Deutsche Mittelschicht stürzt ab – eine Chronik

29.08.2015

Arbeite hart, aber besser geht es dir nicht

In Deutschland herrscht Boom statt Krise – aber der Erfolg ist immer ungleichmäßiger verteilt. Der Staat könnte das ändern.

————————————————————————————-

Die deutsche Volkswirtschaft läuft seit Langem prächtig. Wer noch die Debatten der Jahrtausendwende im Ohr hat, die das Land zum kranken Mann des Kontinents stempelten, staunt stets aufs Neue. Erst gelang es mit schmerzhaften Reformen, die Zahl der Arbeitslosen zu halbieren. Dann navigierte die Bundesrepublik ohne Massenentlassungen durch die schwerste Weltwirtschaftskrise seit acht Dekaden. Und selbst in den Euro-Stürmen blieb das Land auf Boomkurs. Das muss man erst mal schaffen. Doch selbst ein solcher Erfolg sollte nicht ausblenden, was weniger funktioniert. So misslingt es, die Früchte dieses Erfolgs gleichmäßig zu verteilen. Neue Daten zeigen, dass die Mittelschicht offenbar dauerhaft schrumpft.

Ausgerechnet die Mittelschicht. Wenig anderes steht für das deutsche Wirtschaftsmodell wie dieser Begriff. Es ist ein Versprechen an alle Bürger: Wenn sich einer richtig anstrengt in der Ausbildung und danach im Beruf, kann er sich mehr leisten. Urlaub ohne Supersparpreise, ein Haus mit Garten, Rentenjahre mit dem gewohnten Konsumstandard, kurz: ein Leben, in dem er nicht auf jeden Euro schauen muss. Während der ersten Jahrzehnte nach 1945 wurde dieses Versprechen meist eingelöst. Die außergewöhnlichen Anstrengungen zahlten sich für viele Bürger aus. Es entstand eine breitere Mittelschicht als in anderen westlichen Staaten. Der Aufstieg in eine höhere Einkommensgruppe erschien für jeden zumindest möglich. An der sozialen Marktwirtschaft war nicht nur sozial, dass sie den Schwächeren half, sondern auch, dass sie zwar nicht allen Bürgern zu Wohlstand verhalf, aber doch einer großen Mehrzahl.

Gekürzte Sozialleistungen drängen zum Arbeiten

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich grundsätzlich etwas verändert. Dieser Wandel bedroht den Kern des deutschen Modells. Es geht um das Versprechen, dass der bierernste Leistungswillen, über den andere Nationen manchmal lächeln, sich auch wirklich auszahlt – und nicht nur so, dass es zum Leben reicht.

Die Globalisierung mischt die Karten seit Mitte der Neunzigerjahre neu. Vom Ertrag der zunehmend grenzenlosen Geschäfte profitieren vor allem die Besitzer der Firmen, und das sind wenige. Arbeiter dagegen können nicht mehr auf automatische Lohnerhöhungen hoffen, wenn die Firma auch in Tschechien oder China produzieren kann. Deutschland hat sich auf diese neuen Zeiten eingestellt. Gekürzte Sozialleistungen drängen zum Arbeiten, selbst wenn nur ein schlecht bezahlter Job winkt. Die Löhne wurden niedrig gehalten, um Produkte auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu machen. Und junge Akademiker erleben, dass ihnen die Firma nur eine befristete Stelle anbietet, weil sie dann billiger sind.

Deutschland blieb wenig anderes übrig, als so rabiat auf die Globalisierung zu reagieren: Unflexiblere Länder wie Frankreich oder Italien haben nun hohe Arbeitslosigkeit. Die Bundesrepublik bezahlt ihren Kurs aber mit wachsender Ungleichheit. Erst schrumpfte die Mittelschicht bis Mitte der Nullerjahre. Nun nimmt sie nicht zu, obwohl seit einer Dekade immer neue Jobs entstehen, was nach den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft den Wohlstand verbreitern müsste.

