soll Kredite für Infrastruktur-Projekte bereitstellen, während der „Mini-IWF“ die Schwellenländer in Krisenzeiten vor Kapitalflucht schützen soll. Für das Startkapital der Institutionen verwenden die Brics-Staaten ihre Dollar-Reserven.

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Die fünf großen Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika (Brics) wollen eine gemeinsame Entwicklungsbank gründen. Die neue Bank soll Kredite für Infrastruktur-Projekte in den Ländern bereitstellen. Zudem kündigten die Schwellenländer die Gründung eines gemeinsamen Entwicklungsfonds an, der den Ländern in Krisenzeiten mit Kapital aushelfen soll. Die Schwellenländer werden ihre Dollar-Reserven verwenden, um die beiden Institutionen mit Startkapital auszustatten.

Somit schaffen die Schwellenländer Alternativen zum Internationalen Währungsfonds (IWF) und zur Weltbank, die vorwiegend die Interessen der USA und Europas vertreten. In der Vergangenheit bemühten sich die Brics-Staaten vergeblich um mehr Mitsprache-Rechte in beiden Institutionen. Bisher wurde jeglicher Versuch den IWF zu reformieren von Seiten der Amerikaner blockiert (mehr hier).

Die Brics-Bank wird kommende Woche auf dem 6. Treffen der führenden Schwellenländer ins Leben gerufen. Das Gipfel-Treffen beginnt am 15. Juli im brasilianischen Fortaleza und endet am 16. Juli in der Hauptstadt Brasilia. Das Institut soll den Namen „New Development Bank“ tragen, wie der russische Finanzminister Anton Siluanow dem Wall Street Journal sagte.

Man sei sich über alle Details zur Finanzierung und zur Struktur der neuen Bank einig. Lediglich der Hauptsitz des Instituts werde noch debattiert. In der engeren Auswahl stünden Schanghai und Neu Delhi. Der leitende Bankgouverneur soll alle fünf Jahre neugewählt werden. Die Bank wird sich auf die Finanzierung von Infrastruktur-Projekten in den Gründungsländern konzentrieren. Doch auch andere Staaten seien eingeladen der Alternative zur Weltbank beizutreten, betonte Siluanow.

Die Entwicklungsbank erhält zunächst ein Startkapital von 50 Milliarden Dollar, wie das Wall Street Journal weiter berichtet. Jedes der fünf großen Schwellenländer wird sich daran mit 10 Milliarden Dollar beteiligen. In fünf Jahren soll das Kapital dann auf 100 Milliarden Dollar verdoppelt werden. Erste Kredite sollen bereits 2016 vergeben werden. Die „New Development Bank“ wird dadurch zum direkten Konkurrenten der Weltbank, die über ein Kapital von rund 222 Milliarden Dollar verfügt.

Der russische Finanzminister bestätigte ebenfalls Pläne, einen alternativen Währungsfonds zu gründen. Die Pläne zum Aufbau eines eigenen Währungsfonds stammen aus dem Jahr 2013, als eine Finanzkrise die Schwellenländer erschütterte und die nötigen Finanzhilfen durch IWF ausblieben.

Wir haben eine Einigung erzielt, dass es in Zeiten starker Kapitalflüsse wichtig für unsere Länder ist, diesen „Mini-IWF“ als Puffer zu haben – eine finanzielle Organisation, die schnell auf Kapitalflucht reagieren kann, durch die Bereitstellung von Liquidität in harter Währung, besonders in US-Dollar“, zitiert EUObserver den russischen Finanzminister Siluanow.

Der neue Fonds namens Contingency Reserve Arrangement (CRA) soll ein Kapital von 100 Milliarden Dollar erhalten. Um die Reserven des „Mini-IWF“ zu füllen, wollen die fünf Staaten offenbar einen Teil ihrer Dollar-Reserven verwenden. China wird mit 41 Milliarden Dollar den größten Anteil beisteuern. Russland, Indien und Brasilien beteiligen sich mit jeweils 18 Milliarden Dollar. Südafrika wird fünf Milliarden Dollar an den CRA überweisen. Der neue Währungsfonds soll schon 2015 bereitstehen, um den Schwellenländern in Krisenzeiten mit Kapital auszuhelfen.

Die großen Schwellenländer – allen voran Russland und China – verstärken ihre Bemühungen sich von der Dominanz der USA und vom US-Dollar zu lösen. So kündigte die russische Zentralbank kürzlich an, unter den Brics-Staaten ein Währungssystem zu etablieren, das ohne den US-Dollar auskommt (hier). Auch eine eigene Rating-Agentur von Russland und China befindet sich im Aufbau (hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/07/11/gegen-den-dollar-brics-staaten-gruenden-alternative-zu-weltbank-und-iwf/#.U7-Vy1oq3YA.facebook

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06.07.2014

Rache für Banken-Strafe: Frankreich droht mit dem Ausstieg aus dem Dollar-System

Frankreich möchte offenbar seine Währungsreserven nicht mehr in US-Dollar halten. Nach Angaben des Notenbank-Chefs Christian Noyer ist die US-Währung risikoreich. Zuvor hatten die USA die BNP Paribas zu einer milliardenschweren Geldstrafe verurteilt. Die Bank hatte US-Sanktionen gebrochen und Geschäfte mit dem Iran, dem Sudan und Kuba betrieben.

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Frankreich erwägt, den US-Dollar als Leitwährung seiner Währungsreserven abzuschaffen.

Der Chef der französischen Notenbank Christian Noyer sagte am Freitag in einem Interview mit dem Magazin Investir, dass das ein weltweiter Trend sei. Die Notenbanken werden zwangsläufig auf eine Diversifikation ihrer Reserven setzen müssen. Denn es bestünden bei den Transaktionen in US-Dollar enorme Rechtsrisiken. Auslöser jener Risiken sei der Anspruch der Amerikaner, ihre eigenen Vorgaben für weltweite Transaktionen in US-Dollar durchzusetzen, zitiert Zerohedge den Franzosen. Diese Aussage ist ein direkter Angriff gegen den US-Dollar als weltweite Leitwährung.

Zuvor hatte der US-Generalstaatsanwalt Eric Holder eine Geldstrafe in Höhe von neun Milliarden US-Dollar gegen die französische Geschäftsbank BNP Paribas verhängt. Diese wurde von den französischen Bänkern hingenommen. Zudem erhielt die Bank eine einjährige teilweise Handels-Sperre, die sie in US-Dollar abwickelt. BNP Paribas soll Geschäfte mit dem Iran, Kuba und Sudan betrieben haben. Doch die drei Staaten stehen unter US-Sanktionen. Für Holder und das US-Justizministerium ist BNP Paribas offiziell „kriminell“ (mehr hier).

