Lage der deutschen Autobauer – eine Chronik

17.01.2016

Deutscher Auto-Markt künstlich aufgeblasen: Händler kaufen Neuwagen selbst

Die offiziellen Jubel-Zahlen über einen ständig wachsenden deutschen Auto-Markt haben mit der Wirklichkeit nichts zu tun: Die Händler treiben die Zahlen mit Tageszulassungen und massiven Rabatten künstlich in die Höhe. Außerdem kaufen viele Händler ihre Autos zunehmend selbst.

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Die Wachstumszahlen der Autoverkäufe haben in den vergangenen Wochen für Aufsehen gesorgt. 2015 waren dem Verband der Automobilindustrie (VDA) zufolge 3,2 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen worden, so viel wie seit 2009 nicht mehr. 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Mehr als die Hälfte der Fahrzeuge stammten von deutschen Herstellern. Allein im Dezember seien 7,7 Prozent mehr Fahrzeuge neu zugelassen als im Dezember 2014, hieß es vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA).

Doch die hohe Zahl der Neuzulassungen ist alles andere als ein realistisches Bild. Vor allem sei diese auf Tages- und Aktionszulassungen zurückzuführen, sagte Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR-Center Automotive Research der Uni Duisburg-Essen. Tatsächlich gehe es dem deutschen Automarkt eher schlecht, so Dudenhöffer zu den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Die Deutschen „kaufen eher weniger Autos“. Zu gut sind mittlerweile die Carsharing-Angebote und auch die Fernbusse erweitern stetig ihr Angebot. Hier entsteht zunehmend eine echte Alternative zu Bahn und Auto.

Der deutsche Automarkt wird künstlich gepusht“, so Dudenhöffer. „Der deutsche Automarkt ist der am stärksten rabattierte Automarkt der Welt“. Und das sei ein deutliches Zeichen dafür, dass er gesättigt ist. Eine aktuelle Studie des CAR-Center Automative Research kommt zu dem Schluss, dass im vergangenen Jahr das Jahr mit den zweithöchsten Neuwagen-Rabatten seit gut zehn Jahren ist. Dazu zählen Händler-Rabatte, Eigenzulassungen, Sonderaktionen und Eintauschprämien etc.

So sind zwar im Dezember die Neuwagen-Rabatte bei Internet-Vermittlern leicht zurückgegangen. Doch „beim Kauf der 30 meistverkauften Neuwagen via Internetvermittler von den Markenhändlern“ wurden immerhin 17,8 Prozent Nachlass gewährt, so die Studie, die den Deutschen Wirtschafts Nachrichten vorliegt. Als Rabattaktion besonders beliebt waren im vergangenen Jahr vor allem die Gebrauchtwagen-Eintausch-Prämien. „Immer intensiver versucht man durch überhöhte Zahlungen für Gebrauchtwagen Kunden vom Neuwagenkauf zu überzeugen.“

So lag beispielsweise bei den Internetvermittlern der maximale Rabatt für einen VW Polo ohne Gebrauchtwagen bei 18,2 Prozent, mit Gebrauchtwagen bei 26,8 Prozent. Für die Autobauer selbst bedeuten die hohen Prämien ein Verzicht auf Margen in Höhe von bis zu neun Prozent.

Ähnlich positiv auf die Zahl der Neuzulassungen wirken sich so genannte Tageszulassungen aus. Einerseits werden so die jährlichen Neuzulassungen erhöht und andererseits werden die Wagen dann günstiger an Kunden verkauft. Bei Audi Modellen wie dem A1 und dem A3 Sportsback sind dadurch Nachlässe zwischen 22 und 25 Prozent drin, beim Ford Focus sind sogar bis zu 36 Prozent.

Mit Blick auf die Neuzulassungen sind auch die Eigenzulassungen mittlerweile vom deutschen Automarkt nicht mehr wegzudenken. Im November lag die Zahl der von Autoherstellern und Autohändlern selbst zugelassenen Fahrzeugen bei insgesamt über 85.000. Das entspricht etwa einem Anteil von 30,6 Prozent.“ Bei Fiat, Kia, Nissan und Opel waren im vergangenen Monat mehr als 40 Prozent der Gesamtzulassungen auf Händler und Hersteller zurückzuführen.: „Im Zeitraum Januar bis November wurden 30,7% aller Neuwagen als Eigenzulassungen in den Markt gebracht. Das ist ein Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2014.“

Die hohen Bestände an jungen Gebrauchtwagen aufgrund von Tageszulassungen und Eigenzulassungen sprechen dafür, dass auch in diesem Jahr viele Rabattaktionen stattfinden werden. „Alles was man jetzt erkennt, ist das im Jahr 2016 die ,paradiesischen Zeiten‘ für die Neuwagenkäufer andauern werden“, so die Studie.

Dass der deutsche Automarkt, gerade für Neuwagen mehr als gesättigt ist, zeigt sich auch an dem hohen Durchschnittsalter für Autos. Dieses liegt Dudenhöffer zufolge bei neun Jahren. Der Autokauf wird zunehmend ein Ritual der Generation 50Plus. Mit 53 Jahren war 2015 nämlich auch ein Rekordjahr in Sachen Alter der Neuwagenkäufer. Bei den boomenden SUVS war das Durchschnittsalter der Käufer sogar bei 55,2 Jahren. Fast 40 Prozent der SUV-Neuwagenkäufer waren 60 Jahre und älter.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/01/17/deutscher-auto-markt-kuenstlich-aufgeblasen-haendler-kaufen-neuwagen-selbst/

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30.09.2015

Deutsche Autobauer erhalten massive Förderungen aus Steuergeldern

Das Wirtschaftsministerium verteilt öffentliche Förderungen in Millionenhöhe an Deutschlands Autobauer: Spitzenreiter ist Volkswagen, gefolgt von BMW. Angesichts des Abgas-Skandals muss man sich fragen, ob dieses Geld gut investiert ist.

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Deutsche Autoriesen erhalten Millionen an Steuermitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). So erhält die Volkswagen AG im Rahmen von laufenden Förderungen rund 15,4 Millionen Euro aus dem sozialdemokratisch geführten Ministerium. Die BMW AG bekommt im Zuge laufender Vorhaben vom Wirtschaftsressort über 11,6 Millionen Euro. Der Daimler AG bewilligte das BMWi weitere 9,9 Millionen Euro. Dies geht aus einer Auswertung der Deutschen Wirtschafts Nachrichten von Daten aus dem Förderkataloges des Bundes hervor.

Die einzelnen Ministerien der Bundesregierung fördern jährlich mit Millionen an Steuergeldern Forschungsprojekte, Unternehmen oder Organisationen. Festgehalten sind die Zahlungen im Förderkatalog des Bundes. Sie beinhaltet mehr als 110.000 abgeschlossene und laufende Vorhaben der Projektförderung des Bundes. Der Förderkatalog enthält Angaben darüber, wer zu welchem Zweck Mittel in welcher Höhe erhält.

Unter den Autobauern erhält Volkswagen im Rahmen laufender Förderungen am meisten Geld vom Wirtschaftsministerium. Die Zahlungen wurden bewilligt für „Forschungen zu innovativen Hochleistungs-Zellchemien und ressourceneffizienten Darstellungsprozessen für Lithium-Ionen-Batteriezellen für mobile Anwendung in Deutschland“. Im Rahmen des Forschungsprojekts ist Volkswagen für ein Teilprojekt zuständig, das eine „Hochenenergie-/Leistungs-Batterie“ zum Gegenstand hat. Mehr als 2,5 Millionen Euro erhält die Volkswagen AG hierfür vom Staat für den Zeitraum von Dezember 2014 bis November 2017, die Volkswagen Varta Microbattery Forschungsgesellschaft mbH & Co. KG wird bei dem Projekt im selben Zeitraum mit weiteren rund 6,4 Millionen Euro bedacht.

Auch bei BMW fließen die BMWi-Mittel im Zusammenhang mit der Erforschung von Batterien. Insgesamt 668.530 Euro bekommt der bayerische Autokonzern zum Thema „Alpha Laion – Hochenergie-Lithium Batterien“ im Zeitraum von September 2012 bis August 2015. Im Rahmen von „Alpha-Laion“ sollen Hochenergie-Traktionsbatterien für Elektrofahrzeuge entwickelt werden. Dreh- und Angelpunkt ist dabei die Nationale Plattform für Elektromobilität (NPE). Die NPE wurde 2010 bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Leben gerufen und vereint Vertreter von Industrie, Politik und Lobbyverbänden wie dem Bundesverband der Deutschen Industrie.

Die NPE will Deutschland bis 2020 nicht nur zum Leitmarkt, sondern auch zum Leitanbieter für Elektromobilität machen – offensichtlich mit reichlich Unterstützung der beteiligten Wirtschaftsunternehmen aus dem Steuersäckel. An der NPE sind die Bundesministerien für Wirtschaft, Verkehr, Umwelt und Bildung beteiligt. Federführend zuständig ist das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit dem Verkehrsministerium. Im Lenkungskreis der NPE wirken Vertreter von BMW, Audi, VW und Daimler mit.

Auch Daimler ist an dem Batterie-Projekt „Alpha-Laion“ beteiligt und bekommt im selben Zeitraum wie BMW dafür 464.471 Euro. Ein Vertreter von Daimler wiederum hält den Vorsitz in der Arbeitsgruppe „Batterietechnologie“ der NPE.

Bei Daimler heißt es dazu auf Anfrage, die Leiter der Arbeitsgruppen hätten „gemäß den Vorgaben der Bundesregierung auch einen Sitz im Lenkungsausschuss“. Die Förderprojekte würden „von den einzelnen Arbeitsgruppen vorgeschlagen“. Über die Mittelvergabe würden „Vertreter der Bundesregierung entscheiden“. Die Bundesministerien für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie für Bildung und Forschung verwiesen in dieser Frage an das BMWi, das Bildungsministerium an das Verkehrsministerium und das BMWi, welches dazu nur ausweichend Stellung nahm.

Darüber hinaus gibt es weitere Bewilligungen des Wirtschaftsministeriums an die Autoindustrie:

4.076.329 Euro an die Audi AG, unter anderem für ein Teilprojekt eines Forschungsprojektes, das sich mit „Konzeption, Implementierung und Test manueller Arbeitsplätze mit Bewegungserkennung in der Großindustrie“ befasst

165.595 Euro an die 100-prozentige Audi-Tochter Audi Electronics Venture GmbH

1.896.260 Euro an die Adam Opel AG, unter anderem für ein Teilprojekt eines Forschungsprojektes, das „Mensch-Maschine-Interaktion und Verhaltensprädiktion“ beinhaltet

1.473.437 Euro an die 100-prozentige BMW-Tochter BMW Forschung und Technik GmbH

2.680.541 Euro an die MAN Truck & Bus AG

Die Förderung von Autokonzernen durch die Bundesregierung hat System: Im vergangenen Jahr wurde bereits bekannt, dass von den Zahlungen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, die im Förderkatalog verzeichnet sind, mehr als zehn Prozent an Daimler und BMW flossen. Das Ministerium ist ebenfalls an der NPE beteiligt. Vera Moosmayer, Sprecherin des Digitalministeriums, erklärte damals auf Anfrage unter anderem, ihr sei „kein ‚Förderkatalog des Bundes‘ bekannt“.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/09/30/deutsche-autobauer-erhalten-massive-foerderungen-aus-steuergeldern/

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11.11.2014

Minus 21 Prozent: Absatz von VW in Russland bricht ein

Seit Beginn des Jahres ist der Absatz des deutschen Autobauers Volkswagen in Russland um 21 Prozent eingebrochen. Die Produktion in einem russischen Werk musste sogar aufgrund der geringen Nachfrage gestoppt werden. Doch auch in Südamerika geht der Absatz zurück.

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Absatzprobleme in Russland und Südamerika machen Volkswagen immer mehr zu schaffen. Die Hauptmarke VW des Wolfsburger Autobauers schlug im Oktober weltweit erstmals seit über einem Jahr weniger Fahrzeuge los: Die Auslieferungen schrumpften binnen Jahresfrist um 0,4 Prozent auf 517.400 Fahrzeuge, wie VW am Dienstag mitteilte. Im August und September hatte der Absatz bereits stagniert. In den ersten zehn Monaten kletterten die Verkaufszahlen um 2,6 Prozent auf erstmals mehr als fünf Millionen Wagen.

Neuen Schub erhoffen sich die Wolfsburger vom neuen Mittelklassemodell Passat, der nächste Woche zu den Händlern in Deutschland rollt und danach in weiteren Ländern an den Start gehen soll. „Wir liegen damit auf Kurs, erstmals mehr als sechs Millionen Fahrzeuge zu verkaufen“, sagte Vertriebsvorstand Christian Klingler.

