Das Goldman-Sachs-Monster – eine Chronik

05.08.2015

Anders Fogh Rasmussen heuert bei Goldman an

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Mit einem Deal eine komplette Regierung zu Fall gebracht zu haben, können nur wenige Geldhäuser von sich behaupten. Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen kann es. Der Einstieg der Bank beim dänischen Energieversorger Dong verärgerte im vergangen Jahr die Sozialistische Volkspartei derart, dass sie ihre Regierungsbeteiligung aufkündigte und damit die gesamte Regierung zu Fall brachte.

Um künftig solch extreme politischen Reaktionen besser kalkulieren zu können und wohl auch ihr Image in Dänemark zu verbessern, greift die Bank nun auf die Hilfe eines Profis zurück: Des früheren dänischen Minsiterpräsidenten und Ex-Nato-Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen.

„Anders Fogh Rasmussen ist von GS angeworben worden“, erklärte auf Nachfrage von manager-magazin.de ein Sprecher von Goldman Sachs. Er bestätigte damit dänische Medienberichte, denen zufolge die Investmentbank den Politik- und Medienprofi als Berater gewinnen konnte.

Rasmussen war bis Ende 2014 Generalsekretär der NATO und stand als Ministerpräsident zeitweise an der Spitze der dänischen Regierung. Der Liberale gilt als extrem diszipliniert und glatt. Für besonderes diplomatisches Geschick und Feinfühligkeit ist er allerdings nicht bekannt.

Seit dem Fall der Regierung haben sich die Machtverhältnisse in Dänemark grundlegend geändert. Bei den Wahlen im Juni haben die Liberalen von Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen gemeinsam mit der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei und zwei weiteren Mitte-Rechts-Parteien eine knappe Mehrheit über das Mitte-Links-Lager errungen. Daraufhin reichte Dänemarks sozialdemokratische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt ihren Rücktritt ein.

Am Einstieg von Goldman Sachs bei Dong lässt sich indes längst nicht mehr rütteln. Noch 2014 wechselten 19 Prozent der Anteile an zwei von Goldman kontrollierte Investmentfonds. Für einen Chefwechsel, einem großen Kauf oder einer Aktienemission muss sich der dänische Staat als Mehrheitseigner nun jeweils die Erlaubnis der Goldman-Fonds einholen.

http://www.manager-magazin.de/koepfe/anders-fogh-rasmussen-heuert-bei-goldman-an-a-1046845.html#ref=rss

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07.11.2014

Wie Goldman-Sachs-Manager Deutschland erobern

Von Goldman Sachs an die Spitze: Ex-Manager der bewunderten wie berüchtigten US-Investmentbank besetzen immer mehr Schlüsselpositionen in der Wirtschaft.

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Es ist eine Übernahmeschlacht, wie sie Deutschland noch nicht erlebt hat. Und Marcus Schenck ist mittendrin. Der junge Investmentbanker in Diensten der US-Investmentbank Goldman Sachs soll dem britischen Mobilfunkkonzern Vodafone Ende 1999 zur Übernahme des deutschen Konkurrenten Mannesmann verhelfen.

Und das macht Schenck mit Bravour, sagt einer, der damals eng mit ihm zusammengearbeitet hat. Schenck sei ein absoluter Teamspieler, hoch diszipliniert, voll auf Geschäft und Kunden konzentriert. Und dabei sogar noch ungewöhnlich cool. „Wenn die Stimmung extrem angespannt war, hat er sie mit einem Scherz wieder gelockert“, sagt der Weggefährte.

Solche Qualitäten schätzt offenbar auch sein früherer Chef. Paul Achleitner stand von 1994 bis 2000 an der Spitze des Deutschland-Ablegers von Goldman Sachs, seit 2012 ist er Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank. In der Funktion hat er seinen alten Kollegen Schenck abgeworben. Als künftiger Finanzchef ist der einer von zwei neuen Männern im Vorstand, mit deren Hilfe Deutschlands größtes Kreditinstitut möglichst schnell wieder auf Kurs kommen soll. Das ist dringend nötig. Die Bank ächzt unter einem riesigen Berg von Altlasten und musste zuletzt einen Quartalsverlust verkünden. Der bisher siebenköpfige Vorstand war mit der Fülle der Probleme schlicht überfordert.

Neben der Deutschen Bank vertraut künftig auch die Deutsche Börse auf die Kompetenz eines Ex-Goldies. Fast zeitgleich mit Schencks Wechsel verkündete sie, dass der Investmentbanker Carsten Kengeter im kommenden Frühjahr den aktuellen Vorstandschef Reto Francioni ablösen soll. Zu Kengeter fallen früheren Kollegen ähnliche Attribute wie zu Schenck ein. Bei allem persönlichen Ehrgeiz gilt auch er als extrem kollegial, zurückhaltend, unglaublich diszipliniert und voll fokussiert auf die Interessen des Kunden.

Oberste Etage

Das ist kein Zufall. Denn die Werte bekommen Goldman-Banker wieder und wieder mit Nachdruck eingebimst. „So unterschiedlich wir auch sind, so sehr haben wir die Goldman-Kultur zutiefst verinnerlicht“, sagt einer, der mit Schenck und Kengeter bei der Bank war. Die Qualitäten sind offenbar höchst begehrt. Mit den beiden Wechseln wächst die ohnehin schon beachtliche Zahl der Banker, die prägende Karriereschritte in den obersten Etagen des Frankfurter Messeturms getan haben und heute Schlüsselpositionen in der deutschen Finanzwirtschaft besetzen.

Zu ihnen zählt etwa Dorothee Blessing, die nach mehr als 20 Jahren im Geschäft mit Firmenkunden bei Goldman seit Kurzem einen Top-Job im europäischen Investmentbanking des Konkurrenten JP Morgan hat. Theodor Weimer, seit 2009 an der Spitze der HypoVereinsbank, hat vorher sieben Jahre bei der US-Investmentbank gearbeitet. Auch Axel Hörger, der noch bis März das Deutschland-Geschäft der Schweizer UBS leitet, gilt als typischer Vertreter der Generation Goldman.

Die ist einerseits geprägt von absoluter Erfolgsorientierung, Ehrgeiz, Einsatz bis zum Umfallen und dem Karriereprinzip „Up or out“ – wer zu schwach ist, muss gehen. Andererseits schwärmen frühere Banker von der Teamarbeit und bedingungslosen Offenheit. „Es war total verpönt, Themen über Bande zu spielen. Wer das versucht hat, war schnell draußen“, sagt ein Ex-Goldman-Banker.

Um ein reibungsloses Zusammenspiel zu garantieren, unterzieht die Bank Bewerber einem beispiellosen Marathon von oft mehr als 20 Vorstellungsgesprächen. Auserwählte fliegen dann oft für eine Woche nach New York, um die Kultur des Unternehmens zu verinnerlichen. In ihrer Konsequenz sind die Goldman-Grundwerte allenfalls noch mit denen der Unternehmensberatung McKinsey vergleichbar.

Kritiker sehen denn auch in beiden Unternehmen global agierende Machtsekten, die ihre Angestellten einer Gehirnwäsche unterziehen, indem sie sie derart einspannen und fordern, dass sie gar keine Zeit mehr für eigene Gedanken haben. Derart umgekrempelt bleiben sie ihren Arbeitgebern angeblich auch nach ihrem Ausscheiden treu ergeben und schanzen ihnen Aufträge und Informationen zu. Dass Ex-Goldman-Manager wie Mario Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank, auch politisch wichtige Posten besetzen, befeuert solche Verschwörungstheorien.

Nahezu paranoid

Zu denen trägt auch das Beharren der Bank auf absoluter Diskretion bei. „Die eigene Reputation verteidigt Goldman nahezu paranoid“, sagt ein früherer Manager. Selbst kleinste Negativnachrichten hätten zu stundenlangen Telefonkonferenzen mit Verantwortlichen in New York geführt.

In den vergangenen Jahren gab es da eine Menge Gesprächsbedarf. Nach der Finanzkrise 2008 geriet Goldman wie kein anderes Institut in die Kritik, so stellte sich heraus, dass die Bank wohl gegen eigene Kunden gewettet hatte, in internen E-Mails prahlten ihre Mitarbeiter mit ihren Abzockereien. Zu allem Überfluss verkündete Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein auch noch scherzhaft, dass er „Gottes Werk“ verrichte. Das US-Magazin „Rolling Stone“ beschimpfte die Bank in einer Generalabrechnung als „Riesenkrake, die ihre Tentakel in alles steckt, was Geld bringt“.

Selbst hochrangige Goldman-Banker geben zu, dass sich das Institut in seiner Gier nach Wachstum weit von den Wurzeln entfernt hatte. Als eine der ersten brachte die Bank deshalb nach der Finanzkrise eine große Selbstüberprüfung auf den Weg. Die Rückbesinnung auf alte Werte soll künftig Skandale vermeiden. Bisher offenbar erfolgreich: Während etliche Konkurrenten mit Manipulationen und Rekordstrafen Schlagzeilen machen, ist es um Goldman erstaunlich still geworden.

Für traditionelle Werte steht auch der Generationswechsel, der sich vergangene Woche im Messeturm vollzogen hat. Auf den langjährigen Deutschland-Chef Alexander Dibelius folgt mit Wolfgang Fink und Jörg Kukies nun eine Doppelspitze. Klarer lässt sich der Teamgedanke kaum signalisieren. Beide gelten als „absolut typische Goldman-Banker“ – professionell, ohne großen Drang an die Öffentlichkeit.

In die wurde der neue Chef der Börse 2011 gezerrt. Da musste Kengeter, den die Schweizer UBS von Goldman abgeworben und zum Leiter ihres Investmentbankings gemacht hatte, einen Verlust von fast einer Milliarde Dollar erklären. Den hatte ein einzelner Händler durch unentdeckte Fehlspekulationen verursacht. Er erledigte den Job nüchtern, räumte auf und verließ die UBS schließlich Anfang 2013 unter Mitnahme seines Jahresbonus. Danach lehrte er erst mal an der London School of Economics. Nun kehrt er auf einen Top-Job zurück.

Auch der künftige Deutsch-Banker Schenck hat eine längere Auszeit von der Finanzwelt genommen. Von 2006 bis 2013 war er Finanzvorstand des Düsseldorfer Energiekonzerns E.On. Bei der Deutschen Bank wird er sich im schon jetzt nicht konfliktfreien Führungszirkel nicht nur fachlich, sondern auch als Teamspieler beweisen müssen. Gut möglich, dass ihn die Kollegen kritisch beäugen. Schon gilt er als Reservekandidat, falls die aktuelle Doppelspitze über ihre Altlasten stolpern sollte.

http://www.wiwo.de/unternehmen/banken/up-or-out-wie-goldman-sachs-manager-deutschland-erobern/10914020.html

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01.11.2014

Goldman Sachs: Hartes Vorgehen gegen Mieter in Sozialwohnungen

Die Stadtverwaltung von Madrid verkaufte rund 5.000 Sozialwohnungen an Investmentfirmen wie Goldman Sachs und Blackstone. Diese vertreiben die sozial-schwachen Bewohner mit drastischen Mieterhöhungen. Wer nicht zahlen kann, dem droht die Zwangsräumung.

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Spanien erholt sich nach dem historischen Kollaps des Immobilienmarktes von den Folgen der Finanzkrise. Zwischen 2007 und 2013 sind die Immobilienpreise um rund 40 Prozent gefallen. Seitdem die Blase im Jahr 2008 platzte, fiel das Budget für Wohnungsbau von 1,4 Milliarden Euro auf nur mehr 800 Millionen Euro im Jahr 2014. Mehr als 3 Millionen Häuser und Wohnungen stehen leer. Der Leerstand und die tiefen Preise locken nun wieder Spekulanten an.

Zwar hat Spanien einen der niedrigsten Bestände an Sozialwohnungen in Europa, doch die Sparpolitik der Regierung zwingt die Kommunen vermehrt dazu, auch die letzten öffentlichen Immobilien zu Spottpreisen zu verkaufen. Um Investoren aus dem Ausland anzulocken, wurde sogar die Gesetzgebung erheblich gelockert. So können die neuen Besitzer nicht-zahlende Mieter nun deutlich schneller räumen als zuvor. Und für die spanischen Kommunen hat sich dieses Vorgehen gelohnt: Die ausländischen Direktinvestitionen haben sich auf mit 5,2 Milliarden Euro verzwölffacht.

Im Mai 2013 gab die Stadtverwaltung von Madrid eine Studie bei PriceWaterhouseCoopers (PWC) in Auftrag, um die Wirtschaftlichkeit der städtischen Wohnungsgesellschaft EMVS zu bewerten. PWC kam zu dem Schluss, dass die Wohnungsgesellschaft nicht rentabel sei, weil die Schuldenlasten größer als die Mieteinnahmen waren. Deshalb empfahlen die Wirtschaftsprüfer der Stadtverwaltung einige der Wohnungen an Investoren zu veräußern.

Madrid verkaufte daraufhin 1.860 Wohnungen für durchschnittlich 67.000 Euro an die US-Investmentfonds Blackstone und den spanischen Fonds Magic Real Estate. Wenig später verkaufte die Stadtverwaltung weitere 2.935 Wohnungen an die US-Investmentbank Goldman Sachs und die spanischen Investmentfirma Azora für rund 68.500 Euro Durschnittspreis. Die Firmen schlugen der Regierung dabei ein Schnäppchen, denn während sie etwa 950 Euro pro Quadratmeter bezahlten, können sie bis zu 2.000 Euro pro Quadratmeter beim Wiederverkauf erzielen.

Etwa 400 der Wohnungen, die Goldman Sachs erworben hat, sind Sozialwohnungen. Die Mieter erhalten Vergünstigungen auf ein bis zwei Jahre und zahlen teilweise nur 20 Prozent der üblichen Mietpreise. Als die neuen Investoren die Wohnungen von den Kommunen übernahmen, wurde den Bewohnern noch versprochen, dass die günstigen Mieten bestehen bleiben würden. Doch fast ein Jahr später, nachdem viele Mietverträge ausliefen, erhielten die Bewohner teilweise drastische Erhöhungen. Wer nicht zahlen konnte, dem wurde mit Zwangsräumung gedroht.

Davon betroffen ist auch Jamila Bouzelmat. Die 44-jährige Spanierin lebt mit ihrem Mann und ihren sechs Kindern in einer Sozialwohnung in einem Randgebiet von Madrid. Bevor Goldman Sachs den Wohnblock aufgekauft hat, bezahlte die Familie 58 Euro Miete aus den 500 Euro Sozialhilfe ihres Mannes. Im April wurden dann mit einem Mal 436 Euro Miete von ihrem Konto eingezogen. Jamila entdeckte die Abbuchung als sie gerade die Stromrechnugn begleichen wollte.

Wir wollten gerade Geld abheben und es war nicht ein Cent auf dem Konto“, zitiert Reuters die sechsfache Mutter. Sie lebt derzeit von Spenden und fürchtet die nächste Mietzahlung. Der Fall von Jamila und ihrer Familie ist kein Einzelfall. Reuters-Reporter sprachen mit 40 weiteren Haushalten in der Umgebung von Madrid, die ähnliche Probleme mit den neuen Hausbesitzern haben. Unter ihnen sind viele Sozialhilfeempfänger, Behinderte und Schwerkranke, deren Zwangsräumung oftmals nur in letzter Minute ausgesetzt wird.

Auch Yasmin Rubiano lebt nun in einer Wohnung, die Goldman Sachs gehört. Nachdem ihre vergünstigte Miete von 50 Euro monatlich auslief, hörte sie zunächst nichts mehr von den Vermietern. Anschließend wurde sie aufgefordert, knapp 500 Euro Miete zu zahlen. Sie zahlte 100 Euro als Zeichen des guten Willens, konnte sich jedoch die volle Miete nicht leisten. Nun droht ihr der Vermieter mit rechtlichen Schritten.

Goldman Sachs wollte den Vorgang gegenüber Reuters nicht kommentieren. Stattdessen verweist man dort auf die Hausverwaltungsgesellschaft. Dort sichert man zu, jeden Fall nach Auslaufen der Vergünstigungen individuell zu bewerten.

