Machenschaften der Bilderberger – eine Chronik

08.06.2016

Bilderberg-Konferenz: Prekariat soll Thema sein

Der Vorsitzende des Lenkungsausschusses verteidigt den Ausschluss der Öffentlichkeit

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Die Bilderberg-Gruppe hat gestern auf ihrer Internetseite die Themen- und Mitgliederliste für ihr Treffen vom 9. bis 12. Juni in Dresden veröffentlicht (Ungestört in Dresden: Hochsicherheitszone für die Bilderberger). Insgesamt 11 Spitzenleute aus der deutschen Politik, Wirtschaft und dem Verlagsgeschäft werden an dem Treffen teilnehmen.

Neben Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Innenminister Thomas de Maizière, Finanzminister Wolfgang Schäuble und dem Ministerpräsidenten von Sachsen, Stanislaw Tillich, wird zum ersten Mal auch Wirtschaftsprofessor Hans-Werner Sinn dem erlauchten Gremium beiwohnen. Hinzu gesellen sich Julia Jäckel (Vorstandsvorsitzende von Gruner + Jahr), Mathias Döpfner (Vorstandsvorsitzender von Axel Springer SE), Thomas Ebeling (Vorstandsvorsitzender ProSiebenSat1 Media), Timotheus Höttges (Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG), Carsten Kengeter (Vorstandsvorsitzender Deutsche Börse AG), Thomas Enders (Vorstandsvorsitzender Airbus Group), Ulrich Grillo (Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie) und Joe Kaeser (Präsident und Vorstandsvorsitzender der Siemens AG).

Zu den 125 Teilnehmern zählen auch der ehemalige Oberkommandierende der NATO, Philip M. Breedlove, der Premierminister von Belgien, Chefredakteure und Kolumnisten großer Medien und weitere Eliten aus den zentralen gesellschaftlichen Teilbereichen. Überhaupt ist man transatlantisch gestimmt.

Zu den auf der Agenda stehenden Themen hält sich Bilderberg wie gewohnt bedeckt. So steht auf der Themenliste etwa „gegenwärtige Ereignisse“, „Geopolitik in Sachen Energie- und Rohstoffpreise“ oder einfach nur: „technologische Innovationen“. Aus welchen Gründen die Weltenlenker die Themen „Prekariat“ und „Mittelklasse“ für sich entdeckt haben, bleibt völlig unklar. Auch wer zu welchen Themen spricht, ist nicht ersichtlich.

Immerhin hat sich der Vorsitzende des Lenkungsausschusses des Elitezirkels, Axa-Chef Henrie de Castries, gegenüber der Deutschen Presse Agentur (dpa) in einem Interview erklärt und viele Fragen offen gelassen.

Der Chef des milliardenschweren Versicherungskonzerns könne nicht nachvollziehen, warum der geheime Charakter der Konferenz kritisiert werde, da es doch „jeden Tag zehntausende Treffen gibt, deren Inhalt nicht öffentlich ist“. Außerdem führte Castries aus: „Es ist eine informelle Gruppe, die über verschiedene Themen spricht und die Diskussion hinter verschlossenen Türen führt, um die Gespräche zu erleichtern.“

Wäre alles doch nur so einfach. Aus den Aussagen wird deutlich, dass die Kernkritik an den diskreten Treffen von dem aus einer adeligen Familie stammenden Castries nicht einmal ansatzweise aufgenommen wird. Der Mangel an demokratischer Transparenz, der vor und zurück durch die gesamte Gruppe und Zusammenkunft wirkt, lässt sich nicht dadurch entkräften, dass es sich hinter verschlossenen Türen leichter reden lasse.

Um einen Vergleich zu gebrauchen: Wenn von staatlicher Seite Wege zur Überwachung von Bürgern im öffentlichen Raum eingeleitet werden, dann wird gerne mal die Phrase bemüht: Wer nichts zu verbergen hat, braucht auch keine Angst vor Überwachung zu haben. Auf Bilderberg übertragen: Warum ist es ein Problem, wenn demokratisch gewählte Vertreter sich mit führenden Persönlichkeiten dieser Welt zu einer drei- bis viertägigen Konferenz treffen und dabei über die großen gesellschaftlichen und politischen Fragen unserer Zeit diskutieren, dem Bürger und Wähler einen Einblick in diese Form der politischen Auseinandersetzung zu gewähren, indem beispielsweise die Presse zugelassen wird?

Nach Castries lasse es sich eben ohne Öffentlichkeit einfacher reden. Man muss nicht tief bohren, um zu erkennen, dass sich in dieser Antwort genau jenes Problem verdichtet, mit dem viele Gesellschaften es zu tun haben: dem Misstrauen gegenüber den Eliten, gegen „die da oben“. Grenzt es nicht an einer Beleidigung der Intelligenz, wenn Bürger den undurchsichtigen Charakter der Bilderberg-Konferenz hinterfragen und ihnen dann eine Antwort gegeben wird, die versucht, die ganze Dimension von Macht und Einflussnahme auf Politik und Gesellschaft durch eine geradezu banale Aussage wegzuwischen?

Die Antworten von Castries erwecken den Eindruck, bei den Teilnehmern der Konferenz handele es sich allesamt um Persönlichkeiten, die aus tiefstem inneren Beweggründen nur das Beste für die Menschen auf diesem Planeten wollten und in keiner Weise von eigenen strategischen Interessen angetrieben würden. Knallharte Machtpolitik? Geostrategische Interessen? Ein vorgelagerter politischer Formierungsprozess einer Machtelite? Nichts passt auch nur im Entferntesten zu Bilderberg – zumindest, wenn man den Ausführungen von Castries folgt.

Um ein realistisches Verständnis davon zu bekommen, warum sich die ansonsten so gerne im Licht der öffentlichen Aufmerksamkeit stehenden Eliten schwer damit tun, offen auch bei nicht verschlossenen Türen zu reden, hilft der Einblick in eine der Bilderberg-Konferenz nicht unähnliche Veranstaltung, die 1995 in Kalifornien stattgefunden und von der der ehemalige Spiegel-Journalist Hans-Peter Martin in dem Buch „Die Globalisierungsfalle“ (Auswege aus der Globalisierungsfalle) berichtet hat. Martin war einer von drei Journalisten, die bei der exklusiven Veranstaltung, zu der sich 500 Eliten einfanden, zugelassen war.

Wenn sich auf diese Weise die Eliten und Machteliten auch auf den Bilderberg-Konferenzen äußern, ist es nur nachzuvollziehen, dass hierbei keine Öffentlichkeit erwünscht ist.

http://www.heise.de/tp/artikel/48/48465/1.html

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10.05.2016

Bilderberg-Konferenz: Führungsspitze von CDU und SPD eingeladen

Bundesregierung antwortet auf Kleine Anfrage der Linkspartei in Sache Elite-Treffen in Dresden

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Geht es nach dem Willen des Lenkungsausschusses der Bilderberg-Gruppe (Bilderberg-Konferenz: „Das ist eine absolut vordemokratische Veranstaltung“), wird in diesem Jahr die politische Führungsspitze Deutschlands an dem Elite-Treffen teilnehmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Finanzminister Wolfgang Schäuble, der Chef des Bundeskanzleramts Peter Altmaier, der Stellvertreter der Bundeskanzlerin Sigmar Gabriel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier sind zur Bilderberg-Konferenz, die vom 9. bis 12. Juni in Dresden stattfinden wird (Bilderberg-Konferenz: Machtelite trifft sich in Dresden), eingeladen.

Das geht aus einer Kleinen Anfrage hervor, die die Linkspartei in Sachen „Bilderberg“ an die Bundesregierung gestellt hat. Aus deutscher Sicht ähnlich prominent besetzt war die Bilderberg-Konferenz von 1980. Damals nahmen die Politiker Helmut Kohl (CDU), Walter Scheel (SPD), Otto Graf Lambsdorf (FDP) und Helmut Schmidt (SPD) an jener Konferenz teil, über die bis vor wenigen Jahren so gut wie nicht in den Medien berichtet wurde.