Während VW in Westeuropa seit Jahresbeginn mehr Wagen auslieferte, schrumpften die Verkäufe in einigen anderen Regionen deutlich. Am stärksten war der Rückgang mit knapp 21 Prozent in Russland, wo VW die Bänder im Werk Kaluga unlängst wegen der schwachen Nachfrage erneut gestoppt hatte. In Südamerika sanken die Verkäufe um 18,5 Prozent.

Auf dem ebenfalls wichtigen Markt in den USA schlug VW zwölf Prozent weniger los als im Vorjahreszeitraum. Zudem verloren die Wolfsburger auf ihrem Hauptmarkt in China weiter an Fahrt. Mit plus 13,8 Prozent war das Zuwachs bei den Auslieferungen allerdings immer noch kräftig. Auf dem weltweit größten Pkw-Markt verkaufen die Wolfsburger inzwischen fast die Hälfte ihrer Fahrzeuge.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/11/11/minus-21-prozent-absatz-von-vw-in-russland-bricht-ein/

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30.09.2014

Mercedes-Arbeiter streiken gegen Produktions-Verlagerung in die USA

Beschäftigte des Mercedes-Werks in Düsseldorf haben am Dienstag die Arbeit niedergelegt. Sie protestieren damit gegen die geplante Verlagerung eines Teils der Sprinter-Produktion in die USA. Bisher werden die Fahrzeuge für den US-Markt in Deutschland produziert, wegen hoher US-Einfuhrzölle aber für den Transport wieder zerlegt.

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Beschäftigte des Mercedes-Werks in Düsseldorf haben aus Protest gegen die geplante Verlagerung eines Teils der Sprinter-Produktion ins Ausland am Dienstag die Arbeit niedergelegt. Mit Beginn der Nachtschicht gegen ein Uhr hätten sich rund 800 Beschäftigte an den Protesten beteiligt, weitere 1000 Beschäftigte hätten am Morgen die Arbeit verweigert, sagte eine Sprecherin der IG Metall. Die Proteste sollen den ganzen Tag über andauern, die Gewerkschaft rechnet insgesamt mit rund 3000 Teilnehmern.

Die Beschäftigten forderten den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und wollten dies anlässlich einer Sitzung des Daimler -Aufsichtsrats mit ihren Aktionen unterstreichen. Die Gewerkschaft fürchtet, rund 1800 der 6600 Arbeitsplätze in Düsseldorf könnten wegfallen.

Das Unternehmen habe die Arbeitnehmervertretung über den Plan informiert, die Transporter für den US-Markt in den Vereinigten Staaten zu produzieren, hatte der Betriebsratsvorsitzende Thomas Weilbier jüngst gesagt: „Bei uns herrscht deshalb die Befürchtung, etliche hundert Arbeitsplätze könnten wegfallen.“  Eine Daimler-Sprecherin hatte Gespräche mit dem Betriebsrat bestätigt.

In Düsseldorf geht es um die Produktion der nächsten Sprinter-Generation in fünf bis sieben Jahren. Rund 15 Prozent der Lieferwagen werden in den USA, dem nach Deutschland zweitgrößten Markt für den Sprinter, verkauft. Bisher werden die Transporter in Deutschland produziert, dann für die Lieferung in die USA zerlegt und dort wieder zusammengebaut. Dadurch vermeidet Daimler einen Importzoll von 25 Prozent, der seit den 60er Jahren gilt. Nun soll einem Sprecher zufolge komplett vor Ort produziert werden, um die Lieferzeiten zu verkürzen.

Die Aufhebunge der Importzölle für Nutzfahrzeuge sind auch Gegenstand der Verhandlungen um das Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und der EU.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/09/30/mercedes-arbeiter-streiken-gegen-produktions-verlagerung-in-die-usa/

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15.08.2014

Deutsche Autobauer auf Risiko-Kurs: Sparen sich VW, BMW und Co. kaputt?

BMW, Porsche, Volkswagen und Mercedes wollen den Gürtel enger schnallen, um auch in der Zukunft wettbewerbsfähig zu sein. Doch die Sparprogramme sind mit Risiken verbunden und stoßen auf Widerstand.

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Martin Winterkorn redet gerne Klartext. Was die rund 1.000 Führungskräfte beim „Mobile Live Campus“ vom Volkswagen-Konzernchef zu hören bekamen, ließ ihnen die Ohren klingeln. „Es ist an der Zeit, die Prozesse, Kostendisziplin und Rendite der Marke Volkswagen noch stärker, noch nachdrücklicher in den Mittelpunkt unseres Denkens und Handels zu stellen. Seien wir ehrlich: Wir haben in der Produktivität gegenüber den Kernwettbewerbern unverändert erheblichen Nachholbedarf“, stellte der Konzernchef unmissverständlich klar.

Ein Blick in die Bilanzen des Wolfsburger Imperiums zeigt die Schieflage, in der sich Europas größter Autobauer momentan befindet: Die Niedersachsen verdienen mit ihren Modellen zu wenig Geld. Die Rendite des Brot-und-Butter-Autos VW Golf beläuft sich auf bescheidene drei Prozent, beim neuen Passat sollen es gar nur zwei Prozent sein. Bei solchen Werten zückt BMW-Chef Norbert Reithofer nicht einmal den Kugelschreiber.

Jetzt drohen massive Einschnitte

Bis 2018 soll VW sechs Prozent Rendite erwirtschaften. Im vergangenen Jahr waren es 2,9 Prozent. So eine Mammut-Aufgabe ist nicht ohne große Einschnitte zu bewältigen. Bis 2017 will VW schrittweise bis zu fünf Milliarden Euro pro Jahr einsparen. Das geht nur mit Optimierungen beim Einkauf, durch das Senken der Fixkosten und dem Straffen der Produktionsabläufe. Letzteres funktioniert beim neuen Golf in Wolfsburg nicht. Das ist besonders bitter, da das Kompaktklassen-Modell nach dem neuen Baukastensystem gefertigt wird.

Fehler duldet Martin Winterkorn nur sehr ungern. Deswegen musste VW-Produktionsvorstand Michael Macht seinen Hut nehmen. Indes regt sich gegen Winterkorns Sparkurs Widerstand bei den hochprofitablen Töchtern Audi und Porsche, die ihre Investitionen nicht kürzen wollen. Als eine der größten Baustellen gilt der amerikanische Markt. Das für eine Milliarde Euro gebaute Werk in Chattanooga ist nicht ausgelastet, weil wichtige Modelle fehlen. Erst 2016 soll ein großes SUV in den USA für Umsätze sorgen. Auch das geplante Billigauto ist nicht unumstritten. Mit einem Preis von rund 7.000 Euro werde das Fahrzeug nach Dafürhalten der Kritiker nur wenig Gewinn abwerfen.

Kostendruck: Es gärt bei den Zulieferern

Doch nicht nur die Dependancen in Ingolstadt und Zuffenhausen sträuben sich gegen die Einsparungen. Der Kostendruck wird oft an die Zulieferer weitergegeben. „Die Frage ist, wie lange die Hersteller von den Zulieferern noch etwas holen können“, mahnt ElringKlinger-Chef Stefan Wolf. Auch wenn das Preisschrauben-Drehen zwischen Zulieferer und Autobauer ein Stück weit zur Normalität gehört, leidet irgendwann auch die Qualität. Das Downsizing und der Innovationsdruck haben bei Motoren und Getrieben offenbar schon zu einer Erhöhung der Pannen geführt. Laut Erhebungen von „CG Car Garantie“, einem der größten Garantieversicherer Europas, sind die Getriebeschäden zwischen den Jahren 2008 und 2013 um 21,6 Prozent gestiegen. Die Motorschäden nahmen im gleichen Zeitraum um 8,2 Prozent zu. Was passiert, wenn die Daumenschrauben zu sehr angezogen werden, musste Opel vor mehr als zehn Jahren erfahren, als ein rigider Sparkurs die Innovationen hemmte und auch die Qualität der Modelle litt. Die deutsche GM-Tochter muss indes weiter sparen. Um die Rüsselsheimer endlich in die Gewinnzone zu führen, sollen bis 2015 die Fixkosten um rund 374 Millionen Euro pro Jahr gesenkt werden.

Diesen Fehler des Kaputtsparens wollen die Strategen in Wolfsburg, München und Stuttgart-Untertürkheim nicht begehen. Dennoch ist die Kostensenkung oberste Bürgerpflicht. Der chinesische Markt wird zunehmend volatiler, die Absätze in Europa nehmen nur sehr langsam Fahrt auf und wie robust die Erholung des amerikanischen Wirtschaftsraumes ist, steht noch in den Sternen.

Milliarden müssen eingespart werden

Analysten sind sich einig, dass jetzt die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden müssen, um für die kommenden härteren Zeiten gewappnet zu sein. Daimler-Chef Dieter Zetsche reagiert und bessert bei dem im Herbst 2012 beschlossenen Spar-Plan „Fit for Leadership“ nach. Bis Ende dieses Jahres sollen die Ausgaben nochmals um zwei Milliarden reduziert werden, bis 2020 sollen dann jährlich 3,5 Milliarden eingespart werden. Nachdem in den vergangenen 24 Monaten bei den Materialien die Etats zurückgeschraubt wurden, soll zukünftig die Kostensenkung alle Bereiche betreffen – auch die Produktion und den Vertrieb. Daimler will 56 von insgesamt 158 Autohäusern und Werkstätten konzerneigener Niederlassungen veräußern. So soll die Umsatzrendite auf etwa zehn Prozent steigen. Das ist ein ambitioniertes Ziel, da die Rendite momentan bei 6,3 Prozent liegt.

Auf Profit getrimmt

Eine Rendite von acht bis zehn Prozent ist bei BMW in letzter Zeit Gesetz. Der Chef des Münchener Autobauers Norbert Reithofer trimmt den Konzern weiterhin auf Profit. Die 2007 verabschiedete „Strategie Number One“ ist nach wie vor oberste Leitlinie, da sie bis 2020 ausgelegt ist. Die darin enthaltenen Einsparungsvorgaben maximieren zwar den Gewinn, haben aber auch im Modellportfolio ihre Spuren hinterlassen. Die Qualität des Innenraums lässt trotz aller Anstrengungen immer noch zu wünschen übrig, ein Supersportwagen fehlt ebenso wie große Geländemodelle von BMW und Rolls-Royce. Wie bei der Konkurrenz sollen die Kosten weiter reduziert werden. Schon seit Wochen sind McKinsey-Unternehmensberater in der Konzernzentrale unterwegs und suchen nach Einspar-Potentialen. Die sollen sich pro Jahr im Bereich von rund hundert Millionen Euro bewegen.

Bei der Revisionswut bleibt kein Stein auf dem anderen: Unter anderem sollen die bezahlten Brotzeitpausen der Werksmitarbeiter gestrichen werden. Zwar droht die Konzernführung prophylaktisch mit der Wirtschaftlichkeits-Kelle und damit mit möglichen Entlassungen, doch ohne das Placet der Arbeitnehmervertreter wird das Vorhaben nur schwer durchzusetzen sein. Bei Porsche wehrt sich Betriebsratschef Uwe Hück vehement gegen das Abschaffen einer solchen Pause, die nach dem Gewerkschafter Franz Steinkühler benannt ist. Wie diese Auseinandersetzung bei BMW ausgeht, ist noch offen.

http://www.focus.de/auto/news/autoabsatz/sparplaene-der-autohersteller-deutsche-autobauer-auf-risiko-kurs-sparen-sich-vw-bmw-und-co-kaputt_id_4061527.html

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08.08.2014

Auto-Krise: Über 60 Prozent der Neuzulassungen sind Firmenwagen

Das Geschäft mit Firmenwagen schiebt den Pkw-Absatz im Juli an. Sieben Prozent mehr Neuwagen auf Deutschlands Straßen. 62 Prozent der Neuzulassungen entfallen auf gewerbliche Halter. Die Neuzulassung auf private Fahrzeughalter ging um 5 Prozent zurück.

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Die höhere Nachfrage nach Firmenfahrzeugen hat den Pkw-Absatz in Deutschland im Juli beflügelt. Knapp 270.300 Autos wurden im vergangenen Monat neu zugelassen, das sind fast sieben Prozent mehr als vor Jahresfrist, wie das Kraftfahrtbundesamt und der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Montag mitteilten. Im Juni war der Absatz in Deutschland, Europas größtem Pkw-Markt, überraschend geschrumpft. Seit Jahresbeginn stieg die Zahl der Neuzulassungen um drei Prozent auf mehr als 1,8 Millionen Fahrzeuge. Der Zuwachs sei „vor allem auf das lebhafte Geschäft der gewerblichen Zulassungen zurückzuführen”, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Die privaten Fahrzeug-Neuanmeldungen blieben hinter den Erwartungen zurück, „doch gibt der steigende Auftragseingang aus dem Inland Hoffnung”.