Räumungen kommen nur in einer extrem geringen Anzahl vor“, sagte ein Sprecher der Hausverwaltung zu Reuters. „Unsere Priorität ist es, denen zu helfen, die Hilfe brauchen. Wir arbeiten mit einem Team von Sozialarbeitern zusammen, das sich um die Ärmsten unter ihnen kümmert.“ Außerdem würde keine Mieter geräumt werden, der sich „zahlungswillig“ zeigt.

Das Vorgehen von Goldman und Blackstone verstößt auch nicht gegen spanische Gesetze. Die Kommunen haben den Mieterschutz massiv gelockert, um ausländische Investoren anzuziehen. Nachdem Goldman und Blackstone etwa 15 Prozent aller öffentlichen Wohnungen in Madrid aufgekauft haben, üben sie nun ihr Recht aus, eine kommerzielle Miete zu verlangen, nachdem die Mietvergünstigungen auslaufen.

Dennoch haben einige Stadträte Klage gegen die staatlichen Institutionen eingereicht, die die Sozialwohnungen an die Investmentfirmen veräußert haben. Und auch die Bewohner organisieren sich in wöchentlichen Protestaktionen und machen auf drohende Zwangsräumungen aufmerksam. Die spanischen Medien berichten fast täglich von angeordneten Räumungen, die kurzfristig wieder abgesagt werden. Die Behörden gehen mit dem Thema vorsichtiger um, seit es im Zusammenhang mit Zwangsräumungen vermehrt zu Selbstmorden kam.

Miguel Hernandez, Professor für Ökonomie an der IE Business School, sieht im Vorgehen der Investmentfirmen ein notwendiges Übel, denn Spanien braucht ausländische Investitionen, um die Konjunktur anzukurbeln.

Es scheint zwar so, dass diese Fonds wie die Geier agieren, aber sie helfen dem System, denn die Stadtverwaltungen hatten nur sehr wenige Optionen, um an Liquidität zu gelangen.“

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/11/01/goldman-sachs-hartes-vorgehen-gegen-mieter-in-sozialwohnungen/

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16.10.2014

US-Wirtschaftsaufschwung: Goldman Sachs steigert Gewinn deutlich

So hoch war ein Quartalsgewinn zuletzt vor fünf Jahren: Goldman Sachs hat von Juli bis September 2,2 Milliarden Dollar verdient. Vor allem das Geschäft mit dem Anleihehandel profitierte vom Konjunkturaufschwung in den USA.

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 Goldman Sachs  macht wieder beeindruckende Profite. Der Nettogewinn der US-Investmentbank kletterte im dritten Quartal im Jahresvergleich um 48 Prozent auf 2,24 Milliarden Dollar. Es war das stärkste dritte Quartal seit 2009, als die Weltwirtschaftskrise die Märkte nach unten gerissen hatte.

Grund für die starken Zahlen: Die verbesserte US-Konjunktur und die Aussicht auf steigende Leitzinsen brachten die Finanzmärkte in Gang und verhalfen so dem Handelsgeschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen zu einem deutlichen Aufschwung.

Goldman-Chef Lloyd Blankfein zeigte sich aber auch mit dem übrigen Geschäft zufrieden. „Die anziehende US-Konjunktur und unser starkes globales Netzwerk haben dafür gesorgt, dass die Kunden über alle unsere Sparten hinweg aktiv waren“, erklärte er. Allerdings könnten sich die Rahmenbedingungen auch schnell wieder ändern, warnte der Bankchef.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/goldman-sachs-steigert-quartals-gewinn-deutlich-a-997618.html

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05.09.2014

Dollar-Wetten: Libyen verklagt Goldman Sachs

Libyen zieht gegen Goldman Sachs vor Gericht. Das Land wirft der US-Investmentbank vor, mit hochspekulativen Wetten Milliardenschäden beim Staatsfonds LIA verursacht zu haben. Trotz der hohen Verluste genehmigten sich die Goldman-Banker noch einen Bonus von 350 Millionen Dollar.

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Der libysche Staatsfonds LIA verklagt die US-Investmentbank Goldman Sachs auf Entschädigung in Höhe von einer Milliarde Dollar. Libyen wirft der US-Bank vor, dem Staatsfonds mit hochspekulativen Finanzwetten einen Verlust von 1,8 Milliarden Dollar beschert zu haben. Zudem genehmigten sich die „Goldmänner“ auch noch einen Bonus von 350 Millionen Dollar für die schiefgelaufenen Geschäfte.

Im Jahr 2003 wurden UN-Sanktionen gegen Libyen aufgehoben, die es dem Land nun erlaubten, seine rund 60 Milliarden Dollar Erdöl-Profite gewinnbringend am internationalen Kapitalmarkt anzulegen. Der damalige Machthaber Muammar al-Gaddafi beauftragte seinen Sohn Saif al-Islam im Jahr 2006 damit, Dutzende Milliarden Dollar der Zentralbank über den libyschen Staatsfonds „Libyan Investment Authority“ (LIA) anzulegen. Die Schweizer Handelszeitung berichtet, dass Gaddafis Sohn daraufhin den libyschen Goldman-Sachs-Banker Tarek Ben Halim in London kontaktierte und ihn bat, Libyens Finanzmarkt zu modernisieren.

Daraus entwickelte sich eine Kooperation zwischen Goldman Sachs und Gaddafi. Zwei führende Goldman-Banker, Youssef Kabbaj und Driss Ben-Brahim, erhielten wenig später weitreichende Kontrolle über den libyschen Staatsfonds und investierten in der Folge rund 1,8 Milliarden Dollar in hochspekulative Finanzprodukte. Als die weltweite Finanzkrise im Jahr 2008 ausbrach, schrumpfte der Wert der Milliardenwette auf 25 Millionen Dollar zusammen. Der damalige Vize-Chef des Staatsfonds LIA, Mustafa Mohamed Zarti, habe „vor Wut gekocht“ und die beiden Banker rausgeworfen, wie der britische Telegraph berichtet. Die beiden Banker fürchteten sich so sehr vor den Konsequenzen ihrer Fehlspekulation, dass sie das Land fluchtartig verließen.

Goldman Sachs versuchte bis zuletzt eine außergerichtliche Einigung mit dem libyschen Staatsfonds zu erzielen. Zuletzt bot die Investmentbank dem Fonds Vorzugsaktien im Wert von 3,7 Milliarden Dollar an, wie der Telegraph berichtet. Um die Wogen zu glätten, erhoben Goldman-CEO Lloyd Blankfein und Europa-Chef Michael Sherwood die Angelegenheit sogar zur Chefsache. Doch die Libyer ließen sich auf keine Einigung ein und drängten weiterhin auf ein Gerichtsverfahren. Die Verhandlung soll im Oktober in London stattfinden.

In einem weiteren Gerichtsverfahren verklagt Libyen die französische Investmentbank Société Générale auf Schadenersatzzahlung in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar. Der libysche Staatsfonds LIA wirft dem Institut vor, jahrelang Bestechungsgelder in Millionenhöhe an enge Vertrauten von Gaddafis Sohn Saif al-Islam gezahlt zu haben. Die Société Générale sicherte sich durch die Bestechung der damaligen LIA-Chefetage Handelsaufträge, die den Fonds in den Jahren vor Gaddafis Sturz Hunderte Millionen Dollar kosteten. Die französische Bank bezeichnete die Anschuldigungen als „haltlos und ohne jegliche Substanz“, wie die Financial Times berichtet.

Die französische Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit auch gegen Ex-Präsident Nicolas Sarkozy und seiner Verbindung zu Libyens ehemaligem Machthaber Muammar al-Gaddafi. Dabei geht es um den Vorwurf, Gaddafi habe Sarkozys Wahlkampf im Jahr 2007 mit rund 50 Millionen Euro finanziert.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/09/05/gaddafi-erbe-libyen-verklagt-goldman-sachs-auf-milliarden-entschaedigung/

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07.08.2014

Auch Goldman Sachs gesteht Ermittlungen ein

Nun muss auch die US-Investmentbank Goldman Sachs einräumen, Gegenstand von Ermittlungen zu sein. Die Bank steht genau wie mehrere europäischen Konkurrenten im Verdacht, auf anonymen Handelsplattformen betrogen zu haben.

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Die Ermittlungen der Aufseher wegen außerbörslicher Handelsplattformen bei Großbanken ziehen immer weitere Kreise. Nach einer Reihe europäischer Institute räumte am Donnerstag auch Goldman Sachs ein, Gegenstand einer Untersuchung zu sein. Welche Behörden den Bereich durchleuchteten, sagte die US-Investmentbank nicht. Fox Business Network hatte in dieser Woche berichtet, die New Yorker Staatsanwaltschaft nehme Goldman Sachs und Morgan Stanley wegen der sogenannten „Dark Pools“ unter die Lupe.

Auf diesen anonymen Handelsplattformen müssen Käufer und Verkäufer ihre Orders nicht publik machen. Genutzt wird der Schattenhandel besonders von institutionellen Investoren, die unbemerkt große Aktienpakete kaufen oder verkaufen wollen. In dem Markt tummeln sich auch viele Hedgefonds und Hochfrequenzhändler. Die fehlende Transparenz hat die Aufsichtsbehörden auf den Plan gerufen. Sie befürchten, dass einige Marktteilnehmer von den Banken zugunsten der Hochfrequenzhändler über den Tisch gezogen wurden.

Es gibt mindestens eine US-Sammelklage gegen Finanzinstitute, in denen ihnen Verstöße gegen amerikanisches Wertpapierrecht vorgeworfen werden.

Ermittlungen hatten zuletzt unter anderem Deutsche Bank, UBS und Credit Suisse eingeräumt. Ende Juni war bekanntgeworden, dass die USA die britische Großbank Barclays wegen umstrittener Geschäfte in den „Dark Pools“ verklagen.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/dark-pools-auch-goldman-sachs-gesteht-ermittlungen-ein/10305716.html

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10.04.2014

Die große Manipulation: Wie Goldman Griechenland in den Euro holte

Die Muppets sind zurück: Goldman Sachs bringt Griechenland zurück an den Bond-Markt. Goldman hatte Griechenland beim Euro-Beitritt geraten, die EU mit einem Buchhaltungstrick hinters Licht zu führen. Der heutige EZB-Chef Mario Draghi war früher Europa-Chef von Goldman Sachs.

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Die FAZ berichtete 2004: „Griechenland hat auch in den Jahren 1997 bis 1999 falsche Angaben über das staatliche Haushaltsdefizit an die Europäische Union gemeldet. Das geht aus einem Bericht des europäischen Statistikamts 165 Eurostat hervor. Danach lag das Haushaltsdefizit in diesen drei Jahren, die als Referenzzeitraum für den Beitritt des Landes in die Europäische Währungsunion im Jahr 2001 galten, jeweils oberhalb des Maastrichter Referenzwerts von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Aufgrund der jetzt bekannten Zahlen hätte Griechenland den Euro nicht einführen dürfen.“

Dass der Euro trotzdem nach Griechenland kam, verdanken die Europäer unter anderem der Investmentbank Goldman Sachs.

Sie wird eine der Banken sein, die Griechenland an die Kapitalmärkte zurückführen. Zuvor musste der europäische Steuerzahler 240 Milliarden Euro Steuergeld für die Rettung mehrerer korrupter Regime in Athen und die internationalen Banken für das Griechen-Desaster hinterlegen.

Das ist eine erstaunliche Wendung: Denn Goldman war jene Bank, die den Griechen half, die EU hinters Licht zu führen.

Im Jahr 2001 befand sich Griechenland in der misslichen Lage, ein für den Euro-Beitritt zu hohes Defizit aufzuweisen. Daher beauftragte die griechische Regierung die Investmentbank Goldman Sachs, das Problem zu lösen. Goldman bot den Griechen eine 2,8 Milliarden Euro-Finanzierung an. Diese würde es der griechischen Regierung ermöglichen, die Maastricht-Kriterien der Europäischen Union zu erfüllen: Weil die Schulden aus dem Haushalt herausgerechnet werden konnten, würde Griechenland als hoffnungsvolles neues Euro-Mitglied begrüßt werden.

So kam es denn auch. Doch während der EU-Beitritt Griechenlands dank der Verschleierungs-Aktion reibungslos verlief, geriet das griechische Defizit weiter außer Kontrolle. Dass Europa via Griechenland an den Rand des Abgrunds geriet, ist im Grund auf die Kreativität der Investmentbank Goldman Sachs zurückzuführen, die in der kriminellen Energie der griechischen Regierung die Chance zu einem guten Geschäft erkannte. Goldman strukturierte den Deal mit den Griechen nämlich nicht einfach als normalen Kredit mit normalen Zinsen, sondern in Form eines komplizierten Währungs-Swaps.

Heute sagen die griechischen Politiker, sie hätten nicht verstanden, worum es ging. Sie beklagen, dass Goldman auf einer Geheimhaltungsklausel bestanden habe. Daher sei es ihnen nicht möglich gewesen, sich am Markt zu erkundigen, um welche Art von Geschäft es sich gehandelt habe. Der Chef der staatlichen griechischen Schuldenagentur, Spyros Papanicolaou, sagte dem Nachrichtendienst Bloomberg, dass Goldman den Griechen gedroht hätte: „Wenn ihr irgendjemand von den Konditionen erzählt, ist der Deal abgeblasen.“

Goldman gelang es tatsächlich, mithilfe eines Swaps die Staatsschulden Griechenlands um zwei Prozent zu senken: Die Banker tauschten griechische Staatsanleihen erst in Dollar, dann in Yen um. Dies geschah zu veralteten und teilweise fiktiven Wechselkursen. Es geschah außerhalb des normalen griechischen Haushalts, weshalb es keinerlei Transparenz nach Brüssel gab.

Wie ein griechischer Beamter Bloomberg bestätigte, waren nicht nur die Zinsen fiktiv. Goldman verwendete für diese Transaktionen die fiktive Summe von 15 Milliarden Euro – ein Vielfaches mehr, als der eigentliche Kredit ausmachte. Dadurch stiegen die Chancen, aber auch das Risiko der Transaktion. Vor allem aber stiegen die Gebühren, die Griechenland an Goldman zu zahlen hatte.

Als der Auftrag vier Jahre später umgeschuldet werden musste, war der Deal vollständig aus dem Ruder gelaufen. Um die ursprünglichen 2,8 Milliarden Euro zurückzahlen zu können, hatte Griechenland nämliche eine Wette abgeschlossen – und zwar auf steigende Zinsen. Doch nach den Terroranschlägen am 11.September 2001 fielen die Zinsen, und die Schulden Griechenlands stiegen mit dem Refinanzierungsmodell gewaltig an. Um das Problem in den Griff zu bekommen, folgte Griechenland dem Rat von Goldman und startete eine neue Wette: Diese war nun an die Inflation in der Eurozone gekoppelt. Doch auch diese Lösung entwickelte sich zum Rohrkrepierer. Denn leider verliefen die wichtigsten Kennzahlen für diesen Swap genau andersrum wie von Goldman vorhergesagt.

Die Folge für Griechenland: Aus einem Kredit von 2,8 Milliarden Euro war – dank der fachkundigen Beratung durch Goldman – ein doppelt so hoher Schuldenberg geworden: Nun standen die Griechen durch die Währungs-Swaps mit 5,1 Milliarden Euro in der Kreide. Goldman machte bei dem Deal einen Profit von 600 Millionen Euro – wobei schwer zu sagen ist, wie viel Gewinn die Bank wirklich erzielt hat, weil sie ja auch Kosten für den Kredite und die Transaktion verbuchen musste. Immerhin: Die 600 Millionen Profit stellten im Jahr 2001 etwa 12% des Umsatzes der Abteilung dar, die für Goldman das Geschäft machte. Der Chef der Abteilung: Lloyd Blankfein, heute oberster Chef von Goldman. Der Chef für europäisches Risiko-Management bei Goldman in London war zur damaligen Zeit einer, der später noch eine große Karriere in der europäischen Schuldenkrise machen sollte: Bis zum heutigen Tag bestreitet EZB-Chef Mario Draghi, auch nur irgendetwas von dem Griechen-Deal gewusst zu haben. Er sei nur für den privaten Sektor zuständig gewesen, nicht für Geschäfte mit Staaten. Das hätte ihn nicht interessiert.

Anfangs waren die Griechen von dem Deal ganz begeistert: Sie hatten von Goldman drei Jahre Befreiung von der Schuldentilgung bekommen. Der gesamte Kredit wäre in den folgenden 15 Jahren abzubezahlen gewesen. Das schien ihnen, wie allen Schuldnern, eine attraktive Lösung – weil Schuldner immer auf Zeitgewinn setzen, auch wenn es keinen rationalen Grund dafür gibt, dass es einmal besser werden würde.