Ähnlich dünn wie die Presseberichtersattung über Jahrzehnte zur „Konsensschmiede der Mächtigen“ ausgefallen ist, fallen nun auch die Antworten aus, die vom Auswärtige Amt zusammengestellt wurden. Unter anderem die Abgeordneten Axel Troost, Klaus Ernst und André Hahn wollten von der Bundesregierung wissen, welche Mitglieder der Bundesregierung seit dem Bestehen des Elitezirkels, also seit 1954, an den Konferenzen teilgenommen haben.

Die Bundesregierung verweist in ihrer Antwort auf die Webseite von Bilderberg (die es seit 2010 gibt) und merkt an, dass an der Bilderberg-Konferenz zwar regelmäßig Mitglieder der Bundesregierung teilnehmen, eine Erfassung entsprechender Daten aber nicht erfolge. Auch Fragen etwa danach, welche Bedeutung die Bundesregierung den Bilderberg-Konferenzen im Hinblick auf einen Einfluss auf supranationale Organisationen und die Poltitkgestaltung beimisst, werden nur mit wenig Substanz beantwortet. So heißt es etwa:

Auf den Bilderberg-Konferenzen findet ein informeller Gedankenaustausch über aktuelle politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen statt. Austausch und Dialog, insbesondere in internationalen Formaten, sind der Bundesregierung grundsätzlich wichtig, auch ohne dass hierbei konkrete Ergebnisse erzielt werden müssen.

Antwort der Bundesregierung

Genauso wenig ergiebig ist die Antwort auf die Frage, zu welchen Tagesordnungspunkten Mitglieder der Bundesregierung auf der Bilderberg-Konferenz referieren werden. Die Vorbereitung und Durchführung der Konferenz obliege Bilderberg, „der Bundesregierung sind keine Tagesordnungspunkte der Konferenz bekannt“.

Diese Antwort wirft die Frage auf, wie es sein kann, dass den Teilnehmern keine Tagesordnungspunkte bekannt sind, wenn es zu jeder Konferenz jeweils bestimmte Themen gibt, über die bei den Treffen gesprochen wird. Bekannt ist, dass die Teilnehmer an den Konferenzen auch im Hinblick auf die jeweils behandelnden Themen eingeladen werden. Ist es glaubhaft, dass die Eingeladenen nicht vorab über die Themen, die auf der Angenda stehen, informiert werden? Ist es glaubhaft, dass mögliche Impulsreferate nicht vorher inhaltlich abgestimmt werden?

Klarer sind die Antworten der Bundesregierung im Hinblick auf Sicherheitsfragen, die die Linkspartei gestellt hat. Demnach werden das Bundeskriminalamt (BKA), die Bundespolizei, die Polizei des Freistaats in Sachsen sowie weitere „Sicherheitsbehörden des Bundes“ die Konferenz sichern. Vom BKA werden aus der Abteilung „Sicherungsgruppe“ Mitarbeiter „für Maßnahmen des unmittelbaren Personenschutzes für teilnehmende Schutzpersonen eingesetzt.“

Zur „Kostenfrage“ erklärte die Bundesregierung pauschal, die Erstattung von Dienstreisekosten seien etwa durch das Bundesreisekostengesetz und durch die Vorschrift des Bundesministergesetzes geregelt. Die Kosten für die Gewährleistung der Sicherheit würden „aus den vorhandenen Haushaltsansätzen“ getragen, eine Einsatzbezogene Erfassung erfolge nicht.

Axel Troost von der Linkspartei steht dem Elite-Treffen kritisch gegenüber: „Informelle Netzwerke von Eliten nehmen großen Einfluss auf die Politik. Auf Treffen wie der Bilderberg-Konferenz werden Kontakte hergestellt und Herrschaftswissen geteilt. Ohnehin Privilegierte können so ihren Einfluss noch weiter vergrößern. Das ist nicht so harmlos, wie es die Bundesregierung darstellt.“ Für Troost passe die „verschwiegene Konferenz“ nicht in die Demokratie. „Regierungsvertreter sollten da ganz grundsätzlich nicht dran teilnehmen.“

http://www.heise.de/tp/artikel/48/48210/1.html

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08.04.2016

Bilderberg-Konferenz findet dieses Jahr in Dresden statt

Die Bilderberg-Konferenz findet im Juni in Dresden statt. Bei der Konferenz treffen sich zahlreiche Politiker und Wirtschaftsführer, um die wichtigsten weltpolitischen Themen zu diskutieren. Die Konferenz dürfte unter massivem Polizeischutz abgehalten werden.

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Die AFP meldet:

Die umstrittene Bilderberg-Konferenz hochrangiger Vertreter aus Politik und Wirtschaft findet in diesem Jahr in Dresden statt. Das Treffen werde dort vom 9. bis 12. Juni abgehalten, bestätigte das Bundesinnenministerium der „tageszeitung“ (Samstagsausgabe). Aus dem Umfeld eines Teilnehmers wurde demnach das Kempinski-Hotel Taschenbergpalais unweit der Semper-Oper als Tagungsort genannt.

Die Bilderberg-Konferenz tagte erstmals 1954 im Hotel „De Bilderberg“ im holländischen Oosterbeek. Sie endet stets ohne eine Abschlusserklärung, es gibt keine schriftlichen Beschlüsse, und von den Gesprächen dringt nichts nach außen. Teilnehmer sind in der Regel mehr als hundert führende Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Finanzwelt.

Kritiker bezichtigen die Bilderberg-Gruppe seit langem, bei ihren Konferenzen wichtige politische und wirtschaftliche Entscheidungen ohne demokratische Legitimation und öffentliche Kontrolle zu treffen. Andere Kritiker werfen der Gruppe vor, für eine ultra-liberale Ausrichtung der Globalisierung einzutreten.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/04/08/bilderberg-konferenz-findet-dieses-jahr-in-dresden-statt/

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02.11.2015

„Die Bevölkerung erwartet Rückgrat von ihren Politikern“

Nachgefragt: Piratin Irene Labner zu den Protesten gegen die Bilderberger im Juni in Tirol

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Mehr als vier Monate ist es her, als sich vom 11. bis 14. Juni im österreichischen Telfs die „Bilderberger“ zu ihrer die 63. Konferenz trafen (Bilderberger treffen sich in Tirol). Diese Versammlung von hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft, Politik, Militär, Adel und Medien ist privat und geheim, die Öffentlichkeit blieb auch heuer ausgeschlossen.

Die exklusiven Teilnehmer werden von einem Komitee ausgewählt, bezahlt wird das Treffen von Wirtschaftsunternehmen, darunter etliche Banken („Es ist eine Privatisierung und Re-Oligarchisierung der Politik zu beobachten“). Diesmal mit dabei war auch Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer: „Es gibt wenig Gelegenheiten, wo man in so kurzer Zeit auf so hohem Niveau so viele Informationen erhalten kann“, so sein Resümee. Und zum ersten Male gab es organisierten Protest gegen das geheime Treffen. Dort mit dabei war Irene Labner von der Tiroler Piratenpartei. Während längst schon wieder andere Säue durch das mediale Dorf getrieben werden, hat Rudolf Stumberger bei ihr zum Thema Bilderberger nachgefragt.

Sie haben die Proteste gegen die Bilderberger im Juni mit organisiert. Was war dabei Ihre wichtigste Erfahrung?

Irene Labner: Wenn man Proteste gegen die Bilderberger organisiert und damit möglichst viele Menschen erreichen möchte, dann muss man seinen Protest ganz klar definieren, vor allem wenn man nicht in die Ecke der Verschwörungstheoretiker gestellt werden möchte. Die wichtigsten Erfahrungen, die ich aus dieser Sache mitnehmen konnte, ist, dass es unabhängig von der politischen Einstellung unglaublich viele Menschen gibt, die solchen Eliten sehr kritisch gegenüber stehen und dass die Behördenapparate sich Gesetze so auslegen, wie es für sie gerade passend ist.