Autoexperte Peter Fuß von der Unternehmensberatung Ernst&Young (EY) verwies darauf, dass dem Plus von 16 Prozent bei den Firmenwagen ein Minus von fünf Prozent bei den Neuzulassungen auf Privatpersonen entgegenstehe. „Offenbar sehen die deutschen Verbraucher trotz extrem günstiger Finanzierungsbedingungen, guter Arbeitsmarktlage und positiver Konjunkturaussichten nach wie vor wenig Anlass zum Autokauf.” Auch hohe Rabatte auf Neuwagen änderten daran wenig.

Im Juli wurden rund 38 Prozent der neuen Pkw auf private Halter zugelassen; damit entfielen fast 62 Prozent auf gewerbliche Nutzer. Besonders gefragt waren Oberklasse- und Geländewagen. Familienkutschen und Sportwagen wurden dagegen deutlich seltener gekauft.

Wie das Kraftfahrtbundesamt weiter mitteilte, setzten im abgelaufenen Monat fast alle deutschen Hersteller mehr Fahrzeuge ab. VW und die Konzerntöchter Audi und Porsche fuhren trotz Sparprogramm ebenso wie BMW zweistellige Zuwachsraten ein, während Mercedes im Juli kaum vom Fleck kam. Von der Daimler-Kleinwagenmarke Smart sowie vom Mini aus dem Hause BMW wurden weniger Fahrzeuge verkauft.

Für Schwung sorgte bei den Autobauern vor allem das Exportgeschäft, das im Juli laut VDA um 13 Prozent zulegte. Insgesamt wurden fast 407.000 Pkw an ausländische Kunden ausgeliefert, seit Jahresbeginn waren es 2,6 Millionen (plus acht Prozent).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/08/08/ueber-60-prozent-der-neuzulassungen-sind-firmenwagen/

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17.07.2014

Daimler verkündet massives Programm zur Kostensenkung

Bis 2020 will Daimler-Chef Zetsche die Kosten in der Pkw-Sparte um weitere 3,5 Milliarden Euro jährlich senken. Laut Konzern reicht das aktuelle Sparprogramm nicht aus, um die angepeilte Umsatzrendite von 10 Prozent zu erreichen. In der Lkw-Sparte sollen rund 2.000 Arbeitsplätze wegfallen.

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Daimler-Chef Dieter Zetsche plant ein neues Sparprogramm für die Pkw-Sparte des Konzerns.

Bis 2020 sollten weitere 3,5 Milliarden Euro jährlich an Kosten gesenkt werden, berichtete das Manager Magazin unter Berufung auf Daimler-Manager. Das bis Ende des Jahres laufende Sparprogramm reiche nicht aus, um die angepeilte Rendite von zehn Prozent des Umsatzes in der Pkw-Sparte zu erreichen.

Ein Daimler-Sprecher wollte die Zahl nicht bestätigen. „Wir arbeiten die laufenden Programme ab, alles Weitere wird sich zeigen – Kostendisziplin ist bekanntlich tägliches Brot in der Industrie.“

Das Management hatte Ende 2012 jährliche Einsparungen für die Pkw-Sparte von zwei Milliarden Euro sowie von 1,6 Milliarden Euro für die Lkw-Sparte bis Ende 2014 beschlossen. Von den Summen sollen am Jahresende 70 bis 80 Prozent realisiert sein.

Zetsche hatte bereits auf der Hauptversammlung im April erklärt, Effizienzmaßnahmen würden über alle Geschäftsfelder hinweg ausgebaut. Inzwischen wurden mehrere Sparinitiativen bekannt, die teilweise über den Horizont der bestehenden Pläne hinausreichen: So sollen Mercedes-Niederlassungen zusammengelegt oder verkauft werden.

In der Lkw-Sparte sollen nach Aussage des Betriebsrats bis 2020/21 rund 2.000 Arbeitsplätze wegfallen. In das größte Pkw-Werk Sindelfingen will das Management nach Angaben des Betriebsrats eine Milliarde Euro investieren – fordert als Gegenleistung aber erhebliche Effizienzsteigerungen.

Auch Volkswagen und BMW wollen den Rotstift ansetzen, während die Autokonjunktur weltweit gut läuft und viele neue Modelle auf den Markt gebracht werden. Europa bleibt ein schwieriger Absatzmarkt. Denn aufgrund geringer Einkommen kaufen die Europäer weniger Autos (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/07/17/daimler-chef-zetsche-baut-spar-programm-aus/

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03.06.2014

Deutscher Automarkt: Händler kämpfen mit Mega-Rabatten ums Überleben

Die Pkw-Zulassungen in Deutschland sind im Mai um 5,2 Prozent gestiegen. Vor allem gewerbliche Zulassungen legten kräftig zu. Dies ist oft ein Anzeichen dafür, dass Händler mehr Neuwagen auf sich selbst zulassen, um sie anschließend mit hohen Preisabschlägen zu verkaufen. Die Rabattschlacht hält an.

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Der deutsche Automarkt hat im Mai an Fahrt gewonnen. Im vergangenen Monat seien rund 274.000 Fahrzeuge neu auf die Straßen gekommen, gut fünf Prozent mehr als vor Jahresfrist, teilte das Kraftfahrt-Bundesamt am Dienstag mit.

Während sich Privatleute weiter mit dem Kauf eines Neuwagens zurückhielten, legten gewerbliche Zulassungen kräftig zu. Dies ist oft ein Anzeichen dafür, dass Händler mehr Neuwagen auf sich selbst zulassen, um sie anschließend mit hohen Preisabschlägen zu verkaufen.

Bereits zu Jahresanfang war die Pkw-Nachfrage mithilfe von Rabatten angekurbelt worden. Im April war der Absatz geschrumpft, weil die Autohäuser über Ostern geschlossen sind (mehr hier).

Die Rabattschlacht habe zwar etwas nachgelassen, es würden aber immer noch ruinöse Preisabschläge gewährt, sagte Ferdinand Dudenhöffer, der das CAR-Institut an der Uni Duisburg-Essen leitet. Zugleich erhole sich die Nachfrage nach Firmenwagen, weil Unternehmen angesichts der besseren Konjunktur mehr bestellten, erläuterte er.

Im Mai seien knapp 63 Prozent der Neuzulassungen auf das Konto von Unternehmen gegangen nach 59 Prozent im Vorjahr, sagte Peter Fuß von EY (ehemals Ernst & Young). Es spreche viel dafür, dass der Trend bei den gewerblichen Zulassungen in den nächsten Monaten anhalten werde.

Kräftige Absatzzuwächse verzeichneten im Mai Renault mit plus 32,5 Prozent und die VW-Tochter Skoda, deren Auslieferungen um 22,6 Prozent kletterten. Dagegen konnte der französische Rivale Peugeot den Verkauf kaum steigern (plus 0,8 Prozent). Deutlich stärker legte Opel mit plus 9 Prozent zu.

Porsche verkaufte elf Prozent mehr als vor Jahresfrist. Auch die deutschen Oberklassehersteller schnitten unterschiedlich ab: Während Audi gut fünf Prozent mehr von seinen Oberklassewagen losschlug, gingen die Neuzulassungen bei BMW um 4,8 Prozent zurück. Die Daimler -Tochter Mercedes-Benz verkaufte ein halbes Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Bei den Importeuren fuhr die zu Fiat-Chrysler gehörende Geländewagenmarke Jeep den stärksten Anstieg (plus 84,6 Prozent) ein, gefolgt von Nissan mit plus 37 Prozent. Bei Chevrolet brachen die Neuzulassungen um 85 Prozent ein. Der amerikanische Mutterkonzern GM hatte unlängst entschieden, die Marke aus Europa zurückzuziehen, um der Tochter Opel mehr Freiraum zum Überleben zu geben.

Insgesamt wurden in Deutschland in den ersten fünf Monaten 1,26 Millionen Neuwagen registriert, ein Plus von 3,4 Prozent. Für das Gesamtjahr prognostizieren Branchenverbände rund drei Millionen Neuzulassungen. Im vergangenen Jahr wurden 2,95 Millionen Neuwagen registriert.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/06/03/deutscher-automarkt-haendler-kaempfen-mit-mega-rabatten-ums-ueberleben/

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16.01.2014

Auto-Absatz in Europa fällt auf den Stand von 1995 zurück

Der Absatz der europäischen Autobauer ist so schlecht wie zuletzt vor 19 Jahren. Der Verkauf der Neufahrzeuge ist im Vergleich zum Vorjahr erneut gesunken. Die Hersteller konzentrieren sich daher auf den wachsenden Absatzmarkt in China.

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Der Autoabsatz in Europa ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 1995 gefallen. In der EU wurden 2013 nur noch 11,85 Millionen Pkw neu zugelassen, wie der Herstellerverband ACEA am Donnerstag mitteilte. Das ist ein Rückgang von 1,7 Prozent im Vergleich zu dem bereits schwachen Vorjahreswert. Von den großen Märkten konnten 2013 nur Großbritannien (plus 10,8 Prozent) und Spanien (plus 3,3 Prozent) zulegen.

Zum Jahresende hellte sich allerdings die Lage auf. Im Dezember kletterten die Neuzulassungen den vierten Monat in Folge. Sie stiegen zum Dezember 2012 um 13,3 Prozent auf 906.294 Fahrzeuge. Das war jedoch immer noch der drittschlechteste Dezember-Wert seit Beginn der Aufzeichnungen, wie der Herstellerverband weiter mitteilte.

Die Hersteller versuchen, den schwachen Absatz in Europa mit steigenden Verkäufen in China zu kompensieren (mehr hier). Die EU verliert für die Automobil-Industrie weltweit an Bedeutung (mehr zu den Plänen von VW in Brasilien – hier).

Der US-Hersteller Ford hat am Donnerstag angekündigt, er werde einen Rückzug aus Großbritannien in Betracht ziehen, sollten sich die Briten für einen Austritt aus der EU entscheiden (hier).

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2014/01/58615/

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03.01.2014

Volkswagen-Absatz in den USA bricht ein

Der amerikanische Automarkt floriert. Nur nicht für Volkswagen. Mangels neuer Modelle haben die Wolfsburger gerade erobertes Terrain wieder verloren, denn die Konkurrenz konnte teils kräftig zulegen.

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Volkswagen fällt nach einer grandiosen Aufholjagd im wichtigen US-Automarkt wieder zurück. Das erschwert es den Wolfsburgern, ihr Ziel zu erreichen, bis spätestens 2018 zur weltweiten Nummer eins der Autobranche aufzusteigen.

Nicht zuletzt mangels neuer Modelle schrumpften die Verkäufe der Marke VW im vergangenen Jahr um annähernd 7 Prozent auf 408.000 Stück, wie das Unternehmen am Freitag bekanntgab. So musste sich der inzwischen drei Jahre alte US-Passat jüngeren Konkurrenten wie dem Ford Fusion – dem US-Schwestermodell des Mondeo – geschlagen geben.

Im Jahresverlauf lief das VW-Geschäft immer schlechter. Das gipfelte im Dezember in einem Einbruch von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Zum Teil dürfte daran auch das schlechte Wetter schuld gewesen sein, das Kunden vom Besuch beim Händler abhielt.

Dies bekamen auch die zwei Erzrivalen Toyota und General Motors zu spüren, mit denen VW um die Weltspitze ringt. Sie verzeichneten in den USA 2 beziehungsweise 6 Prozent weniger Dezember-Verkäufe. Dagegen konnten Ford und Chrysler im gleichen Maße zulegen. Aufs Jahr gesehen verkauften alle diese Hersteller allerdings zwischen 7 und 11 Prozent mehr Wagen.

VW verlor damit Marktanteile. Im vergangenen Jahr hatten die Wolfsburger noch das beste Ergebnis in vier Jahrzehnten eingefahren. Seit 2009 hatte die Marke ihre Verkäufe im Land in einem Kraftakt mehr als verdoppelt. Damals neue Modelle wie Passat und Jetta und Preissenkungen lockten die US-Kunden an. 2013 aber kehrte Ernüchterung ein.

Für einen Lichtblick sorgte die Premiumschwester Audi, die sowohl im Dezember als auch im Gesamtjahr mehr Wagen loswurde und das beste Ergebnis ihrer Geschichte in den USA einfuhr. US-Chef Scott Keogh zeigte sich auch für das neue Jahr optimistisch. Die Rivalen BMW und Daimler liegen bei den Verkäufen in den USA allerdings vor Audi.

