Das große Bienensterben – eine Chronik

23.06.2014

Bienensterben: Wie ein Rätsel die Wirtschaft bedroht

Das Bienensterben belastet die globale Lebensmittelproduktion. Für die Schweiz haben die Insekten einen Wert, der «ins Unendliche» geht – mindestens aber bei mehreren Hundert Millionen Franken liegt.

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Das rätselhafte Bienensterben beschäftigt Umweltschützer, Imker und Naturwissenschafter rund um die Welt. Spätestens seit Markus Imhofs Film «More than Honey» wissen auch Laien, dass es um die umtriebigen Insekten nicht gut steht. Das Dahinsiechen der Bienen bedroht nicht nur das Honigbrot zum Morgenessen, sondern auch die Wirtschaft.

Tatsächlich ist der ökonomische Wert der Biene beträchtlich. Sie produzieren nicht nur Honig. Laut der Umweltschutz-Organisation Greenpeace ist rund ein Drittel der globalen Nahrungsmittel wie Gemüse, Früchte, Nüsse oder Gewürze von Bienen und anderen Insekten abhängig. Insgesamt werden 90 Prozent der Pflanzenarten durch Bienen und andere Insekten wie Hummeln, Wespen, Schmetterlinge und Fliegen bestäubt.

Den Löwenanteil machen allerdings die Bienen aus. Diese würden laut Greenpeace über 70 Prozent der Nahrungspflanzen bestäuben. Alleine in Europa können über 4000 Gemüsesorten dadurch angebaut werden. Ebenso abhängig von den Bienen sind Futterpflanzen für die Fleisch- und Milchproduktion.

Natürliche Bestäubung ist unbezahlbar

Laut Schätzungen beläuft sich der globale wirtschaftliche Nutzen der Bestäubung auf rund 265 Milliarden Euro. Der wahre Wert lässt sich allerdings nur schwer beziffern, betont Greenpeace. Der Rückgang der natürlichen Bestäubung oder ein gänzlicher Ausfall könne nicht ersetzt werden. Damit steige der Wert faktisch «ins Unendliche».

Greenpeace sieht besonders im Anstieg der Produzentenpreise für bestäubungsabhänige Kulturpflanzen zwischen 1993 und 2009 ein «Warnsignal». Für die Organisation ist klar: Der Rückgang der Bienen und anderer Insekte belastet die Ernteerträge – was wiederum die Kosten nach oben treibe.   

Wirtschaftlicher Schaden in Milliardenhöhe

In Europa gibt es heute gut ein Viertel weniger Bienen als noch vor 20 Jahren. In den USA starben seit 2006 über 40 Prozent der kommerziellen Honigbienen. Allein im vergangenen Winter hätten die amerikanischen Imker einen Verlust von 23 Prozent registriert. Ein Ausfall der Bestäubung führe zu Ernteausfällen und damit zu wirtschaftlichen Schäden in Milliardenhöhe. Die Regierung rechnet vor, dass die Bestäubungsleistung der Biene für Agrargüter im Wert von jährlich mehr als 15 Milliarden Dollar sorge.

Die US-Regierung zog nun die Reissleine. Sie kündigte letzte Woche eine landesweite Strategie gegen das dramatische Bienensterben an. Präsident Barack Obama wies die zuständigen Behörden an, durch Forschung, Aufklärung und Landmanagement die Lebensbedingungen für die Bienen und deren Gesundheit zu verbessern.

Auch in der Schweiz bereitet das Bienensterben «grosse Sorgen»

Auch in der Schweiz sind die Behörden alarmiert. «Das Bienensterben bereitet grosse Sorgen», sagt Jean-Daniel Charrière, Leiter vom Berner Zentrum für Bienenforschung, das im Rahmen der landwirtschaftlichen Forschung des Bundes für die Bedürfnisse der Bienenhaltung und Imkerei arbeitet. Ein Problem sei, dass man die Gründe für das Sterben nicht genau kenne.

Seit Jahren wird darüber spekuliert. «Die Gründe bleiben ein Rätsel», so Charrière. Man vermute, dass zum einen Parasiten wie die eingeschleppte Varroamilbe den Tieren zusetzen. «Auch andere Krankheitserreger und Viren stellen eine Gefahr dar», sagt der Bienen-Experte. Auch der Klimawandel und Pestizide könnten Schuld sein.

Die EU-Kommission hat etwa letztes Jahr ein Verbot von bestimmten Pflanzenschutzmittel auferlegt. Davon betroffen sind auch Pestizide der deutschen Konzerne Bayer, BASF und des Schweizer Unternehmens Syngenta, die gegen die Verbote klagen. «Letztlich spielen mehrere Faktoren eine Rolle.» Die seien von Land zu Land, von Region zu Region verschieden.

Imker halten Schweizer Honigbiene am Leben

In der Schweiz gibt es derzeit noch gut 17’000 Imker und 180’000 Bienenvölker. Hinzu kommen noch die Wildbienen. «Die Honigbiene lebt heute fast nur noch durch die Imker», sagt Charrière. Laut Schätzungen der Berner Experte hat ein Schweizer Bienenvolk eine Wirtschaftsleistung von rund 1’000 Franken.

Der ökonomische Wert der wichtigsten Bienenprodukten wie etwa Honig oder Wachst belief sich vor rund zehn Jahren auf gut 65 Millionen Franken pro Jahr. Der gesamte Erntewert für Obst und Beeren betrug über 330 Millionen Franken. Davon waren Ernten im Wert von knap 270 Millionen Franken von der Bestäubung durch Honigbienen abhängig. Aktuellere Zahlen gibt es nicht.

Viele Imker suchen sich neue Jobs – solche mit Zukunft

Das Bienensterben in der Schweiz schwankt von Jahr zu Jahr, sagt Charrière. Während der Verlust im Winter 2011/2012 noch rund 25 Prozent betragen habe, sei die Dezimierung der Tiere in den vergangenen beiden Wintern weniger stark ausgeprägt gewesen. «Der Rückgang lag in der Schweiz bei 12 Prozent, also in einem mehr oder weniger normalen Bereich.» Viele Imker würden aber ihren Beruf angesichts der immer kleiner werdenden Bienenbestände aufgeben und einer anderen Arbeit nachgehen. Zudem werden immer mehr Völker importiert. «Das erhöht zusätzlich das Risiko von Krankheiten.»

Laut Charrière ist die Bienendichte hierzulande noch hoch. Doch das könne sich schnell ändern. Schon im nächsten Jahr könne sich das Sterben wieder verschlimmern. «Solange man nicht die genauen Gründe für das Sterben kennt, bleibt die Unsicherheit gross.» Eine Lösung wäre eine gegen die Varroamilbe resistente Biene. «Doch eine solche wird es im nächsten Jahrzehnt nicht geben.»

http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/bienensterben-wie-ein-raetsel-die-wirtschaft-bedroht-629392

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21.06.2014

Rätselhaftes Bienensterben alarmiert US-Regierung

US-Prasident Barack Obama will den Kampf gegen das massive Bienensterben in den USA aufnehmen. Das ökologische Desaster kostet die Wirtschaft Milliarden.

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Die US-Regierung hat am Freitag eine landesweite Strategie gegen das dramatische Bienen-Sterben in Amerika angekündigt. Mit dem Verlust an Honigbienen und anderen Blütenbestäubern droht der US-Volkswirtschaft ein Milliardenschaden durch geringere oder ganz ausfallende Ernten.

In den vergangenen Jahren hat das Bienen-Sterben in den USA eine Dimension erreicht, die nach Einschätzung der Regierung wirtschaftlich bedenklich ist. Die Honigbienen bestäuben Pflanzen, die ein Viertel der Früchte erzeugen, die in den USA konsumiert werden. Mandeln, das zweitwichtigste Agrarerzeugnis in Kalifornien, werden fast ausschließlich durch Honigbienen bestäubt (mehr hier).

Deren Bestäubungsleistung sorge für Agrargüter im Wert von jährlich mehr als 15 Milliarden Dollar, erklärte das US-Präsidialamt. Auf etwa neun Milliarden Dollar jährlich wird die Leistung von wilden Bestäubern wie Hummeln geschätzt.

Im Winter 2013/14 wurde bei den Imkern in den USA ein Verlust von 23 Prozent der Bienenvölker registriert. Eine Entwicklung, die schon länger anhält. „Das Problem ist ernst und stellt eine bedeutende Herausforderung dar, die im Interesse der Nachhaltigkeit unserer Nahrungsmittelproduktion in Angriff genommen werden muss“, erklärte das Präsidialamt.

Die genauen Ursachen des Bienen-Sterbens sind bislang unklar. Vermutet werden mehrere Faktoren, darunter Parasiten wie die Varroa-Milbe, Krankheiten, der Verlust genetischer Vielfalt, falsche Fütterungen und Pestizide.

