Amazon – Deutschland Ausnutzen und weiterziehen?

02.07.2014

Gewerkschaften machen weltweit gegen Amazon mobil

Gewerkschaften in Europa und Amerika wollen künftig gemeinsam gegen Amazon kämpfen. Arbeitnehmervertreter aus Deutschland, Polen, Tschechien, Großbritannien und den USA kamen im Berlin zusammen, um Lohnforderungen gegen den Online-Versandhändler durchzusetzen. Amazon ist weltweit wegen schlechter Arbeitsbedingungen in Verruf geraten.

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Gewerkschaften in Europa und Amerika wollen künftig gemeinsam gegen Amazon kämpfen. Arbeitnehmervertreter aus Deutschland, Polen, Tschechien, Großbritannien und den USA kamen im Berlin zusammen, um im Tarifstreit gegen den Online-Versandhändler größeren Druck zu machen. „Die internationale Solidarität und grenzübergreifende Vernetzung von Gewerkschaften ist ein wichtiges Signal an Amazon“, teilte Verdi als Gastgeber des Gewerkschafts-Treffens mit.

Amazon lehnt Verhandlungen auf der Basis der Tarife für den Einzelhandel bisher ab. Stattdessen orientiert sich Amazon an den niedrigeren Löhnen der Logistik-Branche. Verdi versucht seit Monaten, durch Streiks die Bedingungen für die 9000 deutschen Amazon-Mitarbeiter zu verbessern.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/07/02/gewerkschaften-weltweit-kaempfen-gemeinsam-gegen-amazon/

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23.06.2014

Amazon geht nach Polen

Amazon hat damit begonnen, Lieferungen von Verlagen nach Polen umzuleiten. Von dort werden die Päckchen dann wieder an Kunden in Deutschland geschickt.

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Der weltgrößte Online-Händler Amazon hat damit begonnen, Warenlieferungen in zwei neueröffnete Logistikzentren in Polen umzuleiten. In einem Schreiben von Amazon S.a.r.l. (Luxemburg) würden Verlage aufgefordert, ihre Bücher künftig an die beiden neuen Lager in Poznan und Wroclaw zu liefern, berichtet das „Börsenblatt“, eine Publikation des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Von dort aus würden sie dann an Kunden in grenznahe Regionen im Nordosten und Süden Deutschlands geliefert.

Bereits im Oktober hatte Amazon angekündigt, drei große Logistikzentren in Polen zu eröffnen. Jedes soll innerhalb von drei Jahren rund 2000 Arbeiter sowie in Stoßzeiten jeweils 3000 saisonale Beschäftigte haben. In Deutschland dagegen hat Amazon seit Monaten Ärger mit der Gewerkschaft Verdi, die immer wieder die Betriebe bestreikt, um die Bezahlung nach dem niedrigeren Logistiktarif durch eine Bezahlung nach dem höheren Einzelhandelstarif zu ersetzen. Als Amazon die drei Standorte in Polen ankündigte, betonte das Unternehmen, dass es nicht darum gehe, die deutschen Standorte ins Ausland zu verlagern.

Die neuen Logistikzentren sollen zunächst hauptsächlich Kunden von Amazon.de beliefern, wie Amazon im Oktober ankündigte. Das passiert nun offenbar auch: In dem Schreiben an die Verlage soll ausdrücklich die Rede davon sein, dass das Ziel der Lieferungen Kunden von Amazon.de in Deutschland sind – nicht etwa Kunden osteuropäischer Amazon-Webseiten.

Amazon bestätigte FAZ.NET, dass die neuen polnischen Standorte in Wrocław und Poznań im September 2014 ihren Betrieb aufnehmen werden. Es gebe aber keine Pläne, eines der bestehenden Logistikzentren in der EU zu schließen.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/amazon-geht-nach-polen-13005376.html

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07.10.2013

Amazon baut drei riesige Logistikzentren in Polen

Die Ankündigung kommt mitten im Tarifstreit mit Ver.di: Der Online-Händler Amazon baut drei große Logistikzentren in Polen. Sie sollen zunächst vor allem Kunden der deutschen Amazon-Seite bedienen.

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Der Online-Händler Amazon hat mitten in einem festgefahrenen Streit mit der Gewerkschaft Ver.di drei große neue Logistikzentren in Polen angekündigt. Sie sollen binnen drei Jahren jeweils rund 2000 Arbeiter sowie in Stoßzeiten jeweils 3000 saisonale Beschäftigte haben, teilte Amazon mit.

Zwei Standorte sollen bis August 2014 öffnen, der dritte Mitte 2015. Das Unternehmen betonte, dass es nicht um eine Verlagerung von Logistik-Standorten aus Deutschland gehe.