Bei VW steht noch die Entscheidung über einen neuen Geländewagen speziell für den nordamerikanischen Markt aus, der einen deutlichen Schub bringen dürften. Schon Anfang 2013 hatte VW seine Studie Crossblue auf der Automesse in Detroit vorgestellt.

Dabei könnte gerade das US-Geschäft einen zusätzlichen Schub vertragen. Nach Jahren des steilen Wachstums kommt die Kernmarke Volkswagen Pkw dort ins Schlingern. Zweistellige Absatzrückgänge zwischen September und November ließen bereits vor den Dezember-Zahlen die Alarmglocken schrillen. Zum Januar übernimmt mit Michael Horn ein neuer Manager das Konzerngeschäft in den USA. Vorgänger Jonathan Browning wolle aus persönlichen Gründen in seine Heimat Großbritannien zurückkehren.

Für Chrysler läuft es in den Staaten deutlich besser

Mitte November geriet VW dann noch mit einem gewaltigen Rückruf in die Schlagzeilen: Auf einen Schlag wurden mehr als 2,6 Millionen Autos in die Werkstatt beordert. Der Löwenanteil der Probleme geht – ausgerechnet – auf ein internes Prestigeprojekt zurück, das Piëch in den 1990er Jahren vorantrieb: das Doppelkupplungsgetriebe. Neben den Kosten und möglichen Imageproblemen offenbarten die Rückrufe auch eine Achillesferse des Konzerns, der auf zehn Millionen Fahrzeuge Jahresabsatz zusteuert: Mehr identische Bauteile aus Kostengründen in mehr Modelle zu drücken, steigert auch das Qualitätsrisiko.

Deutlich besser lief es auf dem US-Markt für Chrysler. Der Autobauer aus der Nähe von Detroit setzte im Dezember 161.000 Fahrzeuge ab, im Gesamtjahr stiegen die Verkäufe um 9 Prozent auf 1,8 Millionen Stück. Damit setzte Chrysler schon beinahe wieder so viele Wagen ab wie vor dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise.

US-Verkaufschef Reid Bigland betonte am Freitag am Firmensitz in Auburn Hills (Bundesstaat Michigan) vor allem den guten Lauf von Jeep-Geländewagen und Pick-up-Trucks der Marke Ram zum Jahresende. So legte alleine der neue Jeep Grand Cherokee um 48 Prozent auf über 15.000 Einheiten zu.

Das Unternehmen hatte 2007 noch annähernd 2,1 Millionen Autos in den USA ausgeliefert, bevor die Krise voll zuschlug. 2008 schmolzen die Verkäufe auf unter 1,5 Millionen, ehe sie 2009 mit nur noch 930.000 ihren Tiefstand erreichten. Damals musste Chrysler Insolvenz anmelden. Mit finanzieller Hilfe des Staates und technischer Unterstützung von Fiat gelang das Comeback. Die Italiener hatten am Mittwoch angekündigt, auch die restlichen Anteile an Chrysler für 4,35 Milliarden Dollar zu kaufen.

Gegen die Verkaufszahlen von General Motors muss sich auch Chrysler hinten anstellen: GM lieferte im vergangenen Jahr insgesamt 2,8 Millionen Fahrzeuge aus – ein Plus von 7,3 Prozent. Doch auch hier lief zum Jahresende nicht alles rund: Im Dezember gingen die Absätze um 6,3 Prozent zurück.

Im Gesamtjahr dürften nach GM-Schätzungen in den USA mit 15,6 Millionen Autos acht Prozent mehr verkauft worden sein als im Vorjahr. Experten hatten mit 16 Millionen gerechnet. dennoch war es das beste Jahr seit 2007 vor Beginn der Rezession als 16,1 Millionen Autos verkauft wurden. Auf dem Höhepunkt der Rezession 2009 ging die Zahl auf 10,4 Millionen zurück.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/fast-23-prozent-weniger-volkswagen-absatz-in-den-usa-bricht-ein/9286056.html

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24.09.2013

„Müssen den Gürtel noch enger schnallen“VW stimmt Mitarbeiter auf Sparkurs ein

Volkswagen ist zwar erfolgsverwöhnt, aber das erste Halbjahr hat gezeigt, dass Europas Branchenprimus nicht krisenfest ist: Der Betriebsgewinn der Hauptmarke VW ist bereits um ein Drittel eingebrochen. Damit das Konzernplus vorzeigbar bleibt, soll gespart werden – auf allen Ebenen, in allen Regionen und in allen Werken.

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Europas größter Automobilkonzern Volkswagen spürt die Absatzkrise und wirbt bei seinen Mitarbeitern für einen Sparkurs. „Wir brauchen eine solide Ertragskraft mit einer wettbewerbsfähigen Kostenposition“, sagte VW-Markenvorstand Arno Antlitz vor 18.000 Beschäftigten im Stammwerk in Wolfsburg. Auf allen Ebenen, in allen Regionen und in allen Werken werde man daher den Gürtel in den nächsten Monaten noch enger schnallen müssen. Darunter solle das Kerngeschäft aber nicht leiden. Zugleich werde weiter an den internen Abläufen und Strukturen gearbeitet, kündigte Antlitz an.

Volkswagen hatte sich schon vor längerem zum Ziel gesetzt, die Kosten jedes Jahr durch Effizienzsteigerungen zu senken, um profitabler zu werden. Der intern als „Volkswagen Weg“ bezeichnete Kurs setzt allerdings voraus, dass auch der Absatz stetig klettert, um Personalabbau zu vermeiden.

Eine solche Steigerungen der Verkaufszahlen wird angesichts der Dauerkrise in Europa jedoch immer schwieriger. Konzernchef Martin Winterkorn hatte deshalb bereits angekündigt, die Sparmaßnahmen zu verschärfen. So wolle Europas größter Autobauer künftig Aufträge an externe Dienstleister nur noch in stark reduziertem Umfang vergeben. Diese sollten stattdessen wieder mit eigenen Kräften abgearbeitet werden. Zudem sollten Synergien im Konzernverbund noch intensiver genutzt werden.

Schlecht und gleichzeitig besser

Seine Gewinnziele hatte das Zwölf-Marken-Imperium unlängst bekräftigt, nachdem durch einen Medienbericht Zweifel aufgekommen waren. Dem erfolgsverwöhnten Konzern macht die Absatzkrise in Westeuropa immer mehr zu schaffen. Bereits im ersten Halbjahr war der Betriebsgewinn der Hauptmarke VW um ein Drittel eingebrochen.

Damit schnitten die Wolfsburger aber immer noch deutlich besser ab als die angeschlagenen Konkurrenten Peugeot, Renault und Fiat, die teils mit schmerzhaften Sparprogrammen und Personalabbau gegensteuern müssen.

Der Aktienkurs reagierte positiv: Er legte knapp 0,8 Prozent zu und damit deutlich stärker als der Leitindex Dax.

http://www.n-tv.de/wirtschaft/VW-stimmt-Mitarbeiter-auf-Sparkurs-ein-article11431641.html

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11.09.2013

Aufruhr bei Opel: Arbeiter ignorieren Betriebsrat und streiken

Teile der Nachtschicht des Opel-Werks in Bochum legten am frühen Dienstagmorgen die Arbeit nieder. Sie kämpfen für einen Erhalt ihres Werkes, das nach Plänen des Konzerns Ende 2014 geschlossen werden soll. Die Gewerkschaft distanziert sich von wilden Streiks.

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Im Bochumer Opel-Werk ist es in der Nacht zum Dienstag es zu einem selbständigen Streik gekommen. Ein Teil der Belegschaft will für den Erhalt des Werkes kämpfen.

Etwa 140 Beschäftigte der Nachtschicht hätten sich an „illegalen Arbeitsniederlegungen“ beteiligt, sagte ein Opel-Sprecher der WAZ. Das Werk habe in der Nachtschicht ein Notprogramm fahren müssen und „deutlich weniger Autos als üblich“ gebaut. Erst mit der Frühschicht um 7 Uhr seien die Bänder wieder normal gelaufen.

Am frühen Dienstagmorgen gegen 1 Uhr war eine 17-stündige Belegschaftsversammlung im Bochumer Werk zu Ende gegangen. Danach habe ein Großteil der Nachtschicht dafür gestimmt, die Arbeit niederzulegen, so Vertrauensmann Steffen Reichelt. „Es geht uns darum, endlich Druck aufzubauen und Klarheit zu bekommen. Wir wollen uns nicht weiter vertrösten lassen. Es geht nicht einfach um Abfindungen, sondern um den Erhalt des Werkes und unserer Arbeitsplätze.“

Reichelt, der auch stellvertretendes Mitglied im Betriebsrat ist, sagte, dass der Betriebsrat in der Frage „durchaus gespalten“ sei, ob das Bochumer Werk noch zu halten sei. Viele Mitarbeiter glaubten, dass in Bochum auch nach 2014 Autos gebaut werden könnten. Der Opel-Konzern will das Werk Ende 2014 schließen.

Betriebsratschef Rainer Einenkel distanzierte sich von dem wilden Streik: „Ich glaube, wir müssen den Weg der Verhandlungen gehen.“ Ein Sprecher der IG Metall in Nordrhein-Westfalen sagte, zu der Arbeitsniederlegung habe es „weder vom Betriebsrat noch von der Gewerkschaftsseite einen Aufruf gegeben“.

Die IG Metall will Ende September ihre Sondierungsgespräche mit dem Opel-Vorstand über die Zukunft der gut 3.000 Beschäftigten beginnen. Dabei geht es jedoch nicht um den Erhalt der Autoproduktion, deren Aus der Opel-Aufsichtsrat im April beschlossen hatte. Vielmehr soll ein Sozialtarifvertrag die Abfindungen regeln und die Vermittlung möglichst vieler Mitarbeiter in neue Jobs ermöglichen.

Weitere Werksschließungen und Entlassungen bei europäischen Autowerken sind unvermeidlich. Denn viele von ihnen sind aufgrund eines massiven Rückgangs der Nachfrage in Europa unrentabel (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/09/11/aufruhr-bei-opel-arbeiter-ignorieren-betriebsrat-und-streiken/

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04.09.2013

Deutsche Autohersteller: Verluste im August

Die Pkw-Zulassungen schrumpften im August um 5,5 Prozent. Massenhersteller wie VW, Opel und Peugeot kommen nicht aus der Absatzkrise heraus. Der Markt ist weitgehend gesättigt. Die Erholung in Europa kann noch jahrelang auf sich warten lassen.

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Im August wurden 214.000 Neufahrzeuge verkauft. Das sind 5,5 Prozent weniger als im Vormonat, teilte das Flensburger Kraftfahrtbundesamt (KBA) am Dienstag mit. Damit sind die Hoffnungen auf ein Ende der Talfahrt vorerst dahin.

Im Juli hatte der Pkw-Absatz zwar leicht zugelegt. Der Monat hat aber einen Verkaufstag mehr als im August. Die Massenhersteller wie VW, Opel und Peugeot haben daher wieder mit rückläufigen Absatzzahlen zu kämpfen.

Bei den Massenherstellern ist die Krise bei VW erst spät angekommen. Dafür sind im Juli um 17 Prozent eingebrochen. VW kompensiert durch starke Absatzzahlen in China die Ausfälle im europäischen Markt und investiert massiv, um die Nummer 1 unter den Autobauern zu werden (mehr hier).

Opel verkaufte im August elf Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahres-Zeitraum. Bei Peugeot sind es 27 Prozent weniger verkaufte Neufahrzeuge als vor einem Jahr. Die französische Regierung muss den Konzern mit einem Bailout von sieben Milliarden Euro im Wettbewerb halten (hier).

Der Automarkt für Massenhersteller ist weitgehend gesättigt. Hinzu kommt, dass infolge der Rezession und der hohen Arbeitslosigkeit in vielen Ländern Europas die Anschaffung eines Neufahrzeuges zu teuer ist (hier).

Die Premiumhersteller zeigen sich hingegen weitgehend unbeeindruckt von der schwachen europäischen Wirtschaft. BMW konnte seinen Absatz im August um elf Prozent binnen Jahresfrist steigern, Daimler um sechs Prozent. Audi verkaufte vier Prozent weniger Fahrzeuge, als vor einem Jahr.

Mitte September eröffnet die Internationale Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt. Die dort vorgestellten, neuen Modelle der Autobauer werden erwartungsgemäß wenig zur Absatzsteigerung beitragen können. Der Automobilmarkt in Europa wird ein Vorkrisen-Niveau wohl nie wieder erreichen (hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/09/04/deutsche-autohersteller-verluste-im-august/

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30.07.2013

Volkswagen-Gewinn bricht ein

Die Krise hat den größten Autohersteller Europas erfasst. Volkswagen fährt im operativen Geschäft zwar immer noch einen Milliardengewinn ein – doch der schrumpft im ersten Halbjahr um satte 12 Prozent.