Präsident Barack Obama wies die zuständigen Bundesbehörden an, durch Forschung, Aufklärung und Landmanagement die Lebensbedingungen für die Bienen und deren Gesundheit zu verbessern.

Umwelt- und Naturschutzgruppen wie Friends of the Earth fordern vor allem Maßnahmen gegen den Einsatz von Neonicotinoiden in der Landwirtschaft. Diese hochwirksamen Insektenbekämpfungsmittel werden für das Bienensterben mit verantwortlich gemacht. „Die Regierung sollte die Freigabe und den Einsatz dieser giftigen Pestizide unterbinden, solange deren Unbedenklichkeit nicht erwiesen ist“, sagte der Präsident von Friends of the Earth, Erich Pica.

Die Lebensmittelkette Whole Foods Markets hatte im vergangenen Jahr eine Kampagne zum Schutz der Bienen gestartet. Auf Fotos zeigte sie, wie leer die Lebensmittel-Regale in den Läden wären, wenn die Bienen verschwänden. Doch auch das Bienen-Sterben in Europa ist alarmierend. Sterben die Bienen weiterhin so schnell wie in den vergangenen zehn Jahren, wird es einige Lebensmittel bald nicht mehr geben (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/06/21/raetselhaftes-bienensterben-alarmiert-us-regierung/

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05.06.2014

Bienenrettung durch Spinnengift

Seit Jahren gehen die Bienenbestände weltweit zurück. Eine der Ursachen: Pestizide, denen neben landwirtschaftlichen Schädlingen auch die wichtigen Blütenbestäuber zum Opfer fallen. Ein neues Biopestizid soll das ändern.

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Das Gift einer hochgefährlichen Spinne und Schneeglöckchen sollen zur Rettung der weltweit schrumpfenden Bienenbestände beitragen. Forscher der Universität im britischen Newcastle fanden heraus, dass ein Biopestizid auf der Basis des Gifts einer australischen Vogelspinne und eines Schneeglöckchen-Proteins so gut wie keine negativen Auswirkungen auf Bienen hat. Ihre Ergebnisse präsentieren die Forscher in der aktuellen Ausgabe  des Wissenschaftsmagazins „Proceedings of the Royal Society B“.

Seit Jahren gehen die Bienenbestände weltweit zurück. Die genauen Ursachen dafür sind nicht restlos geklärt, chemische Pflanzenschutzmittel zählen aber zu den Hauptverdächtigen. Insbesondere Pestizide aus der Gruppe der sogenannten Nicotinoide gelten als wahre Bienen-Killer. Zum Schutz der Tiere in Europa ist der Einsatz von drei Nicotinoiden seit dem 1. Dezember 2013 in der EU eingeschränkt.

Die Forscher um Angharad Gatehouse von der Universität Newcastle testeten eine Hv1a/GNA genannte Alternative zu herkömmlichen Pestiziden, die gegen eine Vielzahl von Schädlingen wirksam ist, nun an Bienen. Die Tiere wurden mit einer Dosis des Gifts gefüttert, wie sie in der Natur nie vorkommen würde.

Es habe „nur sehr geringe Effekte auf das Überleben der Bienen und überhaupt keine messbaren Effekte auf ihre Lernfähigkeit und ihr Gedächtnis“ gegeben, schreiben die Forscher. Auch Bienen-Larven wurden nicht von Hv1a/GNA geschädigt.

Lernfähigkeit und Gedächtnis von Bienen sind von großer Bedeutung. Ohne diese Fähigkeiten können sie keine Nahrung finden und nicht zu ihrem Bienenstock zurückkehren.

Gatehouse warnte aber, das Biopestizid sei keine Wunderwaffe. „Wir brauchen eine umfassende Schädlingsbekämpfungs-Strategie, und insektenspezifische Pestizide werden davon nur ein Teil sein.“

Bienen spielen für die Landwirtschaft eine enorme Rolle. 80 Prozent der Bestäubung von Pflanzen durch Insekten wird von Bienen erledigt. Neben Pestiziden werden auch Milben und Pilze für das weltweite Bienensterben verantwortlich gemacht.

http://www.handelsblatt.com/technologie/energie-umwelt/umwelt-news/neues-biopestizid-bienenrettung-durch-spinnengift/9996432.html

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02.06.2014

Massensterben von Bienen in einem Sonnenblumenfeld in Ungarn

Ungarn produziert riesige Mengen Honig und erzeugt rund ein Zehntel des gesamten Honigs in der EU.

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Die Jahresproduktion liegt bei ca. 30.000 Tonnen, 80% weden exportiert. Laut Ministerium macht der Anteil der Honigproduktion rund 1% der gesamten Agrarwirtschaft auf, 20.000 Familien beziehen darüber ganz oder teilweise ihr Einkommen.

Als die EU ein europaweites Verbot von Pestiziden, die auf der Basis von Nikotiniden entstehen, verbot, erklärte der ungarische Landwirtschaftsminister Sándor Fazekas, dass Ungarn gegen ein Verbot dieser Mittel sei. Diese Pestiziden seien angeblich nötig um die Saat zu schützen. Außerdem sehe er keinen “überprüfbaren Zusammenhang” zwischen diesen Chemikalien und dem Bienensterben. Ohne diese Art von Pestiziden, meint der Minister, sei “eine sichere Produktion” nicht möglich. Diese Pestizide werden übrigens auch in Ungarn produziert.

Letztes Jahr erreichte uns eine Hiobsbotschaft von Greenpeace-Schweiz. In einem Sonnenblumenfeld in Ungarn kam es zu einem Massensterben von Bienen Greenpeace dokumentierte diesen Vorfall. Und wir Netzfrauen verlangten ebenfalls, dass die lokalen Behörden eine Untersuchung einleiteten und bienentötende Pestizide von den Feldern verbannten.

Was war die Ursache des Bienensterbens in Ungarn?

Greenpeace schickte die Proben an das amtlich anerkannte Labor der ungarischen Behörde National Food Chain Safety Office. Ungefähr eine Woche später hatten sie die Ergebnisse. Am 19.August 2013 veröffentlichte Greenpeace Schweiz in dem Beitrag:

Diese bestätigten, dass die Sonnenblumen nachweisbare Konzentrationen (durchschnittlich 0,0015 mg/kg) an Thiametoxam enthielten. Von diesem Pestizid des Basler Agrochemiekonzerns Syngenta ist bekannt, dass es giftig für Bienen ist. Aus Saatgut, welches mit solchen Pestiziden gebeizt wurde, entstehen Pflanzen, die in allen Pflanzenteilen niedrige aber wirksame Pestizidmengen enthalten. Auch geringe Konzentrationen von Thiametoxam können den Bienen Schaden zufügen.

Trotz dieses Fundes blieb die genaue Ursache für das massenhafte Bienensterben in diesem Fall unbekannt. Es war Greenpeace nicht möglich, in den toten Bienen Rückstände von Thiametoxam oder anderen Pestiziden nachzuweisen. Das schliesst aber nicht aus, dass Pestizide daran beteiligt waren, das Verhalten der Bienen zu verändern und ihre Gesundheit zu schädigen.

In Ungarn ist der Anbau gentechnischer veränderter Pflanzen per Gesetz verboten. 2012 wurden jedoch Hunderte Hektar mit illegal angebautem Genmais aufgefunden. Wenn der Minister Gentechnisch veränderte Pflanzen verbietet, sollte er auch Pestizide verbieten, doch bis heute ist dieser ungarische Landwirtschaftsminister Sándor Fazekas der Meinung , dass es keinen “überprüfbaren Zusammenhang” zwischen diesen Chemikalien und dem Bienensterben gibt.

Vielleicht sollte dieser Minister sich mit Leverkusen in Verbindung setzen, denn die Millionen Bienen wurden vergiftet, hier war nachweislich Pestizide die Ursache. Dazu: Millionen Bienen vergiftet – Pestizide als Ursache

Bitte machen Sie mit bei unserer Veranstaltung: Swarm GERMANY to Save the Bees! Netzfrau Doro Schreier

http://netzfrauen.org/2014/06/02/massensterben-von-bienen-einem-sonnenblumenfeld-ungarn/#more-13788

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13.05.2014

Studie beweist: Pflanzenschutzmittel töten Honigbienen

Für Christoph Koch vom Deutschen Imkerverband war das Jahr 2008 die Wende. Damals wurden mehr als 11.000 Bienenvölker durch den Wirkstoff Clothianidin geschädigt. Ein enormer Ausfall für die betroffenen Imker. Für den Bayer-Konzern, so glaubt es Koch zumindest, war das Bienensterben im Oberrheingraben nur ein “Zwischenfall”.

