Die Krise erwischt die Starken der EU – eine Chronik

20.11.2015

Das ist Europas nächstes Sorgenkind

Hier schrumpft die Wirtschaft am Stärksten, hier droht das vierte Rezessionsjahr in Folge – und schuld an allem soll der Euro sein. Den wahren „kranken Mann“ Europas findet man nicht am Mittelmeer.

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Den 15. Mai 2011 werden die Finnen wohl nie vergessen. An diesem Sonntag vor viereinhalb Jahren waren sie in dem, was sie am liebsten tun, die Besten der Welt: Sie waren Eishockey-Weltmeister und hatten – das war beinahe genauso wichtig – im Finale den ewigen Rivalen Schweden mit einem grandiosen 6:1 vom Eis gefegt.

Doch diese guten Zeiten sind vorbei. Der große Nachbar holte sich den Titel nur zwei Jahre später zurück und überhaupt schauen die Finnen inzwischen mit großem Neid gen Westen. Denn während es den Schweden auch wirtschaftlich geradezu blendend geht, entwickeln sich die Finnen vom einstigen europäischen Musterschüler zum Sorgenkind. Finnland droht bereits das vierte Rezessionsjahr in Folge, die längste Schwächeperiode seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Schuld geben viele Finnen dem Euro, mit dem sich der große Rivale Schweden nicht herumschlagen muss.

Das Unbehagen über die Mitgliedschaft in der Währungsunion ist so groß, dass jetzt das Volk dem Parlament eine Debatte über den Euro-Austritt aufzwingt. Eine Bürgerinitiative, die ein Referendum über den Verbleib in der Euro-Zone zum Ziel hat, hat 50.000 Unterschriften gesammelt. Durch das Volksbegehren ist das Parlament gezwungen, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen.

„Finnland ist in vielerlei Hinsicht der neue ‚kranke Mann‘ Europas trotz seiner langjährigen Reputation als solider und wettbewerbsstarker Nation“, sagt Giles Gale, Ökonom bei der RBS in London. Auch wenn die Probleme nicht so akut seien wie in der Krise der 1990er-Jahre, als die Banken am Abgrund standen und die Arbeitslosigkeit auf 18 Prozent hochschnellte, seien die Herausforderungen sehr groß. „Wegen seiner unflexiblen Währung wird es Finnland aber heute schwerer haben, sich zu berappeln als vor gut zwei Jahrzehnten“, meint Gale

BIP schrumpft stärker als in Griechenland

Finnland ist für viele Experten das Paradebeispiel, dass der Euro sein Ziel verfehlt hat, den Menschen Wohlstand zu bringen und für eine Angleichung der Lebensverhältnisse zu sorgen. In dem nordischen Land scheint genau das Gegenteil der Fall zu sein.

Im abgelaufenen Quartal schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt mit 0,6 Prozent noch stärker als im angeschlagenen Griechenland. Die Wirtschaftsleistung liegt im achten Jahr nach Ausbruch der Finanzkrise fast acht Prozent unter dem Vor-Krisen-Niveau. Damit gehört Finnland neben Italien und Griechenland zu den Schlusslichtern der Währungsgemeinschaft. Die Wirtschaft der gesamten Euro-Zone hat die Wachstumsscharte inzwischen ausgewetzt, Deutschlands Ökonomie ist sogar sechs Prozent größer als Anfang 2008.

Doch vor allem der Vergleich mit dem Nachbarn Schweden schmerzt die Finnen. Entwickelten sich die beiden Nachbarn bis zur Finanzkrise nahezu synchron, klafft inzwischen eine Wohlstandslücke von 20 Prozentpunkten. Da Schweden nicht Mitglied im Euro ist, wird die Gemeinschaftswährung für die Malaise mit verantwortlich gemacht.

Finnland erlebt einen asymmetrischen Schock

Tatsächlich war es die finnische Notenbank, die 1992 durch eine geldpolitische Volte die Wende in der letzten großen Wirtschaftskrise maßgeblich beförderte. Sie senkte kurzerhand die Leitzinsen um zehn Prozentpunkte und ließ so die Finn-Mark kräftig abwerten. Gekoppelt mit einer Restrukturierung der Volkswirtschaft setzte eine kräftige Erholung im Jahr 1993 ein. „In Euro-Zeitalter ist ein solcher Kaltstart heute nicht möglich“, sagt RBS-Mann Gale. Vor dem Euro habe Finnland seine Wettbewerbsfähigkeit durch gezielte Abwertungen der Landeswährung verbessern können.

