EZB pumpt Geld wie nie, doch die Banken drehen den Kredithahn weiter zu

06.12.2015

Die Geldschwemme der EZB kann Europas Konjunktur nicht beleben

Die Geldschwemme der EZB ist wirkungslos: Sie erreicht die Realwirtschaft nicht, weil Kredite an Unternehmen überreguliert sind, Spekulationen dagegen weiter ungebremst getätigt werden können. Sie EZB sitzt in der Falle – das billige Geld kann die Wirtschaft nicht beleben.

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EZB-Präsident Mario Draghi verstärkt in diesen Tagen erneut die Geldschwemme. Der Kauf weiterer Milliarden an Staatsanleihen durch die Zentralbank soll das Finanzierungspotenzial der Banken vergrößern und in der Folge die Konjunktur beleben. Dies kann nicht gelingen und in der EZB wird man sich weiter wundern, wieso „Quantitative Easing“ in den USA genützt hat und in Europa versagt. Dabei liegt die Erklärung auf der Hand.

Die Geldschwemme stößt an die Staumauer Basel III

Die Milliarden kommen in den Unternehmen und in den Privathausalten nicht an, weil die Banken aufgrund der Regeln von Basel III und zahllosen Auflagen der Finanzmarktaufsichtsbehörden kaum Kredite vergeben.

Das in der EU mit der Richtlinie CRD IV und der Verordnung CRR umgesetzte Regelwerk zwingt die Institute eine enorm hohe Eigenkapitalquote vorzuhalten.

In der aktuellen Wirtschaftslage sind hohe Gewinne von den Banken nicht zu erzielen und das Publikum ist nicht bereit, Bankenaktien in großem Stil zu kaufen. Somit können die Kreditinstitute kaum zusätzliches Eigenkapital aufbauen und müssen daher mit dem vorhandenen Kapital das Auslangen finden.

Die Folge: Man reduziert und hält das Kreditvolumen in der Größenordnung, für die das verfügbare Eigenkapital den Basel-III-Regeln gemäß reicht. Dieser Prozess hat bereits vor dem Inkrafttreten der Regeln am 1. Januar 2014 begonnen und setzt sich nun angesichts der immer strenger werdenden Auflagen verstärkt fort.

Zudem bestimmt Basel III, dass nur Kunden mit hoher Bonität finanziert werden: Man bekommt nur einen Kredit, wenn man ihn nicht unbedingt braucht.
Fazit: Die Geldschwemme der EZB stößt an die Staumauer Basel III.

Die dramatischen Folgen

Für die europäischen Unternehmen und im Besonderen für die dominierende Masse der KMU, der kleinen und mittleren Unternehmen, spielt die Kreditfinanzierung eine entscheidende Rolle. Dies gilt für die laufend zu finanzierenden Betriebsmittel, aber vor allem für die Investitionen, die entscheidend für die Konjunktur und die Beschäftigung sind.

In einer derart strukturierten Wirtschaft hat eine Kreditbremse weit gravierendere Folgen als etwa in den USA, wo der Anteil der Fremdfinanzierung über Banken weit geringer ist. Eine Faustformel besagt, dass in vielen europäischen Unternehmen die Relation 75 Prozent Kreditfinanzierung zu 25 Prozent Eigenkapitalfinanzierung beträgt, in den USA hingegen meist die umgekehrte Relation zugunsten des Eigenkapitals zu beobachten ist.

Man darf sich also nicht wundern, dass Europa die Flaute nicht überwindet, zumal bereits das 2004 beschlossene Vorgänger-Regularium Basel II die Kreditvergabe erschwert hat.

Kaum Alternativen

Die größeren Unternehmen können sich helfen: Die Ausgabe von Aktien, die Begebung von Anleihen und die Umsetzung von Sonderkonstruktionen etwa im Rahmen von Konzernen entschärfen das Problem, der verbleibende Kreditbedarf ist unschwer zu bedecken.

Diese Möglichkeiten haben die KMU nicht, da sie in der Regel nicht kapitalmarktfähig sind. Die verschiedentlich angebotenen Alternativen sind nicht in der Lage, den traditionellen Kreditmarkt zu ersetzen: Mittelstandsanleihen, KMU-Beteiligungsfonds und Leasing-Modelle bilden interessante, aber oft nicht ausgereifte Initiativen, die noch kein ausreichendes Volumen ermöglichen.

