Machenschaften der Deutschen Bank – eine Chronik

18.09.2016

Deutsche Bank kann US-Strafe nicht zahlen

In ihrer aktuellen Verfassung könnte die Deutsche Bank die von der US-Regierung avisierte Milliarden-Strafe nicht zahlen. Auch ein geringerer Betrag würde der Bank enorm zu schaffen machen. Eine Lösung könnte die Verstaatlichung der Bank sein.

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Seit Bekanntwerden der Milliardenforderungen des amerikanischen Justizministeriums verzeichnen die Aktien der Deutschen Bank einen Verlust von mehr als 8 Prozent. Die Bank hat deutliche Schwierigkeiten, die geforderten Milliardenstrafen an die USA aufzubringen. Selbst wenn Verhandlungen über die Strafzahlung noch einen Erlass bringen sollten, ist das Lage für die Bank kritisch.

Die Deutsche Bank hat durch die angekündigte Strafzahlung an die USA ein veritables Problem. Eine Rekordsumme von 14 Milliarden US-Dollar soll die Bank für die Verschleierung von Risiken am Immobilienmarkt an US-Anleger berappen.

Zurückgestellt hat die Deutsche Bank für Rechtsstreitigkeiten jedoch lediglich 5,5 Milliarden Euro. Davon eingerechnet sind rund 2,5 Milliarden Euro Strafzahlungen wegen Geldwäschevorwürfe in Russland, so dass unter dem Strich etwa drei Milliarden Euro für die Rekordstrafe an die USA verbleiben.

Einige Beobachter vermuten Vergeltungsmaßen für die 13 Milliarden schwere Strafe, welche die EU kürzlich gegen Apple ausgesprochen hatte. „Das Justizministerium hat die Deutsche Bank dazu auserkoren, ihren Teil beim Stopfen des enormen US-Haushaltsdefizits beizutragen“, urteilte etwa Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus City of London.

Doch jenseits solcher Einschätzungen: die Forderungen aus den USA belasten die Deutsche Bank nachhaltig. Selbst wenn bei den Verhandlungen die Summe noch gedrückt wird – es würde die Bank dazu zwingen, die Milliardenzahlungen als Verlust zu verbuchen und eine Kapitalerhöhung über die Börse zu erreichen.

Dies hätte jedoch zwei Folgen. Zum einen würde eine Abschreibung den Kapitalpuffer erheblich drücken und die Aufseher dürften hier keine Nachsicht mit der Deutschen Bank üben. Eine Kapitalerhöhung über Aktien kommt kaum in Frage, da der Kurs der Bankaktie stark gefallen ist – er liegt derzeit bei knapp unter 12 Euro, vor einem Jahr stand er noch bei etwas über 26 Euro – und der Pfeil noch immer nach unten weist. Zum anderen müsste die Bank sehr viele neue Wertpapiere emittieren, um ein bedeutsames Ergebnis resp. das erforderliche neue Kapital zu generieren. Dies wiederum wäre nachteilig für die derzeitigen Aktienbesitzer.

Dem amerikanischen Justizministerium müsste also klar sein, so schreibt Bloomberg, dass sich die Deutsche Bank eine Strafzahlung von 14 Milliarden US-Dollar nicht leisten kann. Selbst angenommen, dass man sich quasi in der Mitte trifft und sich auf 8 Milliarden US-Dollar einigte – eine Zahl, die Anleger inzwischen erwarten – wäre es für die Bank immer noch quasi ein „Schlag ins Kontor“. Doch alles, was über 4 Milliarden US-Dollar läge, würde die Kapitalbasis der Deutschen Bank im Verhältnis zu den Konkurrenten enorm schwächen, vermutet etwa die US-Bank JPMorgan.

Die Deutsche Bank sei, so Bloomberg, eine der größten und systemrelevantesten Banken Europas. Auch eine vom aktuellen Umfeld der unberechenbaren Finanzmärkte mit Negativzinsen und harten Eigenkapitalanforderungen am stärksten gebeutelte. Die Bank meldete 2015 einen herben Verlust und auch die erste Hälfte dieses Jahres wurde ziemlich düster: Die Erträge sanken um 4 Milliarden Euro und die Gewinne lagen unter einer Milliarde Euro. Die Deutsche Bank sei bereits in die Knie gegangen, so dass eine Zahlung von 8 Milliarden US-Dollar als strafende Abschreckung genauso hart wäre wie die in den Raum gestellten 14 Milliarden US-Dollar.

Wie auch immer die Verhandlungen mit dem amerikanischen Justizministerium ausgehen, eine Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland an deren größter Bank gilt manchen Beobachtern nicht mehr als ausgeschlossen. Schließlich hatte sich der Bund schon einmal an einer „Rettungsaktion“ beteiligt – nämlich an der Commerzbank während der Finanzkrise. Der Steuerzahler hält an der Commerzbank noch immer 17 Prozent. Da Bankenrettungen mit Steuergeldern nach den neuen EU-Regeln nicht mehr ohne weiteres möglich sind, könnte ein Zusammenschluss der Deutschen Bank mit der Commerzbank ein Alternativszenario sein. Womöglich auch hier wiederum mit Beteiligung der Steuerzahler.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/09/18/deutsche-bank-kann-us-strafe-nicht-zahlen/

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02.08.2016

Nach Stresstest: Deutsche-Bank-Aktie stürzt auf tiefsten Stand seit mehr als 30 Jahren

Dramatische Zeiten für die Deutsche Bank: Das einst so stolze Geldhaus wird von Investoren gemieden wie Giftmüll. Der Aktienkurs notiert mittlerweile so tief wie zuletzt Anfang der Achtzigerjahre.

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Die Aktie der Deutschen Bank ist an der Börse auf einen neuen Tiefstand gerutscht. Am Dienstagnachmittag kostete das Wertpapier gerade mal noch 11,20 Euro. So niedrig war der Kurs zuletzt vor mehr als 30 Jahren. Zum Handelsschluss lag die Aktie 4,8 Prozent im Minus bei 11,24 Euro.

Der Absturz der Aktie spiegelt auch den Absturz der Bank wider. Das größte Geldhaus des Landes schrieb im vergangenen Geschäftsjahr 2015 einen Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro. Auch im ersten Halbjahr 2016 reichte es nur formell für einen kleinen Gewinn, weil bestimmte Zinszahlungen nicht mitgerechnet wurden. Das Ergebnis je Aktie fiel allerdings auch hier wieder negativ aus.

Den Investoren bereitet zudem die vergleichsweise schwache Kapitalausstattung der Bank Sorge. Auch beim Stresstest der europäischen Aufsichtsbehörde EBA konnte der Konzern nicht gerade glänzen. Als am vergangenen Freitag die Ergebnisse veröffentlicht wurden, gehörte die Deutsche Bank zu den zehn schlechtesten der insgesamt 51 untersuchten Finanzinstitute.

Im Krisenszenario, das der Stresstest simulierte, brach die harte Kernkapitalquote der Bank auf 7,8 Prozent ein. Diese Kennzahl misst, wie groß der Eigenkapitalpuffer einer Bank im Verhältnis zu den von ihr in der Bilanz gehaltenen Risiken ist.

Als der Aktienkurs zum letzten Mal so niedrig stand wie heute, war die Deutsche Bank noch ein völlig anderer und vor allem viel kleinerer Konzern, der sich vor allem auf das klassische Geschäft mit Privat- und Firmenkunden in Deutschland und Europa konzentrierte. Erst durch die Übernahme der angelsächsischen Investmentbanken Morgan Grenfell und Bankers Trust in den Jahren 1989 und 1998 wuchs das Geldhaus zu einer der größten Banken der Welt heran.

Damals war auch die Begeisterung der Investoren riesig. Im Mai 2007, zu Beginn der weltweiten Finanzkrise, stieg der Aktienkurs erstmals über 100 Euro. Seitdem ging es um fast 90 Prozent nach unten – wobei sich die Geschwindigkeit des Absturzes seit dem vergangenen Jahr noch einmal deutlich verschärft hat (siehe Grafik).

Der Bedeutungsverlust der Bank lässt sich auch daran ablesen, dass sie künftig nicht mehr im europäischen Auswahlindex Stoxx Europe 50 dabei sein darf. Der Börsenbetreiber hat die Bank aus dem weltweit beachteten Index gestrichen, weil ihr Börsenwert mittlerweile schlicht zu klein geworden ist.

Auch die zweitgrößte Bank des Landes, die Commerzbank, steckt wieder tief in der Krise. Sie hatte beim Stresstest noch etwas schlechter abgeschnitten als die Deutsche Bank und musste am Dienstag ihr Ziel aufgeben, in diesem Jahr einen Milliardengewinn zu erreichen.

Auch die Commerzbank-Aktie fiel am Dienstag auf ein Rekordtief von 5,22 Euro. Zum Handelsschluss lag der Kurs 9,2 Prozent im Minus bei 5,24 Euro.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-aktie-stuerzt-auf-neuen-tiefstand-a-1105770.html

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30.06.2016

IWF in Sorge: Deutsche Bank bedroht Weltfinanzen

Die Deutsche Bank stellt Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge das größte Systemrisiko für das Weltfinanzsystem dar. Das geht aus dem aktuellen IWF-Bericht „Germany. Financial Sector assessment Program” hervor, wie Bloomberg meldet.

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Die Deutsche Bank hatte im vorigen Jahr 6,8 Milliarden Euro Verlust erlitten und ist zudem an derivativen Geschäften im Gesamtwert von 55 Billionen Euro beteiligt. Diese Summe beträgt das Vierfache des Bruttoinlandsproduktes der Eurozone.  
Sollte die Deutsche Bank zusammenbrechen, würden ihr viele Akteure des Finanzmarktes folgen, so Bloomberg.

Das Bankensystem Deutschlands sei nämlich mit dem französischen, dem britischen und dem US-amerikanischen Bankensystem eng verbunden und könnte daher eine Kettenreaktion außerhalb des Landes auslösen.

Die so große Bedeutung der Deutschen Bank macht laut dem IWF ein sorgfältiges Risiko-Management, eine intensive Aufsicht von Seiten der deutschen Behörden und ein Monitoring der transübergreifenden Risiken erforderlich.

Neben der Deutschen Bank, dem größten privaten Geldinstitut Deutschlands, gehören auch die britische HSBC und die Schweizer Credit Suisse zu den drei systemwichtigen Banken, die das größte Risiko für das globale Finanzsystem in sich bergen.

Es ist auch bekannt geworden, dass die US-Filiale der Deutschen Bank zum zweiten Mal hintereinander jährliche Banken-Stresstests des Federal Reserve System (FRS) der USA nicht bestanden hat. Dem FRS zufolge haben die Tests „massive und gravierende Mängel bei den Kapitalplanungsprozessen“ bei der Deutschen Bank ans Licht gebracht.

http://de.sputniknews.com/wirtschaft/20160630/311047576/iwf-sorge-deutsche-bank-weltfinanzen.html

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14.02.2016

Wackelt die Deutsche Bank?

Wackelt die Deutsche Bank? Die Aktie im Sinkflug, die Gläubiger in Panik: Hinter der Deutschen Bank liegt die schlimmste Woche seit dem Finanzcrash 2008. Ist die Lage wirklich so dramatisch? Eine Analyse.

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Als wäre alles nicht schon schlimm genug, trat am Freitag dann auch noch Standard & Poor’s auf den Plan – und senkte die Bonitätsnote für bestimmte Anleihen der Deutschen Bank auf „B+“. Dazu muss man wissen, dass „B+“ in der Sprache der Ratingpolizisten für eine „hochspekulative Anlage“ steht. Vulgärer ausgedrückt: Die Papiere befinden sich auf Ramschniveau, viel tiefer geht es kaum mehr.

Ist es schon wieder soweit? Wackeln die Banken? Hinter dem größten deutschen Geldinstitut liegt fraglos die schlimmste Woche seit dem Finanzbeben 2008. Angefangen hatte alles am Montag mit der Mitteilung des Instituts, man sei in der Lage, die in diesem Jahr fälligen Zinsen für sogenannte Coco-Anleihen zu bedienen. Eigentlich war die Ankündigung als Beruhigung für die derzeit hochnervösen Investoren gedacht. Doch der gegenteilige Effekt trat ein. Eine Bank, der es wirklich gutgeht, könnte sich solche eine Verlautbarung schließlich sparen.

Schäuble macht sich „keine Sorgen“

Da half es auch nicht, dass Vorstandschef John Cryan am Dienstag betonte, die Bilanzen seiner Bank seien „absolut solide“. Und es schadete sogar, dass kurz darauf ein Zitat von Finanzminister Wolfgang Schäuble über die Nachrichtenticker lief, wonach er sich „keine Sorgen“ um das größte Geldhaus des Landes mache. Denn: Äußert sich die Regierung nicht eigentlich nur in Notzeiten zu einzelnen Banken? Der bekannte US-Ökonom Nassim Nicholas Taleb brachte die Stimmung via Twitter auf den Punkt: „Ich habe mir keine Sorgen um die Deutsche Bank gemacht – bis der deutsche Finanzminister sagte, man müsse sich keine Sorgen machen.“

Die Aktie, die ohnehin seit Wochen fällt, stürzte regelrecht ab. Und bei den Anleihen der Deutschen Bank bildeten sich plötzlich die berüchtigten „Risikoaufschläge“ – ein Wort, das normale Menschen eigentlich nur im Zusammenhang mit der Pleite von Lehman Brothers und später mit der Griechenland-Krise kennen.

Ein, zwei Tage schien es, als würde eine regelrechte Panik ausbrechen. Bis die Bank schließlich die Reißleine zog und eine eher ungewöhnliche Maßnahme ankündigte. Sie will nämlich eigene Schulden im Umfang von mehr als vier Milliarden Euro vorzeitig zurückzahlen. Die Botschaft an die Investoren: Wenn ihr uns nicht glaubt, dass wir hochliquide sind, dann beweisen wir es euch eben.  

Horrorwoche ohne konkreten Anlass

Was erstaunt: Einen konkreten Anlass für die Horrorwoche gab es nicht. Im Gegenteil, nach zahllosen  Skandalen wirkt die Deutsche Bank momentan bemüht, endlich einmal zur Ruhe zu kommen. Im Sommer trat der spröde John Cryan die Nachfolge der schillernden Anshu Jain an. Unter dem Briten Cryan soll die Bank zwar um einige Etagen schrumpfen – dafür aber wieder ein festes Fundament erhalten. Cryan strich den gehätschelten Investmentbankern die Boni zusammen. Und er entschlackte die Bilanz von vermeintlichen Vermögenswerten, die in Wirklichkeit nicht mal mehr Hoffnungswerte waren. Die Konsequenz: Allein im dritten Quartal verbuchte das Institut „außergewöhnliche Abschreibungen“ von 7,6 Milliarden Euro. Man gewann den Eindruck: Die Deutsche Bank ist jetzt zwar nackt. Aber wenigstens ist sie sauber.

Börsenwert seit Jahresbeginn halbiert

Die Aktie allerdings hörte nicht auf zu fallen, sondern sie fällt inzwischen schneller denn je. Die jüngste Horrorwoche eingerechnet, hat sich der Börsenwert allein seit Jahresbeginn nochmals fast halbiert. Bei rund 15 Euro notieren die Anteilsscheine jetzt noch. Zum Vergleich: In Spitzenzeiten waren es mal mehr als 115 (!) Euro. Und selbst auf dem Höhepunkt der Finanzkrise kosteten die Aktien mehr, als sie das momentan tun.

Für den jüngsten Kursrutsch kann die Deutsche Bank allerdings nur bedingt etwas. Schließlich gingen die Aktiennotierungen aus Angst vor einem Konjunktureinbruch zuletzt weltweit zurück. Hinzu kommen branchenspezifische Probleme: Leidet die Wirtschaft, dann leiden die Banken besonders, weil sie den Ausfall von Krediten fürchten müssen. Gerade die Energiekonzerne könnten sich als unsolide Schuldner erweisen, sollte sich der Ölpreis nicht bald erholen.

Eine weitere Folge der Konjunktursorgen: Die Zinsen dürften auf lange Zeit niedrig bleiben – und damit auch die Krediterträge der Finanzindustrie. Darüber hinaus gibt es natürlich auch Probleme, die spezifisch die Deutsche-Bank-Aktie betreffen. Dazu gehören die Angst vor einer Kapitalerhöhung und der Umstand, dass Cryan den Investoren für wenigstens zwei Jahre die Dividende gestrichen hat. Das ist aber alles nicht wirklich neu.  

Übertriebene Panik?

Vieles deutet darum darauf hin, dass die Panik der vergangenen Tage übertrieben war. So sind die Banken inzwischen solider finanziert, als sie das zur Zeit der großen Krise waren. Ein Gradmesser dafür ist die sogenannte Kernkapitalquote. Sie soll zeigen, ob die Puffer dick genug sind, um möglich Verluste aus eigener Kraft abfedern zu können. 2009 lag dieser Kennwert bei Europas Banken im Schnitt bei 9,0 Prozent; inzwischen sind es 12,5 Prozent. Selbst die Deutsche Bank, die der Konkurrenz bei der Kapitalausstattung seit Jahren hinterherhinkt, kam zuletzt immerhin auf 11,1 Prozent.

Gegen einen neuen Crash spricht auch, dass die extremen „Risikoaufschläge“ bei der Deutschen Bank auf eine sehr spezifische Anleiheklasse beschränkt waren – nämlich die eingangs erwähnten „Coco-Bonds“. Diese Wertpapiere wurden überhaupt erst als Konsequenz aus der Finanzkrise konzipiert. Ihre Eigenart liegt darin, dass der Schuldner (also: die Deutsche Bank) die Zinszahlungen in schlechten Jahren aussetzt; und im Falle einer Schieflage verlieren die Anleihen ihren Wert sogar komplett. Kritiker fürchten, dass die Papiere eine Eskalationsspirale wie 2008 in Gang setzen könnte.

Vielleicht ist es aber auch genau umgekehrt: Wenn eine Bank die „Cocos“ in Schwächephasen nicht zu bedienen braucht, trägt das zu ihrer Stabilisierung bei. Das „B+“-Verdikt von Standard & Poor’s betraf denn tatsächlich nur die „Coco-Anleihen“. Das ist zwar trotzdem ein Warnzeichen. Aber noch kein Alarmsignal. Alles in allem testiert S&P der Deutschen Bank eine Kreditwürdigkeit von „BBB+“. Toll ist das nicht. Doch deutlich besser als Ramschniveau.

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/deutsche-bank-analyse-101.html

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04.08.2015

Justiz ermittelt gegen Deutsche Bank wegen Russland-Geschäften

Auch das amerikanische Justizministerium überprüft die Geschäfte der Deutschen Bank in Russland. Das Institut könnte Geld gewaschen und Sanktionen umgangen haben.

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Der Geldwäsche-Verdacht bei der Deutschen Bank in Russland ruft einem Agenturbericht zufolge nun auch das amerikanische Justizministerium auf den Plan. Die Behörde habe entsprechende Ermittlungen eingeleitet, berichtete die Finanzagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf Kreise. Die Deutsche Bank wollte sich dazu nicht äußern und verwies auf eine frühere Mitteilung in dieser Sache. Demnach geht Deutschlands größtes Geldhaus den Vorwürfen in einer internen Untersuchung nach. Disziplinarverfahren seien eingeleitet worden.

Anfang Juni war bekanntgeworden, dass sich die Deutsche Bank in Russland mit einem großen Fall von Geldwäsche konfrontiert sieht. Russische Kunden hätten über die Bank wohl Rubel im Wert von mehr als sechs Milliarden Dollar gewaschen, verlautete damals aus Finanzkreisen.

Möglicherweise Verstoß gegen Sanktionen

Bloomberg zufolge haben russische Kunden über die Deutsche Bank Papiere in Rubel gekauft, die ihnen das Institut in London gleichzeitig in Dollar wieder abkaufte. So schafften sie an den Behörden vorbei Gelder aus Russland heraus. Der Zeitraum der Untersuchung umfasse die Jahre 2011 bis Anfang 2015. Dabei könnte unter anderem auch gegen bestehende Sanktionen verstoßen worden sein.

Als erste Behörde hatte die New Yorker Finanzaufsicht DFS Mitte Juli Ermittlungen aufgenommen. Das sei ein normaler Vorgang wenn der Dollar betroffen sei, sagte eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters damals.

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/vereinigte-staaten-justiz-ermittelt-gegen-deutsche-bank-wegen-russland-geschaeften-13733405.html

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07.06.2015

Deutsche-Bank-Chefs Jain und Fitschen: Abgang mit Ansage

Die Deutsche-Bank-Chefs müssen gehen. Aktionäre und Arbeitnehmervertreter wollten vor allem Anshu Jain nicht mehr an der Spitze des größten deutschen Geldhauses sehen. Nun soll der Brite John Cryan einen Neuanfang versuchen – schon wieder.

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„Wer ist schon unersetzlich?“, hat Paul Achleitner vor ein paar Wochen vieldeutig gefragt. Eine Antwort hat der Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef nun selbst gegeben: Anshu Jain und Jürgen Fitschen sind es jedenfalls nicht.

Die beiden Co-Chefs des größten deutschen Geldhauses treten zurück. Das hat der Aufsichtsrat unter Achleitners Führung am Sonntag beschlossen – und auch gleich einen Nachfolger aus den eigenen Reihen präsentiert: John Cryan, bisher Deutsche-Bank-Kontrolleur, soll die Bank von sofort an leiten. Co-Chef Fitschen steht ihm dabei noch knapp ein Jahr zur Seite, Jain muss dagegen schon Ende Juni abtreten. Das lässt erahnen, mit wem die Aufsichtsräte tatsächlich unzufrieden waren.

Jains Rauswurf kommt nicht überraschend, aber überraschend schnell. Noch Ende April hatten er und Fitschen ihre neue Strategie für die kommenden fünf Jahre vorgestellt – mit der vollen Rückendeckung von Aufsichtsratsboss Achleitner. Unter anderem wollten sie die Konzerntochter Postbank verkaufen und rund 200 Filialen der Deutschen Bank dichtmachen. Privatkundenchef Rainer Neske war deshalb enttäuscht zurückgetreten.

Doch die neue Strategie kam bei den Investoren ebenso schlecht an wie die bisherige Bilanz der beiden Deutsche-Bank-Chefs. Als Jain und Fitschen ihre Posten Mitte 2012 von ihrem Vorgänger Josef Ackermann übernommen hatten, waren die Erwartungen noch groß: Einen Kulturwandel wollten die beiden der Bank verordnen – und trotzdem noch hohe Renditen erzielen.

Mickrige Renditen, immer neue Skandale

Doch beides ging gründlich schief. Die Renditen waren mickrig und der Kulturwandel für die meisten Beobachter wenig überzeugend. Immer wieder war die Bank in Skandale verwickelt – immer wieder musste sie dafür Milliardenstrafen zahlen, die ihr die Gewinne vermasselten. Zuletzt akzeptierte die Bank Ende April eine Rekordstrafe von 2,5 Milliarden Dollar für ihre Rolle im Skandal um manipulierte Zinssätze – der Libor-Skandal. Vor allem die britische Finanzaufsicht monierte dabei den offenbar mangelnden Willen der Bank, die Fehler der Vergangenheit aufzuarbeiten. Kurz darauf erschütterte auch noch ein Geldwäsche-Skandal in Russland den Konzern. Angeblich soll es dabei um sechs Milliarden Dollar Schwarzgeld gehen.

Der Aufsichtsrat hat die Skandale und deren schleppende Aufarbeitung lange erduldet – selbst als kurz vor der Hauptversammlung namhafte Investoren einen grundlegenden Umbau der Führungsspitze forderten, blieben Jain und Fitschen zunächst im Amt, auch wenn sich Achleitner bereits vorsichtig von ihnen distanzierte.

Den Ausschlag für die Ablösung dürfte am Ende das Votum der Aktionäre bei der Hauptversammlung Ende Mai gelegen haben. Damals stimmten rund 40 Prozent der Aktionäre gegen die Entlastung des Vorstands – ein historisch schlechter Wert. Normalerweise werden Vorstände mit Zustimmungsquoten von mehr als 90 Prozent entlastet.

Warum Aktionärsberater erleichtert sind

Entsprechend erleichtert reagierten Aktionärsvertreter am Sonntag auf den Rücktritt von Jain und Fitschen. „Wir begrüßen die Reaktion des Aufsichtsrats zeitnah zur Hauptversammlung“, sagt Hans-Christoph Hirt vom einflussreichen britischen Aktionärsberater Hermes SPIEGEL ONLINE. „Um die großen Herausforderungen der Bank in den Griff zu bekommen, war ein wirklicher Neuanfang unausweichlich.“ Auch für Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Union Investment kommt der Schritt nicht überraschend: „Der Aufsichtsrat zieht die Konsequenzen aus dem Abstimmungsdesaster auf der Hauptversammlung.“

Druck war zuletzt auch aus dem Arbeitnehmerlager der Bank gekommen. So hatte der Betriebsrat der Frankfurter Zentrale kurz nach der Hauptversammlung auf Flugblättern den Rücktritt von Co-Chef Jain gefordert, der als langjähriger Chef des Investmentbankings für die Skandale der Vergangenheit verantwortlich war. Auch im Aufsichtsrat sollen die Arbeitnehmervertreter dem Vernehmen nach zuletzt ihren Unmut deutlich gemacht haben. Dort sitzt unter anderem der Chef der Gewerkschaft Ver.di, Frank Bsirkse. Ein Ver.di-Sprecher sagte auf Anfrage, man respektiere und würdige, dass Jain und Fitschen die Interessen der Bank über ihre eigenen stellten.

Ob der neue Chef nun alles besser macht? Ein Bankier alter Schule, wie ihn sich mancher in Frankfurt als Deutsche-Bank-Chef wünscht, ist John Cryan jedenfalls auch nicht. Von 2008 bis 2011 war der Brite Finanzchef der Schweizer Bank UBS, danach Europa-Chef des gigantischen singapurischen Staatsfonds Temasek, wo er Milliarden verwaltete. Beim britischen Hedgefonds Man Group sitzt er im Aufsichtsrat. Nun soll er bei der Deutschen Bank die Strategie fortsetzen, die Jain und Fitschen kürzlich noch als ihre vorgestellt haben. Für eine Übergangsphase hat er dazu Fitschen noch an seiner Seite.

Cryan gilt als Achleitners Mann, der Aufsichtsratschef hatte den Briten bereits 2013 in das Kontrollgremium der Bank geholt. Schon kurz darauf wurde Cryan als möglicher Nachfolger von Jain gehandelt, falls der über einen der vielen Skandale stürzen sollte.

Nun ist es also soweit. Cryan ist der neue Mann an der Spitze und damit fürs Erste unersetzlich.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-warum-anshu-jain-und-juergen-fitschen-gehen-muessen-a-1037598.html

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21.05.2015

Deutsche Bank: Aktionäre strafen Jain und Fitschen ab

Der Vorstandsumbau hat sie nicht besänftigt: Nur 61 Prozent der Aktionäre der Deutschen Bank wollten die Konzernchefs Jain und Fitschen entlasten – eine deutliche Warnung.

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Die Aktionäre der Deutschen Bank haben am Donnerstag auf der Hauptversammlung dem Führungsduo die gelbe Karte gezeigt. Die Co-Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain und Jürgen Fitschen erhielten bei der Entlastung des Vorstands jeweils nur 61 Prozent der Stimmen. Üblich sind mindestens 90 Prozent. Der Vorgang hat allerdings keine direkten Folgen, da nur der Aufsichtsrat über eine Abberufung von Vorständen entscheiden kann.

Jain und Fitschen räumten vor den Aktionären ein, dass ihre bisherige Amtszeit seit Juni 2012 keine reine Erfolgsgeschichte war. Die vergangenen drei Jahre seien aber „keine verlorene Zeit“ gewesen, bilanzierte Fitschen. „Wir fühlen uns auf einer besseren Basis als vor drei Jahren.“ Allerdings sei der Abbau von Altlasten teurer und dauere länger als gedacht. Zudem habe das Management die neuen Vorgaben der Aufseher weltweit unterschätzt.

Nur wenige Stunden vor Beginn des Aktionärstreffens hatte der Aufsichtsrat einen weitreichenden Umbau des Top-Managements beschlossen. Jain bekommt dabei mehr Macht, während Fitschen Zuständigkeiten verliert. Privatkunden-Chef Rainer Neske, der vergeblich gegen die Trennung von der Postbank gekämpft hatte, wird die Deutsche Bank nach 25 Jahren zum 30. Juni verlassen.

„Wir Aktionäre zahlen jetzt die Zeche für die Casino-Spielchen unserer Investmentbanker aus der Vergangenheit“, kritisierte Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Die DSW will – notfalls vor Gericht – die Einsetzung eines unabhängigen Sonderprüfers zum Thema Altlasten durchsetzen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-aktionaere-strafen-jain-und-fitschen-ab-a-1035028.html

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13.05.2015

Hat die Deutsche Bank Hunderte Kleinanleger um ihr Vermögen gebracht?

Derzeit müssen sich aktuelle und ehemalige Topmanager der Deutschen Bank vor Gericht verantworten – in einer Vielzahl von Fällen. Besonders heikel: Die Bank soll zahlreiche Kleinanleger durch „kriminelle Machenschaften“ um ihr Vermögen gebracht haben.

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Die Deutsche Bank steht, nach Ansicht von Strafrechtlern, nicht nur im Fall Jürgen Fitschen unter dem Verdacht des Prozessbetrugs, sondern auch – unabhängig von dem medienwirksamen Prozess gegen aktuelle und ehemalige Topmanager der Bank – in einer Vielzahl weiterer Fälle. So sprechen der Strafrechtler Gerhard Strate und der ehemalige Oberstaatsanwalt Wolfgang Schaupensteiner davon, dass der starke Verdacht „eines systematischen auf versuchten Prozessbetrug angelegten“ Vorgehens der Deutschen Bank bestehe – das berichtet das ARD-Politikmagazin „Report Mainz“.

Hintergrund seien Hunderte von Zivilverfahren, in denen die Deutsche Bank zu Ungunsten von Kleinanlegern gelogen haben soll. Schon seit Jahren streiten in diesen Zivilprozessen die Deutsche Bank und Kleinanleger miteinander. Es geht dabei um sogenannte „Schrottimmobilien“. Diese Wohnungen sollten den Anlegern als Altersvorsorge dienen, erwiesen sich aber später als völlig überteuert. Die Deutsche Bank hatte diese Immobilienkäufe massenweise finanziert. „Es obliegt regelmäßig nicht der kreditgebenden Bank zu beurteilen, ob der vereinbarte Kaufpreis für eine Immobilie angemessen ist. Diese Auffassung teilen auch die Gerichte in ständiger Rechtsprechung“, betont die Bank gegenüber FOCUS Online.

Kredite ausgezahlt obwohl Unterlagen fehlten

In einigen dieser Prozesse war zu Tage gekommen, dass die Bank damals Kredite ausgezahlt hatte, ohne dass ihr alle Unterschriften und Unterlagen der Kunden vorlagen. Das hätte nach Ansicht des Geschädigten-Anwalts Reiner Fuellmich dazu führen müssen, dass die Anleger die Prozesse hätten gewinnen müssen: „Wenn ich Geld auszahle und einen Vertrag schließe, ohne dass die Formalien für einen Vertragsschluss erfüllt sind, dann sind die Verträge alle unwirksam.“

Viele Anleger haben die Prozesse trotzdem verloren, weil die Bank vor Gericht behauptet hatte, es habe sich nicht um die Auszahlung eines Kredites gehandelt, sondern nur um eine freiwillige „Vorabauszahlung mit Rückbuchungsermächtigung“ auf die Kredite. Die eigentlichen Kredite seien erst später zu Stande gekommen.

Das finden sie in keinem Handbuch der Bankpraxis“

Doch Strafrechtler Gerhard Strate kommt diese Praxis äußerst dubios vor. Diese „Vorabauszahlung mit Rückbuchungsermächtigung“ sei im Bankgeschäft völlig unbekannt. „Das finden Sie in keinem Handbuch der Bankpraxis oder des Bankrechts.“

Tatsächlich haben in jüngster Zeit mehr Gerichte gegen die Bank entschieden, auch weil sie die Darstellung der Bank, es habe sich um eine „Vorabauszahlung mit Rückbuchungsermächtigung“ gehandelt, nicht glaubten.

Die Deutsche Bank jedoch widerspricht den Anschuldigungen: „Den von einer bestimmten Rechtanwaltskanzelei erhobenen Vorwurf des Prozessbetrugs in Zusammenhang mit der Finanzierung steuerinduzierter Immobilien-Anlagen weist die Deutsche Bank entschieden zurück. Die Bank läßt in einem Rechtsstreit den Sachverhalt so vortragen, wie er sich aus den Akten ergibt. Die betreffende Rechtsanwaltskanzlei verallgmeinert und vermischt unterschiedliche Sachverhalte, sie ist auch vor Gericht mit ihren Vorwürfen gescheitert.“

http://www.focus.de/finanzen/banken/schrottimmobilien-und-unsaubere-kredite-hat-die-deutsche-bank-hunderte-kleinanleger-um-ihr-vermoegen-gebracht_id_4679299.html

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28.04.2015

Anklage: Top-Banker vereinbarten Falschaussage

Mit einem Tross von Anwälten haben Deutsche-Bank-Chef Fitschen und Co. den Gerichtssaal in München betreten. Ohne Umschweife ging es zur Sache: Die Staatsanwältin wirft den fünf Bankern versuchten Betrug im Kirch-Prozess vor. Die Angeklagten mussten zunächst schweigen.

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Auftakt in einem der spektakulärsten Wirtschaftsprozesse seit Jahren: Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, und vier seiner früheren Kollegen aus der Führungsetage des Geldhauses stehen seit Dienstag in München vor Gericht. Die fünf Top-Banker kamen unter großem Medieninteresse mit insgesamt 15 Verteidigern in den Gerichtssaal und nahmen auf der Anklagebank Platz.

Gezieltes Täuschungsmanöver?

Die Staatsanwaltschaft wirft Fitschen, seinen beiden Vorgängern Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie zwei weiteren früheren Top-Managern versuchten Prozessbetrug vor. Mit einem gezielten Täuschungsmanöver sollen sie vor vier Jahren versucht haben, Schadenersatzzahlungen für die Pleite des Medienkonzerns Kirch vor dem Oberlandesgericht München abzuwehren. Die Angeklagten hatten diese Vorwürfe schon vor Prozessbeginn zurückgewiesen. Vor Gericht wurden sie zunächst nur nach ihren persönlichen Daten befragt, danach begann die Staatsanwaltschaft mit der Verlesung der Anklage.

In der 627 Seiten umfassenden Anklageschrift ist von einem Tatplan die Rede, den die Top-Banker mit Hilfe der Rechtsabteilung der Deutschen Bank und Prozessanwälten verfolgt haben sollen. „Der Plan der Angeschuldigten war, durch eine wahrheitswidrige Darstellung der tatsächlichen Geschehnisse in den Jahren 2001 und 2002 das Oberlandesgericht München zu täuschen und so dazu zu veranlassen, die im Raume stehenden Ansprüche schon dem Grunde nach zurückzuweisen.“ Weil ihnen das aber nicht gelungen sei und die Deutsche Bank letztlich doch zur Zahlung von Schadenersatz verurteilt wurde, geht die Anklage nur von versuchtem Prozessbetrug in einem besonders schweren Fall aus.

Übereinstimmende Zeugenaussagen

Leo Kirch hatte bis zu seinem Tod 2011 stets den früheren Bank-Chef Breuer und die Deutsche Bank für die Pleite seines Konzerns verantwortlich gemacht. Breuer habe ihn mit einer öffentlichen Äußerung über die mangelnde Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe „erschossen“. Kirch war überzeugt davon, dass die Bank ihn unter Druck gesetzt habe, um später durch einen Beratungsauftrag an der Sanierung seines Konzerns zu verdienen – er wollte dafür Schadenersatz.

In dem Prozess vor dem Oberlandesgericht hatte Breuer versichert, die Bank habe keine Pläne für ein Beratungsmandat Kirchs gehabt. Als der Richter diese Darstellung anzweifelte, sollen ihm die anderen Manager laut Anklage zur Seite gesprungen sein, um das Gericht mit übereinstimmenden Zeugenaussagen zu beeindrucken. Die Aussagen sollen sorgfältig abgesprochen gewesen sein. „In Einzelgesprächen mit den Angeschuldigten wurde allen mitgeteilt, worauf es bei den Aussagen vor dem Oberlandesgericht ankomme“, heißt es in der Anklage.

„Nicht schlüssige Angaben“

Fitschen selbst soll zwar nicht aktiv falsch vor Gericht ausgesagt haben, durch sein Verhalten aber die Linie seiner Kollegen mitgetragen haben. Er hat laut Anklage gewusst, dass diese falsch ausgesagt haben, aber nichts dagegen unternommen und auch durch seine eigenen Ausführungen nicht zur Aufklärung beigetragen. „Der Angeschuldigte Fitschen machte bei seiner Anhörung vage und in sich nicht schlüssige Angaben“, so die Anklage.

Fitschen will vor Gericht seine Unschuld beweisen. „Ich habe die Zuversicht, dass sich das, was ich immer gesagt habe, vor Gericht validieren lässt. Nämlich, dass ich nicht verstehen kann, warum diese Anklage gegen mich erhoben wurde“, hatte er am Tag vor dem Prozessbeginn gesagt.

16 Termine angesetzt

Für den Prozess vor der fünften Strafkammer unter dem Vorsitz von Richter Peter Noll sind zunächst 16 Termine bis einschließlich 22. September angesetzt, meist wird dienstags verhandelt. Die amtierenden und ehemaligen Top-Manager müssen als Angeklagte in dem Strafprozess jeweils persönlich erscheinen.

Wegen der Höhe der ursprünglich von den Kirch-Erben geforderten Summe von zwei Milliarden Euro geht die Anklage von versuchtem Prozessbetrug in einem besonders schweren Fall aus. Für den Vorwurf käme im Falle einer Verurteilung ein Strafrahmen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren in Betracht.

Gegen mehrere weitere Beteiligte führt die Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit den Aussagen im Kirch-Prozess noch Ermittlungen, darunter auch gegen den einstigen Top-Manager Thomas Middelhoff. Die Ermittlungen sind aber noch nicht abgeschlossen.

http://www.heute.de/co-chef-der-deutschen-bank-juergen-fitschen-vor-gericht-anklage-verlesen-38238230.html

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23.04.2015

Rekordstrafe für Deutsche Bank: Mehr als peinlich

Amerikanische und britische Aufsichtsbehörden bestrafen die Deutsche Bank hart, weil sie die Aufarbeitung des Libor-Skandals erheblich behindert haben soll. Das fällt auch auf Co-Chef Jain zurück – der ausgerechnet das Investmentbanking wieder forciert.

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Heute wirkt es wie eine Vorahnung: „Das Thema macht mich am meisten krank“, sagte Anshu Jain vor zwei Jahren bei einer Veranstaltung mit Top-Managern im Taunus. Er bezog sich auf den Skandal um die Manipulation von Referenzzinssätzen wie Libor und Euribor. Und spätestens jetzt ist klar, was der Deutsche-Bank-Chef damals meinte.

2,5 Milliarden Dollar muss die Deutsche Bank in der Affäre zahlen. Diese Rekordstrafe verhängten am Donnerstag mehrere amerikanische Behörden und die britische Finanzaufsicht FCA. Die Kritik fiel heftig aus: „Über Jahre haben Mitarbeiter der Deutschen Bank rund um den Globus illegal Zinssätze manipuliert“, teilte das US-Justizministerium mit.

Noch deutlicher wurde Georgina Philippou von der FCA: „Eine Abteilung der Deutschen Bank pflegte eine Kultur, Gewinne zu machen, ohne dabei auf die Integrität des Marktes zu achten“, ließ die Aufseherin mitteilen. „Das war nicht auf ein paar Einzelne beschränkt, sondern schien in einigen Bereichen tief verwurzelt zu sein.“ (Hier die Pressemitteilung im Original.)

Es ist die bisher härteste Strafe für die Deutsche Bank – wenngleich nicht die erste. Bereits Ende 2013 verhängte die EU-Kommission in der Zinsaffäre Kartellbußen in Höhe von 1,7 Milliarden Euro gegen sechs Großbanken. Mit 725 Millionen Euro war die Deutsche Bank auch damals Höchstzahler. Hinzu kommen weitere Vergleiche, etwa wegen windigen Hypothekengeschäften in den USA. Zudem laufen Ermittlungen zu angeblichen Devisenmanipulationen.

Die meisten dieser selbstgemachten Probleme wurzeln im Investmentbanking – der Sparte des Konzerns, für die Jain jahrelang verantwortlich war.

Die Bank soll die Aufarbeitung verzögert haben

Bei der aktuellen Strafe geht es um mögliche Manipulationen von wichtigen Referenzzinssätzen wie Libor und Euribor. Von der Höhe dieser Sätze hängen weltweit Geschäfte von mehreren hundert Billionen Dollar ab. Auch in Deutschland werden Kreditzinsen teilweise auf Basis dieser Referenzsätze berechnet.

