Armut im Land der unbegrenzten Möglichkeiten

29.06.2014

Pleite-Stadt Detroit dreht ihren Bürgern den Wasserhahn zu

Hunderttausende Bürger der US-Stadt Detroit müssen ohne Wasser leben. Die Stadt hat ihnen den Wasserhahn abgedreht, weil sie die Rechnungen nicht mehr bezahlen können. Etwa 40 Prozent der Stadtbevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Die US-Regierung hat bisher jegliche Finanz-Hilfen für die Pleite-Stadt abgelehnt.

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Die Stadt Detroit hat 300.000 ihren Bürger die Wasserversorgung abgedreht. Detroit hat eine Einwohnerzahl von etwa 700.000 Menschen. Damit muss aktuell fast die Hälfte der Einwohner ohne Wasser auskommen. Auslöser des Wasser-Stopps sind nicht bezahlte Wasser-Rechnungen.

Die kommunale Wasser-Rechnung beträgt durchschnittlich 65 US-Dollar im Monat. Doch der landesweite Durchschnittspreis liegt bei 40 US-Dollar. Nach Angaben von AP sollen aktuell 90.000 Bürger von Detroit Zahlungsrückstände von mindestens zwei Monaten haben. Alleine sie schulden der Stadt 90 Millionen US-Dollar.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die durchschnittliche monatliche Wasser-Rechnung um 119 Prozent verteuert, meldet die Bürgerinitiative „Voice of Detroit“. Etwa 40 Prozent der Stadtbevölkerung lebt mittlerweile unter der Armutsgrenze.

Die einstige GM-Stadt hat fast 20 Milliarden Dollar Langzeit-Schulden. In den 50er Jahren wuchs die Stadt auf 1,8 Millionen Einwohner an. Mittlerweile aber sind ganze Stadtteile der Metropole praktisch menschenleer. Von 2000 bis 2010 schrumpfte die Bevölkerung um 250.000 Einwohner (mehr hier).

Die Obama-Regierung lehnt ein Bail-Out für die Pleite-Stadt vehement ab. Sie soll nicht gerettet werden (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/06/29/pleite-stadt-detroit-dreht-ihren-buergern-den-wasserhahn-zu/

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27.08.2013

Niedrige Renten

US-Bürgern bricht die Altersvorsorge weg

Bürgern der USA droht Armut im Alter: Die staatlichen Renten werden immer kleiner, Zusatzversicherungen dafür teurer. Die Altersvorsorge bricht aber längst nicht mehr nur den Geringverdienern weg.

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Michael Mulholland ist Rentner in Detroit in Michigan. Fast 30 Jahre war er für das städtische Wasserwerk tätig. Woanders hätte er mehr verdient, sagte Mulholland dem Informationsdienst „Labor Notes“. Doch die Stadt habe ein geregeltes Einkommen versprochen und eine Altersversorgung, „die mich vor Armut schützt“. Das war einmal.

Mulholland ist seit Februar in Rente. Die ehemalige Autometropole hat im Juli Konkurs angemeldet – die Lichter gehen hier schon länger aus. Nun sind die monatlichen Überweisungen von im Durchschnitt 1600 Dollar an 21.000 Rentner aus dem städtischen Dienst gefährdet. Schon heute leben rund 40 Prozent der rund 700.000 Detroiter in Armut.

Weil die Menschen auch in den USA länger leben, kämen auf die Nation enorme Probleme der Altersversorgung zu, erklärte der Ökonom Jack VanDerhei vom Employee Benefit Research Institute in Washington, das sich mit Rente und Krankenversicherung befasst.

Staatliche Rente reicht nicht zum Leben

Besonders heikel sei die künftige Finanzausstattung für Niedrigverdiener, sagte der Fachmann. In einer Studie habe er ermittelt, dass nach zehn Jahren Ruhestand 41 Prozent der Geringverdiener (die unteren 25 Prozent auf der Einkommensskala) ihr Erspartes ausgehe. Generell gilt: Im Alter sind die Bürger zunehmend auf sich selbst gestellt.

Für das Grundeinkommen ist bei den rund 40 Millionen Menschen im Alter über 65 Jahre (13 Prozent der Bevölkerung, 2050 werden es 20 Prozent sein) die Social Security zuständig. Die staatliche Rentenversicherung wurde 1935 von Präsident Franklin Delano Roosevelt eingeführt – ein erstes soziales Sicherheitsnetz für das Alter.