Der russische Präsident Wladimir Putin vermutet hinter der Rekordstrafe eine weitergehende Strategie. Das sei kein normaler strafrechtlicher Vorgang. Washington wolle Bank-Strafen dazu zu nutzen, um Frankreich für seine Waffengeschäfte mit Russland zu bestrafen (mehr hier)

Der EUObserver zitiert Putin:

Wir sehen den Druck, den unsere amerikanischen Partner auf Frankreich ausüben, um das Land dazu zu zwingen, keine Mistrals [Hubschrauberträger] an Russland zu liefern. Wir wissen, dass sie sogar angedeutet haben, die Strafen gegen die Banken stillschweigend aufzuheben, wenn Frankreich die Mistrals nicht liefert.“

Am Ende könnte sich Frankreich sogar in die weltweite Anti-Dollar-Allianz einfügen, die zuvor von Putin-Berater Sergej Glasjew beschworen wurde. Die daran beteiligten Staaten sollten sich im gemeinsamen Handel vom Dollar befreien und auf Währungsreserven in Dollar verzichten (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/07/06/rache-fuer-banken-strafe-frankreich-droht-mit-dem-ausstieg-aus-dem-dollar-system/

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04.07.2014

Kampf gegen den Dollar: Russlands Zentralbank plant neues Währungs-System

Die Chefin der russischen Zentralbank hat erste Details der Anti-Dollar-Allianz genannt. Die Brics-Staaten planen offenbar ein gemeinsames Währungs-System, um den Handel miteinander künftig ganz ohne Dollar abzuwickeln.

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Vor ihrem China-Besuch in der kommenden Woche hat sich die Chefin der Russischen Zentralbank, Elvira Nabiullina, mit Präsident Wladimir Putin getroffen. Dabei ging es um das Abkommen mit der chinesischen Zentralbank über einen Währungs-Swap. Russland nutzte den Anlass, um die Welt über technische Details seiner internationalen Anti-Dollar-Allianz zu informieren.

Bereits am 10. Juni hatte Putins Wirtschafts-Berater Sergej Glasjew eine weltweite Anti-Dollar-Allianz gefordert. Die daran beteiligten Staaten sollten sich im gemeinsamen Handel vom Dollar befreien und auf Währungsreserven in Dollar verzichten (mehr hier). Glasjews Kritiker halten eine derartige Allianz vom technischen Standpunkt aus für schwer umsetzbar.

Doch nun hat die Chefin der russischen Zentralbank offenbar eine Lösung für die technischen Probleme gefunden. „Wir sind im Hinblick auf den Rubel-Yuan-Swap-Deal zur Erleichterung der Handelsfinanzierung weit vorangekommen“, zitiert sie Prime.

Wir verhandeln mit China und unseren Brics-Partnern über die Errichtung eines Systems multilateraler Swaps, die einem Land Ressourcen bereitstellen, wenn nötig. Und ein Teil der internationalen Währungsreserven könnten dazu verwendet werden.“

Neben dem Handel ohne Dollar will Russland im Rahmen der Anti-Dollar-Allianz auch eine Konkurrenz zu IWF und Weltbank schaffen. Die gemeinsame Entwicklungsbank soll vor allem Projekte finanzieren, für die die internationalen Finanzinstitute nicht genügend Geld bereitstellen oder dafür im Gegenzug politische Zugeständnisse verlangen (mehr hier). Um diese Brics-Bank zu stützen, wollen die fünf Staaten offenbar einen Teil ihrer Dollar-Reserven verwenden.

Die aktuelle Politik der USA provoziert die Staaten der Welt geradewegs dazu, sich vom Dollar zu trennen. Einerseits verstärkt die extreme Schuldenpolitik der US-Regierung zu Sorge bei den Gläubigern. Andererseits nutzen die USA ihre Finanzmacht über den Dollar als politisches Druckmittel.

Zuletzt haben die USA Strafen gegen die französische Bank BNP Paribas im Umfang von 9 Milliarden Dollar verhängt, weil Frankreich an Rüstungsgeschäften mit Russland festhielt. Putin warf den Amerikanern daraufhin vor, die Franzosen erpressen zu wollen (mehr hier).

Der Präsident der staatlichen russischen Bank VTB, Andrej Kostin, sagte zu Rossia 24, dass Frankreichs Notenbanker Patrick Noyer den Handel mit China in Yuan oder Euro abwickeln will. Dies sei als Vergeltung für die Strafe gegen BNP Paribas zu verstehen.

Wenn dies zutrifft und sich sogar Verbündete der USA vom Dollar abwenden, ist das Ende seiner Rolle als Weltreservewährung absehbar. Er könnte etwa durch den chinesischen Yuan abgelöst werden, wie es 40 Zentralbanken erwarten (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/07/04/kampf-gegen-den-dollar-russlands-zentralbank-plant-neues-waehrungs-system/

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25.06.2014

China schafft den Dollar ab: Yuan-Handelsvolumen steigt um 57 Prozent

Wie die Chinesische Volksbank mitteilte, wuchs das in Renminbi-Yuan abgewickelte Handelsvolumen Chinas mit dem Ausland um satte 57 Prozent. Damit zeigen sich erste Erfolge in der Entkoppelung der chinesischen Außenwirtschaft von der Abhängigkeit gegenüber dem US-Dollar. Von Marco Maier

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Im Laufe des vergangenen Jahres konnte das in chinesischer Landeswährung abgewickelte Geschäftsvolumen gegenüber 2012 um ganze 57 Prozent auf 4,6 Billionen Renminbi-Yuan erhöht werden. Das entspricht einer Summe von ungefähr 550 Milliarden Euro. Von diesen 4,6 Billionen entfielen zwar nur 3 Milliarden Yuan (rund 360 Millionen Euro) auf den Warenhandel, doch auch dort konnte man ein Plus von 47 Prozent gegenüber 2012 erzielen. Damit beschreitet das Reich der Mitte weiterhin seinen Weg, sich schrittweise von der unnatürlichen Dominanz des US-Dollars im internationalen Handel zu lösen.

Auch wenn das Volumen im Vergleich zu den internationalen Finanzströmen infolge des globalen Handels noch recht gering erscheint, offenbart dies den Beginn einer neuen Ära. Durch die neuen Yuan-Handelsplätze in London und Frankfurt werden Kontrakte auf Yuan-Basis auch für europäische Firmen interessanter, weshalb das diesjährige Wachstum wohl deutlich über jenem des vorigen Jahres liegen dürfte. Die jüngst abgeschlossenen russisch-chinesischen Handelsverträge mit eingeschlossen.

Für China bedeutet dies, dass der Außenwert des Renminbi-Yuan deutlich gestärkt wird, während der US-Dollar unter Druck gerät. Umso wichtiger wird es für Peking, die vorhandenen Dollarreserven schrittweise zu reduzieren. Dazu nutzte die chinesische Zentralbank schon die Möglichkeit, sich mittels der Aufstockung von Euroreserven von einem Teil der Dollarbestände zu trennen. Damit untergräbt sie jedoch die Bemühungen der EZB, mittels Geldschwemme den Eurokurs zur Stützung der südlichen Eurostaaten zu senken.

http://www.contra-magazin.com/2014/06/china-schafft-den-dollar-ab-yuan-handelsvolumen-steigt-um-57-prozent/

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23.06.2014

Chinas Währung Yuan kommt nach Frankfurt

Frankfurt hat sich gegen Paris und Luxemburg durchgesetzt. Der Finanzplatz wird zur wichtigsten Renminbi-Drehscheibe in der EU. Das wird vielen deutschen Firmen helfen, nicht nur Kosten zu sparen.

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Bis Herbst soll der Finanzplatz Frankfurt zum ersten Handelszentrum für die chinesische Währung in der Euro-Zone ausgebaut werden. „Der Startschuss ist gefallen. Vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen eröffnet dies völlig neue Perspektiven“, sagte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne).