> Konferenz und Proteste sind nun mehr als vier Monate vorbei. Ist etwas geblieben?

Irene Labner: Nach den Bilderbergprotesten in Tirol ist das Interesse an dem Thema hier in der Region wieder stark abgeflaut, überregional sind Bilderberg und die Kritik daran aber immer noch ein großes Thema. Es gibt nach wie vor Menschen, die unsere Protestseite auf Facebook „liken“ und einige Sozialwissenschaftler aus Deutschland haben im Anschluss an die Bilderbergproteste 2015 beschlossen, einen Sammelband zur Elitenforschung zu entwerfen, der kommendes Jahr erscheinen wird und in dem Bilderberg 2015 eine zentrale Rolle spielen wird. Ich für meinen Teil bleibe an dem Thema dran – noch nie gelang es Protestgruppierungen, so viel mediale Aufmerksamkeit für das Thema Bilderberg zu erzeugen.

> Wie war die Reaktion in den Medien auf Ihre Demonstration in Telfs?

Irene Labner: Die Reaktionen der Medien waren enorm. Nicht nur österreichische Medien haben das Thema in Artikeln und TV-Berichten erörtert – es gab Resonanz weit über den deutschsprachigen Raum hinaus. In den Tagen der Konferenz waren Zeitungsjournalisten und Fernsehteams aus Deutschland, Großbritannien, Russland und Spanien zugegen. Wir sind sogar auf Zeitungsberichte gestoßen, die in türkischen und argentinischen Medien veröffentlicht wurden. Und ich spreche hier jetzt ausschließlich von konservativen Medien, nicht von den unglaublich vielen Onlineblogs.

> War mit der Protest-Aktion das Thema erledigt oder ging das in der politischen Auseinandersetzung noch weiter?

Irene Labner: Die Konferenz fand ja im Juni statt und kurze Zeit danach richteten Nationalratsabgeordnete der Grünen, aber auch der FPÖ, parlamentarische Anfragen an das Innen- und Verteidigungsministerium. Da diese eine zweimonatige Frist zur Beantwortung haben, hätte sich im September wunderbar die Gelegenheit ergeben, dass das Thema noch einmal öffentlich diskutiert werden hätte können.

Ich selbst habe den österreichischen Rechnungshof kontaktiert, um zu erfahren, ob es die Möglichkeit gibt, dass wir Aktivisten der Protestgruppe selbst Anträge zur Prüfung einbringen können. Leider dürfen nur Nationalratsabgeordnete oder Landtagsmandatare Anliegen beim Rechnungshof einbringen. Ich bin reichlich davon enttäuscht, dass die Abgeordneten der Grünen und der FPÖ in dieser Sache nicht augenscheinlich tätig wurden, nachdem die Beantwortungen der parlamentarischen Anfragen absolut unzufriedenstellend waren.

> Und Reaktionen auf Ihre Anfragen in Wien wegen der Koste für den Polizeieinsatz?

Irene Labner: Das Innenministerium beharrte in seiner Antwort auf meine Anfrage darauf, dass der Steuerzahler die Kosten zur Gänze tragen muss, da angeblich ein Gefahrensituation bestehen würde – man befürchtete, dass gewalttätige G7-Gegner nach dem Gipfel nach Tirol kommen und hier Randale machen könnten, was ja keineswegs so war – die meisten G7-Gegner waren viel zu beschäftigt mit den G7-Protesten, die hatten gar keine Lust, direkt danach noch nach Tirol weiter zu ziehen.

Da das Innenministerium die Einsätze zu G7 und zu Bilderberg aber als gemeinsame Operation abrechnen, ergibt sich kein kohärentes Bild zur Kostenaufschlüsselung. Auch die Kosten, die für den Einsatz des Militärs anfielen, wurden vom Verteidigungsministerium nicht ordentlich aufgeschlüsselt. Die Kosten bleiben also ein großes Mysterium und das einzige, was man mit Sicherheit weiß, das ist, dass der Steuerzahler darauf sitzen bleibt.

Nur ein Politiker Österreichs hat sich 2015 getraut, an der Bilderbergkonferenz teilzunehmen, nämlich Bundespräsident Heinz Fischer. Der Präsident geht laut eigener Aussage nirgends nur als Privatperson hin, den Präsidenten muss man ja letztlich auch schützen, wenn er als öffentliche Person auf einer Privatveranstaltung weilt. Das Ganze ist eine Farce: Das Innenministerium hat unberechtigt zwei unterschiedliche Einsatzanlässe in einer Operation zusammengewürfelt. Die konkreten Kosten sind dadurch hinterher kaum noch zu ermitteln.

> Wie sehen Sie das Thema Bilderberger jetzt, nachdem Proteste und Konferenz schon länger vorbei sind?

Irene Labner: Ich für meinen Teil werde das Thema weiterhin verfolgen. Ich schreibe derzeit auch an einem umfangreicheren Artikel über die Proteste hier in Tirol. Auf jeden Fall wird es weitere Bilderbergkonferenzen geben und es wird für die Bilderberger immer schwieriger werden, ihre Geheimniskrämerei zu wahren. Die Menschen sind kritisch und sie können sich heutzutage Information über die Bilderberger besorgen.

Es wird auch künftig an den Tagungsorten Proteste geben und ich hoffe, dass die Bilderberger sich den Menschen gegenüber im Dialog öffnen. Andernfalls würde ich ihnen eine Auflösung ihres Lobbyistenvereines nahelegen – die Bevölkerung erwartet Rückgrat von ihren Politikern und irgendwann geht vielleicht gar kein Politiker mehr zu diesen Treffen, nicht einmal mehr Heinz Fischer.

> Werden Sie sich als Piratin mit diesem Thema weiterbeschäftigen?

Irene Labner: Natürlich werde ich das Thema weiterverfolgen als Piratin. Auch, wenn Bilderberg kein konkretes Piratenthema ist, so ist doch Lobbyismus generell etwas, das die Piraten sehr kritisch betrachten, denn wir erwarten Transparenz von unseren politischen Entscheidungsträgern.

> Gab es auch persönliche Reaktionen auf Ihr Engagement?

Irene Labner: Oh ja. Es haben mir viele Leute geschrieben und ich habe viele kritische Menschen kennengelernt, die Bilderbergkonferenzen ebenso wie ich als Lobbyistenveranstaltungen betrachten. Natürlich gab es auch einige Leute, die meinten, dass ich mit dem Thema zu nahe an die „Verschwörungsfraktion“ rücke, denn gerade als politisch aktiver Mensch solle man sich nicht mit Esoterik oder Verschwörungstheorien anpatzen. Ich kann das aber gut wegstecken, denn ich weiß ja, dass unsere Tiroler Protestgruppe diesbezüglich eine klare Haltung hatte und einen sehr kapitalismus- und elitenkritischen Standpunkt vertrat.

http://www.heise.de/tp/artikel/46/46451/1.html

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08.06.2015

Teilnehmerliste und Themenagenda von Bilderberg 2015 veröffentlicht – Mit dabei: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen

Wie die offzielle Internetrepräsentanz der Bilderberg-Gruppe heute bekannt gegeben hat, stehen nun die Teilnehmer sowie die Themen der 63. Bilderberg-Konferenz in Tirol fest. Die Konferenz findet dieses Jahr vom 11. bis 14. Juni im Interalpen-Hotel im österreichischen Telfs bei Buchen statt. Diesmal auch dabei: Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Daneben gehören auch zahlreiche deutsche Medien- und Wirtschaftsvertreter zu den geladenen Gästen.

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Das Organisationskomitee der Bilderberg-Gruppe hat heute die offizielle Teilnehmerliste sowie die Agenda der geplanten Themen, bekannt gegeben. Geladen sind rund 140 Gäste aus 22 Ländern. Wie immer handelt es sich dabei um hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft, der Finanzbranche, der Wissenschaft und den Medien. Die diesjährige Bilderberg-Konferenz findet kurz nach dem G7-Gipfel vom 11. bis 14. Juni 2015 statt. Kritiker bemängeln die große Intransparenz der Veranstaltung, von deren Inhalten traditionell nur sehr wenig nach außen dringt und rufen zu Protesten auf.