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Die Krise auf dem europäischen Automarkt und hohe Investitionen in die Zukunft haben den Gewinn von Volkswagen im ersten Halbjahr stark belastet. Wegen sinkender Verkäufe auf dem Heimatmarkt, Ausgaben für die Entwicklung neuer Modelle und hoher Kosten für die Einführung eines Baukastensystems schrumpfte das operative Ergebnis in den ersten sechs Monaten um zwölf Prozent auf 5,8 Milliarden Euro, wie Europas größter Autobauer am Dienstagabend überraschend bekanntgab. Damit schlugen sich die Wolfsburger aber besser als erwartet und bekräftigten ihre Prognose, wonach der Betriebsgewinn im Gesamtjahr trotz der Belastungen stabil gehalten werden soll.

Im zweiten Quartal bremste der Wolfsburger Zwölf-Marken-Konzern den Gewinnrückgang damit deutlich. In den ersten drei Monaten war das operative Ergebnis noch um mehr als ein Viertel eingebrochen. Damals hatte Volkswagen bereits angedeutet, dass das Geschäft in den folgenden Monaten besser ausfallen dürfte. Details zur Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal wollte der Vorstand am Mittwoch bei der Vorlage des Zwischenberichts erläutern.

Volkswagen steckt derzeit Milliarden in das neue System gleicher Baugruppen und Module, durch das die Kosten drastisch sinken sollen. Davon erhofft sich der Konzern einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz. Die schläft allerdings nicht – fast alle Konkurrenten von Toyota über Hyundai bis Daimler und BMW feilen an ähnlichen Konzepten und wollen sich den Wolfsburgern nicht kampflos ergeben.

Zugleich baut VW, derzeit Nummer drei unter den Autobauern, die Produktion weltweit aus und stampft rund um den Globus neue Werke aus dem Boden, um in einigen Jahren die Spitze der Autowelt zu erklimmen. Dort thront der wieder erstarkte Toyota-Konzern. Um in dessen Schlagweite zu gelangen, muss Volkswagen zunächst an General Motors vorbeiziehen. Den Abstand zur Opel-Mutter bei den Auslieferungen hat Volkswagen bereits verringert.

Um den Konzern an die Weltmarktspitze zu bringen, nimmt VW-Chef Martin Winterkorn hohe finanzielle Belastungen für den Konzern in Kauf. Unter dem Strich ging der Gewinn im ersten Halbjahr um fast 46 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro zurück. Im Vorjahr hatten die Wolfsburger noch von kräftigen Bewertungseffekten durch die Übernahme von Porsche profitiert.

Der Vorstand verwies zudem auf eine „Beeinträchtigung durch Vorsorgen in den Bereichen Pkw und Power Engineering“ – ohne diese näher zu erläutern. VW hatte wegen Getriebeproblemen unter anderem in Japan, China und Australien mehrfach Autos in die Werkstätten zurückrufen müssen. Wegen des tropisch-feuchten Klimas in Verbindung mit dem Stop-and-go-Verkehr in den dortigen Metropolen gab es Probleme mit dem Doppelkupplungsgetriebe. Die Tochter MAN hatte zudem die Komplexität beim Bau von Dieselkraftwerken für den französischen Energiekonzern EdF unterschätzt und musste Millionen zurückstellen.

Der europäische Automarkt befindet sich in einer Dauerkrise. Seit fast zwei Jahren sinken die Neuzulassungen beinahe monatlich. Die Autobauer liefern sich eine Rabattschlacht. „Dem intensiven Wettbewerb und den daraus resultierenden Belastungen können wir uns nicht vollständig entziehen“, erklärte der Konzern. Volkswagen werde sich aber auch künftig besser als der Gesamtmarkt schlagen und die Verkäufe weiter steigern.

In den ersten sechs Monaten kletterten die Auslieferungen um 5,4 Prozent auf 4,8 Millionen Fahrzeuge – vor allem dank der kräftigen Nachfrage in China. Der Umsatz stieg auf 98,7 Milliarden Euro von 95,4 Milliarden Euro. Den Weltmarktanteil steigerten die Wolfsburger leicht auf 12,7 (Vorjahr: 12,4) Prozent.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/schwaechelnder-branchenprimus-volkswagen-gewinn-bricht-ein/8571224.html

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27.05.2013

45 Millionen Verlust: Daimler will deutsche Niederlassungen verkaufen

Die deutschen Niederlassungen von Daimler haben im vergangenen Jahr einen massiven Verlust einstecken müssen. Nun will das Unternehmen Niederlassungen zusammenziehen beziehungsweise verkaufen und kleinere Standorte schließen.

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Viele Mitarbeiter bei Daimler bangen um ihre Arbeit. Der Stuttgarter Autohersteller will Konsequenzen aus den schlechten Vorjahresergebnissen der deutschen Niederlassungen ziehen. Schließungen, Verkäufe und Zusammenlegungen drohen. 16.000 Mitarbeiter sind betroffen.

Daimler hat allein in Deutschland 35 Niederlassungen mit 16.000 Mitarbeitern in 140 Betrieben. Aufgrund der anhaltenden Krise in der Automobilbranche haben diese Niederlassungen im vergangenen Jahr satte Verluste eingefahren. Bei einem Umsatz von fast zehn Milliarden Euro erwirtschafteten die deutschen Niederlassungen 2012 einen Verlust von 45 Millionen Euro, berichtet die Automobilwoche.

Nun sollen Niederlassungen zusammengelegt oder verkauft werden. Kleinere Standorten sollen geschlossen werden. Bis Ende 2015 ist der Verkauf von ganzen Niederlassungen in den Betriebsvereinbarungen jedoch ausgeschlossen. Nichtsdestotrotz gibt es bereits Interessenten. Neben einem Private-Equity-Fonds interessiert sich auch der US-Autohändler Roger Penske für das Niederlassungsnetz Daimlers.

Daimler selbst vermeldete bereits Ende April einen Gewinneinbruch im ersten Quartal. Die Krise am europäischen Automarkt hat sich in den vergangenen Monaten weiter zugespitzt. Um die Krise etwas abzufedern, wandten sich die deutschen Autobauer sogar an Bundeskanzlerin Merkel (mehr hier). Darüber hinaus kämpft Daimler derzeit aber auch mit einem massiven Image-Problem. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen das Unternehmen wegen illegaler Arbeitnehmerüberlassung (hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/05/27/45-millionen-verlust-daimler-will-deutsche-niederlassungen-verkaufen/

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27.04.2013

VW überdenkt wegen der Krise seine Personalstärke

Die europäische Autokrise könnte Leiharbeiter des VW-Konzerns ihre Jobs kosten. Die Stammbelegschaft kann sich dagegen sicher fühlen. Immerhin war 2012 das beste Jahr in der Geschichte von VW.

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Europas größter Autobauer Volkswagen überdenkt im Sog der europäischen Absatzkrise seine Personalstärke. In einem Fernsehinterview mit dem Österreichischen Rundfunk gestand VW-Chef Martin Winterkorn entsprechende Überlegungen ein, schloss davon aber die Kernbelegschaft des Konzerns eindeutig aus.

„Stammpersonal ist sicher ein Thema, wo wir festhalten werden. Über die Leihkräfte werden wir nachdenken müssen“, sagte der Manager dem ORF. Die Standorte auf dem Heimatkontinent einzuschränken, stehe dagegen nicht zur Debatte. „Wir werden aus Europa keine Kapazitäten abziehen, sondern werden die Kapazitäten in Europa erhalten.“

2012 war in Westeuropa, einem VW-Kernmarkt, das schlechteste Autojahr seit mehr als zwei Dekaden. Und während Europas Absatzmarkt derzeit weiter bergab rauscht, gibt VW in Asien Vollgas. Angesichts dieser Entwicklung müssten nun daheim alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um zu sparen.

„Nachdem wir einen Großteil unserer Fabriken in Europa haben, müssen wir uns hier auf die Stagnation, vielleicht sogar einen Rückgang in Europa einstellen. Mit Flexibilität, mit allem, was wir im Köcher haben, um flexibel zu sein“, kündigte Winterkorn an.

Überschuss eingebrochen

Der Vorstandsvorsitzende von Deutschlands größtem Industriekonzern hatte schon am Donnerstag bei der VW-Aktionärsversammlung in Hannover von der Notwendigkeit zu mehr Flexibilisierung gesprochen, aber keine Details zur näheren Bedeutung dieses Krisenvokabulars genannt.

Wie seit kurzem bekannt ist, müssen bei VW in den USA 500 Leiharbeiter aus der Passat-Produktion im Werk Chattanooga (Tennessee) gehen. Auch hierzulande hatten sich schon erste Krisenzeichen bemerkbar gemacht: In Emden fuhr VW zuletzt erneut die Passat-Produktion zurück.

Nachdem die Belegschaft im Dezember bereits eine Woche mehr Weihnachtsurlaub bekommen hatte, wurde auch die Osterpause verlängert. Am Mittwoch hatte der Dax-Konzern in Eckzahlen zum ersten Quartal 2013 zugeben müssen, dass Betriebsergebnis und Überschuss eingebrochen waren.

Jedoch steht hinter diesen schlechten Nachrichten ein gewaltiger Basiseffekt: 2012 war bei Volkswagen das beste Jahr der Geschichte und auch aktuell steht VW vergleichsweise gut da. Ford, Opel oder Peugeot-Citroën wollen in Europa sogar einzelne Werke dichtmachen.

http://www.welt.de/wirtschaft/article115661951/VW-ueberdenkt-wegen-der-Krise-seine-Personalstaerke.html

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24.04.2013

Krise beim Branchenprimus: Volkswagen meldet Gewinneinbruch

Während unter Europas Herstellern die Krise regiert, glänzte Volkswagen lange mit Rekordgewinnen. Das ist vorbei. Mit dem Absatz ist auch der Gewinn der Wolfsburger eingebrochen – um satte 26 Prozent.

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Irgendwie wollte bei VW-Chef Martin Winterkorn keine Jubelstimmung aufkommen als er zum Jahresbeginn einen neuen Rekordgewinn bei Deutschlands größtem Autobauer verkündete. Zu schwierig sei der Ausblick auf das kommende Jahr. Der VW-Chef hat recht behalten. Mittlerweile hat die Absatzkrise auch den Branchenprimus im Griff. In den ersten Monaten ist der Gewinn der Wolfsburger drastisch eingebrochen.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) bei Europas größtem Autobauer schrumpfte in den ersten drei Monaten 2013 um 26 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Nach Steuern verzeichnete VW ein Ergebnis von 1,95 Milliarden Euro, teilte Unternehmen am Mittwoch mit. Das sind 38,2 Prozent weniger als im Anfangsquartal des Vorjahres. Der Umsatz schrumpfte leicht um 1,6 Prozent auf 46,57 Milliarden Euro.

Auch Volkswagen könne sich dem „intensiven Wettbewerb und den daraus resultierenden Belastungen nicht vollständig entziehen“, erklärte das Unternehmen. Dennoch gehe der Konzern davon aus, sich in einem „herausfordernden Umfeld besser als der Gesamtmarkt entwickeln“ zu können als der Gesamtmarkt.

Besonders besorgniserregend: Nach Absatzzahlen des europäischen Branchenverbandes Acea sind die Absatzzahlen der Kernmarke in Europa in den ersten drei Monaten um satte 12,2 Prozent gesunken. Auch die Zahl der weltweiten Auslieferungen schrumpfte im März um 0,8 Prozent auf 532.400 Fahrzeuge, obwohl die Marke in China und den USA weiter zulegt. Der Rückgang im März war das erste Absatzminus der Marke VW in einem Monat im Vergleich zum Vorjahresmonat seit fast dreieinhalb Jahren.

Wie erwartet werden die Märkte teils deutlich schwieriger“, erklärte VW-Vertriebsvorstand Christian Klingler. Positiv für VW. Im ersten Quartal stand insgesamt noch ein Absatzplus von 5,2 Prozent. Allerdings hat sich das Wachstum damit deutlich verlangsamt – in den ersten zwei Monaten des Jahres betrug das Plus noch 9,1 Prozent. Derzeit versucht Volkswagen auch mit Rabatten gegenzusteuern.

Den Optimismus hat man in Wolfsburg trotzdem noch nicht verloren: Für 2013 insgesamt peilt Volkswagen weiterhin ein Ergebnis aus dem laufendem Geschäft auf Höhe des Vorjahres an.

