Chip an Bord: Bürger sollen beim Autofahren überwacht werden

10.01.2014

Ford sammelt Daten über Fahrverhalten per GPS

Das in den Autos eingebaute GPS-System erkennt, wann und wo die Fahrer zu schnell unterwegs sind. Die Daten werden an den Konzern übermittelt. Dieser versichert jedoch, dass die Daten keinesfalls an Dritte – die Polizei, Geheimdienste, die Regierung – weitergegeben werden.

————————————————————————————

Mit den eingebauten GPS-Einheiten erkennt der amerikanische Autohersteller Ford, wann und wo die Fahrer zulässige Maximal-Geschwindigkeiten überschreiten.

Die Daten sollen jedoch nicht genutzt werden, damit sich die Kunden keine Sorgen um ihre Privatsphäre machen müssen, zitiert Business Insider Fords Vizechef für Marketing & Sales, Jim Farley. Während einer Diskussion über die aktuelle Lage beim Datenschutz sagte er:

Wir kennen jeden, der das Gesetz bricht. Wir wissen, wann Sie es tun. Wir haben GPS in Ihrem Auto, wir wissen also, was Sie tun. Übrigens, wir geben diese Daten an niemanden weiter.“

Er könne sich jedoch vorstellen, dass eines Tages die vorhandenen Daten anonym genutzt werden könnten. Wenn etwa in einem Stadion eine Großveranstaltung stattfinde, seien Informationen über den eintreffenden Verkehr hilfreich, so Farley. Der Veranstalter könnte dann die Parkplatz-Ressourcen entsprechend anpassen.

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2014/01/58427/

———————————————————————————————————————

15.11.2013

Überwacht durch die eigene KFZ-Versicherung

Wer zu hart bremst, verliert seinen Versicherungsrabatt

Seit heute bietet in Deutschland zum ersten Mal bietet eine Autoversicherung einen Tarif, der auf den individuellen Fahrdaten des Kunden basiert. Ein schlechtes Geschäft, für den Kunden wie für die Gesellschaft.

————————————————————————————-

Seit dem heutigen 15. November bietet die Sparkassen DirektVersicherung eine Autoversicherung an, die Daten des Fahrers auswertet. Wer bereit ist, sich und seinen Fahrstil überwachen zu lassen, der kann auf einen Rabatt von fünf Prozent hoffen. Das Produkt wird unter dem Namen S-Drive vermarktet und erfordert, dass sich der Kunde eine Datenüberwachungsbox in sein Auto schraubt.

Nach den Angaben der Versicherung erhebt diese sogenannte Telematik-Box anschließend, an welchem Ort sich das Auto gerade befindet, wie schnell es sich bewegt und wie stark es beschleunigt. Das wird in verschiedene „Score-Werte“ umgerechnet.

Fünf dieser Scores werden nach Angaben der Versicherung berechnet. An ihnen wird entschieden, ob der Fahrer artig war oder nicht. Registriert werden demnach überhöhte Geschwindigkeit, hastiges Bremsen und Beschleunigen, Fahrweise, Nachtfahrten und Stadtfahrten.

Wer mindestens zehn Kilometer in der Stunde schneller fährt als erlaubt, dem werden 20 Punkte abgezogen. Wer mit mehr als 0,25g beschleunigt oder mit mehr als 0,3g bremst, dem werden dafür – je nach Häufigkeit – zehn bis 20 Punkte abgezogen.

Wer zwischen 23 und sechs Uhr fährt, bekommt pro Kilometer Nachtfahrt einen Minuspunkt und wer in geschlossenen Ortschaften unterwegs ist, ebenfalls. Diese Scores werden noch einmal gewichtet, „riskanter Fahrstil“, also Bremsen und Anfahren, zählen schwerer als Stadtfahrten.

Die Datenverarbeitung geschieht dabei nicht bei der Versicherung. Die hat das komplette System vom Mobilfunkunternehmen Telefónica. Das erhebt in der Box die Daten, verarbeitet sie und schickt lediglich den errechneten Score an die Versicherung.

Telefónica hat offensichtlich häufiger solche Ideen. Vor einiger Zeit plante der Konzern, die Bewegungsdaten seiner Handykunden zu verkaufen. Erst als Politiker darauf hinwiesen, dass das illegal sei, wurde das Vorhaben gestoppt.

Das S-Drive-System nutzt keine konkreten Daten, die Versicherung erhält nur einmal im Monat den Score. Wer mindestens 80 der 100 möglichen Punkte hat, qualifiziert sich für den Rabatt.