Arbeitnehmer sollten zu Aktionären werden

Was lässt sich tun? Ein Weg ist mehr Umverteilung. Natürlich hat das Grenzen in einem Land, in dem Gutverdiener schon hoch besteuert werden. Aber es gibt noch Spielraum, etwa bei Firmenerben, denen der Millionenbetrieb oft kostenlos in die Hände fällt. Solche Mehreinnahmen darf die Bundesregierung dann aber nicht einfach ausgeben. Sie sollte die Mechanik der Globalisierung beachten.

Zum einen muss sie noch mehr Geld für Bildung ausgeben in einem Land, das viele Jugendliche ohne gute Ausbildung in ein Leben entlässt, in dem sie dann nur schlecht bezahlte Jobs finden. Mit geringen Qualifikationen ist in der weltweiten Konkurrenz viel weniger zu erreichen als in den nationalen Volkswirtschaften früherer Zeit. Das ist die eine Aufgabe. Zum anderen sollte die Regierung mit einem großen Programm fördern, dass sich breite Massen an den Unternehmen beteiligen. Wenn in Zukunft mehr Arbeitnehmer Aktionäre werden, ergänzen sie ihren Lohn mit Kapitaleinkommen – und die nehmen in der digitalen Epoche eher noch zu. Das verspricht eine größere Chance auf Wohlstand, auf einen Platz in der Mittelschicht, als der reine Lohn. Für viele Menschen erscheint das unrealistisch: Sie verdienen zu schlecht, als dass sie investieren könnten. Die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt ließen viele prekäre Jobs entstehen. Aber nicht jede diese Konstruktionen muss eine Regierung in der Globalisierung erlauben. Dass die Bundesregierung endlich einen Mindestlohn eingeführt hat, kann nur der Anfang fairerer Bezahlung sein.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/schrumpfende-mittelschicht-arbeite-hart-aber-besser-geht-es-dir-nicht-1.2623869

———————————————————————————————————————

03.12.2014

Forscher warnen: Der Mittelschicht geht das Geld aus

In den 70er-Jahren kamen die Deutschen selbst mit einem kleinen Einkommen weit besser aus als heute. Doch nicht nur Niedrigverdiener geraten unter finanziellen Druck. Auch die Mittelschicht hat kein Geld mehr übrig, um ein Vermögen anzusparen.

————————————————————————————-

Ein Leben lang arbeiten: Für die meisten Angestellten ist das ganz normal. Dieser Fleiß wurde in der Bundesrepublik oft belohnt – mit einem bescheidenen Wohlstand, einem eigenen Häuschen, einem guten Auskommen im Alter.

Doch nun scheint dieses Versprechen zu kippen. Nach einer neuen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) driftet das Land bei den Vermögen immer weiter auseinander.

Die Wissenschaftler haben zum ersten Mal untersucht, wie viel Geld Angehörige verschiedener Generationen während ihrer gesamten Berufslaufbahn verdienen.

Ergebnis: Je später ein Deutscher geboren wurde, desto geringer sind seine Chancen, ein kleines Vermögen aufzubauen. Gleichzeitig steigt die Gefahr, arbeitslos zu werden.

Gnade der frühen Geburt

Für ihre Analyse gingen die Forscher so vor: Als Muster-Bürger wählten sie einen westdeutschen, männlichen, sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer. Dann untersuchten sie, wie sich die Lebenseinkommen solcher Arbeitnehmer in den Geburts-Jahrgängen 1935 bis 1972 entwickelt haben. Basis waren Daten der Rentenversicherung.

Die langfristige Perspektive bietet laut DIW „die Möglichkeit, die Einkommenssituation der heutigen Generation mit der ihrer Elterngeneration zu vergleichen“. Die Elterngeneration kommt dabei deutlich besser weg – zumindest im Bereich der Normal- und der Niedrigverdiener.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Ungleichheit vom Jahrgang 1935 bis zum Jahrgang 1972 verdoppelt hat“, berichten die DIW-Forscher.

