Deutsche Löhne: Die Entwicklung in einer Chronik

21.10.2014

Leiharbeitsfirmen schulden Sozialkassen Millionen

Ganze 221,5 Millionen Euro schulden Leiharbeitsfirmen den Sozialkassen wegen unzulässiger Niedriglöhne. Jetzt wurde bekannt: Bisher haben die Unternehmen nur 71, 7 Millionen Euro abgezahlt.

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Von den 221,5 Millionen Euro, die die Deutsche Rentenversicherung (DRV) bisher von den Leiharbeitsfirmen wegen unzulässiger Niedriglöhne eingefordert hat, haben diese erst 71,7 Millionen Euro an Beiträgen in die Sozialkassen nachgezahlt. Dies geht aus einer vorläufigen Bilanz hervor, die das Bundesarbeitsministerium in einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen vorlegte.

Hintergrund ist die Tatsache, dass das Bundesarbeitsgericht (BAG) im Dezember 2010 Tarifverträge von Zeitarbeitsfirmen mit der christlichen Gewerkschaft CGZP für ungültig erklärt hatte. Infolgedessen wurde Zehntausenden Leiharbeitnehmern der gleiche Lohnanspruch zugesprochen wie den Stammbelegschaften.

Wissenschaftler hatten Ansprüche viel höher geschätzt

Gesetzlich gilt der Grundsatz des Equal Pay, also dass Leiharbeiter den gleichen Lohn wie die Stammarbeiter bekommen. Umgehen kann man diese Regel über den Abschluss eines Tarifvertrags mit niedrigeren Löhnen – diesen Weg sind damals die christlichen Gewerkschaften gegangen. So entgingen den Sozialkassen Beiträge, da diese sich an der Höhe des Lohns orientieren. Gewerkschaften und Wissenschaftler hatten die Ansprüche der Sozialversicherungen auf Beitragsnachzahlungen 2010 allerdings auf zwei bis drei Milliarden Euro geschätzt.

Wie aus der Antwort des Arbeitsministeriums hervorgeht, prüfte die Rentenversicherung insgesamt 3306 Leiharbeitsfirmen und rund 2,2 Millionen Arbeitsverhältnisse. Von insgesamt 2120 Arbeitgebern forderte die DRV demnach 221,5 Millionen Euro an Beitragsnachzahlungen.

http://www.welt.de/wirtschaft/article133520693/Leiharbeitsfirmen-schulden-Sozialkassen-Millionen.html

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03.10.2014

Lohn-Dumping in Deutschland leitet den Niedergang der Euro-Zone ein

Der Niedriglohn-Sektor in Deutschland leitete den Niedergang des Euro ein. Zudem wurde die bedingungslose Aufnahme Chinas in die WTO forciert. Beides trieb die Arbeitslosenquote in Frankreich und Italien in die Höhe.

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Die große Hoffnung für eine Lösung der Euro-Krise war und ist, dass die Lohnkosten in Deutschland erheblich stärker steigen als in den Krisenländern der Eurozone und sich damit die Euro-sprengenden Unterschiede in den Handelsbilanzen und Arbeitslosenzahlen einebnen.

Doch nach den neuesten Daten von Eurostat stiegen die Lohnkosten Verbraucherpreis-bereinigt im 2. Quartal 2014 in Deutschland mit 0,9 % nur wenig stärker als in Spanien und Italien und sogar etwas geringer als in Frankreich (Abb. 18491). Lediglich in den Krisenländern Portugal und Irland kam es zu deutlich geringeren Lohnkostensteigerungen als in Deutschland und damit zu einem, wenn auch sehr begrenzten Angleichungsprozess.

Deutschland müsste für einen erfolgreichen Anpassungsprozess seine Löhne über längere Zeiträume wesentlich stärker anheben. Dagegen würden anhaltende Lohnsenkungen bei den Krisenländern, wenn sie überhaupt durchsetzbar wären, die Binnenkonjunkturen und damit die gesamte Wirtschaftsentwicklung dort noch mehr einbrechen lassen.