So hat die zum Sommer 2012 komplett erfolgte Porsche-Übernahme einen positiven Effekt auf den VW-Gesamtkonzern. Die Sportwagenschmiede, die als profitabelster Autobauer der Welt gilt, lieferte im ersten Quartal rund 37 000 Fahrzeuge aus. Das allein senkt das um Porsche bereinigte Verkaufsplus für den Gesamtkonzern auf 3 Prozent. Da jedoch ein Porsche durchschnittlich 100 000 Euro Umsatz bringt, müssten für eine Vergleichbarkeit der Zahlen eigentlich fast 4 Milliarden Euro von den Konzernerlösen abgezogen werden. Da Porsche neben Audi auch als Rendite-Juwel gilt, sind auch dort die Auswirkungen entsprechend.

Mit Porsche im Rücken plant Volkswagen so auch weiterhin mit einem höheren Absatz als 2012. Vergangenes Jahr hatte der Konzern insgesamt knapp 9,3 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert. Auch der Umsatz soll über den knapp 193 Milliarden Euro des Vorjahres liegen. Alle Sparten sollen ihren Beitrag dazu leisten. Beim Ergebnis peilt Europas größter Autobauer die Vorjahresmarke an – 11,5 Milliarden Euro.

Vor allem in Europa kämpfen die Hersteller mit oft hohen Rabatten um die wenigen Neuwagenkäufer. Im März rettete Porsche die VW-Mutter vor dem ersten Absatzrückgang seit mehr als drei Jahren. VW ließ auch am Mittwoch keinen Zweifel daran, dass es heikel bleiben dürfte. Denn der starken Marktposition stehe „die steigende Wettbewerbsintensität in einem herausfordernden Marktumfeld entgegen“.

Die Bremsspuren werden jetzt auch bei Volkswagen deutlich“, sagte Automobilwirtschaftsexperte Prof. Stefan Bratzel. Insgesamt dürfte es ein schwieriges Jahr werden, denn Besserung für Europa sei nicht in Sicht. Und der Heimatkontinent bedeute trotz allen Erfolgs in China immer noch ein wichtiges Standbein für VW. „Die Krise hier darf jetzt nicht mehr größer werden“, sagte Bratzel zum Fortbestand der Prognose bei VW. Die Stütze China – der weltweit größte VW-Einzelmarkt – hatte im ersten Quartal bei den Verkaufszahlen um 21,3 Prozent zugelegt.

Die Börse begrüßte die Eckdaten, die VW-Vorzugsaktien setzten sich am Mittwoch mit an die Dax-Spitze. Ein Händler sagte: „Das Wichtigste ist die Bestätigung der Ziele für 2013, und das stützt die Aktien.“

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/krise-beim-branchenprimus-volkswagen-meldet-gewinneinbruch/8114782.html

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24.04.2013

Daimler in der Krise: Gewinne brechen um 60 Prozent ein

Im ersten Quartal dieses Jahres brach der Gewinn bei Daimler um mehr als die Hälfte ein. Der schwache Absatzmarkt in Europa und fehlende Investitionen beim deutschen Autobauer führten zu dem schlechten Ergebnis.

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Wie Daimler am Mittwoch mitteilte, schmolz der operative Umsatz auf nur noch 917 Millionen Euro, gerade mal halb so viel, wie noch vor einem Jahr. Konzern-Chef Dieter Zetsche, dessen Vertrag bei Daimler um drei Jahre verlängert wurde, musste infolge des schwachen Ergebnisses die Gewinnprognose erneut nach unten korrigieren. Auch andere deutsch Autobauer leiden unter den schwachen Absatzzahlen in Europa (mehr hier).

Viele Märkte hätten sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres „konjunkturell schlechter entwickelt als erwartet”, sagte Zetsche einem Bericht von Reuters zufolge (mehr zur Entwicklung der Industrie in Deutschland – hier). Aber das ist nicht der einzige Grund für die Unterauslastung bei Daimler. In der Fusion mit Chrysler wurde viel Geld ausgegeben und wenig in innovative und sparsame Antriebe investiert. Das hatte zur Folge, dass die Konkurrenz – vornehmlich Audi, BMW und Volvo Trucks – Daimler bei diese Trendwende zu mehr Sparsamkeit überholt haben (hier).

Diese Entwicklung will der Konzern nun aufholen. Experten bezweifeln, dass Daimlers Strategie, bis zum Jahr 2020 wieder Marktführer in seiner Klasse zu werden, erreicht werden kann. Denn nicht nur der Gewinn bricht ein, auch die langfristig fälligen Investitionen werden Milliarden verschlingen.

Bis zum Jahresende erwarten Analysten noch weitere Turbulenzen für Daimler, da bis dahin praktisch keine Gewinnprognose in Europa mehr möglich sei (hier). Außerdem muss Daimler höhere Löhne zahlen. Die IG-Metall fordert 5,5 Prozent mehr für die Beschäftigten. Finanzchef Bodo Uebber bestätigte diese trübe Stimmung: „Wir sind noch nicht gefeit vor Schocks.“ Bis 2014 will Zetsche daher sparen. Die Kosten sollen bis dahin um vier Milliarden Euro gesenkt werden.

Die Entwicklung am Automobilmarkt ist auch für die gesamte Wirtschaft in Deutschland problematisch (hier). Wenn der Export-Artikel Nummer eins nicht mehr in die Nachbarländer platziert werden kann, dann könnte die Talfahrt der Konjunktur länger anhalten, als gedacht.  Deutschland könnte als nächstes Euro-Land in die Rezession abdriften (hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/24/daimler-in-der-krise-gewinne-brechen-um-60-prozent-ein/

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17.04.2013

Zustimmung des Aufsichtsrats: Aus für Opel Bochum ist besiegelt

Nun ist es amtlich: Der Aufsichtsrat von Opel hat das endgültige Aus der Autoproduktion in Bochum beschlossen. Zum Jahresende 2014 soll das Traditionswerk geschlossen werden. Wie es danach weitergeht, ist unklar.

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Der Autohersteller Opel baut ab dem Jahr 2015 keine Autos mehr in Bochum. Die Produktion werde zum Jahresende 2014 eingestellt, beschloss der Aufsichtsrat der General-Motors-Tochter auf Vorschlag des Vorstands am Mittwoch in Rüsselsheim.

Die Bochumer Belegschaft hatte im März den von Gewerkschaft und Management ausgehandelten Sanierungsplan für den verlustreichen Autobauer mit großer Mehrheit abgelehnt. Nach Darstellung von Betriebsratschef Rainer Einenkel fehlte es darin an klaren Zusagen und Arbeitsplatzsicherheit für die 3200 Beschäftigten im Werk. Mit dem Nein verzichtete die Bochumer Belegschaft allerdings auch auf eine Verlängerung der Standortsicherung bis Ende 2016.

Die Opel-Spitze erklärte die Verhandlungen daraufhin für beendet und kündigte an, dass Opel ab 2015 keine Autos mehr im Ruhrgebiet bauen werde. Nun folgte der Beschluss des Aufsichtsrats.

Das traditionsreiche Werk auf einem ehemaligen Zechengelände, das viele Baureihen des Opel-Klassikers Kadett und insgesamt über 13 Millionen Autos gebaut hat, steht damit vor einer düsteren Zukunft. Nach heutigem Stand werden ab 2015 nur noch rund 420 Menschen in einem Opel-Warenverteilzentrum beschäftigt sein.

Einenkel will den Aufsichtsratsbeschluss aber juristisch überprüfen lassen. Eine Verlagerung der Zafira-Produktion lasse sich nicht ohne Vorlaufzeit realisieren, sagte er. Es gebe allerdings eine Zusage, wonach das Modell bis Ende 2014 nur in Bochum vom Band rollen dürfe. Einenkel verteidigte seine Empfehlung, den Sanierungsplan von Opel nicht anzunehmen. „Wir sollten unverbindliche Erklärungen akzeptieren“, sagte er. „Die Situation von heute hat die Skepsis und die Sorge, die viele Menschen hatten, nur bestätigt.“

Das Familienauto Zafira sollte nach den früheren Plänen bis zum Ende seiner Laufzeit 2016 in Bochum vom Band rollen. Wo das Modell nach 2014 gefertigt werden soll, sei nicht entschieden worden, teilte Opel auf Anfrage mit. Man habe mehrere Optionen. In der „Rheinischen Post“ hatte Einenkel die anderen Opel-Werke aufgefordert, die Übernahme der Zafira-Produktion aus Bochum zu verweigern. „Ich erwarte, dass die Belegschaften der anderen Opel-Werke die Übernahme unserer Produktion ablehnen“, sagte er der Zeitung. Die Belegschaften an den anderen deutschen Standorten hatten dem von der IG Metall ausgehandelten Sanierungsplan zugestimmt.

Es gilt als sicher, dass die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat gegen die Schließung des Bochumer Werkes gestimmt haben, auch wenn die IG Metall eine Stellungnahme zu ihrem Stimmverhalten ablehnte. Somit dürfte die Entscheidung für das Ende der Autoproduktion in Bochum mit der im Falle eines Gleichstands fälligen doppelten Stimme des Aufsichtsratsvorsitzenden besiegelt worden sein. Die IG Metall werde sich nun weiter mit ihren Mitgliedern besprechen, welche Konsequenzen mit dieser Entscheidung verbunden seien, hieß es.

Bochums Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD) sprach von einem schweren Schlag für die Beschäftigten und ihre Familien. Sie nahm Opel in die Pflicht, an neuen Perspektiven für Bochum mitzuwirken.

Opel erklärte, das Unternehmen wolle „nach Anschlusslösungen für die Menschen in Bochum und der Region suchen.“ Dies soll im Rahmen der Entwicklungsgesellschaft „Bochum Perspektive 2022“ geschehen.

Die Pläne umsetzen muss nun auch der neue Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Adam Opel AG, Ulrich Schumacher. Er kommt vom Konkurrenten Toyota und soll zum 1. Mai dem bisherigen Personalchef Holger Kimmes im Amt folgen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Rüsselsheim mitteilte. Schumacher hat bereits beim Zulieferer Magna, bei Ford und beim Versicherungskonzern Allianz Personalverantwortung getragen. Gleichzeitig wurde er zum Vizepräsident Personal bei General Motors Europa ernannt.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/zustimmung-des-aufsichtsrats-aus-fuer-opel-bochum-ist-besiegelt/8081046.html

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17.04.2013

Deutscher Automarkt befindet sich „im freien Fall“

Europa läuft auf das schwächste Autojahr seit 20 Jahren zu. Im ersten Quartal sanken die Neuzulassungen um fast zehn Prozent. Die höchsten Verluste gab es ausgerechnet in Deutschland.

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Der starke Einbruch des europäischen Automarktes hat sich im März ungebremst fortgesetzt. Die Verluste bei den März-Zulassungszahlen von zehn Prozent im Jahresvergleich waren auf den schwachen Absatz von Massenherstellern wie PSA Peugeot Citroën, Ford und Volkswagen zurückzuführen. Europa läuft damit auf das schwächste Autojahr seit 20 Jahren zu. Besonders deutlich fiel das Absatzminus in Deutschland aus.

Die Zahl der Neuzulassungen sank Angaben der European Automobile Manufacturers‘ Association (ACEA) zufolge von 1,5 Millionen Fahrzeugen im März 2012 auf 1,35 Millionen. Im ersten Quartal ergab sich damit ein Zulassungsminus von 9,7 Prozent auf 3,1 Millionen Autos. Es war laut ACEA der 18. Monat in Folge mit einem Absatzminus.

Die Nachfrage für kostspielige Konsumgüter wie Fahrzeuge wird derzeit von einer anhaltenden Rezession in vielen europäischen Ländern nach der Schuldenkrise gebremst. Zusammengefasst beträgt die Arbeitslosenquote in den 17 Ländern der Euro-Währungsunion zwölf Prozent und liegt damit auf dem höchsten Wert seit mindestens 1995, als diese Daten erstmals gesammelt wurden.

Größtes Minus in Deutschland

Vier der fünf größten europäischen Automärkte schrumpften im März, wobei mit 17 Prozent die höchsten Verluste in Deutschland gemessen wurden.

„Der Automarkt in Westeuropa läuft auf das schwächste Niveau seit 1993 zu und Deutschland scheint sich dabei gerade im freien Fall zu befinden“, erklärte Analyst Max Warburton von Sanford C. Bernstein in Singapur in einer aktuellen Studie.

Zwar seien die Margen in Deutschland für die Hersteller lange nicht so hoch wie etwa in China, aber für die deutschen Hersteller sei der Heimatmarkt entscheidend für die Gewinne, womit der aktuelle Trend „ziemlich dramatisch“ sei.

Auch Luxushersteller betroffen

Für das Gesamtjahr deute sich ein Einbruch von bis zu sieben Prozent an, prognostizierte Experte Peter Fuss vom Global Automotive Center der Unternehmensberaters Ernst & Young in Frankfurt.