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Nachdem sich die Berichte über den Zusammenhang von Bienensterben und dem Einsatz verschiedener Wirkstoffe aus der Pestizid-Gruppe der Neonicotinoide (auch Neonics genannt) häuften, reagierte die EU Ende letzten Jahres und schränkte deren Einsatz erheblich ein.

Auch zwei vom Leverkusener Unternehmen Bayer entwickelte Produkte sind davon betroffen. Gaucho und Poncho lauten die Markennamen der Insektenkiller, hinter denen sich die Wirkstoffe Clothianidin und Imidacloprid verbergen.

Unmut auf der Aktionärsversammlung

Christoph Koch, Vorstandsmitglied der Deutschen Berufsimker, machte seinem Unmut auf der Aktionärsversammlung von Bayer kürzlich mit diesen Worten Luft: “Wir Imker sind nach wie vor der Überzeugung, dass die Neonics einer der Hauptgründe für das große Bienensterben sind”.

Eine jetzt von der Harvard School of Public Health veröffentlichte Studie bestärkt ihn und andere Pestizid-Kritiker nun in ihren Argumenten. Die Forschungsergebnisse bestätigen dabei eine Vorstudie von 2012: Clothianidin und Imidacloprid machen demnach Bienenvölker, besonders in den kalten Wintermonaten, anfälliger für das mittlerweile berüchtigte Phänomen des Colony Collapse Disorder (CCD), also dem massenhaften Zusammenbruch ganzer Bienenkolonien.

Eine europaweite Studie unter dem Namen EPILOBEE hatte schon vergangenen Monat gewarnt: Die Bienensterblichkeit in den Wintermonaten sei in allen untersuchten Ländern erheblich höher als erwartet gewesen.

Bienensterblichkeit bei 50 Prozent

Die aktuelle Studie macht nun deutlich: 50 Prozent der Bienen, die Imidacloprid und Clothianidin ausgesetzt waren, überlebten laut den beteiligten Forschern den Winter nicht. Bei den Bienenvölkern in der Kontrollgruppe, also jene die keinem Wirkstoff ausgesetzt waren, lag die Mortalitätsrate mit lediglich zehn Prozent im natürlichen Bereich. Ähnliche Zahlen hatte schon die EPILOBEE Studie festgestellt, ohne jedoch die Ursache ausmachen zu können.

Damit liegen die Mortalitätsraten der aktuellen Harvard-Studie zwar nicht so hoch wie die der Vorstudie von 2012 – damals lag die Todesrate bei 94 Prozent – dennoch ist der Unterschied signifikant höher als unter natürlichen Bedingungen.

Ob diese und andere Ergebnisse zu einem dauerhaften Verbot der Pestizide führen, bleibt allerdings abzuwarten. Der Schweizer Chemiekonzern Syngenta hat zusammen mit der Bayer eine Klage eingereicht, um die Restriktionen gegen die Schädlingsbekämpfungsmittel in der EU aufzuheben und ein Verbot abzuwenden. Die EU-Einschränkungen von 2013 haben vorerst eine Laufzeit von zwei Jahren.

http://green.wiwo.de/harvard-studie-pestizide-tragen-mitschuld-am-bienensterben/

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24.04.2014

EU-Studie: Globales Bienensterben nimmt dramatische Ausmaße an

Das globale Bienensterben nimmt dramatische Ausmaße an. Zu diesem Ergebnis kommt die EU-Studie EPILOBEE, die in den letzten Jahren die Bienenpopulation in 33 Ländern untersucht hatte.

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Durch den Einsatz von Insektiziden und Fungiziden ist der Bestand von Honig- und Wildbienen aufs äußerste gefährdet. Zusätzlich dazu setzen Viren, Bakterien, Milben sowie die großflächige Verbreitung von Gentechnikpflanzen den Honigsammlern immer mehr zu. Die „natürliche Mortalität“ bei Bienen wird mit rund zehn Prozent angeführt, diese kann sich aber durch weitere Stressfaktoren potenzieren.

Vor allem in den Wintermonaten und da wiederum besonders in den nordeuropäischen Ländern ist die Bienensterblichkeit sehr hoch. So liegt deren Sterblichkeitsrate in Belgien, Dänemark, Estland, Schweden und England deutlich über 20 Prozent, in Belgien sogar bei 33 Prozent.

Wirtschaftsleistung von 260 Milliarden Euro ist gefährdet

Durch das ungebremste Massensterben der Bienen ist mittelbar auch der Obst- und Gemüseanbau in vielen Regionen nachhaltig gefährdet. Die EPILOBEE rechnet mit einer durch die Bienenwirtschaft produzierte Wirtschaftsleistung durch Honigproduktion sowie Bestäubung in der Landwirtschaft von 260 Milliarden Euro jährlich. Schon jetzt kommt es zu einem massiven Rückgang der Honig-Eigenversorgung in vielen Ländern, etwa in Österreich, das bereits derzeit in hohem Maße von Honig-Importen abhängig ist.

http://www.unzensuriert.at/content/0015265-EU-Studie-Globales-Bienensterben-nimmt-dramatische-Ausma-e

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22.04.2014

Studie: Bienen-Sterben in Europa ist alarmierend

Sterben die Bienen weiterhin so schnell wie in den vergangenen zehn Jahren, wird es einige Lebensmittel bald nicht mehr geben. Der wirtschaftliche Schaden geht in die Milliarden. Wechselwirkungen zwischen Pestiziden und Pilzschutzmitteln sind vermutlich für das Massensterben der Bienenvölker verantwortlich.

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Kirschen, Wassermelonen, Kiwis oder Avocados werden es bald nicht mehr auf den Lebensmittelmarkt schaffen, sollte das Bienensterben weiter voranschreiten. Etwa 35 Prozent unserer Nahrungsmittel sind auf die Bestäubung von Insekten angewiesen. Den Hauptanteil dieser Arbeit übernehmen Bienen.

Eine neue Studie fand heraus, dass Insektizide und Fungizide die Grundlage für das Massensterben der Bienen bilden. Dabei kommt es auf die Wechselwirkung dieser chemischen Produkte an, die noch immer nicht hinreichend untersucht werden konnten.

Die Produkte der Chemieindustrie gelangen über die Pollen an die Arbeiter-Bienen, die diese für sie giftigen Stoffe in den Bienenstock tragen. Fungizide hemmen die Abwehrkräfte der Bienen, Pestizide führen dann schneller zu ihrem Tod.

Der tatsächliche Zusammenhang von Bienensterben und Pestiziden konnte in der Studie jedoch nicht belegt werden. Die WirtschaftsWoche berichtet:

Die Autoren der Studie hatten ursprünglich einen starken Fokus auf Pestizide legen wollen, was jedoch durch die Regierungen der betroffenen Länder untersagt wurde. Ein möglicherweise fataler Fehler, deuten doch aktuelle Studien auf einen erheblichen Einfluss der Pestizide beim Bienensterben hin. Was das extrem hohe Bienensterben im Winter auslöst, konnte deshalb nicht geklärt werden.“

Es reicht nicht aus, auf den Einsatz von Pestiziden zur Flugzeit der Bienen zu verzichten. Vielmehr muss der Einsatz aller potenziell gefährlichen Stoffe zunächst verboten werden, bevor nicht die Wechselwirkungen der chemischen Stoffe auf Bienen hinreichend untersucht wurden. Doch die Chemieindustrie wehrt sich dagegen.

Der wirtschaftliche Schaden durch das Bienensterben ist immens. In den USA sind in den vergangenen 6 Jahren Bienenvölker im Wert von 2 Milliarden Dollar gestorben. Die weltweite Bestäubungsleistung der Bienen beziffern Forscher mit 260 Milliarden Euro jährlich.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/04/22/studie-bienen-sterben-in-europa-ist-alarmierend/

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09.04.2014

Europa gehen die Bienen aus

Eine Studie beweist: Europa hat mit einem dramatischen Mangel an Honig-Bienen zu kämpfen. Das Problem schlägt sich voll auf die Wirtschaft durch. So gibt es zu wenige Bienen, um die massenhaft benötigten Pflanzen für Biotreibstoffe zu bestäuben.

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Insbesondere der Produktionszuwachs bei Biotreibstoff verschärft das Problem. In mehr als der Hälfte der 41 untersuchten Länder gebe es nicht ausreichend viele Bienen, um die Pflanzungen „korrekt zu bestäuben“, so die im Magazin „Plos one“ veröffentlichte Studie der Universität Reading. Dies gelte insbesondere für Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien.

„Wenn wir jetzt nicht handeln, werden wir in der Zukunft eine Katastrophe erleben“, erklärte Forschungsleiter Simon Potts. Den schlimmsten Mangel an Bienen gebe es derzeit auf dem Baltikum und in Großbritannien, wo nur ein Viertel der erforderlichen Insekten vorhanden seien. Besser stelle sich die Lage in der Türkei, in Griechenland und auf dem Balkan dar, wo es eine fest verwurzelte Kultur der Imkerei gebe.