Es war praktisch Schröder, der seinerzeit mit den Hartz-Gesetzen und einem danach bis heute wuchernden Niedriglohnsektor Reformen zu Lasten unserer Europartner einführte und damit letztlich die Demontage des Euro einleitete, zumal er sich damals auch nicht an die Maastricht-Kriterien für die Begrenzung des Haushaltsdefizits hielt.

Mit einer über Jahre negativen Lohnentwicklung, die weit hinter der Produktivitätsentwicklung zurückblieb (Abb. 17870, 18196), trieb Deutschland seine Partner in hohe bilaterale Außenhandelsdefizite und raubte diesen damit Arbeitsplätze. Mit seinen Exportüberschüssen auf den Weltmärkten, die ebenfalls mit der stark gedrosselten deutschen Lohnentwicklung zusammenhängen, machte Deutschland außerdem den Euro für Italien und Frankreich viel zu stark.

Etwa gleichzeitig betrieb Deutschland in vorderster Linie die bedingungslose Aufnahme Chinas in die Welthandelsorganisation mit der Folge, dass Deutschland mit seinen modernen Industrieanlagen China aufrüstet und die auf deutschen Maschinen zu rekordniedrigen Löhnen und gewerkschafts- und streikfrei in China produzierten Produkte unschlagbar viele traditionelle Produkte Italiens und Frankreichs von den Märkten verdrängen.

Eine Grafik zeigt das ganze Drama der Verwerfungen bei den Lohnstückkosten in voller Schärfe. In den Lohnstückkosten kommen die Entwicklungen bei den Löhnen und bei der Produktivität zusammen und bestimmen so die Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaften. Die Grafik belegt, dass die Löhne in Frankreich um 20 % und in Italien sogar um 30 % sinken müssten, um die Wettbewerbssituation wieder herzustellen, wie sie mit Deutschland im Jahre 2000 vor Einführung des Euro bestanden hat.

Korrekturen über starke Lohnverzichte sind in aller Regel sozialpolitisch nicht durchsetzbar und schon gar nicht bei so viel sozialem Sprengstoff, wie er in Frankreich und Italien bereits angehäuft wurde. Statt dessen müssten dann Korrekturen über eine Anpassung der Wechselkurse stattfinden. So verließ Italien seinerzeit in 1992 zeitweise die europäische Währungsschlange, um abwerten zu können. Heute müsste das Land für einen ähnlichen Effekt wie damals sogar um 60 % abwerten. Doch dies ist innerhalb des Euroverbundes nicht mehr möglich.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/10/03/lohn-dumping-in-deutschland-leitet-den-niedergang-der-euro-zone-ein/

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15.09.2014

Talfahrt der deutschen Löhne

Real sind die Verdienste von 1995 bis 2012 gesunken. Gleichzeitig wurden die Flächentarifverträge löchriger und es kam zu einem Machtverlust der Gewerkschaften.

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Deutschland 1993: Audi lässt in Ungarn ein neues Motorenwerk errichten. Györ habe den Zuschlag wegen „erheblicher Kostenvorteile“ gegenüber ostdeutschen Standorten erhalten, teilt das Unternehmen damals mit. Auch andere Firmen ziehen gen Osten, nach Tschechien, Ungarn oder Polen, wo „billige Arbeitskräfte in Fülle vorhanden“ sind, wie Rolf Demuth, Eigentümer der Möbelfirma Schieder seinen neuen polnischen Standort preist.

Ein Jahr später stellt Arbeitgeberpräsident Klaus Murmann sein Rezept gegen Jobverlagerung vor: Deutschland brauche einen „echten Niedriglohnbereich“, generell gehörten Urlaubs- und Weihnachtsgeld gekürzt, fordert er und prophezeit: „Wenn wir nicht umsteuern, werden wachsende Lohnzusatzkosten immer weitere Arbeitsplätze vernichten.“

Also steuert Deutschland um. Ab Mitte der 1990er-Jahre werden die Gehaltszuwächse immer geringer. Real, also nach Abzug der Inflation, sinken die Stundenlöhne von Millionen Beschäftigten sogar, und zwar über viele Jahre. Das belegt eine Analyse, die das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Uni Duisburg-Essen erstellt hat und die dieser Zeitung vorliegt.