Nach Angaben der Versicherung erhalten Ruheständler heute im Schnitt knapp 1300 Dollar im Monat. Die Höhe richtet sich nach den im Berufsleben eingezahlten Beiträgen.

Jedem Beschäftigten werden 6,2 Prozent vom Lohn als Rentenbeiträge abgezogen. Der Arbeitgeber zahlt ebenfalls 6,2 Prozent. Freiberufler müssen 12,4 Prozent entrichten. Belastet wird Einkommen nur bis zu einer Höhe von 113.700 Dollar im Jahr.

Zum Leben reiche die staatliche Rente jedoch nicht, betont der Wirtschaftsexperte Gary Koenig vom Rentnerverband AARP (American Association of Retired People). Bei Angehörigen der Mittelschicht machten die Rentenbezüge gegenwärtig etwa 42 Prozent ihres früheren Einkommens aus.

Nur noch 27 Prozent haben eine Betriebsrente

Das Ticket zu den „goldenen Jahren“ im Alter waren einst die üppigen Betriebsrenten, die unabhängig von der Social Security von großen Arbeitgebern sowie auch von öffentlichen Arbeitgebern ausgezahlt wurden. Nach Regierungsangaben beziehen aktuell nur noch 27 Prozent der Senioren eine Betriebsrente.

Ökonom VanDerhei zufolge haben die meisten Unternehmen diese Leistungen längst abgeschafft. Garantierte „Betriebsrenten“ gibt es fast nur noch im öffentlichen Dienst. Doch wohl nicht mehr lange: Vielen Kommunen geht das Geld aus.

Risiko und Kosten der privaten Altersversorgung werden seit den 80er-Jahren zunehmend vom Arbeitgeber auf den Arbeitnehmer verlagert. An die Stelle der Betriebsrenten sind steuerlich begünstigte Investmentfonds getreten, in die Arbeitnehmer und -geber freiwillig einzahlen.

Arbeitgeber zahlen im Schnitt drei Prozent des Lohnes auf das Investitionskonto des jeweiligen Mitarbeiters, die Beschäftigten ebenso viel. Experten wie VanDerhei halten diese Beträge für viel zu niedrig. Um genügend Kapital für den Ruhestand bilden zu können, müssten zehn bis 15 Prozent auf die hohe Kante gelegt werden.

Wenn der US-Kongress im September aus der Sommerpause zurückkehrt, steht auch das Thema Altersversorgung zur Diskussion. Vom Aufstocken der staatlichen Rentenbezüge redet kaum jemand.

Im Gegenteil: Selbst US-Präsident Barack Obama hat geringfügige Kürzungen vorgeschlagen, um die durch die Alterung der Gesellschaft gefährdete Social Security zu erhalten.

Verschiedene Reformpläne gehen dahin, das Renteneintrittsalter zu erhöhen. Auch sollten Berufstätige mehr fürs Alter sparen. Das sei leichter gesagt als getan, räumt AARP-Funktionär Koenig ein. Niedrigverdiener hätten kein Geld für den Sparstrumpf übrig.

http://www.welt.de/wirtschaft/article119428704/US-Buergern-bricht-die-Altersvorsorge-weg.html

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31.07.2013

Neue Armut der Weißen alarmiert US-Politiker

Der amerikanische Traum erscheint US-Bürgern zunehmend unerreichbar – und das gilt heute überraschend oft für weiße Bürger. 80 Prozent von ihnen sind irgendwann in ihrem Leben mit Armut konfrontiert.

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Für immer mehr US-Bürger ist der „amerikanische Traum“ nur Legende: Vier von fünf Amerikanern fallen vor Erreichen ihres 60. Lebensjahres zeitweise in Arbeitslosigkeit, sinken an die Armutsgrenze, benötigen staatliche Hilfe. Rezession, globalisierte Wirtschaft, das Sterben von Jobs für Arbeiter ohne Collegeabschluss haben zu einem extremen Auseinanderklaffen der Einkommen geführt. Und eine steigende Zahl ist weiß.

Nicht zufällig hat Präsident Barack Obama in Grundsatzreden gelobt, die verbleibende Amtszeit und all seine politische Kraft darauf zu konzentrieren, „Leitern der Gelegenheiten wiederaufzurichten“.