Goldman wurde die Sache am Ende zu hieß. So reiste die zuständige Mitarbeiterin, Addy Loudiadis, im August 2005 nach Athen und sorgte dafür, dass der gesamte Kredit auf die griechische Notenbank abgewälzt wurde. Damit hatte Goldman ein gutes Geschäft gemacht – und der Schuldenberg war dezent in die öffentliche Hand transferiert.

Dasselbe geschieht im Übrigen beim aktuellen Schuldenschnitt: Das gesamte Risiko übernehmen die Steuerzahler Europas, weil die EZB, der IWF und die nationalen Notenbanken an die Stelle der privaten Gläubiger treten. So schließt sich ein Kreis: Das Bestreben der kriminellen griechischen Politik, die Zahlen zu fälschen, traf auf die skrupellose Geschäftstüchtigkeit von Goldman und wurde, weil das Geschehen in der Folge völlig außer Kontrolle geriet, zum Initialereignis der Eskalation der europäischen Schuldenkrise.

Der italienische Ökonomie-Professor und Autor des Standardwerks „Derivate und öffentliches Schulden-Management“, Gustavo Piga, sagte in einem Interview: „Bei Deals mit Geheimhaltung haben die Makler immer die Oberhand und verwenden sie, um die Steuerzahler auszuquetschen. Die Verhandlungsmacht liegt vollständig in den Händen der Investment-Banken.

Sieben Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise können wir für Europa feststellen: Die Makler sind zurück.

Das Geschick der Eurozone liegt fest in ihren Händen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/04/10/die-grosse-manipulation-wie-goldman-griechenland-in-den-euro-holte/

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31.03.2014

Argentinien vor Milliarden-Kredit

Argentinien ist vom Kapitalmarkt abgeschnitten und sucht seit längerem nach Möglichkeiten, seine Devisenreserven aufzufüllen. Nun erhält das Land offenbar erstmals seit Jahren einen Kredit aus dem Ausland.

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Argentinien kann einem Zeitungsbericht zufolge erstmals seit Jahren auf einen milliardenschweren Kredit ausländischer Geldgeber hoffen. Das Land stehe kurz vor einer Vereinbarung mit der US-Bank Goldman Sachs über ein Darlehen von rund einer Milliarde Dollar, berichtete die Zeitung „Pagina/12“ am Sonntag. Zudem gebe es Gespräche über weitere, ähnliche Kredite. Bei dem Geschäft mit Goldman Sachs solle Argentinien einen Zins von 6,5 Prozent zahlen.

Das Land ist vom Kapitalmarkt abgeschnitten und dringend auf der Suche nach Geld, um seine Devisenreserven aufzufüllen und damit auch eine weitere Abwertung seiner Landeswährung Peso zu verhindern. Die Reserven sind der Agentur Moody’s zufolge seit 2011 um knapp die Hälfte auf zuletzt noch 27,5 Milliarden Dollar gesunken.

Das weckt Zweifel daran, ob Argentinien seine Schulden an ausländische Gläubiger zurückzahlen kann, zu denen auch Deutschland gehört. Moody’s hatte Argentiniens Kreditwürdigkeit deswegen jüngst auf die drittschlechteste Note herabgestuft.

Der Pariser Club – eine informelle Gruppe staatlicher Gläubigern – hat Argentinien Anfang März zu Verhandlungen über noch ausstehende Auslandsschulden von knapp zehn Milliarden Dollar eingeladen. Diese sollen am 26. Mai beginnen.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anleihen/devisenreserven-argentinien-vor-milliarden-kredit/9690932.html

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24.03.2014

Andrew Maguire: Goldman Sachs und Medien erzählen nur Mist, wenn es um Gold geht

Am Samstag veröffentlichte King World News ein aufschlussreiches Interview mit Andrew Maguire, in dem der Edelmetallmarktexperte die Propaganda der Mainstreammedien, von Goldman Sachs und weiteren großen Banken offenlegt.
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Die Federal Reserve könne den Goldpreis nur noch mühsam zurückhalten, da sich die fundamentalen Bedingungen langsam aber stetig verbessern würden.Dadurch seien auch die Bullion-Banken, die im Sinne der Fed agieren, gezwungen, ihre Bestände in stärkerem Maße abzubauen und nicht, wie sie eigentlich wünschen würden, in geringerem Umfang.

Diese Banken könnten kein weiteres physisches Gold auf den Markt werfen, um den Preis zu drücken, da sie schon Probleme mit der Erfüllung der bestehenden Nachfrage hätten. Sollte der Kurs durch die physischen Grundlagen höher streben, könntensie daher nur weiter Panik machen und den Goldpreis niederschreien. So würden sie die letzten aus Long-Positionen vertreiben wollen und ihre Prognosen damit zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung.

Die derzeitige Stille von Goldman Sachs angesichts eines Anstiegs von 200 $ sei geradezu ohrenbetäubend, doch die Presse würde auch bei einer Goldrally nicht lange mit negativen Anmerkungen auf sich warten lassen. Unmittelbar nachdem der angeblich positive Bericht über die Löhne in der Nonfarm-Branche veröffentlicht wurde, habe Reuters berichtet, dass China Gold verkaufe. Dies sei so schnell geschehen, als habe man die Schlagzeile für das noch so kleinste bullische Anzeichen vorbereitet. Denn Schlagzeilen seien das einzige, was für die Algorithmen zählen würde, die innerhalb von Millisekunden reagieren.

Und das sei die letzte Form der Regulierung, die den Bullion-Banken derzeit verblieben sei. Durch solche Fehlinformationen wolle man glauben machen, dass ein niedrigerer Goldaufschlag in Shanghai nicht nur auf einen Nachfragerückgang schließen lasse, sondern darauf, dass China verkauft, was für jeden Marktexperteneindeutig als falsch erkennbar wäre.

Der Grund für die niedrigeren Aufschläge sei lediglich ein schwächerer Wechselkurs. In Wahrheit sei der Preis pro Unze in China nicht 3,80 $ niedriger gewesen sonder sogar 30 und damit ein ziemlich bullisches Zeichen. Der chinesische Käufer interessiere sich nicht für den Dollarpreis von Gold und die People’s Bank of China würde auch weiter versuchen, ihre US-Dollar abzustoßen, ohne die Märkte zu verunsichern. Die einzige Frage bleibe, wie lange die chinesische Staatsbank braucht, um ihre Dollar in Gold umzutauschen.

http://www.goldseiten.de/artikel/200979–Andrew-Maguire~-Goldman-Sachs-und-Medien-erzaehlen-nur-Mist-wenn-es-um-Gold-geht.html

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01.03.2014

Verdächtige Anleihe-Deals von Goldman Sachs und Co.

Ermittlung. Die Bankenaufsicht SEC ermittelt wegen mutmasslichen Betrügereien bei Unternehmens-Anleihen. Neben Goldman Sachs muss sich auch Citigroup den Untersuchungen stellen.

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New York. Die US-Börsenaufsicht SEC hat einer Zeitung zufolge Ermittlungen bei mehrere Großbanken wegen des Verdachts auf Unregelmäßigkeiten beim Handel mit Unternehmensanleihen aufgenommen. Betroffen seien unter anderem Goldman Sachs und Citigroup, berichtete das „Wall Street Journal“ am Freitag unter Berufung auf Personen, die mit dem Vorgang vertraut seien.

Untersucht werde, ob Großinvestoren auf Kosten von kleineren Anlegern bevorzugt behandelt worden seien. Weder die genannten Banken noch die SEC waren zunächst für eine Stellungnahme zu erreichen.

http://wirtschaftsblatt.at/home/boerse/international/1569180/Verdaechtige-AnleiheDeals-von-Goldman-Sachs-und-Co?_vl_backlink=/home/index.do

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17.02.2014

SPDR Gold Trust: Goldman Sachs investiert kräftig in größten Gold-Fonds

Trotz negativer Goldpreis-Prognose der hauseigenen Analysten hat Goldman Sachs im vierten Quartal für 77 Millionen Dollar Anteile des SPDR Gold Trust gekauft. JP Morgan war der größte Verkäufer in dem Gold-Fonds.

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Die US-Börsenaufsicht SEC hat aktuellen Zahlen zu den Wertpapierportfolios der US-großen Finanzhäuser im vierten Quartal 2013 veröffentlicht. Aus den Daten gehen auch die Investment-Positionen im weltweit größten Gold-ETF, dem SPDR Gold Trust (Börsenkürzel: GLD) hervor.

Demnach hat der größte GLD-Investor John Paulson seine Bestände per 31.12.2013 unverändert behalten. Er besitzt weiterhin 10.234.853 Shares im Wert von zuletzt 1,3 Milliarden US-Dollar.

Unter den größten Verkäufern im vergangenen Quartal gehören bekannte Namen. JP Morgan trennte sich von 4.351.298 Anteilen oder 60 Prozent einer GLD-Position. Da jeder Anteil offiziell mit 1/10 Unze Gold hinterlegt ist, entspricht dies Goldverkäufen von umgerechnet 13,53 Tonnen. Zweitgrößter Verkäufer war Credit Suisse. Die Schweizer stießen 3.666.307 Shares ab und kürzten damit ihre GLD-Position um 63 Prozent. Morgan Stanley trennte sich von 37,75 Prozent seiner Anteile. Das waren 2.732.627 Stück. Aber es gab auch prominente Käufer.

Goldman Sachs hat im vierten Quartal 355.721 GLD-Anteile im Wert von 77,2 Millionen US-Dollar gekauft und das Investment in dem Gold-Fonds damit um 21 Prozent aufgestockt. Gesamtwert nun: 262,68 Millionen US-Dollar. Bemerkenswert: Im November prognostizierte die Analyseabteilung des Geldhauses noch einen weiter sinkenden Goldpreis für 2014. Mindestens 15 Prozent Abschlag stehe dem Edelmetall mindestens noch bevor, ließ man die Goldgemeinde wissen.

Die größten Aufstocker im vierten Quartal waren aber andere. Die französische BNP Paribas kaufte 1.154.169 GLD-Anteile und erhöhte ihre Position damit um 139 Prozent. Investmentgesellschaften  wie Wellington Management Co LLC und Susquehanna International schnappten sich ebenfalls jeweils mehr als 1 Millionen GLD-Shares. Wellington, eine der größten Kapitalverwalter der Welt, war bislang gar nicht im SPDR Gold Trust engagiert.

http://www.goldreporter.de/spdr-gold-trust-goldman-sachs-investiert-kraeftig-in-groessten-gold-fonds/gold/39539/

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02.02.2014

Wieso hassen alle Goldman Sachs?

Die amerikanische Investmentbank ist Symbol für den bösen Finanzkapitalismus. Ihretwegen ist sogar die Regierung in Dänemark auseinander gebrochen. Von Lena Schipper

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Ein blassgelbes Transparent verhüllte am Mittwoch den Sockel der Reiterstatue vor dem dänischen Parlament in Kopenhagen. Darauf zu sehen: ein Krake mit weit aufgerissenem Maul, der offenbar kurz davor ist, sich seine Umgebung einzuverleiben. Die dazugehörige Aufschrift: „Goldman Sachs“. Rings um die Statue protestierten Tausende Dänen gegen die Entscheidung der Regierung, Anteile der staatlichen Energiegesellschaft an die amerikanische Investmentbank zu verkaufen. Rund 200.000 ihrer Landsleute hatten zuvor im Internet eine Petition gegen den Verkauf unterzeichnet, eine stattliche Zahl in einem Land, dessen Bevölkerung aus gerade einmal fünfeinhalb Millionen Menschen besteht. Und damit nicht genug: Einen Tag später hatte sich der Streit derart aufgeheizt, dass daran die Regierungskoalition zerbrach.

Nun hätte es die dänische Regierungskrise vielleicht auch ohne die Beteiligung von Goldman Sachs gegeben, zwischen den Koalitionspartnern herrschte schon öfter wirtschaftspolitischer Knatsch. Aber rekordverdächtige Unterschriftenzahlen unter Petitionen und Bürger, die auf die Straße gehen, weil ein verschuldetes Staatsunternehmen frisches Kapital bekommt?

Eine andere Erklärung liegt näher: Wo Goldman Sachs auftaucht, sehen die Leute rot. Das New Yorker Finanzhaus steht mittlerweile stellvertretend für alles Übel, das jemals aus der Finanzwelt kam oder zu kommen schien. „Bis vor wenigen Jahren wurde man dafür bewundert, dort gearbeitet zu haben“, sagt Philip Murphy, der frühere amerikanische Botschafter in Deutschland und langjähriger Goldman-Sachs-Mitarbeiter. „Es war so, als hätte man an einer besonders guten Universität studiert.“

Ein Vampirkrake“

Diese Bewunderung ist mit der Finanzkrise in Angst und Verachtung umgeschlagen. Keine Theorie über die Machtverteilung in der amerikanischen Regierung, in der nicht irgendwo die ehemaligen Goldman-Sachs-Mitarbeiter in den Ministerien Erwähnung finden, kein Bericht über den EZB-Präsidenten Mario Draghi ohne den süffisanten Hinweis auf seine Vergangenheit bei der Bank – an der Spitze der europäischen Geldpolitik stehe, so wird suggeriert, ein Agent des Finanzkapitals. Dabei hat Draghi in seiner langen Karriere nur ein einziges Jahr bei Goldman Sachs verbracht.

Nun gibt es gute Gründe, das Gebaren der Investmentbanken in der Finanzkrise zu verurteilen. Doch der Hass auf Goldman Sachs bewegt sich in anderen Dimensionen: Der Vergleich des amerikanischen Journalisten Matt Taibbi, Goldman Sachs sei ein „Vampirkrake“, der die Menschheit aussauge, ist zum geflügelten Wort geworden. In Internetforen werden auch Jahre nach der Finanzkrise Geldpreise dafür ausgelobt, Mitarbeiter der Bank anzugreifen: Spucken 10 Dollar, Anpinkeln 20, Zahlung nach Bereitstellung von filmischem Beweismaterial über Paypal.

Auf jeden Artikel über Goldman Sachs gibt es Leserreaktionen, die die Bank mit der Mafia vergleichen und fordern, man solle sämtliche Mitarbeiter „in den Knast“ bringen. Am Rosenkrieg von Goldmans Deutschland-Chef Alexander Dibelius ergötzt sich das ganze Land. Und ein Twitter-Account, der vorgeblich die Fahrstuhlgespräche bei Goldman Sachs dokumentiert, hat wohl vor allem deswegen Hunderttausende Abonnenten, weil die fiesen Kommentare sich so nahtlos in das negative Bild einfügen, das sich viele von der Bank machen.

Murphy glaubt, dass Goldman Sachs wegen seiner Position an der Spitze der Finanzindustrie zum Sündenbock wurde: „Alle großen Banken haben ihren guten Ruf verloren, aber Goldman wurde als Anführer gesehen. Das hat sich festgesetzt.“ Der arrogante Ton, den die oberen Chargen der Bank im Umgang mit der Öffentlichkeit pflegten, tat ein Übriges, das Feindbild zu zementieren: „Gottes Werk“ tue er, ließ Goldman-Chef Lloyd Blankfein im Jahr 2009 im Interview mit der Londoner Zeitung „The Times“ verlauten.

Wir nutzen Feindbilder, um uns die Welt verständlich zu machen“, sagt Rolf van Dick, Professor für Sozialpsychologie an der Universität Frankfurt. Wir beschränken unsere Wahrnehmung auf einen kleinen wahren Kern, damit wir an der Komplexität nicht irrewerden – gerade bei großen Umwälzungen wie der Finanzkrise. Und ist ein starkes Bild einmal in der Welt, wird es schnell instrumentalisiert. Goldman Sachs wird wohl noch eine Weile der böse Vampirkrake bleiben.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/feindbild-bank-wieso-hassen-alle-goldman-sachs-12780339.html

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23.01.2014

Goldman Sachs muss sich Sammelklage stellen

Rückschlag für Goldman Sachs: Ein New Yorker Gericht lässt eine Sammelklage anstelle von Einzelverfahren gegen die US-Großbank zu. Die Bank steht im Verdacht, falsche Hypothekendeals verkauft zu haben.