Dramatischer Rückgang für Geringverdiener

In Westdeutschland sind demnach von 1995 bis 2012 die Reallöhne in allen Einkommensgruppen gesunken. Einen dramatischen Rückgang erlebten Geringverdiener: Ihre realen Stundenlöhne stürzten um 20 Prozent ab, Normalverdiener hatten 8,5 Prozent, Besserverdiener 2,3 Prozent weniger.

In Ostdeutschland gab es nach dem Mauerfall zunächst noch starke – viele Forscher meinen zu starke – Zuwächse. Innerhalb von zwei Jahren stieg der mittlere Stundenlohn von 54 auf fast 70 Prozent des Westniveaus, ergab die IAQ-Auswertung. Gewerkschaften setzten inmitten der Einheitseuphorie zweistellige Zuschläge durch.

Danach aber erlitten Geringverdiener in Ostdeutschland wie ihre Westkollegen Einbußen: Ihre Reallöhne sanken von 1995 bis 2012 um 6,3 Prozent. Dass der Rückgang nicht so stark war wie im Westen liege nur daran, dass das Ausgangsniveau im Osten ohnehin sehr niedrig war, erklärt IAQ-Direktor Gerhard Bosch. Deutliche Steigerungen verbuchten nur noch Beschäftigte, die gemessen am ostdeutschen Lohnniveau überdurchschnittlich verdienten – sie hatten rund 20 Prozent mehr. Die mittleren Einkommen blieben nahezu unverändert.

Die Lohnzurückhaltung sollte Jobs erhalten und schaffen. Doch die gesamtdeutsche Arbeitslosenquote blieb über viele Jahre hoch und lag bis 2006 meist über zehn Prozent. In den neuen Bundesländern stieg der Anteil der Jobsuchenden auf fast 19 Prozent – ein in der deutschen Nachkriegsgeschichte beispiellos hoher Wert.

Großes Drohpotenzial

Der Fall des Eisernen Vorhangs hatte der deutschen Industrie ein großes Drohpotenzial gegeben. Einige Firmen verlagerten ihre Werke tatsächlich aus Kostengründen gen Osten. Doch so viele waren es gar nicht. Wichtig war vielmehr, dass Manager glaubhaft mit Verlagerung drohen konnten.

Diese Option habe die Machtverhältnisse zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden zugunsten der Unternehmen verschoben, so Christian Dunstmann, Wirtschaftsprofessor am University College London. Gewerkschaften und Betriebsräte seien gezwungen gewesen, Einschnitte hinzunehmen.

In der alten Bundesrepublik waren Beschäftigte bis 1990 noch relativ gut vor Lohn-Verfall geschützt. Für die meisten Unternehmen war es selbstverständlich, dass sie einem Arbeitgeber-Verband angehörten und ihre Belegschaft nach Tarif bezahlten, sagt Bosch. „Dieser Konsens ist zerbrochen.“ In Ostdeutschland war die Tarifbindung von Anfang an relativ niedrig, in beiden Teilen der Republik sank die Tarifbindung nach der Einheit.

Gleichzeitig wurden die Flächentarifverträge löchriger. Angesichts der prekären wirtschaftlichen Lage in Ostdeutschland akzeptierten Gewerkschaften zunächst dort Öffnungsklauseln in Tarifverträgen. Dieses Modell wurde später im Westen übernommen. Von Tarifstandards abzuweichen wurde normal: Eine Betriebsräte-Umfrage von 2005 ergab, dass 75 Prozent aller Firmen bereits Öffnungsklauseln genutzt haben.

Höhere Rendite erwartet

Unternehmen setzten auch deshalb stärker auf Kostensenkungen, weil ihre Kapitalgeber eine höhere Rendite erwarteten. Bereiche wie Kantinen, Reinigung, Werkschutz, Logistik, IT wurden ausgelagert. Stammbeschäftigte durch Leiharbeiter ersetzt, Verkäuferinnen durch Regaleinräumer. Aus ordentlich bezahlter Arbeit wurden Billigjobs. Die Hartz-Reformen verstärkten den Druck auf Arbeitslose, fast jede Stelle anzunehmen.