Die Themenagenda sieht dieses Jahr wie folgt aus:

  • Künstliche Intelligenz
  • Cybersicherheit
  • Bedrohungen durch chemische Waffen
  • Aktuelle Wirtschaftsfragen
  • Europäische Strategie
  • Globalisierung
  • Griechenland
  • Iran
  • Mittlerer Osten
  • NATO
  • Russland
  • Terrorismus
  • Großbritannien
  • USA
  • US-Wahlen

Folgende Teilnehmer wurden geladen:

Achleitner, Paul M. Chairman of the Supervisory Board, Deutsche Bank AG DEU
Agius, Marcus Non-Executive Chairman, PA Consulting Group GBR
Ahrenkiel, Thomas Director, Danish Intelligence Service (DDIS) DNK
Allen, John R. Special Presidential Envoy for the Global Coalition to Counter ISIL, US Department of State USA
Altman, Roger C. Executive Chairman, Evercore USA
Applebaum, Anne Director of Transitions Forum, Legatum Institute POL
Apunen, Matti Director, Finnish Business and Policy Forum EVA FIN
Baird, Zoë CEO and President, Markle Foundation USA
Balls, Edward M. Former Shadow Chancellor of the Exchequer GBR
Balsemão, Francisco Pinto Chairman, Impresa SGPS PRT
Barroso, José M. Durão Former President of the European Commission PRT
Baverez, Nicolas Partner, Gibson, Dunn & Crutcher LLP FRA
Benko, René Founder, SIGNA Holding GmbH AUT
Bernabè, Franco Chairman, FB Group SRL ITA
Beurden, Ben van CEO, Royal Dutch Shell plc NLD
Bigorgne, Laurent Director, Institut Montaigne FRA
Boone, Laurence Special Adviser on Financial and Economic Affairs to the President FRA
Botín, Ana P. Chairman, Banco Santander ESP
Brandtzæg, Svein Richard President and CEO, Norsk Hydro ASA NOR
Bronner, Oscar Publisher, Standard Verlagsgesellschaft AUT
Burns, William President, Carnegie Endowment for International Peace USA
Calvar, Patrick Director General, DGSI FRA
Castries, Henri de Chairman, Bilderberg Meetings; Chairman and CEO, AXA Group FRA
Cebrián, Juan Luis Executive Chairman, Grupo PRISA ESP
Clark, W. Edmund Retired Executive, TD Bank Group CAN
Coeuré, Benoît Member of the Executive Board, European Central Bank INT
Coyne, Andrew Editor, Editorials and Comment, National Post CAN
Damberg, Mikael L. Minister for Enterprise and Innovation SWE
De Gucht, Karel Former EU Trade Commissioner, State Minister BEL
Dijsselbloem, Jeroen Minister of Finance NLD
Donilon, Thomas E. Former U.S. National Security Advisor; Partner and Vice Chair, O‘Melveny & Myers LLP USA
Döpfner, Mathias CEO, Axel Springer SE DEU
Dowling, Ann President, Royal Academy of Engineering GBR
Dugan, Regina Vice President for Engineering, Advanced Technology and Projects, Google USA
Eilertsen, Trine Political Editor, Aftenposten NOR
Eldrup, Merete CEO, TV 2 Danmark A/S DNK
Elkann, John Chairman and CEO, EXOR; Chairman, Fiat Chrysler Automobiles ITA
Enders, Thomas CEO, Airbus Group DEU
Erdoes, Mary CEO, JP Morgan Asset Management USA
Fairhead, Rona Chairman, BBC Trust GBR
Federspiel, Ulrik Executive Vice President, Haldor Topsøe A/S DNK
Feldstein, Martin S. President Emeritus, NBER; Professor of Economics, Harvard University USA
Ferguson, Niall Professor of History, Harvard University, Gunzberg Center for European Studies USA
Fischer, Heinz Federal President AUT
Flint, Douglas J. Group Chairman, HSBC Holdings plc GBR
Franz, Christoph Chairman of the Board, F. Hoffmann-La Roche Ltd CHE
Fresco, Louise O. President and Chairman Executive Board, Wageningen University and Research Centre NLD
Griffin, Kenneth Founder and CEO, Citadel Investment Group, LLC USA
Gruber, Lilli Executive Editor and Anchor “Otto e mezzo”, La7 TV ITA
Guriev, Sergei Professor of Economics, Sciences Po RUS
Gürkaynak, Gönenç Managing Partner, ELIG Law Firm TUR
Gusenbauer, Alfred Former Chancellor of the Republic of Austria AUT
Halberstadt, Victor Professor of Economics, Leiden University NLD
Hampel, Erich Chairman, UniCredit Bank Austria AG AUT
Hassabis, Demis Vice President of Engineering, Google DeepMind GBR
Hesoun, Wolfgang CEO, Siemens Austria AUT
Hildebrand, Philipp Vice Chairman, BlackRock Inc. CHE
Hoffman, Reid Co-Founder and Executive Chairman, LinkedIn USA
Ischinger, Wolfgang Chairman, Munich Security Conference INT
Jacobs, Kenneth M. Chairman and CEO, Lazard USA
Jäkel, Julia CEO, Gruner + Jahr DEU
Johnson, James A. Chairman, Johnson Capital Partners USA
Juppé, Alain Mayor of Bordeaux, Former Prime Minister FRA
Kaeser, Joe President and CEO, Siemens AG DEU
Karp, Alex CEO, Palantir Technologies USA
Kepel, Gilles University Professor, Sciences Po FRA
Kerr, John Deputy Chairman, Scottish Power GBR
Kesici, Ilhan MP, Turkish Parliament TUR
Kissinger, Henry A. Chairman, Kissinger Associates, Inc. USA
Kleinfeld, Klaus Chairman and CEO, Alcoa USA
Knot, Klaas H.W. President, De Nederlandsche Bank NLD
Koç, Mustafa V. Chairman, Koç Holding A.S. TUR
Kogler, Konrad Director General, Directorate General for Public Security AUT
Kravis, Henry R. Co-Chairman and Co-CEO, Kohlberg Kravis Roberts & Co. USA
Kravis, Marie-Josée Senior Fellow and Vice Chair, Hudson Institute USA
Kudelski, André Chairman and CEO, Kudelski Group CHE
Lauk, Kurt President, Globe Capital Partners DEU
Lemne, Carola CEO, The Confederation of Swedish Enterprise SWE
Levey, Stuart Chief Legal Officer, HSBC Holdings plc USA
Leyen, Ursula von der Minister of Defence DEU
Leysen, Thomas Chairman of the Board of Directors, KBC Group BEL
Maher, Shiraz Senior Research Fellow, ICSR, King’s College London GBR
Markus Lassen, Christina Head of Department, Ministry of Foreign Affairs, Security Policy and Stabilisation DNK
Mathews, Jessica T. Distinguished Fellow, Carnegie Endowment for International Peace USA
Mattis, James Distinguished Visiting Fellow, Hoover Institution, Stanford University USA
Maudet, Pierre Vice-President of the State Council, Department of Security, Police and the Economy of Geneva CHE
McKay, David I. President and CEO, Royal Bank of Canada CAN
Mert, Nuray Columnist, Professor of Political Science, Istanbul University TUR
Messina, Jim CEO, The Messina Group USA
Michel, Charles Prime Minister BEL
Micklethwait, John Editor-in-Chief, Bloomberg LP USA
Minton Beddoes, Zanny Editor-in-Chief, The Economist GBR
Monti, Mario Senator-for-life; President, Bocconi University ITA
Mörttinen, Leena Executive Director, The Finnish Family Firms Association FIN
Mundie, Craig J. Principal, Mundie & Associates USA
Munroe-Blum, Heather Chairperson, Canada Pension Plan Investment Board CAN
Netherlands, H.R.H.
Princess Beatrix of the NLD
O‘Leary, Michael CEO, Ryanair Plc IRL
Osborne, George First Secretary of State and Chancellor of the Exchequer GBR
Özel, Soli Columnist, Haberturk Newspaper; Senior Lecturer, Kadir Has University TUR
Papalexopoulos, Dimitri Group CEO, Titan Cement Co. GRC
Pégard, Catherine President, Public Establishment of the Palace, Museum and National Estate of Versailles FRA
Perle, Richard N. Resident Fellow, American Enterprise Institute USA
Petraeus, David H. Chairman, KKR Global Institute USA
Pikrammenos, Panagiotis Honorary President of The Hellenic Council of State GRC
Reisman, Heather M. Chair and CEO, Indigo Books & Music Inc. CAN
Rocca, Gianfelice Chairman, Techint Group ITA
Roiss, Gerhard CEO, OMV Austria AUT
Rubin, Robert E. Co Chair, Council on Foreign Relations; Former Secretary of the Treasury USA
Rutte, Mark Prime Minister NLD
Sadjadpour, Karim Senior Associate, Carnegie Endowment for International Peace USA
Sánchez Pérez-Castejón, Pedro Leader, Partido Socialista Obrero Español PSOE ESP
Sawers, John Chairman and Partner, Macro Advisory Partners GBR
Sayek Böke, Selin Vice President, Republican People’s Party TUR
Schmidt, Eric E. Executive Chairman, Google Inc. USA
Scholten, Rudolf CEO, Oesterreichische Kontrollbank AG AUT
Senard, Jean-Dominique CEO, Michelin Group FRA
Sevelda, Karl CEO, Raiffeisen Bank International AG AUT
Stoltenberg, Jens Secretary General, NATO INT
Stubb, Alexander Prime Minister FIN
Suder, Katrin Deputy Minister of Defense DEU
Sutherland, Peter D. UN Special Representative; Chairman, Goldman Sachs International IRL
Svanberg, Carl-Henric Chairman, BP plc; Chairman, AB Volvo SWE
Svarva, Olaug CEO, The Government Pension Fund Norway NOR
Thiel, Peter A. President, Thiel Capital USA
Tsoukalis, Loukas President, Hellenic Foundation for European and Foreign Policy GRC
Üzümcü, Ahmet Director-General, Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons INT
Vitorino, António M. Partner, Cuetrecasas, Concalves Pereira, RL PRT
Wallenberg, Jacob Chairman, Investor AB SWE
Weber, Vin Partner, Mercury LLC USA
Wolf, Martin H. Chief Economics Commentator, The Financial Times GBR
Wolfensohn, James D. Chairman and CEO, Wolfensohn and Company USA
Zoellick, Robert B. Chairman, Board of International Advisors, The Goldman Sachs Group USA