Finnland erlebt das, was Ökonomen einen asymmetrischen Schock nennen. Das Land leidet unter ganz eigenen Problemen, die so kein anderes Mitgliedsland hat. Etwa unter dem Niedergang des einst weltgrößten Handy-Herstellers Nokia. Zu Spitzenzeiten stand das Unternehmen für vier Prozent der finnischen Wirtschaftsleistung, inzwischen ist der BIP-Beitrag weit unter 0,5 Prozent gefallen. Nokia war auch einer der großen Steuerzahler des Landes. Jeder vierte Steuer-Euro stammte von dem Technologiekonzern, der den technologischen Wandel hin zu Smartphones aber nicht rechtzeitig schaffte.

Auch eine andere Branche des Landes ächzt unter der digitalen Revolution. Der wichtige Papiersektor, der für 18 Prozent der finnischen Industrie steht, sieht sich einer rückläufigen Nachfrage und einer verstärkten Konkurrenz günstigerer Anbieter aus Asien ausgesetzt. Die Papierkonzerne haben bereits ein Viertel der Kapazitäten gekürzt, doch die Wende ist noch immer nicht geschafft.

Unterstützung für den Euro stark gesunken

Und dann ist da noch die Rezession in Russland: Die wirtschaftliche Krise des wichtigen Handelspartners und die Sanktionen des Westens gegen Moskau treffen Finnland besonders hart. Russland gehörte mit 13 Prozent des Außenhandels zu den größten drei Partnern der Finnen.

Ein Austritt aus der Euro-Zone ist trotz einiger EU-Kritiker auch in der finnischen Regierung allerdings wenig wahrscheinlich. Einer Umfrage der EU-Kommission zufolge befürworten immerhin noch 64 Prozent der befragten Finnen die Gemeinschaftswährung. Außerdem sehen die EU-Verträge einen Austritt aus der Europäischen Währungsunion gar nicht vor.

Allerdings ist die Zustimmung zur Gemeinschaftswährung binnen eines Jahres um fünf Prozentpunkte gefallen. „Die schwedische Wirtschaft ist seit 2008 um acht Prozent gewachsen, während unsere um sechs Prozent geschrumpft ist“, sagte der finnische Europa-Abgeordnete Paavo Vayrynen von der regierenden Zentrumspartei, der das Volksbegehren initiiert hat. „Deshalb ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um eine größere Debatte anzustoßen, ob wir in der Euro-Zone bleiben sollen oder nicht.“

Einer Studie des Euro-skeptischen Instituts EuroThinkTank zufolge würde eine Rückkehr zur eigenen Währung etwa 20 Milliarden Euro kosten, sich aber langfristig bezahlt machen.

http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Wirtschaft/d/7647012/das-ist-europas-naechstes-sorgenkind.html

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25.02.2014

Studie: Euro-Krise greift auf Nordländer über

Die Kreditfähigkeit der EU-Nordländer sinkt rapide. Neben Finnland und Belgien gerät auch Frankreich ins Zentrum der Krise. Zudem verschlechtern sich die Aussichten für Italien und Griechenland massiv.

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Die Euro-Krise breitet sich zunehmend auf die nordeuropäische Staaten aus. Die Kreditfähigkeit von Belgien und Finnland sinkt rapide. Darüber hinaus rückt auch Frankreich immer stärker in den Fokus.

Eine Studie des Centrums für Europäische Politik (CEP) analysiert die Entwicklung der Kreditfähigkeit der Euro-Staaten. Der ermittelte cepDefault-Index misst, wie sich die Fähigkeit eines Landes zur Rückzahlung von Auslandskrediten entwickelt. Die Ökonomen berücksichtigen dabei die Verschuldung des öffentlichen und privaten Sektors, sowie die Höhe der Investitionen im Land. Auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen beeinflusst die Kreditfähigkeit des Landes erheblich. Wenn diese verfällt, ist das Land zu höheren Importen und geringeren Exporten gezwungen. Dies führe unmittelbar zu Handelsbilanzdefiziten.

Die Analyse zeigt, dass sich die Krise auf den Norden der EU ausbreitet. Sowohl Belgien als auch Finnland geraten zunehmend in den Sog der Euro-Krise.

