Wahrheit über die deutschen Goldreserven – eine Chronik

19.12.2015

Warum die Bundesbank heimlich ihren Goldschatz zurück nach Deutschland holt

Still und heimlich bringt die Bundesbank tonnenweise Gold über den Rhein und den Atlantik in heimische Tresore. Noch befindet sich der Großteil des Edelmetalls im Ausland. Doch von 2013 bis 2020 sollen 674 Tonnen nach Frankfurt verlagert werden. Bisher ohne Probleme. 

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Der Goldschatz der Bundesbank ist legendär: Mit mehr als 270.000 Barren und einem aktuellen Wert von 109 Milliarden Euro ist er der zweitgrößte der Welt. Doch der Großteil der 3384 Tonnen Edelmetall lagert aus historischen Gründen im Ausland – noch. Denn seit 2013 bringt die Notenbank schrittweise Gold nach Frankfurt, insgesamt 674 Tonnen sollen bis 2020 aus den Tresoren der US-Notenbank Fed und der Banque de France in heimische Tresore verlagert werden. Auch in diesem Jahr wurde auf streng geheimen Wegen tonnenweise Gold aus dem Ausland nach Frankfurt gebracht – zu den Transportwegen macht die Notenbank aus Sicherheitsgründen keine Angaben.

Psychologische Gründe: Deutsche sorgen sich um das Gold im Ausland

„Wir sind gut im Plan. Bis 2020 werden wir die Hälfte des deutschen Goldes in Deutschland haben“, verspricht Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. Zum Vergleich: Ende 2012 lagen nur 31 Prozent der Goldreserven oder 1036 Tonnen in Frankfurt. Auch das war relativ viel, wie Thiele betont: „Wir holen das Gold nicht zurück, denn es war nie hier. Bis zur deutschen Einheit hatten wir nur 77 Tonnen in Deutschland – aus Sicherheitserwägungen zu Zeiten des Kalten Krieges.“ Das waren seinerzeit nur zwei Prozent des Gesamtbestandes.

Trotzdem dürfte es viele Deutsche beruhigen, dass sich die heimischen Tresore nun nach und nach füllen: Sie wissen den wertvollen Schatz lieber in der Heimat als in der Fremde. Denn die Öffentlichkeit bis hin zum Bundesrechnungshof ist misstrauisch, ob das deutsche Gold nach Jahrzehnten in Tresoren anderer Notenbanken sicher und noch vollständig vorhanden ist – und ob Deutschland im Krisenfall darauf zugreifen könnte. Daher fordert etwa die Initiative „Holt unser Gold heim“ eine vollständige und unabhängige Überprüfung der deutschen Goldbestände an allen Lagerorten – und „die zeitnahe Rückführung des im Ausland gelagerten Goldes nach Deutschland“.

Seit dem Euro macht Paris als Standort keinen Sinn mehr

Thiele versichert, Sorgen über das im Ausland lagernde Gold seien unbegründet. Trotzdem begann die Bundesbank 2013 mit der Verlagerung des Edelmetalls aus Paris und New York, die Goldbestände in London bleiben unangetastet. In den ersten beiden Jahren kamen zusammen 157 Tonnen in die Keller der Bundesbank. Wie viel es 2015 waren, sagt die Notenbank noch nicht. 

Dass der Großteil des deutschen Goldes bisher in den Tresoren der Fed, der Banque de France in Paris und der Bank of England in London lagert, hat historische Gründe. Ab Mitte 1951 baute die Bank deutscher Länder – die Vorgängerin der Bundesbank – Goldreserven auf. In den 1950er und 1960er Jahren wuchs der deutsche Goldschatz rasant: Die Wirtschaftswunderjahre brachten der Bundesrepublik dank des Exports viele Dollar ein, die bei der US-Zentralbank gegen Goldforderungen eingetauscht werden konnten. 

Während des Kalten Krieges wurde deutsches Gold gezielt außerhalb der Landesgrenzen aufbewahrt. Seit der Euro-Einführung dies- und jenseits des Rheins ist jedoch zumindest für den Standort Paris das Argument hinfällig, man könne das dort gelagerte Gold im Krisenfall in Devisen umtauschen. Daher wird dieser Lagerort komplett aufgelöst.

Einen Rest lässt man im Ausland – aus guten Gründen

Für New York und London gilt das nicht. Daher werden aus den USA nur 300 von mehr als 1500 Tonnen Gold nach Deutschland überführt, die 35.640 Barren in London bleiben komplett unberührt. Das hat handfeste Gründe, wie Thiele betont: „Es ist wichtig, für Krisenfälle Vorsorge zu betreiben. Deshalb werden wir einen Teil des Goldes in dem Land mit der größten Leitwährung der Welt lassen – das ist die USA mit dem Dollar. Und einen anderen Teil lassen wir in der Bank of England in London als größtem Goldhandelsplatz der Welt.“ 

http://www.focus.de/finanzen/boerse/gold/goldschatz-der-bundesbank-warum-die-bundesbank-jetzt-ihren-goldschatz-nach-deutschland-zurueckholt_id_5165644.html

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07.10.2015

Bundesbank deckt Goldbestände auf

Wo liegt das deutsche Gold? Mit der neuen Goldbarrenliste legt die Bundesbank erstmals einen detaillierten Überblick über ihre Bestände vor. Die Masse des Goldes lagert demnach immer noch jenseits des Atlantiks in New Yorker Tresoren.

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Die Deutsche Bundesbank hat erstmals eine Liste über ihre Bestände an Goldbarren an den vier Lagerorten Frankfurt am Main, London, Paris und New York veröffentlicht. Die Liste soll künftig jeweils zum Jahreswechsel aktualisiert werden. Aktueller Stand ist der Stichtag 31. Dezember 2014.

Die Aufstellung enthält unter anderem die Barrennummern, Details wie die sogenannten Melt- oder Inventarnummern sowie das Bruttogewicht der deutschen Goldbestände und das Feingewicht inklusive Angaben zum Feinheitsgrad der eingelagerten Goldreserven.

Mit der Veröffentlichung der Liste reagiert die Bundesbank auf ihre Kritiker. Die Hüter der deutschen Vermögenswerte kommen damit Forderungen nach einer transparenteren Bilanzierung nach. In den vergangenen Jahren hatten sich kritische Stimmen vehement für eine vollständige Offenlegung der Goldbestände eingesetzt – auch um Zweifel am Umfang, dem Wert oder gar der bloßen Existenz der umfangreichen Vermögenswerte auszuräumen. Der Bundesrechnungshof hatte sich den Forderungen nach einer Inventur angeschlossen.

Die neue Liste liefert nun erstmals greifbare Daten und einen umfangreichen Überblick: Die Bundesbank verfügt demnach über rund 3384 Tonnen Gold im Wert von 107 Milliarden Euro (Stand Ende 2014). Damit hält die Bundesrepublik weltweit die zweitgrößten Goldreserven nach den Vereinigten Staaten. Der Goldbestand stelle zwei Drittel der deutschen Währungsreserven dar, heißt es. Die große Masse liegt mit rund 115.400 Barren in den Kellern der New Yorker Notenbankfiliale an der Südspitze Manhattans – wenige Gehminuten von der Wall Street entfernt.

Gold-Transporte über den Atlantik

Zum Stichtag 31. Dezember 2014 lagerten 35 Prozent der deutschen Goldreserven in Frankfurt, 43 Prozent in New York, 13 Prozent in London und die restlichen 9 Prozent in Paris. Die Verteilung auf Lagerstätten im Ausland will die Bundesbank ändern.

„Spätestens 2020 wird die Hälfte der deutschen Goldreserven in Deutschland lagern“, versprach Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele. Dazu würden seit 2013 schrittweise 374 Tonnen Gold von Paris und 300 Tonnen Gold von New York nach Frankfurt verlagert.

Künftig würden dann 50 Prozent der deutschen Goldreserven in Deutschland lagern, 37 Prozent bei der US-Zentralbank Fed und 13 Prozent bei der Bank of England bleiben. Die Lagerstelle bei der Banque de France wird aufgelöst.

Bis zu 6 Tonnen pro Jahr

Da die Deutsche Bundesbank mit Ausnahme der jährlichen Goldverkäufe an das Bundesministerium der Finanzen (BMF) für das Prägen von Goldmünzen keine weiteren Verkäufe oder auch Zukäufe vornimmt, entwickelt sich der Bestand der deutschen Goldreserven nahezu konstant. Durch die Goldverkäufe an das Berliner Ministerium verminderte sich der Goldbestand in den vergangenen Jahren um 3 bis 6 Tonnen Gold pro Jahr.

Der Verbleib und die mengenmäßige Entwicklung der Goldbestände werden in Deutschland von einer kleinen, aber sehr aktiven Szene aufmerksam verfolgt. Sie fordert seit Langem eine Rückführung des deutschen Goldes und die Veröffentlichung von Barrenlisten. Anhand der Liste kann sie künftig die Umlagerung von Beständen nachvollziehen.

Teure Gold-Transporte

Die Bundesbank weist seit Beginn der Euro-Krise gern auf die Existenz des Goldes und seinen hohen Anteil an den Devisenreserven hin. Damit soll das Vertrauen in die Solidität des Währungssystems gestärkt werden.

Die Umlagerungsaktion nach Deutschland ist mit hohen Kosten verbunden: Die Bundesbank muss nicht nur mit viel Aufwand für eine sichere und geheime Überstellung sorgen. Auch die Ausgaben für Versicherung, Verpackung und den eigentlichen Transport der schweren Edelmetallbestände gehen ins Geld. Indirekt tragen damit die Zweifel der Bundesbank-Kritiker dazu bei, den Wert der deutschen Vermögenswerte zu schmälern.

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Bundesbank-deckt-Goldbestaende-auf-article16087606.html

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05.03.2015

Bundespolizei soll Goldreserven überwachen

Bisher bewachte ein privates Sicherheitsunternehmen die Goldreserven der Bundesbank, künftig soll das die Bundespolizei übernehmen. Hintergrund ist der immer größer werdende Goldschatz, der in Frankfurt lagert.

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Die Bundespolizei wird Mitte des Jahres die Überwachung der Bundesbank-Zentrale in Frankfurt samt des dort gelagerten Goldschatzes übernehmen. Bislang war ein privates Sicherheitsunternehmen dafür zuständig, wie ein Sprecher der Bundesbank am Donnerstag sagte. Hintergrund für den Wechsel sei, dass bis zum Jahr 2020 300 Tonnen Gold von New York und 374 Tonnen Gold von Paris nach Frankfurt verlagert werden sollen.

Die Deutsche Bundesbank hatte zuletzt fast 3400 Tonnen des Edelmetalls und damit nach den USA den zweitgrößten Goldschatz der Welt. Allein 2014 holte sie 120 Tonnen Gold von ausländischen Lagerstellen nach Frankfurt. Ende Januar 2015 hatten die Bundesbank-Barren einen Wert von 107,5 Milliarden Euro.

Ein Sprecher des Bundespolizeipräsidium in Potsdam sagte auf Anfrage, dass für die neue Aufgabe gut 200 Stellen vom Bundestag bewilligt worden sind. „Die Bundespolizei hat zwischenzeitlich mit den Vorbereitungsmaßnahmen zur Aufgabenübernahme begonnen.“

Die DPolG Bundespolizeigewerkschaft forderte sofortige personelle Unterstützung. „Die 200 zusätzlichen Kollegen müssen erst einmal drei Jahre ausgebildet werden.“ Nun würden Beamte aus anderen Bereichen abgezogen, wo sie dann fehlten. Kurzfristig sollten daher Unterstützungskräfte eingestellt werden, die in wenigen Monaten ausgebildet werden könnten.

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundesbank-bundespolizei-soll-goldreserven-ueberwachen/11465720.html

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19.01.2015

Bundesbank bringt 120 Tonnen Gold heim

Die Deutsche Bundesbank hat fast 3400 Tonnen Gold und damit den zweitgrößten Goldschatz der Welt. Kritiker zweifeln die Sicherheit des Edelmetalls an, daher kommen die Barren nach Frankfurt – 2014 haben 120 Tonnen die Reise angetreten.

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Die Deutsche Bundesbank hat im vergangenen Jahr weitere 120 Tonnen Gold von ausländischen Lagerstellen nach Frankfurt gebracht. Davon stammten 35 Tonnen aus ihren Beständen in Paris und 85 Tonnen aus New York. Die Umsetzung ihres Anfang 2013 vorgestellten Gold-Lagerstellenkonzeptes verlaufe reibungslos und sei 2014 intensiviert worden, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele: „Wir liegen sehr gut im Zeitplan.“

Der Großteil der deutschen Goldreserven lagert aus historischen Gründen im Ausland, vor allem in den Tresoren der US-Notenbank Fed in den USA. Die Bundesbank will bis 2020 mehr als die Hälfte ihrer aktuell 3384 Tonnen in heimischen Tresoren lagern. Dafür sollen schrittweise 300 Tonnen des Edelmetalls aus New York und die gesamten 374 Tonnen aus Paris nach Frankfurt überführt werden. Mehr als 1200 Tonnen sollen nach 2020 in New York bleiben, 445 Tonnen in London.

Thiele hatte dies kürzlich so begründet: „Gold kann im Krisenfall beliehen oder in eine andere Währung getauscht werden.“ Beinahe ein Viertel der Barren (23 Prozent), die verlagert werden sollen, befindet sich bereits in den Tresoren in Frankfurt, betonte die Bundesbank.

Überschüsse aus 50er- und 60er-Jahren

Seit 2013 seien 67 Tonnen aus Paris und 90 Tonnen aus New York in die Zentrale der Notenbank überführt worden. Die Bundesbank nutzte die Verlagerung aus New York, um etwa 50 Tonnen Gold auf den heute marktüblichen Barrenstandard „London Good Delivery“ umschmelzen zu lassen, sagte Thiele: „Bei dieser Art von Stichprobenkontrolle haben wir auch auf die Expertise der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zurückgegriffen. Wie erwartet gab es keine Beanstandungen.“

Das Edelmetall war vor allem in den 1950er und 1960er Jahren als Bezahlung hoher deutscher Außenhandelsüberschüsse in den Besitz der Bundesbank übergegangen: Die Wirtschaftswunderjahre brachten der Bundesrepublik dank des Exports viele Dollar ein, die bei der US-Zentralbank gegen Goldforderungen eingetauscht werden konnten. Heute hat die Bundesbank nach den USA den zweitgrößten Goldschatz der Welt. Ende November 2014 hatten die Barren einen Wert von 105 Milliarden Euro.

2012 war in Deutschland eine öffentliche Debatte über die Sicherheit des deutschen Goldes entbrannt. Der Bundesrechnungshof forderte regelmäßige Stichproben der Bestände im Ausland. Die Bundesbank reagierte mit der Ankündigung, einen Teil des Auslands-Goldes künftig in Deutschland zu lagern.

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Bundesbank-bringt-120-Tonnen-Gold-heim-article14348496.html

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01.12.2014

„Politischer Druck und völlige Unterwürfigkeit der Bundesregierung sind das Problem“

Gestern haben die Schweizer unter anderem über die Frage abgestimmt, alle Goldreserven des Landes in die Schweiz zurück zu holen. Zwar konnte für die Goldinitiative der Schweizerischen Volkspartei keine Mehrheit gewonnen werden. Doch insbesondere die Frage, sämtliche Goldbestände künftig in der Schweiz zu lagern, sorgte für Aufsehen.

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Auch zwei Drittel der deutschen Goldreserven lagern im Ausland – fast die Hälfte davon in den USA. Forderungen, die deutschen Goldreserven aus London, Paris und den USA zu holen, werden auch hierzulande lauter. Das aktuelle Lagerstellenkonzept der Bundesbank sieht vor, bis zum Jahr 2020 die Hälfte der Goldreserven in Deutschland zu lagern. Allerdings wurde bisher nur ein Bruchteil des Goldes nach Deutschland geschafft und nur fünf Tonnen aus den USA. Carl-Ludwig Thiele, Vorstand der Bundesbank bekundete sein Vertrauen in die Partnernotenbanken und erklärte, es gebe keine offenen Fragen.

Keine offenen Fragen? Das sieht Prof. Dr. Max Otte anders: Das Börsen- und Finanzportal www.wallstreet-online.de spricht mit dem Wirtschafts- und Finanzexperten über die ausländischen Goldreserven der Deutschen Bundesbank, die größtenteils in den USA lagern und welche politischen und wirtschaftlichen Gründe hinter der Entscheidung stecken, das Gold nicht wie angekündigt nach Deutschland zu holen.

Sehr geehrter Herr Prof. Otte, in einer aktuellen Umfrage auf wallstreet:online äußern über 80 Prozent die Meinung, das bislang im Ausland befindliche Gold sollte künftig in Deutschland gelagert werden. In einem vor Kurzem auf wallstreet:online veröffentlichen Artikel vertreten Sie die Meinung, dass die Bundesbank ihr Gold nicht zurückholen werde. Wie begründen Sie das?

Prof. Dr. Max Otte: Die Bundesbank hat in einer einfachen Pressemitteilung laut dem bekannten Analysten Tyler Durden von zerohedge.com erklärt, dass man auf die Rückholung wegen technischer Gründe verzichtet habe. Der Text vom Oktober diesen Jahres ist wie folgt:

„Es gab niemals einen Zweifel über die Sicherheit von Deutschlands Gold. In der Zukunft wollen wir unser Gold weiter in internationalen Handelszentren halten, so dass wir es als Reserveguthaben im Ernstfall so schnell wie möglich zur Verfügung haben.“

Das ist natürlich der allergrößte Unsinn. Die Bundesbank wurde politisch unter Druck gesetzt. Das Gold liegt größtenteils bei der Federal Reserve Bank in New York. Deutschland ist einer der Stützpfeiler des amerikanischen Dollar. Man wird der Bundesrepublik nicht erlauben, eine souveräne Währungspolitik zu betreiben.

Im gleichen Zusammenhang gehen 70 Prozent der Leser von wallstreet:online davon aus, dass die deutschen Goldbestände in den USA größtenteils beliehen oder verliehen sind und somit nicht ausgeliefert werden können. Könnte das das Problem sein?

Prof. Otte: Das weiß ich so wenig wie Ihre Leser. Das ist aber auch letztlich egal. Wenn es verliehen oder umgeschmolzen wäre, hätte die Fed die Verpflichtung, das Gold zurückzukaufen. Der politische Druck und die völlige Unterwürfigkeit der Bundesregierung sind das Problem.

In einer Präsentation der Bundesbank heißt es, das Gold lagere bei Banken mit der höchsten internationalen Reputation und in Ländern mit stabilen demokratischen Strukturen. Dann ist doch eigentlich alles gut und das Gold in sicheren Händen?

Prof. Otte: Über Demokratie kann man sich streiten, wenn die Wahlbeteiligung um 50 Prozent und darunter liegt und die Gesetze von Lobbys gekauft werden. Privacy International stuft die USA, England, Russland und China als „endemische Überwachungsgesellschaften“ ein.

Es geht hier um nationale oder zumindest europäische Souveränität und Handlungsspielräume, um Dominanz und Abhängigkeit. Faktisch wird doch schon im Ausland entschieden, wo und für wen deutsche Soldaten sterben. So war es auch bis 1815. Nach 200 Jahren nähern wir uns diesem Zustand wieder an.

Es gibt auch die Auffassung, das Gold sollte dort gelagert sein, wo es in Krisenfällen direkt verpfändet oder in andere Währungen getauscht werden können – sprich an den Goldhandelsplätzen?

Prof. Otte: Die Bundesbank hat die drittgrößten Goldreserven der Welt, Deutschland ist eine starke Volkswirtschaft. Was spricht dagegen, Frankfurt zu einem Goldhandelsplatz zu machen. Viele Länder fänden das sicher besser als New York oder London. Und genau deswegen wird es uns verboten.

Vor Kurzem hat das Edelmetall Gold die Schwelle von 1.200 US-Dollar unterschritten. Die Notenbanken befeuern die Märkte. Ist Gold als sicherer Hafen nicht mehr gefragt?

Prof. Otte: Das ist ein temporäres Phänomen. Die niederländische Notenbank holt gerade Gold zurück, Russland und die Banken in Asien kaufen massiv Gold. Es mag zwar im Interesse einiger westlicher Länder und Banken sein, Gold herunterzureden, aber auf Dauer wird das nicht funktionieren.

Herr Prof. Otte, vielen Dank für das Interview.

http://www.wallstreet-online.de/nachricht/7211963-bundesbank-gold-bleibt-usa-politischer-druck-voellige-unterwuerfigkeit-bundesregierung-problem

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24.11.2014

Es scheint offiziell: die Bundesbank darf ihr Gold nicht zurückholen

Im Januar 2013 verkündete die Bundesbank, dass sie 674 Tonnen Gold von der amerikanischen Fed zurückholen werde. Ein Jahr später musste man in einer Pressenotiz kleinlaut beigeben: von den 84 Tonnen die man bereits zurückgeholt haben wollte, hatte man bislang nur 37 bekommen. Und nur fünf Tonnen stammten aus Beständen des Federal Reserve.

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Tyler Durden arbeitet den Fall auf der unkonventionellen, aber angesehenen Website zerohedge.com heraus. Zunächst gab es ziemlich fadenscheinige Gründe, warum die Goldtransporte so langsam erfolgen. Einmal war es laut Bundesbank einfacher, die Goldbestände aus Paris zu transportieren. Zum anderen hätten diese Goldbestände schon die erforderliche Standardform, während die U.S.-Barren noch hätten umgeschmolzen werden müssen.

Dann gab die Bundesbank auf. Nun kamen die wahren Gründe ans Tageslicht. Norbert Barthle, der haushaltspolitische Sprecher der Union im Bundestag sagte, dass man das Gold in Amerika lasse. Es gebe absolut keinen Grund, Amerika zu misstrauen.

Keinen Grund, Amerika zu misstrauen? Irak? Lybien? Ukraine? NSA? Amerika ist eine Großmacht und handelt wie eine, ganz im Sinne des ersten modernen Geschichtsschreibers Thukydides, der den Peloponnesischen Krieg und das Verhalten der Athener mit einfachen klaren Worten beschrieb: „Die Starken machen, was sie wollen und die Schwachen erleiden, was sie müssen.“

Es geht hier doch gar nicht um Vertrauen, sondern um nationale Handlungsspielräume im Sinne Deutschlands und Europas! Das Gold ist nur eine von vielen Maßnahmen, mit denen Deutschland und Europa abhängig und gefügig gemacht werden.

Und Deutschland ist ja nicht das einzige Land. Auch die Schweiz war eine Gefahr für die amerikanische Weltherrschaft. Die Schweizer Banken wurden in den letzten Jahren faktisch „angeschlossen“ und zu Erfüllungsgehilfen des amerikanischen Fed degradiert. Das ging sehr schnell: es wurden einfach einige schweizerische Bankenvorstände in den USA verhaftet, mit der Begründung, dass sie amerikanisches Recht gebrochen hätten.

Danach kapitulierte die Schweiz und das Bankgeheimnis – eines der wichtigsten bürgerlichen Freiheiten – existiert auch dort nicht mehr.

Die Schweiz hält demnächst ein Goldreferendum. Die Notenbank soll in Zukunft 20 Prozent ihrer Bilanz in Gold halten und kein Gold mehr verkaufen dürfen. Ich halte die Forderungen für überzogen und falsch. Aber es wäre sicherlich sehr schwierig für das amerikanische Herrschaftssystem. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Referendum Erfolg hat. Aber wenn es Erfolg hätte, bin ich mir ziemlich sicher, dass auch die Schweiz ihr Gold nicht zurückbekommt.

Europa wird in die absolute politische Abhängigkeit getrieben. Man kann auch sagen, dass es unterworfen wird. Die neuen Informationstechnologien machen Kontrolle und Herrschaft in einem Ausmaß denkbar, das vor 20 Jahren noch keiner zu erträumen wagte.

