BIZ-Bericht: Weltweite Schulden bei 100 Billionen Dollar

09.03.2014

Seit der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise haben sich die weltweiten Schuldenberge nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) weiter massiv aufgetürmt. Mitte 2013 habe das Volumen aller im Umlauf befindlichen Schuldtitel schätzungsweise 100 Billionen US-Dollar (72 Billionen Euro) betragen, hieß es in dem veröffentlichten Quartalsbericht der Dachorganisation der Notenbanken. Zum Vergleich: Vor der Lehman-Pleite hatte der Schuldenberg laut BIZ-Schätzungen im Jahr 2007 nur ein Volumen von etwa 70 Billionen Dollar erreicht.

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Staatliche Schulden um 80 Prozent gestiegen

Nach der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise hätten Staaten und Unternehmen in großem Umfang Anleihen ausgegeben, erklärten BIZ-Experten den starken Anstieg der Verschuldung. Den Bestand der staatlichen Schuldtitel bezifferten sie bis Mitte Juni 2013 auf 43 Billionen Dollar. Dies seien etwa 80 Prozent mehr staatliche Schulden weltweit als Mitte 2007. In den Jahren 2007 bis 2013 hätten sich Unternehmensanleihen in ähnlichem Tempo ausgeweitet.

Im Vergleich zu früheren Jahren werden die meisten Anleihen von heimischen Gläubigern gehalten. „Dies deutet darauf hin, dass die Globalisierung der Portfolios nach der Krise zum Teil rückgängig gemacht wurde“, kommentierten die BIZ-Experten. Sie schränkten allerdings ein, dass diese Entwicklung nur vorübergehend sein könnte.

Weniger Schwankungen

Im Quartalsbericht hob die BIZ außerdem die Erfolge der langfristigen Niedrigzinsversprechen („Forward Guidance“) führender Notenbanken hervor. Diese geldpolitische Maßnahme habe dazu geführt, dass sich die Schwankungen in den Experten-Prognosen für künftige Leitzinssätze deutlich verringert haben.

Im Quartalsbericht gingen die BIZ-Experten auch auf die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten wichtiger Schwellenländer ein. In der Entwicklung einzelner Wechselkurse habe sich zuletzt gezeigt, dass es Notenbanken gelungen sei, sich erfolgreich gegen die Kursturbulenzen zu stemmen.

Bankensektor wird nationaler

Auch der Bankensektor wird nach Einschätzung der „Zentralbank der Zentralbanken“ aus Basel zunehmend nationaler. Die Finanzinstitute vertrauten sich über die Grenzen hinweg immer weniger und würden auch weniger Kredite im Ausland vergeben. Die grenzüberschreitenden Forderungen der Finanzinstitute sind im dritten Quartal 2013 erneut gesunken, wie aus dem BIZ-Bericht hervorgeht. Die Forderungen der Banken untereinander gingen dabei so stark zurück wie seit dem zweiten Quartal 2012 nicht mehr – am deutlichsten in Europa.

Gerade nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers ist das Vertrauen der Banken untereinander deutlich geringer geworden. Notenbanken weltweit mussten mit Notmaßnahmen dafür sorgen, dass die Banken liquide blieben. Die bis zur Krise gut funktionierenden Geldmärkte waren teilweise zum Stillstand gekommen.

http://www.t-online.de/wirtschaft/id_68400816/biz-bericht-weltweite-schulden-bei-100-billionen-dollar.html

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