Belgien und Finnland weisen im ersten Halbjahr 2013 erstmals eine abnehmende Kreditfähigkeit auf. Da beide Länder per saldo noch über Auslandsvermögen verfügen, ist die Schuldentragfähigkeit noch nicht unmittelbar bedroht. Die Entwicklung in anderen Staaten zeigt jedoch deutlich, dass eine solche Entwicklung problematisch wird, wenn sie über einen längeren Zeitraum anhält“, so die Autoren.

Belgien sorgte an den Finanzmärkten jüngst für Aufsehen. Das kleine Land erwarb für 57 Milliarden Dollar US-Staatsanleihen, nachdem China die Schuldscheine in nie dagewesenem Ausmaß auf den Markt warf (mehr hier).

In Frankreich nimmt die Kreditfähigkeit seit Einführung des Euro beständig ab. Die Investitionen in die Wirtschaft gehen weiter zurück, auch die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Unternehmen ist rückläufig. Frankreichs Wirtschaft gerät damit zunehmend in den Fokus der Krise (hier).

Aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Bedeutung Frankreichs für die Euro-Zone […] ist es dringend notwendig, dass die französische Regierung umfassende […] Reformmaßnahmen ergreift, die die Wettbewerbsfähigkeit und mithin die Kreditfähigkeit des Landes wieder steigen lassen“, so die Autoren.

Im Süden Europas herrschen weiterhin negative Aussichten. Portugal, Italien und Griechenland stehen unter enormem finanziellen Druck.

Portugal hat nach wie vor große Probleme seine Auslandsschulden zu bedienen. Das Land wollte jüngst sogar Teile der Miro-Sammlung versteigern, um Kapital zu bekommen (hier)

Italiens Fähigkeit Auslandskredite zu bedienen verfällt kontinuierlich seit 2009. Die Investitionen im Land sind rückläufig, während die Verschuldung stark ansteigt. Seit 2012 habe sich die Situation noch einmal verschlechtert und eine Abkehr dieses Trends ist nicht erkennbar, so die Autoren.

Griechenlands Kreditfähigkeit nimmt derweil besorgniserregende Werte an. Wolfgang Schäuble sicherte dem Land neue Hilfgelder zu und beteuerte – entgegen jeglicher Realität – Griechenland befinde sich auf einem guten Weg (hier).

Griechenland bleibt das Sorgenkind der Euro-Zone. Die Kreditfähigkeit des Landes verfällt weiter und zwar deutlich schneller als die aller anderen Euro-Länder“, so die Ökonomen.

Zudem sei es fraglich, ob Griechenland seine Auslandsschulden je zurückzahlen könne, so die CEP-Studie. Ein Schuldenschnitt für Griechenland scheint somit nur noch eine Frage der Zeit zu sein (hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/02/25/studie-euro-krise-greift-auf-nordlaender-ueber/

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29.10.2013

Die neuen Sorgenländer der Eurozone…

Während an der Peripherie die harten Sparmaßnahmen allmählich fruchten und die Wettbewerbsfähigkeit steigt, tritt die Schwäche der Kernländer Frankreich, Niederlande, Belgien und Finnland immer deutlicher zutage.

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Die Sorgenkinder der Euro-Zone machen langsam Fortschritte: Spanien, Portugal und Griechenland können 2014 wieder mit einem leichten Wirtschaftswachstum rechnen. Das sagen 31 von Reuters befragte Ökonomen voraus. Doch die Schwäche mancher Kernländer ist eklatant: In Frankreich, den Niederlanden, Belgien und Finnland steigt sowohl die Verschuldung des Staates als auch der privaten Haushalte.

Auch deshalb fordert der niederländische Finanzminister und Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem, den EU-Stabilitätspakt zu ändern und Ländern wie Frankreich mehr Zeit zum Defizit-Abbau zu geben. Es folgt ein Überblick über die Probleme dieser Länder:

Frankreich

Die Arbeitslosigkeit ist mit 3,3 Millionen Erwerbslosen so hoch wie nie zuvor. Das entspricht einer Quote von 10,9 Prozent. Sie wird im kommenden Jahr sogar über die 11-Prozent-Marke steigen, wie Ökonomen erwarten. „Die Unternehmen zählen zu viele Beschäftigte angesichts der sich leerenden Auftragsbücher“, sagt Bruno Ducoudre von der Denkfabrik OFCE. Hauptursache: Das Land hat trotz einer ausgezeichneten Infrastruktur und einem hohen Bildungsniveau viel an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Wegen hoher Steuern und einem starren Arbeitsmarkt liegt Frankreich im weltweiten Vergleich des World Economic Forum nur noch auf Rang 23, Deutschland dagegen auf Platz vier. Noch vor zehn Jahren exportierten die Franzosen regelmäßig mehr als sie importierten, jetzt liegt das Leistungsbilanzdefizit bei zwei Prozent der Wirtschaftsleistung.
Exemplarisch für die Probleme steht Peugeot Citroen : Während die deutschen Auto-Hersteller die Krise in Europa durch boomende Geschäfte in den USA und den Schwellenländern gut wegstecken, fuhr das 1810 gegründete und auf Europa ausgerichtete Unternehmen 2012 rund fünf Milliarden Euro Verlust ein. Tausende Stellen wurden gestrichen.

Niederlande

Mit ganz anderen Problemen kämpfen die Niederlande, die zu den zehn wettbewerbsfähigsten Ländern gehören und mit hohen Exportüberschüssen glänzen. Trotzdem dürfte das Bruttoinlandsprodukt 2013 bereits das zweite Jahr in Folge schrumpfen. Ursache ist die geplatzte Immobilienblase. Seit 2008 sind die Preise für Wohnimmobilien um mehr als ein Fünftel eingebrochen. Die Verschuldung der privaten Haushalte entspricht wegen der hohen Hypotheken-Kredite 130 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. „Die Kombination aus hoher privater Verschuldung und Immobilienpreisblasen besitzt enorme Sprengkraft“, sagt Commerzbank-Ökonom Marco Wagner. Die Niederländer schränken deshalb ihren Konsum ein. Das drückt die Einnahmen des Staates, der allein im kommenden Jahr zusätzlich acht Milliarden Euro sparen will. Gerade einmal 0,5 Prozent Wachstum trauen Ökonomen dem Land 2014 zu.

Belgien

Ähnlich wie Frankreich importiert der kleine Nachbar inzwischen mehr als er exportiert, obwohl das jahrzehntelang umgekehrt war. Die Produkte aus beiden Ländern seien oft nicht im High-Tech-Bereich angesiedelt und deswegen einem besonders starken internationalen Preiswettbewerb ausgesetzt, sagt Commerzbank-Experte Wagner. „Darüber hinaus investieren französische und belgische Unternehmen vergleichsweise wenig in Forschung und Entwicklung.“ Auch in Belgien hat die Wettbewerbsfähigkeit gelitten. Allein im ersten Quartal stiegen die Arbeitskosten bei Industrie und Dienstleistern um 2,6 Prozent, im Schnitt der Euro-Länder dagegen nur um 1,6 Prozent.
Dazu kommt die hohe Verschuldung Belgiens: Der Schuldenstand dürfte in diesem Jahr auf über 100 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen und 2014 noch weiter klettern. Das lässt wenig Spielraum für Investitionen oder Steuersenkungen, um die Konjunktur anzukurbeln. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte bereits 2012 und dürfte in diesem Jahr auf diesem Niveau stagnieren. Für 2014 wird ein Wachstum von bis zu einem Prozent erwartet.

Finnland

So wie Peugeot für die Probleme Frankreichs steht, kann man die Sorgen Finnlands an Nokia festmachen. Steuerte der einst weltgrößte Handy-Konzern bis zu zwei Prozentpunkte zum Wirtschaftswachstum des kleinen Euro-Landes bei, so schloss das frühere Aushängeschild, das inzwischen von Samsung und Apple abgehängt wurde, Ende 2012 sein letztes Handy-Werk in der Heimat. Zwar belegt Finnland in der Rangliste der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften den dritten Platz – noch vor Deutschland. Das verhinderte aber nicht, dass das Bruttoinlandsprodukt 2013 bereits das zweite Jahr in Folge schrumpften dürfte.
Die Staatsverschuldung dürfte zudem im kommenden Jahr erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg über die Marke von 60 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen, wodurch die Top-Bonitätsnote AAA gefährdet werden könnte. Die private Verschuldung ist noch viel höher: Nach Angaben der Commerzbank beläuft sie sich auf 180 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Auch hier gelten die Häuserpreise inzwischen als überbewertet. „Dabei birgt Finnland das besondere Risiko, dass die vormalige Politik darauf ausgelegt war, das Wohneigentum gerade für Geringverdiener zu fördern“, warnt Commerzbank-Experte Wagner. „Darüber hinaus sind nahezu alle Hypotheken-Kredite variabel verzinst, so dass eine Zinserhöhung die Kredite schnell verteuern könnte.“