„Der Markt trübt sich mittlerweile jeden Tag stärker ein und, schlimmer noch, ich kann keinen Boden mehr erkennen“, hatte Fiat-Vorstand Sergio Marchionne erst vor wenigen Tagen gesagt.

Betroffen von Verlusten sind nunmehr auch die über lange Zeit stabileren Luxushersteller. Bei Weltmarktführer BMW wurden im März 4,7 Prozent weniger Fahrzeuge zugelassen. Daimler verzeichnete in Europa ein Minus von ein Prozent, wobei sich für die Kleinstwagenmarke Smart ein Verlust von 16 Prozent ergab während bei der Kernmarke Mercedes-Benz die Zulassungen gegen den Trend um 0,8 Prozent anzogen.

http://www.welt.de/wirtschaft/article115357675/Deutscher-Automarkt-befindet-sich-im-freien-Fall.html

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05.02.2013

Autoverkäufe in Deutschland am Boden: Minus 8,5 Prozent im Januar

Nur 192.000 Autos wurden im Januar in Deutschland verkauft. Das ist der geringste Monatswert seit drei Jahren und ein Minus von 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

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Im Januar haben die Deutschen nur 192.000 Neuwagen gekauft, zitiert Reuters den Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK). Das sind 8,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im Januar werden gewöhnlich weniger Autos gekauft als in den anderen Monaten, doch so wenige Autos wie im Januar 2013 wurden das letzte Mal vor drei Jahren verkauft.

Die Verkaufszahlen für das gesamte Jahr 2012 fielen mit minus 2,9 Prozent und 3,08 Millionen Neuzulassungen deutlich schwächer aus als 2011. Auch im Dezember waren die Verkaufszahlen eingebrochen (mehr hier). Doch nicht nur für Autos geben die Deutschen weniger Geld aus. Auch der Umsatz im Einzelhandel ist eingebrochen (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/02/04/autoverkaeufe-in-deutschland-am-boden-minus-85-prozent-zum-vorjahr/

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10.12.2012

Turbulente Szenen bei Opel-Betriebsversammlung

Die Befürchtungen werden wahr: Opel stellt in seinem Bochumer Werk die Autoproduktion ein. Bis zu 3000 Stellen sind in Gefahr. Bei der Mitarbeiterversammlung ging es turbulent zu.

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Der defizitäre Hersteller Opel stoppt die Autoproduktion in Bochum. „2016 endet die Fertigung kompletter Fahrzeuge in Bochum“, sagte Opel-Interimschef Thomas Sedran am Montag. Damit reagiert der Autobauer auf hohe Verluste durch den Absatzeinbruch in Europa und baut teure Überkapazitäten ab.

In dem 50 Jahre alten Werk könnten bis zu 3000 Stellen wegfallen – eine genaue Zahl nannte Opel nicht. Das bedeute aber nicht das Aus für den Standort im Ruhrgebiet, betonte Sedran: „Opel bleibt auch zukünftig in Bochum präsent. Nicht nur mit dem Logistikzentrum, auch mit einer im Detail noch festzulegenden Komponentenfertigung.“

Das Warenverteilzentrum mit derzeit 430 Mitarbeitern solle erhalten werden und möglicherweise künftig mehr Menschen beschäftigen: „Wir haben Ideen, wie wir es ausbauen können.“ In dem geplanten Komponentenwerk könnte nach dpa-Informationen zudem eine dreistellige Zahl von Jobs entstehen.

Zudem spricht Opel seit Juni mit Vertretern des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt Bochum und den Arbeitnehmervertretern über alternative Nutzungen des Standortes. Betriebsbedingte Kündigungen will die Adam Opel AG auch über Jobangebote in anderen deutschen Werken oder attraktive Abfindungen vermeiden.

Der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel gab sich nach der Versammlung kämpferisch: „Wir werden auch nach 2016 in Bochum Autos bauen. Dies ist unsere ganz klare Forderung.“ Die Menschen im Ruhrgebiet seien gewohnt zu kämpfen. Opel könne auf Bochum nicht verzichten.

Die Mitarbeiterversammlung verlief nach Angaben von Teilnehmern sehr turbulent. Ein IG Metall-Vertrauensmann wurde nach Darstellung des Betriebsrates von Security-Leuten zu Boden gestoßen. Er sei aber unverletzt geblieben.

Als Opel-Interimschef Thomas Sedran nach seiner kurzen Stellungnahme durch den Hintereingang den Saal verlassen wollte, habe der Vertrauensmann der IG Metall versucht, ihn zur Rede zu stellen, sagte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel. Der Gewerkschafter sei vom Security-Personal zu Boden gestoßen und gewürgt worden. „Das war schon sehr entwürdigend“, sagte Einenkel. Abgesehen von diesem Zwischenfall sei die Versammlung aber friedlich verlaufen.

General Motors macht seit mehr als zehn Jahren Milliardenverluste in Europa und muss die Produktionskapazität reduzieren. „Wir haben eine unternehmerische Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern in Bochum, aber natürlich auch gegenüber insgesamt mehr als 37 400 Menschen, die derzeit für uns arbeiten“, sagte Sedran. Bochum sei unterm Strich der unwirtschaftlichste Standort. Für die anderen Werke in Deutschland gebe es nach dem jetzigem Stand der Planung aber genug Arbeit.

Das Aus für die Fahrzeugproduktion im Bochumer Werk ist laut Autoexperte Willi Diez schon seit zwei Jahren absehbar gewesen. Opel habe massive Überkapazitäten, die Auslastung der Werke betrage angesichts des gesättigten europäischen Marktes nur etwa 70 Prozent, sagte der Leiter des Nürtinger Instituts für Automobilwirtschaft. „Dann war es so eine Art Auszählreim“, sagte Diez. Rüsselsheim sei der traditionelle Firmensitz von Opel und erst vor ein paar Jahren modernisiert worden. Eisenach sei ebenfalls ein modernes Werk. „Da bleibt nur noch Bochum.“

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/werk-in-bochum-schliesst-turbulente-szenen-bei-opel-betriebsversammlung/7499332.html

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30.10.2012

Lkw-Hersteller: Daimler Trucks drosselt weiterhin Produktion

Wegen der schwachen Nachfrage wird Daimler die Lkw-Herstellung auch im November runterfahren. Die geplanten Schließtage im größten Montagewerk hätten auch Auswirkungen auf andere Produktionsstätten.

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Der Lkw-Hersteller Daimler Trucks wird die Produktion in seinem größten Montagewerk in Wörth wegen der weiter schwachen Nachfrage auch im November drosseln. Wie schon im Oktober seien fünf Schließtage vorgesehen, sagte ein Sprecher am Dienstag in Stuttgart. Das Unternehmen passe die Produktion damit den Marktverhältnissen an.

Die Schließtage in Wörth würden auch Auswirkungen auf andere Produktionsstätten haben. Kurzarbeit sei derzeit aber kein Thema, sagte der Sprecher. Im Dezember werde die Produktion über den Jahreswechsel in Wörth an neun Tagen ruhen. Im vergangenen Jahr hatte der Lkw-Bauer die Produktion über den Jahreswechsel für rund 15 Tage gestoppt.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/lkw-hersteller-daimler-trucks-drosselt-weiterhin-produktion/7322726.html

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24.10.2012

Europas Flaute erwischt Volkswagen

Die Absatzkrise in Europa erreicht auch den Autobauer Volkswagen. Der Betriebsgewinn sinkt im Herbstquartal deutlich, der Umsatz legt hingegen zu. Die Erlösung suchen die Wolfsburger in den Schwellenländern.

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Die Absatzkrise in Westeuropa und hohe Investitionen in neue Technik und Modelle haben den Betriebsgewinn von Volkswagen im Herbstquartal stark schrumpfen lassen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank im Zeitraum Juli bis September binnen Jahresfrist um 19 Prozent auf 2,34 Milliarden Euro, wie Europas Marktführer am Mittwoch mitteilte. In etwa soviel hatten auch von Reuters befragte Analysten im Schnitt erwartet. Das operative Ergebnis für die ersten neun Monate liegt mit 8,8 Milliarden Euro etwas niedriger – im Vergleichszeitraum 2011 waren es 9 Milliarden.

Die Gruppe liegt mit ihren zwölf Marken bei Absatz und Umsatz aber weltweit weiter auf Rekordkurs. Den Konzernumsatz steigerte Volkswagen im dritten Quartal um 27 Prozent auf rund 49 Milliarden Euro. Rund um den Globus lieferte die Gruppe 2,3 Millionen Fahrzeuge aus, 13 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

An der Prognose, wonach Umsatz und Absatz im laufenden Jahr zulegen sollen, hielt das VW-Management fest. Der Betriebsgewinn soll wie im Vorjahr 11,3 Milliarden Euro erreichen. Die positive Entwicklung des Konzerns halte in dem herausfordernden Umfeld an. Positive Impulse erwartet VW von seiner breiten Palette an Automodellen. Die Auslieferungen an die Kunden würden 2012 im Vergleich zum Vorjahr sogar steigen.

An der Börse kam die Zwischenbilanz gut an: die VW-Aktie legte nach Bekanntgabe der Quartalszahlen mehr als drei Prozent zu und war zweitgrößter Gewinner im Leitindex Dax. In der Krise der Automobilindustrie halte VW sich noch gut, sagte ein Börsianer. Auch die Prognosebestätigung helfe den Aktien auf die Sprünge.

Die Wolfsburger profitieren davon, dass ihre Fahrzeuge vor allem in Nordamerika, Osteuropa, Asien und Deutschland gefragt sind. In China, dem größten Markt des Konzerns, ebbte der Pkw-Boom zuletzt zwar ab, dennoch wuchs Volkswagen dort seit Jahresbeginn um 18,5 Prozent. Der auf VW entfallende Anteil am Betriebsgewinn der beiden Gemeinschaftsunternehmen in der Volksrepublik schwoll um mehr als die Hälfte auf 2,8 Milliarden Euro an. Dank seiner Stärke in Übersee kann der Konzern den Rückgang in Europa abfedern.

Das Umfeld für die Autobranche ist auf dem europäischen Markt derzeit aber wenig verheißungsvoll. Im September wurden in der EU laut Branchenverband ACEA nur noch 1,1 Millionen Neuwagen zugelassen. Das sind rund elf Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Davon blieb auch der Volkswagen-Konzern nicht verschont.

Immerhin: Der Absatz der VW-Gruppe verringerte sich der europäischen Zulassungsstatistik zufolge im September in der EU binnen Jahresfrist mit acht Prozent weniger stark als bei vielen direkten Konkurrenten. Günstige Finanzierungen, mit denen die Autobauer auf die Krise in Europa reagieren, kann sich VW dank seiner starken Finanzsparte leichter leisten als Verluste schreibende Rivalen wie Peugeot, dessen Finanzarm auf Staatshilfe angewiesen ist.

Als Ausweg aus der Flaute in Europa setzt Volkswagen auf die Schwellenländer. Ein wichtiger Absatzmarkt für die Wolfsburger ist dabei Brasilien. Das Land sei Eckstein der Strategie 2018, sagte Konzernchef Martin Winterkorn kürzlich zum Start der São Paulo Motor Show. Spätestens in sechs Jahren will Volkswagen General Motors und Toyota überholen. „Der brasilianische Automarkt hat großes Wachstumspotenzial“, betonte Winterkorn. Der Konzern müsse seine starke Stellung nutzen.

Nach Angaben von VW-Vertriebsvorstand Christian Klingler ist das Land für die Kernmarke VW-Pkw mittlerweile der nach China zweitgrößte Absatzmarkt. Binnen fünf Jahren legten die Gesamtverkäufe im Konzern um fast 40 Prozent auf jährlich über 700.000 zu. 2012 wurden bis Ende September 573 700 Autos ausgeliefert – 8,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Derweil soll BMW Medienberichten zufolge kurz vor dem Abschluss eines Investitionsplans für ein eigenes Pkw-Werk in Brasilien stehen.

olkswagen ist seit Ende der 50er Jahre in dem Schwellenland vertreten. Derzeit unterhält allein die Konzernmutter vier Werke. Produktionsvorstand Michael Macht nimmt an, dass sich Brasiliens Automarkt bis 2018 um 45 Prozent auf jährlich 8 Millionen verkaufte Fahrzeuge steigert. Das trage auch dazu bei, die trübe Lage in Europa auszugleichen: „Erfreulicherweise konnten wir das einbremsen.“

2013 will VW das Tempo in Brasilien trotz durchwachsener Aussichten für die Weltkonjunktur hoch halten. „Wir gehen davon aus, dass wir mindestens auf dem Niveau performen können wie in diesem Jahr“, sagte Macht. VW-Brasilien-Chef Thomas Schmall sagte: „Spannend werden vor allem die ersten drei Monate.“ Der Konzern bekräftigte sein Investitionsziel von 3,4 Milliarden Euro bis zum Jahr 2016.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/quartalsergebnis-europas-flaute-erwischt-volkswagen/7293104.html

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21.10.2012

Überproduktion: Daimler mit Zwangsurlaub zu Weihnachten

Aufgrund der schwachen Absatzzahlen bei Daimler wird die Produktion über Weihnachten bis ins Jahr 2013 für zwei Wochen eingestellt. Dabei fällt der Urlaub der Beschäftigten noch länger aus als vergangenes Jahr. Damit soll eine Überproduktion verhindert werden. Die gesamte Autoindustrie hat mit Absatzeinbrüchen zu kämpfen.