http://www.rtdeutsch.com/22280/international/bilderberg-2015-teilnehmerliste-und-themenagenda-veroeffentlicht-mit-dabei-verteidigungsministerin-ursula-von-der-leyen/

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04.06.2015

Geheimbund der Macht

Es ist der Gipfel nach dem Gipfel. Viele sagen, er sei die wichtigere Zusammenkunft. Nach dem G7-Treffen auf Schloss Elmau werden die Bilderberger geheimnisvoll in Tirol tagen. Ein Fest für Verschwörungstheoretiker.

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Die Kulisse ist traumhaft. Umgeben von den mächtigen Tiroler Bergen liegt auf 1300 Meter über den Meeresspiegel das imposante Interalpen-Hotel Tyrol. Die vor 30 Jahren erbaute Luxusherberge der deutschen Baumaschinen-Unternehmerfamilie Liebherr ist dank ihrer einzigartigen Lage unweit von Seefeld der ideale Ort für das Treffen der Bilderberger. Denn die Mächtigen in Politik und Wirtschaft haben es nach dem G7-Treffen im oberbayerischen Schloss Elmau nicht weit zum österreichischen Tagungsort, der mit seinen grandiosen Panoramablick und einen 5000 Quadratmeter großen Wellness-Bereich die wichtige Persönlichkeiten verwöhnt.

Bei den Treffen der informellen Bilderberg-Treffen vom 10. bis 14. Juni, nur rund 40 Kilometer von Schloss Elmau, geht es um die großen Themen dieser Welt, darunter das Freihandelsabkommen TTIP zwischen der USA und der EU sowie die Situation in der Ukraine und in Syrien. Die Gästeliste ist geheim. Selbst die Ergebnisse oder gar Absprachen werden nicht mitgeteilt. Eine Anfrage des Handelsblatts ließ der Zirkel unbeantwortet.

Was für ein Fest für Verschwörungstheoretiker: Von einer „Weltdiktatur“ dieses ominösen Geheimbunds warnte schon 1980 Des Griffin im Buch „Die Herrscher – Luzifers fünfte Kolonne“. Autor Andreas von Rétyi wiederum macht die Bilderberger ganz konkret für eine ganze Reihe von Ereignissen verantwortlich: die Ölkrise 1973, die deutsche Wiedervereinigung, den Irakkrieg.

Organisiert wird das geheime Treffen von einem Lenkungsausschuss unter Führung von Henri de Castries, Vorstandschef des französischen Versicherungskonzerns Axa. Dem Lenkungsausschuss gehören auch eine Reihe von Bankern führender Investmentbanken wie Goldman Sachs, Morgan Stanley und Lazard sowie Ex-EZB-Chef Jean-Claude Trichet und der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, aber Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld und der EADS-Chef Thomas Enders.

140 Teilnehmer erwartet

Benannt ist die Konferenz mit den handverlesenen Gästen nach dem holländischen Hotel de Bilderberg. Dort lud 1954 Prinz Bernhard der Niederlande einflussreiche Persönlichkeiten ein, um hinter verschlossenen Türen die internationalen Problem zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen.

Kritiker werfen der Bilderberg-Konferenz vor, einen angeblich gewaltigen Einfluss auf Politik und Wirtschaft außerhalb des demokratischen Meinungsbildungskongress auszuüben. Der in der Protestszene populäre Buchautor („Drahtzieher der Macht: Die Bilderberger“) Gerhard Wisnewski spricht von einer „Verschwörung der Spitzen von Wirtschaft, Politik und Medien.“

Die erwarteten 140 Persönlichkeiten können sich auf keinen freundlichen Empfang in Österreich gefasst machen. Zahlreiche Organisation wie die Globalisierungsgegner von Attac und alpenländische Parteien wie die Grünen, KPÖ und Piraten haben ihren Protest angekündigt. In Telfs, dem Ort des Interalpen-Hotel Tyrol, soll am 13. Juni eine Demonstration mit 1000 bis 2000 Menschen stattfinden. In Innsbruck ist außerdem eine alternative Konferenz für 12. Juni geplant.

Die Protestorganisationen sprechen von einem „organisierten Geheimtreffen“. Sie fordern von den Bilderbergern volle Transparenz. „Wir sind nicht einverstanden damit, dass sich demokratisch gewählte Politiker, aber auch die Inhaber großer Medienverlagshäuser, hinter verschlossenen Türen mit hochrangigen Vertreter von Militär, Geheimdiensten, Bankenwesen und Großkonzernen treffen, um aktuelle Themen von allgemeinem Interesse, die uns alle betreffen, zu besprechen“, teilten die Protestorganisationen mit.

Joschka Fischer und Peter Löscher

Die österreichische Polizei rüstet sich unterdessen für mögliche Gewalttäter. Nicht nur für das Gipfeltreffen in Schloss Elmau von 7. bis 8. Juni, sondern auch für das internationale Bilderberg-Treffen in Tirol werden die Sicherheitsvorkehrungen an der Grenze zwischen Österreich und Bayern massiv ausgebaut. Die Alpenrepublik bietet 2100 Polizisten für die Sicherheit der Konferenz auf. Wasserwerfer, Helikopter und Wärmebildfahrzeuge wurden bereits nach Tirol verlegt. Das Interalpen-Hotel Tyrol wird hermetisch abgeriegelt sein. Für die Sicherheit sorgt zudem ein privater Wachdienst.