Und da soll Gold eine schlechte Kapitalanlage sein? Ich bleibe dabei: wenn Sie Ihre Versicherung in Form von Gold erhöhen wollen, ist dies kein schlechter Zeitpunkt.

http://www.wallstreet-online.de/nachricht/7196288-scheint-offiziell-bundesbank-gold-zurueckholen

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24.06.2014

Bundesbank-Reserven: Bundesregierung will Gold in den USA lassen

„Die Amerikaner passen gut auf unser Gold auf“ – CDU-Haushaltspolitiker Barthle sieht keinen Grund, die Goldreserven der Bundesbank aus der US-Zentralbank Fed komplett nach Deutschland zu holen. Auch die Bundesbank hält das Lager im Ausland für sinnvoll.

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Die Bundesregierung lehnt es ab, die Goldreserven der Bundesbank aus den Lagerstätten in New York und London vollständig nach Deutschland zurückzubringen. „Die Amerikaner passen auf unser Gold gut auf“, sagte der haushaltspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Norbert Barthle, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Auch der stellvertretende SPD-Fraktionsvize Carsten Schneider erklärte: „Die SPD hat volles Vertrauen in die Kontrolle der Bundesbank über die Goldreserven.“

Die eurokritische AfD und mehrere CDU-Politiker wie etwa Außenpolitiker Philipp Mißfelder fordern seit Längerem, dass das deutsche Gold in den Tresoren der US-Notenbank nach Deutschland zurückgeholt werden soll.

Auf diesen Druck waren im Januar bereits 37 Tonnen Gold aus dem Ausland nach Deutschland gebracht worden. Davon stammten fünf Tonnen aus New York, die restlichen 32 Tonnen aus einem Depot in Paris, das in der Folge auch aufgelöst wurde. Die Aktion kostete 600.000 Euro, eine vollständige Rückführung würde wohl einen ein- bis zweistelligen Millionenbetrag kosten.

Die Bundesbank verfügt mit mehr als 3000 Tonnen Gold über den weltweit zweitgrößten Goldschatz aller Zentralbanken. Ein Teil davon ist seit Jahrzehnten im Ausland gelagert. Die Edelmetallreserven gingen vor allem in den 1950er und 1960er Jahren als Bezahlung hoher deutscher Außenhandelsüberschüsse in den Besitz der Bundesbank über. Diese brachte es aber nicht in die BRD, unter anderem um es vor einer sowjetischen Invasion zu schützen.

Auch heute spreche vieles dafür, einen Teil des Goldes in New York und London zu belassen, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele im Gespräch mit Bloomberg. Im Fall der Fälle könne das Gold so binnen kürzester Zeit in Fremdwährung getauscht werden.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/gold-reserven-der-bundesbank-sollen-bei-fed-in-new-york-usa-bleiben-a-977080.html

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21.05.2014

Liegt das Gold der Bundesbank wirklich in New York?

Der Notgroschen der Bundesrepublik ist 113 Milliarden wert – und glänzt. Es ist der zweitgrößte Goldschatz der Welt, zumindest der Theorie nach. Aber wo sind die Barren? Eine Suche. Von Stefan Aust und Thomas Ammann

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Es ist die eiserne Reserve für schlechte Zeiten, und sie glänzt im wahrsten Sinne des Wortes: Für den Fall der Fälle verfügt die Bundesrepublik Deutschland über rund 3390 Tonnen Gold. Sie haben derzeit einen Marktwert von etwa 113 Milliarden Euro. Es ist der zweitgrößte Goldschatz der Welt, nach dem der USA. Jedenfalls theoretisch. Denn so recht hat niemand nachgesehen in den vergangenen Jahren, ob das Gold tatsächlich noch da ist – und den Deutschen auch noch gehört.

Nur ein relativ geringer Teil dieser goldenen Währungsreserven, rund ein Drittel, liegt nämlich in den Tresoren der Bundesbank in Frankfurt am Main. Der Rest verteilt sich auf Banken in mehreren westlichen Ländern. Knapp die Hälfte liegt in New York, rund 122.000 Barren in den unterirdischen Tresoren der amerikanischen Zentralbank Fed (Federal Reserve). Weitere, kleinere Depots befinden sich in London und in Paris.

Das hat damit zu tun, dass der Schatz der Bundesrepublik in den Jahren des Kalten Krieges möglichst weit entfernt von der Ost-West-Grenze gelagert wurde, um vor einem russischen Überfall sicher zu sein. Doch auch fast 25 Jahre nach dem Fall der Mauer hat sich daran nicht viel geändert: Ein Großteil des deutschen Goldes blieb in den USA. Immer wiederkehrende Forderungen, das Gold heim ins Land des Wirtschaftswunders zu holen, wurden von Bundesbank und Bundesregierung jahrelang zurückgewiesen.

USA haben die größten Goldbestände

Je weiter der Schuldenberg der USA wächst (aktuell mehr als 17 Billionen Dollar), desto größer könnte die Versuchung werden, auf Goldreserven als Pfand zurückzugreifen. Es ist bekannt, wie wichtig zum Beispiel dem größten Gläubiger der USA, China, physisches Gold ist. Die Amerikaner sitzen mit 8133 Tonnen Gold auf den weltweit größten strategischen Reserven des Edelmetalls. Ob etwas davon verpfändet ist und wenn ja, wie viel, gehört zu den großen Geheimnissen des Mythos Gold.

Welcher Goldbarren wem gehört, diese Zuordnung verschwimmt immer mehr. Stattdessen gibt es Zertifikate: Gold, das vor allem auf dem Papier existiert. Papiergold. Man gerät hierzulande schnell in den Verdacht, Verschwörungstheorien anzuhängen, wenn man Genaueres über den Verbleib der deutschen Goldreserven wissen will und sich nicht mit beschwichtigenden Antworten der Bundesbank abspeisen lässt. Das erfuhren auch wir immer wieder, seit wir vor mehr als zwei Jahren mit unseren Nachforschungen begannen. (Wir begannen unsere Recherche damals auf Anregung des Informationsdienstes „Hauptstadtbrief“.)

Wo liegt wie viel Gold? Ist es wirklich noch vollständig vorhanden? Ist es beliehen oder verliehen – und kann die Bundesbank im Bedarfsfall tatsächlich darüber verfügen? Auf solche konkreten Fragen hatten die Bundesbanker damals bestenfalls ausweichend geantwortet, am liebsten aber gar nicht, unter Verweis auf Geschäftsgeheimnisse der Partner-Notenbanken. So teilte Bundesbank-Sprecherin Susanne Kreutzer auf die Anfrage, wann ihre Mitarbeiter letztmalig die deutschen Goldreserven besichtigt hätten, im Frühjahr 2012 kurz und knapp mit: „In Abstimmung mit den betroffenen Lagerstellen gibt die Bundesbank hierzu keine Auskunft.“

Bis Ende 2013 wurden 37 Tonnen Gold zurückgeholt

Schweigen ist eben Gold. Erst durch beharrliches Nachfragen von Journalisten und Politikern brachen auch bei den deutschen Notenbankern goldene Zeiten von Glasnost und Perestroika an: Im vergangenen Jahr kündigten sie schließlich an, einen großen Teil der im Ausland gelagerten Goldreserven zurück nach Deutschland zu holen. Bis Jahresende 2013 wurden aber nur 37 Tonnen Gold mit einem Wert von 1,1 Milliarden Euro aus Paris und New York in die Frankfurter Tresore verlagert. In diesem Jahr sollen es immerhin deutlich mehr sein: Aus New York kämen 30 bis 50 Tonnen Gold nach Frankfurt zurück, aus Paris 50 Tonnen, erklärte die Bundesbank.

Ein Anfang ist gemacht – natürlich „nicht, weil wir Zweifel haben, ob es wirklich vorhanden ist“, wie Bundesbank-Präsident Jens Weidmann betonte. Vielmehr, so die Begründung, sehe ein neues Lagerstättenkonzept eine Aufstockung der heimischen Bestände vor. Während die in London deponierten 445 Tonnen auf der Insel bleiben sollen, damit man sie im Bedarfsfall jederzeit am Goldmarkt anbieten kann, sollen aus den Depots in Paris und New York bis 2020 insgesamt 700 Tonnen zurückgeführt werden, kündigte Weidmann an. Dann würde etwa die Hälfte der deutschen Goldreserven in heimischen Tresoren lagern.

Seit das Vertrauen in den Euro erschüttert ist und die Finanzmärkte zusehends nervöser werden, geht auch hierzulande die Sorge um, ob insbesondere die Goldbarren bei der New Yorker Fed wirklich vollständig vorhanden sind – nachdem sich die Deutschen jahrelang für ihren Goldschatz nicht besonders interessiert haben. Eine schwierige Frage.

Die Fed soll deutsches Gold nur verwahren

Beantworten kann sie nur, wer durch Inaugenscheinnahme und Vergleich der Barrennummern mit den Bestandslisten die Existenz der deutschen Goldbarren regelmäßig überprüft. Das aber hat man nicht getan, sondern sich über Jahre auf eine Bestandsbestätigung der Fed verlassen. Die war Bundesbankchef Jens Weidmann lange Zeit offenkundig genug. Sonst, so sagte uns ein hochrangiger Bundesbanker, könne man sich ja auch nicht mehr auf Staatsanleihen verlassen.

Und überhaupt: Auch ein Sparer lasse sich nicht regelmäßig von seiner Bank das dort deponierte Bargeld vorzeigen. Das Beispiel macht, quasi aus Versehen, den entscheidenden Unterschied deutlich: Geld, das man bei der Bank gegen Zinsen anlegt, wird von der Bank wiederum gegen Zinsen verliehen. Es „arbeitet“ – oder sollte es jedenfalls.

Das Gold als physisch nicht vermehrbares Edelmetall indessen liegt nicht bei der Fed, damit diese damit arbeitet. Sie soll es nur sicher verwahren. Würde es verliehen, verleast, als Sicherheit verpfändet oder verkauft, wäre es nicht mehr sicher. Man hätte einen konkreten Wertgegenstand gegen das Versprechen eingetauscht, eine bestimmte Menge Goldes zurückzubekommen, wenn man es braucht. Man hätte Gold gegen Papiergold eingetauscht.

Magische Goldvermehrung mit ETFs und Gold-Futures

Bevor wir zu dem Verbleib der Goldreserven recherchierten, wäre es uns nicht in den Sinn gekommen, dass der alte Traum der Alchemisten inzwischen Wirklichkeit geworden ist. Der Versuch zur künstlichen Goldherstellung findet nur nicht mehr wie in mittelalterlichen Zeiten im Labor statt, sondern in der Bank, und zwar mit zunehmendem Erfolg. Die Zaubermittel der modernen Alchemie heißen nicht Holzkohle, Schwefel und Quecksilber, sondern Gold-Future (Optionshandel), Gold-ETFs (Exchange-traded Funds) oder Gold-Leasing.

Mit ihnen lässt sich „Gold“ auf dem Papier beliebig vermehren, solange – scheinbar – ein Bezug auf reales Gold gewahrt ist. Wo immer es ist, wem immer es gehört. Solange der Erwerber fest davon überzeugt ist, dass er es im Bedarfsfall auch bekommt, scheint es sicher. Wenn aber alle, die Ansprüche auf physisches Gold haben, diese auch realisieren wollen, ist das virtuelle Metall im Zweifel so viel wert wie das Papier, auf dem das Zertifikat gedruckt ist.

Die nächste naheliegende Frage ist: Werden diese Zaubermittel auch auf das deutsche Gold angewandt oder nicht? Die mit Kennziffern versehenen Barren gehören der Bundesrepublik Deutschland und dürfen von der Fed nur zum Abstauben angefasst werden – nicht aber gegen verbriefte Goldforderungen umgetauscht werden. Dass die deutschen Barren, die bei der Fed lagern, regelmäßig in Augenschein genommen werden, ist zur Beantwortung der Frage also unerlässlich.

Gauweiler erkundigt sich nach dem deutschen Gold

Ende 2010, noch bevor die Staatsverschuldung der USA ins Uferlose schoss, hatte der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler mit mehreren schriftlichen Anfragen an die Bundesregierung bereits begonnen, diese Frage aufzuwerfen. „In welchen Abständen werden die Bestände der Deutschen Bundesbank bei der Federal Reserve Bank tatsächlich körperlich in Augenschein genommen, und wann ist dies zuletzt geschehen?“, wollte er am 13. Dezember 2010 etwa wissen.

Die Bundesregierung räumte damals in ihrer Antwort ein, dass Bundesbankmitarbeiter offenbar letztmalig am 11. Juni 2007, also noch vor der Bankenkrise, „in Begleitung von zwei für die Schlüsselführung verantwortlichen Mitarbeitern der Federal Reserve Bank (…) die Tresoranlagen betreten und besichtigt“ hätten.

Etwas später, vor mehr als zwei Jahren, machte sich auch der Bundesrechnungshof auf die Suche nach dem deutschen Gold. Im Rahmen der jährlichen Bundesbankbilanz hatten die obersten Finanzkontrolleure des Bundes die Kontrolle der Goldreserven untersucht. Diesen Bericht forderte der Haushaltsausschuss des Bundestags im Mai 2012 an.

Aber sein Inhalt war offenbar so brisant, dass ihn die Volksvertreter fast ein halbes Jahr lang nicht zu lesen bekamen. Die Bundesbank wollte den Bericht nicht ohne eigene Stellungnahme veröffentlichen lassen. Und für die ließ sie sich dann ordentlich Zeit.

Kleinkrieg um Bundesbank-Inventur

Hinter den Kulissen tobte derweil ein Kleinkrieg zwischen Bundesbank und Bundesrechnungshof über die Inventur der deutschen Goldbarren. Die obersten Finanzkontrolleure des Bundes hatten vorab durchblicken lassen, dass sie ganz und gar nicht mit der von der Frankfurter Bundesbank seit Jahren geübten Praxis des vornehmen Wegschauens einverstanden seien.

Die Frankfurter hingegen beriefen sich auf die Testate ihrer Wirtschaftsprüfer. Die hätten bislang nie das Verfahren zur Kontrolle der Goldbestände bemängelt, bekräftigte Bundesbank-Sprecherin Susanne Kreutzer. „Für jede Lagerstelle gibt es eine sogenannte ,Barrenliste'“, so Kreutzer, „in welcher unter anderem die eindeutigen Barrennummern des aktuellen Bestands aufgeführt sind.“

Diese Listen befänden sich im Original bei der Deutschen Bundesbank und würden bei Bestandsveränderungen jeweils aktualisiert. „Durch die Barrenlisten ist an allen Lagerorten eine eindeutige Zuordnung der Barren sichergestellt. Eine Vermischung mit Beständen Dritter ist dadurch ausgeschlossen“, erklärte die Bundesbank-Sprecherin.

Bundesbank vertraut auf Zusicherungen der Fed

Statt sich selbst ein Bild zu machen, vertrauen die Bundesbanker nach wie vor auf die Zusicherungen ihrer ausländischen Kollegen. „Zusätzlich zu den Barrenlisten“, sagte Sprecherin Kreutzer, „erhält die Bundesbank jährlich Bestandsbestätigungen der Verwahrstellen, mit denen der jeweilige Bestand an Feinunzen bestätigt wird.“ Vertrauen ist gut, Kontrolle wäre vielleicht besser.

Schließlich bekamen die Mitglieder des Haushaltsausschusses im Oktober 2012 den Rechnungshof-Bericht doch noch zu Gesicht – um festzustellen, dass in ihrer Fassung wesentliche Teile auf Veranlassung der Bundesbank geschwärzt worden waren. Es schien, als ob es um ein Staatsgeheimnis ging. Und vielleicht war es das ja auch. Selbst der oberste Souverän der Republik, der vom Volk gewählte Bundestag, schien nicht vertrauenswürdig genug zu sein, die ganze Wahrheit über das Gold zu erfahren.

Zwischen den geschwärzten Zeilen konnte man dennoch lesen, dass die Kritik des Bundesrechnungshofs an den Staatsbankern ungewöhnlich scharf ausfiel. In dem 21-seitigen Bericht stellten die Finanzkontrolleure des Bundes nüchtern fest, die im Ausland gelagerten Goldbestände seien „noch nie von der Bundesbank selbst oder durch andere unabhängige Prüfer körperlich aufgenommen und auf Echtheit und Gewicht geprüft worden“.

Die Bundesbank verlasse sich lediglich auf schriftliche Bestätigungen der Verwahrstellen, anders als bei den in Deutschland gelagerten Goldbarren, die physisch kontrolliert würden. Fazit des Berichts: „Angesichts des hohen Wertes“ der Goldbestände im Ausland halte es der Bundesrechnungshof „handelsrechtlich“ für erforderlich, auch diese Goldbestände „in regelmäßigen Zeitabständen mittels geeigneter Stichproben körperlich aufzunehmen“. Im Klartext: Deutsche Beamte sollen nach London, Paris und New York fahren, die Barren in die Hand nehmen und prüfen, ob alles in Ordnung ist.

Bundesbank hält Stichprobeninventur für unnötig

Die Bundesbank widersprach umgehend. Solche Stichprobeninventur sei unnötig und in den ausländischen Lagerstellen auch unmöglich. „Zweifel an der Zuverlässigkeit entbehren jeder Grundlage und hätten erhebliche politische Implikationen“, teilte das Institut mit. Was wohl nichts anderes heißen kann als: Wenn wir das in den USA gelagerte Gold nachzählen, sind die Amerikaner aufgrund des ihnen entgegengebrachten Misstrauens schwerstens beleidigt.

Der für das Auslandsgold zuständige Bundesbank-Vorstand Claus-Ludwig Thiele nannte die Gold-Diskussion in Deutschland „zum Teil schon einigermaßen grotesk“. Deutschland ließe sein Gold „seit Jahrzehnten beanstandungsfrei von den hoch angesehenen Notenbanken der USA, Großbritanniens und Frankreichs verwahren und nicht von irgendwelchen windigen Geschäftspartnern“.

Was er nicht sagte, war, dass Frankreich unter seinem Präsidenten de Gaulle das französische Gold einst in den 1960er-Jahren mit Atom-U-Booten von der hoch angesehenen Notenbank aus New York nach Paris geholt hatte. Der General traute den Amerikanern wohl nicht ganz so sehr, wie es die Deutschen tun.

Auch innerhalb der Bundesbank gab es durchaus unterschiedliche Positionen. Einige in der Spitze sahen die Zweifel an der Zuverlässigkeit der Partnerbank Fed als albern und politisch explosiv an. Andere wünschten sich, die deutschen Goldvorräte „nach Hause“ zu holen, wie es ein hochrangiger Bundesbanker formulierte. Die einfache Formel aus der Spitze der Bundesbank, dass man dann auch keine US-Staatsanleihen mehr kaufen dürfe, wenn man Zweifel an der Seriosität der Fed hege, zog da sogar hausintern nicht mehr.

Manche Bundesbanker waren offenbar der Ansicht, die goldenen Währungsreserven der Deutschen seien nach dem Ende des Kalten Krieges besser in Deutschland als jenseits des Atlantik aufgehoben.

Abgeordnete erhalten nur geschwärzten Inventurbericht

In seinem Begleitschreiben an die damalige Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Petra Merkel von der SPD, bedauerte es der Präsident des Bundesrechnungshofs Dieter Engels „außerordentlich, Ihnen einen mit Schwärzungen versehenen Bericht vorlegen zu müssen“. Diese Schwärzungen, so Engels weiter, „beziehen sich insbesondere auf Vereinbarungen der Bundesbank mit ausländischen Notenbanken, den Umfang der bei diesen Notenbanken gelagerten Goldbestände sowie auf entsprechende Prüfungsergebnisse der Internen Revision des Bundesbank“.

Deshalb bestand die Tabelle mit der Aufschlüsselung, wo die deutschen Goldschätze lagern, zur Gänze aus schwarzen Balken. Die Verteilung der Goldbestände wollte die Bundesbank den Parlamentariern nicht verraten. Alles streng geheim und hoch sensibel.

2007 waren Bundesbank-Mitarbeiter im Fed-Tresor

Laut Rechnungshof-Bericht hatten letztmalig im Juni 2007 „auf mehrmalige Nachfragen seitens der Internen Revision der Bundesbank“ deren Vertreter die Gelegenheit, „die Tresoranlagen zu betreten und sich einen Eindruck von den Sicherheitsvorkehrungen zu verschaffen“. Allerdings erhielten die Mitarbeiter „keinen Zutritt zu den Kompartiments der Bundesbank im Keller der New Yorker Fed, sondern lediglich zu einem Vorraum. Eine Bestandsaufnahme war daher nicht möglich“, konstatieren die Rechnungshof-Prüfer. Kontrolle also unerwünscht.

Die Seite 11 in dem Bericht schien besonders brisant zu sein, denn sie war vollständig geschwärzt. Auf dieser Seite, so konnte man aus dem nachfolgenden Text im Bericht schließen, wurde das Verfahren beschrieben, mit dem die Fed in Form von Stichproben die Echtheit und die Vollständigkeit der verwahrten Goldbarren gegenüber den Besitzern nachweisen will.

Doch genau diese Beschreibung wurde den Mitgliedern des Haushaltsausschusses durch die Schwärzungen vorenthalten. Klar und deutlich war dagegen die nachfolgende Bewertung im Bericht der Finanzkontrolleure: „Ein Rückschluss auf das vollständige Vorhandensein der in der Liste verzeichneten Barren ist auf Basis dieser kleinen (0,03 Prozent der Grundgesamtheit) und zudem von der Fed im Vorfeld restringierten Stichprobe nicht möglich.“

Rechnungshof kritisiert die Bundesbank

Das angewandte Verfahren, kritisierte der Bundesrechnungshof, genüge nicht hinreichend den Anforderungen eines gesetzlich geregelten Inventurverfahrens. „Zur Echtheit des Goldes kann sich die Bundesbank mangels eigener Prüfung nur auf die Qualitätszusage der Fed verlassen, die eine auf Feinunzen lautende Bestandsbestätigung erteilt“, stellt der Bundesrechnungshof fest.

Die rund 122.000 deutschen Barren in Manhattan, jeder etwa 12,5 Kilogramm schwer, dürften gestapelt in drei Doppelgaragen passen – wenn die Barren zugänglich wären, wäre eine Zählung also weniger aufwendig als die jährliche Inventur in einem mittelgroßen Supermarkt. Doch die Begründungen, warum das nicht geschehen war, wechselten. Mal hieß es, die Barren im Keller der Fed seien so eng gestapelt, dass dort niemand durchkäme. Dann hörte man, zu viel Misstrauen gegenüber den USA könnte zu diplomatischen Verstimmungen führen. Und selbst die hohen Kosten für einen Flug über den Atlantik wurden als Begründung ins Feld geführt.

Nach der Kritik des Rechnungshofes erklärte Bundesbank-Vorstand Claus-Ludwig Thiele zunächst, man wolle an der Auslandsverwahrung auch in Zukunft grundsätzlich nichts ändern. Es sei wichtig, sagte Thiele, Gold an internationalen Goldhandelsplätzen zu halten, um es im Notfall binnen kürzester Zeit als Währungsreserve verfügbar zu haben. „Gold, das bei Ihnen zu Hause im Tresor liegt, können Sie nicht so einfach als Sicherheit verwenden, um an Devisen zu kommen“, erklärte der Bundesbanker. Leichter, so könnte man daraus schließen, sei es, das Gold schon vorher jenen zu übergeben, von denen man in Krisenzeiten Dollars erwerben möchte.

Doch was, wenn die Aufpasser selbst mehr unter Druck sind als die rechtmäßigen Eigentümer? Können die wirklich noch auseinanderhalten, was ihnen gehört und was sie nur verwalten? Und warum nehmen sie eigentlich kein Geld oder Gold dafür, dass sie im Keller die Schätze anderer vor Raub und Flut sichern und verwahren? „There is no such thing as a free lunch in this world“, sagt ein angloamerikanisches Bankersprichwort. Zu Deutsch: „Nichts im Leben ist umsonst.“

Ein Gentlemen’s Agreement?