Raps, Sonnenblumen und Soja sind schuld

Der Bedarf an Bienen ist insbesondere durch den verstärkten Anbau von ölhaltigen Pflanzen angestiegen, die wie Raps, Sonnenblumen und Soja zur Produktion von Biotreibstoffen verwendet werden. Innerhalb von wenigen Jahren sei daher der Bedarf an Bienen um 38 Prozent gestiegen, die Zahl der Bienenvölker aber nur um sieben Prozent, resümierten die Forscher.

http://www.focus.de/wissen/natur/studie-zunehmender-mangel-an-bienen_id_3526167.html

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05.04.2014

Millionen Bienen vergiftet – Lebensmittelversorgung ist bedroht

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Entlang des Rheins, in Hitdorf und Rheindorf bei Leverkusen, sind auffällig viele Bienen mit Vergiftungserscheinungen bei den dortigen Imkern registriert worden. Die Insekten seien seit Montagnachmittag lebensschwach an den Bienenstöcken angekommen und verendet. Bis zu zwei Drittel aller Bienen der Völker sind betroffen, eine Million Bienen, so neue Schätzungen aus dem Veterinäramt, sind bei dem rätselhaften Bienensterben am Montag und Dienstag verendet.

Auch der Imker Willi Gassen ist betroffen. Als er am Montag gegen 13.30 Uhr nach seinen Bienenvölkern schaute, lagen vor den Stöcken überall tote Bienen. Dass die Bienen offensichtlich an einer Vergiftung zugrunde gegangen sind, da ist sich der Imker sicher: „Das muss etwas Größeres sein, so viele Bienen verenden nicht einfach mal eben.“

20 bis 30 Völker von sechs Imkern seien stark geschädigt. Die Vergiftung am Montag sei sehr akut und schnell verlaufen, berichtet Amtstierarzt Molitor im Kölner Stadtanzeiger. Die Insekten seien so geschwächt zu den Stöcken zurückgekehrt, dass sie vor den Einfluglöchern in Scharen verendet seien. Das Gift könne kaum aus einem privaten Garten stammen, so Molitor, das sei schon etwas Größeres. „Das Bienensterben ist schon beängstigend, weil wir noch gar nichts wissen“, sagt der Amtstierarzt. In Frage kommt etwa ein vergiftetes Rapsfeld. Blühender Raps hat eine geradezu magische Anziehung auf Bienen. Aber keiner der Landwirte, die Molitor, befragt hat, habe ein für Bienen giftiges Spritzmittel verwendet. Die Landwirte benötigen die Bienen für die Bestäubung ihrer Äcker. Dass irgendetwas Giftiges auf die Rheinwiesen ausgebracht wurde, schließt der Amtstierarzt ebenfalls aus.

Aufschluss können wahrscheinlich nur die toten Tiere selbst geben. Ein Glas voller vergifteter Bienen habe man an ein Untersuchungsinstitut geschickt, so Molitor. Zuerst werde nach den üblichen verdächtigen Giften gesucht, dann erst nach exotischeren Substanzen. Davon hänge ab, wann ein Ergebnis komme. Quelle: Kölner Stadtanzeiger

Da es aber dauert, bis feststeht, woran die Bienen verendet sind, ruft das Veterinäramt jetzt dazu auf, auf keinen Fall für Bienen gefährliche Stoffe zu spritzen“, betont die Stadt. Als Giftstoffe kämen viele Toxine in Frage, etwa in älteren Pflanzenschutzmitteln. „Von den Industriebetrieben ist kein entsprechender Störfall gemeldet worden“, heißt es. Deshalb recherchiere die Stadt bei Gartenbau- und Landwirtschaftsbetrieben. Da aber auch Privatleute Verursacher sein könnten, rufe man dazu auf, genau darauf zu achten, was an Spritzmitteln verwendet wird und strengstens die Gebrauchsanweisung zu beachten. Quelle: RP Leverkusen 

Das Veterinäramt Leverkusen bittet um Mithilfe: Wer im 3 km Radius um diese Bienenstöcke wohnt und sachdienliche Hinweise hat, sollte sich umgehend mit Dr. Kurt Molitor vom Fachbereich 39 Veterinärmedizin der Stadt Leverkusen unter (0214) 406-3901 in Verbindung setzen!

Räselhaftes Bienensterben

Immer wieder haben wir letztes Jahr über das Sterben der Bienen berichtet. Das Jahr ist gerade erst angefangen und Millionen Bienen sind bereits verendet. Die Obstbäume tragen noch nicht mal ihr grünes Blätterkleid und ihre Blüten werden demnächst vergebens auf das Bestäuben durch die Bienen warten. Wir befürchten schon, dass wir wie in China üblich das Bestäuben mit der Pinzette übernehmen werden müssen, damit wir überhaupt noch Obst erhalten. Denn viele Pflanzen sterben ohne Bestäubung, und die Lebensmittelversorgung ist bedroht.

Bereits 2010 berichtete ARTE, dass die menschliche Zivilisation dazu führt, dass immer mehr Arten aussterben – mit schlimmen Folgen, die auch auf die Verursacher zurückfallen. Ein Beispiel: das unheimliche Verschwinden der Bienen.

In Europa sind schon 40 Prozent der Bienenvölker verschwunden. In China sind es nur 10 Prozent. Trotzdem nehmen die Chinesen diese Bedrohung für Mensch und Natur offenbar ernster als die Europäer. Sie haben Versuche zur künstlichen Bestäubung gestartet. Und es gibt eine neue Art von Imker, den Bienenverleiher. Forscher führen das unheimliche Verschwinden der Bienen auf Pestizide, genmanipulierte Pflanzen und elektromagnetische Wellen von Handy-Masten zurück.

Dazu ein Videobeitrag von 2010: Nur China arbeitet an künstlicher Bestäubung.

Bereits in 2007 wurde Nordamerika von einem geheimnisvollen Bienensterben heimgesucht. Schon da hieß es, dass ein Viertel der Bienenvölker bereits verschwunden sei. Damals war die Ursache nicht bekannt, hieß es. Aber auch schon da waren sich die Experten einig, dass inzwischen die Lebensmittelversorgung bedroht sei.

In einem normalen Jahr geht während der Wintermonate rund ein Zehntel eines Bienenstamms zugrunde. Die Ursachen sind Kälte und Futterknappheit. Doch in den vergangenen Jahren waren die Verluste überdurchschnittlich hoch. Und in Deutschland sind auch im Winter 2012/2013 wieder deutlich mehr Bienen gestorben als in Durchschnittsjahren: Im Frühjahr 2013 haben die Imker rund 15,2 Prozent ihrer Völker vor allem durch die Varroamilbe verloren. Immer wieder wird die Schuld bei den Varroamilben gesucht, aber wie schon erwähnt, haben in 2010 chinesische Forscher entdeckt, dass Pestizide ebenfalls für das Bienensterben verantwortlich sind.

Im Märzen der Bauer…“ dass Lied haben wir als Kinder gelernt. Wie sieht es heute in der Landwirtschaft aus. Nehmen wir ein aktuelles Beispiel aus Schleswig-Holstein. m letzen Jahr erntete der Landwirt auf einem Acker Getreide, 14 Tage vor der Ernte wurden noch einmal in einer „Nacht- und Nebelaktion“ Pestizide verwendet, nach der Ernte umgepflügt und Ackergras gesät. Im März folgten dann wieder Pestizide und das Gras wurde TOT gespritzt. Etwa 14 Tage später wurde auf dem Acker Gülle ausgetragen, was jetzt danach kommt, werden wir weiter beobachten. Der Landwird wird diesen Acker umpflügen und sicherlich Raps oder Getreide säen. Was uns erschreckte, war, wie viele Möwen auf dem mit Pestiziden behandelten Acker nach Futter suchten.

Nun könnte man meinen, es wäre ein Leichtes eine Probe von diesem Acker zu nehmen, darf man aber nicht, ist sogar Diebstahl, denn der Acker gehört  dem Landwirt. Ohne seine Zustimmung ist eine Entnahme der  Probe nicht möglich, im Gegenteil, er kann sogar klagen. Wir können nur durch eine zeitliche bildliche Dokumentation auf die Situation hinweisen. Sie sehen, wir bleiben dran.

Schon letztes Jahr mussten wir feststellen, dass die Hummeln viel kleiner waren. Freuten wir uns, dass diese Tiere endlich da waren, fanden wir sie nur kurze Zeit später tot im Garten. Auch die Hummeln sind betroffen und auch hier sollte nach der Ursache geforscht werden.