Künftig können deutsche Unternehmen ihre Geschäfte mit chinesischen Partnern in einer Zeitzone, einer Sprache und vor allem günstiger als heute abwickeln. In der Vorwoche hatte die chinesische Zentralbank die Bank of China zur Clearing-Bank für Geschäfte mit dem Yuan – auch als Renminbi bekannt – ernannt.

Frankfurt hatte sich im Kampf um diese Drehscheibenfunktion für Geschäfte zwischen Kontinentaleuropa und China gegen Paris und Luxemburg durchgesetzt. London erhielt den Zuschlag für Pfund-Renminbi-Geschäfte. Ziel ist nicht nur, den Zahlungsverkehr zwischen Unternehmen beider Länder zu vereinfachen, auch Anleger sollen leichter an Aktien und Anleihen chinesischer Unternehmen kommen.

Zahlungen nach China können schneller abgewickelt werden

„Ich rechne in Zukunft sowohl mit höheren Umsätzen als auch einer größeren Produktvielfalt“, sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel. Die Clearing-Bank in Frankfurt sei für alle Marktteilnehmer von großem Vorteil, da künftig Zahlungen im Euro-Raum ohne Umwege direkt zwischen Euro und Renminbi abgewickelt werden können.

Anders als Euro, Dollar oder Yen ist die chinesische Währung nicht frei handelbar. Den Tausch und die Kursfestsetzung übernimmt die Zentralbank in Peking. Dies verteuert letztlich Auslandsgeschäfte.

Derzeit laufen solche Geschäfte für deutsche Unternehmen meist über Hongkong. Allein die Zeitverschiebung von sieben Stunden führt dazu, dass Unternehmer nur am Vormittag agieren können. Vor allem aber entfällt künftig ein Umrechnungsschritt, der Zeit und Geld kostet.

Zwischenschritt über den Dollar entfällt künftig

Derzeit gibt es eine verlässliche Kursfestsetzung nur für das Währungspaar Dollar/Renminbi. Bei Verträgen zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen wird in der Regel in Dollar gerechnet. Der Geschäftspartner in Deutschland tauscht also zunächst Euro in Dollar, der in China Renminbi in Dollar. Künftig entfällt der Dollar-Zwischenschritt.

Die Finanzplatzorganisation Frankfurt Main Finance geht von jährlichen Einsparungen in Höhe von rund einer halben Milliarde Euro aus, die den Unternehmen zugutekämen. „Auch erleichtern wir so chinesischen Unternehmen, in Deutschland zu investieren“, sagte Lutz Raettig, Sprecher des Präsidiums der Initiative.

Die Bank of China ist seit 25 Jahren in Deutschland vertreten – außer in Frankfurt arbeiten aktuell insgesamt 178 Mitarbeiter in Berlin, Düsseldorf und Hamburg. Demnächst soll ein Büro in München hinzukommen.

Bank of China arbeitet direkt mit deutschen Firmen zusammen

Zum Angebot gehört vor allem klassisches Kreditgeschäft mit chinesischen Unternehmen in Deutschland, aber zunehmend auch mit deutschen Unternehmen, sagte Deutschland-Geschäftsleiter Bernd Meist. Für das nun zusätzlich angestrebte Clearing werde eine zweistellige Zahl an Mitarbeitern aufgebaut.

Dabei setzt man auch auf die Unterstützung der Bank-of-China-Gruppe mit ihren weltweit 300.000 Mitarbeitern. „Die Bank of China betreibt die Mutter aller Clearing-Banken in Hongkong“, so Meist.

Zum genauen Zeitpunkt des Starts der Clearing-Bank in Frankfurt gibt es unterschiedliche Erwartungen. Während Bundesbank-Vorstand Nagel von September sprach, wollte sich Meist lediglich auf November festlegen lassen.

Sogwirkung durch Clearing-Stelle erwartet

Eine Prognose, wie hoch das mögliche Handelsvolumen ist, das künftig über Frankfurt läuft, wagte keiner. „Sobald die Clearing-Bank da ist, kommt das Geschäft“, sagte Meist. Er geht von einer Sogwirkung aus.

Auch Nagel verwies darauf, allein seit der Meldung im März, dass Frankfurt den Zuschlag als Drehscheibe hat, seien drei großvolumige Renminbi-Anleihen in Frankfurt emittiert worden. Nagel appellierte an Banken, Unternehmen und Investoren, das neue Angebot anzunehmen. „Es geht darum, dass der Finanzplatz die Chance ergreift“, sagte er.

http://www.welt.de/finanzen/article129381455/Chinas-Waehrung-Yuan-kommt-nach-Frankfurt.html

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21.06.2014

Neues Handelsabkommen zwischen China und Großbritannien – ohne den US-Dollar!

Dem US-Dollar wurde wieder ein empfindlicher Schlag verpasst. China und Großbritannien haben vereinbart, ihren gegenseitigen Handel künftig auch in britischen Pfund und in chinesischen Yuan zu betreiben. Laut Medienberichten fürchtet Großbritanniens Finanzsektor durch die enge Verbundenheit zu den USA den Anschluss zum Rest der Welt zu verpassen.

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China und Großbritannien haben am Donnerstag ein neues Handelsabkommen unterzeichnet, das von nun an Deals zwischen beiden Ländern in britischen Pfund oder chinesischen Yuan ermöglicht. Dies ist bemerkenswert, da Großbritannien der wichtigste Verbündete der Vereinigten Staaten ist und in der Vergangenheit maßgeblich am Erhalt des Dollar als einzige Handelswährung beteiligt war.

China hat zuletzt neben dem US-Dollar auch den japanischen Yen, den australischen, neuseeländischen und kanadischen Dollar, den russischen Rubel und den malaysischen Ringgit mit in das China Foreign Exchange Trade System (CFETS, das chinesische Devisenhandelssystem) aufgenommen. Wie verschiedene Medien melden, fürchtet Großbritanniens Finanzsektor, dass man durch Russlands neue Handelszonen im Fernen Osten sowie durch die immer größere Bedeutung von Frankfurt oder Paris als bedeutende europäische Finanzzentren den Anschluss verpassen könnte. Die City of London verliert bislang aufgrund der historischen Verbundenheit zu den USA international immer mehr an Einfluss.

Die Welt kehrt sich zunehmend von US-Dollar als Handelswährung ab. Gründe dafür sind die ausufernden Schulden der USA, der extreme Wertverlust der Währung seit der Abschaffung der Goldbindung in den 1970ern, die Sanktionen gegenüber wichtigen Handelsstaaten wie Russland, Iran oder Venezuela, sowie die aggressive Kriegspolitik, die sich international immer heftigerer Kritik ausgesetzt sieht.

http://www.gegenfrage.com/neues-handelsabkommen-zwischen-china-und-grossbritannien-ohne-den-us-dollar/

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20.06.2014

Putin schmiedet globale Allianz gegen den Dollar

Putins Wirtschafts-Berater fordert eine weltweite Anti-Dollar-Allianz. Die Europäer sollen eine Vorreiter-Rolle im Finanz-Krieg gegen die USA spielen. Washington komme es letztendlich darauf an, Europa in die Abhängigkeit von Amerika zu treiben.

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Der russische Präsidenten-Berater Sergej Glasjew möchte Amerika wirtschaftlich schwächen, um die „US-Kriegsmaschine“ zu stoppen.