Bis zu 40 Prozent dieses Anstiegs führen die Wissenschaftler auf die erhöhte Arbeitslosigkeit von Geringverdienern zurück. Der Rest werde durch eine „verstärkte Spreizung der Löhne“ verursacht. Sprich: Durch wachsendeUngleichheitbei den Einkommen.

Risiko für Altersarmut steigt

Die Folgen sind laut DIW fatal: Das Institut befürchtet, dass die Bezieher unterer und mittlerer Lebenseinkommen immer weniger Möglichkeiten haben, durch ihrer eigenen Hände Arbeit ein nennenswertes Vermögen anzusparen. Das bedeutet: Das Risiko für Altersarmut steigt.

Davon sind auch die Kinder solcher Generationen betroffen. Denn wer nichts ansparen konnte, kann auch nichts vererben. Auffällig: In der Kriegskinder-Generation liegen die Lebenseinkommen noch dicht beieinander. Ab dem Geburtsjahrgang 1953 öffnet sich dann die Schere: Die Einkommensverteilung fällt zunehmend ungleich aus.

Dadurch, dass dieLebenseinkommen– und damit die angesparten Vermögen – des Jahrgangs 1935 noch relativ gleichmäßig verteilt sind, dürften sich auch die Unterschiede bei den hinterlassenen Erbschaften in Grenzen halten“, schreiben die DIW-Forscher.

Bei künftigen Erbschaften sei dagegen mit zunehmender Ungleichheit zu rechnen. Viele Bezieher niedriger Lebenseinkommen werden kaum noch in der Lage sein, etwas an die nächste Generation weiterzugeben.

Nichts zu vererben

Die Schieflage bei den Erbschaften beeinflusst wiederum die Chancen der nachfolgenden Generation negativ. Zumal die Ungleichheit beim Geld auch die Ungleichheit beim Bildungserfolg verstärkt. Ein Faktor, der in Deutschland ohnehin stark vom Elternhaus abhängt. Ein Aufstieg in die oberen Ränge derVermögensverteilungwird damit zusätzlich erschwert.

Hier sieht das DIW den wichtigsten Ansatzpunkt für die Politik: Der Staat müsse dafür sorgen, dass „bei wachsender ökonomischer Ungleichheit die Grundlagen des beruflichen Erfolgs möglichst unabhängig vom Elternhaus sind“.

http://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/forscher-schlagen-alarm-die-mittelschicht-hat-kein-geld-mehr-zum-sparen_id_4318298.html

———————————————————————————————————————

29.06.2014

Die Mittelschicht wird abkassiert

Krankenkasse, Rente, Pflege: Klammheimlich treibt die große Koalition die Sozialbeiträge nach oben. Und das soll sozial sein?

————————————————————————————-

Es ist eine stolze Zahl. Um bis zu 6500 Euro werden die jährlichen Sozialbeiträge pro Arbeitnehmer in den kommenden sechs Jahren steigen. Das zeigt eine Berechnung aus dem Kieler Institut für Weltwirtschaft im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Basis dafür sind Prognosen, offizielle Schätzungen und ein angenommener Lohnzuwachs von drei Prozent pro Jahr.

Das ist, wenigstens zu einem beträchtlichen Teil, der Preis für die Beschlüsse der großen Koalition bei Rente, Pflege und Krankenkassen. Selbst ein Geringverdiener mit Vollzeitjob und 8,50 Euro Mindestlohn, dem die Regierung angeblich helfen will, zahlt dann rund 1850 Euro pro Jahr zusätzlich – den größeren Teil davon aus eigener Tasche, den kleineren Teil übernimmt der Arbeitgeber.

Der teure Weg zu höheren Beiträgen beginnt am kommenden Dienstag. Dann treten Mütterrente und Rente mit 63 in Kraft. Bereits im Vorfeld mussten die Versicherten dafür auf die eigentlich fällige Beitragssenkung um 0,6 Prozentpunkte verzichten – auch das waren schon bis zu 430 Euro im Jahr.