Nach Erkenntnissen der Behörden sollen sich Händler verschiedener Banken abgesprochen haben, um die Sätze zu ihren Gunsten zu manipulieren. Die Ermittler zitierten genüsslich aus belastenden E-Mails und Chatprotokollen

Die Aufsichtsbehörden ermitteln seit Jahren gegen mehrere Großbanken. Die weltweit verhängten Strafen summieren sich auf mehr als acht Milliarden Euro. Auf die Deutsche Bank entfällt gut ein Drittel dieser Summe.

Dafür gibt es Gründe: Zum einen hat es die Bank versäumt, sich bei den Aufsichtsbehörden rechtzeitig als Kronzeuge anzubieten. Zum anderen werfen die Ermittler der Bank unkooperatives Verhalten bei der Aufarbeitung des Skandals vor.

„Die Fehler der Deutschen Bank wurden dadurch verschlimmert, dass sie uns wiederholt irregeführt haben“, teilte Aufseherin Philippou mit. Die Bank habe viel zu lange gebraucht, um entscheidende Dokumente zu liefern und Fehler in den eigenen Kontrollsystemen zu reparieren.

So habe man etwa einen Bericht der deutschen Finanzaufsicht BaFin zurückgehalten und ein falsches Gutachten über die angeblich funktionierenden internen Kontrollsysteme der Bank vorgelegt. Einmal habe die Bank sogar 482 Aufnahmen von Telefongesprächen gelöscht, die sie eigentlich hätte aufbewahren müssen.

Jain könnte seinen Vertrauten opfern

All das ist für die heutige Führung der Bank um Jain und seinen Co-Chef Jürgen Fitschen mehr als peinlich. Die untersuchten Fälle betreffen zwar die Jahre 2005 bis 2011, als beide noch nicht an der Vorstandsspitze standen. Doch der Vorwurf der mangelhaften Aufarbeitung trifft sie direkt – besonders, weil sich die Chefs seit ihrem Amtsantritt einen Kulturwandel auf die Fahnen geschrieben haben.

So bemüht sich die Bank denn auch, die amtierenden Vorstände aus der Schusslinie zu nehmen. „Es wurde festgestellt, dass kein gegenwärtiges oder ehemaliges Vorstandsmitglied Kenntnis über das Fehlverhalten im Handelsbereich hatte oder daran beteiligt war“, teilte das Institut mit und betonte, dass man die die eigenen Kontrollsysteme inzwischen „signifikant verstärkt“ habe.

Auch wenn Jain in diesem Fall nicht persönlich von den Aufsichtsbehörden belastet wird – einen seiner Vertrauten könnte es noch erwischen: Laut einem Bericht des manager magazins könnte sich die Bank auf Drängen der Behörden von Alan Cloete trennen. Der Südafrikaner leitete bis 2012 den Handel mit Zinsprodukten und Devisen und wurde mittlerweile von Jain in den erweiterten Vorstand des Konzerns befördert, wo er für das Asien-Geschäft verantwortlich ist. Schon im Zwischenbericht der deutschen Finanzaufsicht BaFin im Jahr 2013 wurden Cloete zahlreiche Versäumnisse im Zusammenhang mit der Zinsaffäre vorgeworfen. Gehen musste er damals jedoch nicht.

Nun könnte Jain ihn womöglich opfern. Denn diese Woche geht es für den Co-Chef der Bank um viel: Er braucht die Unterstützung des Aufsichtsrats, um den geplanten Umbau der Bank durchzuziehen. Schon an diesem Freitag soll das Kontrollgremium des Konzerns über die künftige Strategie der Bank entscheiden. Wie es aussieht, wollen Jain und seine Kollegen die Postbank und womöglich noch weitere Teile des Privatkundengeschäfts loswerden. Die Deutsche Bank würde sich dann wieder stärker auf die Sparte verlassen, die sie in den vergangenen Jahren viel Ansehen und Geld gekostet hat: das Investmentbanking.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-soll-behoerden-im-libor-skandal-irregefuehrt-haben-a-1030274.html

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06.03.2015

Sitzt die Deutsche Bank in einem sinkenden Schiff?

Barclays entlässt 7000, die RBS sogar 14.000 Investmentbanker. Viele Geldhäuser meiden das kapitalintensive und risikoreiche Geschäft. Die Deutsche Bank macht genau das Gegenteil. Ob die Rechnung aufgehen wird?

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Fred Goodwin, der ehemalige Chef der Royal Bank of Scotland (RBS), darf seit 2012 nicht mehr mit „Sir“ angesprochen werden. Sein Handeln war nicht mehr mit dem Ehrentitel vereinbar. Goodwin war für das zügellose Treiben der RBS während der Hochphase des Investmentbankings im Jahre 2008 verantwortlich, an dessen Ende die Bank zu 80 Prozent in Staatsbesitz überging.

Der neue RBS-Chef, Ross McEwan, hat sich nun die Investmentbanking-Sparte der Bank zur Brust genommen. Vergangene Woche hatte er angekündigt nach einer tiefroten Jahresbilanz das Investmentbanking drastisch zu verkleinern. Wie drastisch zeigt ein Bericht der „Financial Times“ am Mittwoch. Einem Insider zufolge müssen von den 18.000 Investmentbankern der RBS 14.000 ihren Schreibtisch räumen.

Auch bei Barclays, der anderen großen britischen Investmentbank, müssen die Finanzjongleure um ihren Job fürchten. Ein Viertel der Investmentbanker wird vor die Tür gesetzt – insgesamt 7000 Leute. Nicht nur in Großbritannien ist der Kahlschlag in vollem Gange. Rund um den Globus machen die Großbanken einen Bogen um das kapitalintensive Geschäft. Die UBS, die Commerzbank, die Societe Generale und viele andere europäischen Geldhäuser glauben nicht mehr daran, dass das Investmentbanking Renditen wie vor der Krisen bringen wird.

Nicht so die Deutsche Bank. Das größte deutsche Finanzinstitut konnte vor allem dank des Investmentbankings im letzten Quartal 2014 überraschend einen Gewinn von 441 Millionen Euro verbuchen. Auch die Großbanken in den USA reiben sich die Hände. 2014 stieg der Nettogewinn im Investmentbanking bei Goldman Sachs um acht Prozent auf 6,5 Milliarden Dollar. Bei JP Morgan stieg der Gewinn im vierten Quartal 2014 um zwei Prozent auf 1,54 Milliarden Dollar, bei der Citigroup vergrößerte er sich im zweiten Quartal 2014 sogar um satte 16 Prozent. In den USA wollen die Finanzinstitute daher den Rückzug der Konkurrenz für sich nutzen. Sie sprechen von einer vorübergehenden Flaute im Investmentbanking. Die Statistiken stützen ihre Vermutung.

Vor der Krise im Jahre 2007 verzeichneten Banken, die mit Kapitalmarktprodukten handelten, weltweit Gebühreneinnahmen von 101,8 Milliarden Euro. Nach den Verwerfungen brachen die Einnahmen dramatisch ein. Doch seit 2011 weht der Wind wieder von einer anderen Seite. 2014 beliefen sich die Gebühreneinnahmen auf knapp 84 Milliarden Euro, Tendenz steigend.

Auch die Deutsche Bank will in Lücken vorstoßen, die die Rivalen hinterlassen. Und nicht nur das. Sie will zu den ganz Großen im weltweiten Bankengeschäft gehören. Um das zu erreichen, muss sie im Investmentbanking auch auf der internationalen Bühne eine Rolle spielen.

Deutschland braucht ein international wettbewerbsfähiges Finanzinstitut“, sagt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) Handelsblatt Online, „und um das realisieren zu können, kommt man derzeit um das Investmentbanking wohl kaum herum.“

Mal waren Privatkunden attraktiv, mal nicht

Ob die Rechnung aufgeht, ist allerdings offen. Denn das Investmentbanking ist teuer und die Kosten der Frankfurter sind im branchenvergleich ohnehin bereits zu hoch. Außerdem steckt die Deutsche Bank bei ihrem Versuch den Anschluss an die Global-Player zu halten in einem Dilemma. Sie muss sich entscheiden: Will sie eine Universalbank bleiben oder will sie nur spezielle Produkte für ausgewählte Kunden anbieten?

Die Zeit drängt. Denn bis Juli 2015 müssen deutsche Finanzinstitute das sogenannte Trennbankengesetz umsetzen, dass ihnen von der Europäischen Union und der Bundesregierung auferlegt wurde. Das Gesetz sieht unter anderem vor, das Investmentbanking vom Einlagengeschäft mit Privatkunden zu trennen. Die Regierung will damit verhindern, dass Kundeneinlagen für riskante Finanzgeschäfte angezapft werden und so die Finanzmärkte krisenresistenter machen. Insider gehen davon aus, dass die Deutsche Bank daher ihr Privatkundengeschäft, das überwiegend über die 2010 übernommene Postbank abgewickelt wird, abspalten will. Der engste Führungszirkel favorisiert eine „neue“ Deutsche Bank, die wie folgt aussehen soll: Vermögensverwaltung und Investmentbanking statt Filialgeschäft mit Postbeamten. Keine Riesenbank mehr, sondern eine schlagkräftige Truppe. Manche sagen: ein bisschen mehr wie Goldman Sachs.

Die Trennung zwischen Privatkunden und Investmentbanking ist kein neues Problem bei der Deutschen Bank. Seit den 1990er-Jahren fuhr die Deutsche Bank einen Zickzack-Kurs: mal waren Privatkunden attraktiv, mal nicht. Ex-Vorstandschef Josef Ackermann hatte die Postbank schließlich erworben, um nicht mehr so abhängig vom schwankungsanfälligen Investmentbanking zu sein.

Der langjährige Chef-Investmentbanker und heutige Co-Vorstandschef der Deutschen Bank Anshu Jain deutete bei der Vorlage der Jahreszahlen die favorisierte Stoßrichtung an: „Im Investmentbanking profitiert die Bank davon, dass die Volumina und die Schwankungen an den Finanzmärkten gestiegen sind. Wir erwarten, dass die Volatilität in diesem Jahr hoch bleibt.“

Es spricht Vieles dafür, dass die Deutsche Bank trotz oder gerade wegen des Rückzugs zahlreicher Konkurrenten aus dem Investmentbanking künftig das kapitalintensive Geschäft bevorzugen wird. Und es kommt der Verdacht auf, dass die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig ist.

Denn während die Renditen im Investmentbanking stetig steigen, sieht es beim Privatkundengeschäft mau aus. „Das Privatkundengeschäft wirft zwar immer noch Renditen ab, allerdings sind die Profite im Investmentbanking weitaus höher. Dementsprechend hoch ist auch die Bereitschaft der Banken ins Investmentbanking einzusteigen“, erklärt Jürgen Kurz vom DSW. „Die Erwartungen der Deutschen Bank an das Privatkundengeschäft waren zu groß. Die Margen sind bereits jetzt niedriger als prognostiziert und der Kauf der Postbank ist finanziell noch lange nicht verdaut.“

Eine solche Entwicklung würde die eigentliche Wirkung des Trennbankengesetzes aushebeln. Sicherlich würden die Einlagen der Kunden sicherer werden, da sie für riskante Geschäfte nicht mehr haften müssen. Die Banken jedoch bleiben gefährdet. Das Trennbankengesetz würde im Zusammenspiel mit der Geldpolitik der Zentralbank reinrassige Investmentbanken schaffen und das Risiko insgesamt steigen und nicht sinken.

Reichen die regulatorischen Neuerungen?

Doch seit 2008 hat sich in der Bankenbranche einiges verändert. „Die Hürden, um ins Investmentbanking einzusteigen sind 2015 höher als 2008“, erklärt Jürgen Kurz vom DSW. Das Investmentbanking beschränke sich daher auf weniger Banken, entsprechend niedriger sei die Wahrscheinlichkeit eines finanziellen Flächenbrandes. Und Kurz fügt hinzu: „Das Eingehen von Risiken ist Teil des Geschäftsmodells von Banken. Wenn sich die Deutsche Bank komplett aus dem Investmentbanking zurückziehen würde, droht die Gefahr, dass sie sich zu einer reinen Regionalbank zurück entwickelt. Das wäre sicher nicht im Interesse der deutschen Wirtschaft.“

Auch Lars Hofer vom deutschen Bankenverband geht davon aus, dass das Investmentbanking nicht mehr der Ursprung einer Krise wie im Jahre 2008 sein wird. „Selbst wenn es zur einer ähnlichen Situation wie 2008 käme, wären die Auswirkungen dank der Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD) heutzutage weitaus weniger dramatisch.“ Das BRRD gilt seit 2015 in der Euro-Zone. Die Richtlinie sieht unter anderem vor, dass bei der Abwicklung einer Bank erst die Eigentümer und Gläubiger die Risiken und Verluste tragen müssen.

Neben den höheren Eigenkapitalquoten und der Abwicklung kriselnder Banken heißt es außerdem aus Bankenkreisen, dass Finanzinstitute aus Deutschland keinen Eigenhandel mehr betreiben würden, der vor der Finanzkrise 2008 noch üblich war und vielen Banken, wie zum Beispiel der Hypo Real Estate zum Verhängnis wurde.

Fraglich bleibt jedoch, ob die Änderungen im Bereich Eigenkapital, der häufig kolportierte Kulturwandel und die Verbesserungen im Risikomanagement bei den Banken ausgereicht haben, um Extremsituationen wie 2008 wirklich endgültig verhindern zu können“, gibt sich Jürgen Kurz vom DSW skeptisch. Sicherlich sind die regulatorischen Neuerungen die richtige Reaktion auf die Ausartungen von 2008, doch sie senken nicht das Risiko des Investmentbankings. Denn neben Unternehmensfusionen und -übernahmen (Mergers & Acquisitions) gehört zum Investmentbanking auch der Handel mit derivativen Produkten dazu. Und der ist weitaus riskanter und unkontrollierbarer als Geschäfte im Privatkundenbereich – auch wenn in Bankenkreisen das Risiko des Investmentbankings oftmals runtergespielt wird.

Vor allem erzeugen die niedrigen Zinsen im Euro-Raum einen enormen Druck auf Banken, die bisher vom Zinsgeschäft stark abhängig sind“, erklärt Lars Hofer vom deutschen Bankenverband die Neigung der Deutschen Bank zum Investmentbanking. Das Shareholder-Value-Prinzip erhöht diesen Druck zusätzlich. Finanzinstitute wie die Deutsche Bank sollten bestenfalls Quartal für Quartal Profite erwirtschaften. Und wenn die, wegen der niedrigen Zinsen, nicht im Privatkundengeschäft generiert werden können, dann muss eben das Investmentbanking in die Bresche springen – höheres Risiko hin oder her.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/investmentbanking-sitzt-die-deutsche-bank-in-einem-sinkenden-schiff/11390638.html

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24.02.2015

Neue US-Ermittlungen gegen die Deutsche Bank

Die US-Behörden haben laut einem Bericht eine neue Untersuchung gegen zehn Großbanken eingeleitet. Diese stehen im Verdacht, die Edelmetall-Märkte manipiuliert zu haben. Auch die Deutsche Bank ist auf der Liste.

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Die US-Behörden nehmen einem Zeitungsbericht zufolge den Edelmetallhandel von mindestens zehn global agierenden Großbanken unter die Lupe – darunter soll sich auch die Deutsche Bank befinden. Das Justizministerium und die Derivate-Aufsicht CFTC untersuchten, ob die Geldhäuser an den Märkten manipuliert hätten, berichtet das „Wall Street Journal“ am Dienstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Behörden schauten sich dabei sehr genau die Festsetzung der Preise für Gold, Silber, Platin und Palladium in London an.

Zu den betroffenen Banken zählen dem Bericht zufolge neben der Deutschen Bank auch HSBC, Barclays, UBS Credit Suisse, Goldman Sachs, JP Morgan, Société Générale, Bank of Nova Scotia und die Standard Bank. Die Deutsche Bank wollte sich zur Sache nicht äußern. Bei den übrigen Geldhäusern und den Behörden war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Zahlreiche Skandale um manipulierte Zinsen und Devisenkurse hatten zuletzt Forderungen nach mehr Aufsicht und Transparenz bei der Ermittlung von Preisen und Kursen nach sich gezogen. Die Edelmetalle stehen hier besonders im Visier der Aufseher. So wurden über Jahrzehnte die täglichen Referenzpreise etwa für Gold und Silber von wenigen Banken in Telefonkonferenzen festgelegt. Dieses Verfahren ist anfällig für illegale Absprachen – und wird deshalb schrittweise durch ein elektronisches System ersetzt.

Die Deutsche Bank hatte bereits Anfang 2014 beschlossen, sich nicht mehr an der Feststellung der offiziellen Referenzpreise für Gold und Silber zu beteiligen.

Auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin hatte sich die Goldpreise auf mögliche Tricksereien hin angeschaut – allerdings ohne Erfolg, wie der zuständige Bankenaufseher Raimund Röseler zu Jahresbeginn dem Handelsblatt sagte. „Wir haben keine Anzeichen für Manipulationen gefunden.“ Sollten sich keine neuen Hinweise ergeben, dann sei das Thema für die Bafin wohl erledigt.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/edelmetall-handel-neue-us-ermittlungen-gegen-die-deutsche-bank/11414910.html

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18.01.2015

Die Deutsche Bank und der Krieg

Weltweit wird trotz internationaler Ächtung noch immer Streumunition eingesetzt – etwa bei den Konflikten in Syrien und der Ukraine. An der Finanzierung der Produktion sind auch deutsche Unternehmen beteiligt.

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Für Branislav Kapetanovic änderte ein Einsatz nahe der serbischen Stadt Sjenica am 9. November 2000 alles. Der Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes wollte das Areal von Streubomben befreien, die von der Nato im Kosovokrieg 1999 über Serbien abgeworfen worden waren und auch ein Jahr danach noch die gesamte Bevölkerung gefährdeten. Eine der nicht explodierten Bomben war unter einem Strauch verborgen, sodass Kapetanovic sie nicht sah – bis sie hochging. Von der Detonation wurde Kapetanovic meterweit durch die Luft gewirbelt, er schluckte Staub und fühlte die Taubheit am ganzen Körper. Seit dieser Explosion hat er nur noch Stümpfe an Armen und Beinen und sitzt im Rollstuhl. Heute setzt sich Kapetanovic mit weltweiten Kampagnen gegen den Einsatz und die Finanzierung von Streumunition ein.

Auch vor der Deutschen Bank, die bis heute an der Finanzierung der weltweit geächteten Waffen beteiligt ist.

Streumunition ist so gefährlich, weil die weit verstreuten Bomben häufig lange nach Ende eines Kampfeinsatzes detonieren und so Zivilisten oder Helfer wie damals den Serben Branislav Kapetanovic treffen. Das Thema ist derzeit aktueller denn je, denn die Waffen sind derzeit besonders in Syrien ein Problem, wo 2013 laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch mindestens 1000 Menschen getroffen wurden. Und auch in der Ostukraine dokumentierte die NGO zuletzt den Einsatz der brisanten Waffen, mutmaßlich durch das ukrainische Militär. An der Finanzierung der Hersteller beteiligen sich bis heute auch deutsche Unternehmen wie die Deutsche Bank und der Versicherer Allianz.

Laut Recherchen der niederländischen Nichtregierungsorganisation Pax waren Deutschlands größtes Bankhaus oder seine Töchter im Sommer 2013 mit 43,73 Millionen Dollar und im Sommer 2014 mit insgesamt 37,8 Millionen US-Dollar in Firmen investiert, die in den vergangenen zwei Jahren Streumunitionswaffen oder Komponenten herstellten. Noch stärker als die Deutsche Bank war zuletzt unter den deutschen Finanzinstituten nur die Versicherung Allianz im Geschäft – sie war im Sommer 2013 mit 160,6 Millionen und im Sommer 2014 mit 132,73 Millionen US-Dollar in entsprechende Firmen investiert, die mit den gefährlichen Waffen Geld verdienen.

Doch im internationalen Vergleich machen die Gelder deutscher Institute damit nur noch einen geringen Anteil der weltweiten Investments aus, wie die Pax-Daten zeigen. Ganz verzichten auf ein Engagement bei den umstrittenen Unternehmen nicht, heißt es aus den Finanzinstituten. „Wenn wir selbst über das Geld entscheiden könnten, würden wir uns an unseren eigenen Werten orientieren und uns die öffentliche Kritik ersparen – das können Sie mir glauben“, so ein Allianz-Sprecher auf Anfrage zu Handelsblatt Online. Doch die Drittpartei-Geschäfte, also die Anlagen anderer, machen bei der Allianz das dreifache Volumen der eigenen Kapitalanlagen aus. „Da goutiert nicht jeder Kunde, wenn man ihn bei einem Anlagewunsch sagt: ‚Haben Sie da keine ethischen Bedenken?’“, so der Sprecher.

Die Allianz beteuert, kein eigenes Kapital gezielt in die Hersteller kontroverser Waffen zu stecken. „Aber in der Vermögensverwaltung bilden wir den Kapitalmarkt ab. Und wenn Kunden wie institutionelle Anleger dezidierte Vorstellungen haben, wo ihr Geld angelegt werden soll, dann müssen wir diese Möglichkeiten auch bieten“, sagt ein Pressesprecher der Allianz.

Etwa drei Viertel des Geldes in der Vermögensverwaltung werde indexorientiert angelegt, weil die Kunden die Orientierung an Dow Jones, Euro Stoxx 50 oder S&P 500 forderten.

Diese Indizes haben mit Nachhaltigkeitskriterien bisher wenig zu tun. Sie orientieren sich vor allem an der Wirtschaftskraft von Unternehmen – wodurch einige sehr erfolgreiche Waffenhersteller darin auftauchen.

Auch die Deutsche Bank gibt an, nur noch über indexorientierte Fonds investiert zu sein und solche Investments nicht ausschließen zu können. Deshalb liege der Ball nun bei diesen Indexfonds und Futures, so ein Sprecher der Tochter Deutsche Asset & Wealth Management. Um gleich nachzuschieben, für wie aussichtslos er die Situation hält: „Bei S&P 500 sind etwa einige problematische Unternehmen drin. Aber die Diskussion mit den Verantwortlichen dieser Indizes ist extrem schwierig, da sehe ich mittel- bis langfristig keinerlei Chance, dass sie aus der Finanzierung herausgehen.“

Die Organisation Pax, die sich über Recherchen und Kampagnen für die weltweite Friedenssicherung einsetzt, erstellt regelmäßig eine Übersicht über globale Geschäfte mit problematischen Rüstungsgütern. Laut dem Report waren 2014 insgesamt 151 Banken und sonstige Finanzdienstleister mit rund 27 Milliarden US-Dollar in Hersteller von Streumunition investiert. Die meisten der Finanziers sitzen in Ländern wie den USA, die anders als Deutschland die internationale Konvention zur Ächtung von Streumunition bisher nicht unterschrieben haben. Die deutschen Investments haben sich gegenüber dem Stand von etwa einer Milliarde Dollar im Jahr 2011 extrem reduziert. Doch weit unter die 2014 bilanzierten, knapp 163 Millionen Dollar von Deutscher Bank und Allianz werden die Investments wohl nicht zurückgehen.

Denn die Konvention regelt nicht Investments in die Bomben und an der privaten Vermögensverwaltung und Fondsinvestments hängt die Diskussion nun fest. Und das, obwohl die Problematik angesichts der Geschehnisse in der Ukraine und in Syrien aktueller denn je ist und eine komplette finanzielle Austrocknung der Waffen aus humanitären Gründen wünschenswert erscheint.

Ein Schritt der internationalen Gemeinschaft in diese Richtung war vor einigen Jahren die Aushandlung der Konvention zur Ächtung von Streumunition. 2010 trat das Abkommen völkerrechtlich verbindlich in Kraft, neben Deutschland sind aktuell 114 Staaten beigetreten. Damit verpflichten sie sich wie die Bundesrepublik, Streumunition nicht zu entwickeln, zu produzieren, zu verwenden, anzukaufen oder zu handeln. Ziel der Bundesregierung ist zudem, „dass die Herstellung von Streumunition durch die weltweite Geltung des Übereinkommens vollständig zum Erliegen kommt.“

Dass dies nicht gelingen wird, solange Großkonzerne mit den Waffen Geld verdienen und für ihre Geschäfte auf internationale Finanzströme zählen können, zeigt das Beispiel des US-Unternehmens Textron. Der Konzern ist im Index S&P 500 über die 500 US-Unternehmen mit der besten wirtschaftlichen Performance gelistet und kann darüber schnell in Investments von Banken landen. Die Deutsche Bank hielt Mitte 2014 etwa 21,15 Millionen US-Dollar Anteil an dem Hersteller, während die Allianz mit 5,48 Millionen Dollar investiert war.

Textron geht offen mit seinem Portfolio um und verteidigt es damit, dass seine Waffen durch Sicherungsmechanismen weniger gefährlich seien als andere Streumunition. Es bleibe nach ihren Tests durch eingebaute Selbstzerstörungsmechanismen höchstens ein Prozent nicht explodierter Munition im Kampffeld zurück, so ein Sprecher des Unternehmens zu Handelsblatt Online. Doch im Irakkrieg zeigten etwa Recherchen des Ex-Soldaten und Waffenexperten Rae McGrath, dass nahe Bagdad bei einem Einsatz von etwa 200 Submunitionen aus Textron-Bomben durch die Airforce 30 nicht explodierte Submunitionen zurückblieben.

Das Bewusstsein, dass es keine sichere Streumunition gibt, ist mittlerweile auch bei den deutschen Banken angekommen. „Die Diskussion der Zivilgesellschaft bringt die deutschen Geldhäuser langsam zum Umsteuern“, sagt Barbara Happe von der deutschen Organisation Urgewald, die mit Pax bei den Reports über Waffeninvestments kooperiert.

Dass sie weiter etwaige indirekte Investments aufrecht erhalten müssen, begründen die großen Finanzdienstleister auch damit, dass sie im globalen Finanzgeschäft mitspielen müssen – und da ist die Ächtung von Streumunition weiterhin alles andere als selbstverständlich. In den USA oder Asien etwa, gebe es wenig Verständnis für die deutsche Befindlichkeit und die Diskussion, die hier über die Finanzierung der Waffen laufe, so der Allianz-Sprecher. „Unsere Geschäftspartner schauen uns dann kopfschüttelnd an“, beschreibt er die Hürden, vor denen er in internationalen Gesprächen über Nachhaltigkeit oft stehe.

Dass mittlerweile auch im internationalen Kontext ein Umdenken stattfindet, zeigt sich jedoch am Umgang der Waffenproduzenten selbst mit dem Thema Streumunition. Viele Firmen stellen ihre Munition nur noch auf unkritischen arabischen Waffenmessen aus. Und der Konzern Alliant TechSystems – die Allianz war hier im Sommer mit 117,24 Millionen Dollar und die Deutsche Bank mit knapp 10,15 Millionen Dollar investiert – nahm eine Produktbeschreibung von 2010 aus dem Netz, obwohl die Komponente laut Geschäftsbericht 2013 weiterhin produziert wurde. Konkret ging es um Motoren, die ATK für so genannte BLU-108 Submunitionen in Streubomben herstellte und die eine Verbreitung der Munition optimieren sollten. ATK will sich dazu auf Anfrage nicht äußern.

Der Allianz-Sprecher merkt an, dass bei zweifelhaften Portfolios Desinvestment nicht das nachhaltigste Mittel sei. „Nur als Anteilseigner können wir mit den Firmen und mit den Indexmanagern in Dialog treten und so oft mehr erreichen und sie sensibilisieren“, so der Sprecher. Konkrete Erfolge gibt es dabei offenbar noch nicht. „Wir sind nicht populistisch, sondern wollen Wandel aufrichtig begleiten. Daher stehen wir zu Investitionen in Energieunternehmen, Rohstoffunternehmen und Waffenhersteller, die eine Rolle in der heutigen Welt spielen.“ Auch an indexorientierten Produkten halte die Allianz fest, alles andere sei im Kapitalmarkt realitätsfern.

Aktivistin Barbara Happe von Urgewald fordert dagegen gesetzliche Regelungen, die das direkte oder indirekte Investment in Streumunitionshersteller verbieten. In den Niederlanden und neun weiteren Ländern haben solche Gesetze schon zu Veränderungen geführt. Zwar ist das seit 2013 geltende Investitionsverbot in den Niederlanden lückenhaft, da nur solche indirekten Investments über Indizes verboten sind, in denen Streumunitionshersteller mehr als fünf Prozent des Indexwertes ausmachen. Dennoch hatte das Gesetz offenbar Signalwirkung, nur noch eine Bank hält sehr geringe Anteile an Streumunitionsherstellern.

Doch zu einem ähnlichen Investitionsverbot wird es wohl in Deutschland auf absehbare Zeit nicht kommen, wenn kein zusätzlicher Druck auf politischer Ebene aufkommt. Denn die Bundesregierung sieht offenbar keinen Handlungsbedarf: Das Auswärtige Amt verweist auf Anfrage nur lapidar darauf, dass „Finanzierungsaspekte bei den Vertragsverhandlungen zur Konvention gegen Streumunition keine Rolle“ gespielt hätten. Opfer wie Kapetanovic müssen wohl noch viel Überzeugungsarbeit leisten.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/streumunition-die-deutsche-bank-und-der-krieg/11142754.html

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11.12.2014

Deutsche Bank gerät im Devisenskandal unter Druck

Sie sind nicht die einzigen unter Beschuss, doch zusammen mit Barclays steht die Deutsche Bank nun im Fokus der US-Bankenaufsicht: Ein Prüfer soll herausfinden, ob die Bank bewusst Wechselkurse manipuliert hat.

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Die New Yorker Bankenaufsicht prüft einem Insider zufolge, ob die Deutsche Bank auf ihren Handelsplattformen einen Algorithmus zur Manipulation von Devisenkursen eingesetzt hat. Auch bei Barclays werde entsprechend ermittelt, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von einer Person mit direkter Kenntnis von dem Vorgang. Das Department of Financial Services (DFS) habe beim deutschen Geldhaus die Einsetzung eines Beobachters angeordnet, um leichter etwaige Hinweise auf eine Manipulation sammeln zu können. Bei Barclays sei ein solcher Monitor bereits im Einsatz.

Weder die beiden Banken noch die Aufsicht nahmen zu den Angaben Stellung. Eine Deutsche-Bank-Sprecherin verwies lediglich auf frühere Aussagen, wonach die Bank in Kontakt mit verschiedenen Aufsichtsbehörden stehe, die den Devisenhandel untersuchen. Die Bank arbeite mit den Behörden zusammen.

Im Skandal um manipulierte Devisenkurse wird weltweit gegen zahlreiche Großbanken ermittelt. Auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin geht entsprechenden Vorwürfen nach.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/manipulierte-wechselkurse-deutsche-bank-geraet-im-devisenskandal-unter-druck/11104648.html

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08.12.2014

US-Regierung verklagt die Deutsche Bank

Die Deutsche Bank  muss sich in den USA wegen angeblichen Steuerbetrugs vor Gericht verantworten. Die US-Regierung reichte Klage gegen den deutschen Branchenprimus ein.

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Der Deutschen Bank wird vorgeworfen, Einkommenssteuer hinterzogen zu haben. Der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara erklärte, die USA klagten auf 190 Millionen Dollar. Diese Summe umfasse Steuergelder, Strafen und Zinsen. Die Deutsche Bank erklärte, sie werde sich entschieden gegen die Klage zur Wehr setzen.

„Luftbuchungen und Scheinfirmen“

Bundesanwalt Preet Bharara am Montag mitteilte. Das Institut habe in betrügerischer Absicht versucht, Geld durch ein Geflecht von Luftbuchungen und Scheinfirmen am US-Fiskus vorbei zu schleusen, so der Vorwurf. „Das war nicht mehr als ein Hütchenspiel“, sagte Bharara. Der gefürchtete New Yorker Staatsanwalt fordert 190 Millionen Dollar (154 Mio. Euro) Entschädigung von der Deutschen Bank und ihren mutmaßlichen Verbündeten, darunter das US-Institut Wells Fargo. Ein Sprecher der Deutschen Bank war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. 

http://www.focus.de/finanzen/news/vorwurf-steuerbetrug-us-regierung-verklagt-die-deutsche-bank_id_4330953.html

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13.10.2014

Deutsche Bank: Händler kündigen, weil sie sich benehmen müssen

Unsoziales Verhalten will die Deutsche Bank nicht länger hinnehmen – wer gegen die Regeln verstößt, verliert im Ernstfall seine Bonuszahlungen. Doch das Institut bezahlt dafür einen hohen Preis.

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Wegen der Streichung von Boni muss die Deutsche Bank einem Zeitungsbericht zufolge eine Abwanderung von Händlern hinnehmen. Die Bank plane, Händlern in Spitzenpositionen künftig die Boni und weitere Sondervergütungen zu streichen, wenn sie „für Unruhe sorgten“ oder nicht teamfähig seien, berichtet die „Financial Times“. Daher würden Banker der Deutschen Bank den Rücken kehren und stattdessen in weniger regulierten Bereichen wie etwa bei Hedgefonds anheuern, hieß es weiter. Die Deutsche Bank war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Deutschlands größtes Geldhaus ist in eine Reihe von Skandalen verstrickt. Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten dürften zum Jahresende bei etwa drei Milliarden Euro liegen, wie der Vorstand mehrfach angedeutet hat. Unter anderem steht noch eine Strafe der angelsächsischen Regulierer wegen Tricksereien bei Referenzzinsen aus. Einzelne Händler hatten den Ermittlungen zufolge untereinander die Höhe von Libor und Euribor abgesprochen, um Handelsgewinne einzustreichen.

Wie die „Financial Times“ weiter berichtete, erwägt die britische Großbank Barclays ähnliche Schritte wie die Deutschen. Ihr Bonussystem war als einer der entscheidenden Faktoren angeführt worden, die den Libor-Skandal auslösten. Barclays wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-verliert-haendler-wegen-strenger-verhaltensregeln-a-996793.html

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30.09.2014

Deutsche Bank sperrt Boni für Topmanager

Die Vorstände der Deutschen Bank müssen erhebliche Abstriche bei ihrer Vergütung verschmerzen. Es trifft unter anderem Anshu Jain und Jürgen Fitschen. Aber auch ein ehemaliger Vorstandschef ist betroffen.

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Der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Paul Achleitner, verschont bei der Umsetzung des Kulturwandels auch nicht das Top-Management des größten deutschen Geldhauses. Nach Angaben aus Finanzkreisen hat der Oberkontrolleur durchgesetzt, dass frühere und aktive Vorstände der Deutschen Bank in diesem Jahr erhebliche Abstriche bei ihrer Vergütung verschmerzen müssen.

Der Aufsichtsrat hat den Informationen zufolge bereits auf der Aufsichtsratssitzung im Juli in London beschlossen, dass die erfolgsabhängigen Gehaltskomponenten aus dem Jahr 2011 – die für dieses Jahr teilweise zur Auszahlung anstehen – eingefroren werden. Da das Kontrollgremium die Schäden aus der Finanzkrise und die damit verbundenen Rechts- und Reputationsrisiken nicht vollständig abschätzen kann, hat es jetzt vorsichtshalber die langfristigen Boni für die Vorstände aus dieser Zeit auf Eis gelegt. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte dazu keine Stellungnahme abgeben.

Für das Geschäftsjahr 2011 hatten die sieben Mitglieder des Vorstands Bezüge von insgesamt 26,4 Millionen Euro kassiert, davon waren knapp 18 Millionen erfolgsabhängig. Die jetzt vom Auszahlungsstopp betroffene Summe für 2014 dürfte zwar geringer ausfallen, aber immer noch in die Millionen gehen. Die Bank informiert in ihren Geschäftsberichten zwar umfassend über die Höhe der Ansprüche, aber nicht über die gestaffelten Auszahlungen in den jeweiligen Folgejahren. Das Fixgehalt machte in der Vergangenheit jeweils nur einen relativ kleinen Teil der Gesamtbezüge bei den Führungskräften aus, der Löwenanteil entfiel auf die Boni.

Der Auszahlungsstopp betrifft die heute amtierenden Co-Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain und Jürgen Fitschen sowie Finanzchef Stefan Krause und Privatkundenvorstand Rainer Neske. Außerdem müssen der frühere Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann sowie die Ex-Vorstände Hugo Bänziger (Risikomanagement) und Hermann-Josef Lamberti (Technik) nach Angaben aus Finanzkreisen zunächst zurückstecken.

Die Deutsche Bank muss sich mit rund 1.000 größeren Rechtsverfahren herumschlagen. Zu den schwerwiegendsten Fällen gehören Klagen aus der Zeit der US-Hypothekenkrise, außerdem laufen Untersuchungen wegen Manipulationsvorwürfen bei Referenzzinsen wie dem Libor und am Devisenmarkt.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/auszahlungsstopp-deutsche-bank-sperrt-boni-fuer-topmanager/10772726.html

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23.09.2014

Gericht bestätigt Anklage gegen Deutsche-Bank-Chef Fitschen

Die Anklage gegen den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, und mehrere ehemalige Top-Manager ist offiziell. Ihnen wird versuchter Prozessbetrug im Kirch-Verfahren vorgeworfen.

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Ein mögliches Verfahren gegen den amtierenden Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, rückt näher: Am Dienstag bestätigte eine Sprecherin des Landgerichts München, dass die Anklageschrift gegen Fitschen, seine Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie Clemens Börsig, früher Vorstand und Aufsichtsratschef, und Ex-Vorstand Tessen von Heydebreck beim Landgericht München vorliegt. Mitte August hatte die Süddeutsche Zeitung über den 600 Seiten langen Schriftsatz berichtet. Er war damals von den Behörden noch nicht bestätigt worden.

Zuständig für die Entscheidung ist die fünfte Strafkammer unter Vorsitz von Peter Noll, die zuletzt den Schmiergeldprozess gegen Formel-1-Chef Bernie Ecclestone eingestellt hatte – gegen Zahlung von 100 Millionen Dollar.

Die Vorwürfe gegen Fitschen wiegen weit weniger schwer als gegen seine mitangeklagten Ex-Kollegen. Er soll, so der Vorwurf, die Anwälte der Bank nicht davon abgehalten haben, falsch bei Gericht vorzutragen. Der inzwischen verstorbene Leo Kirch hatte von der Deutschen Bank Milliarden Euro gefordert, weil er ihr vorwarf, für die Pleite seines Medienimperiums mitverantwortlich zu sein. Die Bank bezahlt Kirchs Erben 900 Millionen Euro.

Fitschen sagt, er sei unschuldig – und lehnte vor einigen Monaten das Angebot der Münchner Staatsanwaltschaft ab, 500.000 Euro Bußgeld wegen Verletzung seiner internen Aufsichtspflichten zu zahlen und einen Prozess damit ohne Anklage abzuwenden. Anschließend hätte für Fitschen die Gefahr bestanden, dass die Bankenaufsicht Bafin gegen ihn vorgeht.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/betrugsvorwuerfe-nach-kirch-prozess-gericht-bestaetigt-anklage-gegen-deutsche-bank-chef-fitschen-1.2142682

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05.09.2014

Nächste Klage gegen Deutsche Bank

Seit zwei Jahren laufen behördliche Untersuchungen, ob Banken bei Derivate-Kursen nachgeholfen haben. Nun hat ein Pensionsfonds Klage zahlreiche Institute eingereicht. Unter ihnen ist auch die Deutsche Bank.

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Die Deutsche Bank hat in den USA einen neuen Rechtsstreit am Hals. Ein Pensionsfonds reichte am Donnerstag in Manhattan gegen das Institut sowie zwölf weitere Investmentbanken Klage wegen möglicher Manipulationen einer wichtigen Finanzkennzahl ein, an der sich Finanzprodukte im Wert von geschätzt 370 Billionen US-Dollar orientieren.

Der Alaska Electrical Pensions Fund wirft den Wall-Street-Häusern vor, sich über Jahre bei der Festlegung des Derivate-Referenzwertes Isdafix abgesprochen und ihn so künstlich niedrig gehalten zu haben. Die Deutsche Bank wollte das zunächst nicht kommentieren.

Der Isdafix ist eine Referenzkennzahl für Zinssätze im Interbankenhandel auf Basis von künftigen Zahlungsströmen (Swaps). Mit Produkten, die sich daran orientieren sichern sich etwa Pensionskassen gegen Risiken ab. Weltweit laufen seit fast zwei Jahren auch behördliche Untersuchungen, ob Banken bei der Ermittlung der Derivate-Kurse ähnlich wie im Libor-Skandal bei Referenzzinssätzen manipuliert haben.

Ähnliche Ermittlungen gibt es auch bei anderen wichtigen Kennziffern – etwa Devisenkursen sowie den Preisen von Gold und Silber.

Die rechtlichen Schritte des Pensionsfonds richten sich neben der Deutschen Bank auch gegen Barclays, Bank of America, Citigroup, BNP Paribas, HSBC, Royal Bank of Scotland, Credit Suisse, UBS, Goldman Sachs, Nomura, Wells Fargo und JP Morgan. Die Konzerne wollten sich dazu nicht äußern.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/derivate-geschaefte-naechste-klage-gegen-deutsche-bank/10660454.html

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29.07.2014

Deutsche Bank und UBS wegen „Dark Pools“ verklagt

Barclays soll Kunden beim Hochfrequenzhandel getäuscht haben, nun wird auch gegen die Deutsche Dank und die UBS ermittelt. Beide Großbanken sind von einer Sammelklage betroffen.