Ziel sei der Ausbau des gesamten europäischen Geschäfts, sagte der für Europa zuständige Amazon-Manager Tim Collins. Polen sei wegen der günstigen geografischen Lage, der guten Anbindung und einer “großartigen Beschäftigten-Basis” ausgesucht worden, erklärte das Unternehmen. Der polnische Wirtschaftsminister Janusz Piechocinski nannte die Investition einen “Meilenstein” für das polnische Wirtschaftswachstum.

Acht Zentren in Deutschland

Der Online-Handel gewann auch in Polen in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung. Eine polnische Amazon-Tochter gibt es aber bislang nicht. Die neuen Logistikzentren werden zunächst hauptsächlich Kunden von Amazon.de bedienen und erst später Nutzer von allen europäischen Websites, erklärte Amazon.

Amazon betreibt insgesamt acht Versandzentren in Deutschland. Zuletzt wurde ein neues Lager in Brieselang bei Berlin angekündigt. Dort sollen über die nächsten drei Jahre 1000 dauerhafte und bis zu 2000 saisonale Stellen geschaffen werden. Die Logistik-Infrastruktur in Deutschland werde also auch ausgebaut, betonte Collins. “Wir haben keine Pläne, Standorte zu schließen oder zu verlagern.”

Ver.di fordert für die Beschäftigten bei Amazon einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels. Das US-Unternehmen orientiert sich dagegen nach eigenen Angaben an der Bezahlung in der Logistikbranche und lehnt die Aufnahme von Tarifverhandlungen ab. Der Konflikt schwelt seit Monaten. Zuletzt hatten mehrere hundert Amazon-Mitarbeiter im September in den Verteilerzentren in Leipzig und Bad Hersfeld zeitweise die Arbeit niedergelegt.

Ver.di kündigt weitere Aktionen an

Die Gewerkschaft kündigte weitere Aktionen an. “Ich würde mich an Amazons Stelle nicht darauf verlassen, vor Weihnachten alle Kundenversprechen einhalten zu können”, wird Ver.di-Sekretär Heiner Reimann im neuen “Spiegel” zitiert. Man wolle dann zum Ausstand aufrufen, wenn es Amazon besonders wehtue.

Das Weihnachtsgeschäft ist ein Höhepunkt für Amazon. Jedes Jahr werden dafür weltweit zehntausende zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. In den USA sollen es in diesem Jahr 70.000 sein, in Deutschland rund 14.000. Nach dem vergangenen Weihnachtsgeschäft hatte es in Deutschland Vorwürfe gegeben, Amazon habe seine Saisonarbeiter schlecht behandelt. Das Unternehmen weist dies zurück.

Die polnische Zeitung “Puls Biznesu” hatte schon vor mehreren Tagen von den geplanten neuen Logistikzentren berichtet und geschrieben, Amazon wolle nach den Arbeitsniederlegungen in Deutschland einen Teil der Aktivitäten nach Osteuropa verlegen.

Jedes der drei neuen Logistikzentern in Polen solle eine Fläche von rund 13 Fußballfeldern haben, kündigte Amazon an. Eine der Lagerhallen soll in der Nähe von Posen entstehen, die beiden restlichen bei Breslau.

http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article120696236/Amazon-baut-drei-riesige-Logistikzentren-in-Polen.html

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02.10.2013

Amazon verlässt Deutschland: Zu viele Streiks, zu hohe Kosten

Amazon will fünf der acht Logistikzentren in Deutschland schließen. Die Streiks der vergangenen Monate und die Lohndiskussion sind dem Konzern nicht mehr genehm. Nun sollen in Polen und Tschechien Versandzentren eröffnet werden.

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Amazon wird Deutschland teilweise verlassen. Die Debatte über die Bezahlung und die Arbeitszeiten ist dem Konzern zu anstrengend. Fünf der acht Versandzentren und zwei Kundendienst-Zentralen in Deutschland will der Online-Händler zum kommenden Jahr schließen. Dafür sollen in Polen und Tschechien neue Logistikzentren und Arbeitsplätze entstehen.

Amazon habe sich letzte Woche zu diesem Schritt entschieden, berichtet die polnische Zeitung Puls Biznesu mit Verweis auf ungenannte Quellen. Eine erste Kontaktaufnahme mit dem polnischen Wirtschaftsministerium und dem Ministerpräsidenten soll es bereits gegeben haben. Eine öffentliche Bekanntmachung gab es bisher nicht.