Mittlerweile haben wir, die Netzfrauen, über 40 Beiträge über die Bienen verfasst und es werden sicherlich noch viele folgen, denn wie sagte schon Albert Einstein:

Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“

Unglaublich! Der als „Bienenkiller“ bekannte Chemiekonzern Bayer verteilte im Januar im Raum Köln Bienenschutz-Kalender. Nicht nur das! Wie Sie dem Foto entnehmen können, wurde die Biene sogar als Zeichen verwendet, und zwar mit dem Wortlaut: „bee care“.

Sogar eine Webseite mit „bee care“ betreibt der Chemiekonzern, obwohl der Konzern für das Bienensterben mitverantwortlich ist.

So beteiligten sich 2012 die Chemie-Konzerne BAYER und BASF mit millionenschweren Spenden an einer Kampagne des amerikanischen Gentechnik- und Pestizid-Herstellers Monsanto. Die Industrie wollte damit eine Initiative von Umweltverbänden zur Deklaration gentechnisch veränderter Lebensmittel stoppen. Die Unternehmen investierten über 40 Millionen Dollar in ihre Werbekampagne, die vor allem aus TV-Spots besteht – rund zehnmal so viele wie die Befürworter der Initiative. Leider erfolgreich, denn BAYER, BASF und MONSANTO siegten gegen die Kennzeichnungspflicht.

Den chronologischen Ablauf über die bisherigen Entscheidungsfindungen der EU–Staaten zum Schutz der Bienen finden Sie hier:  Absurde Verbrauchertäuschung – “The bee-killer” Chemiekonzern Bayer spielt “Bienenretter”

Weltweit sterben massenweise Bienen. Für ihren Tod ist vor allem der Mensch verantwortlich. Die langfristigen Folgen sind dramatisch: Nicht nur die Artenvielfalt ist bedroht, auch die Ernteerträge sind in Gefahr. Wenn Äpfel, Gurken und Nüsse rar werden, könnten den Menschen am Ende viele wichtige Nährstoffe fehlen.

Pestizide wirken wie Nervengift

Die Gründe, warum ganze Bienenvölker in Europa, Nord­amerika und Asien schwinden, sind vielschichtig. Zum Groß­teil sind sie menschen­gemacht. Mono­kulturen in der industrialisierten Land­wirt­schaft bieten den Insekten nicht genug Nahrung.

Was auf den Feldern wächst, wird zudem reichlich gedüngt und mit Pestiziden behandelt.

Bienen sind einem Cocktail von Pestiziden ausgesetzt, das wird nun durch eine aktuelle Studie deutlich.

Wie wir der Studie entnehmen konnten, hat das mysteriöse Sterben von Honigbienen, welche Getreide im Wert von 30 Billionen US-Dollar bestäuben, die amerikanische Population der Honigbiene (aspis meelifera) so dezimiert, dass nach noch einem harten Winter die Felder brachliegen. – Nun tut es finanziell weh!!

Wissenschaftler entdecken in einer aktuellen Studie, was die Bienen tötet. Es ist schlimmer, als es schon vermutetet wurde. 

Jetzt hat eine neue Studie einige der möglichen Ursachen des Bienensterbens aufgedeckt. Die ziemlich beängstigenden Ergebnisse zeigen, dass es viel schwieriger ist, die Ausrottung der Bienen aufzuhalten als angenommen.(Siehe auch unseren Beitrag: Bedrohtes Nutztier: BIENEN – Ausrottung, schlimmer als vermutet !

Ein Massensterben von Bienen gab es auch in Juli 2013 in Ungarn, und zwar auf einem Sonnenblumenfeld, auch darüber haben wir berichtet. Und während Sie diesen Artikel gelesen haben, sterben sicherlich irgendwo auf dieser Welt gerade wieder zahlreiche Bienen, nur weil irgendwo wieder Pestizide eingesetzt werden. Wir fragen uns auch diesmal, wie viele Studien sind notwendig, um endlich dem Leid der Bienen ein Ende zu machen. Und übrigens auch für uns Menschen, denn wir sind ebenso betroffen, wie von uns bereits oft berichtet.

Derzeit versuchen 23 Agrarminister die übrig gebliebenen Greening-Maßnahmen der gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) zunichte zu machen, indem sie sich für eine Zulassung von synthetischen Pestiziden und Mineraldüngern auf Leguminosen (Pflanze: Hülsenfrüchtler) (Ecological Focus Areas, kurz: EFAs) einsetzen. Siehe dazu unser Beitrag: Nach Genmais 1507 – Pestizide auf Ökoflächen.

Etwa ein Drittel jener Nahrungsmittel, die der Mensch im Laufe eines Tages zu sich nimmt, gedeihen nur deshalb, weil sie von Insekten bestäubt werden. Honigbienen tragen mindestens zu 80 Prozent zu dieser Bestäubung bei. Die Blüten vieler Pflanzenarten werden sogar ausschließlich von Bienen bestäubt. Dazu gehören unter anderem Obstsorten wie Äpfel, Kirschen, Pfirsiche und Kiwis sowie viele Gemüse wie Sojabohnen, Spargel, Brokkoli, Sellerie, Kürbisse und Gurken.

Und viele Sorten, wie zum Beispiel die Sojabohnen sind genmanipuliert und werden mit reichlich Pestiziden behandelt, noch Fragen?

Alles über die Macht der Agrarlobby und deren Pestizide können Sie in diesem Beitrag lesen: Pestizide – “Mord auf Raten” ! Die Macht der Agrarlobby!. Wie sagte unser Umweltminister in Schleswig-Holstein, die Macht der Agrarlobby ist zu groß. Da fragen wir uns, warum wird deren Macht nicht wieder genommen, und zwar durch richtige Gesetzte. Es geht um unser aller Überleben.

Wir fordern auf: Schützt endlich die Bienen, denn dann schützt Ihr auch uns. Netzfrau Doro Schreier

http://netzfrauen.org/2014/04/05/millionen-bienen-vergiftet-lebensmittelversorgung-ist-bedroht/

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25.03.2014

Imker kämpfen weiter gegen Gentechnik und Pestizide

Imker aus Deutschland kämpfen zurzeit an verschiedenen Fronten: vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg versuchen sie den Ausstieg aus dem Ausstieg bei bienengefährlichen Pestiziden zu verhindern. Ihre Gegner: die Chemie-Schwergewichte Bayer, BASF und Syngenta, die ein Verbot einiger ihrer Produkte kippen wollen. Gleichzeitig klagen die Imker in Karlsruhe für besseren Schutz ihrer Bienen vor Gentechnik-Pflanzen.

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Seit Dezember dürfen drei Neonikotinoide in der EU nur noch eingeschränkt verwendet werden – vor allem nicht mehr bei Pflanzen, die als attraktiv für Bienen gelten. Das Teilverbot gilt für zwei Jahre. Ob es verlängert wird, hängt auch von Studien zur Gefährlichkeit der Pestizide ab. Eine erschien vor einigen Tagen: Forscher der Freien Universität Berlin hatte in Experimenten herausgefunden, dass das Orientierungssystem der Bienen durch die Chemikalien beeinträchtigt wird – die nützlichen Insekten finden ihren Stock nicht mehr.

Gegen das Verbot der Wirkstoffe Imidacloprid, Clothianidin und Thiametoxam haben die Konzerne geklagt. Der Imkerverein Mellifera, der Europäische Berufsimkerbund (EPBA) sowie österreichische Imkerverbände wollen sich an dem Prozess beteiligen. Dadurch erhalten sie Zugang zu den Akten und können eigene Stellungnahmen und Erkenntnisse zu den Risiken der Pestizide einbringen. Das ist teuer. Die Imker rechnen mit Kosten von 190.000 Euro für Anwälte, Gutachten und Gericht – und bitten daher um Unterstützung.

Gleichzeitig wollen die Imker Schutzmaßnahmen für ihre Bienen vor gentechnisch veränderten Pflanzen erstreiten. Beim Anbau von Gentechnik-Pflanzen sollen besondere Auflagen gelten, beispielsweise große Abstände zwischen dem Feld und dem nächsten Imkerstand. Denn die Bienen fliegen kilometerweit um Pollen zu sammeln – so könnten auch Bestandteile der genmodifizierten Pflanzen in den Honig gelangen. Dieser darf dann nicht verkauft werden, wie ein EU-Gericht 2011 urteilte. Mit der Forderung nach besserem Schutz sind die Imker vor dem Bayerischen und dem Bundesverwaltungsgericht abgeblitzt – nun haben sie Beschwerde beim Verfassungsgericht in Karlsruhe eingelegt.