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Ab Weihnachten wird wegen einer drohenden Überproduktione für insgesamt zwei Wochen kein Fahrzeug mehr bei Daimler gebaut, berichtet Reuters. Damit ist der Zwangsurlaub doppelt so lang wie im Jahr zuvor. Die schwache Situation auf den Absatzmärkten Europas wird für die Sparmaßnahme verantwortlich gemacht.

Die Marke Mercedes-Benz wird trotz allem bis Jahresende Rekordverkaufszahlen verbuchen, teilte Daimler am Freitag in Stuttgart mit. Mit über einer Million verkaufter Fahrzeuge liegt der Absatz bereits jetzt 4,7 Prozent höher als letztes Jahr. Aber auch in Deutschland und Westeuropa, den wichtigsten Absatzzonen für Daimler, zeigt sich eine Sättigung des Automarktes ab.

Im Stammwerk in Stuttgart gibt es jedoch nur eine Woche Urlaub, da dort die Kleinwagen von Mercedes produziert werden, die nach wie vor gefragt sind. In China muss sogar über den Jahreswechsel durchgearbeitet werden. Dies sind jedoch die Ausnahmen. Daimler muss sich in Zukunft vor feindlichen Übernahmen vorsehen. Insgesamt ist der Ausblick für den europäischen Automarkt schlecht. Auch Volkswagen, Volvo, Fiat und Peugeot müssen Absatzeinbrüche hinnehmen.

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/10/47589/

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05.09.2012

Deutscher Automarkt bricht ein: Minus 4,7 Prozent im August

Die Unsicherheit über die Entwicklung der Wirtschaft schlägt sich nun auch in den PKW-Zulassungen nieder. Mit minus 4,7 Prozent gegenüber dem Juli ist der Rückgang signifikant. Elektroautos sind weiter eine Illusion: Gerademal 1.700 solcher Fahrzeuge wurden neu zugelassen.

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Der Verband der Internationalen Automobilhersteller (VDIK) meldet schlechte Zahlen: Mit rund 226.500 Neuzulassungen schließt der August 2012 laut vorläufiger Zahlen des Kraftfahrzeugbundesamts mit einem Minus von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat ab.

Der Pkw-Markt in Deutschland liegt damit von Januar bis August 2012 mit 0,6 Prozent unter dem Vergleichszeitraum 2011 und erreicht insgesamt 2,1 Millionen Neuzulassungen. Die VDIK Mitgliedsmarken haben dabei ihren Marktanteil auf 35,8 Prozent gesteigert.

Die Neuzulassungen von Pkw mit Dieselmotor stabilisieren weiterhin den Markt. In den ersten acht Monaten legen sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 3 Prozent zu und erreichen einen Anteil von 48 Prozent.

VDIK-Präsident Volker Lange: “Das Angebot von Pkw mit alternativen Antriebstechniken in Deutschland ist eine Domäne der internationalen Kraftfahrzeughersteller. In den ersten acht Monaten beträgt ihr Marktanteil bei den alternativen Antriebstechnologien 66 Prozent. Die Nachfrage nach Fahrzeugen mit Flüssiggas-Antrieb ist um rund 200 Prozent gestiegen. Hybridfahrzeuge legen gegenüber dem Vorjahr um 65 Prozent zu und erreichen in den ersten acht Monaten 2012 in Deutschland über 13.000 Zulassungen; aktuell sind damit über 60.000 Hybrid Pkw auf deutschen Straßen unterwegs, von denen 80 Prozent auf die internationalen Hersteller entfallen. Die Neuzulassungen von Elektro-Pkw bleiben trotz einer Zunahme von 5 Prozent mit 1.700 Fahrzeugen und einem Anteil von unter 0,1 Prozent am Gesamtmarkt unter den Erwartungen.”

Die deutschen Autobauer versuchen, die schwierige Entwicklung durch Exporte in den außereuropäischen Raum zu bremsen. VDA-Präsident Matthias Wissmann sagte: “Wir machen uns keine Illusionen: Vor allem die südeuropäischen Automobilmärkte bleiben mehr als schwierig. Wir richten uns daher auf herausfordernde Zeiten ein.”

Die schwächere Nachfrage in einigen Ländern Südeuropas – ausgelöst durch die dortige Staatsschuldenkrise – wirke sich auch auf die Pkw-Produktion und den Export aus. Im August stiegen die Exporte von Pkw zwar bereinigt um 1 Prozent auf 284.400 Einheiten. Triebfeder war allerdings erneut das Engagement außerhalb Europas. In den ersten acht Monaten bewegte sich der Export mit 2,8 Mio. Einheiten auf Vorjahresniveau. Die Inlandsproduktion sank im August leicht um 1 Prozent auf 368.300 Neuwagen. In den ersten acht Monaten wurden knapp 3,7 Mio. Pkw in Deutschland produziert, davon gingen 2,8 Mio. Einheiten in den Export. Wissmann: “Damit gehen weiterhin drei von vier Autos, die in Deutschland gefertigt werden, ins Ausland. Die Auftragseingänge aus dem Ausland unterstreichen erneut die Beliebtheit unserer Pkw weltweit: Im August konnten unsere Mitglieder einen Zuwachs bei den Auslandsorder von 5 Prozent erreichen. Seit Jahresbeginn stiegen die Bestellungen um 7 Prozent an.”

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/09/05/deutscher-automarkt-bricht-ein-minus-47-prozent-im-august/

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27.08.2012

Daimler baut Fertigung im Ausland weiter aus

Daimler treibt die lokale Produktion in wichtigen Schwellenländern voran, um schlanker zu wirtschaften. Die mittelgroßen Geländewagen der M-Klasse sollen erstmals außerhalb des Stammwerkes in den USA produziert werden.

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Auf der Suche nach neuen Wegen für schlankes Wirtschaften treibt der Autobauer Daimler die lokale Produktion in wichtigen Schwellenländern voran. In Zukunft werden die mittelgroßen Geländewagen der M-Klasse und deren größere Brüder aus der GL-Klasse erstmals auch außerhalb des Stammwerks in den USA aus vorproduzierten Bausätzen zusammengesetzt. Das teilte der Dax-Konzern am Montag mit.

Die „Endmontage“, so der Fachbegriff, solle künftig in Indien, Thailand und Indonesien anlaufen. Zunächst erfolge die Umstellung in den drei Ländern für die M-Klasse noch in diesem Jahr. 2013 solle dann die GL-Klasse folgen – mit Ausnahme Thailands. Die Bausätze stammen weiterhin aus dem Stammwerk in Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama, wo der Autobauer rund 3000 Menschen beschäftigt und 2011 rund 148 000 Autos vom Band rollen ließ. Bisher exportierte Daimler die kompletten Geländewagen in Märkte außerhalb der USA.

Mit Ausnahme von Südamerika und Australien hat Daimler komplette Pkw-Werke auf jedem Kontinent. Zusätzlich laufen Endmontagen derzeit in Ägypten (C-, E-, S-, GLK-Klasse), Indien (C-, E-, S-Klasse, künftig M- und GL-Klasse), Indonesien (C-, E-, S-Klasse, künftig M- und GL-Klasse), Malaysia (C-, E-, S-Klasse), Thailand (C-, E-, S-Klasse, künftig M-Klasse) sowie in Vietnam (C-, E-, GLK-Klasse).

Eine lokale Fertigung kann diverse Vorteile haben wie etwa sinkende Logistikkosten, weniger Zölle oder das Nutzen eines günstigeren Lohnniveaus für die Arbeiter im jeweiligen Land. Auf der anderen Seite erfordert das dezentrale Bauen viel Standardisierung und lokales Management, um Qualitätsunterschiede zu verhindern.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/autobauer-daimler-baut-fertigung-im-ausland-weiter-aus/7060454.html

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16.08.2012

Deutschland: Autohersteller wollen wieder Kurzarbeit beantragen

Opel wird die Arbeitszeiten in seinem Werk in Rüsselsheim reduzieren. Es laufen bereits Gespräche über die mögliche Beantragung von Kurzarbeit. Die Opelwerke sind aufgrund der Eurokrise nicht mehr voll ausgelastet.

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Opel will für sein Stammwerk in Rüsselsheim Kurzarbeit beantragen. Die schlechte Nachfrage in Europa hat den Autohersteller, der zum US-Konzern General Motors gehört, stark getroffen: Im vergangenen Jahr machte der Mutterkonzern GM mit Opel eine Verlust von über 600 Millionen Euro.

Um Fixkosten einzusparen und weil das Werke nicht mehr voll ausgelastet ist, will Opel die Arbeitszeiten seiner Mitarbeiter reduzieren: „Aufgrund der schlechten Marktsituation in Europa, verhandelt das Management von Opel mit dem Betriebsrat und der IG Metall über kürzere Arbeitszeiten in Rüsselsheim“, bestätigte das Unternehmen der Nachrichtenagentur Reuters.

Einigen sich Manager und Arbeitnehmervertreter, könnte schon bald der Staat einen Teil der Kompensation für die Mitarbeiter übernehmen. Opel habe zwar noch keine Kurzarbeit beantragt, es seien aber kurzfristige Termine mit der zuständigen Behörde geplant, um die Umstände für die Kurzarbeit zu besprechen, hieß es von der Agentur für Arbeit in Darmstadt.

Im Juni hatte der Opel-Aufsichtsrat einen mittelfristigen Budgetplan angenommen, der das Vorgehen bis zum Jahr 2016 regeln soll. Sind die Verhandlungen mit den Arbeitnehmern abgeschlossen, werden weitere Einsparungsmaßnahmen folgen, heißt es.

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/08/46384/

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16.08.2012

Opelaner sollen wegen Absatzkrise kurzarbeiten

Die Mitarbeiter des angeschlagenen Autoherstellers Opel müssen sich auf kürzere Arbeitszeiten einstellen. Wegen der Absatzkrise prüft das Management laut Bericht derzeit die Kurzarbeits-Option.

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Beschäftigte des Autoherstellers Opel müssen sich auf Kurzarbeit einstellen. Das Unternehmen nahm nach eigenen Angaben Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der IG Metall über Kurzarbeit und Arbeitsverkürzung in den Werken Rüsselsheim und Kaiserslautern auf. Grund sei die sich verschlechternde Marktsituation in Europa, sagte ein Unternehmenssprecher in Rüsselsheim und bestätigte einen Bericht der „Mainzer Allgemeinen Zeitung“.

Für das in Rüsselsheim produzierte Mittelklassemodell Insignia seien die südeuropäischen Märkte besonders wichtig, sagte der Sprecher. Da in der Region keine schnelle Besserung in Sicht sei, müsse über Alternativen wie Kurzarbeit nachgedacht werden.

Zudem verhandele das Management über Kurzarbeit im Motoren- und Getriebewerk in Kaiserslautern. Ein Ergebnis der Gespräche mit Betriebsrat und Gewerkschaft sei kurzfristig zu erwarten.

Absatzkrise in Europa

Wie viele der Mitarbeiter in Kurzarbeit gehen sollen, steht nach Angaben des Sprechers noch nicht fest. Opel beschäftigt am Standort Rüsselsheim rund 13.000 Mitarbeiter. Im Werk Kaiserslautern arbeiten rund 2500 Menschen.

Opel leidet besonders unter der Absatzkrise in Europa. Im zweiten Quartal hatte die GM-Europa-Tochter 361 Millionen Euro Verlust eingefahren – der US-Autokonzern hat in den vergangenen zehn Jahren in Europa insgesamt 14 Milliarden Dollar verloren.

Seit Jahren wird der traditionsreiche Autobauer nun schon saniert, die Debatte um Werksschließungen kocht aber immer wieder hoch. Genannt wird immer wieder die Fabrik in Bochum. Dem Bericht der „Mainzer Allgemeinen Zeitung“ zufolge stehen auch im Ford-Werk in Köln einige Tage Kurzarbeit an. Auch Fiat habe in Turin bereits auf diese Maßnahme zurückgegriffen, hieß es.

http://www.welt.de/wirtschaft/article108644611/Opelaner-sollen-wegen-Absatzkrise-kurzarbeiten.html

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