Die österreichische Regierung hält sich bei dem Treffen fern. Sowohl der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) als auch Vizekanzler und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) ließen mitteilen, dass sie trotz der Einladung durch den Bilderberg-Vorsitzenden Henri de Castries nicht nach Tirol kommen werden.

In Österreich hat das Treffen der Bilderberger unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu einer heftigen Diskussion geführt. Nach Angaben des SPÖ-Minister betragen die Kosten für das G-7- und der Bilderberg-Treffen voraussichtlich 5,7 Millionen Euro. Das österreichische Innenministerium will Zahlen erst nach den Treffen nennen.

Die Polizeibehörden verweisen darauf, dass sie zu den aufwendigen Sicherheitsvorkehrungen völkerrechtlich gezwungen sei, da mindestens drei Vertreter von Staaten oder internationalen Organisation an der Tiroler Bilderberg-Konferenz teilnehmen würden. „Das mag ja für offizielle Staatsbesuche und öffentliche Veranstaltungen durchaus stimmig sein, dennoch ist es für die meisten Bürger nicht nachvollziehbar, wenn sie die Einsatzkosten der Exekutive auch im Falle einer Privatveranstaltung gänzlich alleine tragen sollen“, klagen die Protestorganisation in ihrem Blog.

In der Vergangenheit haben an den Treffen der einmal jährlich stattfindende Bilderberg-Gruppe ehemalige Politiker wie der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt, der Ex-Außenminister Joschka Fischer, Ex-Siemens-Chef Peter Löscher und der Silicon-Valley-Investor Peter Thiel teilgenommen. Beim Treffen in Kopenhagen im vergangenen Jahr kam neben der niederländischen Königin Beatrix auch Google-Aufsichtsratschef Eric Schmidt, NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen und die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde.

http://www.handelsblatt.com/politik/international/bilderberger-treffen-geheimbund-der-macht/11868954.html

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21.05.2014

Europapolitiker: Bilderberger sind die Wurzel allen Übels

Ein italienischer Politiker im Europäischen Parlament sagte, dass die Bilderberger “die Wurzel allen Übels, die Italien heimsucht” seien. Er gibt der Gruppe die Schuld an Italiens ruinierter Wirtschaft und wird von einem Anwalt unterstützt, der die Bilderberger als “kriminelle Bruderschaft” versucht anzuklagen.

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Mario Borghezio, italienischer Politiker in der Lega Nord und seit 2001 Mitglied des Europäischen Parlaments, sagte in einem Video, dass die Bilderberger verantwortlich seien für Italiens ruinierte Wirtschaft. Die Gruppe sei Schuld an der Wirtschaftskrise in seinem Land und die “Wurzel allen Übels, die Italien heimsucht”.

Borghezio wird vom italienischen Anwalt Alfonso Luigi Marra überstützt, der die Staatsanwaltschaft im vergangenen Jahr aufforderte die Bilderberg-Gruppe auf “kriminelle Machenschaften” zu untersuchen. Marra beschuldigt die Gruppe der Verschwörung im Zuge des Einsatzes von Mario Monti als Ministerpräsident Italiens und bezeichnet die Organisation als “eindeutig illegale Bruderschaft, die sich selbst über dem Gesetz sieht.” 2011 war Borghezio in der Schweiz verhaftet worden, nachdem er ein Treffen der Bilderberger-Gruppe ohne Einladung betreten wollte. Aufgrund von politisch unkorrekten Aussagen geriet der Politiker in der Vergangenheit häufig in die Kritik.

Das Marriott Hotel in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen wird der Standort für das nächste Bilderberger-Treffen sein. Zunächst hatte es Zweifel gegeben, ob wirklich das 5-Sterne-Hotel aufgrund der Nähe zu stark befahrenen Straßen der Ort des Meetings sein wird, doch haben dies dänische Behörden inzwischen bestätigt. Das Treffen wird vom 29. Mai bis 1. Juni 2014 stattfinden.

Quellen:

http://www.gegenfrage.com/europapolitiker-bilderberger-sind-die-wurzel-allen-uebels/

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08.06.2013

Bilderberg-Treffen: Die Elite der Welt diskutiert über den Crash

In London treffen sich an diesem Wochenende die Bilderberger. Die Gruppe von Wirtschafts-Leuten, Politikern, Bankern und Akademikern ist ein informelles Netzwerk des modernen Feudalismus. Die Themen der diesjährigen Tagung geben Aufschluss, was die Finanz-Elite bewegt. Es geht um die Schulden- und Euro-Krise, um die Bürgerrechte und die Nationalstaaten in Europa. Die Elite bereitet sich auf stürmische Zeiten vor.

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Das alljährliche Treffen der Bilderberger in London unterliegt bekanntermaßen strenger Geheimhaltung. Wer versucht, mit den Organisatoren in Kontakt zu kommen, wird enttäuscht: Emails werden nicht beantwortet, es gibt keine Telefon-Nummer, schon gar keine Pressekonferenz.

Die Teilnehmer-Liste gibt jedoch wertvolle erste Aufschlüsse. Die Teilnehmer sind intelligent ausgewählt. Nur wenige Leute aus der ersten Reihe der internationalen Politik sind diesmal dabei: Der britische Premier David Cameron, IWF-Chefin Christine Lagarde und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und seine Stellvertreterin Viviane Reding. Hinzu kommen einige nationale Größen wie die finnische Finanzministerin Jutta Urpilainen oder der niederländische Premier Rutte. Für die EZB ist Klas Knot dabei, der bekannt wurde, als er als einer der ersten verkündete, dass die Sparer künftig für Banken-Rettungen enteignet werden sollen (hier).

Eine Zierde des diesjährigen Treffens ist Mario Monti, der es geschafft hat, Politiker, Banker, Wirtschaftsmann und Medien-Star in einem zu werden. Er ist sozusagen die menschgewordene Vernetzung, das Idealbild eines jeden feudalistischen Systems.

Aus der Banken-Szene ist Peter D. Sutherland, Chairman von Goldman Sachs International dabei. Der Chef der Schweizerischen Nationalbank Peter Jordan nimmt teil, ebenso „Joe“ Josef Ackermann und Deutsche Bank-Aufsichtsrat Paul Achleitner sowie Henry Kravis von der Private Equity Firma KKR.

Aus deutschen Unternehmen sind Peter Löscher von Siemens und der brutalstmögliche Aufklärer der CDU und heutige Bilfinger-Chef Roland Koch an Bord.

Was diskutieren diese Leute – und warum haben sie sich in dieser Zusammensetzung zusammengefunden?

Die Teilnehmer berufen sich stets auf ihre Verschwiegenheit, wie etwa der CDU-Staatssekretär Ekhart von Klaeden, der sein Schweigen über die Themen der Konferenz im Jahr 2008 damit begründete, dass das Treffen vertraulich sei und er „die Vereinbarung unter allen Teilnehmern..nicht brechen werde“.

Jedenfalls sind die Teilnehmer nicht als Privatpersonen dort. Klaeden sagte auf Abgeordnetenwatch, dass der Deutsche Bundestag seine Teilnahme bezahle, denn: „Meine Teilnahme ist kein Privatvergnügen.“

Daher kann man davon ausgehen, dass für alle Politiker der Steuerzahler aufkommt. Denn auch Barroso oder der FDP-Hoffnungsträger Christian Lindner dürften ja nicht wegen des „Privatvergnügens“ nach London gereist sein.

Die Bilderberg-Konferenz ist keine Weltregierung und keine Weltverschwörung.

Sie ist mehr.

Auf der Bilderberg-Konferenz werden die wichtigsten Entwicklungen der Weltwirtschaft und ihre Folgen für die Gesellschaften diskutiert. Hier werden die Gehirne der politischen Verantwortlichen gewaschen, damit sie eine Politik machen, die die Interessen der zeitgenössischen Feudal-Klasse vertritt.

Dazu braucht man keine Befehle.

Dazu braucht man vor allem Wissen.