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Die US-Großbank Goldman Sachs muss sich wegen des Verdachts auf Betrug mit strukturierten Kreditprodukten vor der Finanzkrise einer Sammelklage stellen. Ein Bundesgericht in Manhattan lehnte am Donnerstag den Einwand der Bank ab, wonach die zahlreichen Fälle zu unterschiedlich gelagert seien, um sie in einem einzigen Verfahren zu bündeln.

Richter Victor Marrero argumentierte genau umgekehrt: Gerade weil die Materie relativ komplex und die Anzahl der Klage vergleichsweise groß sei, würden Einzelverfahren die Kosten nur unnötig in die Höhe treiben und Ressourcen an den Gerichten verschwenden. Eine Sammelklage sei deshalb sinnvoller. Ein Sprecher von Goldman Sachs lehnte eine Stellungnahme ab.

Wie viele andere Banken steht Goldman Sachs im Verdacht, seinen Kunden in den Jahren vor der Finanzkrise 2008 bewusst falsch bewertete Hypothekenpapiere verkauft zu haben. Ähnlich wie zuvor schon JPMorgan und UBS hatte die Deutsche Bank vor Weihnachten den Rechtsstreit über den Verkauf fragwürdiger US-Hypothekenpapiere aus der Zeit von 2005 bis 2007 beigelegt und dafür eine hohe Geldstrafe akzeptiert.

Die Zahlung von 1,4 Milliarden Euro war der größte Vergleich in der Geschichte des deutschen Branchenprimus. Inzwischen steht der Verdacht im Raum, dass die Großbanken auch in den Jahren nach der Finanzkrise mit bewusst falsch bewerteten Hypothekenpapieren gehandelt haben.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/falsche-hypothekendeals-goldman-sachs-muss-sich-sammelklage-stellen/9377850.html

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26.11.2013

Goldman Sachs: Der Goldpreis wird dramatisch abstürzen

Der Preis von Gold soll Goldman-Bankern zufolge im kommenden Jahr weiter fallen. Die Investment-Bank hat offenbar großes Interesse an Gold-Zukäufen: Durch solche Prognosen soll der Preis nach unten getrieben werden, damit die Bank und die von ihr beratenen Kunden Gold zu günstigen Preisen nachkaufen können.

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Die Investmentbank Goldman Sachs sagt für 2014 einen „signifikanten Rückgang“ des Goldpreises voraus. Im laufenden Jahr hat das Edelmetall bereits 26 Prozent seit dem Höchststand im Januar verloren.

Der Goldbarren werde „mindestens“ um 15 Prozent fallen, sagte Goldman Sachs in einem Bericht, den CNBC zitiert. Der Preis einer Unze werde auf 1.057 US-Dollar sinken, das entspricht dem niedrigsten Stand seit dem Frühjahr 2010.

Der Goldpreis ist von der sich im Umlauf befindenden Geldmenge abhängig. Goldman sagt voraus, dass aufgrund der verbesserten Konjunkturdaten in den USA die Fed früher als erwartet damit beginnen werde, ihre exzessive Geldpolitik zu beenden.

Mit diesen Ankündigungen versucht Goldman offensichtlich, den Goldpreis weiter niedrig zu halten. Offenbar befindet sich die Bank hinter den Kulissen auf Einkaufstour und möchte zu günstigen Preise kaufen.

Vergangene Woche wurde bekannt, dass Goldman Sachs mit Venezuela einen milliardenschweren Deal eingegangen ist, indem Goldman sich das Staatsgold Venezuelas für 1,84 Milliarden Dollar für sieben Jahre gesichert hat (hier). Der Deal mit Venezuela erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem an der Goldbörse ein massiver Abverkauf stattfand (hier). Der Handel wurde sogar für kurze Zeit gestoppt, um größere Abstürze zu verhindern.

Das gibt Goldman Sachs die Möglichkeit, den Preis weiter zu ihren Gunsten zu gestalten. Erst vor einigen Tagen wurde bekannt, dass die britische Aufsicht Manipulationen im Gold-Markt auf der Spur ist (hier).

Allerdings ist die Nachfrage aus China, Indien und der Türkei unverändert stark. Der weltweit größte Markt für Juwelierwaren könne den Goldpreis bis zum Ende des kommenden Jahres auch auf 1.450 Dollar treiben, sagte Victor Thianpiriya, Warenanalyst der Australia and New Zealand Banking Group (ANZ).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/11/26/goldman-sachs-der-goldpreis-wird-dramatisch-abstuerzen/

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21.11.2013

Goldman Sachs verzockt eine Milliarde Dollar

Die US-Großbank Goldman Sachs hat im dritten Quartal mehr als eine Milliarde Dollar mit Währungsgeschäften verloren.

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Das geht aus Mitteilungen an die US-Wertpapieraufsicht SEC sowie die Notenbank Fed hervor. Die weltgrößte Investmentbank hatte bei der Veröffentlichung der Bilanz für das dritte Quartal zwar von Problemen im Devisengeschäft gesprochen, Details wurden allerdings nicht genannt.

New York. Wie aus den Dokumenten hervorgeht, waren Devisen der einzige Verlustbringer im Handel. Insgesamt summierten sich die Einnahmen im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen auf 1,3 Milliarden Dollar – so wenig wie seit dem Höhepunkt der Finanzkrise vor fünf Jahren nicht mehr.
Zwei Insider sagten, die Währungsprobleme gingen vor allem auf die Positionierung in Schwellenländern zurück – die dortigen Währungen hatten teils deutlich an Wert verloren. Zudem habe Goldman mit einem frühereren Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes in den USA gerechnet. Spekulationen hierüber hatten in den vergangenen Monaten für eine Berg- und Talfahrt der Kurse an den Anleihe- und Devisenmärkten gesorgt. Ein Sprecher der Bank wollte sich dazu nicht äußern.

http://www.format.at/articles/1347/935/369714/goldman-sachs-milliarde-dollar

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20.11.2013

Goldman Sachs holt sich 45 Tonnen Gold aus Venezuela

Laut einem aktuellen Medienbericht ist die Zentralbank von Venezuela gezwungen, Gold im Rahmen eines Swap-Deals an Goldman Sachs zu verleihen, um an Dollar-Liquidität zu gelangen.

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Goldman Sachs und die Zentralbank von Venezuela (BCV) haben einen spektakulären Gold-Swap-Deal vereinbart. Das berichtet die Tageszeitung El Nacional. Mit dem Tauschgeschäft will die BCV angeblich einen Liquiditätsengpass überbrücken. Der Deal sieht vor, dass die Zentralbank für einen Zeitraum von sieben Jahren 1,45 Millionen Unzen Gold (45 Tonnen) an Goldman Sachs verleiht. Im Gegenzug erhält man US-Dollar von der US-Investmentbank.

Der Wert des Goldes beträgt zu aktuellen Preisen rund 1,84 Milliarden US-Dollar. Das Gold soll dem Medienbericht zufolge bei der Bank of England hinterlegt und dann an Goldman Sachs geliefert werden.

Über die Vertragskonditionen wird folgendes berichtet: Neben der Dollar-Kompensation ist ein Zinsabkommen an das Geschäft gekoppelt, das Venezuela 8 Prozent Zinsen einbringen soll. Allerdings habe sich Goldman Sachs gleichzeitig abgesichert und einen Puffer von 10 Prozent auf den Goldwert eingebaut, sollte der Preis des Edelmetalls noch einmal deutlich nachgeben.

Die Zentralbank Venezuelas verfügte zuletzt angeblich nur noch über 1,2 Milliarden US-Dollar an Reserven, was lediglich für zehn Tage Importtage ausreiche, erklärt ein Ökonom namens Jose Guerra gegenüber El National.

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat die Bonität Venezuelas im vergangenen Juni auf B reduziert. Definitionsgemäß handelt es sich bei Staatspapieren Venezuelas damit um eine “hochspekulative Anlage”.

Der im vergangenen März verstorbene, ehemalige Staatspräsident Hugo Chávez hatte 2011 die hei8mische Goldindustrie verstaatlicht und insgesamt 211 Tonnen im Ausland gelagertes Gold ins Heimatland zurückgeholt (Venezuela: Gold eingetroffen – Souveränität gewonnen). Ein Teil dieses Goldes landet nun wieder im Ausland.

Laut aktuellen Daten des World Gold Coucil besaß Venezuela Ende Oktober 367,6 Tonnen Gold. Der Goldanteil an den gesamten Reserven betrug demnach 69,8 Prozent.

Zentrale Frage für Goldanalysten: Was tut Goldman Sachs mit dem Gold, das die Bank erst im Oktober 2020 offiziell wieder an Venezuela zurückgeben muss? Am Markt verkaufen, um den Goldpreis weiter zu drücken? Oder gleicht die Bank damit Rückstände aus eigenen Lieferverpflichtungen aus?

http://www.goldreporter.de/goldman-sachs-holt-sich-45-tonnen-gold-aus-venezuela/gold/37636/

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07.11.2013

Manipulation am Devisenmarkt

Goldman Sachs gerät ins Visier der Ermittler

Nach Citigroup, JP Morgan und Barclays ermitteln die Behörden nun auch gegen Goldman Sachs wegen möglicher Manipulation von Devisenkursen. Händler der Banken sollen sich abgesprochen haben. Der Skandal weitet sich aus.

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Gegen Goldman Sachs sind Untersuchungen wegen möglicher Manipulationen von Devisenkursen im Gange. Das meldete das Unternehmen am Donnerstag in einer Pflichtmitteilung aus New York. Die Liste von Finanzprodukten und damit verbundenen Aktivitäten, die Gegenstand der Untersuchungen sind, sei um Devisen und Rohstoffe ergänzt worden; auch Optionshandel sowie technische Systeme und Kontrollen seien auf die Liste aufgenommen worden, so die Mitteilung.

Die Ermittler untersuchten beim Unternehmen die „Handelsaktivitäten und die Kommunikation im Zusammenhang mit der Festsetzung von Benchmarksätzen“, so Goldman Sachs. Die Firma „kooperiert mit allen solchen regulatorischen Untersuchungen und Prüfungen“, hieß es weiter.

Mindestens acht Banken, darunter Citigroup und JP Morgan, haben erklärt, dass sie Ziel behördlicher Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Devisenmarkt seien und dass sie mit den Behörden kooperierten. Citigroup, JP Morgan und Barclays haben im Zusammenhang mit der Untersuchung einige ihrer hochrangigsten Devisenhändler suspendiert oder beurlaubt. Keinem wurde bislang jedoch Fehlverhalten vorgeworfen.

Die US-Notenbank Federal Reserve überprüfe rechtliche und regulatorische Ausnahmen, die es Banken wie Goldman Sachs erlaubt haben, Rohstoffe wie Öl, Kohle und Metalle zu handeln und zu besitzen, sagte eine informierte Person im Oktober.

Bloomberg News berichtete im Juni, dass Devisenhändler aus der Branche erklärt hatten, sie hätten mittels Chats Informationen über ihre Positionen ausgetauscht, ihre eigenen Transaktionen vor den Aufträgen ihrer Kunden ausgeführt und versucht, die WM/Reuters-Sätze zu manipulieren, indem sie Transaktionen vor dem und während des 60-Sekunden-Fensters durchführten, in dem die Benchmarks festgelegt werden.

Die WM/Reuters-Sätze legen fest, wieviel Pensionsfonds und Vermögensverwalter für ihre Devisen zahlen, und sie werden von Indexanbietern wie FTSE Group oder MSCI verwendet, um die täglichen Werte ihrer Indizes zu berechnen, die mehrere Währungen umfassen. Auch kleine Bewegungen können den Wert von Anlagegeldern, unter anderem auf Pensions- oder Sparkonten, die weltweite Indizes nachbilden, verändern.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/manipulation-am-devisenmarkt-goldman-sachs-geraet-ins-visier-der-ermittler/9043658.html

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15.10.2013

Goldman Sachs schlägt wieder zu

Man kann es auch die Rache der “Gold-Bären“ nennen. Jeffrey Currie, Chef-Analyst für Rohstoffe bei Goldman Sachs, dessen Name bei allen Gold-Bugs Angst und Schrecken auslöst, hat eine weitere pessimistische Prognose für den Goldpreis abgegeben.
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Letzte Woche sagte Mr. Currie, Gold sei eine “todsichere“ Verkaufsposition (slam dunk sell), denn er erwarte, dass die US-Wirtschaft ihre Erholung mit neuer Kraft fortsetzen werde, wenn der Kongress die Schuldenobergrenze erhöht hat. Als Curries Aussagen in der Medienwelt Wiederhall fanden, sank prompt der Goldpreis, wie auf Knopfdruck; Gold scheint in der Tat auf dem Weg zu einer neuen Abwärtsbewegung.

Goldmans Kursziel für den Goldpreis im nächsten Jahr wurde auf 1.050 $/ oz korrigiert. “Sobald wir den Stillstand in Washington hinter uns haben, sind Edelmetalle, vom derzeitigen Standpunkt aus, eine todsichere Verkaufsposition.”, so Currie. “Man muss bedenken, dass QE-Kürzungen, im Rahmen einer kräftigen Erholung in den USA, Druck auf die Goldpreise ausüben werden.”

Currie und Ric Deverell, Chef der Abteilung Commodity Research der Credit Suisse AG, sagten auf der Commodities-Week-Konferenz am 8.Oktober in London, dass Goldverkäufe ihre Top-Empfehlung im Rohstoff-Trading für nächstes Jahr seien. „Den Bus direkt an die Klippen zu fahren, ist so riskant, dass wir hier eine Lösung sehen werden.“, meinte Currie.

Goldman Sachs und Credit Suisse erhalten in ihrem negativen Gold-Ausblick für 2014 Unterstützung durch Morgan Stanley; die Bank ließ am 10.Oktober verlauten, sie gehe von weiteren Verlusten beim gelben Metall aus, sobald die Federal Reserve ihre QE 3-Stimulus-Politik einschränke. “An diesem Punkt im Zyklus empfehlen wir, vom Gold Abstand zu nehmen.”, sagte Joel Crane, Analyst bei Morgan Stanley, Angaben von Bloomberg zufolge.

”Unser Prognoseprofil bis in nächste Jahr hinein ist relativ niedrig, vor dem Erwartungshorizont steigender realer Zinssätze und des Dollars.”, sagte Crane gegenüber Bloomberg. Morgan Stanley prognostizierte zudem, dass Gold bis 2018 jedes Jahr im Durchschnitt tiefer abschneiden werde.

Die negativen Einschätzungen der Investmentbanken bezüglich Gold lassen sich in zwei Richtungen interpretieren. Auf der einen Seite können die Banken falsch liegen, wenn zu viele von ihnen auf den Zug aufgesprungen sind, wie wir schon mindestens zweimal in diesem Jahr beobachten konnten. Das fällt unter das Prinzip der Markt-Nonkonformisten, dem zufolge die Massen an wichtigen Marktpunkten falsch liegen (und das betrifft manchmal auch große Finanzinstitutionen).

Wie aber auch schon zu sehen war, können führende institutionelle Banken mit ihren Goldprognosen richtig liegen, wenn das Metall schwer anfällig für politische Entscheidungen ist – besonders dann, wenn der technische Trend nach unten zeigt. Aktuell scheint das auch wieder der Fall zu sein; und ich bin nicht unüberzeugt, dass Analysten wie Currie und Deverell absichtlich solche kritischen Phasen abwarten, um ihre negativen Prognosen an die große Glocke zu hängen. Interessant ist auch, dass weit und breit nichts von diesen Analysten zu sehen und hören ist, wenn Gold sich in einem Aufwärtstrend befindet; erst wenn sich ein Abwärtstrend fest etabliert hat und Gold sich in der Nähe einer entscheidenden technischen Chart-Unterstützung befindet (und ein Einbruch darunter droht), kommen sie mit ihren negativen Ankündigungen aus der Versenkung hervor.

Einige könnten meinen, dass es sich hierbei eher um Agenda-Setzung von oben handelt, als um akkurate Prognose. Was immer auch zutrifft, die Analysten haben den Trend auf ihrer Seite und Trader sollten vorsichtig sein, deren Analysen als falsch abzutun. Der Goldkurs (auf Basis der Dezember-Futures) befindet sich weiterhin unter seinem 15-Tage-Durchschnitt (siehe oben), und das sagt uns, dass der zwischenzeitliche Trend immer noch nach unten zeigt. Solange dieser Abwärtstrend nicht mit Entschiedenheit durchbrochen wird, solange dürften die Verkäufer die Kontrolle behalten.

http://goldseiten.de/artikel/185240–Goldman-Sachs-schlaegt-wieder-zu.html

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11.10.2013

N.Y. Fed Fires Examiner Who Took On Goldman Sachs: ProPublica

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A version of this story was co-published by ProPublica with The Washington Post.