Er will Jobs im alternativen Energiesektor schaffen und die produzierende Industrie, wie den IT-Giganten Apple, zurück in die USA locken. Nach einer Auswahl von Statistiken, die an der Washington University in St. Louis von Professor Mark Rank analysiert und von Oxford University Press nun veröffentlicht wurden, ist das Gesicht der neuen Armut in Amerika überwiegend weiß.

„Es wird Zeit, dass Amerika versteht“

Mindestens in absoluten Zahlen sind die meisten nicht Schwarze oder Latinos, auch wenn in diesen Minderheiten (die zusammen annähernd die Mehrheit der US-Bevölkerung bilden) die Armutsraten dreimal so hoch liegen. Zum ersten Mal seit 1975 überstieg die Zahl von Haushalten weißer alleinerziehender Mütter an der Armutsgrenze jene ihrer schwarzen Leidensgenossinnen. Mehr als je zuvor fallen Statistikern „unsichtbare Arme“ unter den weißen Amerikanern auf.

Menschen, die immer häufiger in Not geraten. Seit dem Jahr 2000 wuchs der Armenanteil unter weißen Arbeitern mit schlecht bezahlten Jobs um drei Punkte auf elf Prozent und schneller als unter Nichtweißen. Die soziale und berufliche Mobilität, eine der großen traditionellen Stärken der amerikanischen Gesellschaft und der Humus für den amerikanischen Traum, dass es jeder schaffen kann, der hart arbeitet und flexibel ist, hat in den wirtschaftlichen Krisenzeiten stark nachgelassen.

Heutzutage hat es ein Kind in Kanada, Australien, Frankreich, Japan und Deutschland leichter, der Armut zu entkommen, als in den Vereinigten Staaten.

Geografie spielt in den USA eine immer größere Rolle. Wer in Seattle geboren wurde, hat bessere Chancen auf eine gute Ausbildung und entsprechende Arbeit als ein Bürger Atlantas. Egal welcher Hautfarbe. Ländliche weiße Armut konzentriert sich in den Appalachen und im Mittleren Westen, in Staaten der Great Plains wie Missouri, Arkansas und Oklahoma. Seit 1987 wurden in Umfragen unter der weißen US-Bevölkerung nicht mehr so pessimistische Werte ermittelt.

„Es wird Zeit, dass Amerika versteht“, sagt Harvard-Professor William Julius Wilson, dessen Fachgebiet das Zusammenspiel von Rasse und Armut ist: „Viele der größten Ungleichheiten im Land, sei es Ausbildung, Lebenserwartung oder Armut, sind zunehmend der ökonomischen Klasse geschuldet (nicht der Rassenzugehörigkeit). Die weiße Entfremdung könnte zunehmen, wenn nichts dagegen getan wird.“

Unter 23.021 Dollar pro Jahr für vierköpfige Familie

Besondere Sorge muss US-Politikern beider Parteien die Gesundheitspolitik bereiten. Keine reiche Nation leistet sich höhere Kosten für die medizinische Versorgung und zugleich eine so unvollkommene Abdeckung gerade der schlechter verdienenden Bevölkerung, deren Krankenkassenmitgliedschaft mit ihren Jobs steht und fällt.

In der medizinischen Forschung führen die USA nach wie vor, doch im Ranking der Lebenserwartung rangiert Amerika an 27. Stelle von 34 vergleichbar wohlhabenden Nationen. Mehr als 40 Millionen Menschen ohne Krankenversicherung fallen schwer ins Gewicht. Zugleich ist der Widerstand, auch und gerade im weißen Prekariat, gegen Barack Obamas Gesundheitsreform ungebrochen.

Die Anstrengungen Präsident Obamas, die rezessionsgeschwächte US-Konjunktur wieder ins Laufen zu bringen, haben die Armen Amerikas kaum erreicht: 46,2 Millionen (15 Prozent) werden dieser prekären Gruppe zugerechnet. Mehr als 19 Millionen Weiße mussten erleben, dass sie unter die Armutsgrenze von 23.021 Dollar pro Jahr für eine vierköpfige Familie stürzte.