Es ist unerträglich, dass sich nicht nur das Bundesverwaltungsgericht sondern auch die Bundesregierung darum drückt, Imkern und generell der Lebensmittelwirtschaft Rechtssicherheit zu geben“, erklärte Thomas Radetzki vom „Bündnis zum Schutz der Bienen“. „So bleibt uns Imkern keine andere Wahl, als vor dem Bundesverfassungsgericht um den Schutz unserer Produkte und Bienen zu kämpfen.“ Der Deutsche Imkerbund (D.I.B.) unterstützt das Bündnis durch die Übernahme der Prozesskosten.

http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/28876.html

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20.03.2014

Pestizideinsatz: Bienen finden Weg nach Hause nicht

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Einige Pestizide lassen Bienen orientierungslos werden. Forscher der Freien Universität Berlin fanden heraus, dass weniger Bienen ihren Stock wieder fanden, nachdem sie kleine Mengen von Neonikotinoiden verabreicht bekommen hatten. Herstellern von Agrochemikalien wie Bayer und BASF dürfte das Ergebnis gar nicht schmecken: sie drängen darauf, ein in der EU seit Dezember gültiges Teilverbot aufzuheben.

Es habe sich gezeigt, dass das Orientierungsvermögen der Bienen durch die Pestizide gestört wurde, heißt es auf der Website der FU über die Studie, die im Fachmagazin Plos One erschien. „Aus diesen Zusammenhängen ergibt sich eine große Verantwortung und Sorgfalt beim Einsatz der Pestizide“, erklärte der Neurobiologe Randolf Menzel, der den Versuch geleitet hatte. „Der Befund unserer Untersuchung ist deshalb von allgemeiner Bedeutung, weil der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, den sogenannten Neonicotinoiden, die das Nervensystem der Insekten beeinträchtigen und sie dadurch töten, kontrovers und heftig diskutiert wird.“

Einige Neonikotinoide waren letztes Jahr EU-weit für zwei Jahre verboten worden – allerdings nur bei bestimmten Pflanzen, die als besonders attraktiv für Bienen gelten. Ob das Verbot verlängert wird, hängt auch von solchen Forschungsergebnissen ab. Pestizidhersteller wie Bayer, BASF und Syngenta bestreiten einen Zusammenhang zwischen Bienensterben und dem Einsatz ihrer Produkte. Sie haben gegen das Verbot geklagt. Die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung hatte sich im Vorfeld ebenfalls gegen ein Verbot eingesetzt, um den Neonikotinoideinsatz im Rapsanbau weiter zu ermöglichen. [dh]

http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/28861.html

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09.01.2014

Zunehmender Mangel an Bienen – Forscher warnen

In Europa gibt es laut einer britischen Studie einen dramatischen Mangel an Honig-Bienen, der durch den Produktionszuwachs bei Biotreibstoffen nochmals verschärft wird.

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Die am Mittwoch im Magazin Plos one veröffentlichte Studie von der Universität Reading kalkuliert den bestehenden Mangel auf sieben Milliarden Bienen.

In mehr als der Hälfte der 41 untersuchten Länder gebe es nicht ausreichend viele Bienen, um die Pflanzungen „korrekt zu bestäuben“, halten die Forscher fest, dies gelte insbesondere für Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien.

„Wenn wir jetzt nicht handeln, werden wir in der Zukunft eine Katastrophe erleben“, sagte Forschungsleiter Simon Potts. Den schlimmsten Mangel an Bienen gebe es derzeit auf dem Baltikum und in Großbritannien, wo nur ein Viertel der erforderlichen Insekten vorhanden seien. Besser stelle sich die Lage in der Türkei, in Griechenland und auf dem Balkan dar, wo es eine fest verwurzelte Kultur der Imkerei gebe.

Der Bedarf an Bienen ist insbesondere durch den verstärkten Anbau von ölhaltigen Pflanzen angestiegen, die wie Raps, Sonnenblumen und Soja zur Produktion von Biotreibstoffen verwendet werden. Innerhalb von wenigen Jahren sei daher der Bedarf an Bienen um 38 Prozent gestiegen, die Zahl der Bienenvölker aber nur um sieben Prozent, resümierten die Forscher.

http://www.nachrichten.at/nachrichten/weltspiegel/Zunehmender-Mangel-an-Bienen-Forscher-warnen;art17,1275449

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05.11.2013

Streit um Bienensterben

BASF klagt gegen EU-Pestizid-Verbot

Der Chemiekonzern BASF wehrt sich gegen die Einschränkungen beim Einsatz von Pestiziden im Streit um das Bienensterben. Seine Erklärung: Komplexe und zahlreiche Faktoren verursachen den Rückgang der Bienenpopulation.

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Im Streit um das Bienensterben wehrt sich nach den Konzernen Syngenta und Bayer nun auch der Chemieriese BASF gegen Pestizid-Verbote in der Europäischen Union. Das Ludwigshafener Unternehmen klagt gegen die Beschränkungen für den Einsatz seines Mittels Fipronil bei der Saatgut-Behandlung, wie BASF am Dienstag mitteilte. Der Rückgang der Bienenvölker werde durch zahlreiche und komplexe Faktoren verursacht. Beschränkungen für den Einsatz des BASF-Mittels würden nicht zum Schutz der Bienen beitragen, begründete der Konzern den Schritt. Die Behörde habe bei ihrer Entscheidung nicht alle verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse berücksichtigt.

Die EU-Kommission hatte den Einsatz des BASF-Insektizids im Sommer deutlich eingeschränkt und dabei auf Gefahren für Honigbienen verwiesen. Sie stützte ihre Entscheidung auf Studien der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA. Deren Forscher hatten vor dem Einsatz der Chemikalie etwa bei der Behandlung von Maissaatgut gewarnt. Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und BUND hatten schon lange ein Verbot bestimmter Pflanzenschutzmittel gefordert. In den vergangenen Jahren hatten Imker in Europa immer wieder über ungewöhnliche Fälle von Bienensterben berichtet. Unter anderem in Frankreich, Deutschland und Italien hatte das plötzliche Absterben großer Honigbienenvölker für Aufsehen gesorgt.

Bereits Ende April dieses Jahres hatte die EU-Kommission beschlossen, den Einsatz von Insektiziden der so genannten Neonicotinoid-Gruppe stark zu begrenzen. Betroffen sind davon das Pestizid Thiamethoxam von Syngenta sowie die Mittel Clothianidin und Imidacloprid von Bayer. Auch Deutschland hatte sich für ein Verbot ausgesprochen. Syngenta und Bayer hatten gegen die Entscheidung der Kommission im August geklagt.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/streit-um-bienensterben-basf-klagt-gegen-eu-pestizid-verbot/9032486.html

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04.11.2013

Mysteriöses Bienen-Sterben in Kalifornien

In Kalifornien sorgen sich die Imker um die Mandel-Ernte: Die Sterblichkeit der Bienen ist aus unerklärlichen Gründen dramatisch angestiegen. Die Todesrate ist über 30 Prozent gestiegen – so hoch wie noch nie. Die Produktion von Mandel-Milch hat zu einer deutlichen Ausweitung der Anbauflächen geführt. Die Bienen können den industriellen Anforderungen offenbar nicht gerecht werden.

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Kaliforniens Imker schlagen Alarm: 30 Prozent Sterblichkeit der Bienen gefährden die Mandel-Ernte im kommenden Jahr. Seit Jahren schon rätseln Wissenschaftler über das Natur-Phänomen. Die FT zitiert den Forscher Dennis van Engelsdorp von der Universität Maryland: „Wir halten unseren Atem an!“

Umweltschützer glauben, dass das Bienen-Sterben von den Pestiziden in der Landwirtschaft kommt. Erst kürzlich mussten bayrische Imker eine Jahresernte vernichten, weil die Bienen mit Gen-Mais in Berührung gekommen waren, der mit Monsanto-Pflanzenschutz behandelt worden war (mehr hier).

Aber auch der industrielle Einsatz der Bienen könnte eine Ursache sein: Forscher sprechen vom „Reise-Stress“, dem die Bienen nicht gewachsen sind, weil sie von Feld zu Feld transportiert werden, um mehrfache Bestäubungen durchzuführen.

Auch die Größe der Felder spielt eine Rolle: Um die globale steigende Nachfrage nach Mandeln, insbesondere für Mandel-Milch zu befriedigen, wurden die Anbau-Flächen beständig vergrößert: Zu groß für die Bienen, wie Forscher glauben. Die Nachfrage aus Europa und China ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen.

Die hohe Sterblichkeit der Bienen könnte dazu führen, dass die Haltung von Bienen für viele Imker zu teuer wird. Sie müssen die Völker in höheren Abständen als früher ersetzen.

Die Entwicklung zeigt, dass die Kombination aus industrieller Landwirtschaft und dem massiven Einsatz von Pestiziden einen unvorhergesehene Folge für das ökologische Gleichgewicht auf der Erde haben.

