Deutschland überweist Athen 599 Millionen Euro

23.05.2013

Griechenland rechnet mit weiteren Zugeständnissen

Die EU-Partner unterstützen weiterhin das schuldengeplagte Griechenland. Bis 2020 soll die Gesamtverschuldung auf 124 Prozent im Vergleich mit der Wirtschaftskraft gesenkt werden.

————————————————————————————-

Das schuldengeplagte Griechenland kann auf weitere Zugeständnisse seiner EU-Partner hoffen. „Der Ansatz der Europäischen Kommission zur finanziellen Konsolidierung ist flexibel, um verschiedenen Ländern mehr Zeit zu geben, ihre Ziele zu erreichen. Ich denke, das wird auch in Griechenland der Fall sein, wenn dies nötig ist“, sagte der Chef der Eurogruppe, der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem, in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der griechischen Zeitung „Kathimerini“.

Nach den milliardenschweren Rettungspaketen für Griechenland sind die EU-Partner der Regierung in Athen schon mit länger laufenden Krediten und geringeren Zinsen entgegengekommen, weil das südeuropäische Land seit Jahren nicht aus der Rezession kommt. Bis 2020 soll die Gesamtverschuldung auf 124 Prozent im Vergleich mit der Wirtschaftskraft gesenkt werden. Das wäre zwar immer noch sehr hoch und deutlich über den EU-Vorgaben, für 2013 wird das Verhältnis aber auf sehr ungesunde 173 Prozent geschätzt. Dijsselbloem sagte, die Finanzminister der Euro-Zone würden 2014 darüber entscheiden, ob es weitere Entlastungen für Griechenland geben könne.

http://www.handelsblatt.com/politik/international/eu-partner-griechenland-rechnet-mit-weiteren-zugestaendnissen/8243082.html

————————————————————————————————————————

08.05.2013

Deutschland überweist Athen 599 Millionen Euro

Griechenland kann sich inzwischen am Kapitalmarkt wieder Geld besorgen. Trotzdem zahlt Deutschland erstmals direkt Gelder an Athen aus – das sind EZB-Gewinne aus dem Verkauf griechischer Anleihen.

————————————————————————————

Die Bundesregierung überweist im Rahmen ihrer Euro-Rettungspolitik erstmals Geld aus dem Bundeshaushalt direkt an den Euro-Partner Griechenland. Nach einem Brief des Bundesfinanzministeriums an den Bundestags-Haushaltsausschuss sollen 599 Millionen Euro aus dem deutschen Etat nach Athen überwiesen werden.

Dabei handelt es sich um die Deutschland zustehenden Gewinne der europäischen Zentralbank aus dem Kauf griechischer Staatsanleihen. Diese werden an die Bundesbank ausgeschüttet, die wiederum ihren Überschuss teilweise an den Bundeshaushalt abführt.

Die Bundesregierung hatte erklärt, an der Krise Griechenlands nicht verdienen zu wollen. Ebenso verfahren die anderen Mitgliedsländer der Euro-Zone, insofern sie nicht selbst wie Griechenland vom Euro-Rettungsschirm gestützt werden.

Griechen bekommen 1,3 Milliarden am Geldmarkt

Griechenland konnte sich aber inzwischen auch ohne Hilfe der Partner wieder frisches Kapital besorgen. Athen lieh sich kurzfristig am Geldmarkt 1,3 Milliarden Euro, um Löcher in seinem Staatshaushalt zu stopfen. Der Zinssatz für den 26-wöchigen Kredit beträgt 4,2 Prozent nach 4,25 Prozent für einen vergleichbaren Kredit am 9. April, wie die Schuldenagentur PDMA in Athen mitteilte.

Athen plant für Mitte 2014 sich erstmals nach Ausbruch der schweren Finanzkrise größere Summen über längere Zeiträume zu leihen, wie aus Dies Kreisen des griechischen Finanzministeriums zu hören war. Noch sei es jedoch verfrüht, zu sagen, wann genau das sein werde.

http://www.welt.de/wirtschaft/article116020606/Deutschland-ueberweist-Athen-599-Millionen-Euro.html

———————————————————————————————————————

Both comments and pings are currently closed.

Comments are closed.