Die Konsequenzen

Notwendig wäre die Entschärfung der Basel-III-Regeln. Stattdessen wird auf europäischer Ebene über noch höhere Kapitalquoten diskutiert.
– Nachdem die Kreditfinanzierung erschwert wurde und eine Erleichterung nicht zur Debatte steht, müsste die Aufnahme von Beteiligungskapital begünstigt werden: Hiefür sind vor allem steuerliche Erleichterungen erforderlich, da in den meisten europäischen Staaten die Verzinsung von Eigenkapital über Ausschüttungen und Dividenden gegenüber der Verzinsung von Fremdkapital diskriminiert wird.
– Die in der EU aktuell geplante Verringerung der Vorschriften bei der Erstellung von Prospekten durch kleinere Unternehmen wird nicht genügen.
– Das Problem kann man auch nicht lösen, indem man die Beteiligung durch viele Anleger „Crowdfunding“ nennt, ohne die steuerlichen und gesellschaftsrechtlichen Rahmenbedingungen zu ändern.
– Die Geldschwemme von Mario Draghi kann nicht wirken.

Das gefährliche Paradoxon

Ausgelöst wurde der Regulierungseifer durch die Finanzkrise 2008. Diese wurde allerdings durch gewagte Spekulationen und die Bündelung und den Verkauf von Krediten verursacht. Basel III bremst nun die Vergabe von Krediten an die Masse der Unternehmen, unterbindet aber nicht die Spekulation.

Die hohen Kapitalvorschriften stellen vielmehr eine Einladung zur Spekulation dar: Man hofft mit riskanten Geschäften doch hohe Gewinne zu machen, die das Eigenkapital stärken. Vollends paradox wird die Finanzpolitik aber durch die Aufforderung der Aufsichtsbehörden an die Banken, doch Kredite zu bündeln und zu verkaufen, um das Risiko zu verringern.

Man vergisst, dass diese Auslagerungen nicht zuletzt deshalb zu extremen Verlusten geführt haben, weil die Kredite nicht mehr von professionellen Kreditreferenten betreut, sondern von Computern ohne Rücksicht auf die Situation der Kunden bei Problemen fällig gestellt wurden.

Ronald Barazon war viele Jahre Chefredakteur der Salzburger Nachrichten. Er ist einer der angesehensten Wirtschaftsjournalisten in Europa und heute Chefredakteur der Zeitschrift „Der österreichische Volkswirt“ sowie Moderator beim ORF. 

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/12/06/die-geldschwemme-der-ezb-kann-europas-konjunktur-nicht-beleben/

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30.06.2014

EZB: Banken vergeben weniger Kredite an Unternehmen

Europäische Banken vergaben im Mai 2,0 Prozent weniger Kredite an Unternehmen als im Vorjahresmonat. Die Finanz-Institute parkten ihr Geld lieber bei der Zentralbank, als es an die Realwirtschaft weiterzureichen. Die EZB hat daher Anfang Juni erstmals Strafzinsen für die Banken erhoben, um den Kreditfluss zu stimulieren.

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Die Bank-Kredite in der Euro-Zone sind vor den jüngsten weitreichenden Beschlüssen der EZB noch spärlicher geflossen. Insgesamt vergaben die Geldhäuser im Mai 2,0 Prozent weniger Darlehen als im Vorjahresmonat, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwoch mitteilte.

Von Reuters befragte Experten ECONEZ hatten mit einem Rückgang um 1,6 Prozent gerechnet. Im April hatte das Minus bei 1,8 Prozent gelegen. Die EZB hat inzwischen mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket auf den immer geringeren Kreditfluss reagiert und unter anderem erstmals einen Strafzins für Banken eingeführt, die lieber Geld bei ihr parken als es an Unternehmen und Haushalte zu verleihen (mehr hier).

Das Wachstum der für die Zinspolitik der EZB wichtigen Geldmenge M3 lag bei 1,0 Prozent. Fachleute hatten mit einem Anstieg um 0,8 Prozent gerechnet. Im gleitenden Dreimonatsdurchschnitt (März bis Mai) erhöhte sich M3 um 0,9 Prozent. M3 umfasst unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit. Eine stark wachsende Geldmenge signalisiert eine potenzielle Inflationsgefahr.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/06/30/ezb-banken-vergeben-weniger-kredite-an-unternehmen/

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09.12.2013

Kreditklemme in Italien verschärft sich

Die Niedrigzinspolitik der EZB zahlt sich für Italien bislang überhaupt nicht aus. Von einem Plus an Firmenkrediten ist nichts zu merken. Die EZB versucht derzeit, die Konjunktur mit rekordniedrigen Zinsen anzukurbeln.