Als Grund für den Abzug aus Deutschland werden die Streiks der vergangenen Monate und die damit verbundene Forderung nach einer Lohnangleichung genannt. Zu Beginn des Jahres sorgte eine ARD-Dokumentation über die angeblichen Wohn- und Arbeitsverhältnisse der Leiharbeiter in deutschen Amazon-Logistikzentren für Aufsehen (hier). Im Sommer folgten dann Streiks. Im Juli beispielweise kam es zu Arbeitsniederlegungen in Bad Hersfeld. Sie forderten eine Bezahlung nicht auf dem Lohnniveau der Logistikbranche, sondern zu Konditionen wie im Einzel- und Großhandel.

deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/10/02/amazon-verlaesst-deutschland-zu-viele-streiks-zu-hohe-kosten/

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13.07.2013

Amazon zahlt in Deutschland praktisch keine Steuern

Für Amazon ist Deutschland der zweitwichtigste Markt der Welt. Im vergangenen Jahr erzielte der US-Konzern hierzulande einen Gewinn von 118 Millionen Euro – doch das Finanzamt sah davon fast nichts.

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Der Internet-Versandhändler Amazon hat 2012 einen Großteil des Umsatzes mit deutschen Kunden über Luxemburger Gesellschaften abgewickelt und in Deutschland kaum Steuern gezahlt.

Die Amazon.de GmbH wies einen Vorsteuergewinn von 10,2 Millionen Euro aus und zahlte 3,2 Millionen Euro Steuern, wie aus der im Bundesanzeiger veröffentlichten Bilanz hervorgeht.

Deutschland ist der wichtigste Markt für Amazon außerhalb der USA, ein Drittel der Erlöse erzielt der weltgrößte Internethändler zwischen Rhein und Oder. Umsätze mit deutschen Kunden in Höhe von 8,7 Milliarden Dollar wurden über Luxemburger Gesellschaften abgewickelt.

Letztendlich fließt ein Großteil der Erlöse an die in Luxemburg angesiedelte Amazon Europe Holding Technologies, die einen Gewinn von 118 Millionen Euro auswies. Als steuerbefreite Partnernschaft zahlte diese keine Steuern.

Keine Stellungnahme von Amazon

Amazon lehnte eine Stellungnahme ab. In der Vergangenheit hatte der Konzern erklärt, er richte sich nach den örtlichen Steuergesetzen. Sämtliche strategische Aufgaben würden vom Europa-Hauptquartier in Luxemburg übernommen, das rund 300 Beschäftigte zählt. In seinen deutschen Logistikzentren beschäftigt Amazon mehr als 9000 Mitarbeiter.

Der Konzern und die Gewerkschaft Ver.di streiten seit Monaten über höhere Löhne, mehrfach wurde bereits an den Standorten in Leipzig und Bad Hersfeld gestreikt.

Zahlreiche Konzerne nutzen die unterschiedlichen Gesetze aus, um Steuern zu vermeiden. Seit bekannt wurde, dass große US-Konzerne wie Amazon, Google und Starbucks in Europa viel Geld verdienen, aber kaum Steuern darauf zahlen, ist die Diskussion. Nach jahrelangem Streit haben sich die EU-Staaten inzwischen geeinigt, bei grenzüberschreitenden Kapitalerträgen der Bürger volle Transparenz zu schaffen.

Dazu werden in diesem Jahr noch EU-Richtlinien geändert. Auch Unternehmen sollen künftig daran gehindert werden, auf Gewinne nur extrem niedrige Steuern zu zahlen. Doch gibt es hier noch keinen konkreten Ansatz, denn die Steuergesetzgebung dazu ist in nationaler Hand.

http://www.welt.de/wirtschaft/article118013613/Amazon-zahlt-in-Deutschland-praktisch-keine-Steuern.html

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08.05.2013

Amazon bekam Millionen deutscher Fördergelder

Im Rahmen der regionalen Wirtschaftsförderung hat der Internetkonzern in Deutschland Millionen eingestrichen. Sieben Millionen Euro soll Amazon allein vom Bund erhalten haben – und das ist nicht alles.

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Das Online-Kaufhaus Amazon hat in Deutschland für die regionale Wirtschaftsförderung viele Millionen Euro vom Staat erhalten. Der Versandhändler und seine Tochterunternehmen erhielten allein aus Bundesmitteln 7,083 Millionen Euro im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“, wie der Pressedienst des Bundestages am Mittwoch aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion zitierte. Der Großteil des Geldes floss demnach 2006, ein kleiner Teil 2009.

Die gleiche Summe müssen laut Bundesregierung die Bundesländer beisteuern. Diese entscheiden auch über die Vergabe der Fördermittel. Amazon ist verpflichtet, durch die Förderung geschaffene Arbeitsplätze mindestens fünf Jahre tatsächlich zu besetzen oder zumindest auf dem Arbeitsmarkt anzubieten.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/wirtschaftsfoerderung-amazon-bekam-millionen-deutscher-foerdergelder/8180918.html

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