Theoretisch kann jede Notenbank ihr in den USA gehortetes Gold jederzeit abrufen. Doch wenn es zu viele tun? Schon einmal war das Gold knapp in den USA. Damals wussten sich die verantwortlichen Politiker zu helfen, wie der „Spiegel“ in seiner Ausgabe 4/1968 berichtete. Dieser ausführliche Beitrag gab für uns auch den entscheidenden Hinweis darauf, was sich hinter den verschlossenen Tresoren der Notenbanken abspielen könnte, wenn es auch heute nicht mehr darum ginge, Dollars gegen Gold einzutauschen.

Um die riesigen Defizite in der amerikanischen Handelsbilanz auszugleichen, hatten die USA Ende der 1950er-Jahre Gold im Wert von umgerechnet 34 Milliarden Mark (rund 17 Milliarden Euro) verkaufen müssen. Die US-Goldvorräte, damals noch in Fort Knox gehortet, schmolzen auf nur noch 48 Milliarden Mark, von denen allein 42 Milliarden durch die damals vorgeschriebene Vierteldeckung des Banknotenumlaufs gebunden waren.

„Wenn beispielsweise Deutschlands Bundesbankpräsident Karl Blessing seine Dollarreserven im Wert von neun Milliarden Mark zum Umtausch vorlegen würde“, so der „Spiegel“ damals, „wäre Fort Knox in Kentucky pleite, und Präsident Johnson müßte den Goldwert des Dollar sofort drastisch kürzen.“

Bundesbank schonte in den 60er-Jahren US-Goldreserven

Eine Abwertung des Dollar gegenüber dem Gold hätte in den 1960er-Jahren aber das Ende der US-Finanzherrschaft in der westlichen Welt bedeutet, und deshalb, so der „Spiegel“, habe schon 1960 der damalige Präsident Dwight D. Eisenhower über seinen Finanzminister Robert B. Anderson den westeuropäischen Notenbankiers ein Gentlemen’s Agreement abgezwungen: „Sie sollten den amerikanischen Goldschatz schonen und die überschüssigen Dollar statt in Barrengold in Schuldscheine des amerikanischen Schatzamts umtauschen.“

Für dieses Entgegenkommen sei, so Anderson, die US-Regierung bereit, jährlich drei bis fünf Cent auf jeden Dollar zu zahlen, der in diese US-Staatstitel angelegt würde. Dem stimmten die Regierungen in Bonn, Brüssel, Den Haag, London und Rom zu und hielten still. So wurde aus echtem Gold stillschweigend Papiergeld mit Rabatt.

In einem Brief vom 30. März 1967 ging Blessing auf die Sorge der Amerikaner ein, die Bundesrepublik könne die Ausgaben der in Deutschland stationierten US-Truppen in Gold umtauschen und so die amerikanischen Goldreserven plündern. Demgegenüber wies Blessing darauf hin, dass Deutschland im Gegenzug zu den US-Ausgaben in den USA Rüstungsgüter kaufe und dass Deutschland keine Dollars in Gold umgetauscht habe.

Er versprach, dies auch in Zukunft nicht zu tun. „Der Brief gilt leider heute noch, den ich damals geschrieben habe“, sagte Blessing 1971 zum „Spiegel“ im letzten großen Interview vor seinem Tode. „Ich hätte damals rigoroser sein müssen gegenüber Amerika“, meinte der 71-Jährige damals. „Die Dollar, die bei uns anfielen, die hätte man einfach rigoros in Gold umtauschen müssen.“

1971 wurde die Koppelung des Dollar an Gold aufgegeben

Drei Monate darauf, im Sommer 1971, wurde die Koppelung des Dollars an das Gold aufgegeben. Die Frage drängte sich für uns auf: Gibt es heute wieder ein solches heimliches Gentlemen’s Agreement? Etwa der Art: Wir, die USA, sichern euch zu, dass ihr einen Anspruch auf soundsoviel Gold habt – aber schaut nicht allzu genau hin, wo die Barren heute liegen oder an wen sie zwischendurch verliehen worden sind?

Auch in den USA ist inzwischen eine politische Debatte darüber entbrannt, welchen Wert die vermeintlich in Fort Knox oder in der Fed gehüteten Schätze noch haben, wenn sie still im Keller ruhen. Die ultrakonservative Heritage Foundation in den USA, mit dem republikanischen Kongressabgeordneten Ron Paul an der Spitze, fordert von Präsident Barack Obama sogar, die Notenbank zu schließen und die Goldvorräte zu verkaufen.

Ron Paul wurde 2012 über die Grenzen der USA hinaus bekannt als zeitweiliger Konkurrent von Mitt Romney um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner und als „Tea Party“-Mitbegründer. Abgesehen davon, dass mit dem gegenwärtigen Wert der US-Goldreserven (rund 340 Milliarden Dollar) die gigantische Staatsverschuldung nur um rund zwei Prozent reduziert werden könnte, würde der Goldpreis sofort einbrechen, wenn die US-Vorräte den Markt überschwemmten – sofern sie überhaupt noch vorhanden sind.

So genau weiß das auch in den USA niemand. Der letzte Präsident, der die Goldvorräte mit eigenen Augen gesehen haben soll, war Harry Truman vor mehr als 60 Jahren, als er Fort Knox besuchte.

Gold und Goldforderungen

Auch die Bundesbank weiß nicht wirklich, was mit ihrem Gold in den Kellern der New Yorker Fed geschieht. Offenbar führten ihre Mitarbeiter noch nie einen detaillierten Abgleich der Barren-Nummern mit den Bestandsverzeichnissen der Bundesbank durch. Schon auf eine diesbezügliche Frage des Abgeordneten Gauweiler hin hatte die Bundesregierung darauf verwiesen, dass sich Mitarbeiter der Bundesbank vor Ort lediglich die getroffenen Maßnahmen zur Sicherung der Bestände erklären ließen und stichprobenweise Bestandsprüfungen durchgeführt hätten. „Die Frage ist“, so Gauweiler, „ob ein Großteil der physischen Goldreserven nur noch aus bloßen Goldforderungen besteht. Ob also ein wesentlicher Teil verliehen wurde.“

Denn seit 1998 unterscheidet die Bundesbank in ihren Bilanzen nicht mehr zwischen physischem Gold und Goldforderungen. Der Verbleib lässt sich damit noch schwerer nachvollziehen. Inzwischen ist nicht einmal mehr klar, ob die Deutschen lediglich einen Anspruch auf eine bestimmte Menge Gold haben – das würde dem Spiel auf dem Goldmarkt Tür und Tor öffnen. Wer wollte noch feststellen können, ob das „deutsche“ Gold nicht längst verleast, verkauft oder als Bürgschaft für amerikanische Schulden eingesetzt wird. Es wäre noch nicht einmal feststellbar, ob die Barren der Bundesbank überhaupt noch in Manhattan lagern – oder vielleicht längst in Peking.

Im April 2010 machte die Bundesbank zum ersten – und letzten Mal – offizielle Angaben über den Anteil sogenannter Goldforderungen an den deutschen Goldbeständen. „Gemäß der Rechnungslegungsgrundsätze des Europäischen Systems der Zentralbanken werden physisches Gold als auch nicht physisches Gold wie Goldforderungen gemeinsam in der Bilanzposition Aktiva 1 ausgewiesen. Die Goldforderungen umfassen insbesondere verliehene Goldbestände sowie Sichtguthaben bei Geschäftspartnern. Der Anteil an Goldforderungen liegt hierbei höchstens im einstelligen Prozentbereich.“

Bei einem Wert für die Goldbestände von rund 113 Milliarden Euro kommt man bei einem „einstelligen Prozentbereich“ für Goldforderungen bei 1 Prozent immerhin auf eine Summe zwischen 1,13 Milliarden und rund 11 Milliarden Euro. Inzwischen, so stellte die Bundesbank im vergangenen Jahr klar, sei keinerlei deutsches Gold mehr verliehen.

Bundesbank führt Journalisten deutsches Gold vor

Aber ist das sicher? Einen gewissen Bestand an Goldbarren, dekoriert mit einem schwarz-rot-goldenen Fähnchen, könnte die Fed noch jeden Tag vorführen. Mit der Aufgabe der genauen Kontrolle konkret verzeichneter und nummerierter, also real existierender Goldbarren, ist der Schritt vom physischen zum metaphysischen Wert des Goldes getan. Papier für Gold. Im Ersten Weltkrieg hieß die Devise, „Gold gab ich für Eisen“, als der Kaiser die Wertsachen patriotischer Deutscher einsammeln ließ. „Gold gaben wir für Papier“, könnte das Motto der Bundesbanker in Frankfurt sein, die anscheinend gar nicht mehr genau wissen wollen, was ihnen eigentlich gehört.

Aber warum hat die Bundesbank nicht bei der Fed physisch die Existenz der deutschen Goldbarren geprüft, sondern sich lediglich auf eine Bestandsbestätigung der Fed verlassen, dass sie vorhanden seien? Auf eine entsprechende Anfrage von uns begnügte sich die Bundesbank 2012 lediglich mit dem allgemeinen Hinweis: „Die seit vielen Jahren angewandte Buchinventur und die ergänzenden Bestätigungen der Verwahrstellen entsprechen den gesetzlichen Vorschriften und den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.“

Aber genau das bezweifelte dann kurz darauf der Bundesrechnungshof in seinem kritischen Bericht. Die Bundesbanker waren dadurch erheblich unter Druck geraten. Deshalb luden sie am 16. Januar 2013 zum Pressegespräch nach Frankfurt am Main. Einziges Thema: „Deutsche Goldreserven“. Ort der Veranstaltung: das Gästehaus auf dem streng gesicherten Gelände der Bundesbank-Zentrale. Die Resonanz war gewaltig. Etwa 30 Reporter nationaler und internationaler Medien sowie mindestens ein Dutzend Fotografen und Kameraleute folgten dem Lockruf des Goldes. Von Kuwait bis Los Angeles war am Tag darauf von dieser Veranstaltung zu lesen.

Bundesbank zeigt nur 20 Gold-Barren vor

Selten hatten wir uns als Journalisten so gut bewacht gefühlt. Ohne Ausweis- und Personenkontrolle kam niemand in den großen Versammlungsraum. Und das aus gutem Grund. „Hinter Ihnen stehen zehn Millionen“, flüsterte ein leitender Mitarbeiter der Bundesbank und deutete in Richtung einer unscheinbaren grauen Metallbox in der Größe eines Kühlschranks, die von Sicherheitsexperten und Wachpersonal abgeschirmt wurde. Ihr Inhalt: zwanzig Goldbarren aus den Reserven der Bundesrepublik Deutschland, insgesamt rund 250 Kilogramm oder 8040 Feinunzen und damit ein Dreizehntausendstel des deutschen Goldbestandes von rund 3390 Tonnen.

Die Botschaft, die von dem Gespräch in Frankfurt ausgehen sollte, wurde schnell klar: Die deutschen Goldreserven sind noch da, und sie sind sicher. Für die 20 vorgezeigten Goldbarren galt das definitiv. „Das Thema Gold“, so Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele auf der Veranstaltung, „ist in Deutschland mit vielen Emotionen belegt.“ Sein Institut wolle „mehr Transparenz schaffen, um damit im Land Vertrauen aufzubauen“.

So schien bei der Bundesbank ein neues Zeitalter der Öffnung angebrochen zu sein, nachdem sie in Sachen Goldreserven lange Zeit nur gemauert hatte. Hier in Frankfurt wurden wir Zeugen, wie in aller Offenheit diskutiert wurde, was jahrelang als Staatsgeheimnis galt: wo der verteilte Schatz der Deutschen liegt, wie er dort gelagert wird, und wie man feststellen will, wie viel von ihm noch übrig ist.

Bundesbank zeigt Video von eigenem Tresor

In den eigenen Tresoren in Frankfurt, das hatte sogar der Bundesrechnungshof bestätigt, war anscheinend alles unter Kontrolle. Die eigenen Bestände, damals immerhin 82.857 Barren (derzeitiger Wert: rund 31 Milliarden Euro), waren, wie in einem eigens für die Veranstaltung hergestellten Videofilm zu sehen war, in den unterirdischen Tresoren fein säuberlich gestapelt. So war jeder einzelne Barren zugänglich und mit seiner Nummer sowie weiteren Kennzeichen auf den ersten Blick zu identifizieren.

Ganz anders aber die Verhältnisse in den unterirdischen Tresoren der Fed, wo damals genau 122.597 deutsche Goldbarren verwahrt wurden. In einzelnen Kompartiments wurden sie wie Ziegelsteine zu Mauern aufeinandergeschichtet, und zwar dicht an dicht in mehreren Reihen. „Diese Goldwände“, musste auch Bundesbank-Vorstand Thiele einräumen, „werden erst mit erheblichem körperlichem Aufwand zugänglich.“

Möglicherweise ist das einer der auch im Wortsinn schwerwiegenden Gründe, weshalb die zuständigen Mitarbeiter der Bundesbank in den vergangenen Jahren in New York keinen Zutritt zu den Kompartiments erhalten hatten, sondern lediglich zu einem Vorraum. Tatsächlich reicht ein Blick auf die Goldwand bei der Fed aus, um festzustellen, dass die Bestände in dieser Schichtung nicht in Augenschein zu nehmen sind.

Nummerierung der Goldbarren bei Fed nicht prüfbar

Ein Goldbarren trägt die Registrationsnummer auf der Stirnseite. Bei der Fed sind die Barren so gestapelt, dass man sie nur seitlich sehen kann. Das zeigt ein Foto, das die Bundesbanker selbst aus Manhattan mitgebracht hatten.

Es ist also ohne Abriss der aus gestapelten Goldbarren bestehenden Mauer nicht möglich, festzustellen, um welche Barren es sich wirklich handelt. Ein Vergleich mit den Bestandslisten, auf denen jeder einzelne Barren verzeichnet sein soll, ist unmöglich. Das Foto war nicht gerade dazu angetan, unser Misstrauen zu zerstreuen.

Im Interview zeigte sich Bundesbank-Vorstand Claus-Ludwig Thiele dennoch sicher, dass die deutschen Goldbarren noch alle an Ort und Stelle waren. „In England müssen Sie für die Lagerung des Goldes bezahlen, in den USA nicht. Was kostet das, und auf welche Weise zahlen Sie das? In Gold? Überweisen Sie, oder erlauben Sie den ausländischen Notenbanken, mit dem Gold zu spekulieren?“

Thiele: „Bei der Bank of England zahlen wir über eine Kontoverbindung rund 550.000 Euro im Jahr. London ist der Goldhandelsplatz schlechthin. Deshalb muss das Gold gelegentlich bewegt werden, etwa für die Auslieferung zur Prägung der Goldmünzen des Bundesfinanzministeriums, während es in den Tresoren der anderen Lagerstellen ruht. Wir haben in der Vergangenheit keiner Notenbank erlaubt, mit unserem Gold zu spekulieren. Das gilt auch heute.“

Welt am Sonntag: „Gibt es einen Vertrag mit den USA, dass sie mit diesem Gold nicht arbeiten dürfen?“

Thiele: „Wir haben einen Vertrag mit jeder externen Lagerstätte, in denen sind die Rechte und Pflichten ganz genau festgelegt.“

Welt am Sonntag: „Und da ist festgelegt, dass die Bestände nicht verleast werden, dass mit ihnen nicht spekuliert oder sonst wie gehandelt werden darf?“

Thiele: „Natürlich. Das Gold ist unser Eigentum, die Fed verwahrt es nur für uns. Sie können das mit einem Schließfach bei Ihrer Bank vergleichen – allerdings mit dem Unterschied, dass Ihre Bank normalerweise nicht weiß, was sich darin befindet. Die Fed weiß dagegen genau, was wir hinterlegt haben.

Welt am Sonntag: „Aber wissen auch wir genau, was sich in den Tresoren der Fed befindet?“

Thiele: „Ich habe im vergangenen Jahr alle Lagerstätten der Goldreserven besucht, und mir wurde in allen Fällen absolute Transparenz entgegengebracht. Ich konnte sehen, was ich sehen wollte.“

Aber wenn er es denn hätte sehen wollen, hätte er es nicht sehen können: Die Nummern der einzelnen Barren waren durch die Stapelung nicht zu erkennen. Der Forderung ihrer Kritiker nach besseren Kontrollen im Ausland wollten die Bundesbanker, wie Thiele ankündigte, dennoch entgegenkommen. Um die eigenen Argumente gegenüber den amerikanischen Partnern in dieser Frage zu untermauern, hatten sie sogar die in Bundesbank-Kreisen wenig beliebte deutsche Diskussion über die Goldreserven ins Feld geführt.

Dafür habe man „den Kolleginnen und Kollegen in New York bereits im Vorwege einige Medienausschnitte zur Verfügung gestellt“, erklärte Bundesbank-Vorstand Thiele in Frankfurt. Die Partner in den USA, meinte er, hätten „viel Verständnis für die Diskussion“ gezeigt. Als Beleg zitierte Thiele eine E-Mail, die er von der Fed bekommen hatte.

Darin bekunden die Amerikaner ihre Bereitschaft, „mit der Bundesbank zusammenzuarbeiten und nach Möglichkeiten zu suchen, den Forderungen der Rechnungsprüfer nachzukommen und gleichzeitig die Vereinbarkeit mit den eigenen Sicherheits- und Kontrollverfahren sowie logistischen Beschränkungen zu wahren“. Das Vertrauen der Partner, meinte Thiele, dürfe man allerdings „nicht überstrapazieren“.

Bundesbank will 300 Tonnen nach Frankfurt holen

Was immer das heißen mochte. Dass die neue Offenheit in Sachen Gold etwas mit der Debatte in der Politik, den hartnäckigen Fragen von Journalisten und/oder der Kritik des Bundesrechnungshofes zu tun haben könnte, wies Bundesbanker Thiele indes weit von sich. „Die Entscheidung, wo das Gold gelagert wird“, betonte er, „ist eine autonome Entscheidung der unabhängigen Bundesbank.“

Als Zeichen des guten Willens verkündete der Bundesbank-Manager in Frankfurt dennoch, bis zum Jahr 2020 wolle sein Institut rund 300 Tonnen Gold aus den Tresoren in New York und noch einmal 374 Tonnen aus Paris nach Frankfurt holen. Damit wäre dann, so Thiele, die Hälfte der deutschen Goldreserven im eigenen Land.

Zur Zeit der Ost-West-Spannungen habe man Wert darauf gelegt, das Gold möglichst „weit westlich“ (Thiele) zu lagern, damit es „bei einer sowjetischen Invasion in Sicherheit“ sei. Inzwischen hielten offenbar selbst die vorsichtigen Bundesbanker eine Lagerung größerer Bestände auch in Deutschland für ausreichend sicher.

Außerdem würden jetzt durch den Bau eines neues Rechenzentrums auf dem Gelände der Bundesbank unterirdische Tresorkapazitäten frei, die sich für die Lagerung von Goldbarren bestens eigneten. Mit der schrittweisen Verlagerung, über deren Kosten und genauen Ablauf Thiele keine Angaben machte, würden bis zum Jahr 2020 die deutschen Goldreserven in Frankreich ganz aufgelöst und in den USA von 1536 auf 1236 Tonnen reduziert.

Transportkapazitäten müssen ausgeweitet werden

Da müssen sich die Hüter des deutschen Goldes allerdings gewaltig anstrengen; denn die Transportkapazitäten müssten kurzfristig verdreifacht werden. Ein Jahr nach dieser groß angekündigten Rückführungsaktion erscheint das Tempo eher gemächlich: 37 Tonnen, das sind gerade einmal 1,1 Prozent der gesamten deutschen Goldreserven. Davon stammen 32 Tonnen aus Paris und fünf Tonnen aus New York.

Bis allein die angepeilten 300 Tonnen aus New York in Frankfurt wären, wenn es der Bundesbank denn ernst damit ist, müssten 1.860.600 Flugkilometer zurückgelegt werden. 300 Flüge, denn je Flug über die Entfernung von 6202 Kilometer Luftlinie ist nach den Versicherungsbedingungen jeweils nur eine Tonne der kostbaren Fracht zulässig, anders als bei der mystischen Geheimaktion in Kiew. Das wäre dann fünfmal die Strecke von der Erde zum Mond. Bislang ist nicht erkennbar, wie die Bundesbank ihren Zeitplan einhalten könnte.

Eine volle Rückführung des Goldschatzes erscheint unter diesen Umständen als Operation Sankt Nimmerleinstag. Ist sie vielleicht gar nicht beabsichtigt? Gibt es Gründe, weshalb die Bundesbanker lieber nicht versuchen, die in den USA gelagerten deutschen Bestände komplett nach Hause zu holen? Oder sähe es der transatlantische Verbündete – selbst bis über beide Ohren verschuldet – nicht gern, wenn die Deutschen ihr ganzes Gold wegtragen?

Inzwischen sieht es so aus, als ob die Bundesbank auch von ihrem vor dem Bundestag gegebenen Versprechen abrückt, bis 2015 rund 150 Tonnen Gold aus den USA zurückzuholen. Sie verweist dabei auf logistische Schwierigkeiten, wie einige Medien kürzlich berichteten. Unter anderem müssten die Goldbarren aus den Fed-Tresoren auf den Standard der London Bullion Market Association (LBMA) umgeschmolzen werden.

Wie man da bis 2020 trotz aller Probleme die doppelte Menge, nämlich 300 Tonnen, zurückholen will, ist unklar. Bundesbank-Kritiker Peter Gauweiler will die bisherigen Beschwichtigungen nicht akzeptieren. Er fordert, das Gold vollständig zurückzuholen und dann in Ruhe in die passende Form zu bringen. Der CSU-Politiker fühlt sich in seinem Verdacht bestätigt: „Offenbar sind die Barren nicht mehr unangetastet verfügbar gewesen.“

Schweigen ist Gold

Auch Philipp Mißfelder, außenpolitischer Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion, möchte am liebsten die gesamten deutschen Goldreserven nach Hause holen. Einer der wesentlichen Gründe, das Gold auswärts zu lagern, sei ohnehin überholt: die Angst vor einem Überfall aus dem Ostblock. Auch die Krim-Krise würde daran nichts ändern. „Der Kalte Krieg“, so Mißfelder, „ist vorbei.“

Die Zeit von Glasnost und Perestroika bei der Bundesbank anscheinend auch. Auf die Frage, ob und in welcher Form die verbliebenen Bestände künftig kontrolliert werden, teilte das Institut jetzt mit: „Die Vereinbarungen mit der Fed in New York zu Revisions- und Prüfungsmöglichkeiten unterliegen der Vertraulichkeit.“

Auch nach zwei Jahren intensiver Recherche zeigt sich: Ob der deutsche Goldschatz bei der Fed vollständig und unangetastet lagert, ist so ungewiss wie eh und je. Schweigen ist tatsächlich Gold, zumindest bei der Bundesbank.

http://www.welt.de/finanzen/article128248538/Liegt-das-Gold-der-Bundesbank-wirklich-in-New-York.html

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27.03.2014

Bundesbank-Gold: Neue Details zur Überführung aus New York

Ein aktueller Pressebericht enthält neue Details zur Heimholung von Teilen der deutschen Goldreserven aus New York. Darf die Bundesbank jeweils nur eine Tonne Gold pro Flug transportieren?

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Es gibt neue Details zum Transport des im Ausland gelagerten deutschen Währungsgoldes nach Frankfurt. Bislang seien 69 Tonnen Gold nach Deutschland gelangt, seit die Bundesbank die Repatriierung von insgesamt 674 Tonnen Gold aus New York und Paris angekündigt hat. Das erklärte Henner Asche, Deputy Head of Markets der Bundesbank in New York, gegenüber dem Nachrichtendienst International Business Times (IB Times).