Daran mangelt es den Politikern, weil sie in der Regel keine Zeit haben, sich ernsthaft mit den Problemen der Gegenwart auseinanderzusetzen. Daher sind die anwesenden Politiker dankbar, einmal im Jahr aus erster Hand zu erfahren, wohin der Hase läuft und wie man sich in einer komplexen Welt verhalten muss.

Die personelle Zusammensetzung erweckt den Anschein, in diesem Jahr vor allem als Weiterbildungs-Veranstaltung für die EU-Führer geplant zu sein. Die EU-Kommission kämpft gegen einen drohenden Bedeutungs-Verlust an. Die aktuelle Absage an einen weiteren Sparkurs in Europa führte etwa Barroso vor Augen, dass er im Grunde nichts zu sagen hat, wenn die National-Staaten es nicht wollen.

Da können neue Inspirationen helfen, damit die EU-Führer künftig sicherer werden in der Argumentation.

Es ist in der Politik wie bei der Börse: Insider-Wissen befördert den Handel und den Profit. Ein Informations-Vorsprung ist unbezahlbar.

Das Programm dieses Jahres zeigt, dass sich die Eliten aus Finanz und Wirtschaft offenbar ernste Sorgen um die EU machen. Die Themen, die auf der Website der Konferenz veröffentlicht werden, sind wie ein Panorama der Bedrohungen. Und die EU wird von den Eliten als Problem angesehen. Es ist Brüssel noch nicht gelungen, die politische Union so zum Leben zu erwecken, dass Europa mit einer Stimme spricht – im Gegenteil: Die zentrifugalen Kräfte gewinnen an Bedeutung, weil der Zahltag für die kollektive Schuldenmacherei näher rückt.

Da ist es für Barroso und seine Freunde höchst willkommen, wenn man ein paar „Mega-Trends“ erklärt bekommt.

An erster Stelle der Agenda steht die Frage: „Können die USA und Europa schneller wachsen und Arbeitsplätze schaffen?“

Man braucht kein Bilderberger zu sein, um sich die Antwort vorzustellen, die Ackermann, Löscher oder der eben mit einem Skandal wegen einer Millionen-Abfindung in die Schlagzeilen geratene Novartis-Chef Daniel Vasella der Politik geben werden: Mehr Arbeitsplätze können nur geschaffen werden, indem die Staaten mehr Arbeitsplätze schaffen. Dazu müssen die multinationalen Konzerne in Ruhe gelassen werden. Sie schaffen ja schon unendlich Arbeitsplätze – allerdings in Asien, weil es dort billiger ist. Das aber, so werden die Wirtschaftsführer dem Präsidenten Barroso erklären, ist auch gut für die EU. Denn dann gehen die Konzerne nicht pleite, und die Staaten müssen nicht für die Sozial-Kosten von Pleiten aufkommen.

Der zweite Punkt der Agenda soll das verdeutlichen: „Arbeitsplätze, Sozialleistungen und Schulden“ steht da. Hier werden die Manager und Banker den Politikern erklären: Die Staaten müssen sparen, damit sie ihre Schulden abtragen können. Das kann sehr hart werden für die Staaten, ist aber alternativlos. Denn wenn die Schulden weiter steigen, dann können die Sozialleistungen nicht finanziert werden. Dafür sind die Konzerne nicht verantwortlich, denn sie schaffen massenhaft Arbeitsplätze in den Billiglohn-Ländern. Das wiederum ist gut für Europa – siehe oben.

Wenn die Staaten wegen ihrer Sparprogramme jedoch Schwierigkeiten mit den Bürgern bekommen, sollten sie auf der Hut sein: Die Lage ist im Jahr 2013 gefährlicher als früher. Die Bürger begehren auf. Hier kann Barroso aus erster Hand von den anwesenden Journalisten informiert werden: Der Chefredakteur der griechischen Zeitung Kathimerini ist ebenso anwesend wie der Geschäftsführende Redakteur von Les Echos, die Star-Moderatorin Lilli Gruber aus Italien oder der Verleger des österreichischen Standard, Oscar Bronner. Die Journalisten können den Regierungschefs schildern, was diese nicht immer aus erster Hand erfahren: In einigen Ländern brodelt es. Das wissen die Top-Journalisten mittlerweile zumindest aus zweiter Hand – von ihren Reportern oder aus dem Internet. Sie gelten in der Welt der Bilderberger jedoch noch immer als Informanten mit echten Quellen.

Über die Bürger wissen die Top-Journalisten in der Regel nicht so gut Bescheid, weil die Zeitungen in den vergangenen Jahren meist das Gegenteil von dem geschrieben haben, was die Leute denken.

Daher gibt es ja neue Methoden, sich einen Überblick zu verschaffen über die Pläne der aufsässigen Bürger: „Wie die große Datenerfassung fast alles verändert“ heißt es daher folgerichtig als Punkt 3 der Tagesordnung: Google-Chef Eric Schmidt kann den EU-Führern erklären, dass sie Google nicht bekämpfen, sondern besser nutzen sollen: Street View, Google Maps und die vielen anderen frei zugänglichen Dienste erleichtern der Politik die Beobachtung der Bürger. Eine Revolution ist im Internet-Zeitalter nicht zwingend nötig. Die Politik muss „Big Data“, wie es im Original heißt, nur besser nutzen. Lawrence Lessig, der Vordenker des offenen Internets, wird den Politikern erklären können, dass das offene Internet eine der besten Erfindungen der jüngsten Geschichte ist: Die Bürger sind so dumm, dass sie sich auf den sozialen Netzwerken bis auf die Unterhose entkleiden – und der Staat kann alles live mitverfolgen!

Und hier wird es für EU-Präsident Barroso und alle besonders interessant: „Nationalismus und Populismus“ stehen als Punkt 4 auf dem Programm. Die Bilderberger haben traditionell der Idee der Vereinigten Staaten von Europa viel abgewinnen können. Nun aber ist die gut gemeinte Idee ins Stocken geraten. Die Bürger in Europa beginnen, sich wieder ihrer „nationalen“ Wurzeln zu besinnen und werden darin von „Populisten“ wie dem britischen UKIP-Chef Nigel Farage aufgestachelt.

Gut, dass die „US-Außenpolitik“ als nächstes behandelt wird. Die deutsche Außenpolitik hat keinen Platz auf der Tagesordnung, zu Recht. Denn nur die US-Boys wissen, was für die Welt gut ist. Um aber den nun vermutlich schon etwas müde gewordenen Besuchern eine kleine Verschnaufpause zu gönnen, werden die „Herausforderungen Afrikas“ behandelt. Rohstoffe sind in der Tat ein Problem, das alle angeht, wie zeitgerecht zum Beginn der Bilderberg-Konferenz der Club of Rome elaboriert hat (hier).

Rohstoffe und aufsässige Bürger sind tatsächlich die zentrale Herausforderung für die Feudal-Herren des 21. Jahrhunderts. Zum Glück haben die Amerikaner die Bedrohung rechtzeitig erkannt: „Der Cyber-Krieg und das Anwachsen von asymmetrischen Drohungen“ wird von Chef-Strategen des Sicherheits-Think-Tanks Stratfor, Robert D. Kaplan detailreich dargestellt. Wichtig ist, dass dieser Krieg stets als ein Verteidigungskrieg dargestellt wird. Dazu müssen die Bürger stets auf einen latenten Hang zum Terror hin abgeklopft werden. Die auffallend zahlreich anwesenden türkischen Teilnehmer werden Kaplan zustimmen und darauf verweisen, dass dies sogar der aus Anatolien stammende Premier Recep Erdogan bereits kapiert habe – er verglich den Massenaufstand in der Türkei mit dem Terrorismus.

Danach gibt es eine kurze Konferenz-Pause: „Größere Trends in der medizinischen Forschung“ werden erläutert – nicht zuletzt, um Barroso die Möglichkeit zu geben, eine Kopfschmerz-Tablette einzuwerfen.