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Die Deutsche Bank und die UBS stehen nach eigenen Angaben im Visier der Aufsichtsbehörden wegen ihrer Rolle im Hochfrequenzhandel. Die Deutsche Bank sprach in ihrem Quartalsbericht von „Auskunftsersuchen“ verschiedener Behörden und kündigte Kooperationsbereitschaft an. Sie sei auch von einer Sammelklage betroffen, die mehreren Banken Verstöße gegen die US-Wertpapiergesetze vorwirft.

Die schweizerische UBS berichtete am Dienstag von Untersuchungen der US-Behörden zu sogenannten „Dark Pools“ und einer Sammelklage dazu. Bisher hatten Analysten nur spekuliert, dass die beiden Institute in die Ermittlungen verwickelt sein könnten.

Ende Juni war bekannt geworden, dass die USA die britische Großbank Barclays verklagen, weil sie Investoren in den „Dark Pools“ systematisch hinters Licht geführt haben soll. Das Institut habe Kunden mit falschen Informationen auf seine Handelsplattform gelockt, wo ihnen Hochfrequenzhändler dann Geld abgeluchst hätten. Außerdem habe die Bank fast alle Handelsgeschäfte über diese Plattform abgewickelt, um möglichst viel zu verdienen, dabei hätten Barclays-Kunden an anderen Börsen womöglich bessere Preise erzielt.

Dark Pools“ sind von Banken wie Barclays und der Deutschen Bank betriebene anonyme Handelsplattformen, auf denen Käufer und Verkäufer ihre Orders nicht publik machen müssen, bevor sie ein Geschäft abgeschlossen haben. Genutzt werden Dark Pools besonders von institutionellen Investoren, die große Aktienpakete unbemerkt kaufen oder verkaufen wollen.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/hochfrequenzhandel-deutsche-bank-und-ubs-wegen-dark-pools-verklagt/10262738.html

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23.07.2014

Deutsche Bank hat sieben Probleme

Geschäfte mit dem Iran, umstrittene Hypothekendeals, Verdacht auf Manipulationen im Devisenhandel – die Altlasten der Deutschen Bank haben es in sich. Und als wäre das nicht genug, bekommt der Konzern auch noch Post von der US-Bankenaufsicht.

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„Kommen Sie nicht mit Problemen, kommen Sie mit Lösungen“. Dieser Stoßseufzer entnervter Chefs könnte derzeit in den Vorstandsbüros der Deutschen Bank häufiger zu hören sein. Denn Deutschlands größtes Geldhaus wurde dem Vernehmen nach von der New Yorker Filiale der US-Notenbank Fed regelrecht abgewatscht. Und das ist bei weitem nicht das einzige Problem, mit dem sich der Vorstand herumschlagen muss.

1. Ärger mit der Fed

Die Notenbank von New York, Aufseherin über die größten amerikanischen und ausländischen Banken im Land, wirft dem Frankfurter Institut dem „Wall Street Journal“ zufolge eine unsaubere Rechnungslegung der US-Töchter vor. Die Bilanzen seien „von geringer Qualität, ungenau und unzuverlässig“, schimpft der zuständige Aufseher Daniel Muccia in dem Schreiben vom Dezember vergangenen Jahres.

Der Brief ist nicht das erste, den die die Bank in diesem Zusammenhang von US-Behörden erhält. Muccia verweist in seinem Brief darauf, dass die New Yorker Fed seit dem Jahr 2000 auf erhebliche Schwächen im Bilanzierungssystem der Bank hingewiesen habe, „die seit einem Jahrzehnt nicht erledigt wurden“. Und weiter: „Am besorgniserregendsten ist die Tatsache, dass frühere Aufsichtsprobleme vom Management als behoben und abgeschlossen betrachtet wurden, obwohl die Grundursachen für diese Fehler nicht beseitigt wurden.“

2. Mögliche Milliardenstrafen wegen Iran-Geschäften

Der Deutschen Bank drohen hohe Strafen aus laufenden Untersuchungen von US-Ermittlern wegen verbotener Geschäfte mit Ländern wie dem Iran und dem Sudan. Es geht um Geldtransfers in Staaten, gegen die die USA Sanktionen verhängt haben. Die zum Teil mehr als zehn Jahre zurückreichenden Transaktionen wurden in US-Dollar abgewickelt. Zudem waren die US-Filialen der Geldhäuser involviert. Daher fühlen sich die New Yorker Staatsanwaltschaft, das US-Justizministerium und weitere amerikanische Behörden zuständig, gegen die deutschen Banken vorzugehen. In Deutschland waren und sind diese Geschäfte nicht verboten. Bei der Deutschen Bank rechnen Analysten mit einer Buße von mindestens 300 Millionen Euro. Die französische BNP hatte im Juni eine Strafe von fast 9 Milliarden Dollar akzeptiert.

3. Altlasten aus dem Hypothekengeschäft

Das nächste Problem bereiteten Geschäfte mit Hypothekenkrediten, die die Bank vor allem zwischen 2000 und 2008 in den USA tätigte. Nach dem Platzen der US-Immobilienblase zog die Bank den Ärger der Investoren auf sich. Die werfen der Bank vor, faule US-Immobilienkredite in hochkomplexe Wertpapiere verbrieft, die Risiken damit verschleichert und mit dem Verkauf dieser Konstruktionen viel Geld verdient zu haben. Die Investoren seien anschließend auf den Verlusten sitzengeblieben, als der amerikanische Häusermarkt kollabierte.

Dabei handelt es sich keinesfalls nur um empörte Kleinanleger, sondern um auch um große Institutionelle Investoren wie US-Pensionskassen. Um wie viel Geld es dabei genau geht, ist unklar. In ihrem Bericht zum ersten Quartal 2014 erwähnte die Bank unerledigte Rückkaufforderungen in Höhe von 5,1 Milliarden Dollar, die per Ende März noch offen waren. Dafür seien Rückstellungen von 550 Millionen Dollar gebildet worden.

4. Verdacht auf Manipulationen im Devisenhandel

Um sehr viel Geld geht es auch bei einer Sache, die nicht nur in den USA, sondern von Aufsichtsbehörden weltweit untersucht wird: Dem Vorwurf der Manipulation von Wechselkursen, an der die Deutsche Bank beteiligt gewesen sein soll. Die Deutsche Bank ist einer der größten Devisenhändler der Welt und hat einen Anteil von knapp 15 Prozent am Devisenmarkt, auf dem täglich bis zu 5 Millionen Dollar gehandelt werden.

Der Verdacht: Mehrere Banken sollen Geschäfte mit Fremdwährungen so getätigt haben, dass sie selbst auf die Kursunterschiede wetten und damit Gewinne einfahren konnten. Seit April 2013 prüft die britische Finanzaufsicht FCA die Vorwürfe, auch in der Schweiz, in Deutschland, in den USA und Asien wird ermittelt. Die Deutsche Bank hat zudem interne Ermittlungen laufen und daraufhin bereits Händler entlassen.

5. Hohe Strafen im Libor-Skandal

Sollte sich die Manipulation von Wechselkursen bewahrheiten, stünden der Bank wohl noch höhere Strafzahlungen bevor als sie in einem weiteren Manipulationsfall bereits leisten musste. Von der EU-Kommission wurde die Deutsche Bank bereits zu einer Strafe von 725 Millionen Euro verdonnert, weil sie sich mit anderen Banken bei der Ermittlung wichtiger Referenzzinssätze wie dem Libor abgesprochen haben soll.

Beim Libor sollten die Banken anhand tatsächlich getätigter Abschlüsse festlegen, zu welchem ZInssatz sie sich untereinander Geld verleihen. Dabei steht aber der Vorwurf im Raum, dass einzelne Banken die Sätze zu ihrem Vorteil untereinander abgesprochen hätten. Die Sache ist für die Deutsche Bank noch nicht ausgestanden: Weitere Strafen in der gleichen Sache drohen noch aus den USA und Asien.

Zu all diesen laufenden Untersuchungen kommen weitere Ermittlungen, die sich gegen einzelne Mitarbeiter der Deutschen Bank richten – darunter auch ehemalige und aktuelle Vorstände.

6. Die Nachwehen des Kirch-Falls

Gut zehn Jahre lang dauerte der Rechtsstreit zwischen der Deutschen Bank und dem inzwischen verstorbenen Medienunternehmer Leo Kirch an. Doch auch wenn die Bank den Kirch-Erben mittlerweile fast eine Milliarde Euro gezahlt hat, um den Streit beizulegen: Für die früheren Vorstände Rolf Breuer und Josef Ackermann sowie die aktuellen Vorstände Jürgen Fitschen und Rechtsvorstand Stephan Leithner dürfte diese Geschichte noch Konsequenzen haben.

Gegen alle vier laufen Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Prozessbetrugs im Kirch-Fall. Die Staatsanwaltschaft hat in diesem Zusammenhang bereits Räume der Deutschen Bank durchsuchen lassen. Sollte sich der Verdacht bewahrheiten, dürfte es schwer werden, Fitschen und Leithner auf ihren aktuellen Positionen in der Bank zu halten. Zumal Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen noch ein zweites Problem an der Backe hat.

7. Jürgen Fitschen und die CO2-Zertifikate

Im Dezember 2012 standen plötzlich 500 Fahnder und Beamte vor der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt. Sie suchten nach Beweisen dafür, dass die Bank bei der Unterschlagung von Steuern beim Handel mit Umweltzertifikaten mitgemischt hat.

Der vermutete Steuerbetrug im CO2-Skandal sah so aus: Eine Gesellschaft erwarb zu Anfang der Kette das Wertpapier aus dem Ausland. Hierfür zahlte sie keine Umsatzsteuer, wies diese aber beim Verkauf des Papiers aus. Der nächste Käufer hatte dann die Möglichkeit, eine so genannte Vorsteuer abzusetzen. Solche Geschäfte fanden dann mehrfach statt. Am Ende der Kette saß nicht selten eine Gesellschaft, die die Papiere ins Ausland verkaufte und sich unberechtigterweise vom Finanzamt die Vorsteuer erstatten ließ.

Die Generalstaatsanwaltschaft glaubt, dass auch die Deutsche Bank involviert war. Und dabei ermittelt sie vor allem gegen Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen, der die strittige Steuererklärung unterschrieben hat. Auch gegen Finanzvorstand Stefan Krause laufen Untersuchungen. Die Vorwürfe gegen Mitarbeiter der Bank lauten: Steuerbetrug, Geldwäsche und versuchte Strafvereitelung. Diese weisen die Vorwürfe zurück.

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Deutsche-Bank-hat-sieben-Probleme-article13293616.html

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18.07.2014

Deutsche Bank will Geheimdeal mit Zinshändlern

Die Deutsche Bank und vier freigestellte, hochrangige Mitarbeiter wollen ihren Streit gütlich beilegen. Ein Kapitel eines der größten Finanzskandale wird hinter verschlossenen Türen aufgearbeitet.

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Der Raum B.1.14 des Landesarbeitsgerichts in Frankfurt am Main war gut gefüllt. Schließlich stand ein weiteres Kapitel in einem der größten Finanzskandale der jüngeren Wirtschaftsgeschichte zur Verhandlung an, in der Affäre um manipulierte Referenzzinssätze.

Vordergründig ging es in zweiter Instanz um die Frage, ob die Deutsche Bank vier Wertpapierhändler weiterbeschäftigen muss, die sie wegen Zinsmanipulationen im Februar 2013 entlassen hat. Doch im Kern ging es darum, ob die Tricksereien bei der Deutschen Bank auf das Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter zurückgingen oder ein System dahinter stand. Ein gleichermaßen unangenehmer wie brisanter Punkt für die Bank, zumal wenn er in einer öffentlichen Sitzung vor einem deutschen Gericht erörtert wird.

Doch weitere Details – auch zur Rolle der damaligen Führungskräfte, nicht zuletzt des früheren Chef-Investmentbankers und heutigen Co-Vorstandschefs Anshu Jain – kamen am Freitag nicht ans Licht. Nach einer guten halben Stunde war klar: Die Deutsche Bank lässt sich auf Vergleichsverhandlungen mit den Mitarbeitern ein.

In einem Güterichterverfahren soll noch im Sommer ausgelotet werden, ob sich das Geldhaus und die Mitarbeiter beispielsweise auf eine Abfindung einigen können – hinter verschlossenen Türen wohlgemerkt. Seit Anfang des vergangenen Jahres steht Streitparteien dieser nicht-öffentliche Weg offen, um Verfahren abzukürzen.

Die Vorsitzende Richterin Astrid Nungeßer hatte zuvor an die Bank und die Händler appelliert, sich noch einmal zusammenzusetzen. Sie ließ in ihren Ausführungen zu Beginn der Verhandlung durchblicken, dass sie den Fall möglicherweise nicht ganz so eindeutig sieht wie die Richter am Arbeitsgericht. Eine Fortsetzung des Verfahrens vor dem Landesarbeitsgericht berge Risiken für beide Parteien.

Ständiger Interessenskonflikt

In erster Instanz hatten die Mitarbeiter mit ihrer Klage auf Wiedereinstellung auf ihre alten Positionen Erfolg. Das Gericht kritisierte damals mangelnde Kontrollen und eine untaugliche Organisationsstruktur bei der Deutschen Bank.

Das Institut habe einen ständigen Interessenskonflikt ihrer Mitarbeiter heraufbeschworen, denn die selben Leute seien sowohl für den Handel mit Derivaten auf Basis des Euribor als auch für die Meldung der Zinssätze zuständig gewesen. Die Bank argumentierte dagegen mit dem Fehlverhalten Einzelner und ging in Berufung.

In Mails und Chatprotokollen ist genau festgehalten, wie die Mitarbeiter bei Derivatehändlern genehme Zinssätze erfragten. Diese abgesprochenen Werte meldeten sie dann an eine zentrale Stelle. Dort gingen auch Zinsmeldungen anderer Banken ein, woraus sich ein Referenzzinssatz ergab. Die täglich ermittelten Referenzzinssätze Euribor und Libor sind Grundlage für Finanzprodukte im Wert von vielen Billionen Euro und Dollar.

Ab dem Jahr 2011 wurden die Mitarbeiter von ihren Vorgesetzten zu der Praxis mehrmals angehört. Ihnen hätte klar sein müssen, dass sie keine falschen Zinssätze melden durften und dass daher auch entsprechende Absprachen nicht statthaft waren, argumentierte die Bank in erster Instanz.

Den durchaus hochrangigen Mitarbeitern wurden zunächst die Boni für 2011 um 40 Prozent gekürzt. Zumindest in einem Fall waren dies 520.000 Euro, wie Nungeßer ausführte. Nach weiteren Anhörungen stellte die Bank die Mitarbeiter dann im Februar 2013 frei.

Noch jeden Tag in der Bank

Heute gehen sie zwar alle noch jeden Tag in die Bank, wie ihr Anwalt im Anschluss an die Verhandlung bestätigte. Doch bislang durften sie nicht an ihren alten Arbeitsplatz zurück. Die Bank verweigerte sich der Anordnung des Gerichts auch mit Verweis auf den mittlerweile eingeleiteten Kulturwandel im Haus. Diese Haltung ließ man sich bereits einiges kosten. Die Deutsche Bank zahlte bereits zwei Mal ein vom Gericht verhängtes Zwangsgeld, insgesamt rund 175.000 Euro.

Weitere Zwangszahlungen muss sie nun zunächst nicht fürchten, wie der Anwalt der Mitarbeiter mit Verweis auf die nun anstehenden Verhandlungen vor dem Güterichter sagte. Seine Zustimmung zu dem Vorschlag der Vorsitzenden Richterin begründete er damit, dass man in Arbeitsgerichtsverfahren immer versuchen sollte, eine gütliche Lösung zu finden.

Worauf diese Gespräche hinauslaufen könnten, wollte er nicht sagen. Ein Abfindungsangebot der Bank in Höhe zwölf Monatsgehältern sollen die Mitarbeiter bereits abgelehnt haben.

Der Kommentar des Anwalts der Deutschen Bank fiel knapp aus. Er sagte zur plötzlichen Gesprächsbereitschaft der Bank, dass die Richterin bezüglich des Ausgangs der Berufungsverhandlung Risiken für beide Parteien sehe – also nicht nur für die Deutsche Bank. Da wolle man sich einem Güterichterverfahren nicht verschließen.

Zum weiteren Austausch von Argumenten in aller Öffentlichkeit kommt es nun also doch nicht. Die Vorsitzende Richterin konnte sich denn auch die Spitze nicht verkneifen, dass die beiden Parteien sich darauf auch schon früher hätten verständigen können. Besonders prozesswirtschaftlich sei es nicht, dass man es jetzt erst mache. Doch vielleicht sieht man sich bald an gleicher Stelle schon wieder. Kommt es vor dem Güterichter zu keiner Einigung, landet der Fall am 19. September erneut bei Nungeßer.

http://www.welt.de/finanzen/article130323565/Deutsche-Bank-will-Geheimdeal-mit-Zinshaendlern.html

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19.06.2014

Neue Milliarden-Klage gegen Deutsche Bank

Die Deutsche Bank wird verklagt. Soweit nichts Neues. Aber: Die Kläger gehören zu den größten Vermögensverwaltern der Welt – und die Summe ist riesig.

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Großinvestoren wie die Allianz-Tochter Pimco, die Fondsgesellschaft Blackrock und die DZ Bank verklagen die Deutsche Bank und fünf andere Geldhäuser wegen ihrer Verwicklung in das Geschäft mit riskanten Hypothekenpapieren. Sie hätten ihre Pflichten als Treuhänder verletzt, weil sie die Emittenten hypothekenbesicherter Papiere (MBS) vor der Finanzkrise 2008 nicht zum Rückkauf wackliger Kredite gedrängt hätten, heißt es in mehreren am Mittwoch in New York eingereichten Klagen. Die Anleger fordern Entschädigung für Verluste von 250 Milliarden Dollar mit 2200 MBS, die zwischen 2004 und 2008 ausgegeben wurden. Die sechs verklagten Banken zählten zu den größten Treuhändern solcher Papiere.

Pikant an der Klage ist noch ein Detail: Der Kläger Blackrock gehört zu den größten Aktionären der Deutschen Bank.

In den MBS waren viele Kredite an Hausbauer gebündelt, die aufgrund schmaler Einkommen eigentlich gar keine Hypothek hätten bekommen dürfen. Viele Banken nahmen es mit den Risiken im Streben nach maximalem Profit aber nicht so genau. Als mehr und mehr Immobilienbesitzer im Zuge sinkender Immobilienpreise ihre Raten nicht mehr zahlen konnten, brach das auf zwei Billionen Dollar aufgeblähte System zusammen und löste die Finanzkrise aus. Der Zusammenbruch traf auch große Investoren, weil sie den Banken deren MBS-Pakete abgekauft hatten – ohne dass sie gewusst hätten, dass darin viele ausfallgefährdete Kredite schlummerten.

Die Klage gegen die Treuhänder ist für Großinvestoren die letzte Hoffnung auf Entschädigung. Ende 2013 hatte ein Gericht festgelegt, dass die Ansprüche gegen die MBS-Emittenten sechs Jahre nach Begebung der Papiere verjähren. Damit können sie in der Regel nicht mehr verklagt werden. Bei den Treuhändern könnte das anders sein. Sie hätten ihre Pflicht gegenüber den Anlegern verletzt, heißt es in einer der Klageschriften. Sie hätten gewusst, dass die Kreditvergabe-Vorschriften branchenweit immer laxer gehandhabt worden seien und systematisch unzureichende Sicherheiten vorlagen.

Neben der Deutschen Bank wurden die britische HSBC sowie die US-Häuser Citi, Wells Fargo, Bank of New York Mellon und US Bancorp verklagt. Zu den Klägern gehören unter anderem Blackrock und Charles Schwab.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/blackrock-und-pimco-verklagen-deutsche-bank-wegen-mbs-12998703.html

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28.05.2014

Deutsche Bank wappnet sich für Strafzahlungen

Die interne Untersuchung in der Deutschen Bank wegen der Devisenaffäre hat offenbar Tricksereien bei Rubel und Peso aufgezeigt. Das Geldhaus hat nach Insiderangaben schon ein halbes Dutzend Devisenhändler suspendiert.

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Im weltweiten Devisenskandal stellt sich die Deutsche Bank Finanzkreisen zufolge auf Strafzahlungen wegen Tricksereien bei Rubel und Peso ein. Zudem befürchte das Institut teure Zivilklagen. Die interne Untersuchung der Bank habe vereinzelte Unregelmäßigkeiten bei diesen beiden Währungen aufgezeigt, sagte eine mit den Überlegungen des Vorstands vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Ein anderer Insider sagte, konzernweit sei bislang etwa ein halbes Dutzend Devisenhändler suspendiert worden. Entwarnung gebe es vorerst für die großen Währungen Euro, Dollar, Pfund und Yen. Das sei aber nur ein Zwischenstand.

Deutschlands größtes Geldhaus, einer der größten Devisenhändler der Welt, bekräftigte, zur Aufklärung des Skandals mit mehreren Behörden zusammenzuarbeiten. Eine Sprecherin betonte außerdem: „Unsere interne Untersuchung zu den Devisenmärkten läuft noch. Wie wir immer gesagt haben, schauen wir uns dabei auch den Handel in Schwellenländer-Währungen an.“

Der Verdacht, beim argentinischen Peso habe es Manipulationen gegeben, wurde bereits zu Jahresbeginn laut, als es in einem Medienbericht hieß, ein Peso-Händler der Deutschen Bank sei vorsorglich beurlaubt worden. Das Institut hatte damals lediglich erklärt, in begründeten Fällen disziplinarische Maßnahmen gegen einzelne Mitarbeiter einzuleiten. Von Tricksereien beim russischen Rubel war bislang nichts bekannt.

Beide Währungen zählen zwar nicht zu den Leitwährungen. Sollte sich der Manipulationsverdacht bei den Referenzkursen indes erhärten, drohen von Seiten der Behörden trotzdem empfindliche Strafen. Etliche Großbanken rund um den Globus sind in den Devisenskandal verwickelt. Sie nehmen bei ihren internen Untersuchungen insbesondere die Schwellenländer-Währungen unter die Lupe.

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hatte erst in der vergangenen Woche gesagt, bei mehreren mittelgroßen Währungen habe es nachweislich Versuche gegeben, Preise zu manipulieren. Die bislang vorliegenden Ergebnisse seien nicht beruhigend, auch wenn es sich anscheinend jeweils um Einzelfälle handele. Zum Fall Deutsche Bank lehnte die BaFin nun eine Stellungnahme ab.

Insgesamt belaufen sich die Rückstellungen der Bank für Rechtsstreitigkeiten derzeit auf rund zwei Milliarden Euro. Wieviel davon auf den Devisenskandal entfällt, dazu hält sich die Deutsche Bank bedeckt. Weitaus mehr Sorgen macht sich das Geldhaus aber offenbar darüber, dass Strafzahlungen potentiell auch eine Flut an Zivilklagen nach sich ziehen könnten, wie einer der Insider sagte. Denn hier seien die finanziellen Folgen kaum abschätzbar.

Anders als im Skandal um manipulierte Zinssätze wie den Libor könne man bei Devisen genau aufzeigen, ob Kunden durch Tricksereien bei Referenzkursen an einem bestimmten Tag ein Schaden entstanden sei. Im Vorstand der Bank heiße es deshalb: „Devisen sind ein ganz anderes Risiko als Libor.“ Auch vor diesem Hintergrund habe sich die Bank kürzlich zu der überraschend großen Kapitalerhöhung im Volumen von acht Milliarden Euro entschieden.

Der Devisenmarkt ist riesig. Pro Tag werden weltweit Währungen im Wert von mehr als fünf Billionen Dollar umgesetzt. Die weltumspannenden Untersuchungen der Aufsichtsbehörden laufen seit gut einem Jahr. Dabei werden vor allem E-Mails und Chatbeiträge von Händlern auf verdächtige Absprachen hin durchleuchtet.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/devisenaffaere-deutsche-bank-wappnet-sich-fuer-strafzahlungen/9963934.html

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25.05.2014

Deutsche Bank lenkt bei Agrarspekulationen ein

Die Deutsche Bank will sich künftig nicht mehr an Preistreibereien im Agrarbereich beteiligen – und bekommt dafür Applaus von ihren Kritikern. Die fordern nun den Komplettausstieg aus der Nahrungsmittelspekulation.

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Im Streit um Spekulationsgeschäfte mit Lebensmitteln kommt die Deutsche Bank Kritikern entgegen. Künftig wolle Deutschlands größtes Geldhaus sicherstellen, dass neue Finanzprodukte das Entstehen von Preisspitzen nicht begünstigten, bestätigte ein Unternehmenssprecher am Sonntag einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Es sollten keine Fonds mehr angeboten werden, die auf sogenannten Momentumstrategien beruhen. Diese setzen auf kurzfristige Preistrends bei Agrarrohstoffen und treiben damit die Notierungen tendenziell weiter nach oben. Weitere Details nannte der Sprecher nicht.

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch begrüßte den Schritt der Deutschen Bank. „Dieser Mini-Teil-Ausstieg ist ein erstes Eingeständnis der Deutschen Bank, dass die Kritik an der Agrarspekulation und ihren Risiken nicht einfach vom Tisch gewischt werden kann“, erklärte ein Sprecher. „Konsequent wäre jetzt jedoch ein Komplett-Ausstieg aus der Agrar- und Öl-Spekulation, nicht nur ein bisschen Portfolio-Kosmetik.“

Organisationen wie Foodwatch und Oxfam werfen Banken vor, mit ihren Termingeschäften mit Getreide, Öl und anderen Rohstoffen die Preise für Nahrungsmittel in die Höhe zu treiben und damit zum Hunger in der Dritten Welt beizutragen. Viele deutsche Banken hatten sich öffentlichkeitswirksam aus dem Rohstoff-Derivatemarkt zurückgezogen. Landwirte können sich mit dem Kauf der an Börsen gehandelten Papiere gegen fallende Preise absichern. Die Deutsche Bank fährt zwar ihr Geschäft mit physischen Rohstoffen zurück, hält aber am Derivate-Handel damit fest.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/neue-strategie-deutsche-bank-lenkt-bei-agrarspekulationen-ein/9946188.html

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22.05.2014

Deutsche Bank: Aktionäre stimmen für höhere Boni

Eigentlich dürfen Banken ihren Mitarbeitern keine Boni zahlen, die das Fixgehalt übersteigen. Die Aktionäre können die Regel aber außer Kraft setzen. Bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank stimmten sie dafür.

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Die Vorstände und Investmentbanker der Deutschen Bank dürfen künftig Boni bis zum Doppelten ihres Grundgehalts beziehen. Die Aktionäre der Deutschen Bank haben sich am Donnerstag für die Anhebung der Bonus-Obergrenze ausgesprochen – mit fast 91 Prozent der Stimmen. Diese Zwei-zu-eins-Regelung könnte für 1700 Mitarbeiter des Instituts gelten.

Bis zum vergangenen Jahr konnten Banken Boni theoretisch noch in unbegrenzter Höhe zahlen. Mit der Neuregelung reagiert Deutschlands größte Bank auf die verschärften EU-Bonusvorgaben: Seit 2014 dürfen Banken in der EU ihren Mitarbeitern keine Zuschläge mehr zahlen, die über das Fixgehalt hinausgehen. Nur mit Zustimmung der Hauptversammlung sind maximal doppelt so hohe Boni-Grenzen erlaubt.

Kochef Jürgen Fitschen hatte bei der Hauptversammlung versichert, es gehe nicht darum, „das Gesamtvergütungsniveau zu erhöhen oder die Boni zu verdoppeln“. Das Institut wolle sich aber eine möglichst große Flexibilität bei der Bezahlung seiner Mitarbeiter erhalten.

Zwar kamen die Pläne bei vielen Aktionärsvertretern schlecht an, Großaktionäre hatten aber bereits vor der Hauptversammlung Zustimmung zu dem Schritt signalisiert. Die Alternative wäre, die Fixgehälter für Tausende Mitarbeiter noch deutlicher zu erhöhen, damit Führungskräfte unter dem Strich nicht weniger verdienen. Dann hätte die Bank in schlechten Zeiten aber weniger Spielräume, Personalkosten zu senken.

Angesichts schärferer Regeln der Aufseher sieht sich die Deutsche Bank ohnehin zum Sparen gezwungen. „Um unsere Strategie verstärkt voranzutreiben, werden wir ein Maßnahmenpaket umsetzen, mit dem wir auf den neuen Kostendruck in unserem Umfeld reagieren“, erklärte Fitschen. „Die Kosten, die anfallen, um neue Regulierungsvorschriften zu erfüllen, sind beträchtlich.“ Konkrete Schritte nannte er nicht

Die Deutsche Bank gibt jedes Jahr einen großen Teil ihres Geldes für die Bezahlung ihrer Topverdiener aus. 4,5 Milliarden Euro waren es im vergangenen Jahr allein im Investmentbanking. Der Gewinn der Bank lag bei gerade einmal 681 Millionen Euro.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-aktionaere-stimmen-fuer-hoehere-boni-a-971202.html

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15.05.2014

Ich habe alle Geduld verloren“

Der Kulturwandel in der Deutschen Bank soll auch das Verhalten der Investmentbanker ändern: Bei ungebührlichem Verhalten droht der Co-Chef der Investmentbanking-Sparte in einem Video sogar mit „persönlichen Folgen“.

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Investmentbanker waren noch nie Freunde der Zurückhaltung: Nicht erst seit der Hollywood-Film „Wolf of Wall Street“ die Kinosäle füllt, eilt der Branche der Ruf des Größenwahns voraus. Lange spielte auch die Deutsche Bank in diesem Konzert mit. Ganze Bücher wurden geschrieben über den Hochmut zu Zeiten, in denen die Lehrmeister des heutigen Deutsche-Bank-Chefs Anshu Jain das globale Investmentgeschäft der Bank mit aufbauten. Seit Jain gemeinsam mit Jürgen Fitschen die Führung der Deutschen Bank übernommen hat, bemüht sich das Institut um ein besseres Image – um einen Kulturwandel.

Ein Kulturwandel, der offenbar auch intern scharf vorangetrieben wird. In ihrer aktuellen Ausgabe berichtet die „Zeit“ über ein Video, in dem Colin Fan, der Co-Chef der Investmentbanking-Sparte bei der Deutschen Bank, den Mitarbeitern ernste Konsequenzen androht, sollten sie sich im Ton vergreifen. „Einige von euch bleiben weit hinter unseren Standards zurück“, wird Fan zitiert. „Um es klar zu sagen: Unser Ruf ist alles. Zu prahlen, indiskret oder vulgär zu sein ist nicht in Ordnung.“

Eine Minute lang erinnert Fan an die Untersuchungen der Bankenaufseher und schwört seine Untergebenen auf die neue Strategie ein. „Ich habe bei diesem Thema alle Geduld verloren. Jede Kommunikation, die auch nur ansatzweise als unprofessionell angesehen werden könnte, hört auf. Jetzt sofort“. Insbesondere die interne Kommunikation scheint dem Investmentbanker ein Dorn im Auge zu sein. „Denkt sorgfältig darüber nach, was ihr sagt und wie ihr es sagt. Wenn nicht, hat das ernste Folgen für euch persönlich.“ Dann endet das Video ohne ein „Danke“ oder ein „Auf Wiedersehen“.

Scharfe Worte, mit denen die Führung wohl auch ihr bestbezahltes Personal auf die neuen Werte einschwören will. Seit Wochen werben Fitschen und Jain für den Kulturwandel der Bank – ob vor der politischen Prominenz auf dem Bankentag in Berlin oder vor 250 Rentnern in einer Düsseldorfer Kirchengemeinde. Bei der Bank will man das Video gar nicht als Drohung verstanden wissen. „Das Video ist bewusst in unmissverständlicher Sprache gehalten und ist Teil eines fortlaufenden Programms. Wir erwarten, dass jeder Mitarbeiter unsere Standards versteht und befolgt“, betont eine Sprecherin der Bank.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/drohung-bei-der-deutschen-bank-ich-habe-alle-geduld-verloren/9896398.html

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29.04.2014

Deutsche Bank findet keinen Nachfolger für Goldfixing

Sie wollte ihren Platz übergeben, doch keiner will ihn: Nun bleibt der Deutschen Bank im Mai nur der geräuschlose Abzug aus dem Zirkel der Institute, die den Goldpreis fixieren. Er steht unter Manipulationsverdacht.

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Die Deutsche Bank ist auf ihrem Platz unter den Teilnehmern am weltweiten Gold-Fixing sitzengeblieben. Es habe sich dafür kein Käufer gefunden, sagte ein Sprecher des Geldhauses am Dienstag. Finanzkreisen zufolge ist der Austritt aus der Runde nun zum 13. Mai geplant.

Die Deutsche Bank hatte zu Jahresbeginn beschlossen, sich nicht mehr an der Feststellung der offiziellen Referenzpreise für Gold und Silber zu beteiligen. Sie war im Sommer 2013 auch in diesem Bereich ins Visier der Aufsichtsbehörden geraten. Diese untersuchen, ob es dort ebenfalls zu Manipulationen gekommen ist. Die zumindest teilweise erfolgreichen Versuche von Banken, Referenzsätze wie den Zinssatz Libor oder auch Devisenkurse zu lenken, haben die Aufseher und Marktteilnehmer weltweit aufgeschreckt.

Insgesamt waren bislang fünf Institute am Gold-Fixing beteiligt: neben der Deutschen Bank gehörten dazu Barclays, HSBC, Bank of Nova Scotia und Societe Generale. Der Goldpreis wird in einer Telefonkonferenz des exklusiven Klubs zwei Mal am Tag festgelegt. Reuters hatte bereits in der vergangenen Woche aus Kreisen erfahren, dass fast 20 Klagen, die Investoren in den USA gegen die fünf Banken wegen mutmaßlicher Manipulationen eingereicht haben, es schwer machten, einen Käufer für den Deutsche-Bank-Platz zu finden. Das Reputationsrisiko sei zu hoch. Nun dürfte der Gold-Preis nur noch von vier Instituten ermittelt werden. Beim Silber-Fixing sind nach dem Ausstieg der Deutschen Bank nur HSBC und die Bank of Nova Scotia übrig geblieben.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/rohstoffe/verkauf-gescheitert-deutsche-bank-findet-keinen-nachfolger-fuer-goldfixing/9824318.html

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25.03.2014

Razzia: Staatsanwaltschaft durchsucht Deutsche Bank

Die Staatsanwaltschaft hat Büros der Deutschen Bank in Frankfurt durchsucht. Zudem ist die Anwaltskanzlei, welche die Bank im Kirch-Prozess beraten hat, ins Visier der Ermittler geraten. Sie wird verdächtigt, der Deutschen Bank Beihilfe zum Prozessbetrug geleistet zu haben.

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Die Staatsanwaltschaft München durchsucht im Zusammenhang mit ihren Ermittlungen wegen versuchten Betrugs im Kirch-Prozess ein weiteres Mal die Deutsche Bank. Es würden Räume des Instituts in Frankfurt sowie die Privaträume eines Beschuldigten in Hessen durchsucht, sagte ein Sprecher der Behörde am Dienstag. Die Durchsuchungen stünden im Zusammenhang mit dem vierten Ermittlungsverfahren im Fall Kirch, das die Ermittler zuvor bestätigt hatten.

Bei den Ermittlungen gegen Manager der Deutschen Bank wegen Prozessbetrugs sind nun auch deren Anwälte ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Die Kanzlei Hengeler Mueller, die die Bank im Verfahren um die Pleite des Medienimperiums von Leo Kirch von Anfang an beraten hatte, bestätigte am Montag eine Durchsuchung ihrer Geschäftsräume in Frankfurt in der vergangenen Woche. Dabei seien auch Unterlagen beschlagnahmt worden. Die Kanzlei hatte die Deutsche Bank und ihren Ex-Vorstandschef Rolf Breuer in dem Fall bis kurz vor dem Vergleich mit den Erben Kirchs begleitet und die Manager auch auf ihre Auftritte vor Gericht vorbereitet.

Die Münchner Staatsanwaltschaft wirft den Bankern vor, sich in dem Verfahren um eine Mitschuld der Deutschen Bank an der Pleite von Kirchs Medienimperium abgesprochen und dabei die Unwahrheit gesagt zu haben. Sie hatte deshalb auch die Zentrale der Deutschen Bank durchsucht. Die Anwälte könnten der Beihilfe zum Prozessbetrug beschuldigt werden. Die Behörde wollte sich nicht dazu äußern, ob es ein Ermittlungsverfahren auch gegen Hengeler Mueller gebe. Die Ermittlungen gegen Breuer, seinen Nachfolger Josef Ackermann und weitere Ex-Vorstände sowie gegen den derzeitigen Co-Chef des Branchenprimus, Jürgen Fitschen, liefen weiter. Ob es zu einer Anklage kommt, ist offen. Einem Bericht des Magazins Der Spiegel zufolge hat Fitschen das Angebot abgelehnt, das Verfahren gegen ihn gegen Zahlung einer Geldbuße einzustellen.

Die Deutsche Bank hatte sich kurz vor dem 925 Millionen Euro teuren Vergleich mit den Erben Kirchs im Februar von Hengeler Mueller getrennt (mehr hier).

Mehrere Anläufe, sich mit Kirch außergerichtlich zu einigen, hatte die Bank platzen lassen, unter anderem, weil sie Regress-Forderungen ihrer Aktionäre fürchtete. Inzwischen fühlen sich die Manager Finanzkreisen zufolge von ihren Rechtsvertretern schlecht beraten. Die Deutsche Bank wollte sich dazu am Montag nicht äußern. Hengeler Mueller hatte über die Jahre eine zweistellige Millionensumme von der Bank kassiert. Im Zuge des Vergleichs gingen zudem rund 40 Millionen Euro an Anwalts- und anderen Kosten an die Kirch-Seite.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/03/25/razzia-staatsanwaltschaft-durchsucht-deutsche-bank/

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28.02.2014

Deutsche Bank Chef Fitschen rastet aus und attackiert Kritiker

Deutsche Bank-Chef Jürgen Fitschen hat bei einer Diskussion die Banken-Kritiker attackiert. Sie säßen im Elfenbeinturm und hätten keine Ahnung vom Banken-Geschäft. Martin Hellwig, einer der profiliertesten Banken-Kritiker konterte und sagte, Fitschen solle zur Kenntnis nehmen, was in den vergangenen zehn Jahren passiert sei.

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Jürgen Fitschen hat bei einer Diskussion die Nerven verloren und fachkundige Kritiker der Banken-Exzesse wüst beschimpft: Bei einer Finanzkonferenz übte der Co-Chef der Deutschen Bank heftige Kritik an den Aufsichtsbehörden und legte sich mit Diskussionspartnern aus Politik und Wissenschaft an. Die Fortschritte, die der Finanzsektor in den vergangenen Jahren gemacht habe, würden überhaupt nicht gewürdigt, sagte Fitschen am Freitag bei einer Podiumsdiskussion in Frankfurt dem Bundestagsabgeordneten Gerhard Schick von den Grünen.

Fitschen:

Wenn Sie Zweifel haben, Herr Schick, vielleicht geht es, dass Sie mal zu unserer Vorstandssitzung kommen”, schlug der Manager vor. “Ich glaube, Sie wären überrascht, was wir da alles so besprechen.”

Auch mit Martin Hellwig vom Max-Planck-Institut, der deutlich höhere Kapitalpuffer für Banken fordert, geriet Fitschen aneinander. Hellwig sitze im Elfenbeinturm und stelle utopische Forderungen, statt pragmatische Lösungen zu suchen, sagte Fitschen. Auch Hellwigs Forderung, dass Geldhäuser kleiner werden sollen, lasse sich nicht bei jedem Institut umsetzen. “Wenn sie eine solche Konsolidierung wirklich propagieren, dann müssen sie in Kauf nehmen, dass es Institute gibt, die größer werden. Nur mit ein paar wenigen kleinen Banken können sie eine Volkswirtschaft heute nicht unterstützen.”

Hellwig ist einer der angesehensten Banken-Experten der Welt. Gemeinsam mit der US-Ökonomin Anat Admati hat er das Buch “Des Bankers neue Kleider” geschrieben, in dem er – sehr nüchtern – festgestellt hatte, dass die Banken im Grunde einfach zu regulieren wären. Doch die Politik habe, statt zu regulieren, “einen Anreiz zur Finanzierung durch Schulden” geschaffen.

Admati hält vor allem die Eigenkapitalvorschriften für Banken für absolut unzureichend (mehr hier im Interview).

Doch Fitschen will auch über den Extremfall – also einen Crash der DB – nicht diskutieren. Der Spiegel berichtet:

Schon die Frage danach, was passieren würde, wenn die Deutsche Bank Chart zeigen einmal schnell abgewickelt werden müsste, hält Fitschen für unangebracht. “Was soll das? Ich hab kein Verständnis dafür”, herrscht er den Moderator an.