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Trotz der Niedrigzinspolitik der EZB fließen die Firmenkredite in Italien immer spärlicher. Im Oktober gewährten die Banken 4,9 Prozent weniger Darlehen als im Vorjahresmonat, wie die italienische Notenbank am Montag mitteilte. Derart stark war die Kreditvergabe zuletzt im Juli 2011 eingebrochen. Im September war sie um 4,2 Prozent geschrumpft. Die Zurückhaltung der Banken liegt auch daran, dass sie so viele faule Kredite in ihren Büchern haben wie nie zuvor. Im Oktober ist das Volumen auf das Rekordniveau von 147 Milliarden Euro angeschwollen. Das sind 23 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Trotz der Niedrigzinspolitik der EZB fließen die Firmenkredite in Italien immer spärlicher. Im Oktober gewährten die Banken 4,9 Prozent weniger Darlehen als im Vorjahresmonat, wie die italienische Notenbank am Montag mitteilte. Derart stark war die Kreditvergabe zuletzt im Juli 2011 eingebrochen. Im September war sie um 4,2 Prozent geschrumpft. Die Zurückhaltung der Banken liegt auch daran, dass sie so viele faule Kredite in ihren Büchern haben wie nie zuvor. Im Oktober ist das Volumen auf das Rekordniveau von 147 Milliarden Euro angeschwollen. Das sind 23 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anleihen/trotz-niedrigzinspolitik-kreditklemme-in-italien-verschaerft-sich/9192716.html

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28.11.2013

Trotz Niedrig-Zinsen: Banken halten Kredite zurück

Die Banken verwenden das billige Geld der EZB ausschließlich, um in Risiko-Geschäften zu zocken. In der Real-Wirtschaft kommt immer weniger an.

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Die Banken in der Euro-Zone haben ihre Kredite an Firmen und Privathaushalte im Oktober noch stärker zurückgefahren als im September. In der Summe schrumpfte die Kreditvergabe um 2,1 (September: 1,9) Prozent zum Vorjahresmonat, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Frankfurt mit. Analysten hatten ein Minus von 1,8 Prozent vorausgesagt.

Damit ist die EZB-Politik als Farce entlarvt: Denn offiziell hat Mario Draghi die immer niedrigeren Zinsen mit der Notwendigkeit begründet, die Banken zu zwingen, Kredite an die Wirtschaft zu vergeben.

Doch die Banken haben das Geld offenkundig vor allem dazu verwendet, in Risiko-Geschäften oder Blasen – wie dem Aktienmarkt – schnelle Gewinne zu machen.

Die EZB dürfte nun versuchen, mit einer weiteren Zinssenkungen und gegebenenfalls sogar Negativ-Zinsen noch mehr Geld in den Markt zu pumpen.

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen: Am Verhalten der Banken wird sich nichts ändern.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/11/28/trotz-niedrig-zinsen-banken-halten-kredite-zurueck/

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05.11.2013

Banken geben deutschen Kommunen kaum noch Kredite

Die Kommunen gelten bei den Banken nicht mehr als sichere Schuldner. Zudem ist die Kreditvergabe an Städte und Gemeinden für die Banken aufgrund neuer Regeln nicht mehr so lukrativ wie vor der Finanzkrise. Es wird für die verschuldeten Kommunen immer schwieriger, Finanzmittel für Kindergärten und Schulen aufzutreiben. Letzter Rettungsanker ist für viele die staatliche KfW.

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Die deutschen Kommunen sind massiv verschuldet. Je Bürger sind es circa 2.000 Euro. Da ihnen die Banken die Kredite zunehmende verweigern, helfen sich die Kommunen nun selbst.

Vor ein paar Jahren bekamen wir zehn Angebote, wenn wir einen Kredit brauchten. Inzwischen sind es nur noch drei oder vier“, zitiert die Zeit den Würzburger Kämmerer Christian Schuchardt. Daher gab Schuchardt zusammen mit dem Nürnberger Kämmerer im Frühjahr eine zehnjährige Anleihe aus.

Die beiden Städte erhielten 100 Millionen Euro zu einem Zinssatz von 2 Prozent. Das Geld kam von Versicherern, Vermögensverwaltern und Kleinanlegern. Die Anleihen werden an der Börse München gehandelt. Privatanleger können die Anleihe über ihre Hausbank oder einen Onlinebroker kaufen.

Der Unternehmer Stefan Friedrich will diese Idee nun im großen Stil ausbauen. „Warum soll man nicht den Finanzbedarf von vielen Kommunen bündeln und daraus eine gemeinsame Anleihe machen?“, fragt Friedrich. Das Interesse in den Rathäusern sei groß. Die erste Anleihe solle einen Umfang von 500 Millionen Euro haben.

