Tester finden gentechnisch verändertes Gemüse in Bio-Babynahrung von Hipp und Demeter

06.10.2013

Gentechnisch verändertes Gemüse hat in Bio-Babynahrung nichts verloren. Doch sogenannte CMS-Hybride dürfen selbst Bio-Bauern anbauen: Das ZDF-Magazin „WISO“ wurde jetzt ausgerechnet bei Hipp und Demeter fündig – beide lehnen Gentechnik eigentlich strikt ab.

————————————————————————————-

 

In Bio-Babynahrung von Hipp und Demeter wurde gentechnisch verändertes Gemüse verarbeitet. Dies ist das Ergebnis einer Stichprobe des ZDF-Verbrauchermagazins „WISO“. In allen Proben der Demeter-Holle Babynahrung „Brokkoli mit Vollkornreis“ konnte gentechnisch verändertes Gemüse nachgewiesen werden.Fündig wurde „WISO“ auch bei knapp einem Viertel der untersuchten Proben von Hipp. „WISO“ hat in verschiedenen Städten und im Internet insgesamt 37 Proben von Bio-Babynahrung der Marken Hipp, Demeter, Alnatura und Bioland untersuchen lassen. Die Proben von Alnatura und Bioland waren negativ. Die ausführlichen Ergebnisse präsentiert „WISO“-Moderator Martin Leutke am Montag (19.25 Uhr).

Demeter und Hipp wollen eigene Tests durchführen

Bereits vor zwei Monaten hatte ein „WISO“-Test ergeben, dass Tiefkühl-Blumenkohl der Demeter-Marke Natural Cool gentechnisch verändert war. Damals hatte Demeter die Ware sofort vom Markt genommen. Zu den aktuellen Testergebnissen bei Babynahrung erklärt Demeter nun, dass eigene Untersuchungen in Auftrag gegeben worden seien, um „rechtsbelastbare Analyseergebnisse“ zu erhalten. „Sollte sich herausstellen, dass in den von „WISO“ getesteten Babygläschen kein Demeter-Brokkoli war, werden wir diese Ware vom Markt nehmen“, sagte Demeter-Vorstand Alexander Gerber.

Die Firma Hipp gab ebenfalls bekannt, dem „WISO“-Ergebnis nachzugehen, um sicherzustellen, dass in Zukunft „keine Spuren“ mehr von gentechnisch verändertem Gemüse zu finden sein werden. „Wir werden die Analysen verschärfen“, so der Geschäftsführer Johannes Doms. Bei Hipp dürften nur Gemüsesorten eingesetzt werden, die nicht gentechnisch verändert seien.

Gemüsesorten sind sogenannte CMS-Hybride

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft BÖLW verbietet den Anbau von gentechnisch verändertem Gemüse. „Wenn wir ein Verbot aussprechen, müssen wir auch dafür sorgen, dass es durchgesetzt wird“, sagte der BÖLW-Vorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein. Notwendig seien deshalb Tests bei Bauern, Verarbeitern und Handel. Löwenstein fordert eine Saatgut-Kennzeichnung.

Bei den betroffenen Gemüsesorten handelt es sich um sogenannte CMS-Hybride. CMS steht für „Cytoplasmatische Männliche Sterilität“. CMS bewirkt, dass sich die Pflanzen nicht mehr selbst bestäuben, stattdessen wachsen die Ernte-Erträge. Züchter übertragen deshalb CMS mittels Zellfusion auf Gemüsesorten wie Blumenkohl oder Brokkoli.

Sogar Bio-Bauern dürfen CMS-Hybride anbauen

Nach der EU-Freisetzungsrichtlinie zählt die Zellfusion zur Gentechnik. Für CMS-Hybride formuliert die Richtlinie allerdings eine Ausnahme, der zufolge konventionelle Landwirte, aber auch Bio-Bauern CMS-Hybride anbauen und vermarkten dürften. Die deutschen Bio-Verbände und die Firma Hipp lehnen CMS-Hybride jedoch strikt ab.

http://www.focus.de/gesundheit/news/cms-hybride-verunreinigen-bio-marken-tester-finden-gentechnisch-veraendertes-gemuese-in-bio-babynahrung-von-hipp-und-demeter_aid_1121899.html

———————————————————————————————————————

Both comments and pings are currently closed.

Comments are closed.