Fitschen war Ende 2013 bereits mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble aneinandergeraten, was in der Öffentlichkeit und auch bei Investoren kritisch gesehen wurde. Mit Kritik hinter dem Berg halten will der Manager allerdings auch künftig nicht. Ihn ärgere die Behauptung, dass große Institute wie die Deutsche Bank nicht abgewickelt werden könnten, sagte er. Dabei habe die Bank eine Art Testament (“living wills”) bei den Aufsichtsbehörden eingereicht. Diese Notfallpläne sollen helfen, Finanzinstitute im Falle einer Schieflage abwickeln zu können.

 

Fitschen:

Ich frage: Wer hat das denn mal gelesen? Herr Schick, Herr Hellwig, haben sie sich das mal angetan?”, fragte Fitschen. “Sie haben es nicht getan, das weiß ich.”

Kritisch sieht Fitschen auch die verschärften Vorschriften für ausländische Geldhäuser in den USA. Die Notenbank Federal Reserve (Fed) hat kürzlich ein Regelwerk verabschiedet, das 15 bis 20 ausländische Institute zwingt, eigene Zwischenholdings in den USA zu gründen, in denen ihr Geschäft dort gebündelt ist. Diese müssen eigenständig mit Eigenkapital und den nötigen Barmitteln ausgestattet werden. Einige europäische Banken müssen deshalb die Kapitalpolster ihrer amerikanischen Töchter aufstocken oder deren Bilanzsumme reduzieren.

Es gibt jetzt etwas, mit dem wir auch leben können”, sagte Fitschen. Die Lösung sei aber nicht optimal, weil sie Schule machen werde. “Meine Befürchtung ist, dass das, was wir jetzt in Amerika verwirklicht sehen, nur der Ausgangspunkt ist für eine Entwicklung, die nicht mehr anzuhalten ist”, sagte er. “Das ist nicht das Ende des Global Banking, aber eine andere Welt, deren Konsequenzen wir heute noch nicht überschauen.” Die Fed zieht mit den Vorschriften ihre Lehren aus der Finanzkrise, in der sie den Töchtern ausländischer Banken Liquiditätsspritzen verabreichen musste, um sie am Leben zu halten.

Fitschen ist dagegen der Ansicht, dass die US-Behörden dem Urteil der heimischen Aufseher der Auslandsbanken vertrauen sollten. “Wenn wir diese Systeme jetzt nationalisieren, wird sehr viel Kapital und Liquidität lokal eingerahmt und steht nicht zur Verfügung, um grenzüberschreitend zu arbeiten”, sagte der Deutsche-Bank-Chef. “Diejenigen, die am meisten leiden werden, werden die Länder sein, die am meisten davon profitiert haben – nämlich die Entwicklungsländer.”

Aus vielen Schwellenländern ist zuletzt Geld abgeflossen, weil Anleger wieder verstärkt in den USA investieren, wo die Notenbank die Geldpolitik langsam strafft. Aus Sicht von Fitschen könnten sich diese Problem durch nationale Regulierungsvorschriften für Geldhäuser verschärfen. Bisher hätten die Institute maßgeblich dazu beigetragen, dass Kapital in die Schwellenländer fließt und damit das starke Wachstum in diesen Staaten erst ermöglicht, sagte Fitschen. Die Banken hätten damit einen großen Anteil daran, “dass die Weltwirtschaft in den letzten Dekaden schneller gewachsen ist als jemals zu vor”. In der öffentlichen Diskussion spiele das aber keine Rolle. “Dieser Beitrag wird überhaupt nicht gewürdigt.”

Hellwig konterte die Tiraden Fitschens kühl, wie der Spiegel berichtet:

Sie sagen, wir sollten etwas mehr zur Kenntnis nehmen, was die Banken tun”, kontert der Wirtschaftsforscher Fitschens harte Worte. “Ich glaube, Sie sollten etwas mehr zur Kenntnis nehmen, was in den letzten zehn Jahren passiert ist.”

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/02/28/deutsche-bank-chef-fitschen-rastet-aus-und-attackiert-kritiker/

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20.02.2014

Deutsche Bank schließt Vergleich mit Kirch-Erben

Die Deutsche Bank hat im Kirch-Prozess einen Vergleich mit den Erben des Medien-Unternehmers geschlossen: Das Institut zahlt 775 Millionen Euro plus Zinsen. Damit endet der mehr als zehn Jahre andauernde Rechtsstreit.

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Die Deutsche Bank hat im Streit mit den Erben des Medienunternehmer Leo Kirch einen Vergleich vereinbart. Das Institut zahlt für die Beilegung des seit mehr als einem Jahrzehnt dauernden Rechtsstreits 775 Millionen Euro plus Zinsen. Damit seien alle Auseinandersetzungen zwischen den Parteien beendet. Die Zahlung werde den Gewinn im vierten Quartal 2013 rückwirkend um 350 Millionen Euro nach Steuern verringern.

Anlass für den Streit war eine Äußerung des damaligen Deutsche-Bank-Vorstandschef Rolf Breuer Anfang 2002, der Zweifel an der Kreditwürdigkeit der wankenden Kirch-Gruppe geäußert hatte. Kirch hatte ihm vorgeworfen, damit die wenig später folgende Insolvenz seines Imperiums ausgelöst zu haben.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/02/20/deutsche-bank-schliesst-vergleich-mit-kirch-erben/

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19.02.2014

Devisen-Skandal: Deutsche Bank sucht Nachfolger für Jain

Für den Fall, dass Deutsche-Bank-Vorstand Jain in die Devisenkurs-Manipulationen verwickelt ist, sucht das Institut einen Nachfolger. Die besten Chancen auf den Posten soll Aufsichtsrats-Mitglied John Cryan haben.

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Die Deutsche Bank beschäftigt sich einem Magazin-Bericht zufolge mit einem möglichen Ersatz für Co-Vorstandschef Anshu Jain. Für den Fall, dass Jain doch eine Verwicklung in die Affäre um Devisenkurs-Manipulationen nachgewiesen werden könnte, werde „in der Konzernspitze über John Cryan als möglichen Nachfolger diskutiert“, berichtete das Manager Magazin.

Cryan ist Aufsichtsratsmitglied bei der Deutschen Bank und sitzt dem Prüfungsausschuss vor. Hauptberuflich ist er aber seit zwei Jahren Europa-Chef des singapurischen Staatsfonds Temasek. Von 2008 bis 2011, während der Finanzkrise, war er Finanzvorstand des schweizerischen Deutsche-Bank-Rivalen UBS.

Wir äußern uns nicht zu Gerüchten und Tratsch“, sagte ein Deutsche-Bank-Sprecher. Cryan war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Dem Bericht zufolge sucht die Bank zudem einen Nachfolger für ihren Chefjuristen Richard Walker. Als geeigneter Kandidat gelte UBS-Vorstandsmitglied Markus Diethelm, der dort seit mehr fünf Jahren Chefjustiziar ist, berichtete das Manager Magazin weiter.

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hatte bereits vor knapp einem Jahr Insidern zufolge Unmut über den US-Amerikaner geäußert (mehr hier). Angesichts der Vielzahl an Problemen sei die BaFin „nicht sehr glücklich“ mit Walker, der weit weg in New York sitze und kein Deutsch spreche. Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen dementierte damals allerdings, dass die Aufsicht der Bank nahegelegt habe, Walker zu ersetzen. Er sitzt nur im erweiterten Vorstand der Bank, dem Group Executive Committee, auf dessen Besetzung die BaFin keinen direkten Einfluss hat.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/02/19/devisen-skandal-deutsche-bank-sucht-nachfolger-fuer-jain/

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06.02.2014

USA weiten Ermittlungen um Devisenskandal aus

Der Devisenskandal um die Deutsche Bank nimmt immer größere Züge an. Vier Händler wurden bereits entlassen. Auch andere große Geldhäuser geraten in den Fokus der Ermittlungen.

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Im Skandal um die Manipulation von Devisenkursen weiten die US-Behörden ihre Ermittlungen offenbar aus. Der New Yorker Bankenaufseher Benjamin Lawsky habe Einsicht in Unterlagen von Branchengrößen wie der Deutschen Bank, Goldman Sachs und Barclays verlangt, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Mittwoch. Insgesamt habe Lawsky mehr als ein Dutzend Institute im Visier, darunter auch Credit Suisse, Lloyds, RBS, Societe Generale und Standard Chartered. Weltweit gehen bereits mehrere Ermittler dem Verdacht nach, dass Banken die Referenzkurse verschiedener Währungen manipuliert haben.

Die Deutsche Bank gehört zu den größten Händlern am Devisenmarkt, auf dem täglich 5,3 Billionen Dollar umgesetzt werden und der seit Monaten von den Behörden durchleuchtet wird. Das Frankfurter Geldhaus erklärte, es arbeite mit den Ermittlern zusammen und werde bei Bedarf disziplinarische Maßnahmen gegen Mitarbeiter ergreifen.

Das Institut setzte unterdessen vier Händler der betroffenen Abteilung vor die Tür, wie Reuters von mit den Vorgängen vertrauten Personen erfuhr. Drei mussten demnach in New York gehen, ein weiterer in Argentinien. Auf Anfrage über seine Facebook-Seite lehnte der in dem lateinamerikanischen Land tätige Mitarbeiter eine Stellungnahme ab.

Reuters hatte bereits Mitte Januar erfahren, dass die Deutsche Bank mehrere Händler in New York und womöglich auch anderswo auf dem amerikanischen Kontinent vom Dienst suspendiert habe. Sie stehen Finanzkreisen zufolge im Verdacht, an Devisen-Referenzkursen gedreht zu haben. Ins Visier geraten seien sie, nachdem eine Prüfungsgesellschaft Aussagen in Chatrooms und Emails der vergangenen Jahre durchleuchtet habe.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/deutsche-bank-usa-weiten-ermittlungen-um-devisenskandal-aus-/9439216.html

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18.01.2014

Deutsche Bank macht Verluste mit Verkäufen und Anleihengeschäften

Verluste aus „Verkäufen abseits des Kerngeschäfts“ der Deutschen Bank zwingen die Geschäftsführung zur Prüfung einer Gewinn-Warnung. Außerdem hat sich die Bank noch in Anleihegeschäften verzockt. Die Aktien der Bank brachen nach der Meldung um 3 Prozent ein.

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Die Deutsche Bank erwägt einem Medienbericht zufolge die Veröffentlichung einer Gewinnwarnung für das vierte Quartal in den kommenden Tagen. Grund seien Verluste aus dem Verkauf von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Aktivitäten, die größer als erwartet ausgefallen seien, berichtet das Wall Street Journal am Freitagabend auf seiner deutschen Internetseite unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der Bank mache zudem ein schwaches Anleihegeschäft zu schaffen. Außerdem stellten hohe Rückstellungen für Rechtsrisiken nach wie vor eine Belastung für das Kreditinstitut dar.

Die Deutsche Bank wollte den Bericht nicht kommentieren. Die in den USA notierten Aktien des Geldhauses brachen an der Wall Street bei hohen Umsätzen um mehr als drei Prozent ein. Das Geldhaus will Ende Januar Auskunft über den Geschäftsverlauf im vierten Quartal geben.

US-Behörden untersuchen zudem, ob internationale Geldhäuser wie die Deutsche Bank Kunden im Handel mit Hypothekenpapieren übervorteilt haben. Sie sollen die Wertpapiere von 2009 bis 2011 zu künstlich überhöhten oder niedrig gehaltenen Preisen verkauft oder gekauft haben.

Die Deutsche Bank ist zudem ins Kreuzfeuer der Bankenaufsicht geraten durch Anschuldigungen zur Manipulation des Goldpreises. Daraufhin gab die Geschäftsführung bekannt, aus dem Goldpreis-Fixing aussteigen zu wollen.

Die steigenden Marktzinsen in den USA hatten zuletzt auch Goldman Sachs und die Citigroup ausgebremst. Die weltweit führende Investmentbank musste im vierten Quartal ihrer Abhängigkeit vom Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren Tribut zollen. Der Goldman-Gewinn schrumpfte um 21 Prozent auf 2,25 Milliarden Dollar. Das drittgrößte US-Geldhaus Citi verdiente mit 2,6 Milliarden Dollar zwar 21 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, verfehlte damit aber die Erwartungen der Experten. Beide sprachen fast wortgleich von einem schwierigen Marktumfeld.

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2014/01/58704/

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16.01.2014

Führungskräfte der Deutschen Bank unter Verdacht

Der Devisenskandal bei der Deutschen Bank zieht weitere Kreise: Von den Suspendierungen sind nicht nur einfache Händler, sondern nach Informationen des Handelsblatts auch Manager betroffen.

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Die jüngsten Verdachtsfälle auf Manipulationen am Devisenmarkt bei der Deutschen Bank betreffen nicht nur einfache Händler, sondern auch Manager. Dies erfuhr das Handelsblatt aus informierten Kreisen. Den Informationen zufolge reichen die Verdachtsfälle am Devisenmarkt, die die Bank bei einer internen Prüfung entdeckte, mehrere Jahre zurück und ziehen sich bis in den Juli 2012 – einen Monat nach Amtsübernahme der neuen Co-Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen. Die Bank suspendierte mehrere Mitarbeiter in New York und anderen Standorten auf dem amerikanischen Kontinent.

Bei den Suspendierungen gehe es um weniger als fünf Personen, darunter sei mit einem Managing Director aber auch eine Führungskraft aus dem mittleren Management, schreibt das Handelsblatt in seiner Donnerstagsausgabe. Alle beurlaubten Mitarbeiter hätten mit dem argentinischen Peso gehandelt.

Darüber hinaus stellt die Bank nach Informationen aus Finanzkreisen auch einen Manager im Rang eines Directors frei, der bereits zuvor ins Visier der Fahnder geraten war. Der Händler hatte im vergangenen November Besuch vom FBI bekommen, weil er sich in elektronischen Botschaften damit gebrüstet hatte, Devisenkurse manipulieren zu können. Damals hieß es, es handle sich um ein Missverständnis, der Banker habe lediglich einen schlechten Scherz gemacht.

Die Deutsche Bank wollte sich nicht zu Einzelfällen äußern. Sie gehört zu den größten Devisenhändlern der Welt. Der Markt ist riesig. Pro Tag werden weltweit Währungen im Wert von mehr als fünf Billionen Dollar umgesetzt. Eine Sprecherin bestätigte nur, dass die Bank Anfragen von Aufsichtsbehörden erhalten habe, die den Devisenhandel unter die Lupe nehmen. „Die Bank unterstützt diese Untersuchungen und wird in begründeten Fällen disziplinarische Maßnahmen gegen einzelne Mitarbeiter ergreifen“, sagte sie.

Auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin gab sich zugeknöpft: Man habe das Thema seit dem Sommer im Blick und untersuche den Sachverhalt zusammen mit ausländischen Aufsichtsbehörden. „Zum Stand der Untersuchungen oder möglichen Maßnahmen gegenüber einzelnen Instituten kann sich die Bafin nicht äußern“, sagte ein Sprecher. Der oberste Bafin-Bankenaufseher Raimund Röseler hatte noch im Dezember gesagt, es gebe keine Anhaltspunkte, dass Händler einer deutschen Bank in Manipulationen verwickelt seien. Das hat sich offenbar geändert. Der „Welt“ zufolge wurden bei dem Peso-Händler verdächtige E-Mails gefunden, die auf Manipulationsversuche hindeuten könnten.

Aus Angst vor einem weiteren Manipulations-Skandal hatte die Bank ihren Händlern im vergangenen Jahr den Austausch elektronischer Nachrichten mit Mitarbeitern anderer Banken verboten. Über solche „Chatrooms“ werden Milliardensummen bewegt.

Die Deutsche Bank ist nicht die erste, deren Händler unter Verdacht geraten sind. In Großbritannien hatten Institute wie Barclays, RBS und Citigroup bereits Händler suspendiert. Bei der Citi in London sind einer mit dem Vorgang vertrauten Person zufolge Ermittler der US-Notenbank und der US-Aufsichtsbehörde OCC vor Ort, um Informationen zu sammeln. Die Fed als auch OCC und Citigroup wollten sich dazu nicht äußern. Insgesamt nimmt die britische Regulierungsbehörde rund 15 Banken unter die Lupe, die um Informationen mit Blick auf mögliche Manipulationen gebeten wurden.

Die weltumspannende Untersuchung möglicher Manipulationen der Referenzkurse verschiedener Währungen läuft schon seit dem Frühjahr. Der am meisten genutzte Kurs ist das „WM/Reuters“-Fixing, das täglich um 16 Uhr Londoner Zeit errechnet wird. Dazu nutzt der Informationskonzern Thomson Reuters die Daten zu Handelsgeschäften und Aufträgen aus dem Reuters-System und von Konkurrenten wie EBS. Dabei werden alle Kurse innerhalb einer „Fixing“-Minute erhoben. Die State-Street -Tochter WM errechnet daraus den Mittelwert als Referenzkurs.

Je seltener eine Währung gehandelt wird, desto leichter lässt sich der Preis innerhalb der kurzen Zeitspanne von einzelnen Marktteilnehmern bewegen. Investoren und Unternehmen verwenden die Referenzkurse zur Bewertung ihrer Devisenbestände und Portfolien, sie sind aber auch die Grundlage zur Berechnung vieler Aktien- und Bond-Indizes.

Absprachen über das Devisen-Fixing sind nicht der erste Fall von Manipulationen wichtiger Indizes. Im Skandal um den Interbanken-Referenzzins Libor haben Investmentbanken bereits Milliardenbeträge bezahlt. Auch hier steht die Deutsche Bank im Fokus: Die EU hat sie Ende 2013 zu einer Rekordstrafe von 725 Millionen Euro verdonnert, eine Einigung mit den US-Behörden wird für das laufende Jahr erwartet.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/manipulationen-fuehrungskraefte-der-deutschen-bank-unter-verdacht/9339640.html

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15.01.2014

Deutsche Bank gerät in den Sog des Devisenskandals

Nach dem Libor-Fall wird die Deutsche Bank von einem weiteren Skandal erschüttert – der Manipulation von Wechselkursen. Ein Händler ist bereits suspendiert. Auch für den Vorstand ist der Fall heikel. Von Jörg Eigendorf und Sebastian Jost

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Der Skandal um manipulierte Wechselkurse erreicht die Deutsche Bank. Mindestens ein Devisenhändler der Bank wurde nach Informationen der „Welt“ suspendiert. Es bestehe der Verdacht, dass er Referenzkurse für Währungen manipuliert habe, sagten mit den Untersuchungen vertraute Personen.

Nachdem bereits wegen Manipulationen von Referenzzinsen wie dem Libor mehrere Mitarbeiter gehen mussten, erfasst damit nun eine weitere Affäre die Bank.

Der betroffene Devisenhändler arbeitete bislang in New York und handelte mit argentinischen Peso. Darüber hinaus gibt es inzwischen womöglich weitere Verdachtsfälle bei der Bank.

Vorsorgliche Suspension

Seit Herbst gehen Aufsichtsbehörden weltweit dem Verdacht nach, dass Banker bei viel beachteten Referenzkursen für Währungen getrickst haben könnten. Über ein Dutzend große Banken wurden deshalb um Auskünfte gebeten. Mehrere Häuser, darunter etwa die Citigroup, haben bereits einzelne Mitarbeiter suspendiert.

Bei der Deutschen Bank dagegen waren in der Affäre bislang keine Suspendierungen bekannt geworden. Noch Ende des Jahres hatte es in Bank- und Aufsichtskreisen geheißen, es gebe keine konkreten Indizien für eine Verwicklung der Deutschen Bank.

Dies hat sich inzwischen offenbar geändert. Eigene Untersuchungen der Bank förderten den Verdachtsfall in New York zutage, wie es im Umfeld des Instituts heißt. Bei dem Peso-Händler wurden demnach verdächtige E-Mails gefunden, die auf Manipulationsversuche hindeuten könnten.

Noch ist dem Vernehmen nach nicht endgültig klar, ob sich der Mann tatsächlich etwas zuschulden kommen ließ. Er sei jedoch vorsorglich suspendiert worden.

Falscher Alarm im November

Ein Sprecher der Bank wollte sich zu konkreten Mitarbeitern oder Verdachtsfällen nicht äußern. Er bestätigte lediglich, dass die Deutsche Bank Informationsanfragen von Aufsichtsbehörden erhalten habe, die Handelsaktivitäten im Devisenmarkt untersuchen.

„Die Bank unterstützt diese Untersuchungen und wird in begründeten Fällen disziplinarische Maßnahmen gegen einzelne Mitarbeiter ergreifen“, sagte der Sprecher weiter. Inwiefern dies bereits geschehen ist, wollte das Kreditinstitut nicht kommentieren.

Im November hatte es in der Devisenaffäre noch einen falschen Alarm gegeben. Ein Deutsche-Bank-Mitarbeiter war wegen scherzhafter Bemerkungen ins Visier der internen Ermittler und der Behörden geraten.

Der Verdacht hatte sich aber schnell als unbegründet erwiesen, sodass der Banker nicht suspendiert wurde. Beim jetzigen Verdachtsfall um den Peso-Händler ist die Situation offenbar komplexer.

Enorme Sprengkraft

Der Devisenskandal birgt für die Bank, aber auch für die Branche insgesamt enorme Sprengkraft. Die involvierten Händler sollen versucht haben, sogenannte Preisfixings zu beeinflussen. Sie gelten als wichtige Orientierungsmarken im unübersichtlichen Devisenhandel.

Auf dem größten Markt des Finanzsystems finden die meisten Geschäfte außerhalb der Börse statt. So gibt es keinen transparent ermittelten Schlusskurs, an dem sich Fondsmanager oder andere Finanzakteure richten können.

Stattdessen wird für Fixings zu einer bestimmten Zeit ein möglichst repräsentativer Wechselkurs für ein Währungspaar bestimmt, also etwa vom Euro zum Dollar. Als manipulationsanfällig gelten vor allem weniger bedeutende Währungen, mit denen seltener gehandelt wird.

725 Millionen Euro Kartellstrafe

Der Devisenskandal reiht sich ein in eine Serie von Manipulationsfällen bei weltweit führenden Banken. Neben Wechselkursen sollen auch Rohstoffpreise beeinflusst worden sein. Die größten Kreise haben bislang die Tricksereien bei Referenzzinsen wie Libor oder Euribor gezogen.

Die Deutsche Bank gehört dabei zu den am stärksten betroffenen Banken. Die EU-Kommission verhängte eine Kartellstrafe von 725 Millionen Euro gegen das Institut. Weitere Untersuchungen von Aufsichtsbehörden laufen.

Die Deutsche Bank hat zwar gelobt, mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Diese zeigten sich mit der Kooperation aber nicht gerade zufrieden: Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat Vorstand und Aufsichtsrat der Bank eine mangelhafte Aufklärung der Libor-Affäre vorgeworfen und am ausgerufenen Kulturwandel gezweifelt.

Affären heikel für Jain

Wenn nun ein weiterer Manipulationsskandal die Deutsche Bank erreicht, dürfte das die Aufsicht kaum besänftigen. Zu ihrem Ermittlungsstand in der Sache wollte sich die BaFin auf Anfrage nicht äußern.

Die Manipulationsaffären gelten als besonders heikel für Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain. In der Libor-Affäre hatte der Aufsichtsrat ihn entlastet: Es gebe keine Hinweise auf eine Involvierung von aktuellen oder früheren Vorstandsmitgliedern, so das Fazit des Kontrollgremiums nach mehrmonatigen Prüfungen.

Auch der Devisenhandel, der nun mehr denn je in den Fokus rückt, gehört zu dem Geschäftsbereich, den Jain vor seinem Aufstieg an die Spitze der Bank jahrelang verantwortet hatte.

http://www.welt.de/wirtschaft/article123870656/Deutsche-Bank-geraet-in-den-Sog-des-Devisenskandals.html

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07.01.2014

Aufseher werfen Deutscher Bank Bilanztricks vor

Finanzgeschäfte aus der Vergangenheit haben die Deutsche Bank eingeholt. Die Finanzaufsicht BaFin wirft der Bank falsche Bilanzierung vor. Insbesondere die ehemalige Abteilung von Co-Chef Jain steht in der Kritik.

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Intransparenz, häppchenweise Information und falsche Bilanzierung: Das sind die Vorwürfe, die die Finanzaufsicht BaFin gegenüber der Deutschen Bank  in einem Schreiben erhoben hat, aus dem die Tageszeitung „Welt“ zitiert. Dieses mal ging es jedoch nicht um die Manipulation von Zinsen. Derivategeschäfte mit der italienischen Bank Monte dei Paschi di Siena holen Deutschlands größtes Geldhaus ein.

Die Geschäfte mit der angeschlagenen Bank gehen teilweise auf das Jahr 2008 zurück. Sie gerieten in die Kritik, nachdem Monte dei Paschi mit Staatshilfen gerettet wurde. Mit Hilfe der Derivate soll die Deutsche Bank gemeinsam mit einem japanischen Investmenthaus Verluste des italienischen Geldhauses verschleiert haben.

Absolut inakzeptabel“

Die BaFin stört sich in ihrem Brief us dem November 2013 an der Art, wie die Deutsche Bank das Geschäfte bilanziert hat. Demnach soll die Deutsche Bank nachträglich Korrekturen bei der Bilanzierung der Derivategeschäfte mit Monte dei Paschi durchgeführt haben. Wie aus dem BaFin-Schreiben hervorgeht, begründet die Bank die Korrektur damit, dass ihr Bereich Finance erst damals von ihrem Handelsbereich über zusätzliche Transaktionsstränge informiert worden sei.

Das Verhalten der Handelssparte, die viele Jahre von Co-Chef Anshu Jain verantwortet wurde, sieht die Behörde anscheinend besonders skeptisch. „Ich halte es für absolut inakzeptabel, dass Sie offensichtlich mein Haus als auch meine Behörde falsch informiert sowie die Transaktion falsch bilanziert haben“, äußert sich laut der „Welt“ eine BaFin-Aufseherin in dem Schreiben. Die Behörde bezweifelt, dass es der Deutschen Bank mit dem Kulturwandel – einem zentralen Thema der Co-Chefs Jürgen Fitschen und Jain – wirklich ernst ist.

http://www.focus.de/finanzen/banken/voellig-inakzeptabel-aufseher-werfen-deutscher-bank-bilanztricks-vor_id_3521994.html

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06.01.2014

Bafin will Deutsche-Bank-Managern an den Kragen

Die Finanzaufsicht macht Druck auf die Deutsche Bank wegen der schleppenden Aufarbeitung des Zinsskandals. Die Bafin pocht darauf, dass „einige Manager der Deutschen Bank Verantwortung übernehmen“.

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Der Skandal um die Manipulation wichtiger globaler Referenzzinsen hat das Topmanagement der Deutschen Bank erreicht. In einem jetzt publik gewordenen Bericht aus dem vergangenen August kritisiert die deutsche Finanzaufsicht Bafin die Bank und fordert indirekt auch personelle Konsequenzen aus der Libor-Affäre. „Die Bafin will, dass einige Manager der Deutschen Bank Verantwortung übernehmen“, hieß es in Finanzkreisen. Die Deutsche Bank nimmt den Bericht der Aufseher sehr ernst. Wie das Handelsblatt aus Finanzkreisen erfuhr, prüft die Führung des Geldhauses bereits personelle Konsequenzen aus der Libor-Affäre. Vor allem der Co-Chef des Asien-Geschäfts, Alan Cloete, stehe im Fokus der Aufseher.

Der Südafrikaner arbeitet seit 1997 für die Deutsche Bank und gilt als enger Weggefährte von Co-Vorstandschef Anshu Jain. Im Investmentbanking war Cloete unter Jains Führung für den Geld- und Devisenhandel verantwortlich, jene Bereiche also, in denen die Manipulationen stattgefunden haben sollen. Nachdem Jain 2012 zum Co-Vorstandschef aufgestiegen war, wurde Cloete in den erweiterten Vorstand der Deutschen Bank befördert.

In dem Bericht kritisiert die Bafin nach Informationen des „Spiegels“ diese Beförderung. Die Aufseher werfen der Bank zudem schwere organisatorische Mängel vor. Der Vorstand und der Aufsichtsrat hätten die Manipulationsaffäre nicht angemessen aufgearbeitet. Die Bafin wollte dies nicht kommentieren.

Den detaillierten Bericht zu den jüngsten Problemen der Deutschen Bank finden Sie hier und dann im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/libor-affaere-bafin-will-deutsche-bank-managern-an-den-kragen/9292454.html

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27.12.2013

Fonds nutzen Schlupfloch für riskante Geschäfte

Fonds-Gesellschaften der Deutschen Bank und der Genossenschaftsbanken Union Investment lassen Anlageprodukte mit Erfolgsgebühr in Luxemburg verwalten und umgehen so die deutsche Finanzaufsicht Bafin.

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Einzelne Fondsgesellschaften nutzen einem Bericht zufolge ein Schlupfloch zum Geschäftemachen mit besonders riskanten Anlageprodukten. Die Deutsche-Bank-Tochter DWS und die Fondsgesellschaft der Genossenschaftsbanken Union Investment umgingen Regelungen der deutschen Finanzaufsicht Bafin, indem sie bestimmte Fonds für ihre Kunden in Luxemburg auflegten, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ (Freitagsausgabe). Im Gegensatz zu derartigen in Deutschland verwalteten Fonds müssten sie zur Entwicklung der Anlage weniger genaue Angaben machen.

Konkret handele es sich um Anlagen mit einer sogenannten „Performance Fee“, eine Erfolgsgebühr also. Der Anleger muss sie demnach dann der Fondsgesellschaft zahlen, wenn sein Anlageprodukt besser abschneidet als ein bestimmter Vergleichswert, also beispielsweise sein Fonds im Vergleich zum Aktienindex Dax eine höhere Rendite abwirft. Umgekehrt allerdings bekomme der Anleger kein Geld zurück, sollte sein Anlageprodukt schlechter abschneiden.

Dieses Prozedere mache riskante Anlagestrategien attraktiv, kritisierte der grüne Europa-Abgeordnete Sven Giegold laut der Zeitung. Das Risiko für den Anleger werde „zur Gelddruckmaschine für den Anbieter“, erklärte Giegold.

In Deutschland seien derartige Fonds seit Sommer stärker reglementiert: Die Anbieter müssten auf fünf Jahre deren Erfolg und Misserfolg aufrechnen. Das gelte allerdings nicht für im Ausland aufgelegte Fonds. Während einige Gesellschaften laut dem Bericht freiwillig bei ausländischen Fonds die Aufrechnung für ihre Kunden vornehmen, verzichteten DWS und Union Investment darauf und nutzen das Schlupfloch über Luxemburg weiter.

Der „Süddeutschen Zeitung“ teilten beide Gesellschaften mit, sich in Deutschland an die Regeln zu halten. Der Branchenverband BVI zeigte sich der Zeitung gegenüber gewillt, an einer Regelung zur Erhebung der „Performance Fee“ mitzuarbeiten.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/fonds/nachrichten/performance-fee-fonds-nutzen-schlupfloch-fuer-riskante-geschaefte/9264878.html

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20.12.2013

Hypothekenstreit Deutsche Bank zahlt 1,4 Milliarden Euro

Kurz vor Weihnachten räumt die Deutsche Bank mit dem größten Vergleich ihrer Geschichte milliardenschwere Altlasten aus dem Weg. Mit einer Zahlung von 1,4 Milliarden Euro legt sie den Rechtsstreit über den Verkauf fragwürdiger amerikanischer Hypothekenpapiere bei.

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Die Deutsche Bank greift tief in die Tasche, um einen Streit um Hypothekenpapiere in den USA aus der Welt zu schaffen. Die Frankfurter zahlen gut 1,9 Milliarden Dollar oder umgerechnet 1,4 Milliarden Euro an die beiden staatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac. Diese hatten sich von der Deutschen Bank bei Hypothekengeschäften aus den Jahren 2005 bis 2007 übers Ohr gehauen gefühlt.

Die heutige Vereinbarung ist ein weiterer Schritt, die Altlasten der Bank zu bereinigen“, erklärten die beiden Bankchefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain am Freitag in Frankfurt. „Wir beabsichtigen, in dieser Hinsicht 2014 weitere Fortschritte zu erzielen.“

Die zuständige amerikanische Aufsichtsbehörde FHFA hatte im September 2011 Klage gegen insgesamt 17 Finanzkonzerne eingereicht. Der Vorwurf: Die Häuser hätten die in den Hypothekenpapieren enthaltenen Hauskredite zu rosig dargestellt. Die Folge: Als die Immobilien- und Finanzkrise ab 2007 hereinbrach, konnten viele Hauseigentümer in den Vereinigten Staaten ihre Raten nicht mehr zahlen und die Wertpapiere verloren massiv an Wert.

Großbanken haben in ähnlichen Fällen bereits milliardenschwere Abbitten geleistet. Für die Deutsche Bank ist es nach eigenen Angaben der größte einzelne Rechtsstreit im Zusammenhang mit Hypotheken. „Wir haben uns aus der Art von Hypothekengeschäften, die zu diesen Forderungen geführt haben, verabschiedet und unsere Kontrollen weiter verbessert“, erklärten Fitschen und Jain. Die Zahlung ist den Angaben zufolge weitestgehend durch Rückstellungen abgedeckt.

-Wo die Deutsche Bank überall Ärger hat

Das größte deutsche Geldhaus muss noch in einigen weiteren Fällen die Sünden der Vergangenheit aufarbeiten. Ein Überblick über die wichtigsten Fälle:

Zinsskandal: Wegen der Manipulation wichtiger Referenzzinssätze wie Euribor und Libor steht die Bank an mehreren Fronten unter Druck. Die EU-Kommission verhängte Anfang Dezember eine Rekordstrafe von 1,71 Milliarden Euro gegen sechs Großbanken, davon entfiel mit 725 Millionen Euro der Löwenanteil auf das Frankfurter Geldhaus. Das war bis dahin die höchste Geldbuße, die das Institut je aufgebrummt bekommen hat. Mit den amerikanischen Ermittlungsbehörden hat sich die Deutsche Bank im Gegensatz zu vielen anderen Instituten dagegen bisher nicht auf einen Vergleich geeinigt.

Der amerikanische Immobilienfinanzierer Fannie Mae Klage hat darüber hinaus gegen das Institut und acht andere internationale Großbanken eingereicht und fordert insgesamt mehr als 800 Millionen Dollar Schadenersatz. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat die seit dem Sommer 2012 laufende Libor-Sonderprüfung bei der Deutschen Bank Regierungskreisen zufolge 2013 noch einmal intensiviert. Es gebe Zweifel an der internen Untersuchung des Instituts, die unter anderem Co-Chef Anshu Jain und den restlichen Vorstand entlastet habe. Die BaFin hat aber keine Anhaltspunkte für eine Verstrickung früherer oder aktueller Vorstände in den Fall. Im eigenen Haus ist der Streit über die Verantwortung für die Manipulationen ebenfalls noch nicht geklärt. Im September verdonnerte ein Gericht die Bank dazu, vier Händler wieder einzustellen, die wegen mutmaßlicher Tricksereien bei den Zinssätzen entlassen worden waren. Das Geldhaus selbst habe den Interessenkonflikt heraufbeschworen, der zu den Entlassungen geführt habe, urteilte das Frankfurter Arbeitsgericht.

Kirch: Die Bank ist nach Ansicht des Oberlandesgerichts München mitverantwortlich für die Pleite des Medienkonzerns im Jahr 2002. Grund ist ein Interview des damaligen Bankchefs Rolf Breuer, in dem dieser Zweifel an Kirchs Kreditwürdigkeit gesät hatte. Das Institut ist bereits zu Schadenersatz verurteilt worden, um dessen Höhe beide Seiten noch ringen. Die Kirch-Erben fordern Schadenersatz in Milliardenhöhe.

Die Staatsanwaltschaft, die das Institut wegen des Falls Ende 2012 durchsucht hat, wirft Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen, seinem Vorgänger Josef Ackermann und weiteren ehemaligen Vorständen des Geldhauses vor, im Kirch-Prozess die Unwahrheit gesagt zu haben. Sie ermittelt deshalb wegen Prozessbetrugs.

CO2: Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Bank wegen des Verdachts der Umsatzsteuerhinterziehung im Zusammenhang mit dem Betrug mit CO2-Verschmutzungsrechten. Rund 500 bewaffnete Polizisten und Steuerfahnder haben im Dezember 2012 deshalb den Hauptsitz der Bank in Frankfurt und andere Büros durchsucht. Co-Chef Fitschen und Finanzvorstand Stefan Krause gehören zu den 25 Mitarbeitern der Bank, gegen die in der Affäre wegen schwerer Steuerhinterziehung ermittelt wird.

Devisen und Derivate: Aufseher gehen dem Verdacht nach, dass Banken am billionenschweren Devisenmarkt ebenfalls getrickst haben. Die Deutsche Bank erhielt in der Folge ein sogenanntes Auskunftsersuchen. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin sieht bisher jedoch keine Anhaltspunkte, dass Händler der Bank in Manipulationen involviert waren. Die weltweite Überprüfung ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Amerikanische und deutsche Aufseher gehen zudem dem Verdacht nach, dass Geldhäuser den viel beachteten Marktindex für Swap-Geschäfte (Isdafix) zu ihren Gunsten beeinflusst haben. Sie haben auch dazu Informationen von der Deutsche Bank angefordert.

Bilanztricksereien: Bundesbank und BaFin haben im April 2013 Finanzkreisen zufolge eine Sonderprüfung bei der Deutschen Bank wegen mutmaßlicher Bilanztricksereien während der Finanzkrise gestartet. Im Raum steht der Vorwurf, das Institut habe damals ein milliardenschweres Derivate-Portfolio zu hoch bewertet. Die Bank weist die Vorwürfe zurück. Die deutschen Aufseher reisten im Frühsommer in die Vereinigten Staaten, um dort mit dem Hauptbelastungszeugen zu sprechen.

Italien: Ein Gericht in Mailand verurteilte Deutschlands größtes Geldhaus und andere Investmentbanken Ende 2012 wegen schweren Betrugs. Die Geldhäuser sind Zinswetten mit der Verwaltung der italienischen Finanzmetropole eingegangen, die die Stadt am Ende Millionen kostete. Alle verurteilten Banken haben Berufung angekündigt. Klagen von rund 600 weiteren Kommunen in Italien sind noch anhängig.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/hypothekenstreit-deutsche-bank-zahlt-1-4-milliarden-euro-12720533.html

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19.12.2013

Deutsche Bank prüft Verkauf ihres Uran-Schatzes

U3O8 ist die Abkürzung für Uran, das an der Börse gehandelt wird. Zu den Handelshäusern gehört die Deutsche Bank. Ein Verkauf des Geschäfts deutet sich an – und damit auch das Abstoßen eines stattlichen Uran-Vorrats.

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Die Deutsche Bank führt Insidern zufolge Gespräche über den Verkauf ihres Uran-Handelsgeschäfts. Die Bank, die weitgehend aus dem Handel mit Rohstoffen aussteigen will, habe zahlreiche Anfragen von Interessenten bekommen, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ein offizieller Verkaufsprozess dürfte Anfang 2014 in Gang gebracht werden.

Die Deutsche Bank gehört zu den größten Uran-Händlern außerhalb der Atomwirtschaft. Die Bank wollte sich nicht zu ihren Plänen äußern. Auch der Konkurrent Goldman Sachs hat seinen Uran-Handel zum Verkauf gestellt.

Bei der Deutschen Bank stehen unter anderem Lagerbestände von schwach angereicherten Uran – „Yellowcake“ genannt – im Wert von rund 200 Millionen Dollar zum Verkauf. Das wäre genug, um zehn Kernkraftwerke mit einer Kapazität von 1000 Megawatt zwölf bis 18 Monate zu befeuern, wie Branchenkenner sagten. 80 Prozent des Urans weltweit werden über langfristige Kontrakte zwischen Herstellern und Versorgern gehandelt, ein Fünftel wird auf dem Spot-Markt verkauft. Dort sind die Uran-Preise auf den niedrigsten Stand seit 2005 gesunken. Uran 308 kostet nur noch halb so viel wie vor Katastrophe im japanischen Kernkraftwerk Fukushima 2011.

Die Finanzinstitute hatten das Geschäft Mitte der 2000er Jahre für sich entdeckt, als noch von einer „Renaissance“ der Kernkraft die Rede war. 2007 erreichte der Uran-Preis mit 140 Dollar je Pfund seinen Höchststand, in diesem Herbst sind es noch 34 bis 35 Dollar. Insider sagten, die Deutsche Bank habe in dem Geschäft in den vergangenen fünf Jahren stets schwarze Zahlen geschrieben. Die Deutsche Bank hatte den Ausstieg aus dem Rohstoffgeschäft mit niedrigen Margen und härteren Auflagen der Regulierer begründet.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/handelsgeschaeft-deutsche-bank-prueft-verkauf-ihres-uran-schatzes/9244078.html

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09.12.2013

Deutsche Bank setzt Skandalbeauftragten ein

Die Deutsche Bank ist in unzählige Rechtsstreits rund um die Welt verwickelt. Nun schafft sie einen neuen Posten: Ein Unternehmensberater soll sich darum kümmern, dass weniger Skandale passieren.