Warum denn nicht?, sagen sicher jene, die sich dadurch einen Vorteil erhoffen. Wer anständig fährt, hat doch nichts zu verbergen und muss so auch nicht für den Blödsinn der Idioten bezahlen. Das ist aus mehreren Gründen eine gefährliche Haltung.

Erstens geht es dabei nicht um Sicherheit, wie die Versicherung suggeriert. Es geht um das wirtschaftliche Risiko der Versicherung. Der Fahrer soll gezwungen werden, das statistische Unfallrisiko und damit den möglichen Gewinnausfall des Unternehmens zu verringern, ob ihm das selbst nutzt oder nicht.

So bestraft das Programm ganz normales und harmloses Verhalten. Sie müssen nachts fahren, weil Sie zum Nachtdienst müssen? Sie wohnen in einer Großstadt? Pech gehabt. Egal, wie vorsichtig und gut Sie ihr Auto steuern, auf diese Art bekommen Sie nie den ersehnten Rabatt, mit dem Sie gelockt wurden.

Denn leider ist das Unfallrisiko in Städten nun einmal höher als auf dem platten Acker – das Verhalten des Einzelnen spielt dabei keine Rolle. Nebenbei: Es wird nicht unterschieden, ob jemand aus Spaß seine Reifen malträtiert, oder eine Notbremsung macht.

Die folgende Behauptung des Unternehmens ist daher einfach Werbung: „Uns als Versicherer interessiert natürlich, wie sicher Sie fahren.“ Jürgen Cramer, einer der beiden Vorstände der Versicherung, sieht das anders. Das Schadensgeschehen korreliere mit der persönlichen Sicherheit, sagt er. Und es gehe natürlich darum, dass Fahrer ihr Verhalten überprüfen und verbessern könnten.

Zweitens schaffen solche Systeme einen Verhaltensdruck, der normierend wirkt und Freiheit beschränkt. Wenn nur genug Versicherer solche Datenmodelle von ihren Kunden fordern, einfach weil es möglich ist, werden sie bald zum Standard, ohne den es keine Versicherung mehr gibt.

Das soziale Modell solcher Versicherungen, das Schäden durch alltägliches Verhalten als allgemeines Lebensrisiko ansieht, das von allen finanziert wird, damit es für alle erschwinglich ist, ist damit im Eimer. Jeder zahlt dann für sich allein. Und Hebammen und Arbeiter im Schichtsystem und Großstadtbewohner können sich dann eben kein Auto mehr leisten, ihr Problem.

Der Oxford-Professor Viktor Mayer-Schönberger nennt so etwas einen Missbrauch von Big Data. Mehr und genauere Daten können dazu führen, die Welt besser zu verstehen, sagt er. Man könnte sie beispielsweise nutzen, um gefährliche Straßenabschnitte anders zu bauen und zu entschärfen oder um Therapien besser zu machen.

Sie auf das Individuum anzuwenden aber schadet den Betreffenden und nutzt nur dem Unternehmen. Sie zu verwenden, um Menschen mit einem vermeintlich höherem Risiko einen schlechteren Service und eine schlechtere Versorgung zu bieten, sei ein Missbrauch der statistischen Korrelationen.

Die Versicherung argumentiert, niemand werde bestraft. Wer die Vorgaben nicht erfülle, zahle einfach den normalen Tarif – man könne also nur gewinnen. Auch wolle man auf den Daten „kein Tarifmodell aufbauen“, sagt Cramer. Einerseits gäben die Daten das gar nicht her, andererseits seien Versicherungstarife längst so fein in Klassen eingeteilt, dass es keinen Sinn mache, diese Einteilung noch weiter zu treiben.

Im Übrigen enthalte die Box ein wichtiges Sicherheitsinstrument, sagt Cramer: Prallt das Fahrzeug mit einer bestimmten Geschwindigkeit auf ein Hindernis, nimmt die Box einen Unfall an. Telefónica registriert das, informiert die Versicherung und die versucht, den Fahrer anzurufen. Meldet er sich nicht, wird ein Rettungswagen losgeschickt. So etwas kann sich jeder kaufen, diese Notfallsysteme kosten ungefähr 10 Euro im Monat, in einigen Autos sind sie bereits serienmäßig verbaut. Bei S-Drive gibt es das ein wenig billiger.

Abgesehen davon ist der mögliche Gewinn ein Witz. Fünf Prozent? Wer für einen älteren Opel Astra mit 1,6 Litern Hubraum eine Haftpflicht bei dieser Versicherung bucht, der zahlt dafür ungefähr 300 Euro im Jahr. Fünf Prozent Rabatt wären damit 15 Euro. Es klingt irrsinnig, sich für eine Ersparnis von nur 15 Euro im Jahr überwachen zu lassen, nur um an diesem Gewinnspiel teilzunehmen – denn mehr ist es nicht, es gibt keine Garantie dafür, den Rabatt auch zu bekommen.

