Banken behalten laut „Finanztest“ Zinseszinsen ein

12.11.2013

Die Zinsen werden dem Ersparten hinzugerechnet und anschließend mit verzinst. Was für Sparer logisch klingt und den Ertrag steigert, ist für einige Banken offenbar keine Selbstverständlichkeit, wie die Zeitschrift „Finanztest“ der Stiftung Warentest herausgefunden hat. Stattdessen behalten diese Banken quasi einen Teil der Erträge für sich. Insgesamt fanden die Tester sechs mehrjährige Festgeldangebote, für die keine Zinseszinsen ausgeschüttet werden.

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Anleger sollten daher bei solchen Offerten darauf achten, dass auch das gesamte Ersparte jährlich verzinst werde. Die Zinsen sollten jährlich ausgeschüttet oder dem Anlagekonto gutgeschrieben und in den Folgejahren mit verzinst werden. Ansonsten sinke der ohnehin niedrige Zinsertrag.

Zinsen erst ganz am Ende

Konkret nannte „Finanztest“ die Institute DAB Bank, Norisbank, Oyak Anker Bank, ProCredit Bank, Wüstenrot direct und Ziraat Bank. Der „Trick“ („Finanztest“) funktioniere so, dass die Banken die Zinsen nicht jährlich gutschrieben, sondern erst am Ende der Laufzeit.

Bei der DAB wirke sich das beispielsweise so aus: Laut Werbung beträgt der Zins 1,2 Prozent, durch die fehlenden Zinseszinsen sinke jedoch der Effektivzins auf 1,18 Prozent. Bei 10.000 Euro gibt es so nach vier Jahren 480 Euro, mit Zinseszins wären es nach Angaben von „Finanztest“ jedoch 488,71 Euro.

Es läppert sich – für die Banken

Was sich nach wenig Unterschied anhöre, sei für die Banken jedoch ein lohnendes Zubrot. Bei 500.000 Kunden mit der gleichen Anlage wie in der Beispielrechnung muss die Bank nach vier Jahren immerhin über 4,3 Millionen Euro weniger an Zinsen auszahlen. Bei 1,5 Prozent seien es bereits über 6,8 Millionen Euro, die den Sparern verloren gingen. Die Tester fordern deshalb, dass Banken den Effektivzins angeben müssen, wie es bei Krediten bereits Vorschrift ist. Sie erwarten, dass dann „solche undurchsichtigen Angebote wohl verschwinden“ würden

Die Auszahlung der Zinsen am Ende der Laufzeit hat nach Ansicht von „Finanztest“ darüberhinaus noch einen weiteren gewichtigen Nachteil: Dadurch würden viele Sparer den pauschalen Steuerfreibetrag auf Kapitalerträge überschreiten und müssten deshalb Abgeltungsteuer zahlen, was weiter an der ohnehin niedrigen Rendite bei Spareinlagen nagt.

http://www.t-online.de/wirtschaft/zinsen/id_66460466/-finanztest-banken-behalten-zinseszinsen-ein.html

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