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Nach zahlreichen Skandalen in den vergangenen Jahren soll jetzt ein Sonderbeauftragter in der Deutschen Bank für Ordnung sorgen. Thomas Poppensieker, der bisher für die Unternehmensberatung Mc Kinsey arbeitet, werde die neu geschaffene Kontrolleurs-Position Anfang des kommenden Jahres übernehmen, teilte Deutschlands größtes Geldhaus mit. Der 43 Jahre alte Poppensieker soll die verschiedenen Abteilungen der Deutschen Bank koordinieren und einheitliche Standards durchsetzen.

Poppensieker, der den Bankchefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain direkt unterstellt sein wird, hilft Finanzinstituten seit Jahren, Risikomanagement- und Kontrollprojekte durchzusetzen. Zudem beriet er die Europäische Kommission dabei, strengere Regeln für die Finanzbranche einzuführen.

Die Deutsche Bank, die auf der ganzen Welt – besonders auch in den Vereinigten Staaten – in zahlreiche Rechtsstreitigkeiten verwickelt ist, hat sich schon im vergangenen Jahr vorgenommen, ihre Kontrollsysteme zu stärken. Im April hat sie die Corporate-Governance-Spezialistin Daniela Weber-Rey geholt, damit sie den Vorstand beraten kann.

Gerade erst hat die EU-Kommission der Deutschen Bank im Skandal um Zinsmanipulationen eine Rekordzahlung in Höhe von 725 Millionen Euro aufgebrummt. Strafen im Umfang von insgesamt mehreren Milliarden Euro könnten noch folgen. Zu einer Strafe verurteilt worden ist die Bank beispielsweise schon im Verfahren mit den Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch – die Höhe steht noch nicht fest. Die Bank hat bereits mehr als 4 Milliarden Euro zurückgelegt für juristischen Krach und mögliche Strafen.

Aktuellster Fall für neuen Ärger sind einem Bericht der „New York Times“ zufolge Ermittlungen der amerikanischen Finanzaufsicht SEC. Demnach haben die Deutsche Bank und andere führende Wall Street-Häuser möglicherweise Angehörige chinesischer Regionalregenten angestellt, um so an Aufträge in der Volksrepublik zu kommen. Die SEC prüfe nun, ob damit gegen das Antikorruptionsgesetz verstoßen worden sei.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/wegen-rechtsstreitigkeiten-deutsche-bank-setzt-skandalbeauftragten-ein-12702434.html

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05.12.2013

Bestechungsvorwürfe in Japan

Deutsche-Bank-Manager verhaftet

Der Ärger für die Deutsche Bank geht weiter: In Tokio nimmt die Polizei einen Mitarbeiter unter Korruptionsverdacht fest. Er soll den Manager eines Pensionsfonds bestochen haben.

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Wegen des Verdachts auf Bestechung hat die japanische Polizei zwei Finanzmanager in Gewahrsam genommen. Dabei handelt es sich um einen Mitarbeiter der Deutschen Bank und einen ehemaligen Pensionsfonds-Manager des Handelshauses Mitsui & Co, wie die Polizei mitteilte.

Der Deutsche-Bank-Mitarbeiter soll Medienberichten zufolge von April bis August vergangenen Jahres teure Essen und Auslandsreisen im Wert von 900.000 Yen (6500 Euro) bezahlt haben. Im Gegenzug soll der Pensionsfonds-Manager rund eine Milliarde Yen (7,2 Millionen Euro) in Produkten der Bank-Tochter Deutsche Securities angelegt haben.

In Japan werden viele Geschäfte beim Essen besprochen und abgeschlossen. Die Grenze zur Bestechung ist fließend. Strafen auf überhöhte Spesenausgaben sind sehr rar gesät in Japan, da die Regeln, was als „überhöht“ zu bezeichnen ist, nicht klar definiert sind. Das erschwert die Arbeit der Regulierungsbehörden. Topmanager von Pensionsfonds gelten in Japan aber als Staatsbedienstete, weil sie hohe Summen für die Altersvorsorge anlegen. Für sie gelten besonders strenge Anti-Korruptionsregeln.

„Ziehen angemessene Maßnahmen in Erwägung“

Die Deutsche Bank wollte die Verhaftungen nicht kommentieren. Ein Sprecher von Mitsui & Co sagte: „Es tut uns leid, dass unser ehemaliger Mitarbeiter in diesem Fall involviert ist, und nach Bestätigung der Fakten werden wir angemessene Maßnahmen in Erwägung ziehen.“

Einem Medienbericht zufolge ist das Vertriebsteam für Pensionsfonds bei der Deutschen Bank in Japan bereits aufgelöst worden. Die japanische Börsenaufsicht hatte am Donnerstag lediglich mitgeteilt, dass eine Tochter der Bank ihre Geschäftsregeln verbessern müsse.

Unterdessen muss die Deutsche Bank im Skandal um Zinsmanipulationen die höchste Geldstrafe ihrer Geschichte zahlen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs Großbanken am Mittwoch Rekord-Bußen von insgesamt 1,7 Milliarden Euro. Der deutsche Branchenprimus, der auch in einige andere Skandale verwickelt ist, bekam im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro aufgebrummt.

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Deutsche-Bank-Manager-verhaftet-article11855401.html

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05.12.2013

Libor-Skandal erreicht Deutsche-Bank Chef Anshu Jain

Die Finanzaufsicht Bafin ermittelt bei der Deutschen Bank, in welcher Form der Vorstand in die Manipulationen des Libor involviert war. In diesem Zusammenhang fällt auch der Name Anshu Jain. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass Jain mit ernsthaften Problemen rechnen muss.

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Erstmals fällt im Zusammenhang mit dem Libor-Skandal der Name Anshu Jain.

Das ist überraschend: Denn bisher waren für Banken-Skandale ausschließlich kleine Mitarbeiter zuständig, die sich über die strengen ethischen Vorschriften, denen Top-Manager in Banken lückenlos folgen, mit krimineller Energie hinwegsetzten.

Diese offizielle Lesart gerät nun bei der Deutschen Bank ins Wanken.

Der Skandal um Zinsmanipulation könnte bei der Deutschen Bank doch noch das Top-Management erreichen. Die Bonner Finanzaufsicht BaFin hat ihre Sonderprüfung im Zuge der Libor-Affäre Finanzkreisen zufolge vertieft und untersucht, ob und wie weit Manager von der Manipulation des Interbanken-Zinses wussten oder diese deckten. „Dabei geht es immer auch um die Verantwortung des Vorstandes“, sagte einer der Insider der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Belege für eine Mitwisserschaft von Führungskräften erhofft sich die Finanzaufsicht auch von Akten aus einem Kündigungsschutzprozess, den vier Händler kürzlich vor dem Frankfurter Arbeitsgericht gewonnen hatten. Die Behörde hat die Gerichtsakten angefordert.

Die Händler, die wegen „unangemessener Kommunikation“ mit anderen Marktteilnehmern gefeuert worden waren, hatten vor Gericht den ehemaligen Chef des Devisen- und Geld-Handels der Deutschen Bank, Alan Cloete, belastet. Er habe die internen Untersuchungen des Libor-Falls für beendet erklärt – mit dem Hinweis, dass der damalige Investmentbank-Chef Anshu Jain vor seiner Berufung zum Vorstandschefs nicht beschädigt werden solle. Die Deutsche Bank bestreitet, dass Cloete dies gesagt hat. Cloete ist im erweiterten Vorstand der Deutschen Bank für die Region Asien/Pazifik zuständig.

Zu den Informationen zur Ausweitung der BaFin-Prüfung wollten sich die Deutsche Bank und die Aufsichtsbehörde nicht äußern. In der ersten Phase der Sonderprüfung hatte die BaFin festgestellt, dass organisatorische Mängel die Manipulationen erleichtert hätten, aber keine Mitschuld des Vorstands gesehen. Die BaFin hat verschiedene Werkzeuge, um Bankvorstände zu sanktionieren: Das reicht von einer Rüge – im Fachjargon ein „scharfes Schreiben“ – über eine Verwarnung bis zur Abberufung.

Kleiner Vorschlag an die Bafin für ein „scharfes Schreiben“:

Lieber Herr Jain, 

wir haben im Falle Libor bestimmte Unregelmäßigkeiten vorgefunden, deren Urheberschaft wir aufgrund einer unübersichtlichen Beweislage nicht identifizieren können. Selbstverständlich gehen wir davon aus, dass alle Beteiligten im besten Wissen und Gewissen gehandelt haben.

Dennoch möchten wir Sie ersuchen, künftig dafür Sorge zu tragen, dass die strengen ethischen Maßstäbe, denen sich Ihr Institut bekanntermaßen verpflichtet fühlt, auch allen Mitarbeitern zur Kenntnis gebracht werden.

Im gemeinsamen Interesse um die europäische Finanzmarktstabilität müssen alle Beteiligten ein Interesse daran haben, dass die Öffentlichkeit weiter von der Integrität des Finanzsektors überzeugt bleibt.

Das kürzlich vom Bankensektor ausgesprochene Verbot zur Benutzung von Chatrooms durch Trader sehen wir als ein erste, wichtige Maßnahme an, um jede Form der Kleinkriminalität im Finanzsektor in einem möglichst frühen Stadium zu ersticken.

Wir hoffen, dass die Banken diese Maßnahmen in Kürze auch auf Kaffeehäuser, Bierhallen und Flughafen-Bars ausweiten wird.

Nur so kann der Öffentlichkeit die Sicherheit gegeben werden, dass es durch unangemessene Kommunikation zu Insider-Handel oder gar Manipulationen kommen könnte.

Wir danken im Voraus für Ihre gute Kooperation.

Ihre Bafin e.h.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/12/05/libor-skandal-erreicht-deutsche-bank-chef-anshu-jain/

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20.11.2013

Deutsche Bank steckt in der Libor-Falle

Das Landgericht Frankfurt hatte Kündigungen gegen Zinshändler für unwirksam erklärt. Schlimmer war für die Deutsche Bank aber, dass ihr eine Mitschuld an Zinsmanipulationen gegeben wurde. Jetzt geht sie in Berufung.

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Die Deutsche Bank gibt sich nach den vernichtenden Urteilen des Arbeitsgerichts Frankfurt zur Entlassung von Zinshändlern nicht geschlagen. Wie das Handelsblatt in seiner Mittwochsausgabe berichtet (hier der vollständige Text zum Download), geht die Bank vor dem Landesarbeitsgericht Hessen in Berufung. Das bestätigte ein Sprecher der Deutschen Bank. Mit einem Verhandlungstermin wird frühestens im Sommer 2014 gerechnet.

Die Deutsche Bank hatte im Februar vier Händler im Zuge der internen Ermittlungen um die Manipulation der Referenzzinsen Libor und Euribor entlassen. Ihren Klagen auf Wiedereinstellung gab das Gericht statt. Weil die Bank durch mangelnde Regeln und Kontrollen, sowie ihre Organisationsstruktur eine Mitschuld trage, hätten die Kündigungen einer Abmahnung bedurft. Daher seien sie unwirksam.

Das Urteil bringt die bisherige Argumentation der Deutschen Bank vom Fehlverhalten einzelner Händler im Zinsskandal ins Wanken. Durch die Berufung wählt das Geldhaus weiter den Weg der Aufklärung in der Öffentlichkeit. Doch das ist für die Bank und ihre Manager nicht ungefährlich. Um die Einzelfalltheorie zu beweisen, müssten die Richter nun noch tiefer in die damaligen Abläufe der Bank schauen.

Das Verfahren vor dem Landesarbeitsgericht ist eine neue Tatsacheninstanz. Hier kann das Gericht nochmals darüber entscheiden, ob eine Zeugenvernehmung nötig ist“, sagt Peter Rölz, Anwalt des Händlerquartetts dem Handelsblatt.

Schon vor dem Arbeitsgericht kamen brisante Vorwürfe zu Tage, die damalige Manager der Bank belasten, und die auch das Interesse der Finanzaufsicht Bafin geweckt haben. Die Aufseher, die derzeit mit der Aufklärung des Libor-Skandals befasst sind, haben sich vor wenigen Tagen die gesamten Prozessunterlagen vom Arbeitsgericht kommen lassen und werden auch die Rolle der Manager untersuchen.

Die Frage, wie weit in der Führungsstruktur von einer Manipulation Kenntnis bestand, ist jeder Prüfung immanent“, sagt ein Insider. Sollte am Ende die Erkenntnis stehen, das mittlere Management trage eine Mitschuld, würde der Skandal auch näher an Co-Vorstandschef Anshu Jain heranrücken. Er leitete zur Zeit der mutmaßlichen Manipulationen das Investmentbanking.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/berufung-gegen-urteil-eingelegt-deutsche-bank-steckt-in-der-libor-falle/9100424.html

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18.11.2013

Deutsche Bank wird nun auch in Dubai verklagt

Mutmaßliche Zinsmanipulationen, Bilanztricksereien und fragwürdige Hypothekengeschäfte: Die Deutsche Bank muss sich derzeit einer Flut von Klagen stellen. Nun kommt wohl eine weitere in Dubai hinzu.

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Der Deutschen Bank steht ein neuer Rechtsstreit ins Haus. Eine Aufsichtsbehörde im Emirat Dubai reichte Klage gegen das Institut ein, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht.

Der Aufseher DFSA des steuerfreien Internationalen Finanzzentrums von Dubai (DIFC) wirft dem größten deutschen Geldhaus vor, in einem Ermittlungsverfahren Informationen vorzuenthalten.

Bei den seit Ende vergangenen Jahres laufenden Untersuchungen geht es um die Frage, ob die Bank vermögende Kunden ausreichend geprüft habe mit Blick auf Geldwäsche-Risiken. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich nicht zu der Angelegenheit äußern.

Derartige Klagen des Finanzaufsehers in Dubai sind sehr selten. Den Gerichtsunterlagen von Ende Oktober zufolge wurde die Deutsche Bank erstmals im Juli gebeten, Informationen über Kunden der Vermögensverwaltung bereitzustellen, darunter deren Namen und Angaben zur Eröffnung ihrer Konten. Allerdings sei die Bank der Aufforderung nur zum Teil nachgekommen.

Hohe Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten

Die Deutsche Bank muss sich weltweit einer Flut von Prozessen und Klagen stellen. Darin geht es unter anderem um mutmaßliche Zinsmanipulationen, Bilanztricksereien und fragwürdige Hypothekengeschäfte.

Mittlerweile hat die Bank mehr als vier Milliarden Euro zurückgelegt, um die Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten schultern zu können.

http://www.welt.de/wirtschaft/article122006860/Deutsche-Bank-wird-nun-auch-in-Dubai-verklagt.html

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14.11.2013

Deutsche Bank kauft spanische Bad-Bank-Kredite

Die spanische Bad Bank Sareb wurde gegründet, um faule Kredite aufzukaufen. Nun können die Spanier zwei Kreditpakete im Wert von 233 Millionen Euro an die Deutsche Bank verkaufen.

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Die spanische Bad Bank Sareb hat nach eigenen Angaben zwei Kreditpakete im Wert von 233 Millionen Euro an die Deutsche Bank verkauft. Es ist bereits das dritte derartige Geschäft der staatlichen Bad Bank, bei der Banken zur Sanierung faule Kredite parken können. Sareb teilte in Madrid mit, die an die Deutsche Bank verkauften Pakete beinhalteten rund 30 Kredite mit einem Nominalwert von 233 Millionen Euro, von denen viele durch Grundstücke abgesichert seien. Sareb gab nicht bekannt, wie viel die Deutsche Bank für die Pakete bezahlt hat.

Sareb hatte in den vergangenen Wochen mindestens sieben Pakete auf dem Markt platziert, darunter Beteiligungen an Feriensiedlungen und einem Einkaufszentrum.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/millionendeal-deutsche-bank-kauft-spanische-bad-bank-kredite/9079216.html

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08.11.2013

Deutsche Bank gewinnt einen Milliardenprozess

Acht Milliarden Euro Schadenersatz forderte ein Großinvestor wegen gescheiterten Spekulationsgeschäften von der Deutschen Bank. Nach dem Urteil eines Londoner Gerichts muss nun aber er selbst zahlen.

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Gerichtstermine sorgen bei der Deutschen Bank in der Regel für ein äußerst unangenehmes Gefühl in der Magengegend. Sorgen Kontakte mit der Justiz zuletzt doch regelmäßig für große Unannehmlichkeiten. Wegen der Zinsmanipulationen droht eine hohe Millionenbuße, im Dauerprozess gegen Medienunternehmer Leo Kirch wurde die Bank zu einer Schadenersatzzahlung verurteilt und im Falle staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen reichte allein schon deren Eröffnung für jede Menge Negativschlagzeilen.

Nun aber kommt endlich mal eine gute Nachricht für die Bank aus einem Gerichtssaal: Der norwegische Großinvestor Alexander Vik ist mit einer Milliardenklage gegen das Institut gescheitert. Statt acht Milliarden Dollar zu kassieren, muss er nach einem Urteil eines Londoner Gerichts seinerseits 235 Millionen Dollar an die Bank überweisen.

Hintergrund des spektakulären Prozesses waren Devisenspekulationen von Viks Firma Sebastian Holdings aus Zeiten vor der Finanzkrise. Sie hatte bei der Deutschen Bank komplexe Handelsgeschäfte abgeschlossen, mit denen sich auf die Schwankungen von Wechselkursen wetten ließ. Im günstigen Fall sollte das bei geringem Einsatz hohe Gewinne einbringen. Doch als im Krisenjahr 2008 die Märkte verrückt spielten, liefen Viks Geschäfte hoffnungslos aus dem Ruder.

Gericht kann Argumentation nicht nachvollziehen

Die Bank verlangte höhere Sicherheitszahlungen von Vik, die dieser nicht leistete, weshalb die Bank wiederum vor Gericht zog. Der Investor holte jedoch zum Gegenschlag aus: Nach seiner Darstellung hatte ihn die Bank über die wahren Risiken seiner Geschäfte im Unklaren gelassen. Dadurch seien ihm nicht nur hohe Verluste entstanden, sondern auch die Gelegenheit genommen worden, mit seinem Geld anderweitig hohe Gewinne zu machen. So errechnete Vik einen gewaltigen Schadenersatzanspruch von acht Milliarden Dollar. Allein diese Summe verschaffte dem Fall große Beachtung.

Doch Viks Argumentation, dass die Bank auch einen Profi-Investor gewissermaßen vor den Risiken seiner eigenen Geschäfte schützen müsse, überzeugte die Richter offenkundig nicht. Sie wiesen die Ansprüche des Norwegers zurück und erkannten im Gegenzug die Forderungen der Deutschen Bank auf Nachzahlungen des Investors größtenteils an.

Die Deutsche Bank begrüßte die Entscheidung und konnte sich eine deutliche Spitze gegen den Kontrahenten nicht verkneifen. Das Gericht habe schließlich festgestellt, „dass die Vorwürfe des Beklagten erfunden und haltlos sind und auf konstruierten Belegen und falschen Zeugenaussagen basieren“, sagte ein Sprecher.

Ganz ausgestanden ist die Causa für das Kreditinstitut freilich noch nicht: In New York ist eine weitere Klage Viks anhängig, über die noch nicht abschließend entschieden wurde.

http://www.welt.de/wirtschaft/article121703865/Deutsche-Bank-gewinnt-einen-Milliardenprozess.html

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06.11.2013

Zins-Manipulation

Deutscher Bank droht hohe Strafe

Noch in diesem Jahr will sich die EU-Komission mit der Deutschen Bank auf eine Strafe in dreistelliger Millionenhöhe verständigen. Weitere Institute stehen ebenfalls vor einem Vergleich.

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Die Deutsche Bank steht wegen angeblicher Zinsmanipulationen vor einer Strafe in dreistelliger Millionenhöhe. Zusammen mit anderen Banken verhandelt sie derzeit mit der EU-Kommission über einen Vergleich, wie aus Finanzkreisen am Dienstag verlautete. Die Deutsche Bank wollte dies nicht kommentieren.

Bei den Verhandlungen geht es um Absprachen des für Eurogeschäfte maßgeblichen Interbankenzinssatzes Euribor. Einer Meldung der britischen Wirtschaftszeitung „Financial Times“ zufolge strebt die Kommission eine Strafzahlung je Bank von bis zu 800 Millionen Euro an. Weitere Banken, die von dem Vergleich betroffen sein könnten, sollen offenbar Royal Bank of Scotland und Société Générale sein.

Einigung mit EU-Komission bringt Zehn-Prozent-Rabatt

Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldete, dass sich die britische HSBC aus den Verhandlungen zurückgezogen habe und einen Vergleich ablehne. Weltweit prüften Behörden, ob mehr als ein Dutzend Finanzinstitute, darunter auch die Deutsche Bank, gemeinsam verschiedene Benchmark-Zinssätze manipuliert haben, um ihre wahren Kreditkosten zu verschleiern. Banken, die einen Vergleich mit der EU-Kommission ablehnen, würden ihre Chance auf einen Zehn-Prozent-Nachlass bei möglichen Geldbußen verlieren, heißt es weiter bei Bloomberg.

Die Manipulationen beim Euribor sind nur eine der vielen Schauplätze für Rechtsstreitigkeiten bei der Deutschen Bank. Wegen der Zinsabsprachen beim für Dollar-Geschäfte maßgeblichen Libor dürften der Deutschen Bank zusätzliche Strafen in den Vereinigten Staaten und Großbritannien drohen. Weltweit haben die Aufseher bislang Strafen von insgesamt rund 3,7 Milliarden Dollar wegen des Libor-Skandals ausgesprochen.

Erst in der vergangenen Woche einigte sich die niederländische Rabobank mit den Aufsehern auf die Zahlung von 774 Millionen Euro. Die bisherige Rekordstrafe bekam die Schweizer UBS mit 1,5 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) aufgebrummt. Ebenfalls belangt wurden bereits die RBS und Barclays.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/zins-manipulation-deutscher-bank-droht-hohe-strafe-12650180.html

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05.11.2013

Libor-Skandal

Gefeuerte Händler der Deutschen Bank sind zurück

Die Libor-Affäre bereitet der Deutschen Bank weiter Ärger: Das Unternehmen wird vier Mitarbeiter, die mit den Zinsmanipulationen zu tun haben sollten, nicht so leicht los. Die Händler sind nach einer Klage zurück im Job.

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Vier Händler der Deutschen Bank, die im Februar im Zusammenhang mit Untersuchungen zur Manipulation von Benchmark-Zinssätzen entlassen worden waren, sind nach Informationen des Handelsblatts an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt. Die Männer hatten im September ihre Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt am Main gewonnen. Ein Sprecher der Bank bestätigte, dass die Händler seit Montag wieder zurück sind, wollte allerdings keine weiteren Details zu dem Vorgang nennen.

Aufsichtsbehörden in aller Welt untersuchen gerade, ob mehr als ein Dutzend Banken – darunter auch der Branchenführer aus Deutschland – sich zusammengetan hatten, um Zinssätze zu ihrem eigenen Vorteil zu manipulieren und um ihre tatsächlichen Kreditkosten zu verschleiern.

Die Deutsche Bank hatte vor dem Gericht argumentiert, dass die Männer, die Eingaben für Euribor und Franken-Libor machten, unangemessene Sofortnachrichten mit Derivatehändlern austauschten. Dabei sei es um die Frage gegangen, welche Daten übermittelt werden sollten, um ihre Gewinne zu steigern. Das Gericht hatte in dem Verfahren bei der Bank ein Mitverschulden durch Fehler in der Organisation erkannt.

Barclays, UBS und die Royal Bank of Scotland (RBS) gehören zu einer Gruppe von Banken, gegen die bereits Strafen von rund 3,7 Milliarden Dollar wegen Manipulationen beim Libor verhängt worden waren.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/libor-skandal-gefeuerte-haendler-der-deutschen-bank-sind-zurueck/9028724.html

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04.11.2013

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Jürgen Fitschen

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München im Zusammenhang mit dem Kirch-Prozess erreichen die Führungsspitze der Deutschen Bank. Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen wird verdächtigt.

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Im Fall Kirch ermittelt die Staatsanwaltschaft München jetzt auch gegen den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen. Es gebe einen Anfangsverdacht des versuchten Betrugs, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch am Montag und bestätigte einen Bericht von „Spiegel Online“. Ob gegen Fitschen Anklage erhoben werde, stehe noch nicht fest.

Die Deutsche Bank bestätigte, dass Fitschen über die Ermittlungen in Kenntnis gesetzt worden sei. Es gehe um den Verdacht, dass während der Beweisaufnahme bewusst unwahre Angaben gemacht worden seien. „Die Bank ist davon überzeugt, dass sich der Verdacht als unbegründet erweisen wird.“

Der 2011 gestorbene Medienunternehmer Leo Kirch hatte der Deutschen Bank vorgeworfen, die Pleite seines Medienkonzerns 2002 mitverschuldet zu haben. Familienmitglieder und Ex-Manager des Kirch-Imperiums fordern vom größten deutschen Kreditinstitut Schadensersatz in Milliardenhöhe.

Möglicherweise falsche Angaben

Die Ermittler prüfen, ob Vertreter der Deutschen Bank im Zivilverfahren vor dem Oberlandesgericht (OLG) München falsche Angaben gemacht haben, um die Ansprüche der Kirch-Seite abzublocken. Nach Durchsuchungen der Bank führte die Auswertung der beschlagnahmten Unterlagen dazu, dass nun auch Fitschen als Beschuldigter geführt wird.

Das OLG hatte die Deutsche Bank Ende 2012 zu Schadenersatz verurteilt. Die mögliche Höhe muss noch ermittelt werden. Die Deutsche Bank hält die Ansprüche der Kirch-Erben für haltlos und geht gegen das OLG-Urteil beim Bundesgerichtshof vor.

In dem damaligen Verfahren hatte das Oberlandesgericht auch deutlich gemacht, dass es den Verantwortlichen der Bank ihre Darstellung in dem Prozess nicht abkaufte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb bereits seit einiger Zeit wegen versuchten Prozessbetrugs gegen Ackermann, dessen Vorgänger Rolf Breuer und weitere Personen. Die Ermittler halten mündliche und schriftliche Angaben in dem Prozess für zweifelhaft.

Zu denen, die es vor Gericht mit der Wahrheit nicht so genau genommen haben sollen, zählt nun auch Fitschen. „Unsere Ermittlungen legen den Verdacht nahe, dass er eine Mitverantwortung dafür hat“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Behörde gebe Fitschens Verteidigern derzeit Gelegenheit zur Akteneinsicht und zur Stellungnahme.

Fitschen hat nun zwei Verfahren am Hals

Fitschen hatte 2012 zusammen mit seinem Kollegen Anshu Jain Ackermann an der Führungsspitze beerbt. Der 65-Jährige hat bereits ein anderes Ermittlungsverfahren am Hals – gegen ihn wird in Frankfurt wegen Umsatzsteuerhinterziehung ermittelt.

Der Skandal um Steuerbetrug mit CO2-Verschmutzungsrechten erreichte den Niedersachsen Ende vergangenen Jahres. Fitschen und Finanzvorstand Stefan Krause gehörten zu den 25 Mitarbeitern der Bank, gegen die die Staatsanwaltschaft unter anderem wegen schwerer Steuerhinterziehung Ermittlungen aufnahm. Die Bank weist auch diese Vorwürfe zurück.

Weltweit muss sich die Deutsche Bank einer Flut von Prozessen und Klagen stellen. Neben dem Kirch-Verfahren geht es unter anderem um mutmaßliche Zinsmanipulationen, Bilanztricksereien und fragwürdige Hypothekengeschäfte in den USA. Insgesamt hat das größte deutsche Geldhaus mittlerweile mehr als vier Milliarden Euro für Rechtsstreitigkeiten zurückgelegt.

http://www.welt.de/wirtschaft/article121539454/Staatsanwaltschaft-ermittelt-gegen-Juergen-Fitschen.html

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02.11.2013

Zins-Manipulationen: Deutsche Bank fängt sich erneut Millionen-Klage ein

Im Skandal um Zinsmanipulationen bekommen die Deutsche Bank und andere Geldhäuser immer größeren Ärger. Nun hat auch der in der Finanzkrise verstaatlichte US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae Klage gegen Deutschlands Branchenprimus und acht weitere internationale Großbanken eingereicht.

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Wie aus der 71-seitigen Klageschrift hervorgeht, fordert Fannie Mae von den Instituten insgesamt mehr als 800 Millionen Dollar an Entschädigung. Die Firma erklärte am Donnerstagabend vor einem Gericht in Manhattan, sie habe bei Zins- und Hypothekengeschäften Geld verloren, weil es bei der Festlegung des zugrundeliegenden Interbanken-Satzes Libor über Jahre Tricksereien gegeben habe. Der Spezialfinanzierer habe die Pflicht, sich dieses Geld zurückzuholen, betonte ein Sprecher. Der genaue Nachweis einer Schädigung ist für die Betroffenen oft aber schwierig.

Die Klage richtet sich auch gegen die Schweizer Banken UBS und Credit Suisse sowie gegen Barclays, Rabobank, Royal Bank of Scotland und die US-Institute Bank of America, Citigroup und JPMorgan Chase. Keines der Geldhäuser wollte sich zur Sache äußern.

Von den Interbanken-Zinssätzen hängen weltweit Finanzgeschäfte im Volumen von mehr als 300 Billionen Dollar ab. Regulierer rund um den Globus werfen einem Händlerring vor, an den Zinssätzen geschraubt zu haben, um Handelsgewinne einzustreichen. Der Libor wird auf Basis der Angaben einzelner Banker zu den täglichen Refinanzierungskosten der Institute ermittelt. Wegen der hohen Manipulationsanfälligkeit dieses auf individuellen Meldungen beruhenden Systems soll die Festlegung des Zinssatzes reformiert werden.

Etwa die Hälfte der nun von Fannie Mae verklagten Institute – zuletzt die niederländische Rabobank – hat im Libor-Skandal bereits teure Vergleiche mit den Aufsehern geschlossen. Rund 3,7 Milliarden Dollar wurden gezahlt. Mögliche zivilrechtliche Prozesse sind damit aber nicht vom Tisch. Gerade Klagen von Fannie Mae und dem Schwesterinstitut Freddie Mac haben in den USA Signalwirkung. Sie wurden vom Steuerzahler 2008 gerettet. Seither versucht die US-Regierung mit aller Härte, sich das Geld von den Verursachern der Krise zurückzuholen, auch über schlagzeilenträchtige Hypothekenklagen.

Die Deutsche Bank hat in Sachen Libor bisher keinen Vergleich mit den Aufsehern geschlossen. Insider erwarten das für das kommende Jahr. Die Frankfurter haben aber für ihre diversen Rechtsstreitigkeiten inzwischen mehr als vier Milliarden Euro zur Seite gelegt. Im jüngsten Quartalsbericht erklärte das Institut, allein wegen Libor seien gegen die Deutsche Bank und zahlreiche andere Banken “eine Reihe zivilrechtlicher Klagen, einschließlich als Sammelklage bezeichneter Verfahren” bei einem New Yorker Gericht eingereicht worden. Auch eine zum Frankfurter Bankhaus Metzler gehörende Kapitalanlagegesellschaft hatte sich im vergangenen Jahr an mehreren Sammelklagen gegen die Deutsche Bank und andere Institute beteiligt, die der Manipulation des Libor beschuldigt werden. Das Verfahren läuft.

Fannie Mae erklärte, allein bei Swap-Geschäften sei durch die Zinsmanipulationen ein Schaden von über 300 Millionen Dollar entstanden. Das Institut berief sich in der Klageschrift auf E-Mails von Händlern, die die Schiebereien belegen sollen. In einem Fall wird ein Händler der Rabobank mit dem Eingeständnis zitiert, er habe in der Szene “immer herumgefragt, ob irgendjemand einen Gefallen braucht oder umgekehrt … ein bisschen unmoralisch, aber es hilft, sich im Markt Freunde zu machen.”

Etliche Banken sezieren seit Bekanntwerden des Zinsskandals interne E-Mails und nehmen die Geschäftspraktiken ihrer Mitarbeiter noch einmal genauer unter die Lupe. Erst in der vergangenen Woche war aus Finanzkreisen bekannt geworden, dass auch die Deutsche Bank ihre internen Ermittlungen noch einmal ausweitet und etwa 50 Mitarbeiter zu Gesprächen eingeladen hat. Hintergrund ist die Entdeckung eines neuen Chatrooms. Die Finanzaufsicht BaFin ist offenbar im Bilde. Auch sie befragte zuletzt Insidern zufolge mehr als eine Handvoll Händler und andere Mitarbeiter der Deutschen Bank intensiver.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/11/02/zins-manipulationen-deutsche-bank-faengt-sich-erneut-millionen-klage-ein/

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02.11.2013

Deutsche Bank: Ein Sittenbild des chronischen Versagens

Keine Trickserei in der Banken-Szene, wo die Deutsche Bank nicht involviert ist: Staatsanwälte, Aufsichtsbehörden, die Polizei und Gericht sind Stammkunden der einstigen Vorzeige-Bank Deutschlands geworden. Allein in Italien sind 600 Klagen wegen schädlicher Zins-Wetten anhängig. Ein Chronik des Versagens.

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Mutmaßliche Bilanztricksereien, Hypothekenklagen, Zinsmanipulationen, der Kirch-Streit – die Deutsche Bank taumelt von einem Rechts-Streit in den nächsten. Die Rückstellungen dafür belaufen sich inzwischen auf mehr als vier Milliarden Euro.

Die Chronik des Versagens ist beklemmend:

* 31. Oktober 2013: Der US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae reicht im Zinsskandal Klage gegen die Deutsche Bank und acht andere internationale Großbanken ein und fordert insgesamt mehr als 800 Millionen Dollar Schadenersatz. Fannie erklärt, die Firma habe bei Zins- und Hypothekengeschäften Geld verloren, weil es bei der Festlegung des zugrundeliegenden Interbanken-Satzes Libor über Jahre Tricksereien gegeben habe. Die Deutsche Bank äußert sich nicht dazu.

* 29. Oktober 2013: Die Vermutung der Aufseher weltweit, auf dem billionenschweren Devisenmarkt habe es ebenfalls Tricksereien gegeben, prallt auch an der Deutschen Bank nicht ab. Im Quartalsbericht räumen die Frankfurter ein, es gebe Auskunftsersuchen bestimmter Behörden: “Die Bank unterstützt diese Untersuchungen, die sich jeweils in einem frühen Stadium befinden.”

* 11. September 2013: Vier Händler, die wegen Euribor und Libor entlassen worden waren, müssen wieder eingestellt werden. Die Bank selbst habe den Interessenkonflikt heraufbeschworen, der zu den Entlassungen geführt habe, urteilt das Frankfurter Arbeitsgericht.

* 06. August 2013: Der Verdacht auf Tricksereien bei einem viel beachteten Marktindex für Swap-Geschäfte (Isdafix) ruft neben den US-Regulierern auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin auf den Plan. Sie fordert Informationen von deutschen Geldhäusern an, darunter auch die Deutsche Bank. Das Institut äußert sich nicht dazu.

* 13. Juni 2013: Die Deutsche Bank muss im Rechtsstreit mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch einen weiteren Dämpfer hinnehmen. Während das Geldinstitut noch per Beschwerde gegen ein Schadenersatzurteil des Münchener Oberlandesgerichts vorgeht, will das Gericht schon die konkrete Höhe des Schadens festlegen. Im Juli einigen sich beide Streitparteien auf einen Gutachter, der binnen eines Jahres die Höhe des von der Bank verursachten Schadens ermitteln soll.

* 18. April 2013: Aus Regierungskreisen verlautet, dass die Finanzaufsicht BaFin die seit dem Sommer 2012 laufende Libor-Sonderprüfung bei der Deutschen Bank noch einmal intensiviert. Es gebe Zweifel an der internen Untersuchung des Instituts, die unter anderem Co-Chef Anshu Jain und den restlichen Vorstand entlastet habe. Die Aufsicht untersucht, wer wann und wie viel von den mutmaßlichen Manipulationen wichtiger Referenzzinssätze wusste und ob es organisatorische Mängel gab.

* 4. April 2013: Aus Finanz- und Aufsichtskreisen wird bekannt, dass Bundesbank und BaFin eine Sonderprüfung bei der Deutschen Bank wegen mutmaßlicher Bilanztricksereien während der Finanzkrise gestartet haben. Im Raum steht der Vorwurf, das Institut habe damals ein milliardenschweres Derivate-Portfolio zu hoch bewertet. Die Bank weist die Vorwürfe zurück. Die deutschen Aufseher reisen im Frühsommer auch in die USA, um dort mit Hauptbelastungszeugen zu sprechen.

* 20. Dezember 2012: Es wird bekannt, dass die Münchner Staatsanwaltschaft die Frankfurter Zentrale der Deutschen Bank durchsucht hat. Dabei geht es um die bereits bekannten Prozessbetrugs-Vorwürfe gegen ehemalige Vorstände des Instituts im Zusammenhang mit dem Schadensersatzprozess der Familie des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch. Materialien wurden beschlagnahmt, Festnahmen gab es nicht. Die Bank weist den Vorwurf, der sich unter anderem gegen die Ex-Chefs Rolf Breuer und Josef Ackermann richtet, erneut zurück.

* 19. Dezember 2012: Ein Gericht in Mailand verurteilt die Deutsche Bank neben drei anderen Banken, weil sie Zinswetten mit der Verwaltung der italienischen Finanzmetropole eingegangen waren, die die Stadt letztlich übervorteilten. Die Bank hat Berufung angekündigt. Klagen von rund 600 weiteren Kommunen in Italien sind noch anhängig.

* 14. Dezember 2012: Das Oberlandesgericht München stellt fest, dass die Deutsche Bank den Kirch-Erben Schadensersatz zahlen muss. Das Kreditinstitut und sein früherer Chef Rolf Breuer seien mitverantwortlich für die Pleite des Kirch-Konzerns 2002, erklärt der Richter. Der Schaden soll in einem Gutachten ermittelt werden. Ein Vergleich, nach dem die Bank rund 800 Millionen Euro gezahlt hätte, war im März gescheitert. Die Bank kündigt später an, die Entscheidung vor dem Bundesgerichtshof anzufechten.

* 12. Dezember 2012: Rund 500 bewaffnete Polizisten sowie Steuerfahnder durchsuchen den Hauptsitz der Bank in Frankfurt und andere Büros. Die Großrazzia steht in Zusammenhang mit Ermittlungen wegen Steuerbetrugs im Handel mit CO2-Zertifikaten. Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen und Finanzchef Stefan Krause gehören zu den 25 Mitarbeitern der Bank, gegen die in der Affäre wegen schwerer Steuerhinterziehung ermittelt wird. Einige Mitarbeiter müssen vorübergehend in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen dürften nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft mehrere Monate dauern. Ein Jahr zuvor waren sechs Händler von Brokerhäusern wegen des millionenschweren Umsatzsteuerkarussells zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

* 10. Dezember 2012: Die Affäre um mutmaßliche Bilanztricksereien in der Finanzkrise holt die Deutsche Bank ein. In mehreren Interviews meldet sich einer der Hauptbelastungszeugen zu Wort, der frühere Risikoanalyst Eric Ben-Artzi. Er wirft dem Institut vor, hochkomplexe Wertpapiere in einem bis zu 130 Milliarden Dollar schweren Derivateportfolio zwischen 2007 und 2010 zu hoch bewertet zu haben. Hätte die Bank die tatsächlichen Marktwerte abgebildet, wäre sie damals “in sehr viel schwächerer Verfassung” gewesen. Das Geldhaus weist die Vorwürfe zurück. Die Bewertung sei richtig gewesen, das umstrittene Portfolio inzwischen zu einem Großteil abgebaut.

Aufsichsrats-Chef Achleitner blickt nach vorne: Man wolle die Deutsche Bank in die Welt-Liga der Banken führen (hier).

Alfred Herrhausen hat in einem Spiegel-Interview einmal gesagt: “Wir sind alle miteinander verbunden, und wenn eine große Bank zusammenbricht, hat das natürlich einen Einfluß auf uns alle. Aber das weiß auch jeder. Deswegen ist das Bemühen darauf gerichtet, ein solches Fallissement nicht zuzulassen…Wir haben, glaube ich, in der Zukunft mehr als in der Vergangenheit risikobewußt zu sein und risikobewußt zu handeln.”

Das war 1987. Seine Worte sind verhallt. Ungehört.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/11/02/deutsche-bank-ein-sittenbild-des-chronischen-versagens/

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30.10.2013

Flucht nach vorne: Deutsche Bank plant den Aufstieg in die Welt-Liga

Die Gewinne der größten deutschen Bank sind im dritten Quartal um 94 Prozent eingebrochen. Ursache sind Rückstellungen im Umfang von 1,2 Milliarden Euro für Rechtsstreitigkeiten und zu erwartenden Strafzahlungen. Nun will die Bank das Investment-Banking ausbauen. Aufsichtsrats-Chef Achleitner sagte, es sei das Ziel der Deutschen Bank, in die Weltliga aufzusteigen. Von den Derivaten der Bank spricht keiner. Doch Goldman Sachs traut dem Braten nicht.

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Die Deutsche Bank meldet für das dritte Quartal einen massiven Gewinneinbruch. Die größte Bank Deutschlands musste unerwartet viel Geld für Rechtsstreitigkeiten zur Seite legen. Zudem leidet die Bank unter einem globalen Rückgang des Kredithandels.