In the spring of 2012, a senior examiner with the Federal Reserve Bank of New York determined that Goldman Sachs had a problem.

Under a Fed mandate, the investment banking behemoth was expected to have a company-wide policy to address conflicts of interest in how its phalanxes of dealmakers handled clients. Although Goldman had a patchwork of policies, the examiner concluded that they fell short of the Fed’s requirements.

That finding by the examiner, Carmen Segarra, potentially had serious implications for Goldman, which was already under fire for advising clients on both sides of several multibillion-dollar deals and allegedly putting the bank’s own interests above those of its customers. It could have led to closer scrutiny of Goldman by regulators or changes to its business practices.

Before she could formalize her findings, Segarra said, the senior New York Fed official who oversees Goldman pressured her to change them. When she refused, Segarra said she was called to a meeting where her bosses told her they no longer trusted her judgment. Her phone was confiscated, and security officers marched her out of the Fed’s fortress-like building in lower Manhattan, just 7 months after being hired.

„They wanted me to falsify my findings,“ Segarra said in a recent interview, „and when I wouldn’t, they fired me.“

Today, Segarra filed a wrongful termination lawsuit against the New York Fed in federal court in Manhattan seeking reinstatement and damages. The case provides a detailed look at a key aspect of the post-2008 financial reforms: The work of Fed bank examiners sent to scrutinize the nation’s „Too Big to Fail“ institutions.

In hours of interviews with ProPublica, the 41-year-old lawyer gave a detailed account of the events that preceded her dismissal and provided numerous documents, meeting minutes and contemporaneous notes that support her claims. Rarely do outsiders get such a candid view of the Fed’s internal operations.

Segarra is an expert in legal and regulatory compliance whose previous work included jobs at Citigroup and the French bank Société Générale. She was part of a wave of new examiners hired by the New York Fed to monitor systemically important banks after passage in July 2010 of the Dodd-Frank regulatory overhaul, which gave the Fed new oversight responsibilities.

Goldman is known for having close ties with the New York Fed, its primary regulator. The current president of the New York Fed, William Dudley, is a former Goldman partner. One of his New York Fed predecessors, E. Gerald Corrigan, is currently a top executive at Goldman. At the time of Segarra’s firing, Stephen Friedman, a former chairman of the New York Fed, was head of the risk committee for Goldman’s board of directors.

In an email, spokesman Jack Gutt said the New York Fed could not respond to detailed questions out of privacy considerations and because supervisory matters are confidential. Gutt said the Fed provides „multiple venues and layers of recourse for employees to freely express concerns about the institutions it supervises.“

„Such concerns are treated seriously and investigated appropriately with a high degree of independence,“ he said. „Personnel decisions at the New York Fed are based exclusively on individual job performance and are subject to thorough review. We categorically reject any suggestions to the contrary.“

Dudley would not have been involved in the firing, although he might have been informed after the fact, according to a Fed spokesman.

Goldman also declined to respond to detailed questions about Segarra. A spokesman said the bank cannot discuss confidential supervisory matters. He said Goldman „has a comprehensive approach to addressing conflicts through firm-wide and divisional policies and infrastructure“ and pointed to a bank document that says Goldman took recent steps to improve management of conflicts.

Segarra’s termination has not been made public before now. She was specifically assigned to assess Goldman’s conflict-of-interest policies and took a close look at several deals, including a 2012 merger between two energy companies: El Paso Corp. and Kinder Morgan. Goldman had a $4 billion stake in Kinder Morgan while also advising El Paso on the $23 billion deal.

Segarra said she discovered previously unreported deficiencies in Goldman’s efforts to deal with its conflicts, which were also criticized by the judge presiding over a shareholder lawsuit concerning the merger.

Her lawsuit also alleges that she uncovered evidence that Goldman falsely claimed that the New York Fed had signed off on a transaction with Santander, the Spanish bank, when it had not. A supervisor ordered her not to discuss the Santander matter, the lawsuit says, allegedly telling Segarra it was „for your protection.“

Eyes Like Saucers‘

The New York Fed is one of 12 regional quasi-private reserve banks. By virtue of its location, it supervises some of the nation’s most complex and important financial institutions. After the 2008 financial crisis, disparate voices pointed to failures of enforcement by the New York Fed as a key reason banks took on too much risk.

Even Fed officials acknowledged shortcomings. After Dodd-Frank, new examiners like Segarra, called „risk specialists,“ were hired for their expertise. They were in addition to other Fed staffers, dubbed „business line specialists,“ some of whom were already embedded at the banks.

Segarra believed she had found the perfect home when she joined the New York Fed’s legal and compliance risk specialist team in October 2011. It was a prestigious job, insulated from business cycles, where she could do her part to prevent another financial meltdown. Her skills, honed at Harvard, Cornell Law School and the banks where she had worked, consisted of helping to create the policies and procedures needed to meet government financial regulations.

As part of their first assignment, Fed officials told Segarra’s group of risk specialists to examine how the banks in which they were stationed complied with a Fed Supervision and Regulation Letter issued in 2008.

The letter, known as SR 08-08, emphasizes the importance of having company-wide programs to manage risks at firms like Goldman, which engage in diverse lines of business, from private wealth management and trading to mergers and acquisitions. The programs are supposed to be monitored and tested by bank compliance employees to make sure they are working as intended.

„The Fed recognized that financial conglomerates should act like truly combined entities rather than separate divisions or entities where one group has no idea what the other group is doing,“ said Christopher Laursen, an economic consultant and former Federal Reserve employee who helped draft the supervisory letter.

In 2009, a review by the Fed had found problems with its efforts to ensure that banks followed the policy, which also says that bank compliance staffers must „be appropriately independent of the business lines“ they oversee.

Segarra’s team included examiners placed at nine other „Too Big to Fail“ banks, including Citigroup, JPMorgan Chase, Deutsche Bank and Barclays.

Segarra said her bosses told her to focus on Goldman’s conflict-of-interest policies. The firm had long been famous for trying to corral business from every part of the deals it worked on. „If you have a conflict, we have an interest,“ is an oft-told joke on Wall Street about the firm’s approach.

The year before Segarra joined the Fed, for instance, Goldman had received a drubbing from the Securities and Exchange Commission and a Senate subcommittee over conflicts related to Abacus, a mortgage transaction the bank constructed. The SEC imposed a $550 million fine on the bank for the deal. A January 2011 Goldman report concluded that the firm should „review and update conflicts-related policies and procedures, as appropriate.“

Initial meetings between the New York Fed and Goldman executives to review the bank’s policies did not go well, said Segarra, who kept detailed minutes.

When the examiners asked in November 2011 to see the conflict-of-interest policy, they were told one didn’t exist, according to the minutes. „It’s probably more than one document — there is no one policy per se,“ the minutes recount one Goldman executive as saying.

The discussion turned to the name of the group that oversaw conflicts at Goldman: „Business Selection and Conflicts Resolution Group.“ Segarra’s supervisor, Johnathon Kim, asked if business selection and conflicts were, in fact, two different groups. He was told they were not, the minutes show.

Goldman officials stated that the bank did not have a company-wide conflict-of-interest program, Segarra’s minutes show. Moreover, the head of the business selection and conflicts group, Gwen Libstag, who is not a lawyer, said in a subsequent meeting on Dec. 8 that she did not consider what her staff did a „legal and compliance function,“ according to Segarra’s minutes.

„That’s why it’s called business selection,“ another Goldman executive added. „They do both.“

Given the Fed’s requirements, the regulators were stunned, Segarra recounted in an interview. „Our eyes were open like saucers,“ she said. „Business selection is about how you get the deal done. Conflicts of interest acknowledge that there are deals you cannot do.“

After the Dec. 8 meeting, the New York Fed’s senior supervising officer at Goldman, Michael Silva, called an impromptu session with Fed staffers, including Segarra. Silva said he was worried that Goldman was not managing conflicts well and that if the extent of the problem became public, clients might abandon the firm and cause serious financial damage, according to Segarra’s contemporaneous notes.

A Chinese Wall In Their Heads

As part of her examination, Segarra began making document requests. The goal was to determine what policies Goldman had in place and to see how they functioned in Kinder Morgan’s acquisition of El Paso. The merger was in the news after some El Paso shareholders filed a lawsuit claiming they weren’t getting a fair deal.

Although Segarra reported directly to Kim, she also had to keep Silva abreast of her examinations. Silva, who is also a lawyer, had been at the Fed for 20 years and previously had served as a senior vice president and chief of staff for Timothy Geithner while he was New York Fed president. As a senior vice president and senior supervisor, Silva outranked Kim in the Fed hierarchy.

Segarra said James Bergin, then head of the New York Fed’s legal and compliance examiners, noted at a November meeting that there was tension between the new risk specialists and old-guard supervisors at the banks. Segarra said the tension surfaced when she was approached in late December by a Fed business line specialist for Goldman, who wanted to change Segarra’s Dec. 8 meeting minutes.

Segarra told her Fed colleague that she could send any changes to her. When Segarra next met with her fellow risk specialists, she said she told them what had transpired. They told her that nobody should be allowed to change her meeting minutes because they were the evidence for her examination.

Around that time, Silva had a meeting with Segarra, she said. According to her notes, Silva warned her that sometimes new examiners didn’t recognize how they are perceived and that those who are taken most seriously are the most quiet. Segarra took it as more evidence of tension between the two groups of regulators.

Bergin, Silva and Kim did not respond to requests for comment.

By mid-March 2012, Goldman had given Segarra and a fellow examiner from the New York State Banking Department documents and written answers to their detailed questions. Much of the material concerned the El Paso-Kinder Morgan deal.

Segarra and other examiners had been pressing Goldman for details about the merger for months. But it was from news reports about the shareholder lawsuit that they learned the lead Goldman banker representing El Paso, Steve Daniel, also had a $340,000 personal investment in Kinder Morgan, Segarra said.

Delaware Chancery Court Judge Leo Strine had issued a 34-page opinion in the case, which eventually settled. The opinion castigated both El Paso’s leadership and Goldman for their poor handling of multiple conflicts of interest.

At the New York Fed, Goldman told the regulators that its conflict-of-interest procedures had worked well on the deal. Executives said they had „exhaustively“ briefed the El Paso board of directors about Goldman’s conflicts, according to Segarra’s meeting minutes.

Yet when Segarra asked to see all board presentations involving conflicts of interest and the merger, Goldman responded that its Business Selection and Conflict Resolution Group „as a general matter“ did not confer with Goldman’s board. The bank’s responses to her document requests offered no information from presentations to the El Paso board discussing conflicts, even though lawsuit filings indicate such discussions occurred.

Goldman did provide documents detailing how it had divided its El Paso and Kinder Morgan bankers into „red and blue teams.“ These teams were told they could not communicate with each other — what the industry calls a „Chinese Wall“ — to prevent sharing information that could unduly benefit one party.

Segarra said Goldman seating charts showed that that in one case, opposing team members had adjacent offices. She also determined that three of the El Paso team members had previously worked for Kinder Morgan in key areas.

„They would have needed a Chinese Wall in their head,“ Segarra said.

Pressure To Change Findings

According to Segarra’s lawsuit, Goldman executives acknowledged on multiple occasions that the bank did not have a firm-wide conflict-of-interest policy.

Instead, they provided copies of policies and procedures for some of the bank’s divisions. For those that did not have a division-wide policy, such as the investment management division, they offered what was available. The policy for the private banking group stated that employees shouldn’t write down their conflicts in „emails or written communications.“

„Don’t put that in an email in case we get caught?“ Segarra said in an interview. „That’s a joke.“

Segarra said all the policies were missing components required by the Fed.

On March 21, 2012, Segarra presented her conclusion that Goldman lacked an acceptable conflict-of-interest policy to her group of risk specialists from the other „Too Big to Fail“ banks. They agreed with her findings, according to Segarra and another examiner who was present and has requested anonymity.

Segarra’s group discussed possible sanctions against the bank, but the final decision was up to their bosses. A summary sheet from the meeting recommended downgrading Goldman from „satisfactory“ to „fair“ for its policies and procedures, the equivalent of a „C“ in a letter grade.

A week later, Segarra presented her findings to Silva and his deputy, Michael Koh, and they didn’t object, she said. Reached by ProPublica, Koh declined to comment.

In April, Goldman assembled some of its senior executives for a meeting with regulators to discuss issues raised by documents it had provided. Segarra said she asked Silva to invite officials from the SEC, because of what she had learned about the El Paso-Kinder Morgan merger, which was awaiting approval by other government agencies.

Segarra said she and a fellow examiner from New York state’s banking department had prepared 65 questions. But before the meeting, Silva told her she could only ask questions that did not concern the El Paso-Kinder Morgan merger, she said.

Nonetheless, SEC officials brought it up. Goldman executives said they had no process to check the personal holdings of bankers like Steve Daniel for possible conflicts, according to notes Segarra took at the time. Asked by Segarra for Goldman’s definition of „conflicts,“ the bank’s general counsel, Greg Palm, responded that it could be found in the dictionary, she said.

„What they should have is an easy A-B-C approach to how to manage conflicts,“ Segarra said. „But they couldn’t even articulate what was a conflict of interest.“

Goldman declined a request to make Palm available for comment.

As the Goldman examination moved up the Fed’s supervisory chain, Segarra said she began to get pushback. According to her lawsuit, a colleague told Segarra in May that Silva was considering taking the position that Goldman had an acceptable firm-wide conflict-of-interest policy.

Segarra quickly sent an email to her bosses reminding them that wasn’t the case and that her team of risk specialists was preparing enforcement recommendations.

In response, Kim sent an email saying Segarra was trying to „front-run the supervisory process.“ Two days later, a longer email arrived from Silva, stating that „repeated statements that you have made to me that [Goldman] does not have a [conflict-of-interest] policy AT ALL are debatable at best, or alternatively, plainly incorrect.“

As evidence, Silva cited the 2011 Goldman report that called for a revamp of its conflict-of-interest procedures, as well as the company’s code of conduct — neither of which Segarra believed met the Fed’s requirements.

While not commenting on Goldman’s situation, Laursen, the consultant who helped draft the Fed policy, said the idea is to police conflicts across divisions. „It would need to be a high-level or firm-wide policy,“ he said, that „would identify the types of things that should not occur and the processes and monitoring that make sure they don’t.“

In its email to ProPublica, Goldman cited a May report from its Business Standards Committee that says the company completed an overhaul of its business practices earlier this year that included new policies and training for managing conflicts.

Before Segarra could respond to Silva’s email, Koh summoned her to a meeting. For more than 30 minutes, he and Silva insistently repeated that they did not agree with her findings concerning Goldman, she said.

Segarra detailed all the evidence that supported her conclusion, she said. She offered to participate in a wider meeting with New York Fed personnel to discuss it further. Because Fed officials would ultimately have to ratify her conclusions, she let them know she understood that her findings were subject to change.

Silva and his deputy did not engage with her arguments during the meeting. Instead, they kept reiterating that she was wrong and should change her conclusions, she said.

Afterward, Segarra said she sent an email to Silva detailing why she believed her findings were correct and stating that she could not change them. There was just too much evidence to the contrary, she said in an interview.

Three business days later, Segarra was fired.

Segarra has no evidence that Goldman was involved. Silva told her that the Fed had lost confidence in her ability to follow directions and not jump to conclusions.

Today, Segarra works at another financial institution at a lower level than she feels her qualifications merit. She worries about the New York Fed’s ability to stop the next financial crisis.

„I was just documenting what Goldman was doing,“ she said. „If I was not able to push through something that obvious, the Federal Reserve Bank of New York certainly won’t be capable of supervising banks when even more serious issues arise.“

ProPublica research director Liz Day contributed to this story.

http://www.huffingtonpost.com/2013/10/10/ny-fed-fires_n_4080373.html

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08.10.2013

Ex-Weltbankchef Zoellick kehrt zu Goldman Sachs zurück

Goldman Sachs ist für sein Netzwerk bekannt. Viele wichtige Posten in Politik und Wirtschaft haben ehemalige Goldman-Banker inne. Nun kehrt einer zur Investmentbank zurück – mit vielen wertvollen Informationen.