Datenbox kostet 5,95 im Monat

Im Übrigen muss die Sensorbox im Auto auch selbst bezahlt werden. Der Versicherte mietet sie für 5,95 Euro im Monat, macht also 71,40 Euro im Jahr. Der einzig sichtbare Vorteil ist damit die Möglichkeit, sein gestohlenes Auto wiederzufinden. Allerdings kann man sich solche GPS-Wanzen auch einfach selbst kaufen – ohne dass die persönlichen Daten verschenkt werden. Insgesamt sieht S-Drive nach einem schlechten Geschäft aus.

Andererseits machen genug Menschen bei Systemen wie Payback mit und geben ihre Daten her, um dafür Fußbälle oder Sporttaschen zu erhalten. Gut vorstellbar also, dass die Versicherung mit ihrer Telematik-Idee einen Markt erschließt. Es warten sicher schon viele andere Versicherer gespannt darauf, wie die Kunden reagieren und ob sie schon bereit dafür sind, sich überwachen und entsprechend ihres konkreten Verhaltens versichern zu lassen.

http://www.handelsblatt.com/auto/nachrichten/ueberwacht-durch-die-eigene-kfz-versicherung-wer-zu-hart-bremst-verliert-seinen-versicherungsrabatt/9074172.html

———————————————————————————————————————

11.11.2013

Blackbox protokolliert Fahrverhalten: Ist das die Zukunft der Kfz-Versicherung?

Wer sicher und umsichtig Auto fährt, zahlt weniger für die Autoversicherung. Was fair klingt, machen sogenannte Telematik-Tarife möglich – bisher nur im Ausland. Nun tastet sich eine Sparkassen Direktversicherung auf den deutschen Markt.

————————————————————————————-

Bis zu fünf Prozent Nachlass auf die Jahresprämie zur Autoversicherung – mit diesem Rabatt bewirbt die Düsseldorfer Sparkassen-Direktversicherung ihren neuen Kfz-Tarif „S-Drive Service“. Wie das funktioniert? Mit einer „Blackbox“, einem kleinen Kasten im Auto des Kunden, in dem der Versicherer die Fahrweise aufzeichnet. Diese Daten schickt die Blackbox an eine Datenbank, wo sie gesammelt und ausgewertet werden. Je nachdem, wann und wo der Fahrer wie schnell und wie sicher unterwegs war, berechnet der Versicherer einen Gesamtpunktwert. Ist dieser „Score“ am Jahresende positiv, gibt es den Rabatt. Aufschläge nach einem negativen Score soll es nicht geben, verspricht der Versicherer.

Pay as you drive“

Mit maximal 1000 Test-Verträgen tastet sich die Sparkassen-Direktversicherung vom 15. November an auf den deutschen Markt vor. Bisher ist der „Telematik-Tarif“ der Düsseldorfer in Deutschland einzigartig. Doch er dürfte nicht der letzte bleiben. „Der deutsche Markt ist reif für ein Telematik-Produkt, angeboten durch einen Kfz-Versicherer“, erklärt Sparkassen-Direkt-Vorstand Jürgen Cramer. Pioniere sind die Düsseldorfer übrigens nicht: Im englischsprachigen Ausland sind die Blackbox-Versicherungen längst fester Bestandteil bei Autoversicherungen. „Pay as you drive“ nennt sich das in Großbritannien und den USA. Bei jedem zehnten Amerikaner überwachen die Autoversicherungen die Fahrweise bereits per Telemetriedaten. In Italien sind sie sogar verpflichtet, diese Tarife anzubieten.

In Deutschland ist die Methode dagegen bisher nicht einmal bekannt. Nur zehn Prozent der Autofahrer haben laut einer Studie der Beratungsfirma Simon Kucher & Partners bereits von dem Tarifmodell gehört. Der gleichen Umfrage zufolge erwarten vier von zehn Versicherern, dass sich die Technik niemals durchsetzen wird. Nur vier Prozent der Assekuranzen planen, solche Tarife bis 2016 einzuführen, mehr als 80 Prozent geben an, keinerlei Ambitionen dafür zu hegen. „Die Hürden sind bei den Anbietern vor allem die Kosten der Technologie“, sagt Studienleiterin Kerstin Hillebrecht. Zudem seien Auswirkungen auf Versicherungsprämien noch unklar, was eine genaue Kalkulation erschwere. „Aber so ist das bei innovativen Produkten. Da muss man sich einfach mal trauen, anzupacken“, sagt Hillebrecht.