Nachdem laut offiziellen Angaben im vergangenen Jahr 33 Tonnen aus Paris und lediglich 5 Tonnen aus den USA eingeflogen wurden, erreichten damit seit Januar bereits 31 Tonnen Gold die deutsche Heimat. Dennoch fragen sich Marktbeobachter, warum es insgesamt sieben Jahre dauern soll, um die genannte Goldmenge nach Deutschland zu transportieren. Ist das deutsche Gold, das in den Tresoren der Federal Reserve Bank of New York lagern soll, etwa verliehen und deswegen nicht sofort verfügbar, weil es erst wiederbeschafft werden muss?

Während die Bundesbank – so auch Asche – immer wieder darauf hinweist, dass bei der Überführung keine Eile geboten sei, weil man den Lagerstellen volles Vertrauen schenke und es hohe Sicherheitsanforderungen beim Transport gebe, gibt ein Zentralbank-Berater mit dem Namen George Milling-Stanley ergänzende Hinweise darauf, warum sich die Prozedur so lange in die Länge zieht.

Versicherungen decken nur den Transport per Flugzeug und es wird kein Transport mit mehr als einer Tonne versichert”, so Milling-Stanley laut IB Times. Der Wert einer Tonne Gold betrug am heutigen Donnerstag rund 41,8 Millionen US-Dollar (30,3 Mio. Euro). Asche gab dagegen keine Details zur technischen Abwicklung des Goldtransports.

Anfang des Jahres hatte die Bundesbank angekündigt, man wolle bis 2020 insgesamt 300 Tonnen Gold von New York nach Frankfurt liefern lassen (Bundesbank will 50 Prozent des deutschen Goldes heimholen). Anthem Blanchard, CEO des Edelmetallhändlers Anthem Vault, erklärt gegenüber IB Times: Um die 300 Tonnen Gold über die Straße zu transportieren, benötige man acht Standard-Trucks mit 18-facher Bereifung. Gegenüber dem Spiegel hatte eine Bundesbank-Sprecherin Anfang März erklärt, der Goldtransport habe die Bundesbank bislang 600.000 Euro gekostet.

http://www.goldreporter.de/bundesbank-gold-neue-details-zur-ueberfuehrung-aus-new-york/gold/40569/

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11.03.2014

Nervenkrieg um den Goldschatz

1500 Tonnen deutsches Gold liegen in New York. Unions-Abgeordnete machen Druck auf die Bundesbank für eine schnellere Rückholung. Die Währungshüter wehren sich gegen Unterstellungen.

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Kurz vor der Präsentation des Jahresgeschäftsberichts der Bundesbank drängen Kritiker die Währungshüter zu einer schnelleren Rückführung ihrer im Ausland lagernden Goldreserven nach Deutschland. Mehr als die Hälfte der fast 3400 Tonnen Gold der Bundesbank, die gut 100 Milliarden Euro Marktwert haben, liegen im Ausland, allein etwa 1500 Tonnen in New York bei der amerikanischen Notenbank Fed. Nachdem der Rechnungshof vor gut einem Jahr kritisierte, dass die Goldbestände nur mangelhaft überprüft würden, und daraufhin im Bundestag Unruhe entstand, hat die Bundesbank ein neues Lagerstellenkonzept vorgestellt: Bis zum Jahr 2020 sollen 300 Tonnen Gold aus New York und 374 Tonnen aus Paris abgezogen werden. Doch es gab Verzögerungen. Im vergangenen Jahr trafen nur 37 Tonnen Gold in Frankfurt ein, davon 5 Tonnen aus New York. Das erregte einige Kritiker im Bundestag.

Bei dem bisherigen Tempo, das die Bundesbank an den Tag legt, ist es zweifelhaft, ob das Ziel von 674 Tonnen erreicht wird und ob sie es überhaupt erreichen will“, sagt CDU-Präsidiumsmitglied Philipp Mißfelder dieser Zeitung. Es gebe heute „keinen Grund mehr, das Gold im Ausland zu lagern“, findet er. Im Kalten Krieg war es richtig, das Gold weit im Westen zu lagern, sagt Mißfelder, der auch Beauftragter der Bundesregierung für die deutsch-amerikanischen Beziehungen ist. Heute aber sollte man das Gold komplett im Inland lagern, findet Mißfelder – „für den Krisenfall“. Der CSU-Politiker Peter Gauweiler bemängelt, dass die Bundesbank keine regelmäßigen physischen Kontrollen des Goldes in New York durchführe, wie es der Rechnungshof angemahnt habe. „Die Haltung der obersten Hüter des Goldschatzes ist mir zu lässig“, sagt der CSU-Vize.

Die Amerikaner haben uns gesagt: Das ist euer Gold“

Das will die Bundesbank nicht auf sich sitzen lassen. Schon länger nimmt der Bundesbank-Vorstand besorgt zur Kenntnis, dass es in der Bevölkerung wabernde Zweifel an der Existenz des deutschen Goldes in den Tresoren der Fed gibt, die sich in etwa 25 Metern Tiefe unterhalb Manhattans befinden. „Holt unser Gold heim!“, fordert eine Bürgerinitiative. Deren Appell haben inzwischen 15.300 Bürger unterzeichnet, darunter der eurokritische frühere FDP-Abgeordnete Frank Schäffler und der Ex-BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel, der für die AfD kandidiert. Bis hinauf in die Spitzen der deutschen Politik würden Verschwörungstheorien gehört, heißt es verärgert in Frankfurt. Die Kritik einiger Unionsabgeordneter geht den Währungshütern mächtig auf die Nerven. Nach Informationen dieser Zeitung gab es sogar einen empörten Anruf im Kanzleramt deswegen.

Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele betont im Gespräch mit dieser Zeitung, dass die bisherige Besichtigung und der Heimtransport des Goldes keinerlei Unregelmäßigkeiten gezeigt hätten. Die Zusammenarbeit verlaufe reibungslos. „Ich war in New York, wir haben uns die Barren angeschaut, haben einzelne ausgewählt, herausgenommen und gewogen – die Prüfung lief zu 100 Prozent zufriedenstellend“, betont er. „Die Amerikaner haben uns gesagt: Das ist euer Gold, ihr könnt es jederzeit zurückholen.“ Dies werde auch nicht als Affront gewertet. An dem Plan, bis 2020 rund die Hälfte des Goldes in Deutschland zu lagern, gebe es keine Abstriche. „Der Bundesbankvorstand hat sich mit dem neuen Lagerstellenkonzept gebunden“, bekräftigt Thiele. Nach dem kritischen Bericht des Rechnungshofs seien mit der Fed erweiterte Rechte für die Bundesbank-Revisoren ausgehandelt worden. Über Details sei aber Vertraulichkeit vereinbart worden. Man habe den Haushaltsausschuss des Bundestages informiert, der habe nichts mehr auszusetzen.

Ist ein schneller Rücktransport notwendig?

Und noch eines stellt Thiele klar, was zu Gerüchten geführt hatte: Es gebe keine Verleihgeschäfte mit dem deutschen Gold im Ausland. Bis 2008 habe man zwar geringe Teile des Goldes in London zeitweise verliehen, um mit den Einnahmen die dortigen Lagerkosten zu decken. Das sei aber vorbei. „Seit 2009 gibt es keine Goldleihe mehr.“

Der haushaltspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Norbert Barthle, setzt sich deutlich ab von den Aussagen seiner Parteifreunde Mißfelder und Gauweiler. „Ich bin davon überzeugt, dass die deutschen Goldreserven in New York, Paris und London immer sicher verwahrt waren und es weiterhin sind. Zweifel daran kann ich nicht nachvollziehen“, sagt er. Historisch rühren die Goldbestände aus den fünfziger und sechziger Jahren, als die Amerikaner ihre Handelsdefizite mit Deutschland im Bretton-Woods-System mit Gold beglichen. „Die Notwendigkeit für einen schnelleren Rücktransport sehe ich nicht, zumal auch die Kosten nicht unerheblich sind“, findet Barthle.

Tatsächlich hat die Bundesbank für den Heimtransport der 37 Tonnen Gold rund 600.000 Euro bezahlt – ein Promillebetrag im Vergleich zum Wert. Teuer ist vor allem die Versicherung von Flugtransporten. Es kann immer nur eine Tonne je Flug transportiert werden, deren Marktwert derzeit bei gut 30 Millionen Euro liegt. Zur währungspolitischen Bedeutung des Goldes sagt Thiele. „Das Gold hat zwei wichtige Funktionen: Es dient im Inland der Vertrauensbildung. Das Gold im Ausland liegt dort auch als Währungsreserve für den Krisenfall. Wir könnten es im Fall der Fälle binnen kürzester Zeit in Fremdwährung tauschen. Es ist nicht unsere eiserne, sondern die goldene Reserve.“

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/deutsches-gold-in-nyc-nervenkrieg-um-den-goldschatz-12842207.html

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19.02.2014

50 Tonnen werden heimgeholt

Bundesbank-Chef: Unser Gold ist noch da!

Die Hälfte ihrer Goldreserven will die Bundesbank bis 2020 nach Deutschland zurückholen, um Kritiker zu besänftigen. In einem Interview erklärt Bundesbank-Vorstand Thielen, warum an den Gerüchten über fehlendes Gold nichts dran ist.

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Es ist ein einmaliges Projekt: Hunderte Tonnen Gold will die Bundesbank nach Frankfurt holen. Bis 2020 soll knapp die Hälfte der rund 3400 Tonnen in Frankfurt lagern. Bisher befinden sich mehr als 70 Prozent in New York, London und Paris. Der Grund: Das Edelmetall ging vor allem in den 1950er und 1960er Jahren als Bezahlung hoher deutscher Außenhandelsüberschüsse in den Besitz der Bundesbank über. 

Die ersten fünf Tonnen hat die Bundesbank 2013 aus New York nach Frankfurt geholt. „In diesem Jahr werden wir 30 bis 50 Tonnen verlagern, vielleicht auch mehr“, erklärt Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele in einem Interview mit dem „Handelsblatt“. Insgesamt holte die Bundesbank im vergangenen Jahr 37 Tonnen zurück. Davon kamen 32 Tonnen aus Paris.

Kritik an Lagerung im Ausland

Hintergrund der Aktion: 2012 war in Deutschland eine öffentliche Debatte über die Sicherheit des deutschen Goldes im Ausland entbrannt. Der Bundesrechnungshof hatte angesichts des hohen Werts der bei ausländischen Notenbanken gelagerten Goldbestände regelmäßige Stichproben gefordert. Die Bundesbank reagierte mit der Ankündigung, einen Großteil des Goldes künftig in Deutschland zu lagern. 

Entgegen kursierender Gerüchte, dass das Gold womöglich gar nicht mehr da ist, sei alles in Ordnung gewesen: „Wir haben das Gold aus dem Tresor in Begleitung der Revision entnehmen lassen und nach Europa gebracht“, erklärt Thiele. „Erst in Europa haben wir dieses Gold umschmelzen lassen und auf den heute üblichen Barrenstandard gebracht.“ Denn teilweise stammten die Bestände in New York noch aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. „Nach der Schmelze hat sich, wie zu erwarten, bestätigt, dass mit diesen Barren zu 100 Prozent alles in Ordnung war.“

Barrennummern identisch

Vor dem Transport sei das Gold in New York in Form der ursprünglichen Barren übergeben worden. „Unsere Revision hat die Barrennummern vor Ort anhand unserer Listen geprüft. Dasselbe Gold ist bei der von uns beauftragten Goldschmelze in Europa angekommen. Das sollte eigentlich jedem zeigen, dass solche Verschwörungstheorien jeder Grundlage entbehren.“

http://www.focus.de/finanzen/boerse/gold/von-new-york-nach-frankfurt-wir-holen-dieses-jahr-bis-zu-50-tonnen-gold-zurueck_id_3626418.html

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19.01.2014

Die ganze Wahrheit über das Gold der Bundesbank

300 Tonnen Gold sollen aus dem Keller der Federal Reserve in New York nach Deutschland geholt werden. Jetzt erklärt die Bundesbank: Erst fünf Tonnen sind angekommen. Warum ist das alles so schwierig? Von Sebastian Jost

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Der Aufreger kam in 407 flachen Quadern daher, jeder davon so lang wie ein größeres Buch, hell glänzend und viel schwerer, als es ein Laie bei dieser überschaubaren Größe erwarten würde. So sieht er aus, der Schatz, der seit Jahren den Stoff für Mythen liefert – der kleine Teil der Goldreserven, den die Bundesbank 2013 aus Amerika in die Heimat geholt hat, im Rahmen eines Plans, der skeptische Bürger beruhigen sollte.

Doch seit der Transfer bekannt wurde, schießen die Spekulationen ins Kraut: Beweisen die Umstände der Goldtransporte nicht einen alten Verdacht von Verschwörungstheoretikern – dass der größte Teil des deutschen Goldes längst nicht mehr da ist?

Anlass für die Gerüchte lieferte ein Interview von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann kurz vor Weihnachten. 37 Tonnen Gold seien nach Deutschland geholt worden, sagte er der „Bild“. Außerdem war die Rede davon, dass ein Teil des Goldes umgeschmolzen worden sei.

Die Transporte begannen erst im Herbst

Genug Anknüpfungspunkte für Skeptiker. Warum wurde nur so wenig transportiert, wo die Bundesbank doch innerhalb von acht Jahren 674 Tonnen zurückholen will, davon 300 Tonnen aus New York? Rechnerisch müssten das mehr als 80 Tonnen im Jahr sein, gut die Hälfte davon aus Paris, der Rest aus den USA.

Konnten die Amerikaner nicht mehr liefern, weil sie die bei der Federal Reserve of New York eingelagerten gut 1500 Tonnen längst verscherbelt haben? Und sollte die Umschmelzerei kaschieren, dass man die Originalbarren nicht mehr liefern konnte?

Die Bundesbank tritt diesen Spekulationen nun entgegen – und nennt der „Welt am Sonntag“ erstmals die Details zu den Goldtransporten. Diese begannen erst im Herbst, weil zuvor Verträge mit Transport- und Schmelzfirmen abgeschlossen werden mussten.

Experten aus der Schweiz helfen

Dabei ließ sich die Bundesbank von der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) unterstützen, der „Zentralbank der Zentralbanken“ in Basel, die schon für andere Notenbanken größere Goldumschichtungen organisiert hat und über entsprechende Erfahrung verfügt. Erst nach monatelangen Vorbereitungen konnten die Sicherheitstransporte mit Lkw und Flugzeug beginnen.

Nur der kleinste Teil des 2013 transportiertes Goldes kommt aus Amerika – fünf Tonnen waren es. Die übrigen 32 Tonnen stammen aus Paris, wo das deutsche Goldlager bis 2020 komplett aufgelöst werden soll. Die Bundesbank erklärt dies damit, dass die Transporte aus Paris einfacher sind und deshalb zügiger beginnen konnten.

Denn die dort gelagerten Barren haben bereits die von der Notenbank gewünschte längliche Form mit abgeschrägten Kanten, „London-Good-Delivery“-Standard genannt. Die Barren im Keller der Fed haben dagegen eine früher gängige Form. Sie lässt die Bundesbank komplett umschmelzen. Und die Kapazitäten der Schmelzbetriebe seien eben begrenzt.

Bundesbanker überwachen die Schmelzen

Die Operation solle jedoch keine Mauschelei ermöglichen, im Gegenteil. Umgeschmolzen wird nicht – wie auf diversen einschlägigen Webseiten spekuliert – vor dem Transport, sondern erst danach. Und in den neuen Barren soll exakt dasselbe Gold stecken wie zuvor. Dazu überwachen Mitarbeiter der Bundesbank-Revision den Abtransport aus dem Fed-Tresor und streichen die Barrennummern auf ihren Bestandslisten ab.

Zurück in Europa, kontrollieren sie, ob die richtigen Barren bei der Schmelze ankommen. Wo genau die beauftragten Betriebe liegen, will die Notenbank aus Sicherheitsgründen nicht bekannt geben.

Das Schmelzen der Barren wäre nicht zwingend nötig. Es habe aber nicht nur den Vorteil, dass die in Frankfurt gelagerten Barren künftig alle dieselbe Form haben, sondern ermögliche auch eine „ultimative Echtheitsprüfung“ neben der üblichen Untersuchung mit Ultraschall und Röntgengerät.

In diesem Jahr sollen 30 bis 50 Tonnen kommen

Eine zusätzliche vertrauensbildende Maßnahme soll das sein, so heißt es. Was dieser Kampf gegen das Misstrauen die Bundesbank und damit den Steuerzahler kostet, verrät man nicht.

Bisher jedenfalls habe es keinerlei Grund für Beanstandungen gegeben, heißt es bei der Bundesbank – Gewicht und Reinheitsgrad der Goldbarren stimmten mit den Büchern überein. Nun sieht man sich für größere Transportmengen gerüstet: 2014 sollen 30 bis 50 Tonnen aus New York kommen.

Die Bank gibt sich auch weiter zuversichtlich, den Zeitplan bis 2020 einzuhalten. Die Mythen über das Gold in New York dürften freilich damit wohl nicht enden – schließlich will die Bundesbank gut 1200 Tonnen bei der Fed belassen.

http://www.welt.de/wirtschaft/article123988843/Die-ganze-Wahrheit-ueber-das-Gold-der-Bundesbank.html

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13.01.2014

Bürger-Initiative fordert Transparenz über deutsches Gold

Peter Boehringer von der Bürgerinitiative „Holt unser Gold heim“ fordert Transparenz von der Deutschen Bundesbank. Die Bürger müssten endlich erfahren, was mit dem deutschen Gold geschehen ist. Doch die Bundesbank setzt auf absolute Geheimhaltung. Das Vertrauen in die Ehrlichkeit der großen Zentralbanken der Welt steht auf dem Spiel.

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Deutsche Mittelstands Nachrichten: Wie schätzen Sie die widersprüchlichen Aussagen der Bundesbank im Zusammenhang mit der Heimholung des deutschen Goldes ein? Kann so etwas kurz vor Weihnachten versehentlich geschehen?

Peter Boehringer: Versehen können immer passieren. Aber eine wichtige Meldung („Repatriierung von 37 Tonnen Gold“) ausgerechnet am 23.12. und ausgerechnet per Bild-Zeitung verlautbaren zu lassen, ist sicher ungewöhnlich. Zumal in der Bild-Meldung Unschärfen und Auslassungen vorliegen (etwa zu genauem Ort und Zeitpunkt der Umschmelzungen von Barren sowie zu den genauen Tonnagen und zur genauen Herkunft der nun nach Deutschland zurückgeholten Ware – Paris und New York). Unschärfen, die eine offizielle Pressemitteilung der Bundesbank sicher vermieden hätte. Dasselbe dann erneut bei der wiederum nicht per Pressemitteilung, sondern per Wirtschaftswoche-Artikel (am 7.1.) verbreiteten teilweisen Abänderung der BILD-Meldung durch die Bundesbank.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Das Vorgehen der Bundesbank ist komplett intransparent. Wer von den Verantwortlichen ist wirklich informiert? Warum werden die Informationen geheim gehalten?

Peter Boehringer: Leider ist für alle Außenstehenden nicht einmal transparent, ob und ggf. welche Bundesbank-Verantwortliche über was informiert sind. Angeblich gab es vor Monaten eine (nie näher erläuterte) „Inspektion“ der deutschen Barren bei der Fed durch Bundesbank-Mitarbeiter – übrigens nach 50 Jahren erstmals überhaupt. Auch sei Jens Weidmann im Dezember 2013 bei einer Visite bei der Fed gewesen und habe sich (irgendwie, nie näher erläutert) das Gold zeigen lassen.

Und angeblich gibt es vollständige Barrenlisten an allen Lagerorten. Doch nie wurde je eine dieser Listen veröffentlicht. Nie ein Prüfungsreport. Nie irgendwelche Details – obwohl diese keineswegs alle „sicherheitsrelevant“ wären, wie uns immer wieder erklärt wird. Sogar Nummern-Listen nunmehr ganz offiziell per Einschmelzung vernichteter Barren werden nicht bekanntgegeben. Von einem physisch anhand der ausländischen Barrenlisten durchgeführten Vollaudit ganz zu schweigen.

Wir können uns nicht einmal vorstellen, dass die Bundesbank den genauen physischen Status ihrer Auslandsbarren vollständig kennen KANN, da die Fed selbst seit 60 Jahren (!) keinen offiziellen Audit ihrer Goldtresore durchgeführt hat bzw. seitdem jedenfalls fast immer akribisch Externe oder gar Journalisten außen vor gehalten hat. Ebenso die Banque de France oder die Bank of England. Und wenn es Ausnahmen gab – so waren diese „Touristen-Events“ in den Fed-Tresoren niemals Vollaudits mit physischer Bewegung der z.T. seit Jahrzehnten unbewegten Barren.

Hinzu kommt, dass ein sauberer Audit auch mögliche Doppeleigentümerschaften und (buchhalterische) Entleihungen der Ware mit hätte umfassen müssen. Von all dem wurde niemals etwas berichtet. Vermutlich gab es bei keiner der drei „Partnerbanken“ der Bundesbank je einen umfassenden Audit durch Bundesbank-eigene oder deutsche externe Prüfer. Und falls es diese doch gegeben haben sollte, hätten die deutschen Bürger (als Eigentümer) ein Anrecht auf akribische Veröffentlichung und Erläuterung aller Inventur-, Listen-, Hersteller-, Umschmelzungs- und Prozessdetails. Sowie auf umfassende Foto- und Videodokumentation und auf ein personalisiertes und haftungsrelevantes Testat eines vereidigten Wirtschaftsprüfers.

Wir können und wollen nicht spekulieren, warum all diese Informationen ohne jede erkennbare Not geheim gehalten werden. Die von der Bundesbank implizit gegebene Antwort „Es geht euch nichts an“ akzeptieren wir nach Jahrzehnten des Fragens nun nicht mehr.

Leider haben weder der Bundesrechnungshof noch einige „Wir-kümmern-uns“-MdBs, die sich 2012 per mitfliegendem BILD-Fotoreporter wählerwirksam zusammen mit Fed-Portiers an der Fed-Eingangstür (ungleich Tresortür!) haben ablichten lassen, seitdem je eine ihrer schönen Forderungen nach Transparenz und Heimholung bei der Bundesbank nachgehalten! Case closed – aber noch nicht für uns.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Halten Sie es für möglich, dass die Bundesbank entgegen der eigenen Äußerungen lediglich die Echtheit der Barren prüfen wollte? Muss man die Barren dazu einschmelzen?

Peter Boehringer: Vermutlich wird dies die Antwort der Bundesbank sein, wenn erst die dubiose Aussage „Wir wollten LGD-Feinheit erlangen“ als Erklärung nicht mehr ausreicht. Es gab ja sogar im Oktober 2012 die Ankündigung der Bundesbank, 2013-2015 pro Jahr jeweils 50 Tonnen zurückzuholen, was offenbar schon im ERSTEN Jahr dieses Zeitraums nicht möglich war: Weder quantitativ (37 statt 50 Tonnen) noch qualitativ (warum sonst zuerst Umschmelzung, dann erst Prüfung?).

Und ja, man kann Barren natürlich auch ohne vollständige Einschmelzung prüfen: entweder per einfacher Stichprobe und/oder per Röntgenfluoreszenzanalyse, Stromleitfähigkeitsanalyse, Säuretest oder Ultraschallmessgerät (bei Profis sehr gebräuchlich).

Aber auch die Erklärung „LGD“ muss unbedingt plausibilisiert werden: Welches Material kam in welcher genauen Form und Reinheit von welchem Lagerort? War dies genau das Material, das die Bundesbank 1951-1967 eingekauft hatte? Welche Barrennummern waren dies genau? Falls es anderes/jüngeres Material war: Warum und wann wurde noch nach Abschluss der Käufe 1967 (Blessing-Brief) ein Umtausch der Ware vollzogen? Fragen über Fragen.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Sie fordern die Rückführung des gesamten deutschen Goldes. Gehen Sie davon aus, dass das Gold noch in New York ist? Warum dauert der Prozess so lange?