Die Deregulierung und Privatisierung in Sektoren wie Post, Verkehr und Telekommunikation führte zu sinkenden Preisen, etwa für Flüge. Aber auch zu sinkenden Gehältern für Postboten, Busfahrer oder Flugbegleiter. „Die Gewerkschaften haben hier einen historischen Fehler gemacht“, sagt Bosch: „Sie haben nicht darauf gedrängt, dass mit der Liberalisierung allgemeinverbindliche Branchentarifverträge eingeführt werden, die einen Wettbewerb über Niedriglöhne begrenzt hätten.“

Ob die Lohnzurückhaltung Jobs geschaffen hat, ist umstritten. Von 2000 bis 2011 ist jedenfalls die Zahl der Beschäftigten hierzulande langsamer gestiegen als in der Eurozone insgesamt. Darauf weist Gustav Horn, Direktor des gewerkschaftsnahen Wirtschaftsforschungsinstitut IMK hin. Erst seit der jüngsten Wirtschaftskrise, die Deutschland mit Konjunkturpaketen und Arbeitszeit-Verkürzung exzellent gemeistert hat, entwickelt sich die Beschäftigung hierzulande viel besser als anderswo.

Klar ist: Die Lohnzurückhaltung hat zu einer Umverteilung des Wohlstands in Deutschland geführt. Die gesamten Arbeitnehmerentgelte sind seit 1995 nominal um 40 Prozent gestiegen. Die Unternehmens- und Vermögenseinkommen dagegen um 73 Prozent.

http://www.fr-online.de/gerechtigkeit/arbeit-talfahrt-der-deutschen-loehne,28235374,28413214.html

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21.07.2014

Deutschland: Die Gewerkschaften spielen bei den Löhnen keine Rolle mehr

Die Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer beziehen Löhne, die nicht mehr von den Gewerkschaften mitverhandelt wurden. Das Ergebnis: Die deutsche Löhne liegen weit unter dem internationalen Durchschnitt. Die Produktivität ist dagegen dramatisch gestiegen. Nun fordert sogar die Bundesbank Lohnerhöhungen.

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Es scheint eine verkehrte Welt zu sein: Ausgerechnet die Bundesbank, die sonst immer Lohnzurückhaltung anmahnt, sieht auf einmal Spielraum für höhere Lohnabschlüsse. So erklärt Jens Ulbrich, Chefökonom der Bundesbank, bei einem Treffen mit Gewerkschaftsökonomen am Wochenende in Berlin:

Die Lohnentwicklung in Deutschland ist vor dem Hintergrund der guten konjunkturellen Lage, der niedrigen Arbeitslosigkeit und der günstigen Perspektiven durchaus moderat.“

Also muß es ziemlich schlecht um die Entwicklung der deutschen Löhne stehen. Tatsächlich geht es der Bundesbank aber nicht um das Wohl der deutschen Arbeitnehmer oder die soziale Gerechtigkeit, sondern ausschließlich um das Inflationsziel der EZB von 2 %, das in der deflationären Entwicklung immer weniger erreichbar wird. Damit wird die Entschuldung der Banken, die der Bundesbank und der EZB besonders am Herzen liegt, immer schwieriger. Auch die FAZ vermutet unter der süffisanten Schlagzeile „Sogar die Bundesbank ist jetzt für höhere Löhne“:

Offenbar herrscht in der Bundesbank angesichts einer Jahresinflationsrate von zuletzt nur 0,5 Prozent im Euroraum große Sorge vor Deflation, also fallenden Preisen. Höhere Lohnabschlüsse könnten dazu beitragen, dass die Inflationsrate sich wieder dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von knapp zwei Prozent nähert.“

Tatsächlich liegen die deutschen Löhne netto je Arbeitnehmer kaufkraftbereinigt noch unter dem Niveau des Jahres 2000, während die Produktivität um fast 15 % gestiegen ist und mindestens in dieser Höhe Spielraum für die Lohnentwicklung eröffnet hätte (Abb. 17870). Im Vergleich mit den Ländern Westeuropas und mit den USA war die deutsche Lohnentwicklung insgesamt (im Unterschied zu Abb. 17870 nicht je Arbeitnehmer und nicht netto) mit 11 % seit dem Jahr 2000 die schwächste. Allein 7 Länder verzeichneten ein Plus um 30 % und darüber