Er fordert eine „breite Anti-Dollar-Allianz“, die den US-Dollar als internationale Handelswährung umgeht. Die Mitglieder jener Allianz sollten dann auch den US-Dollar als Reservewährung fallen lassen. Das sei der erste Schritt, für die Bildung einer weltweiten Anti-Kriegs-Koalition.

Eine Vorreiter-Rolle in der Schaffung jener Koalition könnten die Europäer spielen. Denn die USA versuche, einen Krieg innerhalb Europas und einen neuen Kalten Krieg gegen Russland anzuzetteln. Die Interessen europäischer Unternehmen seien massiv gefährdet. Diese Einschätzung Glasjews sei richtig, zitiert Zerohedge einen Artikel des VoR-Journalisten Valentin Mândrăşescu.

Denn deutsche, österreichische, französische und italienische Firmen hatten sich gegen die Russland-Sanktionen gestellt. So könnte die Ukraine-Krise schon bald in einen Kampf um Europas Unabhängigkeit von den USA ausarten.

Denn die neuen anstehenden Russland-Sanktionen werden erhebliche Kosten für die Europäer mit sich bringen. Der Schaden für die EU-Wirtschaft werde schätzungsweise eine Billion Euro betragen. Der russische Energie-Konzern Gazprom werde aus dem EU-Markt weitgehend verdrängt werden. Der einzige alternative Energie-Quelle für Europa wäre dann Flüssig-Erdgas (LNG) aus den USA.

Im März hatte Glasjew den USA schon einmal mit einem Finanz-Krieg gedroht. Russland drohte im Falle von Sanktionen alle seine US-Staatanleihen abzustoßen. Zudem würde das Land auf den Dollar komplett verzichten und Kredite von US-Banken nicht mehr bedienen.

Dadurch will Russland den „Zusammenbruch des US-Finanzsystems“ erzwingen (mehr hier). Anschließend wurden die Bestände an US-Staatsanleihen um 20 Prozent zurückgefahren (mehr hier).

Doch diesmal möchte Glasjew die Europäer mit ins Boot holen. Offenbar weiß der Kreml, dass Russland die USA im Alleingang nicht bezwingen kann.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/06/20/putin-schmiedet-globale-allianz-gegen-den-dollar/

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09.06.2014

Schlag gegen den Dollar: Gazprom akzeptiert Euro und Yuan

Der Ölkonzern Gazprom Neft hat mit 90 Prozent seiner Kunden die Umstellung vom Dollar auf den Euro vereinbart. Mit Weißrussland habe man sich auf Zahlungen in Rubel geeinigt, so der Konzern. Russland will sich im Zahlungsverkehr aus der Abhängigkeit vom Westen befreien.

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Gazprom Neft treibt den Wechsel vom Dollar zum Euro und anderen Währungen voran. Gazprom Neft ist das fünftgrößte Mineralölunternehmen Russlands und gehört zum russischen Staatskonzern Gazprom, dem größten Erdgasförderunternehmen der Welt.

Zusätzliche Vereinbarungen über die Möglichkeit, bei laufenden Verträgen vom Dollar zum Euro zu wechseln, sind unterzeichnet“, zitiert Itar-Tass den Chef von Gazprom Neft, Alexander Djukow. Neun von zehn Kunden hätten diesem Wechsel zum Euro zugestimmt.

Mit Weißrussland habe man sich auf Zahlungen in Rubel geeinigt.

Die nun erfolgte Umstellung vom Dollar auf den Euro wurde über Monate vorbereitet (mehr hier). Sie ist aber nur ein erster Schritt. Im Mai hatte die Regierung in Moskau angekündigt, russisches Öl und Gas künftig nur noch gegen Rubel an ausländische Kunden verkaufen zu wollen.

Staatliche Firmen wurden angewiesen, die Buchhaltung entsprechend umzustellen. So wolle man „den Würgegriff des Westens auf die russische Wirtschaft mildern“, sagte ein Sprecher (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/06/09/schlag-gegen-den-dollar-gazprom-akzeptiert-euro-und-yuan/

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09.05.2014

Deutsche Bank platziert Yuan-Anleihe in Frankfurt

Die Deutsche Bank hat am Donnerstag die erste auf Renminbi lautende Anleihe eines chinesischen Unternehmens in Frankfurt platziert. Unterdessen lockert China im Rahmen wirtschaftlicher Reformen seine Devisenkontrollen.

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Die Deutsche Bank hat am Donnerstag die erste auf Renminbi lautende Anleihe eines chinesischen Unternehmens in Frankfurt platziert. Im März hatten die Deutsche Bundesbank und die chinesische Notenbank PBoC eine Vereinbarung über eine Zusammenarbeit bei der Abwicklung von Renminbi-Zahlungen am Finanzplatz Frankfurt abgeschlossen.

Die Deutsche Bank, der weltweit zweitgrößte Devisenhändler, war Underwriter einer zweijährigen Anleihe der Agricultural Bank of China, die auf ein Volumen von 1,2 Milliarden Yuan (139 Millionen Euro) kommt, wie das in Frankfurt ansässige Kreditinstitut in einer Mitteilung bekannt gab. Agricultural Bank ist gemessen am Marktwert das drittgrößte Kreditinstitut Chinas.

Deutsche Bank und ihr ebenfalls in Frankfurt ansässiger Wettbewerber Commerzbank haben im vergangenen Monat eine Renminbi-Anleihe über 1 Milliarden Yuan für die staatliche Entwicklungsbank KfW Group platziert, die erste derartige Emission in Frankfurt. Die Vereinbarung zwischen den beiden Zentralbanken ebnet für die deutsche Finanzmetropole, die auch Sitz der Europäischen Zentralbank ist, den Aufbau eines Handelsplatzes für die chinesische Währung. Unterdessen lockert China im Rahmen wirtschaftlicher Reformen seine Devisenkontrollen.

Der Renminbi trifft als relativ neue Anlagewährung auf steigendes Interesse bei institutionellen Anlegern“, so Dirk Schmitz, Co-Leiter Corporate Banking and Securities der Deutschen Bank, in der Erklärung.

Gebote über 2 Milliarden Yuan wurden von 36 Konten abgegeben, erklärte die Deutsche Bank.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anleihen/devisenkontrollen-deutsche-bank-platziert-yuan-anleihe-in-frankfurt-/9870168.html

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10.04.2014

Weg vom Dollar: 40 Zentralbanken sehen Yuan als neue Weltwährung

Der Dollar verliert seine dominante Rolle. Sowohl die Schwellenländer als auch die Industrie-Staaten haben ihre Yuan-Bestände massiv ausgeweitet. Die chinesische Währung ist de facto bereits eine globale Reserve-Währung.

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Mindestens 40 Zentralbanken haben bereits in den chinesischen Yuan investiert, weitere Zentralbanken bereiten dies vor. Obwohl die chinesische Währung noch nicht voll konvertierbar ist, befindet sie sich längst auf dem Weg zur neuen Weltwährung.

Von 23 Staaten gibt es eine öffentliche Erklärung, dass sie Yuan-Reserven halten. Die tatsächliche Zahl der beteiligten Zentralbanken könnte jedoch deutlich höher sein, zitiert SCMP Jukka Pihlman, einen leitenden Fonds-Manager bei der britischen Großbank Standard Chartered.