Ekkehard Grundwald, der Finanzchef von Salzgitter, sagt: „Auf Dauer werden sich die Kommunen ohne Anleihen oder ähnliche Instrumente, wie etwa Schuldscheine, nicht finanzieren können.“ Denn die Banken verweigern den Kommunen zunehmend die Kredite.

Die Commerzbank oder die Hypo Real Estate gehörten früher zu den größten Geldgebern deutscher Städte. Heute machen sie praktisch keine neuen Geschäfte mehr mit Kommunen.

Seit den Problemen mit den öffentlichen Schuldnern in Griechenland sehen die Banken Städte oder Länder mit größerem Misstrauen. Selbst Kredite an deutsche Kommunen gelten nicht mehr als sicher. Hoch verschuldete Städte erhalten zum Teil überhaupt kein Geld mehr.

Die Staatsbank KfW ist längst zum größten Financier der deutschen Kommunen geworden. Doch auch sie verleiht den Städten nicht mehr als 750 Euro pro Einwohner. In Würzburg und vielen anderen Kommunen ist die Verschuldung jedoch zum Teil deutlich höher.

Neben den höheren Risiken gibt es noch einen zweiten Grund, warum sich Banken von den Kommunen abwenden. Das Geschäft ist nicht mehr so lukrativ wie früher. Vor der Krise konnten die Institute kurzfristige Spareinlagen wie zum Beispiel Tagesgeld für 2 bis 3 Prozent Zinsen aufnehmen und dieses Geld dann langfristig für 4 bis 5 Prozent an die Städte verleihen.

Heute fordern die Aufseher, dass die Banken sich das langfristig ausgegebene Geld auch selbst langfristig besorgen. Einen Teil ihrer Kredite sollen die Institute zudem mit Eigenkapital unterlegen. Für die Banken ist dies teurer, als würden sie wie vor der Krise einfach die Tagesgeldeinlagen ihrer Kunden an die Kommunen weiterverleihen.

Das erhöhte Misstrauen der Banken gegen die Kommunen beruht auf Gegenseitigkeit. Auch die deutschen Kommunen misstrauen den Banken heute mehr denn je. Denn sie wurden von den Instituten in vielen Fällen äußerst schlecht beraten. Die Kommunen ließen sich von den Bank-Beratern Derivate andrehen und machten damit massive Verluste.

Viele Kommunen haben immerhin erreicht, dass sie von ihren Banken für den entstandenen Schaden entschädigt wurden. Es ist eine regelrechte Prozesslawine, mit der die Banken überzogen wurden. So klagt Mülheim derzeit gegen die beiden Banken, die ihr die riskanten Derivate angedreht haben (mehr hier).

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/11/05/banken-geben-deutschen-kommunen-kaum-noch-kredite/

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04.11.2013

Banken kürzen Firmenkredite, kaufen Staatsanleihen

Europas größte Banken haben seit 2010 fast eine halbe Billion Euro an Firmenkrediten abgebaut, zeigt eine Studie der Ratingagentur Fitch

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Wien – Basel III ist auf dem europäischen Kreditmarkt angekommen. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie der Ratingagentur Fitch. Demnach hat seit dem Jahresende 2010 eine milliardenschwere Verschiebung an den europäischen Finanzmärkten eingesetzt – zulasten der Unternehmenskredite. 440 Milliarden Euro an Firmengeschäft wurde alleine bei den 16 größten Geldhäusern abgebaut (siehe Grafik), die in Europa als systemrelevant eingestuft werden.

Gleichzeitig haben diese Institute mehr als eine halbe Billion Euro in die Staatsfinanzierung gesteckt: „Zwischen 2010 und 2012 haben sie ihre Forderungen gegenüber Staaten um 550 Mrd. Euro erhöht, gerade auch, um die Liquiditätsanforderungen zu erfüllen“, sagt Christian Scarafia, Bankenanalyst bei Fitch Ratings. Das macht vier Prozent der knapp 13.500 Mrd. Euro Bilanzsumme der wichtigsten Banken aus.

Das Regelwerk Basel III schreibt den Banken vor, mehr liquide Wertpapiere zu halten, um besser gegen Krisen gewappnet zu sein. Dazu zählen Staatsanleihen. Ein anderes Argument für die Finanzierung der öffentlichen Hand ist der Kapitalbedarf. Denn für Kredite an Firmen müssen Banken deutlich mehr Eigenkapital haben, als etwa bei der Staatsfinanzierung. Anleihen von Regierungen gelten als sicher, deswegen verlangt Basel hier kaum Risikopuffer. Die Fitch-Analysten haben errechnet, dass der durchschnittliche Kapitalbedarf für einen Unternehmenskredit bei 4,7 Prozent lag, zehnmal höher als bei Staatsanleihen (0,4 Prozent).