Rücklagen für Prozesse in Höhe von 1,2 Milliarden Euro führten zu einem Einbruch der Nettogewinne auf 41 Millionen Euro, berichtet die FT. Ein Jahr zuvor lagen die Gewinne noch bei 747 Millionen Euro. Dies bedeutet einen Gewinn-Rückgang um 94 Prozent. Analysten waren vollkommen überrascht.

Die Bank-Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen sagten in einer Stellungnahme: „Im dritten Quartal standen wir vor verschiedenen Herausforderungen. Wir hatten enorme Prozesskosten und einen Gewinnrückgang beim Investment-Banking, die zu niedrigeren Quartalszahlen führten.“

Der Umsatz der Bank sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um 10 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro. Hauptursache ist ein Einbruch beim Trading um 48 Prozent. Der Rückgang des Handels mit Krediten traf die Deutsche Bank besonders hart. Sie macht mehr als die Hälfte ihrer Umsätze mit dem Handel von Krediten, Währungen und Rohstoffen.

Bis 2015 muss die Deutsche Bank aufgrund stärkerer Regulierungen eine Eigenkapitalquote von mindestens 3 Prozent erreichen. Daher muss sie Vermögenswerte im Umfang von 250 Milliarden Euro verkaufen. Letzten Donnerstag sagte Jain, 36 Milliarden Euro davon seien bereits geschafft. Allerdings sagte der Bank-Chef, die Eigenkapitalquote sei kein geeignetes Maß für die Gesundheit einer Bank.

Bis zu zwei Drittel der neuen Rückstellungen bei der Deutschen Bank entfallen auf Klagen die US-Behörden wegen des Verkaufs hypothekenbesicherter Wertpapiere (MBS), berichtet Reuters. Die MBS verloren in der Finanzkrise drastisch an Wert. Wegen US-Prozesskosten musste die Bank bereits im März ihr Jahresergebnis für 2012 nach unten korrigieren.

Zudem hat die Deutsche Bank bis heute insgesamt 500 Millionen Euro zur Seite gelegt, um mögliche Strafen im Zusammenhang mit dem Libor-Skandal zahlen zu können. Bisher musste die Bank keine Strafen zahlen. Gegen Barclays, UBS und die Royal Bank of Scotland hingegen wurden wegen der Beteiligung an der weltweiten Manipulation der Interbanken-Zinssätze hohe Strafen ausgesprochen. Das Frankfurter Geldhaus hat insgesamt mehr als 4 Milliarden Euro für Prozesse zur Seite gelegt.

Die Dividende soll in diesem Jahr mit 75 Cent je Aktie stabil bleiben. Jain und Fitschen sollen noch bis 2017 im Amt bleiben soll. „Wir wissen unser Haus bei ihnen in guten Händen“, sagte Aufsichtsratschef Paul Achleitner. Ziel sei es, in die Spitzengruppe der Banken-Weltliga an der Wall Street aufzusteigen, wie Reuters berichtet. Vor allem das Investment-Banking solle sich mit den ganz Großen messen können.

Risiken sieht die Bank nicht: Der Stress-Test der EZB werde für die Deutsche Bank positiv verlaufen, sagte Finanzvorstand Stefan Krause. Bisher erfüllt die Deutsche Bank die ohnehin minimalen Anforderungen der EZB nur mit Ach und Krach. Finanzmarkt-Experten machen sich schon seit längerem Sorgen um die hohen Risiken bei den Derivaten (hier).

Goldman Sachs ist von den Zahlen nicht überzeugt – und empfiehlt weiter, die Aktien zu verkaufen. Ohne Kostensenkungen hätte die Bank Verlust gemacht, sagten Goldman-Analysten.

Goldman?

Gut möglich, dass die Deutsche Bank bald in das Zentrum der großen Konsolidierungs-Debatte der Banken gerät (mehr zum Endspiel – hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/10/30/deutsche-bank-plant-den-aufstieg-in-die-welt-liga-der-banken/

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29.10.2013

Gewinn der Deutschen Bank bricht ein – um 94 Prozent

Der Gewinn der Deutschen Bank ist im dritten Quartal eingebrochen. Unter dem Strich verdiente das Institut noch 41 Millionen Euro, wie es am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Vor einem Jahr waren es noch 747 Millionen Euro.

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Erneut belasteten vor allem juristische Altlasten die Bilanz der Deutschen Bank  – das Institut erhöhte deshalb seine Rückstellungen um 1,2 Milliarden auf 4,1 Milliarden Euro. Zudem rutschte der Gewinn des Investmentbankings wegen eines schwachen Anleihengeschäfts ab.

Co-Chef Anshu Jain hatte die Anleger bereits auf schwache Zahlen eingestimmt. Die Erträge gingen im Sommer auch wegen des beschleunigten Abbaus von Risikopositionen um 10 Prozent auf 7,75 Milliarden Euro zurück. Vor Steuern stand noch ein Gewinn von 18 Millionen Euro, 98 Prozent weniger als zwölf Monate zuvor. Damit verfehlte der deutsche Branchenprimus die Erwartungen von Analysten.

Teure juristische Altlasten

Der deutsche Branchenprimus hat zahlreiche Rechtsstreitigkeiten vom Kirch-Prozess über den Libor-Skandal bis zu Hypothekengeschäften aus der Zeit vor der Finanzkrise. Teure juristische Altlasten hatten der Deutschen Bank schon im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch eingebrockt.

Der heftige Gewinneinbruch belastet auch die wichtigen Kapitalpuffer bei der Deutschen Bank. Ende September lag die sogenannte harte Kernkapitalquote bei 9,7 Prozent. Das waren 0,3 Prozentpunkte weniger als drei Monate zuvor. Damit erfüllt die Bank aber weiter die erst ab 2019 voll gütigen verschärften Regeln («Basel III»). In dem geplanten Bilanzcheck der Europäischen Zentralbank müssen die Kreditinstitute auf eine Quote von 8 Prozent kommen. Der Wert misst das Verhältnis des Eigenkapitals zu den Risikopositionen in der Bilanz.

http://www.focus.de/finanzen/news/unternehmen/schwaches-drittes-quartal-gewinn-der-deutschen-bank-bricht-dramatisch-ein_aid_1142340.html

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28.10.2013

Prozesslawine belastet Quartalszahlen Deutscher Bank droht Gewinn-Gau

Die Deutsche Bank steht vor einem dramatischen Gewinneinbruch: Wie stark werden die Milliardenkosten für fragwürdige Geschäfte der Vergangenheit Deutschlands größtes Geldhaus belasten? Bankchef Jain rechnet mit dem Schlimmsten. Und Anzeichen aus den USA lassen nichts Gutes erwarten. Von Hannes Vogel

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Die Botschaft, die die Deutsche Bank am Dienstag mit ihren Quartalszahlen bekannt geben wird, steht eigentlich schon fest: Deutschlands größtes Geldhaus erwartet einen dramatischen Gewinneinbruch. Anshu Jain, Co-Chef der Deutschen Bank, hat sie selbst verkündet. Im Handel mit Anleihen herrscht Flaute, das Investmentbank schwächelt. Der Gewinn dürfte unterm Strich im dritten Quartal um die Hälfte schrumpfen, erwarten Analysten. Denn weltweit fordern Anleger und Aufseher von der Deutschen Bank Milliarden zurück für die fragwürdigen Geschäfte, die ihre Investmentbanker jahrelang ungestört gemacht haben.

Jains Kommunikationsstrategie zeigt, wie groß die Angst vor dem Absturz ist: Bereits vor mehr als einem Monat bemühte sich der Bankchef, der Hiobsbotschaft ihre Wucht zu nehmen. Schlechte Neuigkeiten verkündet man eben am besten kurz und schmerzlos: „Wir gehen davon aus, dass die Einnahmen im Anleihegeschäft deutlich geringer ausfallen als im Vorjahr“, dämpfte Jain damals auf einer Analystenkonferenz die Erwartungen. Das Außergewöhnliche: Die Bank verbreitete die pessimistischen Äußerungen ihres Co-Chefs anschließend sogar per Pressemitteilung. Niemand soll die Warnung schließlich überhören. Mit langer Vorlaufzeit lässt sich der Investoren-Schock abfedern. Und die schlechten Zahlen besser verkaufen, wenn die niedrigen Vorgaben erfüllt oder sogar leicht übertroffen werden.

Investoren-Schock dank Prozess-Lawine

Hängengeblieben sein dürfte bei den Anlegern dagegen noch eine weitere Nachricht: Man rechne mit weiteren Belastungen für Rechtsstreitigkeiten, fügte Jain am Ende fast beiläufig hinzu. Selbst der Bankchef persönlich kommt längst nicht mehr umhin, die dunkle Vergangenheit zu erwähnen, die die Deutsche Bank einfach nicht los wird. Die juristischen Spätfolgen ihrer Zocker-Geschäfte fressen ihre Gewinne auf und drohen sie zu erdrücken. Systematische Zinsmanipulation, Betrug mit faulen Hypothekenpapieren, Umsatzsteuerhinterziehung: Die Vorwürfe von Investoren und Strafverfolgern in der ganzen Welt haben inzwischen auch erhebliches finanzielles Gewicht.

Drei Milliarden Euro hat die Deutsche Bank inzwischen für Prozesse, Rechtsstreitigkeiten und Strafen infolge der fragwürdigen Geschäfte im Investmentbanking zurückgestellt. Beim Amtsantritt der neuen Bankchefs Jain und Fitschen im vergangenen Jahr war es nur eine Milliarde Euro. Analysten rechnen nun im dritten Quartal im Schnitt mit neuen Belastungen von 400 bis 500 Mio. Euro. Dabei hatte die Deutsche Bank schon im zweiten Quartal weitere 630 Mio. Euro für Prozesse zurückstellen müssen, der Gewinn schrumpfte um die Hälfte auf gerade noch 335 Mio. Euro. Die Ratingagentur Standard & Poor’s warnte schon im Sommer, dass die Prozesskosten und die Marktflaute längst zum bedrohlichen Problem geworden sind.

Schmutzige Geschäfte am Immobilienmarkt

Bereits ein flüchtiger Blick auf einen kleinen Ausschnitt der Klageflut zeigt das Ausmaß des Prozess-Problems. Der US-Immobilienmarkt war die Goldgrube der Deutschen Bank vor dem großen Crash – und wurde zum Epizentrum der Finanzkrise. Das Frankfurter Institut verdiente wie alle Investmentbanken Milliarden damit, Kredite von US-Häuslebauern zu neuen Papieren zu verpacken und an Investoren weiterzuverkaufen – auch an die staatlich garantierten Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac.

Die kollabierten schließlich unter der Last fauler Kredite, die in den Hypothekenpapieren steckten, und mussten vom US-amerikanischen Staat gerettet werden. 2011 verklagte daher die US-Immobilienbehörde FHFA, die Fannie und Freddie seitdem treuhänderisch verwaltet, 18 internationale Großbanken wegen Betrug – darunter auch die Deutsche Bank.

Die Prozesse entwickeln sich überaus schlecht für die Geldhäuser. Bislang hatten sich in dem Streit eher die kleinen Fische mit der FHFA geeinigt, die nur in geringem Umfang Papiere an Fannie und Freddie verkauft hatten: UBS (4,5 Mrd. US-Dollar), Citigroup (3,5 Mrd. US-Dollar) und General Electric (0,55 Mrd. US-Dollar). Doch nun müssen auch die Schwergewichte JP Morgan und Bank of America für den Milliardenbetrug büßen. JP Morgan einigte sich mit der FHFA auf eine Strafe von 5,1 Mrd. US-Dollar, insgesamt muss die größte US-Bank wohl 13 Mrd. US-Dollar berappen. Auf Bank of America soll eine Strafe von sechs Mrd. US-Dollar zukommen.

Die Rekordbußen lassen nichts Gutes für die Deutsche Bank hoffen. Denn das Geldhaus war ebenfalls einer der größten Spieler im Geschäft mit schmutzigen US-Hypotheken. Nach JP Morgan (33 Mrd. US-Dollar), Bank of America (rund 32 Mrd. US-Dollar), Royal Bank of Scotland (30,4 Mrd. US-Dollar) und Merrill Lynch (24,8 Mrd. US-Dollar) ist die Deutsche Bank (14,2 Mrd. US-Dollar) die Nummer 5 auf der Hit-Liste der FHFA. Auf die Deutsche Bank dürfte angesichts der Schadenssumme eine hohe Strafe zukommen. Doch sie erwähnte die FHFA-Klage in ihrem letzten Quartalsbericht explizit mit keinem Wort. Das dürfte sich bald ändern.

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Deutscher-Bank-droht-Gewinn-Gau-article11621496.html

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20.10.2013

Libor-Skandal

Deutsche Bank weitet interne Untersuchungen aus

In der Affäre um manipulierte Referenzzinsen verstärkt das Geldhaus seine internen Untersuchungen. Rund 50 Mitarbeiter sollen hierzu befragt werden. Die Bank wollte die Information nicht kommentieren.

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Die internen Ermittlungen der Deutschen Bank in der Affäre um die Manipulation wichtiger Referenzzinsen gehen in eine neue Runde. Wie das Handelsblatt (Montagausgabe) aus Finanzkreisen erfuhr, wurden jetzt rund 50 Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses zu Gesprächen eingeladen.

Die Interviews sollen in der vergangenen Woche begonnen haben und sich über die kommenden Tage und Wochen erstrecken. Dabei können die betroffenen Mitarbeiter auf eigenen Wunsch sowohl Zeugen als auch Rechtsanwälte zu den Gesprächen hinzuziehen, sagt ein Insider. Ein Sprecher der Bank wollte die Informationen nicht kommentieren.

Seit Monaten untersucht der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young E-Mails und elektronische Chats innerhalb des Instituts, um mögliche Unregelmäßigkeiten aufzudecken. Finanzkreisen zufolge geht die Vertiefung der Untersuchung auf die Ergebnisse dieser Prüfung zurück.

Weltweit gehen die Aufseher dem Verdacht nach, dass Händler von gut einem Dutzend Banken Referenzzinsen wie den Libor oder den Euribor manipuliert haben. Bislang verhängten die Aufseher in der Affäre gegen eine Reihe von Instituten Geldstrafen von 2,6 Milliarden Dollar.

Auch gegen die Deutsche Bank wird ermittelt. Finanzkreise gehen davon aus, dass die Deutsche Bank bis Ende des Jahres noch einmal einen dreistelligen Millionenbetrag für diverse Rechtsrisiken zurücklegen muss. Das deckt sich mit den Einschätzungen der Analysten.

Die Experten von JP Morgan gehen davon aus, dass die Bank im dritten Quartal für juristische Risiken noch einmal Rückstellungen von 400 Millionen Euro bilden wird, zu denen im vierten Quartal weitere 300 Millionen hinzukommen könnten. Bislang hat die Bank für Rechtsstreitigkeiten drei Milliarden Euro beiseite gelegt.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/libor-skandal-deutsche-bank-weitet-interne-untersuchungen-aus/8960922.html

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26.09.2013

Deutsche Bank empfiehlt Wetten gegen den Euro

Die Deutsche Bank empfiehlt den deutschen Anlegern, gegen den Euro zu wetten. Sie hält „besonders den Dollar für reizvoll“. Hintergrund ist das massive Gelddrucken der EZB. Möglicherweise weiß die Deutsche Bank mehr über den wahren Zustand der Euro-Zone. Oder sie ist wieder einmal ganz besonders smart.

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Die Deutsche Bank rät den deutschen Anlegern, jetzt ins Währungs-Monopoly einzusteigen. In einem Kommentar für das Handelsblatt schreibt der „Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden“ der Deutschen Bank, Ulrich Stephan: „Auch für Privatanleger mit entsprechender Risikobereitschaft kann die Investition in Währungen interessant sein. Aktuell halte ich besonders den US-Dollar für reizvoll. Strukturelle und konjunkturelle Stärken der USA sollten ihm langfristig Auftrieb geben – auch gegenüber dem Euro.“

Stephan bezieht sich dann auf die „positive USA-Prognose“ und auf die sich abzeichnende „Unabhängigkeit“ der USA im Energiemarkt.

Die Deutsche Bank erwartet, dass die US-Notenbank „zum Ende des Jahres“ „aus der ultra-lockeren Geldpolitik“ aussteigen werde. Die EZB dagegen weiter niedrig halten: „Das Festhalten der EZB am Niedrigzinsniveau könnte mittelfristig die Kapitalflüsse Richtung USA noch verstärken“. Die DB erwartet einen Kurs von 1,15 Dollar oder „sogar die Wechselkursparität“.

Die Anlageempfehlung des Vordenkers der Deutschen Bank erschien im redaktionellen Teil des Handelsblatt, mit dem Hinweis am Ende: „Die Anlageempfehlung ist eine Einschätzung des Autors“.

Wenn sich die DWN-Autoren an dieser Stelle ihre Einschätzung erlauben: Entweder ist die Deutsche Bank überzeugt, dass die Lage in Europa weit schlimmer ist als offiziell bekannt. Dann sollte sie die Fakten publik machen. Zwar hat der Deutschland-Chef von Goldman Sachs, Alexander Dibelius, vor einigen Jahren gesagt, dass eine Bank keine öffentlichen Aufgaben wahrzunehmen habe. Doch hier würde uns schon interessieren: Was weiß Herr Stephan, was wir nicht wissen? Die Empfehlung der Deutschen Bank, die Deutschen mögen gegen die eigene Währung spekulieren, ist schon sehr ungewöhnlich.

Die andere Deutung: Die Deutsche Bank spekuliert heimlich gegen den Dollar. Denn der Deutschbanker sagt an keiner Stelle, dass die Bank in Dollars investiere. Es ist immer nur eine Empfehlung.

Durch derartige Geschäfte ist Goldman Sachs in den USA reich geworden: Bei der Subprime-Krise verkauften die Goldmänner den ahnungslosen Kunden Produkte, gegen die die Investment-Bank selbst wettete.

Daher unsere Anlegerempfehlung: Glauben Sie bloß kein Wort, wenn Banken Geldanlagen empfehlen. Oder aber machen Sie das Gegenteil von der Empfehlung. Setzen Sie Ihren Hausverstand ein. Oder empfehlen Sie Ihrem Nachbarn den Kauf Ihres Hauses und wetten gegen ihn.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/09/26/deutsche-bank-empfiehlt-wetten-gegen-den-euro/

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11.09.2013

Libor-Prozess: Deutsche Bank verliert im Händlerstreit

Herbe Niederlage für die Deutsche Bank: Vier Händler hatten gegen das Geldinstitut geklagt. Sie hielten ihre Kündigung im Zuge des Libor-Skandals für unrechtmäßig. Das Arbeitsgericht Frankfurt gab ihnen nun Recht.

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Die Deutsche Bank hat im Streit mit den vier im Zuge des Libor-Skandals entlassenen Händler ein Niederlage vor dem Arbeitsgericht Frankfurt einstecken müssen. Die Kündigung sei nicht rechtskräftig, entschieden die Richter. Die Händler sollen weiter beschäftigt werden und haben einen Anspruch auf Gehaltsnachzahlung, hieß es – samt Zinsen. Das Geldinstitut hatte die außerordentlichen Kündigungen mit „schwerwiegendem Fehlverhalten“ ihrer Angestellten begründet. Ihr Anwalt hatte den Geldmarktexperten vorgeworfen, bei der Ermittlung der Referenzzinssätze Libor und Euribor mehrfach verbotenerweise mit Derivate-Händlern im eigenen Haus kommuniziert zu haben. Man prüfe nun die Berufung, erklärte ein Vertreter der Bank.

Die vier Händler der Bank hatten gegen ihre im Februar ausgesprochenen außerordentlichen Kündigungen geklagt. Die Deutsche Bank hatte allen Vieren unangemessene Kommunikation untereinander und mit Derivatehändlern im Zuge des Libor-Skandals vorgeworfen. Die Händler hatten sich gegen diese Vorwürfe und die Kündigungen gewehrt und eine Klage gegen das Geldinstitut angestrengt.

Weltweit wird in dem Skandal gegen mehr als ein Dutzend Banken ermittelt, einige davon – dazu zählt nicht die Deutsche Bank – haben bereits teure Vergleiche geschlossen, um das Kapitel abzuschließen. Der Vorwurf lautet, dass mehrere Ringe von Händlern in der Finanzkrise Referenzzinsen wie Libor und Euribor zu ihren Gunsten manipuliert haben, um Handelsgewinne einzustreichen. Der Euribor ist der Zinssatz, den europäische Banken  beim Handel von Einlagen mit einer festgelegten Laufzeit von einer Woche bis zwölf Monaten voneinander verlangen. Der Libor ist der im Londoner Interbankenhandel üblichen Zinssatz.

Mit einer Entscheidung des Gerichts war noch heute gerechnet worden. Bevor sich die vorsitzende Richterin Annika Gey am Vormittag zur Beratung mit ihren Kollegen zurückzog, hatte sie noch einmal die Positionen der Parteien zusammengefasst.

Die entlassenen Händler waren allesamt über zehn Jahre für die Bank tätig, drei von ihnen meldeten den Euribor, ein vierter den Libor in Schweizer Franken. Die Deutsche Bank wirft ihnen vor, dass sich die drei Euribor-Melder mit Christian Bittar abgesprochen haben, dem Mann, der 2008 mit seinen Wetten auf Referenzzinsätze der Bank einen dreistelligen Millionengewinn und sich selbst einen Bonusanspruch von 80 Millionen Euro beschert haben. Die Händler behaupten, es habe jeden Montag eine von Bittars Chef David Nicholls einberufene Telefonkonferenz gegeben, auf der alle Handelspositionen besprochen wurden und wie die Zins-Melder darauf reagieren sollten.

Bittar hatte in der Regel die größten Handelspositionen in der Bank. Es gab für ihn eine eigene Risikobewertung, natürlich mussten seine Positionen als Information über den Geldmarkt berücksichtigt werden“, rechtfertigte Peter Rölz, Anwalt der Händler, vor Gericht die Absprachen. Der vierte Händler, der den Franken-Libor gemeldet hat, soll sich mit einem Kollegen Bittars, Guillaume Adolphe, abgesprochen haben.

Die Deutsche Bank verteidigte vor Gericht die Kündigung der vier Mitarbeiter. Angesichts eines derart „schwerwiegende Fehlverhaltens von so hochbezahlten Leuten“ habe an der außerordentlichen Kündigung kein Weg vorbeigeführt, sagte Anwalt Christian Hoefs am Mittwoch vor dem Arbeitsgericht Frankfurt.

Die Deutsche Bank gab allerdings auch zu, dass es keine festgeschriebenen Regeln für die Kommunikation gab. Ihr Anwalt Christian Hoefs von der Kanzlei Hengeler Müller, verwies aber auf allgemein gültige Regeln für die Ermittlung des Euribor und Libor, die von den Meldestellen in London ausgegeben werden. „Die Referenzzinssätze sollen eine unabhängige Einschätzung darstellen, zu welchen Konditionen sich Banken untereinander Geld leihen. Das ist für jeden Mitarbeiter klar und muss nicht aufgeschrieben werden.“

Die Händler wiederum behaupten, der Bank war die Kommunikation bekannt, sie wurde geduldet und sogar gefördert. Die Händler sagten auch, dass die Meldung der Zinssätze nur ein kleiner Teil ihrer Aufgaben war, sie waren gleichzeitig Geldmarkthändler. Unter ihren Positionen befanden sich auch Derivatebestände. „Es ist unmöglich, bei der Meldung der Zinssätze meine Derivatebestände zu vergessen“, sagte ein Händler vor Gericht.

Die Händler wurden 2011 durch interne Ermittler der Deutschen Bank bereits wegen der Vorfälle befragt. Als Ergebnis wurden ihre Boni für das Jahr 2011 gekürzt. Alan Cloete, der Chef von Nicholls, soll ihnen im Februar 2012 gesagt haben, damit seien die Sanktionen abgeschlossen. Daher sei die Entlassung überraschend und nicht gerechtfertigt. Richterin Gey deutete an, dass Cloete gegebenenfalls als Zeuge befragt werden müsse. Die Deutsche Bank bestreitet Cloetes Aussage und begründet die Entlassung damit, dass sie noch neue Informationen ausgewertet haben.

Die Zinsmanipulationen bei der Deutschen Bank fallen in den Bereich des früheren Chef-Investmentbankers Anshu Jain, der seit über einem Jahr als Co-Vorstandschef an der Konzernspitze steht. Eine interne Untersuchung der Deutschen Bank fand bislang aber keine Anzeichen für ein Fehlverhalten Jains und anderer Top-Leute. Eine Sonderprüfung der deutschen Finanzaufsicht BaFin läuft noch. Auch sie prüft, wer wann und wie viel von Unregelmäßigkeiten wusste und ob es organisatorische Mängel gab.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/libor-prozess-deutsche-bank-verliert-im-haendlerstreit/8773530.html

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17.08.2013

Finanzaufsicht: Bafin ermittelt in neuem Fall gegen Deutsche Bank

Wegen angeblich zu laxer Kontrollen bei der Geldwäsche ermittelt die Finanzaufsicht Bafin gegen die Deutsche Bank. In mehreren Fällen habe die Bank verdächtige Transaktionen zu spät an die Polizei gemeldet.

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Die Deutsche Bank ist einem Zeitungsbericht zufolge wegen zu laxer Geldwäsche-Kontrollen ins Visier der Finanzaufsicht Bafin geraten. Die Bank habe in mehreren Fällen verdächtige Transaktionen zu spät an die Polizei gemeldet, weil möglicherweise das interne Alarmsystem nicht richtig eingestellt sei, berichtete die Zeitung „Welt am Sonntag“ ohne Quellenangabe. Um die Systeme zu überprüfen, habe die Bafin eine Ermittlertruppe des Wirtschaftsprüfers EY (früher Ernst & Young) in die Bank geschickt. Das potenzielle Bußgeld betrage höchstens 100.000 Euro, berichtete die Zeitung.

Die Finanzaufsicht wollte sich nicht äußern. „Zu einzelnen Instituten nehmen wir grundsätzlich keine Stellung“, sagte ein Bafin-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Auch die Deutsche Bank wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Generell gelte, dass die Bank die Geldwäschebekämpfung ernst nehme. „Angesichts der regulatorischen Veränderungen bauen wir unsere Kapazitäten aus und entwickeln unsere Systeme beständig weiter“, sagte ein Sprecher der Bank.

Die Finanzaufsicht hat bereits mehrfach Untersuchungen gegen die Deutsche Bank eingeleitet – unter anderem in der Affäre um manipulierte Zinsen sowie wegen möglicher Bilanztricksereien. In ihrem Abschlussbericht zur Manipulation des Referenzzinses Libor kommt die BaFin Finanzkreisen zufolge zu dem Schluss, dass die Bank ihre Mitarbeiter zu lax kontrolliert hat. „Die Abberufung eines Vorstands steht nicht zur Debatte“, sagte eine mit den Plänen vertraute Person vergangene Woche Reuters. Damit kann offenbar der heutige Co-Vorstandschef Anshu Jain aufatmen. Er hatte bis zum Frühjahr 2012 das Investmentbanking der Deutschen Bank geführt, in dem die Manipulationen passierten.

Weltweit wird in dem Manipulationsskandal gegen mehr als ein Dutzend Banken ermittelt, weil einzelne Händler an dem Zinssatz geschraubt haben sollen, um Handelsgewinne einzustreichen. UBS, Barclays und die Royal Bank of Scotland schlossen bereits Vergleiche und mussten dafür Strafen von zusammen mehr als 2,5 Milliarden Dollar zahlen. Mit Spannung werden daher nun auch im Ausland die Ergebnisse der Sonderprüfung bei der Deutschen Bank erwartet, die die Bafin im vergangenen Jahr gestartet hatte.

Zudem hat die Bafin inzwischen Untersuchungen wegen mutmaßlicher Tricksereien bei einem viel beachteten Marktindex für Swap-Geschäfte, dem sogenannten Isdafix, eingeleitet, wie Anfang August bekanntwurde.

Bereits im April war bekanntgeworden, dass die Bundesbank und die Finanzaufsicht Bafin eine Sonderprüfung wegen mutmaßlicher Bilanztricksereien bei der Deutschen Bank eingeleitet haben. Der frühere Risikoanalyst Eric Ben-Artzi wirft der Bank vor, hochkomplexe Wertpapiere in einem bis zu 130 Milliarden Dollar schweren Derivate-Portfolio zwischen 2007 und 2010 zu hoch bewertet zu haben. Hätte die Bank die niedrigeren Marktwerte angesetzt, wäre sie damals „in sehr viel schwächerer Verfassung“ gewesen, hatte er gesagt. Die Deutsche Bank hatte dagegen wiederholt erklärt: „Die Vorwürfe waren Gegenstand einer sorgfältigen und umfangreichen Untersuchung und haben sich als vollkommen unbegründet erwiesen.“

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/finanzaufsicht-bafin-ermittelt-in-neuem-fall-gegen-deutsche-bank/8653856.html

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12.08.2013

Universalbank: universaler Blankoscheck für sittenwidrige Geschäfte?

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Die deutschen Privatbanken wollen keine Beschränkung ihrer gigantischen Derivatespekulation, die bei der Deutschen Bank mittlerweile einen Umfang von 72 Billionen Dollar erreicht und die Bank zur weltweiten Nummer 1 in dieser Branche gemacht hat. Selbst Versuche einer Scheinregulierung wie das „Trennbankengesetz“ der Bundesregierung werden vom Bankenverband abgelehnt. Wie Verbandsgeschäftsführer Andreas Krautscheid gerade erst sagte, wolle man mit der neugebildeten Bundesregierung im Herbst noch einmal darüber reden—also möglichst das Ganze wegverhandeln.

Die Banken bringen in ihrem Kampf gegen alles, was irgendwie wie Glass-Steagall aussieht, vor allem zwei Propagandaargumente vor: 1) das deutsche Universalbankensystem habe sich in der Finanzierung und Absicherung des Mittelstandes bewährt, und 2) das Trennbankensystem habe niemals besser funktioniert als Universalbanken, außerdem hätte auch Glass-Steagall, wäre es 2007 und 2008 noch in Kraft gewesen, die Krise nicht verhindern können.

Die Deutsche Bank zum Beispiel kann solche Propaganda in Deutschland nur machen, weil es hier, im Gegensatz zu den USA, niemals eine gründlichere Untersuchung und Öffentlichmachung ihrer Geschäftspraktiken gegeben hat. Diese Untersuchung hat es leider bisher nur auf amerikanischer Seite gegeben, im FCIC-Bericht von Phil Angelides und im Senatsbericht von Carl Levin, beide veröffentlicht Anfang 2011.

Der 660 Seiten dicke Levin-Bericht dokumentierte auf immerhin 46 Seiten, die allein der Deutschen Bank gewidmet sind, deren sittenwidrige Vorgehensweise auf dem amerikanischen Finanzmarkt: Gregg Lippmann, ein ehemaliger Händler der Bank, hatte vor der Levin-Kommission geschildert, wie seine eigene Abteilung in der Bank in großem Stil auf der einen Seite CDOs (Collateral Debt Obligations) an Kunden, darunter Pensionskassen, als angeblich gewinnbringend verkaufte, gleichzeitig aber auf „short“ wettete, das heißt auf den Verlust ebendieser CDO-Investments setzte und damit Gewinne machte. Aus den Anhörungen der Kommission geht hervor, daß diese Methode, die Verluste einseitig auf der Seite der einen Kategorie von Kunden festschrieb, um Gewinne für die andere Kategorie von Kunden zu sichern, ein bewußtes und von der Bank eine zumindest tolerierte, wenn nicht sogar geförderte Praxis war. Und nicht nur das: die Komission kam auch zum Ergebnis, daß die Bank hiermit wesentlich zum Ausbruch der Krise 2007 und der folgenden systemischen Destabilisierung beigetragen hat.

Möglich war dies, weil Regulierungen, wie sie im Glass-Steagall-Gesetz bis zu seiner Abschaffung 1999 galten, 2006 (also vor dem Ausbruch der Krise) und noch nach Eintritt der Krise im Juli 2007, als die Deutsche Bank diese sittenwidrigen Papiere noch immer massiv verkaufte, nicht mehr existierten. Mit Sicherheit ist das Universalbanksystem, wie es sich nach 1999, nach der Abschaffung von Glass-Steagall, mit solchen Praktiken (der Levin-Bericht beleuchtet hier ja nur einen Ausschnitt) massiv entwickelt hat, nicht akzeptabel—ebensowenig akzeptabel wie die Propagandaargumente, die für sein Fortbestehen ins Feld geführt werden.

Was überdies den angeblich unersetzbaren Dienst der Deutschen Bank am Wohlergehen des deutschen Mittelstands betrifft, so erzählt der Fall des Papierherstellers Ille, der seinen Prozeß gegen die Bank im März 2011 vor dem Bundesverfassungsgericht gewann, eine andere Geschichte. Die Bank wurde vom Gericht für schuldig befunden, sittenwidrig ein Verlustgeschäft an Ille verkauft zu haben, und wurde zur Zahlung von Entschädigung verurteilt. Aus einer bankinternen Anweisung, die dem Gericht von der Klageseite zugänglich gemacht wurde, ging hervor, daß dies Vorgehen der Bank im Falle Ille kein Ausrutscher war, sondern Methode hatte. Das zu untersuchen, haben aber weder Bundestag noch Regierung bisher fertiggebracht. Die beiden Berichte von Angelides und Levin haben in den USA dagegen dazu beigetragen, daß Institute wie die Deutsche Bank mit zahlreichen Klagen von Seiten der geschädigten Pensionskassen, Kommunen und sogar anderer Banken überzogen wurden.

In den USA wächst das Momentum für die strikte Bankentrennung nach Roosevelts Glass-Steagall-Gesetz immer mehr. Das LaRouche Political Action Committee (LPAC) hat mit seiner Mobilisierung dafür gesorgt, daß es jetzt drei Gesetzesvorlagen für die Rückkehr zu Glass-Steagall im Kongress und Resolutionen für Glass-Steagall in 25 US-Landtagen gibt, die entweder dort debattiert oder bereits verabschiedet wurden. Die wichtigsten davon sind New York und Kalifornien, was eine wahre Welle an Hysterie der Wall Street ausgelöst hat – denn es ist klar, daß dies Gesetz ihren offiziellen Bankrott und das Ende der Finanzdiktatur bedeutet. Kein Wunder also , daß auch die europäischen Ableger der Wall Street und der City alles daran setzen, das Momentum dafür in Europa um jeden Preis zu stoppen.

Wie lange wollen Sie sich also noch für dumm verkaufen lassen?

Mehr zum Thema:

Ille-Urteil, FCIC, Levin-Report – Nemesis für die Deutsche Bank
http://www.bueso.de/node/4817

Zusammenfassung des Angelides-Berichtes:
http://www.bueso.de/angelides-schlussfolgerungen

http://www.bueso.de/node/6645

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07.05.2013

CDS-Handel: Deutsche Bank wegen Manipulation angeklagt

Die Deutsche Bank steht wieder vor Gericht, wieder in den USA. Ein Pensionsfonds wirft dem Geldhaus und zahlreichen andern Großbanken vor, den Markt mit Kreditausfallversicherungen manipuliert zu haben.

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Neue Klage gegen die Deutsche Bank und elf weitere Geldhäuser in den USA: Ein US-Pensionsfonds wirft den Großbanken vor, jahrelang den 27 Billionen Dollar schweren Markt für Kreditausfallversicherungen (CDS) manipuliert und so die Kosten für Investoren in die Höhe getrieben zu haben.

Die Institute hätten jeglichen Wettbewerb verhindert, um sich Erträge zu sichern, heißt in der jetzt in einem Bezirksgericht im Bundesstaat Illinois eingereichten Klage. „Der CDS-Markt war klar aufgeteilt zwischen denen, die ihn kontrollieren und verzerren, und denjenigen, die sich fügen mussten“, erklärte der Metallarbeiter-Pensionsfonds Sheet Metal Workers Local 33 Cleveland District Pension Plan, der eine Sammelklage anstrebt. Die Preise seien künstlich und nicht marktgerecht entstanden.

Die Aussichten der Sammelklage dürften von parallel laufenden Kartellrechtsuntersuchungen des US-Justizministeriums und der EU-Kommission abhängen. Sie gehen dem Vorwurf nach, die Banken hätten gemeinsame Sache gemacht, um einen Wettbewerb auf dem CDS-Markt zu verhindern.

Mit Kreditausfallversicherungen sichern sich Investoren gegen die Zahlungsunfähigkeit von Unternehmen oder Ländern ab. Mit ihnen kann zudem auf die Bonität eines Schuldners gewettet und dieser damit in Bedrängnis gebracht werden, was CDS in Verruf gebracht hat.

CDS erlangten während der Finanzkrise traurige Berühmtheit, als sie um ein Haar den US-Versicherungsriesen AIG in den Abgrund rissen. Banken haben als zwischengeschaltete Institutionen den Handel mit diesen Papieren ermöglicht.

Die Klage des Pensionsfonds richtet sich gegen Deutsche Bank, UBS, Credit Suisse, Barclays, Royal Bank of Scotland, HSBC, BNP Paribas, Bank of America, Citigroup, JP Morgan Chase, Goldman Sachs und Morgan Stanley. Die Institute äußerten sich am Dienstag nicht dazu oder waren zunächst nicht zu erreichen.

Die Deutsche Bank und zahlreiche weitere Geldhäuser müssen sich weltweit bereits wegen der mutmaßlichen Manipulation von Referenzzinssätzen wie den Libor und den Euribor verantworten. Händler der Institute sollen diese Zinsen verzerrt und dadurch Handelsgewinne eingestrichen haben.

UBS, Barclays und die Royal Bank of Scotland mussten bereits Strafen zahlen – mit weiteren Vergleichen wird in den nächsten Monaten gerechnet.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anleihen/cds-handel-deutsche-bank-wegen-manipulation-angeklagt/8174606.html

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30.04.2013

Zu hohes Risiko: Deutsche Bank braucht dringend neues Kapital

Die Deutsche Bank muss neue Aktien im Wert von 2,8 Milliarden Euro ausgeben. Die Bank muss wegen der hohen Risiken ihr Eigenkapital stärken. Wegen der Derivate-Bombe, die in den Büchern des Geldinstitutes tickt, ist jedoch deutlich mehr nötig. Die Bank-Kunden sollten in den kommenden Wochen genau hinsehen, was sich bei der DB tut.

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Die Deutsche Bank braucht mehr Eigenkapital. Durch die Ausgabe von neuen Aktien sollen zusätzliche 2,8 Milliarden Euro aufgetrieben werden. Außerdem erwägt das Geldinstitut, in den kommenden Monaten noch weitere Gelder zu akquirieren. Die Risikopapiere in den Büchern der Deutschen Bank sind enorm und eine Gefahr für Steuerzahler und Bank-Kunden.

Hinzu kommen die OTC-Derivate, die in der Bilanz nicht aufscheinen, und von denen niemand genau sagen kann, wie hoch die Risiken sind.

Die Risikovorsorge der Deutschen Bank im Kreditgeschäft ist im ersten Quartal 2013 um 40 Millionen Euro auf 354 Millionen gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen, teilte das Institut am Montag mit. Doch ist diese Risikovorsorge alles andere als ausreichend. In einer Pressemitteilung wies die Deutsche Bank darauf hin, dass der Vorstand beschlossen habe, eine Kapitalerhöhung durchzuführen. Demnach sollen neue 90 Millionen Aktien im Wert von 2,8 Milliarden Euro brutto ausgegeben werden. Dies werde die Kernkapitalquote (Tier 1) von 8,8 auf 9,5 Prozent anheben.

Allerdings sind diese 2,8 Milliarden Euro, die die Bank einnehmen will, nicht ausreichend. Man beabsichtige außerdem, die „gesamte Kapitalstruktur durch die mögliche Emission von zusätzlichen nachrangigen Kapitalinstrumenten im Umfang von bis zu 2 Milliarden Euro (…) zu stärken“, so die Bank. Dies soll in den kommenden zwölf Monaten geschehen.

Insgesamt erreichte die Deutsche Bank nach eigenen Angaben im ersten Quartal einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 2,4 Milliarden Euro. Doch angesichts des Billionen-Risikos aufgrund des Derivate-Handels ist die geplante Eigenkapitalerhöhung nicht annähernd ausreichend (hier).

Dem deutschen Steuerzahler ist wegen der hohen Risiken der Deutschen Bank mit der Erhöhung des Kapitals um eventuelle 4,8 Milliarden Euro nicht gedient. Gerät die Bank in Schwierigkeiten, muss der Steuerzahler einspringen, weil die Bank als systemrelevant eingestuft ist.

Aber der Steuerzahler kann beruhigt sein: Er allein wird die Last im Crash-Falle nicht tragen müssen.

Nach dem für die EU als Blaupause geltenden Zypern-Modell werden auch die Bank-Kunden der Deutschen Bank mit einer Zwangs-Abgabe ihr Institut retten müssen.

Eine systemrelevante Bank kann die Lage deshalb entspannt betrachten: Sie weiß, dass jeder Bürger zwei Taschen hat, in die man notfalls greifen kann.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/30/zu-hohes-risiko-deutsche-bank-braucht-dringend-neues-kapital/

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16.04.2013

Ver.di-Chef: Bsirske wird Aufseher der Deutschen Bank

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank wird durchgemischt: Unter anderem soll künftig Gewerkschaftsboss Frank Bsirske dem Vorstand auf die Finger schauen. Auch zwei Frauen sollen neu in das Kontrollgremium einziehen.