Zudem hätten mindestens zwölf Zentralbanken bereits in den Yuan investiert, ohne dies offiziell anzugeben. Pihlman hat zuvor beim Internationalen Währungsfonds (IWF) gearbeitet und Zentralbanken beim Asset-Management unterstützt.

Noch ist der Dollar die meistverwendete Reservewährung. Fast 33 Prozent der weltweiten Fremdwährungsreserven werden laut IWF-Daten in Dollar gehalten. Das ist ein massiver Rückgang. Noch im Jahr 2000 waren 55 Prozent der weltweiten Währungsreserven in Dollar notiert.

Der IWF hat die Daten über den Anteil des Yuan an den Währungsreserven nicht veröffentlich. Die chinesische Währung fällt in der Statistik unter „andere Währungen“. In den Schwellenländern hat sich der Anteil dieser „anderen Währungen“ an den Währungsreserven seit 2003 verdoppelt.

Eine große Zahl von Zentralbanken sind gerade dabei, [den Yuan] zu ihren Portfolios hinzuzufügen“, so Pihlman. Der Yuan sei in der Praxis bereits eine Reservewährung, weil so viele Zentralbanken in ihn investiert haben. „Der Yuan könnte eine De-Facto-Reservewährung werden, bevor er voll konvertierbar ist.“ Zudem sei der Yuan für Zentralbanken möglicherweise bereits konvertibel.

Vor allem die Zentralbanken der Länder mit „starken Handelsverbindungen zu China“ werden ihre Yuan-Bestände erweitern, so Pihlman. Hinzu kämen Staaten mit großen Beständen an Währungsreserven, die ihre Anlagen diversifizieren wollen.

Zehn der offiziellen Investoren in den Yuan als Reservewährung sind asiatische Staaten: Hong Kong, Indonesien, Japan, Südkorea, Macau, Malaysia, Nepal, Pakistan, Singapur und Thailand.

Auch Australien und fünf europäische Staaten halten offiziell Yuan-Reserven: Österreich, Weißrussland, Norwegen, Frankreich und Litauen. Sieben weitere liegen in Südamerika und Afrika: Bolivien, Chile, Ghana, Kenia, Nigeria, Südafrika und Tansania.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/04/10/weg-vom-dollar-40-zentralbanken-sehen-yuan-als-neue-weltwaehrung/

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08.04.2014

Russia’s Petro-Ruble Challenges US Dollar Hegemony. China Seeks Development of Eurasian Trade

China will re-open the old Silk Road as a new trading route linking Germany, Russia and China. Russia has just dropped another bombshell, announcing not only the de-coupling of its trade from the dollar, but also that its hydrocarbon trade will in the future be carried out in rubles and local currencies of its trading partners – no longer in dollars – see Voice of Russia

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Russia’s trade in hydrocarbons amounts to about a trillion dollars per year. Other countries, especially the BRICS and BRCIS-associates (BRICSA) may soon follow suit and join forces with Russia, abandoning the ‘petro-dollar’ as trading unit for oil and gas. This could amount to tens of trillions in loss for demand of petro-dollars per year (US GDP about 17 trillion dollars – December 2013) – leaving an important dent in the US economy would be an understatement.

Added to this is the declaration today by Russia’s Press TV – China will re-open the old Silk Road as a new trading route linking Germany, Russia and China, allowing to connect and develop new markets along the road, especially in Central Asia, where this new project will bring economic and political stability, and in Western China provinces,where “New Areas” of development will be created. The first one will be the Lanzhou New Area in China’s Northwestern Gansu Province, one of China’s poorest regions.

During his visit to Duisburg, Chinese President Xi Jinping made a master stroke of economic diplomacy that runs directly counter to the Washington neo-conservative faction’s effort to bring a new confrontation between NATO and Russia.” (press TV, April 6, 2014)

Using the role of Duisburg as the world’s largest inland harbor, an historic transportation hub of Europe and of Germany’s Ruhr steel industry center, he proposed that Germany and China cooperate on building a new “economic Silk Road” linking China and Europe. The implications for economic growth across Eurasia are staggering.”

Curiously, western media have so far been oblivious to both events. It seems like a desire to extending the falsehood of our western illusion and arrogance – as long as the silence will bear.

Germany, the economic driver of Europe – the world’s fourth largest economy (US$ 3.6 trillion GDP) – on the western end of the new trading axis, will be like a giant magnet, attracting other European trading partners of Germany’s to the New Silk Road. What looks like a future gain for Russia and China, also bringing about security and stability, would be a lethal loss for Washington.

In addition, the BRICS are preparing to launch a new currency – composed by a basket of their local currencies – to be used for international trading, as well as for a new reserve currency, replacing the rather worthless debt ridden dollar – a welcome feat for the world.

Along with the new BRICS(A) currency will come a new international payment settlement system, replacing the SWIFT and IBAN exchanges, thereby breaking the hegemony of the infamous privately owned currency and gold manipulator, the Bank for International Settlement (BIS) in Basle, Switzerland – also called the central bank of all central banks.

To be sure – the BIS is a privately owned for profit institution, was created in the early 1930’s, in the midst of the big economic melt-down of the 20th Century. The BIS was formed precisely for that purpose – to control the world’s monetary system, along with the also privately owned FED and the Wall Street Banksters – the epitome of private unregulated ownership.

The BIS is known to hold at least half a dozen secret meetings per year, attended by the world’s elite, deciding the fate of countries and entire populations. Their demise would be another welcome new development.

As the new trading road and monetary system will take hold, other countries and nations, so far in the claws of US dependence, will flock to the ‘new system’, gradually isolating Washington’s military industrial economy (sic) and its NATO killing machine.

This Economic Sea Change may bring the empire to its knees, without spilling a drop of blood. An area of new hope for justice and more equality, a rebirth of sovereign states, may dawn and turn the spiral of darkness into a spiral of light.

Peter Koenig is an economist and former World Bank staff. He worked extensively around the world in the fields of environment and water resources. He writes regularly for Global Research, ICH, the Voice of Russia and other internet sites. He is the author of Implosion – fiction based on facts and on 30 years of experience around the globe.

http://www.globalresearch.ca/russias-petro-ruble-challenges-us-dollar-hegemony-china-seeks-development-of-eurasian-trade/5377086

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20.02.2014

China stößt im großen Stil US-Staatsanleihen ab

Die beiden größten Gläubiger der USA – China und Japan – stießen im Dezember massiv US-Staatsanleihen ab. China verkaufte sogar 4 Prozent seiner Bestände. Als Retter sprang Belgien ein und nahm den USA Schuldpapiere im Umfang von 57 Milliarden Dollar ab.

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Die größten Gläubiger der USA, China und Japan, stießen im Dezember im großen Stil US-Anleihen ab. Belgien hingegen erhöhte seine Anteile auf einen Rekord-Stand.

China stieß im Dezember US-Anleihen im Umfang von 48 Milliarden Dollar ab, berichtet Zero Hedge. Das entspricht 4 Prozent von Chinas Gesamtbeständen im Umfang von 1,3 Billionen Dollar. Mit diesem massiven Verkauf fiel der chinesische Bestand auf das Niveau vom März 2013 zurück. Nur im Dezember 2011 hat China schon einmal US-Anleihen in dieser Größenordnung abgestoßen.

Auch Japan stieß im Dezember US-Anleihen im Umfang von 4 Milliarden Dollar ab. Dennoch stieg die Menge der US-Anleihen in den Händen von ausländischen Investoren um 78 Milliarden auf 5,8 Billionen.