Für ein paar Jahre reicht dieses Geld noch, dann wird es ernst: Im Jahr 2020 soll der Beitragssatz nach der bisherigen Regierungsprognose von heute 18,9 Prozent auf dann 19,7 Prozent steigen. Im Jahr 2030 liegt er nach den Vorhersagen bei stolzen 22 Prozent. Rund ein halber Prozentpunkt geht aufs Konto des jüngsten Gesetzespakets von Sozialministerin Andrea Nahles (SPD).

Anfang nächsten Jahres geht es genauso weiter: Dann steigt der Beitrag zur Pflegeversicherung um 0,3 Prozentpunkte, weitere 0,2 Punkte sollen zwei Jahre später folgen. Die Bundesregierung begründet das mit zusätzlichen Leistungen für Demenzkranke. „Verbesserungen in der Pflege sind ein Schwerpunkt dieser Bundesregierung“, sagt Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Billig wird das nicht.

Am teuersten kommt langfristig aber das neue Beitragssystem für die Krankenkassen, das erstaunlich geräuschlos durchs Parlament ging. Es stammt ebenfalls aus Gröhes Ressort, und es tritt gleichermaßen am 1. Januar in Kraft. Bisher galt ein einheitlicher Beitragssatz von 15,5 Prozent. Wenn eine Kasse mit dem Geld nicht auskam, musste sie den Versicherten seit 2009 eine separate Zusatzprämie in Rechnung stellen. Das haben die Versicherungen schnell wieder aufgegeben, weil die Leute dann sofort zu einer Kasse ohne Zusatzbeitrag wechselten.

Jetzt schafft die Regierung diese Prämie ab, und der reguläre Beitrag sinkt zunächst von 15,5 auf 14,6 Prozent. Das klingt gut, hat aber einen großen Haken: Künftig dürfen die Kassen wieder klammheimlich die prozentualen Beiträge erhöhen, das Geld wird den Arbeitnehmern direkt vom Lohn abgezogen. Wer die Gehaltsabrechnung nicht gründlich studiert, wird das auf den ersten Blick kaum bemerken.

Das neue System vereinfacht Beitragserhöhungen kolossal, und die Kassen werden das Geld bald brauchen: Bis Dezember erwartet der Spitzenverband ein Minus von 1,5 Milliarden Euro, im vorigen Jahr waren es noch 1,7 Milliarden Euro Überschuss. Das ist auch eine Folge von Koalitionsbeschlüssen: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat den Staatszuschuss an die Kassen um 3,5 Milliarden Euro gekürzt, um seinen Haushalt auszugleichen. Im kommenden Jahr sollen weitere 2,5 Milliarden Euro wegfallen.

Der Wegfall der Praxisgebühr, ein Wunsch des früheren Koalitionspartners FDP, verursacht ebenso zusätzliche Kosten wie höhere Vergütungen für Krankenhäuser und Ärzte. Die Konsequenz, nach der Prognose des Kieler Ökonomen: Schon in sechs Jahren werden die Kassen wohl durchschnittlich 1,4 Prozentpunkte mehr verlangen als heute.

Alles in allem liegen dann die Sozialbeiträge, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu tragen haben, nach der Schätzung bei 42,4 Prozent des Bruttoeinkommens. Und das auf der Basis einer guten Beschäftigungslage, die reichlich Geld in die Kassen bringt. Früher galten der Politik 40 Prozent als eine Grenze, die sie wegen drohender Jobverluste nicht überschreiten sollte. Als Bundeskanzlerin Angela Merkel vor neun Jahren ihre erste große Koalition mit den Sozialdemokraten schloss, peilte sie sogar weitaus ehrgeizigere Ziele an. „Mittelfristig müssen wir im Grunde wieder den Stand vor der deutschen Einheit erreichen“, sagte sie damals. „Also um die 36, 37 Prozent.“