Peter Boehringer: Wir gehen hier von gar nichts aus. Die Bundesbank sagt seit Jahren, sie habe „keinen Anlass, an der vollen Integrität ihrer Partnerbanken zu zweifeln“. Also glauben wir das (wohl wissend, dass man das auch anders sehen kann).

Aber die Zweifel wachsen, wenn schon die ERSTE Tranche über poplige 37 Tonnen (also nur 1,6% des heimzuholenden Auslandbestands) nicht ohne Widersprüche und erhebliche Unklarheiten bzw. Intransparenzen durchführbar war. Wie soll dies dann erst bei WEITEREN Lieferungen werden? Ob alles wirklich in Originalform da war und ist, werden wir erst nach der letzten, hoffentlich dann sauber dokumentierten Lieferung erfahren. Beim aktuellen Tempo wäre das etwa im Jahre 2076.

Zudem ist unabhängig hiervon selbstredend von der Bundesbank eine saubere und öffentliche Inventur auch des IN DEUTSCHLAND gelagerten Goldes einzufordern. Auch beim hiesigen Gold warten wir bislang vergebens auf die Veröffentlichung der von uns schon 2011 eingeforderten Barrenlisten. Und/oder auf ein belastbares Testat eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers nach erfolgter physischer Vollinventarisierung – gleichzeitig an allen deutschen Standorten. Das Testat muss zugleich einen Nachweis enthalten, dass die Bundesbank das EXKLUSIVE Eigentums-Recht auf diese Barren hat (keine buchhalterischen Mehrfachansprüche auf ein und dieselben Barren)!

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Was würde passieren, wenn die Bundesbank erklären würde, dass das deutsche Gold nicht mehr in New York ist? Welche Konsequenzen hätte dies für Deutschland und für die Welt?

Peter Boehringer: Nun, wir sprechen bei 1.500 Tonnen in New York und bei weiteren 800 Tonnen in London und Paris immerhin von knapp einer Weltjahresproduktion aller Minen und von über 10 Prozent der geschätzten Gesamt-Goldbestände westlicher Zentralbanken. Und wir sprechen von sehr knappem PHYSISCHEN Material: Im etwa einhundert Mal größeren PAPIERgoldmarkt wäre das zwar eine sehr geringe Menge: Merrill Lynch etwa verkaufte am 12.4.13 in wenigen Minuten 124 Tonnen Papiergold (!).

Aber in Zeiten, in denen der Bundesbank offenbar bereits die (Wieder-)Beschaffung von nicht einmal 50 physischen eigenen Tonnen in einem Jahr Schwierigkeiten bereitet und in denen Indien zur Erhaltung eines Angebots-Nachfrage-Gleichgewichts mit massivsten administrativen Maßnahmen die physische Nachfrage um 80 Prozent abwürgen musste, wären 2.300 Tonnen physischer Fehlbestand im offenen Markt rein markttechnisch ENORM viel.

NOCH wichtiger wäre allerdings der Vertrauensverlust der Welt sowohl in die Existenz des (physischen, unverliehenen) Goldbestands der Zentralbanken, als auch in die Vertrauenswürdigkeit der Fed und der USA. Wir überlassen es der Phantasie Ihrer Leser, sich auszumalen, was dies einerseits für den Goldpreis; andererseits für den Dollar und übrigens auch für das betrügerische fractional reserve Papier-Falschgeldsystem insgesamt bedeuten würde.

Doch all dies sind keine Spekulationen, die wir uns als Bürgerinitiative erlauben. Wir erlauben uns lediglich wichtigste und absolut angebrachte FRAGEN an die Bundesbank als Treuhänderin des zweitgrößten Goldhortes der Welt zu stellen. Ihre Frage nach möglichen Konsequenzen der Aufdeckung von Unstimmigkeiten geht allerdings in die richtige Richtung und könnte erklären, warum die Intransparenz bei weltweit allen Zentralbankgoldbeständen nun seit Jahrzehnten nicht aufzubrechen ist. In den USA natürlich ebenso – dort schon seit der letzten Inventur der US-eigenen Goldbestände unter Eisenhower 1953.

Peter Boehringer ist Vorstand der Deutsche Edelmetall-Gesellschaft e.V. und Co-Initiator der Bürgerinitiative „Holt unser Gold heim“. Diese beteiligt sich nicht an unbelegbaren Behauptungen und Verschwörungstheorien, sondern fordert lediglich Transparenz von der Deutschen Bundesbank. Auf seinem höchst interessanten Blog berichtet Boehringer regelmäßig auch über das seit vielen Jahrzehnten weitestgehend im Ausland gelagerte deutsche Gold.

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2014/01/58506/

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07.01.2014

Deutsches Gold: Bundesbank verwickelt sich in neue Widersprüche

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Ein wichtiger und ganz aktueller Update-Blog zu diesem leidigen Dauerthema der höchst unzureichend geprüften Goldbestände der Bundesbank im Ausland (ebenso wie im Inland!). Der öffentliche Druck nahm nach der hoch verdächtigen BuBa-BILD-Meldung vom 23.12.2013 zur Einschmelzung und Rückholung (man beachte die Reihenfolge) von 37 Tonnen offenbar erheblich zu, so dass die BuBa nun heute am 7.1. (widerwillig und offenbar gereizt, dazu s.u.) eine Anfrage der Wirtschaftswoche öffentlich beantworten musste, warum denn nicht die US-Originalbarren nach Deutschland geliefert wurden – sondern stattdessen erst eingeschmolzen wurde und dann nach Deutschland verbracht. Zur Erinnerung: genau so und mit dieser Ablauf-Reihenfolge stand es (vermutlich von der Zensur übersehen) in der von der Bundesbank am 23.12. per BILD lancierten Meldung – die auch auf explizite Nachfrage des Investigativ-Journalisten Lars Schall nicht dementiert wurde:

Eine Sicherheitsfirma ließ einen Teil der Goldbarren einschmelzen, transportierte sie [dann] per Flugzeug und Lkw nach Frankfurt.“

Wie viele offene Fragen alleine dieser Vorgang aufwirft, hatte ich hier für das deutschsprachige und hier für das internationale Publikum aufbereitet. Darin viele wichtige unbeantwortete Fragen, die nun heute Abend offenbar auch die Wirtschaftswoche interessiert haben, obwohl die Kollegen des Focus das Ganze heute Vormittag noch systemtreu und entgegen der Meinung von 95% der Kommentatoren auf der Focus Seite als „Verschwörung[stheorie]“ bezeichneten.

Goldhändler Martin Siegel machte dann noch auf einen weiteren ungereimten Punkt aufmerksam: „Ein Aspekt der etwas untergegangen ist: Wenn die Bundesbank Gold entgegen nimmt, das unmittelbar vor dem Transport umgeschmolzen wurde, dann dürfte die Motivation extrem gering sein, dieses Gold bei Entgegennahme erneut einzuschmelzen, um es zu prüfen. Wenn die Bundesbank an der Echtheit des Goldes ein ernsthaftes Interesse hätte, dann hätte sie die Barren selbst einschmelzen lassen müssen.“

Kaum also standen solche Vorwürfe im Raum, öffentlicher Druck dahinter und eine Wirtschaftswoche-Anfrage in der Tür, änderte die Bundesbank –o Wunder– ihre Aussage vom 23.12. um 180 Grad ab. Seit heute Abend lautet ihre neue Sprachregelung also nun (aus dem o.g. WiWo-Artikel):

„Es hat sich bei den bislang überführten Goldbarren um die Original-Barren [!] gehandelt, die seinerzeit [D.h.? Wann: 1951-1967 oder doch erst 2013?; Anm. PB] der Obhut der ausländischen Notenbanken überlassen wurden. … Es waren also nicht Amerikaner oder Franzosen, die das Gold vor Auslieferung eingeschmolzen und zu neuen Barren verarbeitet haben.“ [sic!]

Soso, die Herren BuBa-Vorstände: Dies ist also nun die neueste Version, die wir glauben sollen…?! Nun denn – auch hier stellen sich selbstredend alle Fragen, die hier aufgeworfen wurden:
– Why has the Bundesbank not published a bar number list of the old bars?
– How can there be security concerns about bars that no longer exist?
– Why has the Bundesbank not published a bar number list of the newly cast bars?
– Who exactly melted the bars? Where was this melting performed?
– Who witnessed the melting and recasting of the bars?
– Are there any reports on this in writing with a valid signature? By whom?

=> Es wäre SO einfach, hier Transparenz reinzubringen. Doch stattdessen verwickelt man sich in immer neue Widersprüche. Leider trägt auch die WiWo mangels harter Nachfragen nicht zur weiteren Aufklärung bei – es bleiben sogar offenkundig unlogische Aussagen stehen. So lässt die WiWo (in der neuen BuBa-Version) unwidersprochen die Behauptung stehen:

Sofern der LGD-Standard bei den überführten Goldbarren nicht gegeben war, ließ die Bundesbank die Original-Goldbarren umschmelzen.“

=> Ja was denn nun:
a) Ware in Originalbarrenform in Frankfurt angekommen und dort (wo, wann, durch wen genau, Barrennnummern alt/neu, Zeugen, veröffentlichte Reports??) umgeschmolzen?
b) Oder war der LGD-Standard bei der Ware aus den 1950ern und 1960ern DOCH gegeben (was übrigens recht schwierig sein dürfte, da doch der LGD-Standard erst 1979 definiert wurde…)? Falls dies tatsächlich der Fall war: warum war dann überhaupt noch eine Umschmelzung erforderlich, die ja nun offenbar (offizielle PM vom 23.12. und von heute 7.1.)
stattgefunden hat?

=> Hier beißen sich ganz klar zwei Aussagen der Bundesbank. Eine Erklärung kann dabei auch nicht einfach plötzlich lauten „Wir haben eben die Barren eingeschmolzen, um die Echtheit zu prüfen.“: Das widerspräche allen bisherigen Meldungen und auch allem Nicht-Prüfgebaren seit 50 Jahren! Und sie kann auch nicht lauten „Wir haben nur teilweise eingeschmolzen.“: Die Ware aus den 50ern und 60ern war entweder ganz oder gar nicht LGD-konform – warum hätte die BuBa damals inhomogene Ware kaufen sollen?

=> Nein: Es hilft kein noch so lautes Geschrei des BuBa-Vorstands und seiner Paladine und ergebenen Medien „Pöhse, dumme Verschwörungstheorien!“. Es geht um die seriös dokumentierte Existenz (in Gegenwart und 50-jähriger Vergangenheit) von 125 Mrd EUR durch BuBa und Fed treuhänderisch verwahrten Volkseigentums. Integre Bilanzprüfer und Staatsanwälte haben schon bei erheblich geringeren Geschäftsprozess- und Bilanzungereimtheiten Aufklärung und volle Transparenz verlangt!

Völlig unerklärt bleibt die Volte in der BuBa-Sprachregelung, wann und wo genau die Einschmelzung denn nun stattgefunden hat: In den USA / F vor Lieferung nach D (BuBa/BILD vom 23.12.) oder in D nach Lieferung aus den USA / F (BuBa/WiWo 7.1.)?

Fazit: Die Bundesbank darf mit dieser Art der ständig wechselnden Behauptungen, „Faktenauslegung“ und Verschleierung nicht mehr länger durchkommen. Wir lassen uns nicht mit der absurden VT-Keule niederkeulen. Sie ist längst abgenutzt – siehe den einhelligen Kommentartenor für mehr Transparenz unter allen einschlägigen Meldungen (heute eben Focus und WiWo). Und auch die Kollegen des Mainstreams sollten sich einmal sehr ernsthaft fragen, welche Intelligenz sie eigentlich ihren Lesern noch zutrauen, wenn sie offensichtlich einseitig, amateurhaft unkritisch nachfragend und systemtragend parteiisch wie einst das Neue Deutschland oder der Schwarze Kanal über diesen anhaltenden Skandal berichten.

Nichts wäre einfacher und angebrachter, als nachdrücklich völlige und umfassende Transparenz zu fordern (angefangen bei der Veröffentlichung aller Barrenlisten im In- und Ausland) – und BuBa-seitig eben zu liefern, wenn man nichts zu verbergen hat. [Und bitte: auch keine weitere Salamitaktik mehr wie seit 2011: immer nur jeweils einen symbolischen Infobrocken zur Beruhigung der (nicht so dummen) Öffentlichkeit!]

Dann würde der BuBa-Vorstand auch nicht damit durchkommen, Buchhaltungs- und Öffentlichkeits-vergessen und trotzig wie kleine Kinder solche Frechheiten in WiWo-Artikeln plazieren zu können: „Abgesehen davon könnte es den Skeptikern auch relativ egal sein, ob alte oder neue Barren geliefert werden, solange sich der von der Bundesbank bilanzierte Goldbestand dadurch nicht schmälert.“

=> Herr Weidmann, Herr Thiele, fürs Protokoll: Es ist uns und den 14.000 Unterzeichnern der Bürgerinitiative „Holt unser Gold heim“ sowie den Hunderttausenden von Sympathisanten und den 80 Millionen Eigentümern Ihres unseres deutschen Goldes NICHT egal, ob die noch immer im Ausland lagernden 2300 Tonnen alt oder neu sind. Denn an dieser Frage zeigt sich die Wahrhaftigkeit Ihresgleichen seit 1951 – und wichtiger noch: es zeigt sich die (un?)kompromittierte Existenz des (un?)verliehenen zweitgrößten Goldhorts der Welt! Sie werden sich unsere Fragen auch weiterhin gefallen lassen. Selbstredend gilt fast alles Gesagte auch für die (angeblich) unverliehenen und physisch (hoffentlich) bereits in Deutschland befindlichen ca. 1000 Tonnen, für die ebenfalls weiterhin jeder öffentliche Nachweis oder auch nur jeder Anscheinsbeweis (detaillierte Barrenlisten mit jeweiligem Zugangsdatum, Hersteller usw.) fehlt.

=> Nach den hochgradig verdächtigen Meldungen und obskuren Einschmelz-Prozessen der vergangenen Wochen ist unsere Transparenzforderung drängender denn je. Ein Mainstream, der sich noch ohne rot zu werden im Spiegel anschauen will [pun unintended], muss die Forderungen nach Transparenz jetzt ENDLICH unterstützen und die VT-Keule endlich einpacken. Kein Feld-Wald-Wiesen-Goldhändler käme mit Prozess- und Prüfungspraktiken wie die BuBa durch! Und auch nicht mit den Bilanz-Usancen der BuBa: denn Goldhändler haben „Gold“ und „Goldforderungen“ nicht absurderweise gemeinsam in einer Position in der Bilanz…

http://www.goldseitenblog.com/peter_boehringer/index.php/2014/01/07/deutsches-gold-bundesbank-verwickelt-sic

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07.01.2014

Was ist mit unseren Goldreserven passiert?

Mickrige 37 Tonnen der Goldreserven kamen 2013 aus New York und Paris zurück nach Frankfurt – von geplanten 300 Tonnen. Auch neue Barren sollen dabei gewesen sein. Was ist mit unserem Goldschatz geschehen?

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Deutschland besitzt die zweithöchsten staatlichen Goldreserven der Welt, insgesamt knapp 3400 Tonnen im Wert von rund 100 Milliarden Euro. Der Reichtum entstand größtenteils in den Wirtschaftswunderjahren durch die hohen Außenhandelsüberschüsse und verblieb wegen der Risiken des Kalten Krieges im Ausland. Mehr als zwei Drittel der deutschen Goldreserven lagern noch heute in den Tresoren der Notenbanken in New York, Paris und London. Ein Teil davon soll aber zurück nach Deutschland.

Im Herbst 2012 kritisierte das der Bundesrechnungshof: Es gebe keine regelmäßige Inventur, auch die stichprobenartige Prüfung des Goldgehalts fände nicht statt. Weil so viel Gold im Ausland schwer zu prüfen ist, plant die Bundesbank seit mehr als einem Jahr bis 2020 rund 300 Tonnen nach Deutschland zurückzuholen. 50 Tonnen sollen es jährlich bis 2015 sein. Hier sollen sie nach Angaben der Bundesbank eingeschmolzen und auf ihren Goldgehalt hin geprüft werden, anschließend will die Notenbank dann neue Barren daraus gießen. Die Ankündigung fand breite Zustimmung unter Goldanlegern und -experten. Schließlich gehören Deutschland nach den USA die größten Goldreserven aller Staaten und zählt zu den wenigen Ländern, die große Teile davon bei ausländischen Notenbanken verwahren lasssen.

Skeptiker vermuten schon lange, dass der deutschen Goldschatz im Ausland gar nicht oder nur teilweise existiert oder aber die Goldbarren einen Kern aus Wolfram oder Blei besitzen und damit einen deutlich geringeren Goldanteil als vermutet aufweisen. Die Ankündigung, deutsche Goldreserven aus den USA, Frankreich und London nach Deutschland zurückzuholen, um sie zu prüfen, empfanden einige Beobachter daher als wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Dennoch sparen Skeptiker nicht mit Kritik. Sie hätten am liebsten alles Gold so schnell wie möglich in Deutschland, damit vor dem Zugriff von Manipulatoren und Enteignern sicher ist.

Bis heute haben aber nur 37 Tonnen Gold den Weg nach Hause gefunden. Unmittelbar vor Weihnachten hatte Bundesbankpräsident Jens Weidmann gegenüber der Bild-Zeitung diese Zahl genannt. „Aus Aufzeichnungen der US-Notenbank geht hervor, dass sich die Lagerbestände von aufbewahrtem Fremdgold im Jahr 2013 lediglich um gute fünf Tonnen reduziert haben. Von den in Deutschland eingegangenen 37 Tonnen stammt dementsprechend nur ein sehr geringer Teil aus den New Yorker Lagern.“, sagt Goldmarktexperte Dimitri Speck, der sich auf Mustererkennung und auf die Entwicklung von Handelssystemen spezialisiert hat.

Was Goldenthusiasten und -experten dabei besonders irritiert: Weidmann sprach davon, dass eine Sicherheitsfirma einen Teil der Barren einschmelzen ließ und dann per Flugzeug und Lkw nach Frankfurt transportieren ließ. Es sei eine große logistische Herausforderung gewesen, so Weidmann. Wegen dieser Aussagen sind einige Marktbeobachter in Alarmstimmung: Offenbar handelt es sich nicht um das deutsche Gold, dass einst in Verwahrung gegeben wurde, sondern neue Barren mit Stempel von 2013. Die Frage, warum Goldbarren bereits vor ihrem Eintreffen in Deutschland eingeschmolzen wurden, sorgt für Spekulationen. War das deutsche Gold in den USA etwa gar nicht mehr oder nur noch teilweise vorhanden? Haben die USA das deutsche Gold im Handel oder für Verleihgeschäfte genutzt, oder sogar damit den Goldpreis manipuliert?

Auf Anfrage von WirtschaftsWoche Online tritt die Bundesbank derartigen Theorien entschieden entgegen. Nein, heißt es Frankfurt, es habe sich bei den bislang überführten Goldbarren um die Original-Barren gehandelt, die seinerzeit der Obhut der ausländischen Notenbanken überlassen wurden.

Schon vor einem Jahr hatte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele in einer Präsentation zu den deutschen Goldreserven das künftige Lagerstellen-Konzept erläutert. Dabei hatte er auch darauf hingewiesen, dass der international akzeptierte Standard für Goldbarren „London Good Delivery (LGD) eingehalten werden soll. Dieser sieht vor, dass ein für den wichtigsten Goldhandelsplatz in London zugelassener Barren einen Feingoldgehalt von mindestens 99,5 Prozent erreichen muss und ein Gewicht zwischen 350 und 430 Unzen haben darf, was einem Gewicht von 10,9 bis 13,4 Kilogramm entspricht. Verbreitet ist ein Gewicht von 400 Unzen oder 12,44 Kilogramm pro Barren. Sofern der LGD-Standard bei den überführten Goldbarren nicht gegeben war, ließ die Bundesbank die Original-Goldbarren umschmelzen. Dieser Prozess sei reibungslos abgelaufen, teilt die Bundesbank mit. Es waren also nicht Amerikaner oder Franzosen, die das Gold vor Auslieferung eingeschmolzen und zu neuen Barren verarbeitet haben. Abgesehen davon kann es den Skeptikern auch relativ egal sein, ob alte oder neue Barren geliefert werden, solange sich der von der Bundesbank bilanzierte Goldbestand dadurch nicht schmälert.

Der Verdacht, die Amerikaner könnten das Gold aus Deutschland nutzen, um den Goldpreis – etwa durch Verleihgeschäfte – zu manipulieren, lässt sich kaum erhärten. Laut Bundesbank werden die Goldreserven schon seit 1999 nicht mehr für Verleihgeschäfte genutzt. Dass sich die Amerikaner einfach über diese Vorgabe hinwegsetzen, ist auch eher unwahrscheinlich. Schließlich könnten die USA dazu auch ihre eigenen, mehr als doppelt so hohen Goldreserven dazu einsetzen. Im vergangenen Jahr hatte es zudem mehrfach Gerüchte gegeben, große US-Investmentbanken hätten den Goldpreis manipuliert. Wegen des engen Marktes hätten die Aufgrund ihrer hohen Liquiditätsreserven ohne weiteres die Möglichkeit dazu – auch ohne physisches Gold zu besitzen. Das Goldpreis-Fixing in London wird seit Monaten von den Aufsichtsbehörden in Großbritannien und Deutschland unter die Lupe genommen. „Prinzipiell gehe ich schon davon aus, dass der Goldpreis manipuliert wird, aber nicht mit der in den USA liegenden deutschen Goldreserve“, sagt Speck. „Der Welthandelsplatz für Gold ist schließlich nicht New York sondern London – wo auch Gold der Bundesbank lagert.“

Die Deutschen Goldreserven sind vor allem aus zwei Aspekten wichtig: Erstens dienen sie dem Vertrauen in die Stärke der heimischen Wirtschaft und sichern den Staatshaushalt ab. Zweitens muss die Reserve im Ernstfall – etwa dem Zusammenbruch des Euro oder der deutschen Wirtschaft – rasch in stabile Währungen umtauschbar sein. Zu diesem Zweck ist es sinnvoll, zumindest in New York und London unmittelbar Goldbestände zu halten. Experte Speck würde sich sogar noch höhere Reserven wünschen: „Relativ zur Wirtschaftskraft Deutschlands wären größere Goldbestände angebracht. Ich gehe davon aus, dass Gold in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen wird.“

Wichtige Ziele des neuen Lagerstellenkonzepts sind laut Bundesbankvorstand Thiele die Kriterien Sicherheit, Liquidität und Kosteneffizienz. Weil etwa die Bank of England für die Einlagerung inzwischen Gebühren erhebt, wäre es zwar kosteneffizient, dortige Bestände nach Deutschland zu verlagern. Weil aber London zugleich einer der wichtigsten Umschlagplätze für Gold ist, verzichtet die Bundesbank offenbar auf eine Reduktion der Bestände bei den Briten. Nach Bundesbank-Angaben vom Januar 2013 lagern dort 35.640 Goldbarren mit einem Gesamtgewicht von 445 Tonnen. Damit verbleiben 13 Prozent der Goldreserven bis auf weiteres in London.

In New York und Paris ist die Situation anders. Die USA verwahren für Deutschland insgesamt 122.597 Barren. Diese 1536 Tonnen Gold entsprechen 45 Prozent der Goldreserven. Bis 2020 soll der in New York verwahrte Anteil auf 37 Prozent sinken. In Paris hingegen werden die Lager komplett geräumt. Die knapp 30.000 Barren mit einem Gesamtgewicht von 374 Tonnen sollen künftig in Deutschland gehortet werden, weil seit der Einführung des Euro Goldbestände bei der französischen Notenbank zu Umtauschzwecken ihren Sinn verloren haben. Elf Prozent der Goldreserven kehren so nach Deutschland zurück. Schlussendlich sollen 50 Prozent des deutschen Goldschatzes in Deutschland lagern. Heute liegt dieser Anteil bei 31 Prozent. „Wünschenswert wäre, dass mehr als die geplanten 50 Prozent der deutschen Reserve im Inland gelagert würden“, meint Speck.