Hauptgrund dafür ist, dass Belgien als Retter einsprang. Das kleine EU-Land kaufte im Dezember US-Anleihen im Umfang von 57 Milliarden Dollar. Belgien hält nun US-Anleihen im Umfang von mehr als einer Viertel Billion Dollar.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/02/20/china-stoesst-im-grossen-stil-us-staatsanleihen-ab/

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04.12.2013

Neue Ersatz-Währung: Chinesischer Yuan überholt den Euro

Ein immer größerer Teil des chinesischen Außenhandels wird mit dem Yuan abgewickelt. China errichtet mit den Zentralbanken der Welt den direkten Währungstausch. Dollar-Reserven sollen nicht hinzugekauft werden. Im Finanzhandel spielt die chinesische Währung nun erstmals eine größere Rolle als der Euro.

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Der chinesische Yuan wird im internationalen Finanzhandel erstmals mehr genutzt als der Euro. Der US-Dollar bleibt an der Spitze.

Der Yuan hatte im Oktober einen Anteil am Finanzhandel von 8,66 Prozent, der Euro nur 6,64 Prozent, zitiert Bloomberg aus einem Bericht der Swift. Im Januar 2012 hatte der Anteil des Yuan noch bei 1,89 Prozent gelegen, der Anteil des Euro bei 7,87 Prozent.

China, Hong Kong, Singapur, Deutschland und Australien waren die Hauptnutzer der chinesischen Währung im globalen Finanzhandel.

Der Anteil des Yuan am gesamten globalen Zahlungssystem lag im Oktober bei 0,84 Prozent nach 0,86 Prozent im September. Damit liegt die chinesische Währung nur auf Platz 12.

China will erreichen, dass der Yuan international eine größere Rolle spielt. Im November hatte der Chef der chinesischen Zentralbank Yi Gang gesagt, es sei nicht länger im Interesse Chinas, seinen Bestand an ausländischen Währungsreserven auszubauen. Diese belaufen sich auf 3,66 Billionen Dollar.

Die globale Nutzung des Yuan nimmt zu, weil China seine Kapitalmärkte öffnet. In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden circa 17 Prozent des chinesischen Auslandshandels in Yuan abgewickelt. Im Jahre 2009 betrug der Anteil des Yuan nur 1 Prozent, so die Deutsche Bank.

China und Großbritannien werden den direkten Handel Yuan gegen Pfund starten, sagte der britische Finanzminister George Osborne im Oktober. Singapur hat ein ähnliches Abkommen mit China. Der direkte Währungs-Handel mit Japan und Australien hat in den vergangenen zwei Jahren begonnen.

Die EZB und die chinesische Zentralbank wollen einen bilateralen Währungs-Swap in Höhe von 350 Milliarden Yuan einrichten.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/12/04/neue-ersatz-waehrung-chinesischer-yuan-ueberholt-den-euro/

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03.12.2013

China plans to reduce its holdings of the US dollar

China and Russia are quitting US dollar or at least significantly cutting the dollar share in their forex reserves.  Politically correct American analysts call this process “rapid forex reserves diversification”. In fact, some economists see this trend as a threshold in the unfolding world crisis because the whole pyramid of global finance is based on one simple fact – financial regulators around the world, buy the US debt (dollar & treasuries) no matter what.

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It’s no longer in China’s favor to accumulate foreign-exchange reserves,” Yi Gang, a deputy governor of the central bank, said in a speech organized by China Economists 50 Forum at Tsinghua University yesterday. The monetary authority will “basically” end normal intervention in the currency market and broaden the yuan’s daily trading range, Governor Zhou Xiaochuan wrote in an article in a guidebook explaining the reforms outlined last week following a Communist Party meeting.

Neither Yi nor Zhou gave a timeframe for any changes. It is well-known that Chinese authorities as a rule tend to avoid sharp changes in political economy. Such policies are implemented in such a discreet manner that people do not even realize the ongoing transformation.

What’s interesting, the Central Banks do not announce such things so loudly. For example, over the period from the end of January 2013 to the end of July, the Bank of Russia reduced its stockpile of US Treasury securities from USD 164.4 billion to USD 131.6 billion, which means that over the course of six months, it reduced its portfolio of US Treasury obligations by USD 32.8 billion, or by 20 percent. Closer relations between Beijing and Moscow and is not aimed at challenging the dollar, but to protect their domestic economies.

1. “In recent years, China has been incrementally moving away from US financial hegemony. This hegemony is predicated on the US dollar being the world reserve currency and, by convention, the standard means of payment in international trade and in particular trade in oil.

That arrangement is obsolete given the bankrupt state of the US economy. But it allows the US to continue binging on credit. China – the second biggest economy in the world and a top importer of oil – has or is seeking oil trading arrangements with its major suppliers, including Russia, Saudi Arabia, Iran and Venezuela, which will involve the exchange of national currencies.

That development presents a grave threat to the petrodollar and its global reserve status. The latest move by Beijing on November 20 giving notice that it intends to shift its risky foreign exchange holdings of US Treasury notes for a mixture of other currencies is a harbinger that the American economy’s days are numbered, as Paul Craig Roberts noted.” (China’s Plan to Quit Dollar Infuriates US by Finian Cunningham – Press TV and nsnbc international)

2.  Beijing’s slow strategy of quitting the dollar harmonizes perfectly with Russia’s strategy of balancing its forex reserves, writes Valentin Katasonov of the Strategic Culture Foundation. He notes that Chinese decision is a cautious attempt to challenge US financial hegemony. Beijing’s idea is to stop the creation of an artificially inflated demand for US currency.

Six steps of the Chinese are as follows:

  • The decision taken by the People’s Bank of China in the summer of 2010 to reinstate a “managed float” of the yuan was the first small step to change its status of this “hermit currency”;
  • The approval, in 2011, of the latest 12th Five Year Plan for China’s socio-economic development;
  • Plans to make yuan an “international currency” (no further details available yet);
  • The reaching of agreements between China and a number of other countries  on a transition to the use of national currencies in mutual trade including trade in natural resources;
  • A statement by the central bank of Australia that it is planning on converting 5 percent of its international reserves into Chinese treasury bonds following successful talks with Beijing;
  • The most important one: The agreement reached in October 2013 between Beijing and London that currency trading between the yuan and pound sterling will begin at the Royal Exchange, as well as the permission given by the British authorities to Chinese banks, allowing them to open up branches in the City of London.The agreement between Britain and China virtually involves London’s transformation into a kind of offshore company for Chinese banks and financial companies.

http://nsnbc.me/2013/12/03/china-plans-reduce-holdings-us-dollar/

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16.10.2013

Weltwährung

Jetzt wird es richtig gefährlich für den Dollar

Der Euro könnte dem Dollar als Reservewährung Konkurrenz machen. Die Chinesen fordern bereits ein Ende der US-Dominanz an den Devisenmärkten. Aber der Greenback hat noch einige Geheimwaffen.