Insgesamt sei in den Banken ein Trend zu Sicherheit festzustellen, so Scarafia. Banken bevorzugen etwa besicherte Kreditformen: „Der Anteil der Hypothekenkredite an Privatkunden in den Portfolios etwa hat zugenommen, hier ist das Risiko weniger hoch und Basel III schreibt niedrigere Kapitalanforderungen vor.“

Dabei könnte die kommende Prüfung der Bilanzen durch die EZB die Bankenlandschaft weiter verändern. Die Aufsicht wird sich die „Leverage Ratio“, eine Verschuldungsquote, genauer ansehen. Der wichtigste Unterschied zu den Kapitalquoten: bei einer Leverage Ratio können Geldinstitute ihre Staatsanleihen-Positionen nicht mithilfe der Risikogewichtung klein rechnen: „Europäische Banken wurden historisch noch nie regulatorisch an einer Leverage Ratio gemessen, in gewissen Bereichen könnte das die Anreize ändern“, erwartet Scarafia. Für sich allein genommen mache eine solche Kennzahl es attraktiver, Kredite an riskantere Schuldner zu vergeben. (sulu, DER STANDARD, 5.11.2013)

http://derstandard.at/1381370844521/Banken-kuerzen-Firmenkredite-kaufen-Staatsanleihen

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25.10.2013

EZB pumpt Geld wie nie, doch die Banken drehen den Kredithahn weiter zu

Europas Banken, genauer jene in der Eurozone haben den Kredithahn im September weiter zugedreht. Schon im Monat davor war die Kreditvergabe geschrumpft.

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Die Banken in der Eurozone haben ihre Kredite an Firmen und Privathaushalte im September ähnlich stark zurückgefahren wie bereits im Hauptferienmonat August. In der Summe schrumpfte die Kreditvergabe um 1,9 (August: 2,0) Prozent zum Vorjahresmonat, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag in Frankfurt mit. Analysten hatten solch ein Minus vorausgesagt.

Das Wachstum der für die Zinspolitik der EZB wichtigen Geldmenge M3 lag bei 2,1 (2,4) Prozent. Im gleitenden Dreimonatsdurchschnitt (Juli bis September) erhöhte sich M3 um 2,2 (2,3) Prozent. M3 umfasst unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit. Eine stark wachsende Geldmenge signalisiert eine potenzielle Inflationsgefahr.
(APA/Reuters)

http://www.foonds.com/article/28628//fullstory

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29.08.2013

Anhaltende Krise: Weniger Kredite für Pivatleute

Die mehrfache Senkung des Leitzinses ist bisher noch nicht bei Privatleuten angekommen. Im Juli wurden 8 Milliarden Euro weniger Kredite an private Haushalte vergeben, während die Kredite an Unternehmen sind. Doch selbst das zeige nicht, dass die EZB mit ihrer Politik deshalb erfolgreich sei. Analsyten rechnen nun mit einer weiteren Senkung des Leitzinses.

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Die aktuellen Zahlen der EZB zeigen, dass die Banken immer weniger Kredite an Privatleute vergeben. Allein im Juli fiel die Höhe der Kredit wieder um insgesamt 8 Milliarden Euro, nachdem die Kreditvergabe erst im Juni noch um 4 Milliarden Euro gestiegen war. Im Vergleich zum Vorjahr sind Kredit an den Privatsektor um lediglich 0,1 Prozent gestiegen. Dagegen ist der Kreditfluss an Unternehmen wieder gestiegen und zwar um 8 Milliarden Euro. Hier war die Kreditvergabe im Juni noch um drei Milliarden Euro gesunken.

Doch auch das stimmt Analysten nicht positiv. „Es zeigt, dass die EZB, die den Leitzins bereits einige Mal gesenkt hat, mit dem Versuch, die Kreditnappheit zu bekämpfen, nicht sehr erfolgreich ist“, erklärt Citi-Bank-Ökonom Guillaume Menuet der Nachrichtenagentur Reuters. Der Bericht der EZB sei kein Zeichen für eine Verbesserung im Bereich der Kredite. Er erwarte weitere Senkungen des Leitzinses, da keine Erholung der europäischen Wirtschaft in Sicht sei.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/08/29/anhaltende-krise-weniger-kredite-fuer-pivatleute/

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