Warum die Rückholung von nicht einmal zehn Prozent der deutschen Goldreserven insgesamt sieben Jahre dauern soll, bleibt hingegen umstritten. Die Bundesbank verweist jedoch auf Nachfrage auf zwei Faktoren, die für den wenig ehrgeizigen Zeitplan entscheidend waren. Zum einen die aufwändige Logistik: Der Transport sollte über einen längeren Zeitraum gestreckt werden, um einerseits die notwenigen Tresorkapazitäten bereitstellen zu können und andererseits die Sicherheit der Transporte zu erhöhen. Zum anderen war mit dem Zeitkorridor bis 2020 auch ein klares Signal verbunden: Trotz Schuldenkrise in der Euro-Zone und den USA besteht kein Handlungsdruck. Schließlich sei das deutsche Gold sicher bei uneingeschränkt vertrauenswürdigen Partnern in Verwahrung.

http://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/deutsches-gold-im-ausland-was-ist-mit-unseren-goldreserven-passiert/9296876.html

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25.12.2013

Einschmelzung!? Zweifel am deutschen Auslandsgold bleiben bestehen

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Quizfrage: Welche Zeit im Jahr ist gemäß Lehrbuch des kleinen Zentralbankers die beste, um Nachrichten, über die man keine Diskussionen haben möchte, zu verbreiten? Richtig: seit ganz genau 100 Jahren sind dies die Abendstunden des 23. Dezember. Damals, am 23.12.1913, wurde bekanntlich der so extrem folgenreiche „Federal Reserve Act“ als Gründungsgesetz der Fed in den bereits weihnachtlich-ausgedünnten US-Kongress eingebracht und dort von den wenigen noch geistig und physisch anwesenden Abgeordneten auch quasi ohne öffentliche Diskussion beschlossen. Auch Jens Weidmann von der Deutschen Bundesbank kennt natürlich diese Geschichte. Und so erreichte uns fast auf die Stunde genau 100 Jahre später direkt vor dem Weihnachtsfest eine Information der Bundesbank, die zwar raus musste – zu der man aber aus offensichtlichen Gründen keine große Debatte unter den (hoffentlich abwesenden) Journalisten haben wollte. Die BuBa gab sie via BILD-Kurzmeldung am 23.12.2013 per 23.58 Uhr online frei – und die Print-BILD druckte sie dann am 24.12. in ihrer Weihnachtsausgabe, die explizit unter dem Motto stand „Heute nur gute Nachrichten…“. Und ganz wie intendiert druckten die armen diensthabenden Praktikanten der anderen Mainstream-Redaktionen unkritisch und fast wortgleich der BILD hinterher:

Endlich! Die Bundesbank holt ihren Goldschatz zurück nach Deutschland!
Berlin – Mehr als 3000 Tonnen Gold lagert die Bundesbank im Ausland – nun hat sie einen ersten Teil davon nach Deutschland geholt! In diesem Jahr wurden knapp 37 Tonnen aus Tresoren in New York und Paris nach Frankfurt transportiert, verriet Bundesbank-Präsident Jens Weidmann gegenüber BILD.“


=> Interessant ist weder die Rückholungs-Meldung selbst (die BuBa hatte sie schon vor einem Jahr angekündigt – es waren per 2013 sogar
größere Tonnagen zurückerwartet worden als nun angeblich transferiert wurden). Noch der geheuchelt-erleichterte Enthusiasmus der BILD („Endlich!“). Vom mickrigen Wert des Goldes (1,1 Mrd EUR) ganz zu schweigen – etwa in Relation zum Gesamthort oder zu Target2-„Forderungen“ der BuBa oder auch zum ESM-Volumen. Nein: Interessant ist das folgende Detail in der BuBa-BILD-Meldung, das jedes Misstrauen, weswegen wir die Aktion „Holt unser Gold heim“ www.gold-action.de gestartet hatten, bestätigt:

Eine Sicherheitsfirma ließ einen Teil der Goldbarren [vor dem Transport, noch in den USA] einschmelzen.“

=> Sic! Warum einschmelzen?? Einen Grund zum Einschmelzen gibt es nur deshalb, wenn offenbar die in den 1950ern und 1960ern von der BuBa angekauften Barren nicht mehr unangetastet zum Rücktransport nach Deutschland verfügbar waren – so dass „neue“ Barren mit nun aktuellen 2013er-Nummern gegossen werden mussten, was natürlich auffallen kann, so dass BuBa & BILD nicht umhin kamen, dieses Detail wenigstens zu erwähnen!

=> Es hatte und hat seinen guten Grund, dass wir in inzwischen zwei Artikeln und zwei Briefen an die Bundesbank vehement auch die Offenlegung der Barrenlisten gefordert hatten! Hier nur ein Auszug aus unserem langen Forderungskatalog an Jens Weidmann vom 16.1.2012 [dokumentiert hier: „Initiativenauftakt Holt unser Gold heim“] :
„Anlage 1 – Weitere Fragen zum Status der deutschen Goldreserven:
1. Gemäß Ihrer Antwort vom 9.12.2011 besitzt die BuBa eine jederzeit aktuell gehaltene Liste aller ihrer Barren über in Summe ca. 3400 Tonnen an allen Lagerstellen.
Zusatzfragen: Gleicht die BuBa diese Liste regelmäßig mit den bekannten und veröffentlichten Barrenlisten der großen Gold-ETFs ab, um mögliche Doppel-Eigentümerschaften zu identifizieren? Was spricht nach Ansicht der BuBa gegen die Veröffentlichung der vollständigen Liste (Sicherheitsbedenken haben diesbezüglich nicht einmal die großen ETFs mit ihren öffentlich bekannten Lagerstellen)?“

=> In der (Nicht-)Antwort der BuBa an uns vom 8.2.2012 hielt BuBa-Pressesprecher Best es nicht einmal für nötig, die angefragten Barrenlisten auch nur zu erwähnen, obwohl sie (wie wir aus unserer Korrespondenz wissen) angeblich vollständig existieren. Wer mauert, hat´s nötig. Das Eingeständnis des Einschmelzens von angeblich vorhandenen BuBa-Goldbarren legt nun nahe, dass mit diesen Barren in den vergangenen Jahrzehnten von den Amerikanern „gehandelt“ wurde – was bei einer reinen Verwahrung durch eine passive Verwahrstelle, die gar eine „Stückschuld“ ggü. dem Auftraggeber hat, selbstredend nicht hätte sein dürfen! Jede denkbare (und bislang ausstehende) „Erklärung“ der BuBa (etwa es sei „umgegossen“ worden, um .995er-„good delivery“-Reinheit zu erreichen oder zu „Kontrollzwecken“, …), wäre unglaubwürdig. Umschmelzen hätte ggf. auch die BuBa selbst in Frankfurt bzw. Hanau lassen können. Das nun gewählte Vorgehen war und ist schlicht geeignet, die intransparente und mit hoher Wahrscheinlichkeit veruntreuende bzw. marktmanipulative und goldpreisdrückende Verwendung (Mehrfach-Entleihungen, Mehrfacheigentümerschaften?!) der angeblich seit 50 Jahren durch die Fed schlicht passiv „verwahrten“ Barren zu verschleiern. Solche manipulative Verwendung deutschen Eigentums wird nun niemals mehr überprüft werden können, da ja nun die alten Barrennummern der 1950er und 1960er per Umschmelzvorgang unwiderruflich physisch zerstört sind.

=> Auch weiterhin fordern wir für das verbleibende „Auslandsgold“ der Deutschen Bundesbank die Veröffentlichung der vollständigen Barrenlisten! Das wäre weder ein „Sicherheitsproblem“ – noch ein administratives: die BuBa hat Listen mit allen Barrennummern an allen Standorten. Die Geheimniskrämerei darüber ist weiterhin einer Institution unwürdig, die sich in der Goldsache selbst (wenn auch nur unter öffentlichem Druck) Transparenz verordnet hat.

Vor dem Hintergrund dieser neuen Informationen bitte ich alle Leser, einen Auszug aus einem Brief des zuständigen (aber nach dem Tenor seines Briefs offenbar genervten) Bundesbank-Vorstandes Thiele an mich bzw. an die Bürgerinitiative Holt unser Gold heim vom 4.9.2013 einfach wirken zu lassen [Grammatikfehler im Original – Korrektur durch PB]:

Sehr geehrter Herr Boehringer, … Unseren Entscheidungen über die Lagerungsorte der Goldreserven und über die Veröffentlichung der damit verbundenen Informationen unterliegen einer sorgfältigen Abwägung aller aus unserer Sicht relevanten Kriterien. Ich bedauere, dass meine Ausführungen zu der Lagerung der Goldbestände bei unseren ausländischen Lagerstätten im Rahmen der Pressekonferenz, bei meinem Vortrag und in unserem Schreiben vom 8. Februar 2012 Sie noch immer nicht zufrieden gestellt haben, so dass Sie sich veranlasst sehen, uns Ihren Fragenkatalog erneut zu schicken [Anm. PB: Diese „erneute“ Zusendung war übrigens persönlich zwischen uns besprochen gewesen – es gab also im Brief keinen Grund, die „erneute Zusendung“ gleich mehrfach zu betonen. Hintergrund der „erneuten“ Zusendung war, dass Herr Thiele –obwohl bereits damals zuständiger Vorstand– angeblich 2012 von der Zusendung des Fragebogens an die Deutsche Bundesbank nichts mitbekommen haben wollte – weswegen die Fragen eben 2013 „erneut“ und in Absprache mit ihm nun direkt an seinen Schreibtisch gesendet worden waren!].
Weitergehende Auskünfte werde ich Ihnen jedoch nicht erteilen können. Ich möchte allerdings noch einmal darauf hinweisen, dass das deutsche Gold ausschließlich bei Notenbanken mit höchster Reputation und zweifelsfreier Integrität lagert. Wir sind aber auch bei unseren Aktivitäten in den Tresoren der anderen Notenbanken im Ausland selbstverständlich an deren Sicherheitsvorgaben und deren räumliche Gegebenheiten vor Ort gebunden. Informationen über unsere Bestände, die interne und vor allem Sicherheitsbelange anderer Notenbanken berühren, dürfen wir nicht offenlegen [Anm. PB: Barrenlisten fallen darunter? Erhöhte deren Veröffentlichung die Diebstahlgefahr aus den Fed-Tresoren??]. Ich kann verstehen, dass dies mitunter unbefriedigend sein mag, denn das Spannungsverhältnis zwischen Transparenz und Vertraulichkeit ist nicht immer einfach zu lösen. Die Bundesbank orientiert sich an [einer wichtigen] Funktion der Goldreserven: der Vertrauensbildung.
Ich hoffe, Ihnen mit diesen erneuten [PB: …] Ausführungen behilflich gewesen zu sein. Mit freundlichen Grüßen, Carl-Ludwig Thiele

Fazit: Auch weiterhin sind wir und die Öffentlichkeit „nicht zufriedengestellt“ (O-Ton Thiele). Unsere Einschätzung vom 18.1.2013 zur eher symbolischen Rückholung des deutschen BuBa-Goldes bleibt unverändert bestehen. Nach der nun erhaltenen Einschmelzinformation vor dem Rücktransport ist Misstrauen mehr denn je angebracht:

Die Bundesbank ist [weiterhin] enorm bemüht, einen eher bescheidenen und natürlich in keiner Weise die Existenz ihres unverliehenen Gold-Sollbestands von knapp 3400 Tonnen beweisenden Akt [der Teil-Rückholung] medial maximal zu vermarkten, um die Volksseele zu beruhigen. … Faktisch-real ist bislang wenig passiert. … Nicht einmal Audits in den deutschen Tresoren sind glaubhaft anhand von veröffentlichten Barrennummern-Listen gewährleistet. Und wir müssen uns weiterhin auf unvollständige, orakelhaft-doppeldeutige, nicht öffentlich zugängliche oder schlicht nicht existente Auditberichte von BuBa bzw. Fed, BoE, BdF verlassen… Von unabhängigen Wirtschaftsprüfern bestätigte Vollzähligkeits- und Alleineigentümerschafts-Testate aller identifizierbaren Barren werden ebenfalls weiterhin fehlen, was ein anhaltend untragbarer Zustand ist!“

=> Gold ist so selten zu finden wie die Wahrheit in der Politik; und wenn, nur in kleinsten Körnchen.

http://www.goldseitenblog.com/peter_boehringer/index.php/2013/12/25/einschmelzung-zweifel-am-deutschen-ausla

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24.12.2013

Bundesbank holt 37 Tonnen Gold nach Deutschland

Ein kleiner Teil der im Ausland gelagerten Goldbestände wurde einem Bericht zufolge nach Frankfurt verlagert. Weiterhin heißt es, laut Bundesrechnungshof sparten niedrige Zinsen der Staatskasse in den kommenden Jahren 20 Mrd. Euro.

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Die Bundesbank hat einem Medienbericht zufolge in diesem Jahr fast 37 Tonnen Gold aus ihren Beständen in New York und Paris an ihren Sitz in Frankfurt verlagert. Das Gold habe einen Wert von 1,1 Milliarden Euro, sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann der „Bild-Zeitung“ (Dienstagausgabe). „Wir verlagern Gold nicht nach Deutschland, weil wir Zweifel haben, ob es wirklich vorhanden ist.“ Vielmehr sehe ein neues Lagerstättenkonzept der Zentralbank eine Aufstockung der Bestände in Frankfurt vor.

Das Gold im Ausland lagert bei Partnernotenbanken, die absolut vertrauenswürdig und sicher sind“, sagte Weidmann der Zeitung. Bei Stichproben in New York und Paris habe es keine Beanstandungen gegeben. Weidmann kündigte an, in den kommenden Jahren noch größere Mengen Gold nach Deutschland zu verlagern.

2012 hatte der Bundesrechnungshof aufgedeckt, dass die deutschen Goldreserven im Ausland nicht regelmäßig überprüft werden. Unter politischem Druck kündigte die Bundesbank daraufhin an, künftig die Hälfte ihrer rund 3400 Tonnen schweren deutschen Goldreserven auch in Deutschland zu lagern.

Niedrige Zinsen drücken deutsche Schuldenlast

Das allgemein niedrige Zinsniveau erspare Deutschland bis 2016 rund 20,1 Milliarden Euro an Ausgaben, berichtet die Zeitung außerdem. Unter Berufung auf Berechnungen des Bundesrechnungshofes schreibt „Bild“, der Bund müsse kommendes Jahr insgesamt 5,3 Milliarden Euro weniger an Zinsen zahlen als ursprünglich erwartet. Für 2015 werden demnach 6,1 Milliarden Euro und 2016 sogar 8,7 Milliarden Euro weniger als im vergangenen Finanzplan veranschlagt.

Laut dem Rechnungshof habe der Bund im Jahr 2000 im Schnitt noch fünf Prozent Zinsen an seine Gläubiger zahlen müssen. Im vergangenen Jahr seien es nur noch 0,68 Prozent gewesen.

Für Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist dies eine weitere gute Nachricht nach der Herbstprognose des Arbeitskreises Steuerschätzung, die sein Ressort Anfang November veröffentlicht hatte. Demnach dürften die Steuereinnahmen in Deutschland bis 2017 um 14 Milliarden Euro höher ausfallen als zuvor erwartet. Profitieren würden in erster Linie Länder und Kommunen, während der Zuwachs für den Bund begrenzt bleibe, hieß es seinerzeit. Schäuble will die Gesamtverschuldung binnen zehn Jahren von 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf die im EU-Stabilitätspakt vorgesehene Höchstmarke von 60 Prozent drücken.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/staatsfinanzen-bundesbank-holt-37-tonnen-gold-nach-deutschland-12726552.html

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02.08.2013

Investor Marc Faber: Das Gold der Deutschen Bundesbank ist weg

Wenn die Federal Reserve das Gold der Deutschen Bundesbank noch hätte, dann würde es nicht acht Jahre dauern, bis es nach Deutschland gebracht wird, sagt der Schweizer Investor Marc Faber. Er warnt außerdem vor einem Goldverbot, wenn sich die Wirtschaftskrise verschärfen sollte.

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Der Gold- und Rohstoff-Investor Marc Faber ist überzeugt, dass die US-Notenbank Federal Reserve über das Gold, das sie für die Deutsche Bundesbank lagern sollte, nicht mehr verfügen kann – weil es weg ist. Faber warnt vor bevorstehenden Gold-Enteignungen in der westlichen Welt.

In einem Interview mit Sprott Money sagte der Schweizer Investor:

Die Deutschen haben gefordert, dass ihr Gold nach Deutschland zurückgebracht wird. Warum sollte es acht Jahre dauern, dies zu tun? Dafür gibt es keinen Grund. Das kann man in drei Monaten machen.“

In diesem Zusammenhang hält Faber sogar eine Manipulation des Goldpreises für möglich. Wenn die Federal Reserve das Gold, das sie angebe, nicht habe, dann müsse sie es irgendwann zurückkaufen. Allerdings glaubt Faber nicht, dass die Fed etwas mit dem Gold-Crash im April zu tun hatte. „Ich würde mich nicht sehr auf die Intelligenz der Zentralbanker verlassen.“

Die Furcht vor einer Enteignung des Goldes hält Faber für realistisch:

Lass uns den schlimmsten Fall annehmen. Wir haben entweder soziale Unruhen, eine Revolution oder Krieg. Die Regierungen entscheiden: Oh, der Goldpreis geht deutlich nach oben, lasst es uns den Leuten wegnehmen. Mit anderen Worten, man enteignet die Leute. Ich denke in dieser Lage ist es egal, wo man sein Gold hält [innerhalb oder außerhalb des Bankensystems]. Es wird nur entscheidend sein, in welchem Staat man sein Gold hält. Mein Gefühl ist, dass es weniger wahrscheinlich ist, dass die asiatischen Länder das Gold wegnehmen als die westlichen Länder.“

Faber hat konkrete Vorstellungen, wie eine Gold-Enteignung aussehen könnte:

Sie werden es nicht enteignen und überhaupt nichts zahlen. Das wäre ja, glaube ich, vollkommen gegen das Gesetz. Aber sagen wir, heute liegt der Preis um die 1.200 Dollar. Was sie dann tun können, ist, dass sie im Wesentlichen sagen: Okay, wir sammeln alles Gold ein und zahlen 800 Dollar. Wahrscheinlicher ist, dass sie vorher versuchen, den Preis auf 800 Dollar zu drücken, und dann 800 Dollar zahlen. Sobald sie alles Gold eingesammelt haben, wie 1933, setzen sie den Preis auf, sagen wir, 10.000 Dollar.“

In letzter Zeit haben Goldexperten starke Zweifel daran geäußert, dass das Gold der Deutschen Bundesbank wirklich bei der Fed lagert. Denn offenbar wurde das Gold in den vergangenen Jahren zu massiven Spekulationen genutzt (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/02/investor-faber-das-gold-der-deutschen-bundesbank-ist-weg/

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25.07.2013

Bundesbank-Gold aus New York in China eingeschmolzen?

Glaubt man der Bundesbank, liegen bei der Federal Reserve Bank in New York 1536 Tonnen deutsches Gold – genau 122.597 Gold-Barren, jeder zwischen 10,9 und 13,4 Kilo schwer. Etwa 24.000 Goldbarren davon sollen in den nächsten sieben Jahren nach Deutschland geschifft werden. Der in New York gelagerte Anteil der deutschen Goldreserven soll von derzeit 45 Prozent schrittweise auf 37 Prozent im Jahre 2020 sinken, kündigte die Bundesbank im Januar 2013 an. Doch glaubt man dem amerikanischen Hedge-Fonds-Manager William Kaye sind die deutschen Goldvorräte aus den USA gar nicht mehr abrufbar. Das Gold sei weg, genauer gesagt in China. Eine Verschwörungs-Theorie?

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Goldreserven in den USA nur eine Farce

Eine Überprüfung der Goldbestände in der Fed hat es bis heute nie gegeben, nun sollen 300 Tonnen nach Deutschland gebracht werden. Doch William Kaye sagt, alles sei eine Farce, das deutsche und auch das dort gelagerte amerikanische Gold ist weg, wahrscheinlich eingeschmolzen in Hongkong und weitertransportiert nach Peking. Deutschland werde das Gold nie wieder sehen.

Geliehenes Gold weiter verkauft

In einem Gespräch mit Eric King, dem Gründer des US-Finanzportals „KingWorldNews“, gibt Kaye auch die Begründung für seine Vermutung: Die Fed habe regelmäßig mehrere Tonnen Gold ganz legal „verliehen“, um benötigte US-Dollar-Liquidität zu erhalten. Großbanken wie Goldman Sachs und JPMorgan waren die Abnehmer, sollten es aber jederzeit auf Verlangen der Fed wieder zurückgeben. Ein Großteil des im Keller der Fed gelagerten Goldes wurde jedoch weiterverliehen oder verkauft, so Kaye, der mehr als 20 Jahre für Goldman Sachs im Bereich Fusionen und Akquisitionen gearbeitet hat.

Nur vage Bestätigung

Das Gold landet an Plätzen wie Peking, heißt es in dem Beitrag bei „KingWorldNews“. „Bevor es jedoch dahin gelangt, geht es oft über Hongkong. Wenn es über Hongkong geht, kommt es in unser Schmelzwerk (das der USA – die Red.), zu denselben Leuten die es auch für uns umschmelzen“, so Kaye. Bezüglich des Goldes, das das Symbol der Bundesbank getragen haben könnte, bestätigte ein führendes Schmelzwerk, das mit der chinesischen Zentralbank PBOC zusammenarbeitet: „Ja, wir haben Gold erhalten. Wir haben es geschmolzen, wir haben es getestet. Es mag das Symbol der Bundesbank getragen haben, aber nun ist es geschmolzen.“

Eric King fragte nach: „So haben sie also zugegeben, dass sie Barren der Bundesbank bekommen haben und sie schmolzen sie einfach?“ Und Kaye antwortete: „Was sie getan haben, ist, dass sie die Bestätigung lieferten, dass alles, was ich Ihnen erzählt habe, korrekt ist. Sie bekommen Goldbarren von diversen Plätzen, einschließlich führender Zentralbanken, mit entsprechenden Stempelungen darauf und sie schmelzen sie ein.“

Das großes Gold-Leasing-Geschäft

Die Geschäftsbanken machen nichts Ungesetzliches, sie dürfen mit dem Gold arbeiten, müssen nur eine „Leasing-Gebühr“ in Form eines bestimmten Zinssatzes zahlen. Die Geschäftsbank wiederum verkauft nun das geliehene Gold auf dem Markt und legt den Erlös anderweitig an, um daraus einen höheren Gewinn zu erzielen (sogenannte Carry Trades). Ist die Laufzeit der Goldleihe verstrichen, kauft die Geschäftsbank das Gold zum fixierten Terminkurs zurück und reicht es an die Notenbank – den Verleiher – zurück. Soweit die Theorie.

Goldpreis wird gedrückt

In der Praxis werden diese Leihverträge immer wieder verlängert. Kritiker werfen dem Leihe-Geschäft schon seit langem vor, dass es systematisch den Goldpreis drückt. So komme Gold auf den Markt, das noch von den Notenbanken als Zentralbanken-Gold geführt wird. Dadurch entsteht ein Überangebot, das den Goldpreis belastet – von den Zentralbanken aber manchmal durchaus gewollt. Durch die Leihe kann ein Mehrfaches einer Jahresproduktion auf den Markt kommen.