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Ver.di-Chef Frank Bsirske gehört künftig zu den Kontrolleuren der Deutschen-Bank-Spitze. Bsirske wurde am Dienstag als Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat des Frankfurter Dax-Konzerns gewählt, wie die Gewerkschaft mitteilte.

Die Dienstleistungsgewerkschaft bekommt sechs der zehn Mandate, die die Arbeitnehmerseite besetzt. Bislang stellte die Gewerkschaft nur vier Vertreter, aber durch den Zukauf der Postbank ist der Einfluss Ver.dis bei der Deutschen Bank gestiegen. Ein großer Teil der Postbank-Mitarbeiter ist Mitglied der Gewerkschaft, die schon häufiger auf Konfliktkurs mit der Bank gegangen ist. Als Aufsichtsrat wiedergewählt wurden der Konzernbetriebsratsvorsitzende Alfred Herling sowie Gabriele Platscher und Rolf Stockem. Neu für Ver.di im Kontrollgremium sind Timo Heider und Bernd Rose.

Arbeitnehmervertreter stellen die Hälfte des 20-köpfigen Aufsichtsrats, der vom früheren Allianz -Vorstand Paul Achleitner geleitet wird. Um die Besetzung der Posten war vor den Wahlen heftig gerungen worden, da sie für die Machtverhältnisse der Gewerkschaften sehr wichtig sind. Die kleinere Gewerkschaft DBV, die bislang mit Karin Ruck Achleitners Stellvertreterin stellte, machte gemeinsame Sache mit unabhängigen Kandidaten und konnte zwei Mandate gewinnen. Gewerkschaftschef Stephan Szukalski zieht neu in das Gremium ein, Ruck war nicht mehr angetreten.

Als Favorit für die Wahl zum Vize-Vorsitzenden des Aufsichtsrats gilt Konzernbetriebsratschef Herling, der seit vielen Jahren in dem Gremium sitzt. „Es gilt jetzt, den Blick nach vorn zu richten und den anstehenden Kulturwandel im Interesse aller Konzernbeschäftigten konstruktiv zu begleiten und mitzugestalten“, erklärte Herling nach der Wahl. Das seit Juni 2012 amtierende Führungsduo Anshu Jain und Jürgen Fitschen hat Deutschlands größtem Geldhaus einen Imagewandel verordnet und fährt zudem einen scharfen Sparkurs.

Auch auf der Kapitalseite stehen personelle Änderungen an: Nach der Hauptversammlung am 23. Mai sollen drei neue Aufsichtsräte einziehen, darunter die die frühere Finanzchefin der US-Großbank JP Morgan Chase, Dina Dublon. Auch der Jurist Georg Thoma und der ehemalige UBS-Finanzvorstand John Cryan gewählt werden. Damit erhalten Vertreter der Finanzbranche ein stärkeres Gewicht in dem Aufsichtsgremium, das unter anderem den Vorstandschef bestimmt.

Die von der Politik geforderte Frauenquote würde die Deutsche Bank schon jetzt erfüllen. Fast die Hälfte der Aufsichtsräte ist bereits weiblich. Die CDU/CSU strebt eine Quote von mindestens 30 Prozent an, die SPD möchte 40 Prozent. stk/Reuters/dpa

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ver-di-chef-frank-bsirske-wird-aufseher-der-deutschen-bank-a-894768.html

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14.04.2013

Sorge um Deutsche Bank: Aufsicht fordert Rücktritt des Justiziars

Die deutsche Bankenaufsicht fordert den Rücktritt des obersten Juristen der Deutschen Bank. Das ist keine gute Nachricht für Sparer und Aktionäre der Bank.

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Die Deutsche Bank gilt seit jeher als besonders krisenanfällig: Ihre Derivate (Wetten) sind dramatisch hoch (hier), von denen, die nicht in der Bilanz stehen, fürchten Beobachter noch größere Gefahren (hier).

Zudem ist die Bank in zahlreiche Rechtsstreitigkeiten verwickelt (hier). Steuerbetrug bei CO2-Zertikaten und der Vorwurf der Bilanz-Trickserei sind die Highlights.

Nun hat die Bankenaufsicht Bafin in einem ungewöhnlichen Schritt die Abberufung des Justiziars der DB gefordert, schreibt der Spiegel. Das Blatt schreibt, die BaFin habe Compliance-Probleme sowie organisatorische Mängel bei der Deutschen Bank festgestellt. Dies hatten die Aufseher dem für Rechtsfragen zuständigen Vorstand Stephan Leitner mitgeteilt. Die Bank halte an Richard Walker als Justiziar fest, teilte die Bank am Sonntag mit.

Die Bafin könnte Leitner abberufen, einen Justiziar jedoch nicht.
Offenbar ist die Lage bei der in vielen globalen Geschäften engagierten Bank sehr unübersichtlich geworden. Die Aufforderung der Bafin dürfte bei Anshu Jain und seinen Managern die Alarmglocken schrillen lassen.

Auch die Kunden der Deutschen Bank sollten auf der Hut sein: Die neuen Regeln zur Bankenrettung sehen die zwangsweise Beteiligung aller Kunden mit Guthaben über 100.000 Euro vor. Politik und DIHK fordern die Kunden aller Banken auf, sich regelmäßig über den Zustand ihrer Bank zu erkundigen (hier).

Erkundigungen über riskante Wetten bei der Deutschen Bank dürften allerdings nicht besonders ergiebig sein. Denn offenbar hat die Bank selbst den Überblick verloren – oder zumindest keine Rechtsabteilung, die den Ansprüchen der ohnehin nicht besonders fordernden deutschen Banken-Aufsicht genügt.

Das sollte den Kunden und Aktionären allerdings zu denken geben.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/14/sorge-um-deutsche-bank-aufsicht-fordert-ruecktritt-des-justiziars/

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11.04.2013

Deutsche Bank gefährdet alle: 48 Billionen Euro in riskanten Wetten

Die Deutsche Bank könnten den Deutschen schon bald Sorgen bereiten. Mit 48 Billionen an riskanten Wetten steht die Bank wegen ihres geringen Eigenkapitals nicht besonders solide da. Experten warnen seit langem vor den Gefahren.

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Im letzten Quartal des vergangenen Jahres musste der Finanzkoloss Deutsche Bank einen überraschend großen Verlust hinnehmen: 2,2 Milliarden Euro. Doch gemessen an den immensen Risiken, die sich in den hinteren Büchern der Bank noch befinden, ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Das wirklich bermerkenswerte sind die Derivate-Geschäfte der Bank.

In ihrem Risikobericht gibt die Deutsche Bank ein Kreditrisiko-Engagement aus Derivaten im Umfang von 59,195445 Billionen Euro an (Stand 31.12.2011, der aktuellste Bericht). Das entspricht fast einem Sechstel der in Europa in Umlauf befindlichen Derivate (mehr hier). Allein von diesen fast 60 Billionen Euro sind über 48 Billionen Euro in zinsbezogene Derivate „investiert“ – also schlicht in Wetten auf Kursentwicklungen.

Wenn die Deutsche Bank bei ihren Derivate-Geschäften nur einen Ausfall von 10 Prozent hat, steht nicht nur die Deutsche Bank vor dem Kollaps. Die Deutsche Bank ist mehr als nur systemrelevant. Schon seit längerer Zeit hatten auch ehemalige Mitarbeiter der Deutschen Bank auf das immense Risiko hingewiesen, dass in der Deutschen Bank steckt. Ein Risiko, das die Bank den Vorwürfen zufolge offenbar mit Zinsmanipulationen zu schmälern suchte (hier).

Der ehemalige Chefökonom des IWF, Simon Johnson, fordert seit längerer Zeit, die Deutsche Bank zu zwingen, mehr Eigenkapital aufzubringen. „Der deutsche Steuerzahler sollte sehr besorgt sein“, zitiert Bloomberg Johnson. Die Deutsche Bank ist unzweifelhaft „too big to fail“. Sie ist systemrelevant – und deshalb werden im Zweifel die deutschen Steuerzahler zur Kasse gebeten werden. Johnson hält die Notwendigkeit eines Bailouts für die Deutsche Bank für durchaus möglich. Die Bank sei zu extrem „gehebelt“. Das Risiko-Management sei nicht ausreichend.

Bisher war die EU, wenn es um die Risiken der Banken geht, immer hinterher, die Finanzinstitute, die in eine gescheiterte Bankinvestiert hatten, selbst nicht in die Pflicht zu nehmen. In Irland beispielsweise musste die Deutsche Bank keine herben Verluste auf Bankanleihen fürchten, hier standen die Steuer dafür gerade. Erst seit Zypern werden die Banken mit einbezogen. Doch selbst hier zögerte man das Bailout und das Bail-In so lange heraus, bis deutsche und französische Banken den Großteil ihrer Gelder aus dem Land abgezogen hatten (hier). Doch angesichts des Billionen-Risikos bei der Deutschen Bank, kann die EU nicht überall versuchen, das Schlimmste zu verhindern – es gibt Grenzen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/11/deutsche-bank-gefaehrdet-alle-48-billionen-euro- in-riskanten-wetten/

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11.04.2013

Zu unrentabel: Deutsche Bank trennt sich von niederländischen Privatkunden

Die Deutsche Bank braucht mehr Geld. Sie will sich in den Niederlanden von rund 18.000 Privatkunden und kleinen Firmen trennen. Die Konzentration auf Großkunden sei notwendig.

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Mit Privatleuten und kleinen Unternehmen lässt sich bei der Deutschen Bank nicht genügend Geld akkumulieren. Aus diesem Grund will die Deutsche Bank in den Niederlanden etwa 2.000 Privatkunden sowie 16.000 kleinere Firmen loswerden. Man wolle sich nun auf größere mittelständische Unternehmen und Großkunden konzentrieren.

In den kommenden Monaten wolle die Bank Kontakt zu den Kunden aufnehmen, für die sie „nicht mehr die angemessene Bank sind“, heißt es in der Mitteilung der Deutschen Bank. Dann könne man zusammen den Wechsel zu einer anderen Bank besprechen. „Die Kunden, von denen wir uns verabschieden, haben nur einen kleinen Teil an Darlehen oder eine Gutschrift.“

Der Schritt der Deutschen Bank ist insofern nicht ungewöhnlich, als dass die Bank sich seit Jahren immer stärker auf den Derivatehandel konzentriert hat. Fast 60 Billionen Euro umfasst das Risiko, das bei der Deutschen Bank im Derivategeschäft liegt (hier). Großkunden haben mehr Geld, mit dem sich spekulieren lässt. Da sind die von der ABN-Amro Bank geerbten Kunden (hier) beispielsweise völlig unwichtig geworden. Die Deutsche Bank scheint sich zunehmend von einer Kundenbank zu entfernen – das damit verbundene Risiko für den Steuerzahler wächst dennoch.

Der Schritt der Deutschen Bank hat für die kleinen Firmen und Privatkunden jedoch einen Vorteil, crasht die Bank tatsächlich – und die Richtung dazu hat sie ja bereits eingeschlagen – werden sie mit ihren Einlagen zumindest nicht haften. Schließlich besitzen sie dann keine Einlagen bei der Bank mehr. Allerdings ist davon auszugehen, dass bei der Größe der Deutschen Bank letztlich alle Steuerzahler über Rettungsgelder etc. hinzugezogen werden. Die Deutsche Bank ist nämlich systemrelevant und ein extremes Risiko für den gesamten europäischen Finanzmarkt.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/11/zu-unrentabel-deutsche-bank-trennt-sich-von-niederlaendischen-privatkunden/

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03.04.2013

Bilanztrickserei: Finanzaufseher rücken Deutscher Bank zu Leibe

Mögliche Milliarden-Tricksereien der Deutschen Bank haben die Bundesbank alarmiert. Die Vorwürfe gehen zurück in die Ära Ackermann, Beamte der Notenbank sollen ihnen in New York nachgehen. Eine Sonderprüfung läuft.

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Die Bundesbank untersucht Vorwürfe der Bilanztrickserei gegen die Deutsche Bank. Das berichtet die „Financial Times“ mit Verweis auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Während der Finanzkrise soll die Deutsche Bank Milliardenverluste bei Kreditderivaten verschleiert haben.

Zur Untersuchung der Vorwürfe sollen Beamte der Bundesbank in der nächsten Woche nach New York reisen, berichtet die Zeitung weiter. Dort wollten die Mitarbeiter der Notenbank Gespräche mit Ex-Mitarbeitern führen, die über die Vorgänge in den Jahren 2006 bis 2009 Bescheid wüssten.

Gemeinsam mit der Bundesbank prüfe auch die Finanzaufsicht Bafin die Vorgänge, hieß es am Donnerstag. „Da läuft eine Sonderprüfung“, bestätigten drei mit der Untersuchung vertraute Personen. Man sei noch am Anfang der Recherche, sagte einer der Insider. „Erst mal geht die Aufsicht davon aus, dass die Bilanzierung den Regeln entsprach“, betonte ein anderer. „Schließlich haben sich auch im Nachhinein keine Lücken in der Bilanz aufgetan.“ Die Bafin und die Deutsche Bank wollten sich am Donnerstag nicht äußern.

Die Bundesbank hatte bereits am Mittwochabend nach einem entsprechenden Bericht der „Financial Times“ erklärt: „Wir dürfen keine Auskunft zu Maßnahmen der Bankenaufsicht geben, die einzelne Institute betreffen. Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass wir erhobenen Vorwürfen nachgehen, um sie auf ihre Stichhaltigkeit hin zu überprüfen.“

Nach einem Bericht der „Financial Times“ von Dezember geht es um verschleierte Verluste von bis zu zwölf Milliarden Dollar. Das Blatt berief sich damals auf drei ehemalige Mitarbeiter, die sich an US-Regulierer wie die Börsenaufsicht SEC gewandt hätten.

Die Vorwürfe der Bilanztrickserei hatte die Deutsche Bank im Dezember zurückgewiesen. Das Geldhaus erklärte, in den USA mit der SEC zusammenzuarbeiten. Die Vorwürfe gehen auf die ersten Jahre der Finanzkrise zurück: Ehemalige Mitarbeiter beschuldigen das Institut, damals Milliarden an Buchverlusten nicht ausgewiesen zu haben. Dadurch habe sich die Bank, die unter ihrem damaligen Chef Josef Ackermann ohne Staatshilfe durch die Krise gekommen ist, schöngerechnet.

Ackermann hatte einmal gesagt, es wäre eine Schande, wenn die Deutsche Bank Gelder des Staates in Anspruch nehmen müsste. Laut „FT“ hätte die Bank möglicherweise aber Staatshilfe benötigt.

Konkret geht es um hochkomplexe Wertpapiere in einem bis zu 130 Milliarden Dollar schweren Derivateportfolio des Instituts, das mittlerweile weitgehend abgebaut worden ist. Wenn das Institut diese Papiere damals korrekt nach Marktwerten bilanziert hätte, wären die Ergebnisziele nicht erreicht worden, erklärte die Kanzlei Labaton Sucharow, die den ehemaligen Risikoanalysten Eric Ben-Artzi vertritt. Ben-Artzi ist einer der Mitarbeiter, die die Vorwürfe erheben. Er hat sich öffentlich als Whistleblower bekannt.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/bilanztrickserei-finanzaufseher-ruecken-deutscher-bank-zu-leibe/8017098.html

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27.03.2013

Drohende Herabstufung belastet Deutsche Bank

Warnschuss für die Deutsche Bank: S&P droht mit Herabstufung der Kreditwürdigkeit. Die Bank sei schlechter kapitalisiert als die Konkurrenz. Zudem belaste die Euro-Krise. In Frankfurt gibt die Aktie kräftig nach.

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Der Deutschen Bank droht eine Herabstufung durch Standard & Poor’s, wie die Ratingagentur in der Nacht zum Mittwoch mitteilte. Das Kreditinstitut hatte am vergangenen Mittwoch seinen für 2012 berichteten Gewinn aufgrund steigender Rechtskosten reduziert.

Das Langfristrating „A+“ der Deutschen Bank wurde auf „CreditWatch negative“ gesetzt, teilte S&P mit. Vergangene Woche hatte die Deutsche Bank zusätzliche Rückstellungen bekanntgegeben, um Kosten im Zusammenhang mit US- Hypothekenklagen und anderen rechtlichen Untersuchungen zu decken. Der für 2012 berichtete Gewinn wurde um etwa 400 Mio. Euro auf 291 Mio. Euro reduziert.

„Wir gehen davon aus, dass die anhaltenden wirtschaftlichen, regulatorischen und rechtlichen Risiken die Entwicklung der Bank weiterhin belasten werden“, teilte S&P mit.

Für die Fähigkeit des Kreditinstituts, angesichts der wirtschaftlichen Turbulenzen in Europa – darunter auch der „jüngsten Spannungen“ in Zypern – Kapital zu generieren, bestehen „erhebliche Risiken“, erklärte S&P in der Stellungnahme. „Die Kapitalisierung der Deutschen Bank ist unserer Ansicht nach weiterhin niedriger als bei Konkurrenten, trotz einer signifikanten Verbesserung im zweiten Halbjahr 2012.“

Die Aktie der Bank fiel am Mittwoch um drei Prozent auf 30,35 Euro und war größter Verlierer im Dax.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anleihen/aktie-faellt-drohende-herabstufung-belastet-deutsche-bank/7990528.html

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14.03.2013

Kirch vs. Deutsche Bank: Richter bezichtigen Topbanker der Lüge

Die Urteilsbegründung im Streit zwischen den Kirch-Gesellschaften und der Deutschen Bank hat es in sich. Das Gericht bezichtigt Topbanker wie Josef Ackermann und Jürgen Fitschen der Lüge und Absprache.

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Schriftliche Urteilsbegründungen sind oft nur etwas für juristische Feinschmecker, die des Oberlandgerichts München im Streitfall Kirch/Deutsche Bank birgt Brisanz. Reihenweise werden dort ehemalige Spitzenbanker der Lüge bezichtigt. Auch Jürgen Fitschen als amtierender Co-Chef von Deutschlands größtem Bankhaus kommt nicht gut weg. Zudem wirft Richter Guido Kotschy den Bankern vor, unwahre Aussagen abgesprochen zu haben. Im Zentrum aller Vorwürfe steht Rolf Breuer als Ex-Chef der Deutschen Bank.

Vorigen Dezember hatte Richter Kotschy eine in der Höhe noch unbezifferte Schadenersatzpflicht der Deutschen Bank und Breuers gegenüber klagenden Kirch-Gesellschaften festgestellt. Er sah es erwiesen an, dass ein Interview Breuers, in dem dieser 2002 die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe in Zweifel gezogen hatte, jede Sanierungsfähigkeit des angeschlagenen Imperiums zerstört hatte.

Eine Insolvenz wäre nicht zwingend gewesen“, heißt es jetzt klipp und klar in der Urteilsbegründung mit Blick auf das Gewicht des Interviews. Mindestens ebenso interessant ist, wie das Gericht zu dieser Überzeugung kommt. Die beklagte Bank und Breuer hätten im Verfahren „nachweislich falsch vorgetragen“, rügt das Gericht und nennt Namen.

Gericht sieht sich von Ackermann getäuscht

Neben Breuer sind das dessen ebenfalls schon ausgeschiedener Nachfolger Josef Ackermann, Ex-Aufsichtsratschef Clemens Börsig und Ex-Vorstand Tessen von Heydebreck. Ackermann und Börsig hätten dem Gericht „bewusst und gezielt eine unzutreffende Darstellung unterschieben“ wollen, heißt es im Urteil.

Beide hatten vor Gericht behauptet, dass die Deutsche Bank kein Beratungsmandat bei Kirch wollte, obwohl ein Vorstandsprotokoll das Gegenteil erklärt. Die gleichlautenden Aussagen Börsigs und Ackermanns seien „ein sicheres Indiz dafür, dass die unwahre Darstellung zuvor abgesprochen wurde“.

Deutsche Bank will Urteil kippen

Breuer habe seinen Kreditkunden Kirch durch das Interview bewusst in eine Situation manöveriert, wo Hilfe durch die Deutsche Bank die letzte Möglichkeit war, eine Pleite noch zu verhindern. „Friss oder stirb“, sei die Wahl gewesen, die die Bank Kirch gelassen habe. Im Interview habe Breuer radikal mit der im Bankengewerbe üblichen Zurückhaltung gebrochen, sich vor Gericht in Widersprüche verstrickt und wider besseres Wissen ersichtlich unwahre Behauptungen aufgestellt. Ferner habe die Deutsche Bank ein als Beweis dienendes Dokument manipuliert, um von Breuer bestrittenes Sonderwissen zu Kirch bewusst zu verheimlichen.

Auch Fitschens Zeugenaussage sei „schlicht inkonsistent“, rügt das Gericht. Die Erinnerungen des Co-Chefs der Deutschen Bank an den Fall Kirch seien „ersichtlich unrichtig“. Als fatal für Breuer könnte sich die Feststellung des Gerichts erweisen, dass er „vorsätzlich gehandelt“ hat. Bei Vorsatz verlieren für Manager wie Breuer abgeschlossene Haftpflichtpolicen ihre Gültigkeit. Wie hoch der Kirch entstandene Schaden ist, müssen jetzt Gutachten klären. Kotschy hat eine mögliche Spanne von 120 Millionen bis 1,5 Milliarden Euro genannt.
Die Deutsche Bank versucht indessen Kotschys Urteil, für das dieser keine Revision zugelassen hatte, doch noch zu kippen. Dazu wurde beim Bundesgerichtshof jetzt eine Nichtzulassungsbeschwerde eingereicht.

http://www.fr-online.de/wirtschaft/kirch-vs–deutsche-bank-richter-bezichtigen-topbanker-der-luege,1472780,22108686,view,asFirstTeaser.html

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24.02.2013

Vorwürfe gegen Deutsche Bank: Agrarspekulationen schöngeredet

Darüber, ob Geldanlagen, die auf Nahrungsmitteln basieren, Preise beeinflussen oder nicht, wird hart gestritten. Deutsche Bank und Allianz gehören als Akteure auf dem Markt zu denen, die einen Zusammenhang laut bestreiten. Foodwatch deckt nun aber auf: Selbst die hauseigenen Abteilungen warnen vor den Auswirkungen dieser Wetten. Die Häuser halten die Berichte nur unter Verschluss.

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Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat die Deutsche Bank und die Allianz im Zusammenhang mit Finanzspekulationen auf Lebensmittelpreise erneut scharf kritisiert.

Sechs Dokumente aus den Forschungsabteilungen der beiden Unternehmen zeigten, dass die volkswirtschaftlichen Abteilungen der beiden Finanzriesen in der Vergangenheit sehr wohl eingeräumt hätten, dass solche Geschäfte Einfluss auf die Agrarpreise haben, teilte Foodwatch in Berlin mit. Später hätten aber beide Häuser argumentiert, sie hielten an den umstrittenen Praktiken fest, weil es keine Beweise für negative Auswirkungen gäbe.

Auch der „Spiegel“ hatte darüber berichtet. Foodwatch und andere Kritiker sind der Ansicht, dass die Spekulationsgeschäfte den Hunger in der Welt verschärfen.

Deutsche Bank belügt Bundestag

In einem Allianz-Papier soll es beispielsweise bereits 2008 geheißen haben: „Die Preisausschläge an den Agrarmärkten wurden durch spekulative Faktoren nicht ausgelöst, aber verstärkt.“ Die Deutsche-Bank-Abteilung DB Research soll in einem Dokument gewarnt haben: „Solche Spekulationen können für Landwirte und Verbraucher gravierende Folgen haben und sind im Prinzip nicht akzeptabel.“ Der Chefvolkswirt der Bank habe aber laut Foodwatch im Juni 2012 einem Bundestagsausschuss erläutert, es gebe „kaum stichhaltige empirische Belege für die Behauptung, dass die zunehmende Bedeutung von Agrarfinanzprodukten zu Preissteigerungen oder erhöhter Volatilität geführt hat“.

„Der eigentliche Skandal ist, dass Deutsche Bank und Allianz ganz genau wissen, welchen Schaden sie mit ihren Finanzprodukten anrichten – aber die Öffentlichkeit täuschen und sogar den Bundestag belügen, um weiterhin ohne Skrupel Geschäfte auf Kosten Hungernder zu machen“, meinte Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode.

Die Deutsche Bank hatte Mitte Januar angekündigt, trotz der Kritik an den Finanzanlagen auf Basis von Agrarrohstoffen festzuhalten. Nach einer ausführlichen Prüfung habe man „keinen Nachweis gefunden, dass die Spekulation für die Preisentwicklung verantwortlich ist“, hatte Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen am Rande der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin gesagt. Der Vorstand habe daher beschlossen, entsprechende börsennotierte Fonds wieder zu vertreiben. Nach Protesten hatte das größte deutsche Geldinstitut das Geschäft mit solchen Anlageprodukten im vergangenen Jahr vorerst ausgesetzt, um es zu überprüfen.

Preisschwankungen gibt es immer

Preisschwankungen gebe es „auch bei Abwesenheit von diesen Produkten“, hatte Fitschen gesagt. Eine Arbeitsgruppe der Bank stellte nach Konzernangaben nach umfassenden Analysen fest, „dass es kaum stichhaltige empirische Belege für die Behauptung gibt, die zunehmende Bedeutung von Agrarfinanzprodukten sei für Preissteigerungen oder erhöhte Preisschwankungen verantwortlich.“ Zugleich gebe es aber „zahlreiche Vorteile“ von Agrar-Terminmärkten für Landwirte und Nahrungsmittelverarbeitung.

Wissenschaftlich wird das Thema kontrovers diskutiert. Termingeschäfte auf Agrarpreise sind bereits seit Jahrzehnten üblich, da Bauern damit ihr Einkommen aus den schwer vorauszusehenden Ernteerträgen absichern konnten. In der jüngsten Vergangenheit haben solche Derivategeschäfte – wie in anderen Bereichen auch – allerdings neue Dimensionen angenommen.

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Agrarspekulationen-schoengeredet-article10184041.html

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https://www.youtube.com/watch?v=I_j5NotJR4A

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13.02.2013

80 Millionen für Bittar: Deutsche Bank genehmigte Skandalbanker Mega-Bonus

Kann ein Banker so gut sein, dass er 80 Millionen Euro Bonus verdient? Die Deutsche Bank meint offenbar: Ja. Sie soll diese Summe 2009 laut einem Medienbericht einem einzelnen Investmentbanker genehmigt haben. Was die Sache noch pikanter macht: Es geht um Christian Bittar, eine der Schlüsselfiguren im Libor-Skandal.

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Dem im Zinsskandal entlassenen Deutsche-Bank-Händler Christian Bittar genehmigte das Geldhaus 2009 für das Jahr 2008 einen Bonus von 80 Millionen Euro, wie das Magazin „Stern“ am Mittwoch berichtet. Der Vorstand habe allerdings beschlossen, die Auszahlung über mehrere Jahre zu strecken. Der Händler, gegen den inzwischen wegen der Manipulation des Referenzzinses Libor ermittelt wird, wurde 2011 entlassen. Finanzkreisen zufolge wurden anschließend von der Bank rund 40 Millionen Euro an Boni einbehalten, die noch nicht an ihn ausgezahlt worden waren.

Die zugesagte Prämie entsprach dem Bericht zufolge einem festen Prozentsatz der von dem Händler erzielten Spekulationsgewinne, die laut „Stern“ bei 500 Millionen Euro innerhalb eines Jahres gelegen haben sollen. Diese Praxis gibt es nach Angaben des Instituts heute nicht mehr. Ein Sprecher des Konzerns wollte sich am Mittwoch in Frankfurt nicht zu dem konkreten Fall äußern. Er bekräftigte: „Nachdem die Bank festgestellt hat, dass sich eine bestimmte Zahl von Mitarbeitern unangemessen verhalten hatte, hat sie diese Mitarbeiter suspendiert oder entlassen und verfallbare Vergütungskomponenten einbehalten. Dies wird auch weiterhin der Fall sein, während wir die Untersuchung zu Ende führen.“

Die Deutsche Bank hat mittlerweile sieben Händler vor die Tür gesetzt. Sie sollen in den Skandal um die Manipulation von Referenzzinssätzen wie den Libor oder den Euribor verwickelt sein. Die „London Interbank Offered Rate“ (Libor) gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken Geld leihen. Der Zins dient als Maßstab für Geldgeschäfte in Billionenhöhe. Großbanken sollen den Zinssatz über Jahre manipuliert haben, um höhere Gewinne einzustreichen. Bei der Deutschen Bank läuft sowohl eine interne Prüfung als auch eine Sonderprüfung der Finanzaufsicht Bafin zu dem Fall.

Die Deutsche Bank hat mittlerweile sieben Händler vor die Tür gesetzt. Sie sollen in den Skandal um die Manipulation von Referenzzinssätzen wie den Libor oder den Euribor verwickelt sein. Die „London Interbank Offered Rate“ (Libor) gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken Geld leihen. Der Zins dient als Maßstab für Geldgeschäfte in Billionenhöhe. Großbanken sollen den Zinssatz über Jahre manipuliert haben, um höhere Gewinne einzustreichen. Bei der Deutschen Bank läuft sowohl eine interne Prüfung als auch eine Sonderprüfung der Finanzaufsicht Bafin zu dem Fall.

Zum Vergleich: Der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bekam in seinen besten Zeiten rund 14 Millionen Euro – Festgehalt plus Bonus. Für das Krisenjahr 2008 hatten Ackermann und seine Vorstandskollegen auf Boni in Millionenhöhe verzichtet.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/80-millionen-fuer-bittar-deutsche-bank-genehmigte-skandalbanker-mega-bonus/7777928.html

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31.01.2013

Milliarden-Verlust bei der Deutschen Bank: Es wird kritisch für die Steuerzahler

Die Deutsche Bank hat einen unerwartet hohen Quartalsverlust gemeldet. Offiziell wird das Desaster mit „Rechtskosten“ begründet. Tatsächlich tickt bei der DB die Derivaten-Bombe. Wenn sie hochgeht, könnte das für den deutschen Steuerzahler sehr unangenehm werden.

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Die Deutsche Bank hat im vierten Quartal 2012 einen gigantischen Verlust gemacht: 2,2 Milliarden Euro sind selbst für DB-Skeptiker eine böse Überraschung. In dieser Höhe hat den Verlust keiner erwartet. Viele Analysten waren sogar von einem Gewinn ausgegangen. Nun scheint jedoch die weltweit gefürchtete Derivaten-Bombe hochzugehen.

Die Führung der Deutschen Bank versuchte am Donnerstag, die schweren Verluste als „Altlasten“ zu qualifizieren. Rechtskosten in Höhe von einer Milliarde Euro sind für den Libor-Skandal (hier), die Schlappe gegen Leo Kirch (hier) und andere „signifikante Rechtsstreitigkeiten“ zu verbuchen. Dies kann man ärgerlich finden, sicher ist es dem Image der Bank nicht förderlich, wenn deutlich wird, dass die Gesetzeslage der Wahrnehmung der Bank doch deutlich zuwiderläuft. Entscheidend ist das nicht.

Was wirklich Anlass zur Sorge gibt, ist eine Position von 1,9 Milliarden Euro Abschreibung für „Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte sowie andere immaterielle Vermögenswerte“.

Hier wird möglicherweise die Spitze des Eisbergs sichtbar, nämlich die Derivatenbombe: Die Deutsche Bank ist die am meisten „gehebelte Bank“ der Welt. Sie fährt, auch unter den neuen Führung von Anshu Jain und Jürgen Fitschen, immer noch die Strategie, dass sie die Eigenkapital-Rendite (Return on Equity) als wichtigste Messgröße angibt. Das klingt immer gut – ist aber in Wahrheit völlig bedeutungslos.

Denn die wahre Bedrohung für die Deutsche Bank kommt nicht aus der Eigenkapitalquote, sondern aus den Derivatengeschäften. Dies scheinen nicht in der Bilanz auf. Ihre Bewertung erfolgt nach der sogenannten „Risiko-Gewichtung“. Die Deutsche Bank ist deshalb von Whistle-Blowern unter Beschuss geraten. Ehemalige Mitarbeiter werfen dem Institut vor, dass die Deutsche Bank ihre Zahlen in der Krise manipuliert haben soll, um einem staatlichen Bailout zu entgehen (mehr zu diesem Krimi – hier): Finanzchef Stefan Krause bestreitet, dass die Bank irgendetwas falsch gemacht hat. Seine Erklärung ist dennoch erhellend: Die Bank verwende „ein maßgeschneidertes, proprietäres Modell zur Wertermittlung“ bestimmter Werte.

Im Klartext: Die Deutsche Bank ist mit ihrem umstrittenen, sogenannten „Fünf-Punkte-Modell“ in der Lage, selbst festzulegen, wie risikoreich ein Papier ist.

Genau darin sieht der ehemalige Chefökonom des IWF, Simo Johnson, die größte Gefahr: Johnson vertritt bei Bloomberg die Auffassung, dass die Deutsche Bank längst hätte gezwungen werden müssen, mehr Eigenkapital aufzubringen. Der ROE ist, so schreibt die Stanford-Wissenschaftlerin Anat Admati seit Jahren, eine völlig irrelevante Größe: Denn abseits der offiziellen Bilanz der Deutschen Bank lauern gewaltige Risiken aus den Derivate-Geschäften. Und diese Risiken werden mit der Jain/Ackermann-Berechnung eher verschleiert denn klargelegt.

In Italien kann man gerade verfolgen, wie das ist, wenn eine solche Bombe hochgeht: Die Banca Monte dei Paschi di Siena braucht wegen riskanter Derivate-Geschäfte erneut Milliarden vom italienischen Steuerzahler (mitten im Getümmel ist EZB-Chef Mario Draghi, der bei der Aufsicht der MPS versagt haben soll – hier). Ironischerweise ist die MPS unter Druck geraten, weil die Deutsche Bank sie mit einem Derivate-Geschäft abgezockt hat (hier).

Beobachter glauben, dass der nunmehr öffentliche, dramatische Verlust auch mit den Derivaten zu haben könnte. Es ist Praxis bei den Banken, dass sie die wahren Gründe für Verluste gerne verbergen: So ist die Lesart für die aktuelle Hiobs-Botschaft, „Rechtsstreitigkeiten“ seien der Grund für die Verluste, aus PR-Sicht taktisch klug gewählt: Man gibt im Grund etwas zu, was ohnehin schon jeder weiß – und verhindert so, dass di Shareholder auf die Idee kommen könnten, genau hinzusehen.

Es ist auch für die deutschen Steuerzahler wichtig, jetzt sehr genau hinzusehen. Ex-IWF Ökonom Johnson: „Der deutsche Steuerzahler sollte sehr besorgt sein.“ Denn die Deutsche Bank ist unzweifelhaft „too big to fail“. Sie ist systemrelevant – und deshalb werden im Zweifel die deutschen Steuerzahler zur Kasse gebeten werden.

Simon Johnson hält es für möglich, dass die Deutsche Bank die deutschen Steuerzahler um einen Bailout wird bitten müssen. Die Bank sei zu extrem „gehebelt“. Das Risiko-Management sei nicht ausreichend. Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten, dass ein Bailout unter keinen Umständen ein Thema für die Deutsche Bank sei. Er verwies auf die Solidität der hauseigenen Rechenmodelle und darauf, dass die Deutsche Bank kerngesund sei.

In der Bekanntgabe des Milliarden-Verlusts schreibt die Deutsche Bank, dass eine der zentralen Aufgaben die „Implementierung eines klaren Regelwerks für einen tiefgehenden, langfristigen Kulturwandel“ sei.

Johnson schreibt:

Deutschland hat tiefe Taschen, und eine Menge Leute haben sich aufgereiht, um den Deutschen in die Taschen zu greifen. Aber der Reichtum und die Geduld des deutschen Volks haben auch ihre Grenzen.“ Die Deutsche Bank testet mit ihrem Milliarden-Desaster, wie viel die Deutschen zu schlucken bereit sind. Noch ist kein Hilfsantrag gestellt, noch sagt die Bank, es sei alles unter Kontrolle, noch wird das Debakel als kleiner Betriebsunfall abgetan.

In Kombination mit dem MPS-Skandal in Italien dürfte jedoch der Blick der Öffentlichkeit und der Regulatoren verschärft auf die Derivate-Bomben fallen. Simon Johnson sagt jetzt schon: „Man muss Mitleid mit dem deutschen Steuerzahler haben.“ Aus dem Betriebs-Unfall könnte der Super-GAU für die europäischen Banken-Szene werden.

Anmerkung: Der isländische Präsident hat neulich in einfachen Worten erklärt, dass das Dogma des Too-big-to-fail auf den Müllhaufen der Geschichte gehört (hier der eindrucksvolle Auftritt des Wikingers).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/01/31/milliarden-verlust-bei-der-deutschen-bank-es-wird-kritisch-fuer-die-steuerzahler/

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28.01.2013

Nach Libor auch Euribor: BaFin prüft Deutsche Bank wegen Zinsmanipulationen

Die Deutsche Bank muss sich erneut wegen möglicher Zinsmanipulationen verantworten: Neben dem Libor-Zinssatz geht es nun offenbar ebenso um den Referenzzins Euribor. Eine Sonderprüfung der BaFin trifft wohl auch den WestLB-Nachfolger Portigon.

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Die Finanzaufsicht BaFin erhöht einem Zeitungsbericht zufolge in der Affäre um Zinsmanipulationen den Druck auf deutsche Banken. Die Behörde habe gegen vier Institute Sonderprüfungen eingeleitet, um nun auch Manipulationsvorwürfe beim Referenzzins Euribor zu klären, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ vom Montag. Darunter seien die Deutsche Bank und der WestLB-Nachfolger Portigon. Dem Blatt zufolge wurde bei Portigon auch eine Untersuchung zu möglichen Manipulationen am Zinssatz Libor eingeleitet. Bei der Deutschen Bank läuft die Libor-Prüfung bereits seit Sommer 2012.Bei zwei weiteren Banken aus dem Euribor-Panel habe die Behörde ihre Prüfer geschickt, nachdem der Rücklauf aus einer schriftlichen Anfrage unbefriedigend gewesen sei, berichtete die Zeitung unter Berufung auf informierte Kreise. In einem der beiden Fälle solle die BaFin sogar überlegt haben, eine Verwarnung auszusprechen. Zum Euribor-Panel gehörten dem Blatt zufolge im Ermittlungszeitraum neben der Deutschen Bank und der WestLB die Landesbank Berlin, die BayernLB, die Commerzbank, die genossenschaftliche DZ-Bank, die LBBW, die Helaba und die NordLB.Zu Prüfungen bei einzelnen Banken wollte sich die BaFin laut Bericht nicht äußern. Ein BaFin-Sprecher sagte demnach jedoch, dass die Behörde im Fall der Zinsmanipulation je nach Institut entscheide, welche Mittel geeignet seien: „Diese reichen – ganz generell – vom reinen Aufsichtsgespräch über das Auskunftsverlangen bis hin zur Sonderprüfung.“ Deutsche Bank und Portigon wollten der Zeitung zufolge die Untersuchung nicht kommentieren.

http://www.focus.de/finanzen/banken/nach-libor-auch-euribor-bafin-prueft-deutsche-bank-wegen-zinsmanipulationen_aid_906896.html

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21.01.2013

Kreislauf des Todes: Das große Geschäft mit dem Hunger

Die Deutsche Bank hält an Spekulationen mit Nahrungsmitteln fest, die ihrer Ansicht nach nicht für die massiven Preisanstiege der letzten Jahre verantwortlich sind. Verbraucherschützer warnen vor Hungerskatastrophen, die durch die fortgesetze Spekulation ausgelöst werden können. Auch das fortgesetzte Gelddrucken durch die Zentralbanken treibt die Nahrungspreise.

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Die Deutsche Bank wird an der Spekulation mit Nahrungsmitteln festhalten, sagte Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen im Rahmen der Lebensmittelmesse „Grüne Woche“ in Berlin. Verbraucherschützer hatten wiederholt die Spekulation mit der von den großen Zentralbanken zur Verfügung gestellten Liquidität für die massiv steigenden Lebensmittelpreise verantwortlich gemacht. Dies veranlasste die Deutsche Bank 2012 dazu, einen Ausstieg aus ihren entsprechenden Geschäften zu prüfen.

Doch entsprechende Untersuchungen hätten keinen Zusammenhang zwischen der Spekulation mit Lebensmitteln und dem Hunger in der Welt ergeben, erklärte Fitschen die Position der Deutschen Bank. Das Gegenteil sei der Fall. Agrar-Derivate hätten eine wichtige Funktion im weltweiten Handel. Sie böten etwa Nahrungsmittelproduzenten die Möglichkeit, sich gegen fallende Preise abzusichern. Deshalb habe sein Institut entschieden, „im Interesse der Kunden“ weiterhin Finanzinstrumente auf Agrarprodukte anzubieten, so Fitschen.