http://www.format.at/articles/1344/931/368648/die-sorgenlaender-eurozone

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29.08.2012

Sicherer Hafen fällt: Eurokrise greift auf Dänemark über

Das dänische BIP ist im zweiten Quartal des Jahres um 0,5 Prozent geschrumpft. Die Dänen sparen lieber aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage in Europa und verstärken die Auswirkung. Selbst die steigenden Exportzahlen können das derzeit nicht mehr ausgleichen. Die Zahlen seien „besorgniserregend“, erklären Ökonomen.

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Die Zahlen von Mittwoch verheißen nichts Gutes. Die dänische Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal von 2012 stärker als zuvor erwartet. Selbst die stabilen Exportzahlen konnten die schwachen Konsumwerte sowie die rückläufigen Investitionen nicht ausgleichen, erklärte das dänische Statistikinstitut. Die Zahlen seien „enttäuschend und besorgniserregend zugleich“, so Bo Sandberg von der dänischen Handelskammer zur Nachrichtenagentur Reuters.

Das BIP ist den aktuellen Zahlen zufolge um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal geschrumpft, im Vergleich zum Vorjahresquartal sogar um 0,9 Prozent. Dabei hatten Ökonomen zuvor nur mit einem Rückgang von höchstens 0,2 Prozent gerechnet, wie der Guardian berichtet. Im ersten Quartal diesen Jahres sahen die Zahlen noch besser aus. Das BIP war im Quartalsvergleich um 0,4 Prozent gestiegen und im Vergleich zum Vorjahresquartal immer noch um 0,3 Prozent. Die dänischen Exporte haben sich im vergangenen Quartal jedoch erholen können. Diese wachsen nun um konstante 2,5 Prozent, während sie im Vorquartal um 0,6 Prozent zurückgegangen waren.

Die Schuldenkrise ist für das schwache Wachstum der dänischen Wirtschaft verantwortlich. Der wichtigste Grund für den Rückgang im zweiten Quartal ist, dass viele der dänischen Konsumenten und Unternehmer auf ihrem Geld sitzen und dass wahrscheinlich vor allem, weil die Wirtschaft aufgrund der Schuldenkrise so unsicher ist“, erklärt Jacob Graven von der Sydbank Reuters.

Bisher galt die dänische Wirtschaft auch in Zeiten der Eurokrise als relativ stabil. Doch die Auswirkungen zeigen sich nicht nur an dem sinkenden BIP. Die dänische Finanzaufsichtsbehörde hatte vor einigen Wochen erklärt, dass die Banken alles andere als flüssig sind (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/08/29/sicherer-hafen-faellt-eurokrise-greift-auf-daenemark-ueber/

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14.08.2012

Finnland: Konjunktur bricht überraschend stark ein

Nachdem die finnische Regierung bereits vor einer schlechteren Konjunktur gewarnt hatte, schrumpfte die finnische Wirtschaft im zweiten Quartal deutlich. Die Eurokrise hat nun endgültig alle Euroländer erfasst.

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Das finnische Wirtschaftswachstum ist im vergangenen Quartal überraschend stark eingebrochen. Die Wirtschaft in Finnland schrumpfte zwischen April und Juni dieses Jahres um 0,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Dies teilte die finnische Statistikbehörde nun mit.

Damit hat die Eurokrise nun auch das letzte Land mit Top-Bonität und einem stabilen Ausblick erfasst. Die finnische Regierung korrigierte bereits ihre Wachstumsprognosen für die kommenden Jahre (mehr hier).

Die Niederlande hingegen konnten kurzzeitig den negativen Bereich wieder verlassen: Nachdem die Wirtschaft dort im ersten Quartal um 0,3 Prozent geschrumpft war, wuchs sie im zweiten Quartal wieder um 0,2 Prozent. Österreich, das auch noch zu den soliden Eurostaaten zählt, verzeichnete im zweiten Quartal ebenfalls ein Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent.

Am stärksten fiel das Wirtschaftswachstum in Deutschland aus. Analysten warnen allerdings, dass die deutsche Wirtschaft nun für längere Zeit nicht mehr wachsten könnte (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/08/14/finnland-konjunktur-bricht-ueberraschend-stark-ein/

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