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Der ehemalige Weltbank-Chef Robert Zoellick heuert wieder bei Goldman Sachs an. Die US-Investmentbank teilte am Montag mit, Zoellick werde Vorsitzender des internationalen Berater-Direktoriums. Das Gremium sondiere für Goldman-Kunden weltweit Geschäfts- und Investitionsmöglichkeiten.

Bevor Zoellick 2007 die Führung der Weltbank übernahm, war er bei Goldman als stellvertretender Chef für den internationalen Bereich tätig. US-Präsident Barack Obama hatte sich zum Ende von Zoellicks Amtszeit an der Spitze der Weltbank 2012 gegen eine erneute Nominierung des heute 60-Jährigen entschieden. Auf ihn folgte Jim Young Kim.

Goldman Sachs ist berühmt und berüchtigt dafür, dass Mitarbeiter in hohe Posten in Politik und Wirtschaft wechseln. Beispiele neben Zoellick sind:

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank

Paul Achleitner, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank

Henry „Hank“ Paulson, US-Finanzminister (2006-2009)

Mario Monti, Premierminister von Italien (2011-2013)

Romano Prodi, Premierminister von Italien (1996-1998, 2006-2008) und Präsident der europäischen Kommission (1999-2004)

 – António Borges, Europadirektor des IWF (2010-2011) und Berater der portugiesischen Regierung

Otmar Issing, Chefökonom der Europäischen Zentralbank, von Angela Merkel Krisenjahr 2008 zum Vorsitzenden der Expertengruppe „Neue Finanzarchitektur“ berufen.

http://www.focus.de/finanzen/news/rueckkehr-zu-goldman-sachs-zoellick-wird-vorsitzender-im-berater-direktorium_aid_1123660.html

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09.09.2013

Der Gold(-man) Bluff oder wie eine Bank die Welt regiert

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Zu Beginn der Finanzkrise im Jahr 2007 wurde erstmals bekannt, dass Goldman Sachs gegen die eigenen Kunden wettete und somit viele Anleger ins Verderben stürzte. Damals  kamen die dubiosen Goldman Sachs Aktivitäten erstmals durch den Abacus-Skandal ans Licht der Öffentlichkeit. Bei Abacus handelte es sich um riskante Hypothekendarlehen, die Goldman Sachs bündelte und an ihre Kunden weiterverkaufte. Dieses Höchstrisikoprodukt wurde mit der Wertung AAA eingestuft, als sicherstes Investment. Der Skandal bestand darin, dass sie selbst auf den Verfall der Papiere und damit  gegen die Interessen der eigenen Kunden spekulierte. Ein halbes Jahr später kam es zu Masseninsolvenzen der amerikanischen Hausbesitzer und Abacus stürzte ab. Dies hatte zur Folge, dass die Goldman-Sachs-Kunden ihre Investitionen verloren. (Aus dem Bestseller: Die Jahrhundertlüge, die nur Insider kennen http://www.macht-steuert-wissen.de/shop/index.php)

 Mehr noch, in demselben Jahr war die Bank so dreist, hochspekulative Geschäfte mit der Zahlungsunfähigkeit der amerikanischen Haushalte zu machen.

Nachdem sich allmählich die Wogen um die skandalösen Geschäftsgebaren von Goldman-Sachs geglättet hatten, legt man wieder gesteigerten Wert auf die Kauf- oder Verkaufsempfehlung der „Profi-Investmentbanker“. Der Goldpreis wurde von Seiten der Politik, Medien und diverser Großbanken heruntergeredet, so dass Gold als Geldanlage unrentabel wurde, was in den letzten Monaten am Goldpreis zu erkennen war. Besonders hervorgetan hat sich dabei: Goldman-Sachs. Sie rieten ihren Kunden dringlichst vom Goldinvestment ab und empfahlen ihnen viel mehr, ihre Edelmetalldepots zu verkaufen. Als Ersatzinvestition riet man zum Kauf von amerikanischen Staatsanleihen, welche die Bank, ganz durch Zufall, kurz zuvor abgestoßen hatte. Goldman Sachs war natürlich pünktlich zum Einbruch des Goldpreises zur Stelle, um dann einen Großteil der Goldinvestitionen zeitgleich tätigen zu können.

Die Zahlen aus dem zweiten Quartal belegen eindeutig, dass sie erneut gegen den Markt gewettet haben. Von April bis Juni 2013 hat Goldman Sachs in so viel Gold investiert, wie nie zuvor. Sie kauften ca. 3,7 Millionen Anteile, wie Zero Hedge berichtete, so viel, wie kein anderer Marktteilnehmer. Dass Goldman Sachs seine Leute in höchsten politischen Ämtern platziert, ist inzwischen allgemein bekannt (siehe ZDF-Doku: Eine Bank regiert die Welt.) und sehr schön an den Ereignissen um die Fastpleite des US-Versicherer AIG zu sehen. Wäre nämlich AIG zusammengebrochen, hätten sie umgerechnet ca. 10 Milliarden Euro verloren.

Das entspricht genau dem, von keinem geringeren als dem ehemaligen Chef von Goldman Sachs, Hank Paulson, persönlich gebilligten Kredit für AIG. Dieser führte in seiner Funktion als Finanzminister unter George W. Bush geheime Verhandlungen mit seiner ehemals rechten Hand, Lloyd C. Blankfein. Blankfein, selbst inzwischen Vorstandschef von Goldman Sachs, und Finanzminister Hank Paulson entschieden sich, AIG zu retten. Jetzt übernahm die Regierung, sprich der Steuerzahler, die Schulden und tilgte sie. Ohne einen Verlust zu machen, bekam Goldman Sachs seine umgerechnet ca. 10 Milliarden Euro zurück.

Dieses Vorgehen erinnert sehr stark an die durch die EU-Länder aufgebrachten Steuergelder, allen voran Deutschland, die im Euroraum über den EFSF und den ESM in die krisengeschüttelten Länder fließen und letztendlich nur den Banken zu Gute kommen.

Die ehemaligen Führungskräfte von Goldman Sachs, die mitverantwortlich sind für die schlimmsten Exzesse in der Finanzwelt, sollen jetzt als Politiker die Finanzkrise lösen. Hierzu erlegen sie ihren Bevölkerungen beispielslose Sparprogramme auf, die angeblich unvermeidlich sein sollen. Die Frage sei erlaubt, ob sie wirklich die Richtigen zur Lösung der Krise sind oder ob hier eher die Brandstifter geholt wurden, die jetzt als Feuerlöscher agieren sollen.

Insider, die seit Jahren die Aktivitäten von Goldman Sachs beobachten, wissen, dass diese Bank immer genau das Gegenteil von dem unternimmt, was sie ihren eigenen Kunden raten. So können Sie auch daraus ihre Schlüsse für Ihre eigenen zukünftigen Anlageentscheidungen ziehen.

Beste Grüße

Heiko Schrang
Aus: „Die Jahrhundertlüge, die nur Insider kennen“, Kapitel: Die Goldman Sachs Verschwörung.
http://www.macht-steuert-wissen.de/shop/index.php – Bestseller bei Amazon und im Kopp Verlag. Jetzt als E-Book erhältlich.

http://www.wallstreet-online.de/nachricht/6323241-2013-gold-man-bluff-bank-welt-regiert

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02.09.2013

Goldman Sachs: Wetten gegen den Markt und die eigenen Kunden

Wenn es um Profite geht, scheint das Management von Goldman Sachs keine Skrupel zu kennen. Auch dann nicht, wenn dabei die eigenen Kunden übervorteilt werden. Egal, ob es sich vor einigen Jahren um die US-Immobilienblase handelte, oder jetzt eben Gold und US-Staatsanleihen.

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Hierbei stellt sich die Frage: Wenn eigentlich ohnehin alle Welt weiß, dass die „mächtigste Bank der Welt“ kein Problem damit hat, für den eigenen Profit sogar den eigenen Kunden zweifelhafte Empfehlungen zu geben – warum schenkt man dann den Analysen der meistkritisierten Bank der Welt überhaupt noch Beachtung?

Das falsche Spiel mit Gold und Staatsanleihen

Das investigative Portal Zero Hedge berichtet davon, dass die US-Bank Goldman Sachs entgegen der eigenen Empfehlungen handelte. Noch im April tönte aus der Konzernzentrale, dass man das „barbarische Relikt“ (Gold) verkaufen, und stattdessen US-Staatsanleihen kaufen solle. Natürlich folgten unzählige Anleger dem Rat. Angefeuert von der Wirtschafts- und Finanzpresse, welche die Empfehlungen der Analysten ohne zu hinterfragen übernahmen.

Hinsichtlich der Empfehlungen der Goldman Sachs Analysten sollte man wohl eher an die ersten vier Buchstaben der Berufsbezeichnung denken. Denn viel mehr als das was da rauskommt, scheinen diese Anal-ysen auch nicht Wert zu sein. Denn während die Anleger dem Ruf der gehorsamen Presse folgten, verkaufte Goldman Sachs fleißig US-Staatsanleihen – und kaufte dafür Gold!

Erinnerung an 2010

Schon vor einigen Jahren ermittelte die US-Börsenaufsicht „SEC“ gegen Goldman Sachs. Damals ging es um die umstrittenen Geschäfte mit den Ramschpapieren der US-Hypothekenkrise. Goldman Sachs verkaufte Papiere, mit denen die auf die Wertentwicklung von Anleihen gewettet wurde, die durch Ramsch-Hypotheken gedeckt waren. Ein Hedgefonds unter der Führung von John Paulson soll bei der Strukturierung dieses Papiers erst mitgearbeitet und anschließend auf dessen Kollaps – und somit gegen die eigenen Kunden – gewettet haben.

Bestraft für die Vorgänge rund um die amerikanische Immobilienkrise wurde schlussendlich ein einzelner Goldman-Sachs-Banker: Fabrice Tourre, auch bekannt unter dem Spitznamen „Fabolous Fab„. Ein Bauernopfer, welches das mächtige Bankhaus bringen musste um die empörten Massen zu beruhigen.

Wer sich ein umfassenderes Bild dieses Bankhauses machen will, welches auch in Rohstoffskandale verwickelt ist, möchte ich die Arte-Doku „Goldman Sachs – Eine Bank regiert die Welt“ empfehlen.

http://www.ecocens.eu/2013/09/goldman-sachs-wetten-gegen-markt-und-kunden/

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06.08.2013

Brasilien-Krise erreicht Goldman Sachs

Brasilien spürt die negativen Auswirkungen der angeschlagenen Wirtschaft in den USA und Europa. Goldman Sachs muss sich nun von seinen Wachstumsplänen in Brasilien verabschieden. Die Belegschaft der Investment-Abteilung in Brasilien ist um ein Viertel geschrumpft.

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Noch im April hatte der Investment-Riese Goldman Sachs angekündigt die Mitarbeiterzahl für den brasilianischen Teil der Bank um 50 zusätzliche Kräfte aufzustocken. Doch die Wirtschaft Brasiliens entwickelt sich nicht wie angenommen. Das Investment-Geschäft der Bank befindet sich vor Ort in einer handfesten Krise. Der geplatzte Hype um Schwellenländer wie Brasilien zeigt erste Auswirkungen bei der globalen Bank.

Die Aussichten für die (brasilianische) Wirtschaft und die Transaktionsvolumen sind schlimmer, als wir erwartet haben“, sagte der Goldman Sprecher Michael DuValley Bloomberg. Goldman will die Belegschaft in Brasilien nun um etwa zwei Prozent reduzieren. Eine Etage des Bürogebäudes in Sao Paulo ist bereits an ein anderes Unternehmen untervermietet.

Zudem soll bereits etwa ein Viertel der rund 45 Angestellten großen Investment-Abteilung von Goldman in Brasilien gegangen sein, berichtet Bloomberg mit Verweis auf ungenannte Quellen. Goldman Sachs hat dies selbst noch nicht kommuniziert. Bei den Personen soll es sich unter anderem um fünf Geschäftsführer und vier des achtköpfigen Vorstands gehandelt haben. Eine andere Quelle gab an, dass alle Mitglieder der Geschäftsleitung ersetzt wurden.

Brasilien benötigte dringend Investitionen in seine Infrastruktur, Gesundheitswesen und vor allem Bildung, um weiterhin wirtschaftlich erfolgreich bestehen zu können. Doch die Investoren ziehen sich angesichts der unruhigen Lage im Land und der schlechten Wirtschaftsentwicklung zunehmend zurück. Für die Investoren werden die Brics wie Brasilien zunehmend zum Risiko. Allein die Forderungen aller deutschen Banken gegenüber Brasilien belaufen sich auf 3,4 Milliarden Euro (hier).

Der Leitindex Brasiliens ist seit Anfang April um 13 Prozent gefallen, und insgesamt verbuchte er in den ersten sieben Monaten des Jahres einen Rückgang von 20 Prozent. Auch Banken wie die Schweizer UBS und die britische Barclays haben ihre Aktivitäten in Brasilien zurückfahren müssen. Auch wird die Konkurrenz durch lokale Kreditgeber immer größer.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/06/brasilien-krise-erreicht-goldman-sachs/

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17.04.2013

Fragwürdige Praxis: Goldman Sachs & Co belohnen Seitenwechsler

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Mehrere Wall-Street-Unternehmen zahlen ihren Angestellten hohe Boni, wenn diese in die Politik wechseln. Das berichtet die US-amerikanische Organisation Project on Government Oversight (Pogo). In die Diskussion kam diese fragwürdige Praxis in den USA,  nachdem der neue US-Finanzminister Jack Lew eine Millionen-Dollar Zahlung von seinem früheren Arbeitgeber, der Citigroup, erhalten hatte.

Lobbykritische Organisation will klagen

Politisch sind diese Boni hochbrisant: Inwiefern fühlen sich die Seitenwechsler ihren früheren Arbeitgebern gegenüber zusätzlich verpflichtet, wenn diese den Wechsel mit Millionenzahlungen honorieren?

Die lobbykritische Organisation Public Citizen möchte gegen diese Anreize für den so genannten Gang durch die Drehtür juristisch vorgehen. Craig Holman von Public Citizen, der sich seit Jahren in Washington für mehr Transparenz und Lobbykontrolle einsetzt, kommentiert: “Wenn Unternehmen Multimillionen-Dollar-Boni für die Annahme von Regierungsjobs zahlen, wird ganz klar eine Gegenleistung erwartet. So wird buchstäblich die Loyalität eines Regierungsbeamten gekauft.”

Vorteile für Unternehmen

Aus Sicht der Unternehmen zahlt es sich aus, ehemalige Angestellte in hohe staatliche Posten zu bringen. Die Unternehmen erhalten einen direkten Zugang zur Politik. Wenn es sich dabei um Finanzminister oder gar Regierungschefs handelt, ist es leicht nachvollziehbar, dass es den Unternehmen viel Geld wert ist, diese Posten mit ehemaligen eigenen Leuten zu besetzen.

Zahlreiche US-Spitzenbeamte waren zuvor in der Finanzwirtschaft tätig. Vielen von ihnen wurde bereits in ihrem Arbeitsvertrag mit ihrem ehemaligen Arbeitgeber eine nicht unerhebliche Vergütung in Aussicht gestellt, sollten sie nach ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen in ein Regierungsamt wechseln, wie aus den Recherchen von Pogo hervorgeht.

Goldman Sachs zahlt auch für Wechsel in Regierungen außerhalb der USA

Ein gutes Beispiel dafür, wie sich ein Unternehmen ein weites, internationales Netz aus ehemaligen Angestellten gespannt hat, ist Goldman Sachs. CBSNews hat 2010 eine lange Liste mit Seitenwechslern zwischen den Goldman Sachs und der US-Regierung erstellt. Aus einem Dokument aus dem Jahr 2010 geht hervor, dass führende Angestellte eine nicht näher bezifferte Geld-Pauschale erhalten könnten, wenn sie Tätigkeiten in der US-Regierung, bei einer anderen Regierung oder auch bei supra- oder internationalen Organisationen annehmen würden.