Auch Nestlé-Chef Peter Brabeck-Letmathe sieht in der Spekulation nicht die Ursache für steigende Preise, sondern in einer verfehlten Politik etwa beim Biosprit (mehr hier). Er räumte jedoch ein, dass Spekulationen zu höherer Volatilität führen könnten, die es aber ohnehin gebe. Denn vor allem realwirtschaftliche Faktoren wie Dürren und Kriege sind für die Preisschwankungen verantwortlich. Und der langfristige Preisanstieg bei den Nahrungsmitteln hat seine Ursache einerseits im fortgesetzten Gelddrucken der großen Zentralbanken (mehr hier) und andererseits in den Agrar-Subventionen der westlichen Länder (mehr hier).

Die Verbraucherschutz-Organisation Foodwatch versucht seit langem, die Deutsche Bank zu einem Rückzug aus den Spekulationen mit Nahrungsmitteln zu bewegen. Unter dem Slogan „Hände weg vom Acker, Mann!“ hatte sie eine Unterschriftenaktion gegen Josef Ackermann, den damaligen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank gestartet (mehr hier).

Die Entscheidung des Instituts, an der Lebensmittel-Spekulation festzuhalten, bezeichnete Foodwatch-Gründer Thilo Bode als „in hohem Maße unverantwortlich“, zitiert ihn Reuters. Die von der Deutschen Bank vertriebenen Finanzprodukte führten „zu spekulativen Preisblasen“ und könnten somit auch weiterhin „Hungerkatastrophen auslösen“, so Bode. Auch der Investor Jeremy Grantham warnte im letzten Jahr vor zunehmendem Hunger auf der Welt, da die Düngemittel und die zur Verfügung stehende Ackerfläche an ihre Grenze gelangt seien (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/01/21/kreislauf-des-todes-das-kasino-der-nahrungsmittel-preise/

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10.01.2013

Libor: Deutsche Bank machte 500 Millionen Profit mit manipulierten Zinssätzen

Mindestens 500 Millionen Euro soll die Bank mit Wetten in Bezug auf den Libor und andere weltweite Leitzinsen verdient haben, das zeigen interne Bank-Dokumente. Trotz laufender Untersuchungen wegen des Verdachts der Manipulation verneint die Deutsche Bank einen Zusammenhang zwischen dem Libor-Skandal und dem massiven Gewinn.

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Mindestens 500 Millionen Euro soll die Bank mit Wetten in Bezug auf den Libor und andere weltweite Leitzinsen verdient haben, das zeigen interne Bank-Dokumente. Trotz laufender Untersuchungen wegen des Verdachts der Manipulation verneint die Deutsche Bank einen Zusammenhang zwischen dem Libor-Skandal und dem massiven Gewinn.

Allein im Jahr 2008 soll die Deutsche Bank bei Geschäften mit Wetten auf die Entwicklung von verschiedenen Referenzzinssätzen wie dem Libor mindestens 500 Millionen Euro Gewinn gemacht haben, berichtet das WSJ mit Verweis auf interne Bank-Dokumente. Diese wurden den Untersuchungsbehörden von einem ehemaligen Mitarbeiter der Bank zugespielt und liegen dem WSJ vor. Die Dokumente zeigen, wie massiv die Bank investiert hat. Bis Ende September 2008 hätte die Bank je nach Entwicklung des Libors oder auch des Eurobirs aufgrund der Höhe der riskanten Investitionen von einem Hundertstel eines Prozentpunktes bis zu 68 Millionen Euro verlieren aber auch gewinnen können.

Die Untersuchungen zum Libor-Skandal laufen mittlerweile seit mehreren Jahren. Neben der Royal Bank of Scotland und weiteren Großbanken steht auch die Deutsche Bank unter Verdacht, zwischen 2005 und 2009 sich durch Manipulationen beim Libor höhere Handelsgewinne verschafft zu haben. Weltweit basieren Finanzgeschäfte im Wert von mehr als 800 Billionen Dollar auf dem Libor. Selbst kleine Bewegungen und Ungenauigkeiten, die zu Veränderungen der Zinssätze führen haben massive Auswirkungen.

Die Deutsche Bank verwies im Zuge des Berichts des WSJ darauf, dass die Handelsstrategie den Risikobeschränkungen des Hauses unterliege und in der Branche weit verbreitet sei. Den Verdacht auf Manipulation dementierte die Bank jedoch. Die Handelsgeschäfte hätten lediglich auf Schätzungen über die Entwicklung der Zinssätze beruht und zu keiner Zeit darauf abgezielt, Interbankenzinssätze unrechtmäßig zu beeinflussen, zitiert das WSJ die Deutsche Bank.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/01/10/libor-skandal-deutsche-bank-machte-2008-millionen-profit-mit-zinssaetzen/

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12.12.2012

Razzia bei Deutscher Bank: Ermittlungen auf Fitschen und Krause ausgeweitet

Libor-Skandal, Kirch-Prozess, Whistleblower-Affäre und jetzt eine Razzia: Im Skandal um CO2-Zertifikate sollen Banker Beweise vertuscht haben. Auch die Vorstände Fitschen und Krause geraten ins Blickfeld der Ermittler.

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Im Zuge der Ermittlungen gegen Mitarbeiter der Deutschen Bank wegen Steuerbetrugs mit CO2-Emissionszertifikaten wird auch gegen Co-Chef Jürgen Fitschen und Finanzvorstand Stefan Krause ermittelt. Das teilte die Bank am Mittwochnachmittag mit. Gegen Fitschen und Krause werde ermittelt, weil sie die Umsatzsteuererklärung 2009 der Bank unterschrieben haben.

Diese Erklärung hat die Bank bereits vor längerer Zeit freiwillig korrigiert“, heißt es in einer Erklärung der Deutschen Bank. „Anders als die Staatsanwaltschaft vertritt die Deutsche Bank die Auffassung, dass diese Korrektur rechtzeitig erfolgte.“

Zuvor hatte es eine Razzia bei der Deutschen Bank gegeben: Vor den Zwillingstürmen standen zehn VW-Mannschaftsbusse und zwei große Mercedes-Busse der Bundespolizei, im Foyer hatten fünf Bereitschaftspolizisten Stellung bezogen. Steuerfahnder und Beamte mit Anzug und Krawatte und schwarzen Armbinden mit der Aufschrift „Polizei“ eilten aus dem Aufzug in einen Konferenzraum. Sie trugen schwere schwarze Aktenkoffer, ein Mitarbeiter beschrieb den Auftakt der Razzia als „martialisch“.

Deutschlands größtes Geldhaus ist offenbar tiefer in die Affäre um den millionenschweren Steuerbetrug mit CO2-Emissionszertifikaten verstrickt als bekannt. Rund 500 Beamte von Staatsanwaltschaft, Bundeskriminalamt und Steuerfahndung haben am Mittwoch die Frankfurter Zentrale der Bank und weitere Büros und Wohnungen durchsucht, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte.

Gegen fünf nicht genannte Mitarbeiter der Deutschen Bank wurden Haftbefehle ausgestellt, insgesamt wird nun gegen 25 Banker ermittelt. Es gehe inzwischen nicht nur um Steuerhinterziehung, sondern auch um den Vorwurf der Geldwäsche. Zudem sollen Banker versucht haben, Beweise zu vertuschen.

Bisher hatte die Staatsanwaltschaft nur gegen sieben Banker und nur wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung ermittelt. In den Ermittlungen hätten sich weitere Verdachtsmomente ergeben, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Günter Wittig der Nachrichtenagentur Reuters. „Es besteht nunmehr unter anderem der Verdacht, dass den Ermittlungsbehörden von Mitarbeitern der Bank Beweismittel vorenthalten und Geldwäscheverdachtsanzeigen nicht erstattet wurden“, hieß es in der Mitteilung der Behörde.

Die Deutsche Bank kooperiert weiter vollumfänglich mit den Behörden“, sagte ein Deutsche-Bank-Sprecher. Das Geldhaus hatte den Handel mit Zertifikaten zur Luftverschmutzung aktiv gefördert, obwohl früh klar war, dass er von Händlern für Steuerbetrügereien missbraucht wurde.

Das Institut hatte in diesem Jahr Finanzkreisen zufolge fünf Mitarbeiter wegen deren mutmaßlicher Verwicklung in diesen Fall suspendiert, aber nicht entlassen. Ob es sich um die selben fünf handelt, gegen die nun Haftbefehle ergingen, blieb zunächst offen.

Vor einem Jahr waren sechs Händler wegen des sogenannten Umsatzsteuer-Karussells zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Dabei wurden die an Börsen handelbaren Verschmutzungs-Zertifikate über mehrere Stationen zwischen Deutschland und dem Ausland hin- und hergeschoben, bis ihre Spur für das Finanzamt verwischte. Den Transfer ins Ausland erledigte nach Erkenntnissen des Landgerichts Frankfurt die Deutsche Bank, die auch Konten für einige der Verurteilten führte. Bereits in der Verhandlung hatten die Ankläger von einer erheblichen Mitschuld der Bank gesprochen, weil sie es den Betrügern zu leicht gemacht habe. Weitere Anklagen unter insgesamt rund 170 Beschuldigten blieben aber bisher aus.

Die Ermittler hatten den Gesamtschaden durch den Steuerbetrug auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag veranschlagt. Die Bank hatte im Zuge der Ermittlungen auf 310 Millionen Euro an Umsatzsteueransprüchen „vorläufig verzichtet“. Bereits im Frühjahr 2010, zu Beginn des Verfahrens, hatte es eine Razzia bei der Deutschen Bank gegeben.

Beamte der Bundespolizei fuhren mit zwei Reisebussen und mehr als 20 Mannschaftswagen vor den Zwillingstürmen und vor anderen Bürogebäuden der Deutschen Bank in der Frankfurter Innenstadt vor. Die Razzia habe gegen 9.15 Uhr begonnen, sagte ein Mitarbeiter der Bank, der nicht genannt werden wollte. Auch Büros und Wohnungen in Berlin und Düsseldorf seien durchsucht worden, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Nicht nur im CO2-Skandal hat die Deutsche Bank Ärger. In der Affäre um die Manipulationen des Libor steht das Geldhaus unter Druck. In dem beispiellosen Skandal um die Manipulation von Referenzzinssätzen ermitteln Behörden seit Monaten weltweit gegen Großbanken, darunter die Deutsche Bank. Den Geldhäusern wird vorgeworfen, zwischen 2005 und 2009 Zinssätze wie Libor und Euribor zu ihren Gunsten manipuliert zu haben, um ihre Refinanzierungskosten zu verschleiern und Handelsgewinne zu kassieren. Allein auf dem Libor beruhen Finanztransaktionen im Volumen von schätzungsweise 500 Billionen Euro.

Kanadische Gerichtsunterlagen nennen in diesem Zusammenhang auch den Namen eines inzwischen entlassenen Händlers der Deutschen Bank. Die verdächtigen Banker sollen zwischen 2007 und 2010 künstlich überhöhte oder zu niedrig angesetzte Yen-Libor-Sätze gemeldet haben, mit dem Ziel, höhere Gewinne mit den eigenen Handelspositionen zu erzielen.

Zudem beschäftigt das Kreditinstitut weiterhin der Streit mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch. Diese werfen dem Institut vor, Kirchs Konzern in den Ruin getrieben zu haben. Am letzten Prozesstag deutete das Gericht in München an, wie der Prozess ausgehen könnte. Die Äußerungen des damaligen Deutsche-Bank-Chefs Rolf Breuer in einem Fernsehinterview seien eine „öffentliche Bloßstellung“ gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Guido Kotschy. Als möglichen Schaden nannte das Gericht eine Summe von 120 Millionen bis 1,5 Milliarden Euro.

In ihrem jüngsten Quartalsbericht hatte die Deutsche Bank die Kosten für „Verfahren, bei denen eine Schätzung möglich ist“ und „deren Eintritt mehr als unwahrscheinlich ist“ auf 2,5 Milliarden Euro zusätzlich zu bisher dafür gebildeten Rückstellungen beziffert.

Obendrein werfen nun sogenannte „Whistleblower“ der Deutschen Bank vor, ihr Portfolio von Kreditderivaten zu hoch bewertet zu haben. Ein ehemaliger Risiko-Analyst, Eric Ben-Artzi, packt aus, dass die Bank zeitweise diese Papiere mit einem Nennwert von 120 bis 130 Milliarden im Portfolio hatte, aber nicht korrekt bewertete.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/razzia-bei-deutscher-bank-ermittlungen-auf-fitschen-und-krause-ausgeweitet/7510646.html

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06.12.2012

Deutsche Bank soll Milliarden-Verluste versteckt haben, um Bailout zu vermeiden

Schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Bank: Drei ehemalige Mitarbeiter behaupten, die Bank soll während der Finanzkrise bis zu 12 Milliarden an Verlusten schöngerechnet zu haben, um eine Rettung durch den Steuerzahler zu verhindern. Die Bank sagt, die drei Mitarbeiter hätten keine Ahnung von der Materie.

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Der deutsche Steuerzahler weiß nicht, ob er sich über diese Meldung freuen oder ärgern soll: Durch das Schönrechnen von Verlusten im Derivate-Bereich soll die Deutsche Bank in der Finanzkrise erfolgreich versucht haben, einen Bailout durch die Bundesregierung zu verhindern. In getrennten Meldungen an die amerikanische Behördenaufsicht SEC behaupten drei ehemalige Mitarbeiter, dass die wahren Verluste aus den fraglichen Geschäften bis zu 12 Milliarden Euro betragen hätten. Wenn die Verluste in dieser Höhe bilanziert worden wären, hätte die Deutsche Bank vermutlich wegen des schwachen Eigenkapitals um eine Rettung bei Bundeskanzlerin Angela Merkel ansuchen müssen. Der damalige Chef, Josef Ackermann, verwiese nach der Finanzkrise mehrfach mit Stolz darauf, dass sein Institut ohne staatliche Hilfe durch die Krise gekommen sein.

Die Deutsche Bank widerspricht dem Bericht der FT entschieden: Die Anschuldigungen seien seit 2011 bekannt. Die ehemaligen Mitarbeiter hätten weder verantwortliche Positionen in der Bank bekleidet, noch hätten sie die Sachkenntnis, um die Fakten richtig zu beurteilen. Die Bank sagte weiters, die Anschuldigungen seien völlig haltlos und im Jahr 2011 von einer internen Untersuchung als grundlos eingestuft worden. Die Untersuchung war von der US-Rechtsanwaltskanzlei Fried Frank im Auftrag der Deutschen Bank durchgeführt worden. Die Bank sagte, man werde weiter mit der SEC bei den Ermittlungen kooperieren.

Einer der Whistleblower, der ehemalige Risk-Manager Eric Ben-Artzi, sagte allerdings, dass er drei Tage, nachdem er seine Meldung bei der SEC erstattet habe, von der Deutschen Bank gefeuert worden sei. In einer getrennten Klage gegen seine Entlassung beim US Department of Labor behauptet Ben-Artzi, sein Rauswurf sei die Rache der Bank über die Meldung bei der SEC gewesen.

Pikantes Detail am Rande: Einer der mit der Untersuchung beauftragten SEC-Kontrolleure zog sich aus der Untersuchung wegen Befangenheit zurück: Robert Khuzami hatte con 2004 bis 2009 als General Counsel für die Deutschen Bank in den USA gearbeitet.

Auch wenn dem deutschen Steuerzahler in der jüngsten Finanzkrise die Rettung der Deutschen Bank erspart blieb, wirft der Vorfall ein grelles Licht auf jenen Bereich, der der Deutschen Bank – wie auch den meisten anderen Großbanken – noch einigen Ärger bereiten kann: Das Derivaten-Geschäft ist der öffentlichen Kontrolle weitgehend entzogen. Die Banken stellen in eigenen Bewertungen fest, welchen Wert die undurchsichtigen und hochkomplexen Papiere haben. Diese Bewertungen sind dann die Grundlage für die Bilanz-Zahlen.

Wie bei den meisten Schrottpapieren läßt sich der Wert jedoch nicht dauerhaft manipulieren: Irgendwann kommt heraus, ob bestimmte hochspekulative Geschäfte Totalverluste bescheren oder nicht. Wenn dieser Fall eintritt, dürfte die Griechenland-Krise als eine im Vergleich unbedeutende Marginalie erscheinen. Die potentiellen Verluste können nämlich derart hoch sein, dass auch das gesamte Vermögen der europäischen Steuerzahler nicht ausreichen wird, um den Crash zu verhindern.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/12/06/deutsche-bank-soll-milliarden-verluste-versteckt-haben-um-bailout-zu-vermeiden/

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12.11.2012

Betrugsvorwurf: Deutsche Bank muss sich Milliardenklage stellen

Die Deutsche Bank hat vor einem Bezirksgericht in Manhatten die Abweisung einer Hypotheken-Klage begehrt – und blieb erfolglos. Die Klägerin, eine unabhängige Aufsichtsbehörde, wirft der Bank einen 14 Mrd. Dollar schweren Betrug vor.

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Die Deutsche Bank hat im Zusammenhang mit umstrittenen Hypothekengeschäften in den USA einen Rückschlag vor Gericht erlitten. Ein Bezirksgericht in Manhattan wies am Montag einen Antrag des Geldhauses auf Abweisung einer mehr als 14 Mrd. Dollar schweren Klage der Aufsichtsbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) ab. Richterin Denise Cote erklärte, dass die Aufsichtsbehörde der beiden größten staatlichen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac ihr Betrugsverfahren gegen Vertreter der Bank fortsetzen könne. Die Richterin hatte zuvor schon ähnliche Anträge anderer Banken wie der UBS, JPMorgan und der Bank of America abgewiesen.

Die FHFA hat insgesamt 18 Banken wegen umstrittener Hypothekengeschäfte verklagt. Sie wirft den Instituten vor, beim Verkauf von mit Hypotheken unterlegten Wertpapieren falsche Angaben gemacht zu haben. Der Klageschrift zufolge werden finanzielle Schäden auf Hypotheken-Anleihen über insgesamt fast 200 Mrd. Dollar geltend gemacht. Die Deutsche Bank weist die Vorwürfe als unbegründet zurück.

https://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:betrugsvorwurf-deutsche-bank-muss-sich-milliardenklage-stellen/70117133.html

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04.11.2012

Deutsche Bank schließt Filialschließungen nicht aus

Die Deutsche Bank will ihr Filialsystem „optimieren“. Derzeit werden bei einem Pilot-Versuch erstmals Geschäftskunden statt vom persönlichen Berater aus der Filiale von einer Telefonzentrale bedient. Mitarbeiter fürchten eine weitere Ausdünnung des Filialnetzes, die Kunden sind irritiert.

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Die deutsche Bank plant Änderungen in ihrem Filial-Konzept. Dies haben Recherchen der Deutschen Wirtschafts Nachrichten ergeben. Als Vorbote werten Mitarbeiter der Deutschen Bank ein neues Projekt, mit dem die Geschäftskunden nicht mehr von den Filialen, sondern von einem telefonischen Kundenzentrum betreut werden sollen. Das Projekt läuft seit einiger Zeit in mehreren Filialen – und sorgt nach Aussage von Mitarbeitern für erheblichen Unmut bei den Geschäftskunden.

Denn anders als bisher wird der Kunde nun nicht mehr mit dem ihm bekannten Mitarbeiter in der Filiale verbunden: Auch wenn er dessen direkte Durchwahl wählt, landet der Geschäftskunde in einer Zentrale. Diese Praxis, die bei den Privatkunden schon lange üblich ist, hat im Pilotversuch zu vielen Beschwerden geführt, wissen Bank-Mitarbeiter zu berichten. Das ist auch verständlich: Viele mittelständische Unternehmer schlucken die Gebühren, die ihnen die Deutsche Bank aufs Auge drückt – etwa bei per SMS übermittelten TAN oder Auslandsüberweisungen – weil die Kunden es zu schätzen wissen, dass in der Filiale Menschen sitzen, die ihr Unternehmen kennen und die nicht jedes Mal von neuem erklären müssen, worum es ihnen geht.

Genau dort setzt die Kritik der Kunden beim Pilotversuch an: Es nerve die Geschäftskunden gewaltig, wenn sie an anonyme Telefonistinnen geschickt werden, die in der Regel nicht verstehen, worum es in einem mittelständischen Betrieb geht. Vor allem für nicht-deutschsprachige Unternehmer, von denen es wegen der EU-Niederlassungsfreiheit mittlerweile jede Menge in Deutschland gibt, soll das neue System nur schwer zu überwinden sein.

Die Deutsche Bank sieht das Projekt ganz anders. Das Unternehmen teilt auf Anfrage mit: „Die Pilotierung der Unterstützung durch den Telefonischen Kundenservice ist eine Serviceerweiterung für Kunden. Sie verbessert die Erreichbarkeit der Filialen. Der Service ist 24 Stunden und an sieben Tagen in der Woche erreichbar.”

Nach Aussage einer Sprecherin steht das Projekt im Zusammenhang mit der Modernisierung von 50 Filialen bundesweit. Dazu soll das neue Konzept für die Geschäftskunden noch mehr bieten: „Die meisten Kundenanliegen können direkt bearbeitet und zur Zufriedenheit gelöst werden. Berater erhalten dadurch mehr Freiraum für persönliche Kundengespräche und können spezifische Rückrufwünsche anschließend beantworten. Im Rahmen des Pilotprojekts beobachten wir derzeit die Resonanz unserer Kunden.”

Die Mitarbeiter in den Filialen fürchten allerdings, dass die Zentralisierung der Kundenkontakte nur das Vorspiel zu ihrer eigenen Abschaffung ist. Man rechnet mit der Schließung von Filialen: „Wir wurden zwar nicht informiert, worum es bei dem Pilot-Test genau geht, aber es ist klar, dass man Aufgaben von den Filialen abziehen will“, sagt ein Berater, der sich seit vielen Jahren um Mittelständler – Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater – kümmert. Er sieht die Zentralisierung als Problem: „Gerade diesen Berufsgruppen ist enorm geholfen, wenn sie ihren Bankberater persönlich kennen. Sie haben wenig Zeit und es hilft ihnen, dass sie mit jemandem bei der Bank arbeiten, dem sie persönlich vertrauen.“

Die Deutsche Bank will eine Schließung von weiteren Filialen nicht ausschließen. Zwar sei unmittelbar keine im Zusammenhang mit dem neuen Umgang mit den Geschäftskunden geplant. Man prüfe jedoch „laufend Möglichkeiten zur Erweiterung und Optimierung”.

Die Deutsche Bank dürfte eher auf „Optimierung“ denn auf Erweiterung setzen. Denn das Unternehmen hat wenig Zeit: Durch Regulierung, Basel III und Derivaten-Zeitbomben bedroht, will das Unternehmen so schnell als möglich die Gefahrenzone verlassen. Die DB-Bankfilialen sind für Globetrotter wie den neuen Chef Anshu Jain Anachronismen aus einer anderen Welt. In der Welt des Investment-Bankings, in dem die Deutsche Bank weiter eine systemrelevante Rolle spielen will und in der sie wegen des schnellen Profits Milliarden-Strafen riskiert (mehr hier), läuft vieles längst über High-Frequency-Trading, Algorithmen und computergesteuerte Handelssysteme. International geht die Tendenz zu weniger Personal und weniger Bargeld. Bankberater im Anzug und hinterm Tresen werden in diesem System immer mehr zur aussterbenden Spezies. Auch wenn die Deutsche Bank beteuert: „Die Filiale bleibt bei der Deutschen Bank Dreh- und Angelpunkt der Beratung”, – man kommt nicht umhin, an den berühmtesten Finanzberater Deutschlands zu denken: Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube (Goethe, Faust I).

Updates 22.12.2012 und 31.1.2013:

Die Deutsche Bank hat den Feldversuch beendet. Ergebnis: Das Ganze funktioniert nicht, die Kunden wollen nicht an den Automaten. Die Mitarbeiter sind vorerst beruhigt. Ob ihr Arbeitsplatz sicher ist, ist nach der Bekanntgabe eines Milliarden-Verlusts eine ganz andere Frage (hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/11/04/deutsche-bank-schliesst-filialschliessungen-nicht-aus/

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02.11.2012

Finanzexperten: Deutsche Bank ist eine der gefährlichsten Banken weltweit

28 Banken gelten dem Finanzstabilitätsrat zufolge als global systemrelevant. Doch unter diesen gibt es vier Institute, die für das weltweite Finanzsystem am gefährlichsten sind. Dazu gehört neben JP Morgan auch die Deutsche Bank. Und dennoch hat die Deutsche Bank noch nicht annähernd die geforderten Rücklagen für den Fall einer Krise gebildet.

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Am Donnerstag veröffentlichte der Finanzstabilitätsrat (FSB) eine aktualisierte Liste der systemrelevanten Banken. Banken, die global agieren und die, wenn sie in finanzielle Schwierigkeiten geraten, eine Gefahr für das Finanzsystem sind. Sie auch als „too big to fail“. Insgesamt bezeichnet der FSB 28 Banken global systemrelevant. Die Deutsche Bank gehört nach Einschätzung der Experten neben JP Mirgan, HSBC und Citigroup zu den vier fpr das weltweite Finanzsystem gefährlichsten Instituten. Alle vier Banken betreiben gleichzeitig Privatkundengeschäft und Investmentbanking.

Demzufolge müsste die Deutsche Bank ab 2016 einen zusätzlichen Eigenkapitalpuffer in Höhe von 2,5 Prozent erreichen. 2019 müsste dann insgesamt eine Mindestausstattung von 9,5 Prozent Grundkapital und Gewinnrücklagen vorliegen, so Reuters. Derzeit käme die Deutsche Bank aber lediglich auf 7 Prozent.

Besondere Gefahr sieht der FSB im Status der Deutschen Bank als Universalbank, die sowohl Investmentbanking als auch Privatkundengeschäft betreibt. Für die Deutsche Bank bringt die Kombination beider Geschäftsfelder den Vorteil mit sich, die Risiken des Investmentbankings mit privaten Kundeneinlagen absichern zu können. Im Fall einer Schieflage wären damit nicht nur die Kunden der Deutschen Bank, sondern auch die 13 Millionen Kunden der kürzlich übernommenen Postbank betroffen, deren Gelder zur Ausweitung des Investmentbankings herangezogen werden können.

Nicht mehr zu der Liste der systemrelevanten Banken zählt die verstaatlíchte belgisch-französische Dexia, die Commerzbank und die britische Lloyds Bank. Dennoch gilt die Commerzbank als „national systemrelevant“ und wird deshalb wahrscheinlich auch härtere Auflagen von den deutschen und europäischen Bankenaufsichten auferlegt bekommen. Neu auf der Liste der 28 systemrelevanten Banken sind die spanische BBVA und die britische Standard Chartered.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/11/02/finanzexperten-deutsche-bank-ist-eine-der-gefaehrlichsten-banken/

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11.09.2012

Deutsche Bank schafft interne „Bad Bank“

Deutschlands größtes Geldhaus will seine Bilanz entlasten und baut intern eine Art „Bad Bank“ auf. Zudem verabschieden sich die neuen Konzernchefs Jain und Fitschen endgültig vom Renditeziel ihres Vorgängers.

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Die Deutsche Bank baut eine interne „Bad Bank“ mit Vermögenswerten auf, von denen sie sich in den nächsten Jahren trennen will. Es handele sich vor allem um verbriefte Wertpapiere, aber auch um andere Aktiva, die sich über die Jahre in ihrem Investmentbanking angesammelt hätten und die nun nicht mehr zum Kerngeschäft gezählt würden, teilte die Deutsche Bank am Dienstag mit. Hinter diesen Papieren steckten Ende Juni Bilanzrisiken (RWA) von 135 Milliarden Euro. Bis März 2013 soll davon bereits ein Drittel – 45 Milliarden Euro – abgebaut sein.
Di
e Deutsche Bank will damit ihren Eigenkapitalbedarf senken. Die harte Kernkapitalquote – Aktien und Gewinnrücklagen im Verhältnis zu den RWA – soll bis März 2013 auf acht Prozent, bis Ende März 2015 auf mehr als zehn Prozent steigen. Analysten hatten die Kapitaldecke der Bank oft als zu knapp kritisiert. Die Geschäftseinheit trägt den Namen „Non-Core-Operations“. Die neue Einheit soll nach Vorstellung des Managements „Vermögenswerte möglichst effizient für die Bank verwalten und veräußern“.

Außerdem gab die Deutsche Bank bekannt, dass sie bei Bonuszahlungen für ihre Manager auf die Bremse tritt. Boni für das Topmanagement sollen länger gestreckt werden. „Vorgesehen ist eine Einmalzahlung nach fünf Jahren anstelle gestaffelter Auszahlungen über drei Jahre hinweg“, erklärte der Konzern. Darüber hinaus setzt das seit Juni amtierende Führungsduo Anshu Jain/Jürgen Fitschen ein unabhängiges Expertengremium ein, das Struktur und Ausgestaltung der Vergütungspraxis überprüfen soll. „Die Empfehlungen des Panels werden schon die Jahresvergütung für 2012 beeinflussen.“Die Deutsche Bank will eine Schließung von weiteren Filialen nicht ausschließen. Zwar sei unmittelbar keine im Zusammenhang mit dem neuen Umgang mit den Geschäftskunden geplant. Man prüfe jedoch „laufend Möglichkeiten zur Erweiterung und Optimierung”.Außerdem gab die Deutsche Bank bekannt, dass sie bei Bonuszahlungen für ihre Manager auf die Bremse tritt. Boni für das Topmanagement sollen länger gestreckt werden. „Vorgesehen ist eine Einmalzahlung nach fünf Jahren anstelle gestaffelter Auszahlungen über drei Jahre hinweg“, erklärte der Konzern. Darüber hinaus setzt das seit Juni amtierende Führungsduo Anshu Jain/Jürgen Fitschen ein unabhängiges Expertengremium ein, das Struktur und Ausgestaltung der Vergütungspraxis überprüfen soll. „Die Empfehlungen des Panels werden schon die Jahresvergütung für 2012 beeinflussen.“

Schon für das vergangene Jahr hatte die Deutsche Bank die variablen Vergütungen um 17 Prozent gekürzt. Die Sofort-Boni, die in bar ausgezahlt werden, wurden auf 100.000 Euro begrenzt und die langfristigen Komponenten erhöht.

Bis 2015 würden jährliche Einsparungen von 4,5 Milliarden Euro angepeilt, erklärten die neuen Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen. Dazu sollen die Kosten vor allem im Investmentbanking sinken, wo die Erträge wegen der Schuldenkrise und der strengeren Regulierung wegbrechen. Ein Personalabbau in dem Bereich steht bereits seit Ende Juli fest. Jetzt will die Bank die Risikopositionen im Kapitalmarktgeschäft noch schneller herunterfahren. Dazu schafft sie eine eigene Einheit, die nicht zum Kerngeschäft gehört.

Das Institut schließt den Abbau weiterer Stellen nicht aus. Bevor eine konkrete Zahl genannt werden könne, werde das Management den Dialog mit den Betriebsräten suchen, sagte Konzernchef Fitschen in Frankfurt. Erwartet worden war, dass zum Beispiel in der Vermögensverwaltung der Rotstift angesetzt wird. Im Juli hatte das Institut angekündigt, noch in diesem Jahr 1900 Arbeitsplätze zu streichen, 1500 davon im Investmentbanking. Die Deutsche Bank beschäftigte Ende Juni 100.654 Vollzeitkräfte weltweit.

Erreicht werden sollen die Einsparungen unter anderem durch den Verkauf von etwa 40 Gebäuden. Knapp 40 Prozent oder 1,7 Milliarden Euro der geplanten Einsparungen entfallen auf die Infrastruktur einschließlich Investitionen in neue IT-Plattformen, eine Neuordnung der Geschäftsabwicklung (Backoffice) und die Zentralisierung des Einkaufs. Die Kosten für die Straffung bezifferte die Bank auf rund vier Milliarden Euro für die kommenden drei Jahre.

Künftig steuert Deutschlands größtes Geldhaus zudem eine durchschnittliche Eigenkapitalrendite nach Steuern von mindestens zwölf Prozent an. Damit verabschiedet sich das neue Führungsduo Anshu Jain/Jürgen Fitschen endgültig vom Renditeziel ihres Vorgängers Josef Ackermann, der eine Vorsteuerrendite von 25 Prozent angestrebt hatte. Eine Kapitalerhöhung schloss das neue Führungsduo abermals aus. „Die Kapitalbasis wird weiterhin organisch gestärkt“, hieß es.

Anshu Jain und Jürgen Fitschen wollen aber nicht nur Ausgaben drücken, sondern Deutschlands größter Bank ein neues Image verschaffen. Bei ihrer ersten gemeinsamen Pressekonferenz nach dem Amtsantritt im Juni stellten sie am Dienstag mit ihrer „Strategie 2015+“ klar: Der Konzern will von einer starken Heimatbasis Deutschland aus weiterhin weltweit als Universalbank mit Privatkunden und Kapitalmarktgeschäft erfolgreich sein. Zugleich jedoch müsse sich die Unternehmenskultur ändern. „Wir sehen keinen Widerspruch zwischen wirtschaftlichem Erfolg und gesellschaftlicher Akzeptanz“, sagte Fitschen in Frankfurt.

Die Bank hat mit ihrer neuen Strategie und dem verschärften Sparkurs einige Anleger überzeugt. Die Papiere des größten deutschen Geldhauses drehten am Dienstagmittag ins Plus und notierten zeitweise 1,9 Prozent höher bei 32,46 Euro. „Das Wesentliche ist, dass sie es schaffen werden, eine Kapitalerhöhung zu umgehen“, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. „Die angepeilte Nachsteuer-Eigenkapitalrendite von zwölf Prozent entspAm Donnerstag veröffentlichte der Finanzstabilitätsrat (FSB) eine aktualisierte Liste der systemrelevanten Banken. Banken, die global agieren und die, wenn sie in finanzielle Schwierigkeiten geraten, eine Gefahr für das Finanzsystem sind. Sie auch als „too big to fail“. Insgesamt bezeichnet der FSB 28 Banken global systemrelevant. Die Deutsche Bank gehört nach Einschätzung der Experten neben JP Mirgan, HSBC und Citigroup zu den vier fpr das weltweite Finanzsystem gefährlichsten Instituten. Alle vier Banken betreiben gleichzeitig Privatkundengeschäft und Investmentbanking.richt einer Vorsteuer-Rendite von 20 Prozent. Das ist ein guter Wert.“

Die vier Milliarden Euro, die der geplante Umbau und die Umsetzung des Sparkurses verschlingen werden, spielten nur eine untergeordnete Rolle, betonte Ruland. „Die Leute betrachten die Kosten nach dem Motto: ‚Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende‘.“

Allerdings müssen die Aktionäre noch für einige Jahre auf höhere Ausschüttungen verzichten. „Unsere Dividenden werden künftig nicht mehr so hoch sein wie sie schon einmal waren“, sagte Co-Vorstandschef Jain. Vor der Finanzkrise hatte die Deutsche Bank in der Spitze fünf Euro je Aktie gezahlt, für 2011 waren es nur noch 75 Cent. Erst wenn die Bank ihre Eigenkapitalziele erreicht habe, sei eine deutliche Anhebung der Dividende drin, sagte Jain.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/strategie-wandel-deutsche-bank-schafft-interne-bad-bank/7119860.html

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21.03.2012

Deutsche Bank finanziert Streubomben-Hersteller

Kritiker werfen der Deutschen Bank vor, einen US-Hersteller von Streumunition finanziert zu haben – Streumunition wird weltweit von vielen Staaten geächtet. Von Roman Keßler

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Bankenkritiker werfen der Deutschen Bank vor, einen mutmaßlichen Hersteller von Streumunition in den USA finanziert zu haben. Und das, obwohl der Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann zuvor versprochen hatte, solche Geschäfte zu beenden.

Recherchen der Organisationen Facing Finance und Profundo widerlegen das. In einer Studie, die auf Daten von Finanzdienstleistern basiert, listen die Organisationen Kredite, Anleihen und Beteiligungen an mutmaßlichen Herstellern von Streumunition auf. Im Fokus steht dabei das US-Unternehmen L-3. Dieses habe kurz nach der Ausstiegsankündigung von der Deutschen Bank einen Kredit erhalten.

Zuletzt hatte Ackermann Anfang Februar gesagt, dass die Deutsche Bank das Problem angegangen sei. Nur einen Tag später habe sein Haus dann einen Kredit in Höhe von 47,5 Millionen Euro an L-3 vergeben, wirft ihm Facing Finance vor.

Das „grenzt schon an Zynismus“, sagte Thomas Küchenmeister, Koordinator bei Facing Finance. L-3 im US-Staat Ohio reagierte auf Anfragen nicht.

Ein Sprecher der Deutschen Bank bestätigte neue Geschäftsbeziehungen. Allerdings habe L-3 zugesagt, so schnell wie möglich aus diesem Geschäftsbereich auszusteigen. Außerdem werde die Deutsche Bank bestehende vertragliche Verpflichtungen „selbstverständlich erfüllen“.

Geschäftsbeziehungen belaufen sich auf 1,6 Milliarden Euro

Facing Finance will außerdem Geschäfte weiterer deutscher Banken festgestellt haben. Insgesamt belaufe sich das Marktvolumen in Deutschland auf bis zu 1,6 Milliarden Euro. Die Deutsche Bank habe daran einen Anteil von fast 90 Prozent, erklärte Facing Finance. Auch die Commerzbank mische über ihr Investmentbanking mit.

„Bei den in der Studie genannten Positionen handelt es sich ausschließlich um im Kundenauftrag vorübergehend gehaltene Bestände unserer Filiale in New York aus üblichen Wertpapierleihegeschäften“, sagte ein Sprecher der Commerzbank. Die Investmentbanker hielten also kurzfristig Aktien bekannter US-Unternehmen im Auftrag ihrer Kunden.

Die Deka-Bank prüft derzeit ein kleines Investment in Höhe von 2.000 Aktien in Samsung Techwin, einer Tochter des koreanischen Konzerns Samsung. Sollten sich Hinweise finden, dass Samsung Techwin in die Produktion von Landminen oder Streumunition involviert sei, würde sie für Investments gesperrt, sagte ein Sprecher.

Die Deka sei deswegen mit Facing Finance im Dialog und habe in den vergangenen Jahren „große Schritte gemacht“, um strittige Positionen abzubauen. Samsung Techwin konnte nicht erreicht werden.

http://www.welt.de/wirtschaft/article13936992/Deutsche-Bank-finanziert-Streubomben-Hersteller.html

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21.03.2012

Zinsmanipulation: Behörden ermitteln gegen Deutsche Bank

Die EU und die USA glauben, die Deutsche Bank könnte Zinssätze manipuliert haben, um sich günstiger Geld von anderen Banken beschaffen zu können. Einige der Mitarbeiter aus diesem Bereich wurden bereits gefeuert.

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Behörden sowohl der EU als auch der USA ermitteln gegen die Deutsche Bank. Sie steht im Verdacht, an Manipulationen und Absprachen am Interbankenmarkt beteiligt zu sein. Dabei soll der Libor, wie der Zinssatz genannt wird, zu welchem sich Banken gegenseitig Geld leihen, verzerrt worden sein. Wie die Deutsche Bank in ihrem Jahresbericht bestätigte, gab es bereits Anfragen der Ermittler bei der Deutschen Bank.

In den USA liegt wegen der angeblichen Manipulation des Dollar-Libors eine Sammelklage gegen die Deutsche Bank und andere Banken vor. Die Manipulationen liegen im Tätigkeitsfeld der Händler. Wie Quellen der Financial Times berichten, habe die Deutsche Bank sowie UBS, JP Morgan, Citigroup und die Royal Bank of Scotland in den vergangenen Monaten einige ihrer Händler entlassen, gekündigt oder den Rückzug nahegelegt. Die Deutsche Bank betonte jedenfalls, sie würde die Ermittlungen unterstützen.

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/03/40398/

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09.03.2012

EZB-Kredite: Deutsche Bank hat Milliarden abgerufen

Anfang Februar hatte Josef Ackermann sich noch damit gebrüstet, dass die Deutsche Bank beim 2. Tender kein Geld abrufen werde. Tatsächlich hat die Bank aber Kredite in Milliardenhöhe abgezwackt.

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Die Tatsache, dass wir nie irgendwelche Geld von der Regierung genommen haben“, so Deutsche Bank Chef Josef Ackermann Anfang Februar, „hat uns aus Reputationssicht so attraktiv für so viele Klienten in der Welt gemacht, dass wir unwillig sind, diese Einstellung aufzugeben“. Doch letztlich hat die Deutsche Bank tatsächlich beim zweiten Tender zugriffen (insgesamt nahmen 460 deutsche Banken Kredite auf – hier).

Zwischen fünf und zehn Milliarden Euro soll die Bank, so eine Quelle der Nachrichtenagentur Reuters, abgerufen haben – auch die FT berichtet von dieser Zahl mit Berufung auf drei Informanten, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Die Deutsche Bank wollte sich am Freitag jedoch nicht dazu äußern. Investoren, die von der Deutschen Bank darüber informiert wurden, sagen, die Bank habe sich aufgrund der Wirtschaftlichkeit der Finanzierung überreden lassen. Vor allem über Tochtergesellschaften in Spanien und Italien soll die Deutsche Bank die Kredite aufgenommen haben.

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/03/39388/

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Eine Chronologie über die Geschäftspraktiken der Deutschen Bank, in welche Skandale sie verwickelt ist und welche Folgen es hat.

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