Bienen gelten für das globale Öko-System als besonders wichtig.

Ihr Aussterben würde auch die Nahrungsmittel-Kette für den Menschen massiv beeinträchtigen.

Die Nachrichten aus Kalifornien werden daher weltweit genau beobachtet.

Allerdings kennt niemand die Lösung.

Vom notwendigen Wandel des Lebensstils wagt keiner zu sprechen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/11/04/mysterioeses-bienen-sterben-in-kalifornien/

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28.08.2013

Chemie-Firma will Pestizid-Einsatz in EU per Gericht erzwingen

Die Schweizer Chemie-Firma Syngenta wehrt sich gegen das europaweite Pestizid-Verbot zum Schutz der Bienen. Die Prüfungen, die zu diesem Verbot geführt hatten, seien unvollständig gewesen, so das Unternehmen. Es habe ein fehlerhaftes Verfahren gegeben.

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Lange wurde über das Pestizid-Verbot in der EU debattiert. Doch schon wenige Monate nach der knappen Entscheidung, die zweijährige Sperre einzuführen, wehren sich die betroffenen Chemiekonzerne. Das Schweizer Unternehmen Syngenta hat nun eine entsprechende Klage bei der EU-Kommission eingereicht.

Das Verbot von Thiamethoxam soll aufgehoben werden, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns:

Der Entscheid stützte sich auf ein fehlerhaftes Verfahren sowie eine ungenaue und unvollständige Prüfung durch die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit und wurde zudem nicht von allen EU-Mitgliedstaaten unterstützt.“

Man würde lieber auf rechtliche Schritte verzichten, sagte der Syngenta-Chef John Atkin. Doch „leider bleibt uns keine andere Wahl, denn wir sind überzeugt, dass die EU-Kommission sich irrt, wenn sie Thiamethoxam mit der Verschlechterung der Bienengesundheit in Verbindung bringt.“ Sie verstoße mit dem Verbot des Produkts gegen die Pestizidgesetzgebung und hat das Vorsorgeprinzip nicht korrekt angewandt, so Atkin.

Das seltsame Bienensterben hatte zu der Pestizidsperre im April geführt. Ein Phänomen, das nicht nur in der EU zu finden ist, sondern auch in den USA und in Kanada. Da nicht klar ist, ob der Einsatz der Pestizide Einfluss auf das Bienensterben hat, wurde drei sogenannten Neonikotinoide vorübergehend verboten. Auch Bayer ist davon betroffen.

Syngenta argumentiert zudem damit, dass die Landwirte und ihre Verbände fürchten, auf dieses „hochwirksame, niedrig dosierte“ Produkt verzichten zu müssen. Außerdem engagiere man sich als Unternehmen ja bereits bei Projekten, die zur Aufklärung des Bienensterbens beitragen sollen.

Statt die Kommission vor Gericht zu ziehen, sollte Syngenta lieber verantwortunsgvoll handeln und die Vermarktung der bienentötenden Pestizide stoppen“, sagte Greenpeace-Sprecher Mark Breddy am Dienstag.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/28/chemie-firma-will-pestizid-einsatz-in-eu-per-gericht-erzwingen/

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29.04.2013

EU verbietet drei Pestizide, um Bienen zu schützen

In der EU dürfen Pestizide, die für Bienen lebensgefährlich sind, in der Landwirtschaft nicht mehr verwendet werden. Deutschland hatte sich erst enthalten, stimmte jetzt aber auch für das Verbot.

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Die EU-Kommission will angesichts des weltweiten Bienensterbens den Gebrauch bestimmter Insektenvernichtungsmittel stark einschränken. Die Behörde beschloss in Brüssel dem Einsatz von Nervengiften der Neonicotinoid-Gruppe für zunächst zwei Jahre enge Grenzen zu setzen.

Betroffen von den Verboten sind vor allem der deutsche Chemieriese Bayer und sein Schweizer Konkurrent Syngenta. Während Syngenta die wissenschaftliche Grundlage des Verbotes bezweifelte, bezeichnete die Umweltschutzorganisation Greenpeace die Entscheidung als Schritt in die richtige Richtung. Auch Deutschland hatte sich für den Bann der Pestizide ausgesprochen.

Von den Maßnahmen betroffen sind die Pestizide Clothianidin und Imidacloprid von Bayer sowie Thiamethoxam von Syngenta. Der Einsatz dieser Mittel bei der Behandlung von Saatgut, Ausbringung auf den Boden und Besprühen von Pflanzen soll nach Angaben der EU-Kommission stark eingeschränkt werden. Ausnahmen sollen für Gewächshäuser gelten.

Auf Feldern sollen die Mittel nur mit besonderen Genehmigungen und nach der Pflanzenblüte ausgebracht werden dürfen. Die Verbote sollen von Dezember an gelten und spätestens nach zwei Jahren auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden.

Chemiekonzern kritisiert EU-Kommission

Syngenta kritisierte, die EU-Kommission ignoriere eine Fülle von Erkenntnissen, nach denen die Neonicotinoide nicht gefährlich für Bienen seien. Die EU-Kommission hätte anstatt des Verbots besser gegen die eigentlichen Ursachen des Bienensterbens vorgehen sollen. Aus Sicht des Schweizer Konzerns sind dies Krankheiten, Viren, schwindender Lebensraum und ein abnehmendes Nahrungsangebot. Von Bayer war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Greenpeace sieht dagegen in den Pflanzenschutzmitteln eine Hauptursache für das Schwinden der Bienenvölker. „Der abstruse Versuch der Chemieindustrie, die Gefährlichkeit der Gifte wegzureden, ist zum Glück misslungen“, hieß es in einer Stellungnahme.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) erklärte, es sei wichtig, weiter zu forschen, um mögliche Gefahren für Bienen frühzeitig zu erkennen. „Eine zügige und intensive Prüfung der Risiken in den Mitgliedstaaten und durch die EFSA und ein konsequentes Monitoring bleiben auch in Zukunft unerlässlich.“

Nicht alle EU-Länder für Verbot

Der Entscheidung der EU-Kommission war eine Abstimmung von Vertretern aller 27 EU-Länder vorausgegangen, bei der sich 15 Länder für das Verbot, acht dagegen und vier enthalten hatten. Da damit die für das Verbot erforderliche Mehrheit nicht erreicht wurde, hat jetzt die EU-Kommission die Entscheidung für den Bann der Pestizide übernommen. Vorausgegangen war eine Empfehlung der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA, die eine Gefahr für die Bienen sieht.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) reagierte enttäuscht auf die Entscheidung der EU-Kommission. Nach Ansicht des Agrarverbandes steht das Verbot auf zweifelhaften wissenschaftlichen Erkenntnissen. Der DBV forderte, in der Zwei-Jahres-Frist müsse die Kommission schlüssig nachweisen, dass die Pestizide verantwortlich für das Bienensterben seien. Vor allem der Rapsanbau sei nur mit Saatgut möglich, das mit Neonicotinoide behandelt worden sei.

Seit Jahrzehnten nimmt weltweit die Bienenpopulation ab. Die Insekten spielen eine wichtige Rolle bei der Befruchtung von Pflanzen und damit auch für die Landwirtschaft. Eine UN-Studie aus dem Jahr 2011 geht davon aus, dass Bienen zusammen mit anderen Blütenbestäubern wie Vögel, Käfer oder Schmetterlinge eine Arbeit im Wert von 153 Milliarden Euro verrichten.

Die Neonicotinoide wirken auf das Nervensystem der Bienen. Sie verlieren dadurch unter anderem ihren Orientierungssinn und finden nicht mehr den Weg zurück in den Bienenstock. Allerdings ist umstritten, ob das Bienensterben auf den Einsatz der Pflanzenschutzmittel zurückzuführen ist.

Manche wissenschaftliche Studien gehen davon aus, dass die Varroa-Milbe Ursache für den Rückgang der Bienenvölker ist. Das britische Landwirtschaftsministerium monierte, die EFSA-Studie sei unschlüssig. Zudem würden Labor-Experimente auf die Bedingungen auf freiem Feld übertragen, was nicht zulässig sei.

http://www.welt.de/wirtschaft/article115706095/EU-verbietet-drei-Pestizide-um-Bienen-zu-schuetzen.html

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26.04.2013

Chemiekonzerne verhindern Verbot von umstrittenen Pflanzenschutzmitteln

Bestimmte Pestizid-Wirkstoffe sollen das Bienensterben vorantreiben, kritisieren Imker und Umweltschützer seit Jahren. Ein EU-weites Verbot scheiterte bisher am Widerstand der Agrochemie-Konzerne. Am Montag geht der Kampf in eine neue Runde.