Die Goldman-Regelung würde somit grundsätzlich auch für Wechsel zu Regierungen und Organisationen in Europa gelten. Ob beispielsweise der Ex-Goldman-Vizepräsident und aktuelle EZB-Chef Mario Draghi für seinen Wechsel zur italienischen Zentralbank im Jahr 2006 ebenfalls Geld erhalten hat, ist nicht bekannt.

https://www.lobbycontrol.de/2013/04/fragwurdige-praxis-goldman-sachs-co-belohnen-seitenwechsler/

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14.03.2013

Studie: Goldman Sachs bei Rohstoff-Erträgen auf Platz eins

Gemessen an den Erlösen ist Goldman Sachs der erfolgreichste Rohstoffhändler des vergangenen Jahres. Doch viele Geldhäuser überarbeiten ihren Rohstoffstrategien. Europäische Banken tauchen erst in der zweiten Reihe auf.

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Goldman Sachs hat im vergangenen Jahr die höchsten Erlöse unter Rohstoffhändlern erwirtschaftet. Das ist das Ergebnis einer am Donnerstag veröffentlichten Studie von Coalition, einem Analyse-Unternehmen mit Sitz in London.

Platz zwei bei den Einnahmen aus dem Rohstoff-Geschäft belegten JPMorgan, gefolgt von Morgan Stanley auf dem dritten Rang. Sprecher der drei Banken wollten sich nicht dazu äußern. Auf Basis der Erlöse von 2011 waren der Studie zufolge Barclays und Bank of America Merrill Lynch die Spitzenreiter.

In der zweiten Reihe rangierten die Deutsche Bank, Barclays und UBS, während BofAML, Citigroup und Credit Suisse die dritte Klasse bildeten. Coalition nannte für die zweite und dritte Klasse keine spezifische Rang-Reihenfolge mehr.

Nach einer Schätzung von Coalition im Februar brach der Rohstoff-Erlös der zehn größten Banken im vergangenen Jahr um 24 Prozent auf 6 Milliarden Dollar (4,6 Milliarden Euro) ein. Der Standard & Poor’s GSCI Spot Index für Rohmaterialien stieg 2012 um weniger als 0,3 Prozent, wobei die Volatilität so niedrig ausfiel wie zuletzt 2002. Das geht aus Daten von Bloomberg hervor.

Niedrige Volatilität und eine geringere Kundenaktivität” hätten im vergangenen Jahr zu dem Rückgang der Rohstofferträge beigetragen, erklärte Coalition in einem Bericht vom vergangenen Monat. Auch eine strengere Regulierung und Kapitalfragen hätten dazu geführt, dass die Banken ihre Rohstoffstrategien überarbeitet hätten.

Die Entwicklung blieb nicht ohne Folgen für Mitarbeiter. Barclays schloss im Februar den spekulativen Handel mit Agrarprodukten. Die Deutsche Bank hat Händler für Strom und Erdgas in den USA und in Europa entlassen. Und die UBS aus der Schweiz gibt ihren Handel mit Öl, Industriemetallen und Agrarprodukten ebenfalls auf.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/rohstoffe/studie-goldman-sachs-bei-rohstoff-ertraegen-auf-platz-eins/7929014.html

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18.02.2013

Goldman Sachs: Verdacht des Insider-Handels bei Heinz

In einem Eilbeschluss hat die US-Börsenaufsicht ein Schweizer Konto von Goldman Sachs eingefroren. Verdächtige Wetten in großem Umfang kurz vor der Übernahme des Ketchup-Unternehmens Heinz durch Warren Buffet und 3G Capital waren der Grund.

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Ein „höchst verdächtiger“ Handel hat die US-Börsenaufsicht SEC dazu veranlasst, Ende vergangener Woche ein Schweizer Konto in Zürich einzufrieren. Wie aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht, soll es sich um ein Konto von Goldman Sachs handeln, berichtet die FT. SEC geht von einem Insider-Handel aus. Kurz vor dem am Donnerstag bekannt gegebenen Übernahme des Ketchup-Giganten Heinz durch Warren Buffet und 3G Capital (hier) wurden von dem Konto verdächtige Transaktionen in großem Umfang durchgeführt. Goldman Sachs teilte daraufhin mit, mit den Ermittlern des SEC zusammen arbeiten zu wollen.

Welche ausländischen Händler über das Konto die Transaktionen durchgeführt haben, ist den Ermittlern noch nicht bekannt. Über das Konto wurden Wetten auf einen steigenden Kurs der Heinz-Aktie abgeschlossen. Über so genannte Optionen reservierten sich die Händler das Recht über 2.500 Aktien des Unternehmens im Umfang von 90.000 Dollar zum Preis von 65 Dollar kaufen zu können, selbst wenn der Preis auf über 65 Dollar steigen würde. Nach Bekanntgabe der Übernahme stieg der Kurs der Aktie um mehr als 20 Prozent. Rund 1,8 Millionen Dollar Gewinn sollen dadurch zustande gekommen sein.

Verdächtig seien die Transaktionen nicht nur aufgrund ihrer Kurzfristigkeit, sondern auch, weil von dem entsprechenden Konto in den vergangenen sechs Monaten keinerlei Handel mit Heinz-Wertpapieren durchgeführt wurde. Zudem war der Handel mit Heinz-Optionen vor dem Übernahme-Deal insgesamt sehr gering.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Goldman Sachs mit Insider-Handel ins Zentrum der Ermittlungen gerät. Erst Ende 2012 wurde der ehemalige Goldman Sachs Manager, Rajat Gupta,  zu zwei Jahren Haft verurteilt. Ihm wurde damals zur Last gelegt, geheime Informationen an einen Hedge-Fonds-Manager weitergegeben zu haben.

Darüber hinaus versuchte Goldman Sachs Ende Januar beim Weltwirtschaftsforum in Davos, sich als Bank zu präsentieren, die aus den Fehlern der vergangenen Jahrzehnte gelernt hat. Mit Blick auf den fragwürdigen Deal, der die Griechen zum Sargnagel der Eurozone machte (hier), versicherte Goldman-Präsident Gary Cohn, „wir haben wirklich zugehört“, solche Geschäfte wie im Fall Griechenlands würde man heute nicht mehr machen. Mittlerweile habe man einen „hochrangig besetzten Ausschuss gebildet, der unsere Geschäftspraktiken im Auge behält“, zitiert die FAZ Cohn. „Wir stellen jetzt immer die Frage: Sollten wir das, was wir tun können, auch wirklich tun?“.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/02/18/goldman-sachs-verdacht-des-insider-handels-bei-heinz/

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20.01.2013

Danke, Bernanke! Goldman-Chef Blankfein erhält 19 Millionen Dollar Bonus

Die Investment Bank Goldman Sachs hat Ende 2012 ihr gewinnträchtigstes Quartal seit drei Jahren eingefahren. Dank des geschenkten Geldes der US-Notenbank konnte Goldman-Chef Blankfein seinen Jahres-Bonus verdoppeln.

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Durch das geschenkte Geld von Fed-Chef Ben Bernanke hat die Investment-Bank Goldman Sachs ein erfolgreiches Krisenjahr Geschäftsjahr 2012 hingelegt. Folgerichtig hat der Chef von Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, für das Jahr 2012 einen Bonus von 13,3 Millionen Dollar erhalten.  Im Krisenjahr 2011 erhielt der Top-Manager sieben Millionen Dollar zusätzlich durch die Ausübung einer Aktien-Option.

Den Großteil seines Gewinns, etwa 70 Prozent, bekommt Blankfein in Wertpapieren. Berechnungen der FT zufolge beläuft sich die Gesamtsummer der Bonuszahlungen inklusive der Bargeldzahlung sogar auf 19 Millionen Dollar. Das „normale“ Jahresgehalt in Höhe von zwei Millionen ist in dieser Kalkulation noch nicht berücksichtigt.

Die Investment Banken profitieren von der Geldschwemme der großen Zentralbanken in den USA (mehr hier), Europa und Japan (hier). Zuletzt häuften sich die Quartalsmeldungen mit Rekordgewinnen bei Goldman Sachs und JP Morgan (hier). In der Realwirtschaft ist von dem Geld nichts angekommen. Dadurch bleibt die offizielle Inflation niedrig und Blankfein konnte eine kleine Immobilie erwerben (hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/01/20/danke-bernanke-goldman-chef-blankfein-erhaelt-19-millionen-dollar/

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16.01.2013

Zentralbank-Geldschwemme beschert Investment-Banken Rekord-Gewinne

JP Morgan konnte im vierten Quartal 2012 einen Gewinn von mehr als fünf Milliarden Dollar erzielen und übertraf damit die eigenen Prognosen. Bei Goldman Sachs lagen die Einnahmen sogar bei über neun Milliarden.

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Die großen Investment-Banken Goldman Sachs und JP Morgan haben am Mittwoch ihre Gewinne für das vierte Quartal 2012 veröffentlicht. Bei beiden liefen die Geschäfte wesentlich besser, als zuvor von Analysten angenommen. Insgesamt wiesen elf Unternehmen aus dem S&P 500 Index am Mittwoch einen Gewinn vor, berichtet Bloomberg.

So konnte beispielsweise Goldman Sachs im vierten Quartal Einnahmen in Höhe von 9,24 Milliarden Dollar erreichen – Analysten rechneten durchschnittlich mit 7,91 Milliarden Dollar. Im gesamten Jahr konnte die Bank somit einen Gewinnsprung um 68 Prozent von 4,44 auf 7,475 Milliarden Dollar vorweisen. Nur zu schade, dass die britische Notenbank die Goldmänner daran hindert, die Auszahlung ihrer Boni auf nach der Steuerreform in Großbritannien zu verschieben – dann zahlen die Banker in der City nämlich noch weniger Steuern. Das Bekanntwerden dieser Pläne hatte einen öffentlichen Proteststrum in London ausgelöst und nun muss ein Prozent mehr an die britischen Steuerzahler abgeführt werden.

Bei JP Morgan lagen die Gewinne im letzten Quartal des vergangenen Jahres bei 5,79 Milliarden Dollar. Erwartet wurde jedoch lediglich ein Gewinn von 4,95 Milliarden Dollar. Damit konnte die Bank im gesamten Jahr einen Rekord-Gewinn von 21,3 Milliarden Dollar verzeichnen– 2,1 Milliarden Dollar mehr als 2011.

Nach der Ausweitung des so genannten Q 3 der Fed im November auf mehr als 600 Milliarden Dollar  (hier) hatte die amerikanische Zentralbank noch einmal Mitte Dezember angekündigt, Geld in den Markt zu pumpen. Bisher ist wenig von dem Geld, das die Wirtschaft stimulieren sollte, in der Realwirtschaft angekommen (hier). Wie die neuesten Gewinnveröffentlichungen von Goldman Sachs und JP Morgan zeigen, haben die Banken davon jedoch kräftig profitiert. Selbst für die Fed lohnte sich das Gelddrucken, sie konnte für 2012 einen Rekord-Gewinn von 91 Milliarden Dollar vorweisen (hier). Die Bilanz der Zentralbank hat sich seit Ausbruch der Krise verdreifacht (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/01/16/zentralbank-geldschwemme-beschert-investment-banken-rekord-gewinne/

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09.01.2013

Goldman Sachs trickst schon wieder…

Es ist noch gar nicht so lange her. Erst im Juli 2012 erklärte Lloyd Blankfein, Chef von Goldman Sachs, dass sein Institut keine eigenen Gelder mehr für Wetten im Namen der Bank „missbrauchen“ wird. Eine dreiste Finte!

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Wir haben diese Aktivitäten eingestellt”, versprach Goldman-Chef Blankfein an jenem Tag vor 400 Leuten bei einem Mittagessen, das vom Economic Club of Washington organisiert worden war. Seinen Worten von damals zufolge verfügt die Bank nicht mehr über Eigenhändler, “die einfach Risiken nach eigenem Ermessen eingehen” und nicht mit Kunden interagieren.

Diese Aussagen dürften für die Mitarbeiter der geheimen Goldman-Sparte “Multi-Strategy Investing” (MSI) wohl eine Überraschung gewesen sein. MSI wettet mit rund 1 Mrd. Dollar, die Goldman selbst gehören, auf Aktien und Anleihen von Firmen wie Zementherstellern und Hypothekendienstleistern. Das zeigen Interviews mit mehr als 20 Leuten, die für die Sparte oder mit der Sparte gearbeitet haben – einige von ihnen noch 2012. Ihren Angaben zufolge verfügt die Sparte, die von zwei Princeton- Absolventen geführt wird, über keine Kunden.

Das Überleben des Teams zeigt, wie Goldman sich um neue aufsichtsrechtliche Vorgaben zur Begrenzung von Eigenhandels- Wetten bei Banken herumgearbeitet hat. Eine Passage der US- Finanzmarktreform “Dodd-Frank Act” aus dem Jahr 2010 schiebt kurzfristigen Investments, die mit dem eigenen Geld der Bank eingegangen werden, eigentlich mehr oder weniger einen Riegel vor. Damit sollen übergroße Risiken und eine Wiederholung der Finanzkrise verhindert werden.

Alte Probleme

Nicht verboten werden durch die neuen Gesetze allerdings langfristige Wetten. Das lässt Hintertüren offen für andere risikoreichere Investments, sagte Matthew Richardson, der an der New York University Volkswirtschaft lehrt. Wetten, die sich über Monate hinziehen, könnten auch schief gehen: “Aus der Systemrisiko-Perspektive sind es wirklich gerade die langfristigen Investments, die ein Problem darstellen.”

Michael DuVally, ein Sprecher von Goldman Sachs, erklärte in einer E-Mail, dass es bei MSI um langfristige Investments und Kreditvergaben gehe. Ein Vorschlag zur Umsetzung der Gesetze, auch bekannt als Volcker-Regel, definierte “kurzfristig” als einen Zeitraum von 60 Tagen.

Wir haben einige Veränderungen an den Geschäftsstrategien vorgenommen, die sich diese Sparte in der Vergangenheit zunutze machte. Damit wollten wir sie auf eine Ebene mit dem bringen, was wir momentan unter der Volcker-Regel verstehen”, erklärte DuVally, der direkte Gespräche mit MSI-Vertretern verweigerte. “Falls die finalen Gesetze weitere Änderungen erforderlich machen, werde wir diese umsetzen.”

In dem Team arbeiten rund ein Dutzend Leute. Ihre Büros befinden sich im Hauptsitz von Goldman in New York. Team-Leiter sind Daniel Oneglia und Geoff Adamson.

Die Abteilung ist Wetten gegen Unternehmen eingegangen, etwa durch Leerverkäufe – und auch wenn die Investments zunächst ein paar Monate andauern sollen, so enden sie doch manchmal frühzeitig. Das berichtete ein halbes Dutzend ehemaliger Team- Mitglieder gegenüber Bloomberg News.

MSI verhält sich ganz ähnlich einem Hedgefonds”, sagte Ashkan Marsh. Der heute 30-Jährige stand in den Diensten der Sparte, verließ die Firma aber 2008.

Nur die Renditen im Blick

Goldman Sachs wettet schon seit Jahrzehnten mit dem eigenen Geld der Bank. Nach der Übernahme des Rohstoff-Brokers J. Aron in 1981, riskierte die Sparte das Kapital der Bank “nicht im Dienste der Kunden, sondern einfach nur, um schöne Renditen zu erzielen”, wie es in dem Buch “Goldman Sachs: The Culture of Success” heißt. Es wurde von der früheren Mitarbeitern Lisa Endlich verfasst.

Bei dem Mittagessen in Washington, bei dem Blankfein sprach, wurde er von Private-Equity-Milliardär David Rubenstein gefragt, ob die Bank ihre Gewinne hauptsächlich mit Eigenhandel statt mit Kunden-Diensten verdiene. Darauf reagierte Blankfein mit den eingangs erwähnten abwiegelnden Aussagen. Und weiter: “Unsere Aufgabe ist, alle reicher zu machen. (…) Reichtum im Sinne davon, die Welt stärker und gesünder zu machen – und, aus Mangel eines besseren Wortes, besser.”

http://www.format.at/articles/1302/935/349875/goldman-sachs

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27.11.2012

Neuer Gouverneur der Bank of England kommt von Goldman Sachs

Goldman Sachs hat einen weiteren wichtigen Posten in der internationalen Finanzwirtschaft besetzt. Mark Carney wird neuer Gouverneur der Bank of England. Damit werden wichtige geldpolitische Entscheidungen in Europa praktisch im Familienkreis getroffen.