In absoluten Zahlen doppelt so viele Weiße wie Schwarze. „Armut ist nicht mehr eine Frage von die da, sondern von wir“, erklärt Mark Rank seine Analyse. Erst wenn verstanden wird, dass Armut eine Mainstream-Erfahrung ist, nicht nur ein abseitiges Phänomen, das nur Schwarze und Hispanics betrifft, können wir die Unterstützung für Programme finden, die allen Bedürftigen helfen.“

Weiße „Working Class“ wird oft vergessen

Für die Demokraten und den Präsidenten war es 2012 eine Niederlage, dass das weiße Prekariat sie, anders als Latinos und Schwarze, nicht gewählt hat. Der Präsident konnte nur 36 Prozent Stimmen der Weißen ohne Collegeabschluss für sich gewinnen, der schlechteste Wert für einen demokratischen Bewerber um das Weiße Haus seit 1984. Die Gründe sind vielfältig.

Die weiße „Working Class“ fühlt sich häufig vergessen und zurückgesetzt gegenüber Bedürftigen anderer Rassen. Sie antwortet mit einer immer radikaleren Staatsverdrossenheit. Sie misstrauen der Regierung und wollen keine staatlichen Hilfen annehmen. Erst recht nicht, wenn soziale Hilfsprogramme mit Steuererhöhungen finanziert werden. Sie sind in einem Widerspruch gefangen, und die Wahl eines Schwarzen machte diesen Widerspruch nur schärfer.

Ein schriller Alarm für Hillary Clinton und ihre Mitbewerber 2016 bei den Demokraten.

http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article118548911/Neue-Armut-der-Weissen-alarmiert-US-Politiker.html

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24.04.2013

Etatkürzung: USA können ihre Fluglotsen nicht mehr bezahlen

Jeden Tag fallen in den USA Hunderte Flüge aus. Grund sind die nur noch dünn besetzten Tower der Flughäfen. Die Lotsen werden in unbezahlten Urlaub geschickt – und das noch mehrere Monate lang.

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Wegen des Haushaltsstreits in den USA ist es zu starken Behinderungen im Flugverkehr gekommen. Die US-Luftfahrtbehörde teilte mit, weil die Haushaltslage zu Einsparungen bei der Flugsicherheit zwinge, seien allein am Montag 1200 Flüge verschoben worden.

Am Sonntag konnten demnach wegen der Einsparungen 400 Flüge nicht planmäßig starten. Die Luftfahrtbehörde bemühte sich nach eigenen Angaben, die Auswirkungen auf den Luftverkehr so gering wie möglich zu halten.

Am Dienstag lagen die Verspätungen auf den New Yorker Flughäfen im Schnitt zwischen 75 und 140 Minuten. In Washington mussten die Fluggäste im Durchschnitt 75 Minuten mehr Zeit mitbringen. Auch andere Großflughäfen, etwa in Los Angeles und Chicago, waren betroffen.

Flugausfälle noch bis Oktober

Es wird erwartet, dass die Beeinträchtigungen noch bis Oktober anhalten, weil die Zahl der Fluglotsen im Dienst um zehn Prozent verringert werden musste. Die 47.000 Mitarbeiter der Luftfahrtbehörde müssen wegen der allgemeinen Etatkürzungen unbezahlten Urlaub nehmen.

Die Republikaner warfen US-Präsident Barack Obama vor, seine Regierung behindere ohne Not den Flugverkehr, um im Haushaltsstreit die Oberhand zu gewinnen.

Nach dem Scheitern der Verhandlungen zwischen Obamas Demokraten und den Republikanern stehen im aktuellen Haushaltsjahr automatische Kürzungen von 85 Milliarden Dollar (65 Milliarden Euro) quer durch alle Ressorts an.

http://www.welt.de/wirtschaft/article115556543/USA-koennen-ihre-Fluglotsen-nicht-mehr-bezahlen.html

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23.03.2013

Schuldenfalle: Chicago schließt massenweise Schulen

Chicago ist pleite. Der Bürgermeister, Rahm Emanuel, ergreift harte Maßnahmen. Die Folge: ein beinharter Sparkurs. Als erste Maßnahme werden 54 Schulen geschlossen.

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Die Schuldenmisere des amerikanischen Staatshaushalts spiegelt sich auch in einzelnen Städten des Landes wider. Detroit ist zahlungsunfähig und mehrere kalifornische Gemeinden haben im vergangenen Jahr Insolvenz angemeldet (hier). Auch um Obamas Heimatstadt Chicago steht es nicht gut. Der Schulbezirk Chicago, der drittgrößte öffentliche Bezirk des Landes, muss ebenfalls sparen.