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Wieder ein Sieg für eine Lobby in Brüssel: Die EU-Kommission war nach Informationen der Deutschen Wirtschafts Nachrichten diesmal wirklich entschlossen, einer mächtigen Lobby die Stirn zu bieten: Sie wollte eine Regulierung zum Verbot von hochgiftigen Pflanzenschutz-Mitteln verabschieden. Die Vorbereitungen waren weit gediehen, offenbar hatten sogar die Beamten in Brüssel die Einsicht, dass die Biene als Art nicht einfach aussterben soll – nur weil große Konzerne mit ihren Giften glänzende Profite machen. Doch die Pflanzenschutz-Lobby der Agrochemie-Konzerne stoppte durch massives Lobbying die EU. Vor alllem in einzelnen Mitgliedsländern waren die Lobbyisten aktiv – und überzeugten ihre willfährigen Helfer in der Politik. Die EU-Kommission musste klein beigeben, ihr schon fertiger Gesetzes-Entwurf wurde in einer Abstimmung unter den Ländervertretern nicht angenommen. Am Montag will sie es nun erneut versuchen.

Die umstrittenen Pflanzenschutzmittel enthalten sogenannte Neonicotinoide, hochwirksames Insektengift. Sie greifen das zentrale Nervensystem von Insekten an und verursachen Lähmungen und Tod. Umweltschützer und Imkervertreter machen die Mittel seit langem für ein erhöhtes Bienen-Sterben verantwortlich. Wissenschaftliche Beweise dafür sind aber aufgrund komplexer biologischer Wirkzusammenhänge nur schwer feststellbar.

Anlässlich eines Anfang des Jahres veröffentlichten Berichtes der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gibt es Bestrebungen, ein EU-weit geltendes Verbot für die betreffenden Pflanzenschutzmittel zu beschließen. Die EFSA kam bei ihrer Neubewertung von drei Neonicotinoid-Wirkstoffen zu dem Ergebnis, dass diese ein für Bienen nicht akzeptables Risiko darstellen.

Nachdem die EU-Kommission die Entscheidung über das Verbot vertagt hatte, wird nun von den Mitgliedsstaaten am Montag noch einmal über ihren Vorschlag abgestimmt. Grund für die Verschiebung war das Verfehlen einer qualifizierten Mehrheit für das Verbot. Insgesamt neun Mitgliedstaaten, darunter Österreich, stimmten  dagegen. Deutschland, Großbritannien und drei weitere Mitgliedstaaten enthielten sich.

Die Deutschen Imkerverbände kritisierten mehrfach die Haltung der deutschen Bundesregierung zu dem Thema. Bundeslandwirtschafts-Ministerin Ilse Aigner stelle sich nach außen hin gerne als Kämpferin für die Gesundheit der Bienen und der damit verbundenen positiven Folgewirkungen für Umwelt, Artenvielfalt und Landwirtschaft dar. Tatsächlich torpedierten die Beamten im Ministerium aber den Vorschlag der Kommission, so der Imkerbund.

Die Position der Ministerialbeamten, wonach durch die neue EU-Verordnung der Bienenschutz in Deutschland schlechter gestellt würde, sei sachlich falsch. Außerdem hätte die Bundesregierung einen großen Spielraum, um auch im Einklang mit dem EU-Regelwerk strengere Regeln für Deutschland aufzustellen, so der Imkerbund in seiner Stellungnahme weiter. Das Ministerium verhalte sich „doppelzüngig“ und lasse sich vor den Karren der Chemieindustrie spannen.

Diese mächtigen Lobby-Gruppen der Chemie- und Agrarmittel-Industrie halten an ihrer Rechtfertigung fest: so lange nicht hundertprozentig bewiesen sei, dass die Pestizide eine Gefährdung für die Bienen darstellen, sei ein Verbot unzulässig. So heißt es etwa in einer unlängst veröffentlichten Presseaussendung von Bayer CropScience: „Das Fehlen einer Mehrheit ist eine klare Bestätigung dafür, dass keine überzeugenden Argumente gegen den weiteren Einsatz von Produkten auf Basis von Neonicotinoiden vorliegen.“

Diese Argumentation ist typisch für Industrie-Vertreter (auch etwa in anderen Bereichen, wie dem umstrittenen Fracking zur Erdgasförderung). Ein hundertprozentiger wissenschaftlichen Beweis wird nämlich wohl erst erbracht werden, wenn die letzte Biene tot ist, weil die toxikologische Beweisführung so komplex ist.

Die Beweislast müsste eigentlich bei den Herstellern liegen: Zugelassen werden dürften Pflanzenschutzmittel erst dann, wenn jegliche Risiken ausgeschlossen werden können.

Den Umsatz mit den Neonicotinoiden lassen sich die Pflanzenschutzmittel-Hersteller aber nicht kampflos wegnehmen. 1,5 Milliarden Euro betrage dieser weltweit pro Jahr, sagte Helmut Burtscher, Umweltchemiker bei Global 2000, den Deutschen Wirtschafts Nachrichten.

Kommt das Verbot doch wider Erwarten irgendwann einmal, wäre ohnehin eine Schutzklausel für die Konzerne vorgesehen: In zwei Jahren hätte die Wirkung überprüft werden sollen.  Schon in dieser kurzen Zeit würde sich die Verbannung der umstrittenen Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe von den Feldern bemerkbar machen, glaubt Burtscher. Insbesondere das Bienensterben in den Wintermonaten könnte demnach deutlich zurückgehen.

Aber die Bienenschützer haben offenbar die Macht der Milliarden unterschätzt: Kein Konzern kann zwei Jahre lang mit weniger Profit leben. Kein Konzern will in Forschung und Entwicklung investieren, um das risikoreiche Zeug endlich aus den Gärten und von den Äckern zu bekommen.

Das Kalkül der Konzerne: Wenn die Bienen in zwei Jahren ausgestorben sind, braucht keiner mehr die Art zu schützen.

Das nennt man die Macht des Faktischen.

Die ist im Milliarden-Geschäft mit dem Pflanzenschutz todsicher.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/26/die-biene-stirbt-aus-pestizid-konzerne-siegen-in-bruessel/

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04.09.2012

Forscher warnen vor fatalen Folgen des Bienensterbens

Die Insekten haben sich auf der ganzen Welt häusliche eingerichtet: Sie leben in der Wüste, in den Tropen, im kühlen Norden oder am Kap der Guten Hoffnung. Doch der Lebensraum für Bienen ist gefährdet – ihr Aussterben könnte die Lebensmittelversorgung der Menschheit gefährden.

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Bienenforscher schlagen Alarm: Angesichts von Parasiten, Krankheiten und weniger Imkern sind weltweit die Bienen-Bestände in Gefahr. Auf einem Kongress in Halle wollen rund 450 Experten aus 52 Ländern bis Donnerstag ihre neuesten Erkenntnisse aus der Parasiten- und Krankheitsforschung vorstellen.

Allein in Deutschland habe sich die Zahl der Imker seit 1990 von zwei Millionen auf eine Million halbiert, sagte der Präsident der europäischen Gesellschaft für Bienenforschung, Robin Moritz, am Dienstag zum Auftakt des Kongresses. Ein Grund dafür sei nachlassendes Interesse an der Imkerei, etwa bei jungen Menschen.

In Osteuropa sei das Aussterben des Imkerhandwerks besonders schlimm, sagte Moritz. Die ehemals staatlich gestützte Honiggewinnung sei wirtschaftlich nicht mehr attraktiv. Für das ökologische Gleichgewicht hätte es nach Ansicht des Experten fatale Folgen, wenn es nicht gelänge, die Bienenbestände zu halten und zu vermehren. „Das würde die Welt fundamental verändern“, warnte Moritz mit Blick auf die Bestäubung von Pflanzen. „Etwa zwei Drittel der Nahrungsmittel hängen von der Arbeit der Bienen ab.“

„Ihr ärgster Feind ist die Varroamilbe, die in die Brut eindringt“, sagte der Bienenforscher. Dabei handele es sich um einen ursprünglich aus Asien stammenden Parasiten, der vor etwa 30 Jahren nach Europa eingeschleppt worden sei. „Die Varroamilbe ist ein nachhaltiges Problem für die Imker, die regelmäßig ihre Völker dagegen behandeln müssen, damit sie nicht eingehen“, sagte Moritz.

Weltweit gibt es den Angaben zufolge mehr als 2000 Bienenarten. Viele Spezies in den Tropen sind noch nicht erforscht. „Dort fühlen sich Honigbienen am wohlsten.“ Bienen lebten rund um den Globus, in den USA, in Wüstenregionen, im kühleren Norwegen oder Schweden, aber auch am Kap der Guten Hoffnung in Südafrika.

https://www.ftd.de/wissen/natur/:parasitenforschung-forscher-warnen-vor-fatalen-folgen-des-bienensterbens/70085810.html

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