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Neuer Chef der englischen Zentralbank Bank of England (BoE) wird der Kanadier Mark Carney. Er ist kein Unbekannter in der City of London und in der globalen Finanzwelt. Er ist derzeit noch Chef der kanadischen Zentralbank und des internationalen Finanzstabilitätsrats. Zuvor arbeitete Carney bei Goldman Sachs. Neben dem Kanadier gab es auch drei englische Kandidaten für den Chefposten bei der BoE, doch im Gegensatz zu Carney hat keiner von ihnen je bei Goldman gearbeitet, berichtet Bloomberg. Es ist das erste Mal in der Geschichte der BoE, dass ein Nicht-Brite das Ruder übernimmt. Mark Carney löst Mervyn King ab, der im Jahr 2010 das Teilreservesystem (fractional reserve banking) öffentlich als Alchemie bezeichnete.

Seit im Juni 2012 der Libor-Skandal ausbrach und auch die BoE ins Blickfeld geriet, versucht Goldman Sachs, diese Gelegenheit zur Ausweitung seiner Möglichkeiten in Europa zu nutzen. Die  Investmentbank hat nun einen ehemaligen Mitarbeiter auf dem Chefposten einer der wichtigsten Zentralbanken der Welt sitzen. Auch der Chef der Europäischen Zentralbank Mario Draghi ist früherer Goldman-Mitarbeiter. Ein weiterer ehemaliger Mitarbeiter von Goldman ist Mario Monti, der erst kürzlich seine Expertise von Goldman beim Verkauf italienischer Unternehmen nutzen konnte (mehr hier). Ottmar Issing, ehemaliger Mitarbeiter der Bundesbank und der EZB, wirkte bei der Erschaffung des Euro mit. Auch er ist Berater für Goldman.

Sollte Bundeskanzlerin Angela Merkel einmal Fragen haben, wie die globale Strategie von Goldman aussieht, muss sie übrigens weder mit London noch mit Frankfurt telefonieren: Auch der US-Botschafter in Berlin, Philip Murphy, kommt von der Investmentbank (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/11/27/neuer-chef-der-bank-of-england-kommt-von-goldman-sachs/

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01.10.2012

Goldman Sachs profitiert am stärksten von US-Geldschwemme

Großbanken nutzen die Gelder aus den Flutungen der US-Notenbank als Risikopuffer. Die Geldschwemme beeinflusst die Kreditvergabe kaum, ermöglicht Investmentbanken allerdings mehr risikoreiche Spekulationsgeschäfte. Einsamer Spitzenreiter bei den Fed-Geschenken ist die Investmentbank Goldman Sachs.

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Die US-Notenbank Federal Reserve hat am Wochenende das erste Mal in ihrer Geschichte die Daten jener Institutionen veröffentlicht, die Staatsanleihen von der Fed gekauft oder an die Fed verkauft haben. Künftig wird die US-Notenbank jedes Quartal einen Datensatz mit einer Verspätung von zwei Jahren veröffentlichen. Demnach wurden am Samstag die Transaktionen aus dem dritten Quartal 2010 offengelegt. Dies berichtet der Finanzblog ZeroHedge.

Die Daten zeigen, dass die Investmentbank Goldman Sachs mit Abstand am meisten Transaktionen mit der Federal Reserve getätigt hat: von Juli bis September 2010 kaufte und verkaufte Goldman Sachs US-Anleihen im Wert von neun Milliarden Dollar. An zweiter Stelle kommt die Citigroup mit lediglich knapp sechs Milliarden Dollar. Die Deutsche Bank hat in diesem Zeitraum Anleihegeschäfte um 1,8 Milliarden Dollar mit der Fed getätigt und liegt damit auf Rang acht.

Beobachter gehen davon aus, dass die Geschäfte mit der Fed es den Banken ermöglichen, ihr Risiko bei Spekulationen auszugleichen. Die Anleihentransaktionen mit der Notenbank dienten als Absicherung und nutzen so den großen Investmentbanken massiv. Auch bei der aktuellen Geldschwemme dürfte dieser Effekt ähnlich sein.

ZeroHedge argumentiert, es htte bereits vor dem QE3 (mehr hier) genug Liquidität am Interbankenmarkt gegeben. Die zusätzlichen Anleihen würden den Großbanken nun lediglich noch mehr Möglichkeiten geben, sich gegen Verluste in risikoreichen Geschäften abzusichern.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/10/01/goldman-sachs-profitiert-am-staerksten-von-us-geldschwemme/

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10.08.2012

US-Justiz verschont Investmentbank Goldman Sachs

Goldman Sachs steht wie keine zweite Bank für die Auswüchse der Wall Street, die zur Finanzkrise führten. Der US-Senat fordert eine Untersuchung. Aber das Justizministerium sieht „keine Basis“ dafür.

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Die US-Justiz lässt von Goldman Sachs ab. Die US-Investmentbank muss wegen ihrer Geschäfte zu Zeiten der Finanzkrise keine Strafverfolgung fürchten. Während ein Senatsausschuss der Wall-Street-Größe im vergangenen Jahr krumme Hypotheken-Deals vorgehalten hatte, erklärte das US-Justizministerium nun, dass es „keine brauchbare Basis gebe, strafrechtlich gegen Goldman Sachs oder die Mitarbeiter vorzugehen“.

Die Mitteilung des Ministeriums vom späten Donnerstag, aus der US-Medien zitierten, ist ein großer Erfolg für Goldman Sachs. Die Bank stand lange im Zentrum der Kritik von US-Politikern, wenn es um die Verfehlungen und Auswüchse der Wall Street ging.

Ein 639 Seiten langer Senatsbericht aus dem April 2011 war gespickt mit Vorwürfen, Goldman Sachs habe sich auf Kosten seiner eigenen Kunden bereichert. Die Autoren hatten das Justizministerium zu Ermittlungen gedrängt.

Handel mit schrottreifen Hypotheken-Krediten

„Wir sind glücklich, dass diese Sache hinter uns liegt“, erklärte Goldman Sachs. Der in der Sache federführende Senator Carl Levin hatte dem Geldhaus und seinem Chef Llyod Blankfein wiederholt „dreckige Geschäfte“ unterstellt. Goldman habe seinen Klienten schrottreife Hypotheken-Papiere angedreht, während die Bank auf den Kollaps des Marktes gewettet habe, lautete der zentrale Vorwurf.

Ähnliche Vorwürfe hatte schon die US-Börsenaufsicht SEC vor gut zwei Jahren erhoben – und Goldman Sachs zur Zahlung von 550 Millionen Dollar verdonnert. Die Bank räumte damals ein, Investoren bei einem bestimmten Deal unzureichend informiert zu haben.

Bei einem anderen Hypotheken-Geschäft hat die SEC ihre Nachforschungen dagegen vor wenigen Tagen ohne Ergebnis eingestellt, wie Goldman Sachs am Donnerstag im Quartalsbericht erklärte.

http://www.welt.de/finanzen/article108563542/US-Justiz-verschont-Investmentbank-Goldman-Sachs.html

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10.08.2012

Goldman Sachs wettet mit fast einer Milliarde Euro gegen Italien

Auch das Engagement in den fünf PIIGS-Staaten ist in Summe negativ.

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Goldman Sachs, die nach Bilanzsumme fünftgrößte Bank der USA, hat den Bestand an italienischen Staatsanleihen im zweiten Quartal um 92 Prozent gesenkt. In den ersten drei Monaten des Jahres war das Volumen der Bonds noch ausgebaut worden.

Das Markt-Risiko bei italienischen Staatsanleihen ist bis Ende Juni auf 191 Mill. Dollar geschrumpft – nach 2,51 Mrd. Dollar Ende März, geht aus Pflichtmitteilungen von Goldman Sachs hervor. Gleichzeitig erhöhte das Unternehmen seine Positionen bei italienischen Kredit-Derivaten in dem jüngsten Quartal, was das Gesamt-Engagement bei Papieren des Staates und anderer Emittenten von plus 2,4 Mrd. Dollar Ende März auf minus 977 Mill. Dollar Ende Juni fallen ließ.

Goldman Sachs veröffentlicht regelmäßig das Engagement in Italien, Griechenland, Irland, Portugal und Spanien, weil diese fünf Länder von Investoren als die risikoreichsten in Europa angesehen werden.

Mit Blick auf alle fünf Länder sank das Markt-Risiko ebenfalls auf minus 977 Mill. Euro, nach plus 2,68 Mrd. Euro Ende März. Unterm Strich reduzierte Goldman den Bestand an Aktien und Bonds. Gleichzeitig verstärkte sich das Unternehmen aus New York bei Kredit-Derivaten.

Das so genannte Kreditrisiko, welches das Risiko aus einem möglichen Zahlungsausfall oder einer Verschlechterung der Kredit-Qualität des Geschäftspartners oder Schuldners misst, stieg bei den fünf Ländern auf 3,35 Mrd. Dollar Ende Juni, nach 2,52 Mrd. Ende März. Dahinter steht vor allem ein Anstieg des Kreditrisikos in Spanien – von 639 Mill. Dollar auf zuletzt 1,67 Mrd. Dollar. Es ergibt sich im Wesentlichen aus Anleihen nichtstaatlicher Emittenten.

Derivate umfassen unter anderem Credit Default Swaps (CDS). Sie fungieren als eine Art Kreditausfallversicherung, falls der Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann.

Absicherung gegen PIIGS-Expsure

In den Pflichtmitteilungen erklärte Goldman, dass die Bank für die fünf Länder Kreditderivate im Nominal-Volumen von 154,4 Mrd. Dollar ausgestellt und Derivate über 165,2 Mrd. Dollar gekauft hat. Die Angaben beziehen sich auf Juni.

Laut der Bank stammen “substanziell alle” gekauften Derivate von Geschäftspartnern, welche über ein Bonitäts-Rating im Qualitäts-Bereich “Investment-Grade” verfügen. Sie hätten zudem ihren Sitz außerhalb der fünf genannten europäischen Nationen. Die Papiere seien abgesichert mit Bargeld oder Treasuries, also mit amerikanischen Staatsanleihen.

Italien und Spanien waren zuletzt an den Bonds-Märkten stark unter Druck geraten. Die Renditen bewegten sich teils um die Marke von 7 Prozent. Auf diesem Niveau hatten andere Länder umfangreiche Hilfe beantragen müssen.

Die Europäische Zentralbank wird eigenen Angaben zufolge möglicherweise zusammen mit den europäischen Rettungsfonds an den Bondmärkten intervenieren. Vorbedingung sei jedoch, dass die angeschlagenen Länder sich verpflichten, ihre Wirtschaft und Fiskalposition zu stärken.

Notwendige Voraussetzungen sind, dass die Regierungen ihre Verpflichtungen einhalten und die EFSF/der ESM ihre Aufgaben erfüllen”, schrieb die EZB in ihrem am Donnerstag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht für August. Sie bekräftigte damit die Bemerkungen von EZB-Präsident Mario Draghi auf der Pressekonferenz vom 2. August. Der EZB-Rat “kann endgültige Offenmarktgeschäfte in einer Größenordnung durchführen, die der Erreichung seines Ziels angemessen ist”, hieß es in dem Bericht weiter.

Italiener bleiben unter sich, ausländische Investoren ziehen ab

Italienische Banken kaufen indes immer mehr Staatsanleihen ihres Heimatlandes auf. Im Juni stieg der Bestand auf den höchsten Wert aller Zeiten. Viele ausländische Investoren halten sich von den Bonds derzeit fern – sie haben Angst, dass Italien um internationale Hilfe bitten könnte und in der Folge die Anleihen an Wert verlieren.

Im Juni stieg das Volumen italienischer Staatsanleihen, das von heimischen Banken gehalten wird, auf 316 Mrd. Euro. Das belegen neue Daten der italienischen Notenbank. Im Vergleich zum Mai sind dies 14 Mrd. Euro mehr.

Italienische Banken “haben bei Auktionen einen Großteil der Staatsanleihen aufgefangen, weil es an Investoren aus dem Ausland mangelte”, sagte Nicholas Spiro, Managing Director bei Spiro Sovereign Strategy in London.

Die Flucht aus italienischen und spanischen Staatsanleihen hält seiner Meinung nach weiter an: “Die Frage ist, wie viel länger sie (die Banken) in der Lage sein werden, das Loch zu stopfen, falls ausländische Investoren weiter von italienischen und von spanischen Staatsanleihen wegsteuern”.

Einen Teil ihrer Aufkäufe finanzieren die italienischen Banken offenbar mit billigem Geld der Europäischen Zentralbank (EZB). Derzeit haben sich die Banken des Landes mehr als 283 Mrd. Euro bei der EZB ausgeliehen.

http://www.format.at/articles/1232/935/338001/goldman-sachs-milliarde-euro-italien

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06.06.2012

Goldman Sachs fordert Intervention der EZB zur Euro-Rettung

Der EZB komme im Moment eine führende Rolle bei der Stabilisierung der Eurokrise zu, betont Goldman Sachs. Sie könne schneller und effektiver arbeiten, als die Regierungen, die tagtäglich politischen Zwängen untergeordnet seien.

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Am Mittwoch findet erneut eine EZB-Sitzung statt, die von der sich zuspitzenden Situation in Spanien und den bevorstehenden Wahlen in Griechenland geprägt sein wird. Goldman Sachs geht einerseits davon aus, dass die EZB zur Abkühlung der Krise noch einmal entsprechende Mittel einsetzen müsste, diese aber vermutlich noch nicht in dieser Woche einsetzen wird. Nichtsdestotrotz müsse die EZB „eine führende Rolle bei der Stabilisierung des Systems spielen, da sie schneller und effektiver arbeiten“ kann als die Regierungen. Wenngleich eine „echte, langfristige Lösung“ noch immer in die „Domäne der Regierungen fällt“, macht Goldman Sachs deutlich.

Wir erwarten, dass die EZB die Zinsen unverändert lassen wird“ und keine neuen Maßnahmen ankündigen wird, stellt Goldman Sachs heraus. Weitere Aktionen der EZB seien zu einem großen Teil von den Ereignissen in den Peripherieländern abhängig und deren Auswirkungen auf die breitere Eurozone und das Finanzsystem. Mario Draghi „wird wahrscheinlich die Pressekonferenz zum Anlass nehmen, zu signalisieren, dass die EZB im Prinzip bereit ist, das System, wenn nötig, zu unterstützen“.

Goldman Sachs geht davon aus, dass man gerade in der Eurozone auf ein „Durchwursteln“ bezüglich Griechenland setzen wird, da das Land vermutlich nicht austreten und das Rettungspaket neu ausgehandelt werde. Diesem „Durchwursteln“ werde sich die EZB anpassen. Wenngleich Spanien nach Ansicht von Goldman Sachs bald um ein Bailout bitten wird. So werden, fürchtet Goldman Sachs, die Zinsen, die die EZB weiter senken könnte, „in der Warteischleife“ verharren. Aber bis Ende des Jahres werde die Zentralbank vermutlich mittels der Emergency Liquidity Assistance (ELA), eines Programms für kurzfristige Notfallkredite, verstärkt zusätzliche Liquidität in den Markt pumpen.

Die EZB habe, so Goldman Sachs, in jedem Falle vielfältige Möglichkeiten, einzugreifen. Einerseits mittels eines erneuten 3-Jahres-Tender, der kurzfristigen Kredite und auch dem direkten Kauf von Staatsanleihen. Wenngleich letzteres eine große Hürde zu nehmen hätte, da viele EZB-Ratsmitglieder dies als eine Überschreitung des Mandats ansehen. „Die EZB könnte daher überlegen, Direktkäufe in anderen Marktsegmenten, einschließlich der Bank-Anleihen, zu tätigen“, um das System zu stützen.
Angesichts der führenden Rolle, die die EZB in der Krise spielen kann und soll, würde eine zukünftige Rückendeckung der entsprechenden Maßnahmen auf politischer Ebene, „die Wirksamkeit der EZB bei der Bewältigung der Situation deutlich erhöhen“, betont Goldman Sachs. Bisher scheuten sich Regierende oder Chefs nationaler Zentralbanken jedoch nicht, bestimmte Schritte der EZB zu missbilligen. So erwartet Goldman Sachs von der EZB-Sitzung am Mittwoch nicht viel, betont aber, dass die EZB etwas tun müsse und werde.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/06/06/goldman-sachs-fordert-intervention-der-ezb-zur-euro-rettung/

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