Noch weiter ging die SPD. In einem Steuer- und Abgabenkonzept für die Partei formulierte der damalige Finanzminister Peer Steinbrück: „Unser Ziel ist es, im Laufe des nächsten Jahrzehnts wieder unter 36 Prozent zu kommen.“ Auch der jetzige Parteichef Sigmar Gabriel befand noch vor drei Jahren: „Wir müssen gerade für die, die durchschnittlich verdienen, die Sozialabgaben senken.“

Stets argumentierte die SPD, dass besonders Normalverdiener unter hohen Sozialabgaben zu leiden haben. Anders als Steuern werden die Beiträge vom ersten verdienten Euro an fällig, also auch bei geringem Lohn. Die größte Gesamtlast tragen die mittleren Einkommensgruppen: Sie zahlen die höchsten Sozialbeiträge und zugleich bereits die höchsten Steuersätze. Bei kinderlosen Singles summieren sich die Abzüge auf bis zu 50 Prozent. Weil die Sozialabgaben gedeckelt sind, fallen die Abzüge oberhalb dieser Grenze wieder geringer aus. Allerdings erwerben die Reichen im Gegenzug keine zusätzlichen Rentenpunkte.

Die starke Belastung der Mittelschicht im internationalen Vergleich beklagte zuletzt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Unter den 34 Mitgliedsländern hat Deutschland zwar die vierthöchsten Bruttoeinkommen. Weil die Arbeitseinkommen aber so hoch mit Steuern und Abgaben belastet sind wie sonst nur in Belgien, fällt die Bundesrepublik bei den Nettoeinkommen auf Platz zehn zurück.

Allmählich werden die Gewerkschaften unruhig, deren Ruf nach der „Rente mit 63“ zumindest einen Teil der Mehrkosten verursacht hat. Damit mehr Netto vom Brutto bleibt, rief die IG Metall schon im Frühjahr nach Entlastungen der Steuer. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach mahnt jetzt, „Überlastungen der Beschäftigten“ zu vermeiden. Und Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sagt: „Der Anstieg der Sozialbeiträge muss verhindert werden.“ Über den Weg dorthin gehen die Ansichten naturgemäß auseinander.

Derzeit deutet allerdings nichts darauf hin, dass die große Koalition auf die Hilferufe aus der Arbeitswelt hört. Ein Blick auf die Prognosen zur Beitragsentwicklung zeigt: So richtig spürbar werden die höheren Abgaben erst am Ende des Jahrzehnts. Die nächste Bundestagswahl findet aber spätestens 2017 statt. Den Zorn der Bürger werden also erst die Nachfolger abbekommen.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/hoehere-sozialbeitraege-die-mittelschicht-wird-abkassiert-13016042.html

———————————————————————————————————————

25.07.2013

Deutsche Mittelschicht hat vom Euro nicht profitiert

Zwischen den 17 Ländern der Eurozone gibt es im Hinblick auf das mittlere Einkommen große Unterschiede. Deutschland liegt weit abgeschlagen hinter Ländern wie Italien, Frankreich oder Spanien.

————————————————————————————

Die Mittelschicht ist in Deutschland weniger vermögend als in den anderen großen Ländern der Eurozone. So ist etwa das mittlere Vermögen in Italien fast dreimal so hoch wie hierzulande.

Das mittlere deutsche Vermögen liegt bei 42.222 Dollar (circa 32.000 Euro), so das Global Wealth Databook der Credit Suisse für 2012. Damit liegt Deutschland weltweit nur auf Platz 23 (hier). Und auch die meisten Länder der Eurozone liegen zum Teil weit vor Deutschland.

Grundlage für das von Credit Suisse für den Bericht erhobene Vermögen sind sowohl die finanziellen Vermögenswerte wie Anleihen und Aktien als auch die nicht-finanziellen Vermögenswerte wie Immobilien. Dass viele Angehörige der deutschen Mittelschicht anders als in anderen Ländern keine Immobilien besitzen, trägt entscheidend zu dem relativ geringen mittleren Vermögen in Deutschland bei.