Die Situation wird noch erhebliche durch die nach Leistungsgruppen sehr unterschiedliche Entwicklung verschärft. Leider liegen Daten des Statistischen Bundesamts erst für die Entwicklung ab 2007 vor. Danach stiegen die Bruttomonatsverdienste der Arbeitnehmer in leitender Stellung, also der Manager und vergleichbarer Berufe, in den etwas mehr als 6 Jahren um 8,9 %, die normaler Fachkräfte dagegen nur um 1,2 % und „kassierten“ angelernte Arbeitnehmer sogar ein Minus von 0,9 % (Abb. 10002). Man kann die Entwicklung ab 2007 in die Gesamtentwicklung der Löhne je Arbeitnehmer bis 2007 einordnen und hat dann wenigstens eine ungefähre Vorstellung, wie ungünstig sich die Löhne für die meisten Leistungsgruppen seit dem Jahr 2000 entwickelt haben

Die ungünstige Entwicklung der deutschen Löhne erklärt sich nicht zuletzt aus der immer weiter abnehmenden Tarifbindung, die die Arbeitnehmer zunehmend dem Einsatz der Gewerkschaften bei den Tarifverhandlungen entzieht. Sie ist in W-Deutschland seit 1996 von 70 % auf nur noch 52 % gefallen, in O-Deutschland liegt sie sogar nur noch bei 35 %; überwiegend sind die deutschen Arbeitnehmer also „gewerkschaftsfrei“

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/07/21/deutschland-die-gewerkschaften-spielen-bei-den-loehnen-keine-rolle-mehr/

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08.10.2013

Deutsche Reallöhne: Niedrige Inflation frisst Lohnsteigerung auf

Die Löhne sind hierzulande zwischen Sommer 2012 und Sommer 2013 im Schnitt so stark gestiegen wie die Verbraucherpreise. Für Vollzeitbeschäftigte bleibt real weniger Geld im Portemonnaie.

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Die niedrige Inflation in Deutschland hat in den vergangenen zwölf Monaten ausgereicht, um erzielte Lohnsteigerungen aufzuzehren. Vom zweiten Quartal 2012 bis zum zweiten Quartal 2013 stiegen die Nominallöhne in Deutschland durchschnittlich um 1,5 Prozent. Die Verbraucherpreise erhöhten sich allerdings um die gleiche Rate, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bekanntgab. Die Reallöhne blieben damit unverändert.

Für den vergleichsweise geringen Anstieg der Nominallöhne hätten niedrigere Sonderzahlungen gesorgt, erklärten die Statistiker. Berücksichtigt man solche Zahlungen wie Urlaubsgeld, Prämien und Zulagen nicht, legten die Bruttomonatsverdienste demnach um 1,9 Prozent zu.

Je nach Beschäftigungsart fiel der Lohnzuwachs zwischen dem zweiten Quartal 2012 und dem zweiten Quartal 2013 sehr unterschiedlich aus. Die Bruttomonatsverdienste der geringfügig Beschäftigten stiegen während der betrachteten Zeit um 5,7 Prozent. Dieses hohe Wachstum ist darauf zurückzuführen, dass die Verdienstgrenze der sogenannten Mini-Jobber zu Jahresbeginn von 400 Euro auf 450 Euro gestiegen ist.

Während die Teilzeitbeschäftigten im zweiten Quartal 2013 durchschnittlich 2,6 Prozent mehr verdient haben als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, stiegen die Bruttomonatsverdienste der Vollzeitbeschäftigten nominal nur um 1,2 Prozent. Da die Verbraucherpreise um eine höhere Rate gestiegen sind, hatte das Gros der Arbeitnehmer in Deutschland im vergangenen Quartal real weniger Geld im Portemonnaie als im Vorjahr.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/konjunktur/deutsche-realloehne-niedrige-inflation-frisst-lohnsteigerung-auf-12608502.html

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