Damit das Ganze nicht zu fatalistisch wird, sprechen die Teilnehmer danach über „Online-Erziehung: Versprechungen und Impulse“. Der Blick in die Zukunft soll den Teilnehmern Hoffnung geben, dass künftige Generationen leichter zu führen sein werden als die alten Unbelehrbaren, die immer noch von Werten schwärmen, die die neue Welt nicht braucht. Das dialektische Motto, dass der DDR-Bürgerrechtler Reiner Kunze in einem knappen Gedicht vorgebracht hat, gewinnt bei der Konferenz neue Bedeutung. Unter dem Titel „Dialektik“ heißt es da: „Unwissende, damit ihr unwissend bleibt, werden wir euch schulen!“

Für Barroso kommt dann jedoch die Stunde der Wahrheit. Zum Tagesordnungspunkt „Die Politik der Europäischen Union“ muss der arme Mann aus Portugal erklären, warum auf dem alten Kontinent alles so schief läuft. Allerdings wird durch die einfühlsame Tagesordnung Barroso die Möglichkeit gegeben, aus den Referaten vor dem seinen zu schöpfen.

Barroso kann, wenn er geschickt ist, weniger über die Vergangenheit, als vielmehr über die Zukunft sprechen. So kann der EU-Präsident selbst zum Trendsetter werden: Wenn er über die EU spricht, kann er vom bevorstehenden Kampf gegen Nationalismus und Populismus reden, er kann die Chancen von „Big Data“ für den asymmetrischen Kampf gegen die vom Terrorismus verführten Bürgerrechtler schwärmen. Er kann sagen, dass die EU das Arbeitsplatz-Thema mit vierjähriger Verspätung als wichtig erkannt hat und daher den mittelständischen Unternehmen vorschreiben wird, dass sie die Leute anstellen müssen. Außerdem kann er schon einen ersten Erfolg melden und dabei ein versöhnliches Signal in Richtung Angela Merkel aussenden: Ursula von der Leyen habe, so kann Barroso sagen, den Trend antizipiert und angeboten, 5.000 junge Spanier in Deutschland zu übernehmen.

Wenn Barroso bei der Konferenz eine brillante Rede gelingt, dann könnte auch der vorletzte Tagesordnungs-Punkt seine Brisanz verlieren: „Die Entwicklungen im Nahen Osten“ müssen dann nicht zwangsläufig zu einem Stellvertreter-Krieg größeren Ausmaßes führen. Israelis, Palästinenser, Ägypter oder Syrer sind bei der Konferenz ohnehin nicht vertreten – dadurch besteht keine Gefahr eines Einwands aus der Realität.

Mit dem Tagesordnungspunkt „Current Affairs“ wird die Tagung beschlossen. Man weiß eigentlich nicht genau, was das bedeuten soll und wer dazu spricht.

Möglicherweise ist dieser Punkt eher eine Art „Zusammenfassung und Ausblick“. Die beiden deutschen Politik-Vertreter Christian Lindner (FDP) und Kurt Lauk vom Wirtschaftsrat der CDU werden mit Erleichterung feststellen, dass der Crash vermutlich doch nicht vor der Bundestagswahl kommt.

Dass es eher früher als später aber in jedem Fall einen Crash geben wird, darüber dürfte bei den Teilnehmern kein Zweifel bestehen.

Mit dem Programm wird klar, dass die Wirtschafts- und Finanzelite den Crash in Europa erwartet. Kein Asiat, kein Südamerikaner, kein Afrikaner ist anwesend. Die US-Vertreter sind eher auf dem Level der gehobenen Bürokratie angesiedelt.

Die nächste Schlacht der Feudal-Herren wird in Europa geschlagen.

Die Bilderberger bereiten sich gewissenhaft darauf vor.

Sie sollten sich jedoch nicht zu sicher darüber sein, dass sie ihn unbeschadet überstehen. Denn die Bilderberg-Konferenz hat einen gravierenden Konstruktions-Fehler: Sie analysiert die Welt ausschließlich aus der Vogelperspektive der Mächtigen. Das ist in der Geschichte meist schiefgegangen, weil die Bürger am Ende immer draufgekommen sind, wenn sie hinters Licht geführt wurden.

Doch die Bilderberger sind auch auf den Ernstfall vorbereitet.

So gebührt das Schlusswort bei der diesjährigen Bilderberg-Konferenz einem Franzosen: Olivier de Bavinchove ist der Oberbefehlshaber des multinationalen Militär-Verbandes Eurokorps.

Er wird den Teilnehmern versichern, dass sie persönlich und ihre Vermögen so sicher sind wie die deutschen Spareinlagen.

Das Treffen endet am Sonntag mit einem geselligen Beisammensein.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/06/08/bilderberg-treffen-die-elite-der-welt-diskutiert-ueber-den-crash/

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15.03.2013

Krieg im mittleren Osten auf Bilderberg 2013 Agenda

Laut Investigativjournalist Jim Tucker hätten bei einem Treffen in London kürzlich mehrere wichtige Establishment-Figuren die Ansicht geteilt, dass ein Krieg im Mittleren Osten mit Iran und Syrien als Ziel auf der Agenda der diesjährigen Geheimkonferenz Bilderberg stehen wird.

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Bilderberg-Mitglieder haben einen Krieg im mittleren Osten im Sinn,”

heißt es in dem Bericht über einen Austausch zwischen Vernon E. Jordan Jr. und einer weiteren Person über die feindselige Haltung des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu. Jordan, ein Bilderberg-Dauergast, ist der Senior Managing Director bei Lazard Freres & Co. LLC, eine einflussreiche Investmentbanking-Firma. Er sitzt außerdem im Vorstand mehrerer großer Konzerne wie American Express, J.C. Penney Corporation, Asbury Automotive Group und Dow Jones & Company.

Es ist egal ob es stimmt oder nicht, wenn Bennie Boy über irgendetwas wütend wird, richtet es sich gegen den Iran und vergrößert das Potential für einen Krieg,”

soll Jordan erklärt haben. “Je mehr Bennie Boy wütend auf den Iran wird, umso besser die Chancen für einen richtig großen Krieg im mittleren Osten.” Jordans Kollege antwortete: “Je größer der Krieg, umso besser die Chancen auf die Etablierung eines globalen Bankensystems um solche Unternehmungen zu finanzieren.”

Die Konversation fand statt am 25. Februar und soll von einer Quelle aufgeschnappt worden sein “die viel reist und regelmäßig Treffen der Elite des Landes beiwohnt.” Jim Tucker ist bekannt für seine Bilderberg-Quellen und konnte in der Vergangenheit immer wieder akkurate Vorhersagen liefern.

Der neue US-Außenminister John Kerry gab ebenfalls seine Meinung zu der Tatsache, dass bislang noch keine Soldaten und kein Gerät der USA auf syrischem Boden seien: “Das lässt sich lösen.” Am selben Tag erklärte er bei einer Nachrichtenkonferenz in London, dass man die syrischen Rebellen “nicht hängenlassen werde und sie sich nicht wundern werden wo die Unterstützung bleibt und ob überhaupt welche kommt.”

Das Thema stand auch vergangenes Jahr auf der Bilderberg-Agenda, zu Gast war der Vorsitzende des Syrian National Transitional Council Bassma Kodmani. Kerry gab Hinweise darauf, dass das Treffen 2013 zum zweiten Mal in Folge in den Vereinigten Staaten stattfinden könnte, was noch nie vorher der Fall war, denn überall wo man auftaucht, kämen die “Ganoven” um zu demonstrieren. Es sei für die meisten Teilnehmer sowieso am einfachsten und bequemsten, nach Washington DC zu fliegen.

Bei einem Treffen vergangenen Winter in Washington von Bilderbergs Nordamerikanischem Arm erklärte der ehemalige Vizeaußenminister Richard Armitage laut Berichten, dass die Mitglieder der Trilateralen Komission und Bilderberg verärgert über die konstante Berichterstattung seien und sich ungern weiterhin in Europa treffen würden.

http://recentr.com/2013/03/bericht-krieg-im-mittleren-osten-auf-bilderberg-2013-agenda/

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