Der Bürgermeister der Stadt ist ein enger Vertrauter von Obama: Rahm Emanuel hatte in Washington noch für die angeblich besseren Zeiten geworben, die unter Obama anbrechen sollten. Bildung war eines der Haupt-Themen des Wechsels. Damit ist es in der Praxis vorbei – und zwar radikal.

54 Schulen der Stadt und 61 Schulgebäude sollen mit dem Beginn des nächsten Schuljahres geschlossen werden – darunter 53 Grundschulen. Am 22. Mai wird der Schulvorstand über die geplanten Schließungen abstimmen. Das jährliche Defizit des Bezirks liegt bei einer Milliarde Euro. Die Auslastung der öffentlichen Schulen in Chicago ist in den vergangenen zehn Jahren um 20 Prozent gesunken, so die CNBC. Der Schulbezirk selbst gibt an, dass 140 seiner Schulen halb leer sind. Grund hierfür ist vor allem die sinkende Zahl der Bevölkerung in den Armenvierteln der Stadt.

Die Gegner der Schließungspläne kritisieren, dass der Bezirk aber vor allem in den Problembezirken immer stärker spart. 88 Prozent der von Sparmaßnahmen betroffenen Schüler waren Afro-Amerikaner, die Lehrergewerkschaft National Education Association. Dies würde die Nachbarschaften der Minderheiten destabilisieren. Auch die Schließungen der Schulen werden Geld kosten, so der Karen Lewis von der Lehrergewerkschaft in Chicago. Die verlassenen Schulen würden eine weitere Katastrophe nach sich ziehen.

Die leeren Gebäude bieten der Bandenkriminalität einen idealen Nährboden. Darüber hinaus seien die Kinder aus den betroffenen Vierteln noch stärker dieser Kriminalität ausgesetzt, wenn sie die Grenzen ihrer Nachbarschaft überschreiten müssen, um in ihre Schule zu gelangen.

Doch nicht nur Chicago, auch andere städtische Schulbezirke in den USA haben mit dem Problem sinkender Schülerzahlen zu kämpfen. In den vergangenen zehn Jahren wurden in 70 großen bzw. mittelgroßen Städten Schulen geschlossen – durchschnittlich 11 pro Bezirk, so die Lehrergewerkschaft. Eine nicht unerheblich Rolle spielt jedoch auch die gefährliche Finanzierung, die die Schulen in den USA betreiben (hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/23/schuldenfalle-chicago-schliesst-massenweise-schulen/

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09.03.2013

USA: Food Stamps mit neuem Allzeithoch

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Laut den offiziellen Daten des US-Landwirtschaftsministerium (United States Department of Agriculture) von gestern Abend, stieg die Zahl der Food Stamps Bezieher im Dezember 2012 auf ein neues Allzeithoch mit 47,791996 Millionen. Mit diesem erneuten Anstieg zeigt sich weiter die miese Qualität der bisherigen wirtschaftlichen Erholung in den USA, welche keine positiven Auswirkungen auf die Zahl derjenigen ausstrahlt, die in Armut leben und auf staatliche Lebensmittelhilfen angewiesen sind. Vor allem wirft die Zahl der Bedürftigen auch einen Schatten auf die Fratze (Qualität) des monatlichen US-Arbeitsmarktberichts, dessen offiziellen Arbeitslosenquoten – vor allem Ergebnis erbärmlicher statistischer Verbiegungen sind.

http://www.querschuesse.de/usa-food-stamps-mit-neuem-allzeithoch-2/

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06.03.2013

New York: Obdachlosigkeit erreicht Stand der Großen Depression

Die USA auf dem Weg zum Entwicklungsland: Eine Rekordzahl von 50.000 Menschen verbringt jede Nacht in den Obdachlosen-Asylen der Stadt. Der Anteil der Familien mit Kindern ist stark gestiegen. Die Entwicklung ist die Folge der steigenden Ungleichheit bei der Verteilung des Wohlstandes.

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Seit Januar schlafen jede Nacht mehr als 50.000 Menschen in den Obdachlosen-Asylen von New York. Das ist ein Rekordhoch.