Interessant in diesem Zusammenhang: Von den USA wurden im Zeitraum 1991 bis 2012 rund 6416 Tonnen Gold gewonnen, doch satte 5504 Tonnen Gold exportiert. Nie geklärt werden konnte öffentlich, aus welchen Quellen dieses ausgeführte Gold stammte.

China importiert in großem Maße Gold

Einer der größten Abnehmer der amerikanischen Goldverkäufe dürfte China gewesen sein. Das Land ist zwar selbst mittlerweile weltgrößter Goldproduzent, doch reichen die geförderten Metalle von jährlich etwa 400 Tonnen nicht aus. China importiert deshalb seit Jahren Gold – massenhaft.

Verlässliche Zahlen gibt es zwar nicht aus dem Reich der Mitte. Seit 2009 verharren die offiziell bekannt gegebenen chinesischen Goldreserven bei 1054 Tonnen, wie Yi Gang bestätigte. Der Vize-Chef der Notenbank könnte jedoch weitere Goldkäufe verheimlicht haben. Jedenfalls glauben an den internationalen Märkten alle Teilnehmer, dass China viel mehr Gold besitzt als es zugibt.

Krasse Gold-Schätzungen für China

William Kaye glaubt, dass China bereits 4000 Tonnen Gold besitzt, möglicherweise sogar 8000 Tonnen. Auch Vermögensverwalter Stephen Leeb schrieb in einem US-Blog bereits im Januar, dass China vermutlich schon die zweithöchsten Goldreserven der Welt hat – nach den USA, die offiziell 8133,5 Tonnen Gold lagern. Allein im vergangenen Jahr habe China „mindestens 1000 Tonnen Gold“ importiert und niemand wisse, „wie viel Gold über andere Häfen als die offiziellen ins Land kam“.

http://www.t-online.de/wirtschaft/boerse/rohstoffe/id_64611690/gold-wie-china-sich-klammheimlich-die-weltmacht-erkauft-.html

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21.07.2013

Hedgefonds-Manager: Das Gold der Bundesbank ist weg 

Der Hedgefonds-Manager William Kaye sagt, es sei naiv zu denken, die Bundesbank würde ihre in den USA gelagerten Goldreserven jemals zurückbekommen. Das ehemals „deutsche“ Gold gibt es als solches nicht mehr. US-Banken haben es von der Fed erhalten, um den Goldpreis zu drücken. Die Goldbestände gelangten auf den Markt. „Deutschland wird das Gold nie wieder sehen“, so Kaye.

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Ende des vergangenen Jahres war die Aufregung groß. Es wurde deutlich, dass die Goldbestände und Goldforderungen der Deutschen Bundesbank seit Ende des zweiten Weltkrieges größtenteils im Ausland lagern. Das meiste davon soll sich in den USA befinden, doch eine tatsächliche Überprüfung der Bestände durch Mitarbeiter der Bundesbank hatte es bis dato nicht gegeben. Nun sollen die Bestände aus den USA und aus Frankreich nach und nach wieder nach Deutschland gebracht werden. Doch glaubt man dem Hedgefonds Manager William Kaye sind die deutschen Goldvorräte aus den USA gar nicht mehr abrufbar.

Deutschland wird das Gold nie wieder sehen“, sagte William Kaye im Gespräch mit Eric King, dem Gründer des alternativen Finanzportals kingworldnews.com. Demnach hat beispielsweise die Fed regelmäßig Gold an US-Banken wie Goldman Sachs und JP Morgan „verliehen“. Die Fed habe regelmäßig mehrere Tonnen Gold „verliehen“, um den Goldpreis zu drücken, sagte Kaye, der selbst einmal für Goldman Sachs gearbeitet hat. Eine Art Lesing-Vertrag, nur, dass das Gold nicht so zurückkommen wird, wie es die Fed wünscht. Denn die US-Banken verkaufen das Gold an den Markt – sowohl das Fed-Gold als auch das Bundesbank-Gold wechsle so den Besitzer.

Über den Markt wurde das Gold dann Kaye zufolge beispielsweise auf dem Goldmarkt in Hongkong verkauft. „Aber Deutschland wird das Gold nie wieder sehen, weil es sich sicher auf meinem Konto und den Konten unserer Investoren in Hong Kong befindet“, so Kaye. In Hong Kong sei das Gold geschmolzen worden:

So funktioniert es in der Praxis. Das Fed-Gold, von dem die Amerikaner denken, dass es ihnen gehört, ist verschwunden. Das Gold, von dem die Deutschen gesagt haben, sie werden es in 7 Jahren wieder bekommen, werden sie nie wieder sehen. Weil es nicht mehr existiert (bei der Fed). Ich besitze es. Die Peoples Bank of China besitzt es. Die Reserve Bank of India besitzt es. Die Zentralbank der Russischen Föderation besitzt es. Aber die Menschen in Deutschland (und Amerika) besitzen es nicht.“

In den vergangenen Jahren hat China stetig mehr Gold über Hong Kong importiert: Seit Ende 2011 fast 2.000 Tonnen Gold. Und allein seit Januar 2012 waren es 1.345 Tonnen (hier). William Kaye spricht von inoffiziellen Zahlen zu Chinas physischen Goldbeständen in Dimensionen von 4.000 bis 8.000 Tonnen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/07/21/hedgefonds-manager-das-gold-der-bundesbank-ist-weg/

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28.03.2013

Deutsche Initiative gestartet: “Holt unser Gold heim”

Die Deutsche Edelmetall-Gesellschaft und die Taxpayers Association of Europe fordern die Rückführung der deutschen Goldreserven nach Deutschland. Sie haben bereits zahlreiche prominente Unterstützer. 

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Deutschland besitzt offizielle Goldreserven im Umfang von 3.396,3 Tonnen (World Gold Council, März 2012). Wie die Deutsche Bundesbank in den vergangenen Jahren mehrfach bestätigte, befindet sich ein Großteil dieses Goldes im Ausland. Es wird vermutet, dass der weit überwiegende Teil bei der Federal Reserve Bank in New York eingebucht/gelagert ist.

Immer häufiger wird von kritischen Medien hinterfragt, warum Deutschland sein Gold nicht innerhalb der eigenen Grenzen lagert. Schließlich handelt es sich dabei um eine Krisen-Währung, die ihrer Aufgabe nur dann gerecht wird, wenn man jederzeit physisch über sie verfügen kann. Zuletzt machte sich sogar die Bild-Zeitung auf den Weg, um den Verbleib des deutschen Zentralbank-Gold zu erforschen (Zentralbanken behindern Recherchen zu deutschen Goldreserven in New York).

Die Deutsche Edelmetall-Gesellschaft e.V. (DEG) und die Taxpayers Association of Europe e.V. (TAE) haben nun eine eigene Initiative zu diesem Thema ins Leben gerufen. “Holt unser Gold heim!”, lautet das Leitmotto. Die Aktion hat bereits zahlreiche prominente Fürsprecher. Unter anderem unterstützen Prof. Gerd Habermann, Prof. Hans-Olaf Henkel, Dr. Bruno Bandulet, FDP-Politiker Frank Schäffler (MbB), Prof. Erich Weede die Initiative.

Erstes Ziel der Initiative ist die Schaffung von Problembewusstsein bei Medien und einer breiten Öffentlichkeit für die Bedeutung nationaler Goldbestände gerade in Zeiten der Finanzkrise; sowie seriöse, unabhängige Audits der Bestände”, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Initiatoren Peter Boehringer (DEG) und Rolf Baron v. Hohenhau (TAE).

Und weiter: “Das Erreichen von öffentlicher Aufmerksamkeit und medialem Druck wird dabei die völlige Ausbuchung zB der Bundesbank-Bilanzposition „Gold- und Goldforderungen“ erschweren, die sonst aufgrund der dramatisch (auf bereits über 60% der Bilanzsumme!) angewachsenen uneinbringlichen Target2-Forderungen u.E. bereits absehbar wäre!”

Die Initiative “Holt unser Gold heim!” kann unter folgendem Link von jedermann unterzeichnet werden: http://www.gold-action.de/initiative.html

Goldreporter ist Mitunterzeichner dieser Initiative.

http://www.goldreporter.de/deutsche-initiative-gestartet-holt-unser-gold-heim/gold/20589/

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07.03.2013

Kann die Bundesbank über ihr Gold noch verfügen?

Im Internet gehen Verschwörungstheorien um, wonach die Bundesbank über ihre Goldreserven im Ausland nicht mehr verfügen könne oder es gar nicht mehr existiere. Die Bundesbank dementiert, geizt aber mit Detailauskünften.

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Leser Jürgen Sohn ist verunsichert durch die Verschwörungstheorien, die im Internet blühen, auf Webseiten goldvernarrter Papiergeldverächter und von Rechtsnationalen. Danach hat die Bundesbank gar keine Verfügungsgewalt mehr über das im Ausland gelagerte Gold, oder es ist schon längst nicht mehr da.

Bei schweren Wirtschafts- und Währungsturbulenzen bringen die circa 3400 Tonnen des deutschen Goldes nur dann Rettung, wenn sie hierzulande zur Verfügung stehen“, heißt es etwa auf dem Goldseiten-Blog. Es sei in New York und müsse dort bleiben, weil es von den USA als Pfand für deutsches Wohlverhalten betrachtet werde.

Nach Lesart der Rechtsnationalen können die USA jederzeit deutsches Vermögen beschlagnahmen, weil das entsprechende Besatzungsgesetz (SHAEF) Nummer 52 in Ermangelung eines Friedensschlusses weiterhin jederzeit anwendbar sei. In der letzten Bundesbank-Bilanz sind Gold und Goldforderungen im Wert von 115 Milliarden Euro aufgeführt. Was davon physisches Gold und was Anspruch auf Gold ist, unterscheidet die Bank nicht, die per Gesetz mit der Verwaltung der deutschen Gold- und Devisenreserven betraut ist.

Tatsächlich lagert nach Auskunft der Bundesbank der größte Teil der Goldreserven in New York bei der dortigen Zentralbank Federal Reserve. Dort kann jeder die Goldtresore in Augenschein nehmen. Aber viel mehr, als dass es dort Gold gibt, sieht man nicht. Der zweitgrößte Teil lagere in Frankfurt, gefolgt von London und Paris. Genaueres erfahren wir nicht. Die Bundesbank nennt die ausländischen Verwahrorte „wichtige Handelsplätze“, die Skeptiker betonen, dass es die Hauptstädte der westlichen Besatzungsmächte sind.

Tatsächlich hat die Bundesbank über das New Yorker Gold seit gut drei Jahrzehnten nicht mehr verfügt im Sinne von etwas damit getan; nach ihrer Auskunft, weil sie keinen Grund dazu gehabt habe. Pro Jahr werden nur fünf Tonnen Gold zur Münzprägung verwendet. Dieses Gold werde jeweils dem Londoner Lagerort entnommen. Als die europäischen Notenbanken sich im Rahmen eines Goldabkommens Obergrenzen für Goldverkäufe setzten, gehörte die Bundesbank zu den wenigen, die nichts verkauften und ihre Quote an andere Notenbanken weitergab.

Anders als Deutschland hat die Siegermacht Frankreich ihr Gold, das sie sich in den 1960er-Jahren hartnäckig von den USA für ihre überzähligen Dollar auszahlen ließ, nicht in New York gelassen, sondern nach Paris geholt. Auch die Bank von Italien lagert ihr Gold nach eigenen Angaben zu Hause.

Fazit: Nach Aussagen der Bundesbank ist nichts dran an den Gerüchten. Mit Details knausert sie allerdings. Prüfberichte externer Wirtschaftsprüfer, die die (vollständige) Existenz des Goldes bestätigen, gibt es nicht. Umfassendere Rechnungslegung und Informationen könnten dazu beitragen, dass unser Gold seinen Hauptzweck besser erfüllt, nämlich das angeknackste Vertrauen in unsere Papierwährung zu stützen.

http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/stimmt-es-dass-kann-die-bundesbank-ueber-ihr-gold-noch-verfuegen/6297506.html

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16.01.2013

Bundesbank will kein Gold mehr in Paris lagern

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Ab 2020 will die Deutsche Bundesbank die Hälfte der deutschen Goldreserven nur mehr in Deutschland lagern. Die Reserven in London bleiben aber im vollem Umfang erhalten. Das Gold in New York wird reduziert und in Paris gänzlich abgezogen.

Zwei Drittel der deutschen Goldreserven lagern im Ausland. Nach der Rüge des Bundesrechnungshofs will die Deutsche Bundesbank das Gold nun teilweise zurückholen. 50 Prozent der deutschen Goldbestände sollen ab 2020 in Deutschland lagern, das Gold in Paris werde gänzlich nach Deutschland geschafft werden, so die Pläne der Bundesbank.

Die Deutsche Bundesbank teilte hierzu Folgendes mit:

Neues Lagerstellenkonzept der Deutschen Bundesbank für die deutschen Goldreserven

Die Deutsche Bundesbank wird ab 2020 die Hälfte der deutschen Goldreserven in eigenen Tresoren im Inland lagern. Die andere Hälfte verbleibt bei Partnernotenbanken in New York und London. Die Bundesbank orientiert sich dabei an den beiden wichtigsten Funktionen der Goldreserven: der Vertrauensbildung im Inland und der Möglichkeit, binnen kürzester Zeit Gold in Fremdwährungen an Goldhandelsplätzen im Ausland tauschen zu können.

Bis 2020 wird die Bundesbank dazu schrittweise 300 Tonnen Gold von New York nach Frankfurt am Main sowie 374 Tonnen Gold von Paris nach Frankfurt am Main verlagern.

Die Auflösung des Lagerortes Paris trägt den seit Einführung des Euro geänderten Rahmenbedingungen Rechnung. Da Frankreich ebenso wie Deutschland den Euro als Währung hat, ist die Bundesbank am Finanzplatz Paris nicht mehr darauf angewiesen, dort bei Bedarf Gold gegen eine internationale Reservewährung zu tauschen. Da im Inland zwischenzeitlich Tresorkapazitäten frei geworden sind, kann die Bundesbank das Gold aus Frankreich nun nach Frankfurt am Main verlagern.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/01/16/bundesbank-will-kein-gold-mehr-in-paris-lagern/

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02.11.2012

Bundesbank: Deutschlands Gold ist sicher, kein Goldfinger in Sicht

Die Deutsche Bundesbank beteuert, dass die deutschen Goldreserven in den USA in sicheren Händen seien. Eine Bemerkung der Bundesbank gibt indes Rätsel auf: Frankfurt sei „kein guter Handelsplatz für Gold“, weshalb das deutsche Gold in New York besser aufgehoben sei.

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Die Kritik des Bundesrechnungshofs an der unvollständige, nachbesserungswürdige Überprüfung der deutschen Goldreserven im Ausland durch die Bundesbank hat in Deutschland eine breite Diskussion hervorgerufen (hier). Die Bundesbank selbst allerdings kann die Kritik der Öffentlichkeit nicht nachvollziehen. „Ich möchte davor warnen, durch das Führen einer Phantom-Debatte über die Sicherheit unserer Goldreserven Öl in die allgemeine Unsicherheit der deutschen Öffentlichkeit in diesen Zeiten zu gießen“, so Bundesbank Vorstandsmitglied Andreas Dombret in New York. Die Diskussion über die im Ausland gelagerten Goldbestände Deutschlands sei von „irrationalen Ängsten getrieben“, ergänzte er bei einer Rede in New York.

Das Lagern und Handeln mit dem deutschen Gold über New York seit 60 Jahren „ist sinnvoll” für uns, da “Frankfurt kein Gold-Handelsplatz ist”, sagte Andreas Dombret weiter. „Wir haben noch nie das geringste Problem gehabt, geschweige denn Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Fed” (Peter Gauweiler stellt genau das in Frage – hier). Andreas Dombret betonte zudem, er sei dankbar für die „unkomplizierte Kooperation”. Die Bundesbank werde auch in Zukunft ein verlässlicher Partner der Fed bleiben und weiterhin Gold als Währungsreserve in New York belassen. Ecuador hat sich indes entschieden, sein Gold von der Fed abzuziehen (hier).

Zur selben Zeit können Sie sicher sein, dass wir zuversichtlich sind, dass unser Gold bei Ihnen in sicheren Händen ist“, fügte Dombret hinzu. Die Zeiten, in denen „Hollywood-Deutsche wie Gerd Fröbe, besser bekannt als Goldfinger, und der ostdeutsche Terrorist Simon Gruber Gold-Raubzüge (…) lenkten, sind lange vorbei.“ Keiner könne sich ernsthaft solche Szenarien vorstellen, die in “James-Bond-Filme wie Goldfinger” aufgriffen wurden.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/11/01/bundesbank-deutschlands-gold-ist-sicher-kein-goldfinger-in-sicht/

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24.10.2012

Geheime Operation: Bundesbank holt Teile der Goldreserven nach Deutschland zurück

Der Bundesrechnungshof hat unfreiwillig Staub in einer Sache aufgewirbelt, in der die Deutsche Bundesbank schon seit längerem streng geheim tätig ist: Die Goldreserven sollen Schritt für Schritt nach Deutschland zurückgebracht werden.

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Die Kritik des Bundesrechnungshofs, die Deutsche Bundesbank verstoße mit der Nicht-Berücksichtigung der Goldreserven in ihrer Bilanz gegen die Regeln der ordentlichen Buchführung, hat die Bundesbank auf dem falschen Fuß erwischt. Genauer: Der Rechnungshof hat unfreiwillig Staub in einer Sache aufgewirbelt, in der die Bundesbank um strengste Geheimhaltung bemüht ist. Nach Informationen der Deutschen Wirtschafts Nachrichten arbeitet die Bundesbank seit mehreren Monaten diskret an einer Rückführung der Goldreserven nach Deutschland. Dazu wurden alte Lagerflächen der Bundesbank in Frankfurt saniert. Die Heimholung geht auf einem einfachen Weg: Wann immer die Bundesbank Gold von einer anderen Notenbank kauft, wird das Gold nicht an die traditionellen Lagerstätten in New York, Paris oder London verbracht, sondern nach Frankfurt.

Mit diesem pragmatischen Weg ist es der Bundesbank möglich, den Anteil der Goldbestände, der in Deutschland lagert, deutlich zu erhöhen. Die gewählte Methode, über die schon in der Zeit vor der Euro-Krise entschieden worden war, ermöglicht es der Bundesbank, ohne großen Aufhebens unabhängiger von den Beständen in anderen Ländern zu sein. Vor allem die Zustände in New York haben in den vergangenen Jahren für große Unzufriedenheit bei den Bundesbankern gesorgt: Es sei faktisch unmöglich, die Bestände zu kontrollieren, weil die Lagerung auf engstem Raum geschehe und eine Inventur daher unmöglich sei, war immer wieder von hochrangigen Bundebankern zu hören.

Nun räumt die Bundesbank auch offiziell ein, dass es die Rückholaktion gibt – wenngleich sehr versteckt. In einer aktuellen Pressemeldung zur Kritik des Rechnungshofs heißt es: “Ungeachtet der bestehenden Rechtsauffassung wird die Bundesbank Anregungen des Bundesrechnungshofs, soweit es möglich ist, aufgreifen. Maßgeblich für Entscheidungen über die Lagerung der Goldbestände bleibt jedoch deren Charakter als Währungsreserve. Wie bereits in der Vergangenheit wird die Bundesbank auch künftig Teile der Goldbestände aufarbeiten und überprüfen lassen. Damit können auch partielle Verlagerungen verbunden sein. Damit die Goldbestände ihre Funktion als Währungsreserven erfüllen können, müssten sie im Bedarfsfall ohne logistische Einschränkungen in gängige Reservewährung eingetauscht werden können. Dies ist der Grund für die Lagerung von Teilen der Goldreserven bei Partner-Notenbanken im Ausland.”

Ein Laie oder selbst ein kenntnisreicher Beobachter kann nicht verstehen, was mit dem Satz von den “partiellen Verlagerungen” gemeint ist. Kenner der Szene bestätigen den Deutschen Wirtschafts Nachrichten, dass es sich hier nicht um die Nennung einer theoretischen Möglichkeit, sondern um die Beschreibung einer bereits seit langem laufenden konkreten Rückhol-Aktion handelt. Der Vorgang ist in der Tat kein besonders spektakulärer, sondern wird im Rahmen der normalen Geschäfte der Bundesbank geradezu routiniert abgwickelt.

Dass die Bundesbank dennoch darum so wenig Aufhebens macht, ist innerhalb der Führung der BuBa sehr umstritten: Einige Vertreter der alten Schule sind der Auffassung, dass Spekulationen um Goldtransporte immer unberechenbare Auswirkungen auf die Märkte und hier insbesondere auf den Goldpreis haben können. Jüngere Bundesbanker wollen stattdessen lieber Transparenz und glauben, dass Gerüchte am besten damit zu entkräften seien, indem man die Wahrheit sage. Der Streit ist noch nicht entgültig entschieden – aber in der Krise scheinen doch jene die Oberhand zu behalten, die auf maximale Diskretion drängen.

Zu dumm nur, dass niemand dem Rechnungshof Bescheid gegeben hat.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/10/23/geheime-operation-bundesbank-holt-teile-der-goldreserven-nach-deutschland-zurueck/

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24.10.2012

Bundesbank lüftet Geheimnis um Goldschatz

Erstmals in ihrer Geschichte veröffentlicht die Bundesbank detaillierte Zahlen, wo ihre Goldbestände lagern. Die Politik hatte größere Transparenz über den Verbleib des Goldschatzes gefordert.

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Die Bundesbank lüftet das Geheimnis um das deutsche Gold: Fast die Hälfte der 3396 Tonnen lagert in den USA. In den nächsten drei Jahren sollen 150 Tonnen davon nach Deutschland geholt werden. Forderungen, den gesamten Milliardenschatz in heimischen Tresoren zu lagern, erteilte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele in Frankfurt eine Absage: „Auch in Zukunft wollen wir Gold an internationalen Goldhandelsplätzen halten, um es im Fall der Fälle binnen kürzester Zeit als Währungsreserve verfügbar zu haben.“

Wo das deutsche Gold lagert

Erstmals veröffentlichte die Bundesbank detaillierte Zahlen, wo ihre Goldbestände lagern: 1536 Tonnen (45 Prozent) liegen in Tresoren der US-Notenbank Fed in New York, 450 Tonnen (13 Prozent) bei der Bank of England in London, 374 Tonnen (11 Prozent) bei der Banque de France in Paris. Knapp ein Drittel (31 Prozent) des Edelmetalls verwahrt die Bundesbank in eigenen Tresoren im Inland: 1036 Tonnen. Aktueller Marktwert des gesamten Goldschatzes: 144 Milliarden Euro.

Rechnungshof fordert stichprobenartige Prüfung

Der Bundesrechnungshof fordert „angesichts des hohen Werts der bei ausländischen Notenbanken gelagerten Goldbestände und der Tatsache, dass diese noch nie aufgenommen wurden“ regelmäßige Stichproben.

Die Währungshüter kommen dem nun zumindest zum Teil entgegen: „Die Deutsche Bundesbank hat sich entschlossen, eine ausgewogenere Verteilung der Goldbestände im In- und Ausland anzustreben und damit der vertrauenssichernden Funktion des Goldes stärker Rechnung getragen“, erklärte Thiele.

Jährlich 50 Tonnen von New York nach Frankfurt

„Wir werden in den kommenden drei Jahren jährlich 50 Tonnen Gold aus New York nach Deutschland bringen“, sagte Thiele. Das gebe der Bundesbank die Gelegenheit, diese Barren zu überprüfen, einzuschmelzen und in die Form des heutzutage im Großhandel üblichen Good-Delivery-Standards zu bringen. Über diese Stichprobenkontrollen hinaus gebe es Gespräche, um die Revisionsrechte vor Ort in New York, London und Paris auszuweiten.