So machen nicht-finanzielle Werte 55 Prozent des deutschen Vermögens aus. In Frankreich sind es hingegen 65 Prozent, in Italien 64 Prozent und in Spanien 60 Prozent.

Ein weiterer Grund ist die schwache Vermögensentwicklung der deutschen Mittelschicht infolge der Eurokrise. Durch das treue Sparen auf Konten mit niedrigem und mitunter negativem Realzins haben sich die Vermögen auf den Konten kaum vermehrt (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/wp-content/uploads/2013/07/mittleres-verm%C3%B6gen.jpg

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/07/25/deutsche-mittelschicht-hat-vom-euro-nicht-profitiert/

———————————————————————————————————————

24.07.2013

Deutsche Mittelschicht stürzt ab: Weltweit nur Platz 23 (sogar unter Taiwan!)

Gemessen am durchschnittlichen Vermögen der nationalen Bevölkerung ist Deutschland keinesfalls führend. Die deutsche Mittelschicht liegt weit abgeschlagen von der Australiens, Luxemburgs oder auch Italiens. Aber auch im Hinblick auf die Erwachsenen mit einem sehr großen Vermögen gehört Deutschland zu den Top-Verlierern.

————————————————————————————

Wohlstand ist für die meisten Menschen ein erstrebenswertes Ziel und grundsätzlich geht es den meisten Deutschen finanziell deutlich besser als Erwachsenen in anderen Ländern. Doch auch in Deutschland wird die Lücke zwischen arm und reich immer größer. Vor allem die Mittelschicht hat in den vergangenen Jahren gelitten, wie das Global Wealth Databook der Credit Suisse für 2012 zeigt.

Demnach liegt Deutschland mit Blick auf die Höhe des mittleren Vermögens mittlerweile nur mehr auf Platz 23. Das ist immer noch besser als die USA (Platz 27), aber deutlich schlechter als in Ländern wie Australien (Platz 1) und Luxemburg (Platz 2).  Auch Italien, Österreich, Spanien und die Niederlande sind besser platziert. Die Höhe des mittleren Vermögens beträgt demnach etwa 42.222 Dollar – in Australien bei 193.653 Dollar. 2011 lag das mittlere Vermögen in Deutschland noch bei 57.283 Dollar, so querschuesse.de

Grundlage für das von Credit Suisse für den Bericht erhobene Vermögen sind die finanziellen Vermögenswerte wie Anleihen und Aktien und die nicht-finanziellen Vermögenswerte (Immobilien etc.) und die Schulden. Das ist auch einer der Gründe, warum Italiens Mittelschicht auf Rang vier steht. Die private Verschuldung in Italien ist sehr niedrig – nur 10 Prozent des Bruttovermögens, so Credit Suisse. Im Vergleich dazu liegt Dänemarks bei 33,7 Prozent.

Aber auch unter den sehr Vermögenden schneidet Deutschland im weltweiten Vergleich nicht mehr gut ab. Die Zahl der Erwachsenen, die ein Vermögen von mehr als einer Million Dollar haben, sank von 2011 auf 2012 um 290.000.  Die Zahl der deutschen Erwachsenen, die sich unter den Top 10 befinden ist ebenfalls stark rückläufig. Damit gehört Deutschland bei der Veränderung der weltweiten Verteilung der Vermögen von 2011 zu 2012 der Credit Suisse zufolge zu den größten Verlierern. Im Vergleich zu 2011 ist das gesamte Vermögen der deutschen Haushalte um 14,2 Prozent zurückgegangen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/wp-content/uploads/2013/07/114.jpg

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/07/24/deutsche-mittelschicht-stuerzt-ab-weltweit-nur-platz-23/

———————————————————————————————————————

Both comments and pings are currently closed.

Comments are closed.