New York steht vor einer Obdachlosen-Krise. Seit der Großen Depression war es nicht so schlimm“, zitiert The Wall Street Journal Mary Brosnahan, die Präsidentin der Koalition der Obdachlosen.

Vor allem der Anteil der Familien, die keinen festen Wohnsitz haben, wächst sehr schnell. Im Januar lebten 11.984 Familien in Obdachlosen-Asyseln, 18 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Zudem verbringen obdachlose Familien heute durchschnittlich mehr als ein Jahr in den Asylen, so lange wie seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr.

In Familien lebende Menschen machen inzwischen 73 Prozent aller New Yorker Obdachlosen aus (siehe Grafik). Schon mehr als 21.000 Kinder schlafen jede Nacht in den städtischen Obdachlosen-Asylen. Das ist ein Prozent aller New Yorker Kinder.

Diese Entwicklung ist die Folge der steigenden Ungleichheit bei der Verteilung des Wohlstandes. Während es immer mehr Arme und immer mehr Superreiche gibt, zerstören US-Regierung und Zentralbank die Mittelschicht.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/06/new-york-obdachlosigkeit-erreicht-stand-der-grossen-depression/

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https://www.youtube.com/watch?v=QPKKQnijnsM&feature=player_embedded

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02.03.2013

Zahlungsunfähig: Detroit ruft finanziellen Ausnahme-Zustand aus

Die US-Autostadt Detroit steht vor der Pleite. Der Bürgermeister will einen Manager berufen, der die Finanzen der Stadt rettet. Der Obama-Stadt Chicago droht ein ähnliches Schicksal. Der Fall zeigt das spektakuläre Scheitern der politischen Bürokratie.

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Die Stadt Detroit ist zahlungsunfähig, Der Bürgermeister der Stadt, Rick Snyder, rief am Freitag den finanziellen Ausnahmezustand aus. Er wird in den kommenden Tagen einen unabhängigen Manager berufen, der die Stadt vor der endgültigen Pleite retten soll. Dieser Manager soll ein eisenhartes Sparprogramm durchziehen, bei dem die Politiker nichts mehr mitzureden haben. Die Demokraten protestieren gegen die Maßnahme und wollen klagen. Vertreter von Gemeinde-Organisationen und die lokale Handelskammer haben den Schritt dagegen begrüßt, weil die Stadt sonst nicht mehr zu retten ist.

Der Fall von Detroit ist die größte Pleite einer Stadt in der US-Geschichte. Im vergangenen Jahr haben bereits mehrere kalifornische Gemeinden die Insolvenz angemeldet. Jefferson County in Alabama hatte im Jahr 2011 die bisher größte Pleite der USA hingelegt.

Seit 2009 hatte die Obama-Administration fast 300 Milliarden Dollar in die Sanierung der maroden Kommunen gesteckt – vergeblich. Was mit dem Geld geschehen ist, weiß niemand. Auch die staatlichen Bailouts für die Autoindustrie haben Detroit nicht geholfen. Die Konzerne haben sich zwar offiziell erholt, neue Arbeitsplätze haben sie keine geschaffen.

Der Fall von Detroit dokumentiert, wohin die Schuldenkrise am Ende führen wird: Zur Abschaffung der Demokratie. Die Schuld liegt im Falle von vielen Kommunen in einer völlig unfähigen, oft korrupten und handlungsunfähigen Bürokratie. Die lokalen Politiker haben die Stadt-Finanzen zur Selbstbedienung verwendet. Im Fall Detroits ist das Desaster besonders dramatisch, weil die Stadt als Herz der US-Automobilindustrie über ein Jahrhundert lang das industrielle Zentrum der USA war.

Durch das Scheitern der US-Budgetverhandlungen ist Präsident Barack Obama nicht mehr in der Lage, der Stadt zu helfen. Er hat kein Geld mehr für die laufenden Ausgaben, von Stimulus-Programmen wird lange Zeit keine Rede mehr sein (hier). Auch anderen Städte, darunter die Heimatstadt Obamas, Chicago, droht der finanzielle Kollaps.

Auch in Deutschland sind viele Kommunen bereits am Ende und konnten teilweise nur mit Bailouts der Länder gerettet werden (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/02/zahlungsunfaehig-detroit-ruft-finanziellen-ausnahme-zustand-aus/

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