Bericht: Ärzte folterten Guantanamo-Häftlinge – Pentagon-Sprecher: „Absurde Anschuldigung“

04.11.2013

US-Militärärzte haben Folterungen mutmaßlicher Terroristen in amerikanischen Militärgefängnissen sanktioniert sowie persönlich daran teilgenommen und damit gegen die Prinzipien der medizinischen Ethik verstoßen, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht einer unabhängigen Kommission zu Fragen des ärztlichen Professionalismus.

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An der Verfassung des 156-seitigen Dokuments unter dem Titel „Ethics Abandoned: Medical Professionalism and Detainee Abuse in the ‚War on Terror‘“ hatten 19 Experten – Mediziner, Militärs, Juristen und Ethik-Experten – gearbeitet. Sie studierten zwei Jahre lang offengelegte Dokumente zur Behandlung von Gefangenen in Guantanamo sowie in Militärgefängnissen in afghanischen und irakischen US-Stützpunkten.

Das Verteidigungsministerium und der CIA haben von den von ihnen angestellten Medizinern gefordert, an Prozeduren teilzunehmen, deren Ziel im Gewinnen von Informationen bestand. Dabei haben die Mediziner den Gefangenen schwere Leiden zugefügt“, stellten die Experten fest.

Pentagon-Sprecher Oberstleutnant J. Todd Breasseale bezeichnete bereits die erhobenen Anschuldigungen als „absolut absurd“. „Es sei darauf hingewiesen, dass kein einziges Mitglied der Autorenkommission unmittelbaren Zugang zu den Gefangenen, deren medizinischen Unterlagen und zur Beschreibung der Prozeduren hatte“, betonte er.

Der Pentagon-Sprecher gab zu verstehen, dass die Verfasser ihre Angaben von Anwälten der Gefangenen bekommen hatten, was sich zwangsläufig auf die Objektivität des Berichts ausgewirkt hätte. In Wirklichkeit, so Breasseale, hatten die Gefangenen in den Militärgefängnissen bessere medizinische Betreuung bekommen als sie jemals in der Freiheit erhalten konnten.

http://de.ria.ru/politics/20131104/267213169.html

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