Einer der größten Hemmschuhe sind rechtliche Unsicherheiten: 78 Prozent der Anbieter nennen den Datenschutz als Haupthindernis. Das sehen die Kunden ähnlich: 83 Prozent der nicht an der Technik Interessierten nennen den Datenschutz als Hauptgrund für ihre Skepsis. Auch der Bund der Versicherten sieht das Thema kritisch: „Zum Einen reicht es in den sensiblen Bereich des Datenschutzes hinein, zum Anderen ist es schwierig, das Ganze in der Praxis umzusetzen“, sagt Sprecherin Bianca Boss. „Wie stellt man sicher, dass sich eine erfolgreiche Notbremsung – zum Beispiel, wenn ein Kind auf die Straße springt – nicht negativ auf den Score auswirkt?“, beschreibt Frau Boss mögliche Schwachstellen im System.

Nehmen kritische Stimmen ernst“

Kritische Stimmen von Verbraucherschützern nehmen wir sehr ernst. Der Schutz der Fahrinformationen muss absolut sichergestellt sein“, sagt Versicherungs-Vorstand Cramer. Zum beschriebenen Fall des auf die Straße laufenden Kindes erklärt er gegenüber FOCUS Online: „Wir normieren die Score-Werte auf hundert Kilometer. Wenn Sie da zweimal für Kinder bremsen, wirkt sich das kaum aus. Wenn sie aber permanent zu heftig bremsen, schon.“

Mit ein bisschen Aufklärung könnten die Anbieter solche Zweifel leicht ausräumen, finden Experten: „Die Versicherer gehen das Thema selbst noch nicht an und informieren ihre Kunden dementsprechend auch nicht. Statt Telematik erfolgreich aus Kundensicht zu planen, schielt die Branche wieder einmal darauf, wer den ersten Schritt wagt“, erklärt Dirk Schmidt-Gallas, Partner bei Simon-Kucher & Partners. Dank der Düsseldorfer Sparkassen-Direktversicherung hat das Warten jetzt ein Ende.

Auch die Düsseldorfer Versicherung hat erkannt, dass ihre Kunden Angst vor dem gläsernen Autofahrer haben könnten. Alles geschehe „unter strengster Einhaltung des Datenschutzes!“, schreibt der Versicherer in seiner Kundeninformation. Nur der Score-Wert und die Anzahl der zurückgelegten Kilometer würden an die Sparkassenversicherung übermittelt. Der Kunde erhält einen tieferen Einblick: Im Internet oder per App kann er sein persönliches Fahrtenbuch studieren. Das System schlüsselt den Gesamt-Score in Einzelwerte für Geschwindigkeit, Fahrweise, Nacht- und Stadtfahrten auf. Positive Bewertungen gibt es, wenn der Fahrer Geschwindigkeitsbegrenzungen einhält und gleichmäßig beschleunigt und bremst. Fahrten bei Nacht oder Stadtfahrten wirken sich negativ aus.
Besonders attraktiv sei der neue Tarif für junge Fahrer, wirbt die Direktversicherung. „Diese können stets überprüfen, wie sich ihre Fahrweise verbessert“, heißt es. Bei den bisherigen Tarifen zahlen Fahranfänger höhere Versicherungsprämien als andere Autofahrer, weil ihr Unfallrisiko laut Statistik überdurchschnittlich hoch ist. Wer schon in jungen Jahren sicher unterwegs ist, könnte von den Telematik-Tarifen besonders profitieren.

GPS-Ortung bei Unfall und Diebstahl

Daneben soll die neue Ortungs-Funktion mittels GPS bei Unfällen oder einem Diebstahl des Autos schnelle Hilfe ermöglichen. Als Spähsoftware eines „Big Brothers“ wollen die Versicherer sie nicht verstanden wissen. Aus gutem Grund: Laut der Studie von Simon Kucher löst gerade der Missbrauch von Ortungsfunktionen große Bedenken bei den Verbrauchern aus.
In den Ländern, in denen die Technik schon zum Einsatz kommt, haben sich die Fahrer tatsächlich angepasst: In den USA gingen die Unfallzahlen überwachter Kunden laut einer Erhebung der Unternehmensberatung Towers Watson um bis zu 40 Prozent zurück. Die Fahrer, die dort bereits ihren Fahrstil kontrollieren lassen, zahlen laut Branchenexperten bis zu 30 Prozent niedrigere Prämien.