Thiele betonte jedoch: „Wir lassen unser Gold seit Jahrzehnten beanstandungsfrei von den hoch angesehenen Notenbanken der USA, Großbritanniens und Frankreichs verwahren und nicht von irgendwelchen windigen Geschäftspartnern. Ein Teil der Diskussion in Deutschland ist schon einigermaßen grotesk.“

Kritiker sehen Kontrollverlust

Dass bei ausländischen Zentralbanken neben den Bundesbank-Barren auch Goldbestände anderer Notenbanken lagern, macht einige Politiker misstrauisch. Kritiker glauben, die Frankfurter Währungshüter hätten die Kontrolle über das Edelmetall aus der Hand gegeben.

„Wir haben Anfang des vergangenen Jahrzehnts 930 Tonnen Gold von London nach Frankfurt gebracht und dabei akribisch kontrolliert“, schilderte Thiele. Es habe kein Gramm gefehlt. „Wir haben nicht die geringsten Zweifel, dass auch unsere in New York und Paris verwahrten Bestände aus reinstem Feingold bestehen.

Bundesbank besitzt exakte Barrenlisten

Uns liegen lückenlos dokumentierte Barrenlisten vor und die Partnernotenbanken bestätigen uns jedes Jahr nicht nur die Existenz der Barren, sondern auch deren Qualität.“

Zwar erhebe die Bank of England jährliche Lagergebühren in Höhe von rund 500. 000 Euro. Aber auch die Aufbewahrung im Inland sei mit Kosten verbunden. „Viel wichtiger sind die Verwendbarkeit des Goldes als Währungsreserve und die Sicherheit der Lagerung“, sagte Thiele. „Gold, das bei Ihnen zu Hause im Tresor liegt, können Sie nicht so einfach als Sicherheit verwenden, um an Devisen zu kommen.“

http://www.welt.de/finanzen/article110220855/Bundesbank-lueftet-Geheimnis-um-Goldschatz.html

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22.10.2012

Rechnungshof will deutsche Goldreserven zählen

1,2, . . 133 Milliarden Euro – so viel müssten die deutschen Goldreserven laut Buchführung wert sein. Doch der Schatz, der zum größten Teil im Ausland lagert, ist nie gezählt worden. Das soll sich jetzt ändern.

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Der Bundesrechnungshof hat eine regelmäßige Inventur der im Ausland verwahrten deutschen Goldreserven gefordert. In einem der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorliegenden Bericht an den Bundestags-Haushaltsausschuss begründet der Rechnungshof seine Forderung vor allem mit dem hohen Wert der Reserven. Sie summieren sich demnach auf 3396 Tonnen Gold im Wert von 132,9 Milliarden Euro. Verwahrt würden Barren von der Bundesbank in eigenen Tresoren in Frankfurt sowie an drei Lagerstellen im Ausland: Bei der US-Notenbank Fed in New York, der französischen Nationalbank in Paris und der britischen Zentralbank in London.

Angesichts des hohen Wertes der bei ausländischen Notenbanken gelagerten Goldbestände und der Tatsache, dass diese noch nie aufgenommen wurden, hält es der Bundesrechnungshof daher handelsrechtlich für erforderlich, auch die bei ausländischen Notenbanken verwahrten Goldbestände in regelmäßigen Zeitabständen mittels geeigneter Stichproben körperlich aufzunehmen“, heißt es in dem Bericht.

Die Prüfer kritisieren, anders als die in Deutschland verwahrten Bestände seien die im Ausland gelagerten „noch nie von der Bundesbank selbst oder durch andere unabhängige Prüfer körperlich aufgenommen und auf Echtheit und Gewicht geprüft worden“. Die Bundesbank verlasse sich lediglich auf schriftliche Bestätigungen der Verwahrstellen.

In ihrer Stellungnahme zu dem Bericht gibt die Bundesbank an, dass sie eine Stichprobeninventur nicht für notwendig halte. Dies sei rechtlich nicht notwendig und bei den ausländischen Lagerstellen auch nicht möglich. Diese Auffassung werde auch vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) ausdrücklich bestätigt.

Der Bundesbank empfiehlt der Rechnungshof daher, mit den drei ausländischen Notenbanken ein Recht zur physischen Prüfung der Bestände auszuhandeln. Mit der Umsetzung dieser Empfehlung habe die Bundesbank begonnen. Außerdem habe sie beschlossen, in den kommenden drei Jahren jeweils 50 Tonnen des bei der Fed in New York liegenden Goldes nach Deutschland zu bringen, um es hier einer eingehenden Prüfung zu unterziehen.

In dem Bericht sind mehrere Stellen geschwärzt. So geht aus dem Papier nicht hervor, wie viel Gold genau bei welcher ausländischen Notenbank liegt. Begründet wird dies mit vertraulich zu behandelnden Geschäftsdaten der Verwahrstellen. In dem Bericht kritisiert der Rechnungshof auch, dass die Bundesbank nicht über ein dokumentiertes Lagerstellenkonzept verfüge, um über die Auswahl der Lagerplätze und etwaige Verlagerungen zu entscheiden. Die Bundesbank habe zugesagt, ein solche Konzept zeitnah zu erarbeiten, heißt es in dem Bericht.

Die Goldreserven sind Teil der offiziellen Währungsreserven der Bundesrepublik. Die in der Bundesbank-Zentrale verwahrten Bestände bestehen dem Bericht zufolge aus 82.857 Barren, die überwiegend in verplombten Containern mit je 50 Barren lagern, die in vier separat verschlossenen Tresorboxen aufbewahrt werden.

Ein Teil davon (6183 Barren) lagert demnach in offenen Regalen in einem separaten Tresor – der sogenannten Goldkammer. Zur Sicherung des Goldes heißt es in dem Bericht: „Der Tresoraußenverschluss steht unter Zweifach-, die Innenverschlüsse und die Goldkammer unter einem Dreifachverschluss.“

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/inventur-rechnungshof-will-deutsche-goldreserven-zaehlen-seite-all/7283954-all.html

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22.10.2012

Zeitung: Bundesbank verweigert CDU-Abgeordneten Einblick in Goldbestände im Ausland

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Die Bundesbank verweigert einem Medienbericht zufolge den Bundestagsabgeordneten Philipp Mißfelder und Marco Wanderwitz die Besichtigung der in Paris und London gelagerten deutschen Goldbestände. Wie die “Bild-Zeitung” (Montagausgabe) meldet, habe sich Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele in einem Brief an die beiden Abgeordneten gewandt. Darin heißt es, die Zentralbanken in Paris und London verfügten nicht über geeignete Räume für Besuche.

Große Teile der deutschen Goldreserven (insgesamt 3.400 Tonnen, Wert: mehr als 150 Milliarden Euro) lagern im Ausland, nur ein kleiner Teil bei der Bundesbank in Frankfurt/Main. Philipp Mißfelder, außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, hatte im Februar die deutschen Goldbestände bei der Federal Reserve Bank in New York besichtigt und dies nun auch in London und Paris tun wollen. Hintergrund ist massive Kritik von Bilanz-Experten und vom Bundesrechnungshof an der Lagerung der deutschen Goldreserven im Ausland.

http://www.netzticker.com/wirtschaft/zeitung-bundesbank-verweigert-cdu-abgeordneten-einblick-in-goldbestande-im-ausland/134669

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05.10.2012

FED verweigert Inspektion der deutschen Goldreserven

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Die Deutsche Bundesbank gerät unter Druck. Der Rechnungshof fordert eine physische Bestandsprüfung der Goldreserven, die zum Großteil in den USA lagern. Doch die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve verweigert jegliche Transparenz.

Mit mehr als 3.400 Tonnen verfügt Deutschland über die zweitgrößten Goldreserven. Nur ein Teil der unzähligen und begehrten Barren befindet sich auf Hoheitsgebiet der Bundesrepublik. Der größte Teil lagert jenseits des Atlantiks in den Kellern der US-amerikanischen Notenbank. Anfang des Jahres kritisierte der Bundesrechnungshof die Bundesbank. In einem Bericht hielten die Prüfer fest, dass die Reserven seit Jahren nicht mehr einer physischen Bestandsaufnahme unterzogen wurden. Ein Gesetzesverstoß.

Goldenes Dilemma

Seit Jahren fordern Bundestagsabgeordnete wie der CSU-Mandatar Peter Gauweiler mehr Transparenz in der Goldpolitik. Gauweilers CDU-Kollege Philipp Mißfelder reiste gar mit Reportern der BILD-Zeitung nach New York, um das deutsche Gold in Augenschein zu nehmen. Doch sein Wunsch wurde ihm verweigert. Die Bundesbank befindet sich in einer unangenehmen Situation. Einerseits fordert geltendes deutsches Recht regelmäßige Kontrollen. Doch die New Yorker Niederlassung der FED verweigert Einlass in ihre unterirdischen Bunker und Kontrollen durch Dritte.

Deutsche nehmen sich kein Beispiel an de Gaulle

Angesichts dieser Verfahrenen Situation bliebe lediglich die Möglichkeit, die Goldbestände nach Deutschland zu überführen. Der selbstbewusste französische Staatspräsident Charles de Gaulle zeigte schon vor Jahrzehnten, wie es gehen kann. Für die deutsche Politik scheint dies keine Option zu sein. Die Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach etwa rudert bereits im Vorfeld zurück. Sie erkundigte sich vor rund eineinhalb Monaten in einer parlamentarischen Anfrage nach der letzten „körperlichen Inaugenscheinnahme“ der glänzenden Barren. Mittlerweile freut sie sich darüber, dass jährlich eine „Buchinventur“ durchgeführt wird.

http://www.unzensuriert.at/content/0010304-FED-verweigert-Inspektion-der-deutschen-Goldreserven

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27.09.2012

Wird Inventur des Bundesbank-Goldes zur Staatsaffäre?

Die Bundesbank muss den deutschen Goldschatz einer Inventur unterziehen. Ein Großteil des Schatzes lagert bei der Federal Reserve Bank of New York, die keine unabhängige Prüfung zulässt. Kommt es zur Staatsaffäre? von Norbert Häring

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Anfang des Jahres überstellte der Rechnungshof der Bundesbank einen Bericht. Darin stellte er fest, dass die Bundesbank rechtlich verpflichtet sei, unseren Goldschatz von 133 Milliarden Euro, der zum großen Teil bei der Federal Reserve Bank of New York lagert, einer Inventur zu unterziehen. Die Bundesbank verweigert diese. Im Frühjahr forderte der Haushaltsausschuss vom Rechnungshof dieses Gutachten an. Dieser teilte mit, der Bericht werde binnen weniger Wochen übermittelt.

Es sollte nur eine Stellungnahme der Bundesbank und ein abschließendes Resümee der Rechnungsprüfer angehängt werden. Eine erneute Nachfrage in dieser Woche ergab das gleiche Ergebnis. Innerhalb einiger Wochen, „wohl noch im Oktober“ werde der Bericht den Parlamentariern zugehen. Es gehe um „schwierige Rechtsfragen“ heißt es von Bundesbank und Rechnungshof zur Erklärung.

Das ist wenig überzeugend. Denn seit Jahren muss sich die Bundesbank mit parlamentarischen Anfragen zu dem Thema auseinandersetzen. Eigentlich genügend Zeit für das halbe Hundert Bundesbank-Juristen, eine Rechtsmeinung zu entwickeln. Es scheint, als habe der Rechnungshof Angst vor der eigenen Courage bekommen, seit die Bundesbank ihm die potenziellen diplomatischen Verwicklungen eines Inventurwunsches erklärt hat.

Die Federal Reserve von New York, eine privatwirtschaftlich verfasste Niederlassung der US-Notenbank, verwaltet nicht nur Bundesbankgold, sondern auch Gold der USA und von weiteren Nationen. Eine unabhängige Inventur lässt sie nicht zu. Entsprechende Forderungen von US-Parlamentariern blockt sie ab. Wie kann sie da das deutsche Gold unter Aufsicht zählen lassen? Wenn es beim Lagerort allein um praktische Erwägungen ginge, könnte die Bundesbank die Konsequenz ziehen und das Gold abholen.

Falls sie das aber nicht ohne massive diplomatische Verwicklungen tun kann, steckt sie in der Klemme. Die Parlamentarier beweisen unterdessen Engelsgeduld und Einsichtsfähigkeit. Selbst der aufmüpfige Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder, der im Frühjahr mit der „Bild“-Zeitung im Tross zur Goldbesichtigung nach New York fuhr und sich bis August kämpferisch gab, ist inzwischen in Sachen Goldreserven nicht mehr zu sprechen.

Die Abgeordnete Erika Steinbach wollte Mitte August in einer parlamentarischen Anfrage an die Bundesregierung wissen, wann das deutsche Gold das letzte Mal durch „körperliche Inaugenscheinnahme“ überprüft worden ist. Nun ist sie nach eigener Aussage mit der Antwort vollständig zufriedengestellt, dass es eine jährliche „Buchinventur“ gebe. Das Feld für eine Überstellung des hochnotpeinlichen Rechnungshofberichts, vermutlich an die Geheimschutzstelle des Parlaments, scheint gut bestellt.

http://www.wiwo.de/politik/konjunktur/stimmt-es-dass-wird-inventur-des-bundesbank-goldes-zur-staatsaffaere/7187540.html

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23.08.2012

Bundesbank macht Geheimnis um Goldreserve

Sind deutsche Goldbarren im Ausland sicher? Um diese Frage zanken sich Bundesbank und Bundestag. Ein Bericht soll sie klären – bisher gibt die Zentralbank ihn aber nicht frei. Von Hans Bentzien, WSJ.de

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Der Streit zwischen der Deutschen Bundesbank und dem Bundestag über die Prüfung der deutschen Goldreserven kommt ins Stocken. Ein Bericht des Bundesrechnungshof zur Bilanzierung, der dem Haushaltsausschuss versprochen war, liegt seit Monaten bei der Bundesbank. Die soll im wohl nächsten Kapitel des kuriosen Scharmützels prüfen, welche Teile des Berichts öffentlich gemacht werden dürfen.

Bundesbank-Mitarbeiter lassen sich die Barren zeigen

Der Rechnungshof hatte im Auftrag des Bundestags ermittelt, ob die Bundesbank ihre im Ausland lagernden Goldbestände ausreichend genau prüft. Dabei war strittig, ob die von der Bundesbank seit Jahren geübte Praxis ausreicht, sich die Zahl der Goldbarren von der ausländischen Zentralbank schriftlich bestätigen zu lassen. Von Zeit zu Zeit lassen sich Bundesbank-Vertreter die Goldbarren auch zeigen, sie zählen sie aber nicht durch.

Die Bundesbank verfügt über Goldreserven von etwa 3.396 Tonnen, wovon aber der größte Teil in New York, London und Paris lagert. Das liegt daran, dass Deutschland in den 50ern und 60ern seine größten Leistungsbilanzüberschüsse mit diesen Ländern erzielte. Dort liegen die Barren neben Beständen anderer Zentralbanken. Das weckt bei besonders misstrauischen Beobachtern die Befürchtung, dass es da zu Verwechslungen kommen könnte.

Aber nach Meinung der Bundesbank liegt das Gold im Ausland sicher. Eine Sprecherin sagte: „Wir haben an der Integrität und der Reputation der ausländischen Notenbanken keinen Zweifel. Wir erhalten jährlich eine Bestandsbestätigung in Feinunzen, die dient als Grundlage der Bilanzierung.“

Bericht schon im Mai angekündigt

Sicher ist, dass der Bericht des Bundesrechnungshofs „Hinweise“ zur Bilanzierungspraxis enthält. Bereits im Mai hatten die Rechnungsprüfer des Bundes dem Haushaltsausschuss einen Bericht darüber angekündigt, welche Beanstandungen es an der Bilanzierung der Goldreserven durch die Bundesbank gibt.

Eine Entscheidung über die Form des Berichts sollte „in relativ kurzer Zeit“ erfolgen. Seitdem sind drei Monate vergangen. Eine vollständige Veröffentlichung des Bericht war unter Verweis auf Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse nicht nur der Bundesbank und anderer Stellen, zum Beispiel der New Yorker Fed, ausgeschlossen worden.

Bundesbank lehnt Kommentar ab

Eine Bundesbank-Sprecherin lehnte einen Kommentar zu dem Vorgang mit der Begründung ab, dass es sich um ein laufendes Verfahren handele. Nach Aussage des Bundesrechnungshofs befindet sich der Bericht „in der Abstimmung“. Eine Sprecherin sagte: „Es geht darum, dass die Bundesbank Gelegenheit erhält, dazu Stellung zu nehmen.“ Sehr wahrscheinlich werde der Bericht dem Ausschuss nach der Sommerpause vorgelegt. Auf der Tagesordnung der ersten Sitzung, am 26. September, befindet er sich bisher nicht.

Der Artikel „Streit um deutsche Goldreserven wird zur Hängepartie“ ist ursprünglich bei Wall Street Journal erschienen.

http://www.welt.de/wall-street-journal/article108752445/Bundesbank-macht-Geheimnis-um-Goldreserve.html

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14.05.2012

Bundestag prüft Bewertung deutscher Goldreserven

Über die Bewertung der Goldreserven gibt es einen Streit. Der Rechnungshof bemängelt eine „unzureichende Sorgfalt bei der Bilanzierung“. Jetzt prüft der Haushaltsausschuss die Vorwürfe.

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Der Bundestag nimmt die Bilanzierung der deutschen Goldreserven durch die Bundesbank ins Visier. Der Haushaltsausschuss habe gegen den Widerstand der Bundesbank einen kritischen Prüfbericht des Bundesrechnungshofes angefordert, berichtete die „Bild“-Zeitung.

„Der Beschluss ist einstimmig gefallen“, zitierte das Blatt den CSU-Haushaltsexperten Herbert Frankenhauser. In der Zeitungsmeldung ist von „Bilanz-Schummel“ bei den deutschen Goldreserven die Rede.

In seinem Prüfbericht rüge der Rechnungshof die „unzureichende Sorgfalt bei der Bilanzierung der Goldreserven, die zum Teil im Ausland lagern“, heißt es ergänzend in der „Bild“. Auch die Rückführung der Gold-Bestände werde angeregt. Deutsche Goldreserven liegen zum Teil bei ausländischen Zentralbanken.

Der Rechnungshof wolle den Bericht mit Blick auf die Sicherheit von Drittstaaten abschwächen und dem Parlament eine verkürzte Zusammenfassung zur Verfügung stellen, die nur im Geheimschutzraum des Bundestags eingesehen werden könne.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann habe versucht, die Spitze der Unionsfraktion zu bewegen, die Anforderung des Berichtes zu verhindern.

Deutschland besitzt nach den USA mit über 3400 Tonnen weltweit die zweitgrößten Goldbestände. Sie werden von der Bundesbank verwaltet und sind Teil der Währungsreserven.

http://www.welt.de/finanzen/article106305876/Bundestag-prueft-Bewertung-deutscher-Goldreserven.html

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07.03.2012

Kann die Bundesbank über ihr Gold noch verfügen?

Im Internet gehen Verschwörungstheorien um, wonach die Bundesbank über ihre Goldreserven im Ausland nicht mehr verfügen könne oder es gar nicht mehr existiere. Die Bundesbank dementiert, geizt aber mit Detailauskünften.

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Leser Jürgen Sohn ist verunsichert durch die Verschwörungstheorien, die im Internet blühen, auf Webseiten goldvernarrter Papiergeldverächter und von Rechtsnationalen. Danach hat die Bundesbank gar keine Verfügungsgewalt mehr über das im Ausland gelagerte Gold, oder es ist schon längst nicht mehr da.

Bei schweren Wirtschafts- und Währungsturbulenzen bringen die circa 3400 Tonnen des deutschen Goldes nur dann Rettung, wenn sie hierzulande zur Verfügung stehen“, heißt es etwa auf dem Goldseiten-Blog. Es sei in New York und müsse dort bleiben, weil es von den USA als Pfand für deutsches Wohlverhalten betrachtet werde.

Nach Lesart der Rechtsnationalen können die USA jederzeit deutsches Vermögen beschlagnahmen, weil das entsprechende Besatzungsgesetz (SHAEF) Nummer 52 in Ermangelung eines Friedensschlusses weiterhin jederzeit anwendbar sei. In der letzten Bundesbank-Bilanz sind Gold und Goldforderungen im Wert von 115 Milliarden Euro aufgeführt. Was davon physisches Gold und was Anspruch auf Gold ist, unterscheidet die Bank nicht, die per Gesetz mit der Verwaltung der deutschen Gold- und Devisenreserven betraut ist.

Tatsächlich lagert nach Auskunft der Bundesbank der größte Teil der Goldreserven in New York bei der dortigen Zentralbank Federal Reserve. Dort kann jeder die Goldtresore in Augenschein nehmen. Aber viel mehr, als dass es dort Gold gibt, sieht man nicht. Der zweitgrößte Teil lagere in Frankfurt, gefolgt von London und Paris. Genaueres erfahren wir nicht. Die Bundesbank nennt die ausländischen Verwahrorte „wichtige Handelsplätze“, die Skeptiker betonen, dass es die Hauptstädte der westlichen Besatzungsmächte sind.

Tatsächlich hat die Bundesbank über das New Yorker Gold seit gut drei Jahrzehnten nicht mehr verfügt im Sinne von etwas damit getan; nach ihrer Auskunft, weil sie keinen Grund dazu gehabt habe. Pro Jahr werden nur fünf Tonnen Gold zur Münzprägung verwendet. Dieses Gold werde jeweils dem Londoner Lagerort entnommen. Als die europäischen Notenbanken sich im Rahmen eines Goldabkommens Obergrenzen für Goldverkäufe setzten, gehörte die Bundesbank zu den wenigen, die nichts verkauften und ihre Quote an andere Notenbanken weitergab.

Anders als Deutschland hat die Siegermacht Frankreich ihr Gold, das sie sich in den 1960er-Jahren hartnäckig von den USA für ihre überzähligen Dollar auszahlen ließ, nicht in New York gelassen, sondern nach Paris geholt. Auch die Bank von Italien lagert ihr Gold nach eigenen Angaben zu Hause.

Fazit: Nach Aussagen der Bundesbank ist nichts dran an den Gerüchten. Mit Details knausert sie allerdings. Prüfberichte externer Wirtschaftsprüfer, die die (vollständige) Existenz des Goldes bestätigen, gibt es nicht. Umfassendere Rechnungslegung und Informationen könnten dazu beitragen, dass unser Gold seinen Hauptzweck besser erfüllt, nämlich das angeknackste Vertrauen in unsere Papierwährung zu stützen.

http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/stimmt-es-dass-kann-die-bundesbank-ueber-ihr-gold-noch-verfuegen/6297506.html

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19.11.2011

Bundesrechnungshof fordert Zählung der deutschen Goldreserven

Der Verbleib der deutschen Goldbestände war zuletzt wiederholt Gegenstand der Berichterstattung in der Publikumspresse. Nun haben sich Deutschlands staatliche Buchprüfer kritisch zu Wort gemeldet.

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Der Verbleib der deutschen Goldreserven beschäftigt nun auch den Bundesrechnungshof. Laut Bild.de sieht der Bilanzrechtler Prof. Jörg Baetge schwere Verstöße seitens der Deutschen Bundesbank, die für die Verwaltung des deutschen Goldschatzes zuständig ist.

Diese könne es nicht bei einer Feststellung belassen, dass das Gold noch da sei. Man müsse selbst „Kontrollzählungen“ durchführen und die Nummern der Barren mit den Inventar-Listen vergleichen.

Offiziell besitzt Deutschland Goldreserven im Umfang von 3.401 Tonnen. Goldreporter erläuterte zuletzt, dass diese Angaben in keinem Fall den tatsächlichen Bestand an physischem Gold repräsentieren: Zentralbank-Tricks: Warum die offiziellen Goldreserve-Zahlen falsch sind

http://www.goldreporter.de/bundesrechnungshof-fordert-zahlung-der-deutschen-goldreserven/gold/16248/

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Sind die deutschen Goldreserven im Ausland noch alle vorhanden und sicher? Eine physische Prüfung hat schon seit Jahren nicht stattgefunden.

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