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Nach der neuerlichen Shutdown-Posse möchte man gar nicht wissen, wie Washington mit seinen Gläubigern umgehen würde, wenn in der Staatskasse wirklich kein Geld mehr wäre. Bisher sind es nur politisch herbeigeführte Mittel-Knappheiten, die die größte Volkswirtschaft der Welt an den Rande der Zahlungsunfähigkeit gebracht haben. Denn die Schuldenobergrenze ist keine echte Grenze der Staatseinnahmen, sondern eine politische Kampflinie. Für Millionen Anleger auf der Welt ist der Beinahe-Absturz der US-Staatsfinanzen jedoch ein weiterer Warnschuss.

Nicht nur als großer Konsument und Produzent haben die Vereinigten Staaten eine für die Weltwirtschaft immense Bedeutung. Vielleicht noch wichtiger ist ihr Status als Finanzmacht Nummer eins. Der Dollar ist die unangefochtene Leitwährung, und US-Staatsanleihen sind für Firmen und Institutionen weltweit das bevorzugte Wertaufbewahrungsmittel.

Bereits vor der Drohung der Ratingagentur Fitch, den Vereinigten Staaten das Top-Rating AAA zu entziehen, haben zahlreiche Devisenstrategen ihre Prognosen für den Dollar zurückgenommen. Die Profis vermissen bei der US-Politik vor allem Berechenbarkeit. Nach Angaben der Finanznachrichtenagentur Bloomberg haben die Analysten ihre Dollar-Prognosen allein im Oktober um 1,2 Prozent gesenkt, nach einer Senkung von 1,7 Prozent im September und einer um 1,2 Prozent im August. Ein solche Herabstufung in Serie ist extrem selten.

China betrachtet die Entwicklung mit Sorge

Manche gehen sogar so weit, dass sie die Position des Greenback als verlässliche Weltwährung in Frage stellen. „Die Vorstellung, dass der Dollar die Reservewährung ist, hat irreparablen Schaden gelitten“, zitiert Blomberg Andrew Milligan, den Chefstrategen der Versicherungsgesellschaft Standard Life.

Nicht nur Devisenhändler verfolgen die weitere Entwicklung der Politik in Washington aufs Genaueste. Auch China wirft ein waches (und sorgenvolles) Auge auf die Entwicklung in den USA. Denn die Zentralbank der Volksrepublik hat Staatsanleihen für 1,3 Billionen Dollar im Portfolio. Das Land mit den zweitmeisten US-Staatsanleihen ist Japan mit 1,1 Billionen Dollar.

Beide asiatische Nationen kaufen die Dollar-Papiere, um den Kurs ihrer Landeswährung niedrig zu drücken. Einen Wertverfall des Greenback (wie der Papier-Dollar wegen der grünen Rückseite der Banknote genannt wird) müssen sie fürchten. Ein Kommentator der regierungsnahen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua News Agency rief deswegen zuletzt zu einer „Ent-Amerikanisierung“ der Finanzwelt auf. Statt des Dollars brauche die Welt eine „neue internationale Reservewährung“, die auch die Interessen der Schwellenländer stärker berücksichtige.

Manche Beobachter sehen den chinesischen Renminbi in diese Rolle hineinwachsen. Das chinesische Geld hat seit der Freigabe des Wechselkurses im Juli 2005 bereits 36 Prozent zum Dollar und 47 Prozent zum Pfund zugelegt. „Zuletzt hat Peking Devisen-Swapabkommen mit mehreren Ländern abgeschlossen, unter anderem mit der EU. Das stärkt die Bedeutung des Yuan“, sagt Hellmeyer. Das Ziel sei die Emanzipation von der Dominanz des Greenback im Welthandel.

Probleme bleiben ungelöst

Gegen den Dollar spricht: Selbst wenn sich im jetzigen Etatstreit eine Lösung andeutet könnte, sind die fundamentalen Probleme weiter ungelöst. Die US-Wirtschaft ist riesig, riesig sind allerdings auch die Schulden, die das Land im Laufe von Jahrzehnten angehäuft hat. Dieses Jahr werden die 317 Millionen Amerikaner Waren und Dienstleistungen für rund 16,7 Billionen Dollar produzieren, wie der internationale Währungsfonds schätzt. Der Schuldenstand von Zentrale, Bundesstaaten und Gemeinden liegt jedoch schon jetzt höher, nämlich bei knapp 17 Billionen (17.000 Milliarden) Dollar.

Pleite gehen können die Vereinigten Staaten nach allgemeiner Einschätzung nicht, zumindest solange nicht, wie die Notenbank immer wieder mit frisch gedruckten Dollars einspringt. Tatsächlich tut dies die Federal Reserve (Fed) seit Ausbruch der Finanzkrise vehement.

Nach den aktuellsten vorliegenden Daten hält die US-Notenbank Staatsanleihen (Treasuries) für fast zwei Billionen Dollar. Damit ist die Notenbank schon jetzt, vor China, der größte Einzelgläubiger des amerikanischen Staates. Mehr als 16 Prozent aller ausstehenden Schuldtitel hält die Notenbank in ihrem Portfolio.

Bleiben die Anleihenkäufe bestehen?

Im Sommer hatte der scheidende Fed-Chef Ben Bernanke angedeutet, die Anleihenkäufe langsam zurückzufahren. Davon war zuletzt allerdings keine Rede mehr. Zu groß waren die Verwerfungen, die allein die Andeutung an den weltweiten Kapitalmärkten, auslöste.

Die Börsen und Währungen der Schwellenländer erlebten einen regelrechten Einbruch, der erst dann wieder ausgeglichen werden konnte, als die Fed von ihrem Kurs des Tapering (Drosselung von Anleihenkäufen) abrückte. Vieles deutet darauf hin, dass Amerika eine weitere Schwächung des Greenback in Kauf nimmt.

„Sollte die Fed die Drosselung der Anleihenkäufe weiter hinausverzögern, ist das schlecht für den Dollar“, erklärt Christian Zima, Renten-Fondsmanager bei Raiffeisen Capital Management (RCM). Die geschöpfte Liquidität bringe den Außenwert der Währung unter Druck. Denn dem Mehr an Geld steht ja keineswegs ein Mehr an Waren und Dienstleistungen gegenüber.

Neue Fed-Chefin dürfte beim alten Kurs bleiben

Genau dafür, für die Fortsetzung der Anleihenkäufe, steht aber die designierte neue Fed-Chefin Janet Yellen. Schon in den 90er-Jahren trat sie als Wirtschaftsberaterin dafür ein, dass die Notenbank die Arbeitsmarktpolitik der Regierung mit billigem Geld unterstützen soll.

„Die Diskussion über eine neue Reservewährung hat es immer wiedergeben“, sagt Thomas Stolper, Ökonom bei der US-Investmentbank Goldman Sachs. Tatsache bleibe jedoch, dass 61 Prozent aller bekannten Fremdwährungsbestände auf die US-Devise entfallen. Im März habe der Anteil schon einmal bei 58 Prozent gelegen.

Damals rechneten viele mit einem Aufschwung des Euro. Doch dann kam die europäische Schuldenkrise, und der Greenback profitierte trotz all seiner Defizite von seinem Status als „sicherer Hafen“. Gründe dafür sind der etablierte und große Kapitalmarkt sowie das Wirken der mächtigen Wall-Street-Banken.

Nicht alle glauben an einen Abstieg der amerikanischen Währung. „Der Dollar konnte seine Rolle als Leitwährung in den vergangenen Jahren eher wieder ausbauen“, beton Ursina Kubli, Ökonomin bei der schweizerischen Bank Safra Sarasin. Die aktuellsten Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zeigten, dass der Anteil des Dollars an den täglich gehandelten Devisenvolumen heute deutlich höher liege als 2010. „Die Leitwährungsfunktion des Dollars bleibt unbestritten“.