Wenn sich solche Einspareffekte auch in Deutschland erzielen ließen, könnten sich sogar mehr als 50 Prozent der Befragten vorstellen, einen „Telematik-Tarif“ abzuschließen – meldet die Unternehmensberatung Simon Kucher.

http://www.focus.de/finanzen/versicherungen/tid-34606/rabatt-fuer-vorsichtige-fahrer-blackbox-kontrolliert-autofahrer-ist-das-die-zukunft-der-kfz-versicherung_aid_1155083.html

———————————————————————————————————————

07.03.2013

Chip an Bord: Bürger sollen beim Autofahren überwacht werden

Der Versicherer AIG und Vodafone wollen die Bürger im Detail beim Autofahren überwachen. Chip-Geräte sollen Daten über Fahrstil, Ort oder Uhrzeit vom Auto direkt zum Versicherer senden. Datenschützer sind alarmiert. Eine Weitergabe der Daten an staatliche Behörden ist eine der Anwendungs-möglichkeiten der neuen Technologie.

————————————————————————————

Der US-Versicherungsriese AIG möchte zusammen mit dem Handynetzbetreiber Vodafone neue Versicherungstarife anbieten. Die Berechnungsbasis der neuen Tarife soll das Fahrverhalten der Kunden sein. Chip-Geräte im Auto sollen Daten aufzeichnen und über das Handynetz direkt an den Versicherer senden. „In drei Monaten wollen wir damit weltweit außerhalb von Nordamerika Versicherungen anbieten“, sagte ein Vodafone-Sprecher dem Handelsblatt.

Der Grund für diesen Vorstoß dürfte eine Berechnung britischer Versicherer sein. Diese stellten fest, dass finanzielle Entschädigungen eines Versicherers um 30 Prozent sinken können, wenn solche Überwachungssysteme eingesetzt werden. Unter Beobachtung würden die Fahrer vorsichtiger fahren. Als Belohnung für die Datenübermittlung sollen die Versicherungsbeiträge der Autofahrer sinken.

Tatsächlich bietet eine solche Technologie der Industrie und den Behörden ganz neue Möglichkeiten des Zugriffs auf die Bürger: Faktisch wird mit diesen Chips unter dem Vorwand der Kostensenkung für den Kunden ein flächendeckender Bewegungsmelder installiert. Damit kann jeder einzelne geortet werden, auch sind alle seine Bewegungen kontrollierbar. Erst kürzlich hatte die Firma PanAmp auf dem Europäischen Polizeikongress in Berlin eine Technologie vorstellt, mit welcher alle WLAN-Zugriffe überwacht werden können (hier).

Datenschützer kritisieren die Überwachung durch die Chip-Geräte. Autofahrer müssten über die erhobenen Daten genau informiert werden, sagte der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar dem Handelsblatt. Im Datenschutzrecht gelte der Grundsatz der Datensparsamkeit. „Fraglich ist daher, ob nur Daten erhoben werden, die tatsächlich erforderlich sind“, hieß es in einem Statement aus der Pressestelle des Bundesdatenschutzbeauftragten. Es sei auch zu hinterfragen, wie lange diese Daten gespeichert und wie sie vor unbefugtem Zugriff Dritter gesichert werden.

Deutsche Versicherer stehen der neuen Technik ebenfalls skeptisch gegenüber. Die Firmen Huk Coburg und Axa wollten zunächst noch abwarten, ob das neue System wirklich eine bessere Bewertung des Fahrerrisikos erlaubt. Gegenwärtig bestimmen Faktoren wie Wohnort, Alter oder Fahrzeugtyp die Höhe des Versicherungsbeitrags.

Für die Bürger, denen ja auch schrittweise das Bargeld abgenommen werden soll (hier), bedeutet die Initiative einen weiteren Schritt zum gläsernen Menschen – für den sich vor allem der Staat interessiert. Schon heute sind Internet-Konzerne wie Google oder Facebook verpflichtet, den Behörden Nutzerdaten preiszugeben, wenn diese den Wunsch dazu äußern. Richterliche Beschlüsse oder ein begründeter Verdacht in der Steinzeit der Juristerei sind heutzutage völlig aus der Mode gekommen.

Stattdessen arbeiten Konzerne und Behörden Hand in Hand, um stets Zugriff auf die Bürger zu haben. AIG war im Zuge der Finanzkrise vom US-Steuerzahler gerettet worden. Der größte Versicherer der Welt profitierte danach von der Geldflut, die von der Fed gedruckt wurde. Mit diesem Spielgeld wurden die Kredite der Regierung zurückgezahlt.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/07/chip-an-bord-buerger-sollen-beim-autofahren-ueberwacht-werden/

———————————————————————————————————————

Both comments and pings are currently closed.

Comments are closed.