Bedarf an einer alternativen Reservewährung

Goldman-Sachs-Experte Stolper rät zu einer differenzierten Betrachtung. Sollte sich das Chaos in der US-Finanzpolitik fortsetzen, könnte der Bedarf an einer alternativen Reservewährung seiner Meinung nach durchaus zunehmen. Kandidat Nummer eins dafür ist der Euro, auf den im Moment 24 Prozent aller Währungsreserven entfallen.

„Die Euro-Ära der Nach-Krisen-Zeit ist in einer besseren Position, die Rolle des Euro als Reservewährung auszuweiten“, diagnostiziert er. Immerhin sei das Budgetdefizit der USA mit 5,8 Prozent doppelt so hoch wie das der Währungsunion. Und auch andere Wirtschaftszahlen sprächen eher für die Alte als für die Neue Welt.

Chinas Wirtschaft ist ebenfalls stark. Allerdings sind die Kapitalmärkte trotz der jüngsten Liberalisierungen noch zu abgeschottet, um eine Weltwährung zu etablieren. In ein paar Jahren kann das allerdings ganz anders aussehen.

Einig sind sich die Experten darin, dass die Zukunft der Dollar entscheidend von der neuen Spitze der Federal Reserve abhängt. Da allerdings mahnt die historische Erfahrung zur Vorsicht: Anfang 2014 löst Yellen Bernanke ab. Jahres eines Wechsels an der Spitze der Fed waren meist gefährliche Jahre für den Dollar.

http://www.welt.de/finanzen/article120962043/Jetzt-wird-es-richtig-gefaehrlich-fuer-den-Dollar.html

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16.10.2013

US-Medien reagieren auf Chinas “De-Amerikanisierung”

Große US-Medien haben auf die Forderung von Chinas staatlicher Nachrichtenagentur nach einer De-Amerikanisierung des internationalen Finanzsystems reagiert. Statt jedoch zu argumentieren, warum die Welt unbedingt ein amerikanisches System benötigt, werden Chinas Exporte und die starke Wirtschaft als Problem für China erklärt.

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US-Medien haben auf den Artikel der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua reagiert, in welchem eine “De-Amerikanisierung des internationalen Finanzsystems” und obendrein eine “neue Weltordnung” gefordert worden war.

In den Reaktionen der US-Medien fehlt jedoch leider die Erklärung, warum die Welt unbedingt ein amerikanisches, bzw. ein von privaten Großbanken dominiertes Finanzsystem benötigt. Stattdessen wird auf Chinas starke Wirtschaft verwiesen, die so viele Überschüsse erzeuge, dass man auf US-Staatsanleihen angewiesen sei, da es sonst kaum Alternativen gebe.

So schrieb etwa NBC News: “Trotz dem Wunsch einer Diversifizierung ihrer Anteile setzt die chinesische Regierung aufgrund politischer und wirtschaftlicher Notwendigkeit den Kauf von US-Staatsanleihen fort.”

Auch die New York Times schrieb am Mittwoch, dass China nicht viele Möglichkeiten blieben. “Trotz der Bemühungen die Wirtschaft von Exporten auf eine höhere Binnennachfrage umzulenken, erzeugt China Milliarden Dollar an Überschüssen, die irgendwo geparkt werden müssen. Und trotz allem Chaos in Washington sind Staatsanleihen eine sicherere Investition als die meisten Alternativen”, schrieb die Times. Das Blatt fügte hinzu, dass China von eigenen Problemen versuche abzulenken, indem man mit dem Finger auf die Vereinigten Staaten zeige.

China ist der größte ausländische Inhaber von US-Staatsanleihen und hat Schätzungen zufolge rund 60 Prozent seiner 3,5 Billionen Dollar an Devisenreserven in US-Schuldtitel investiert. Zu deutsch: Die USA haben sich 2,1 Billionen Dollar von China gepumpt und China hat vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen und politischen Situation in den USA die berechtigte Befürchtung, das Geld nie wieder zu sehen.

http://www.gegenfrage.com/us-medien-reagieren-auf-chinas-de-amerikanisierung/

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16.08.2013

China und Japan stoßen US-Staatsanleihen ab

Der Kapitalabfluss bei langfristigen Bonds liegt auf Rekordhöhe, da die Anleger ein Aus des billigen Geldes fürchten

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Die Furcht vor einem Ausstieg der US-Notenbank aus der Politik des ultra-billigen Geldes hat eine Flucht ausländischer Investoren aus dem Anleihenmarkt ausgelöst. Angeführt von China und Japan zogen die Anleger im Juni unter dem Strich vom Markt für langfristige US-Staatspapiere die Rekordsumme von 40,8 Milliarden Dollar (30,7 Milliarden Euro) ab, wie Daten des US-Finanzministeriums belegen.

Abfluss auf Vorkrisenniveau

Einen größeren Geldabfluss hat es dem Analysten Michael Woolfork von BNY Mellon zufolge seit Beginn der Statistik im Jahr 1977 nicht gegeben.

Aus dem Markt für längerfristige US-Wertpapiere flossen insgesamt 66,9 Milliarden Dollar ab – die größte Summe seit August 2007. Auslöser des Ausverkaufs waren Andeutungen von Notenbankchef Ben Bernanke im Mai, wonach die Federal Reserve ihre Konjunkturhilfen bei anhaltender wirtschaftlicher Erholung bald verringern könnte.

China und Japan halten Billionen Dollar

Japan und China, die größten ausländischen Gläubiger der USA, reagierten umgehend und stießen im Juni zusammen rund 40 Milliarden Dollar an US-Staatspapieren ab. Die Volksrepublik hielt danach noch Bonds im Wert von 1,27 Billionen US-Dollar, dicht gefolgt von Japan, dessen Bestand an US-Staatspapieren sich auf 1,08 Billionen Dollar reduzierte.

Der Juni war bereits der fünfte Monat in Folge, in dem ausländische Investoren dem Markt für langlaufende US-Wertpapiere den Rücken kehrten. Zugleich markiert der Monat einen Wendepunkt für die Nachfrage nach langfristigen US-Bonds, da im Mai noch unter dem Strich 11,3 Milliarden Dollar angekauft wurden. (APA, 16.8.2013)

http://derstandard.at/1376533733256/China-und-Japan-stossen-US-Staatsanleihen-ab

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26.05.2012

Japan und China verzichten auf US-Dollar

Japanische  und chinesische Unternehmen werden bereits im Juni Yen und Yuan statt des US-Dollars bei der Schließung der Verträge benutzen. Darüber teilen heute örtliche Massenmedien mit.

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Japanische  und chinesische Unternehmen werden bereits im Juni Yen und Yuan statt des US-Dollars bei der Schließung der Verträge benutzen. Darüber teilen heute örtliche Massenmedien mit.

Der  japanische Premierminister  Yoshihiko Noda und  der Premier des Staatsrates Chinas  Wen Jiabao  hatten die Bereitschaft Tokios und Pekings zu diesem Schritt noch bei Verhandlungen in China im Dezember angekündigt. Die japanische Zentralbank unterstützte damals die Erklärung der Premiers.
http://german.ruvr.ru/2012_05_26/76024460/

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